KRISENSTIMMUNG BEI LAGERFELD, VERSACE & YAMAMOTO

Recession de la mode
Dass die Luxusgüterbranche das Wort Wirtschaftskrise nicht mehr hören mag ist verständlich. Das so manch Meinungsmacher bereits versucht hat mit der Deklaration “recession is so 2009″ das Ende der Krise zumindest in den Köpfen der Verbraucher herbeizu”manipulieren”, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Modehäuser die Folgen des Bankencrashs auch im noch jungen Jahr 2010 deutlich zu spüren bekommen.
So berichtete das Branchenblatt WWD (WomensWearDaily) am 11. Januar erstmals von der Schließung des amerikanischen Versace Pressebüros in New York. So what? könnte man leichtfertig fragen, wenn nicht wenige Tage zuvor Beth Shapiro, PR-Chefin und Marketingdirektorin im Hause Lagerfeld, ihren Abschied aus dem Kaiserreich in einer E-Mail an Geschäfts- und Medienpartner mit folgenden Worten begründete: “The current environment has forced us to downsize”. Desweiteren wurde heute bekannt, dass die Zweitlinie des Modeunternehmens “K Karl Lagerfeld” künftig eingestellt wird.
Sichtbar schlecht geht es auch dem Unternehmen Yohji Yamamoto. Dass der japanische Modemacher bereits im Oktober 2009 Insolvenz anmelden musste, war innerhalb der Branche kein Geheimnis. Doch nun zeigte der finanzielle Kollaps seines Unternehmens, auch gegenüber dem Endverbraucher sein Gesicht. So standen am Dienstag in New York unwissende Kunden vor verschlossenen Pforten seiner beiden Stores in SoHo und im Meatpacking District und wunderten sich über die mit Packpapier abgeklebten Schaufenster. Auch der Pariser Flagshipstore, und die Boutique in Antwerpen seien, laut der New Yorker Einzelhandels Webseite RACKED.COM bereits geschlossen. Ob die Geschäftsschließungen als Vorboten für das endgültige Aus der Marke zu werten sind? Als sicher gilt momentan nur das Yamamoto bei den Pariser Pret-a-Porter Schauen im Februar seine neue Kollektion vorstellen wird.
Fazit: The economy is a real bitch these days!
Quelle: WWD, Textilwirtschaft, Racked.com