ISAAC MIZRAHI – UNÜBERSEHBAR GUT!
Totgesagte leben länger, das gilt diese Tage besonders für Modemacher Isaac Mizrahi. Mit der Präsentation seiner Kollektion unter dem Titel “Poodles & Cakes” bei der New York Fashion Week vor etwa anderthalb Wochen erlebt der 49jährige aktuell einen kleinen Hype.
So richtig weg vom Fenster war er eigentlich nie, zumindest nicht in den USA. Als Host der Reality-Show “The Fashion Show”, aber auch als Gast in diversen Talkshows wurde Mizrahi auch bei non-fashion-people zu einer Art “household-name”. Zwar betätigte sich der aus Brooklyn stammende Modedesigner mit jüdischen Wurzeln seit Beginn seiner Karriere auch modisch fast ununterbrochen und entwarf sowohl Kleidung für die Einzelhandelskette Target als auch für den Shoppingsender QVC, doch datiert die Modepresse die Hochphase seines kreatives Schaffens auf den Zeitraum von 1987 bis 1998. In diesen Jahren schickte sich Mizrahi alle sechs Monate an, die Monotonie des vorherrschenden Purismus auf den internationalen Laufstegen mittels Farbe und humorvollen Entwürfen zu durchbrechen, was zu Beginn seiner Karriere auch fabelhaft gelang.
Zweifellos zählte Mizrahi in dieser Zeit zu den Top 10 der New Yorker Modeszene, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung der Firma Chanel. Als Chanel aufgrund einer inkonsistenten Stilistik und daraus resultierenden unbeständigen Abverkäufen jedoch die Finanzspritzen für Mizrahis Unternehmen 1998 einstellte, entschwand der Designer allmählich aus dem Bewusstsein der Hochglanz-Tippsen. Etwa 5 Jahre lang war es ihm untersagt Mode unter eigenem Namen zu vermarkten. Nach Ablauf dieser Frist unterzeichnete er 2003 schließlich einen Vertrag mit dem Kaufhausriesen Target und begründete damit sein Comeback. Im Jahr 2008 beauftragte ihn das Bekleidungsunternehmen Liz Clairbone als Chefdesigner frischen Wind in seine altbackene Damenkollektion zu bringen. 2010 kam eine Modelinie für den Shoppingkanal QVC hinzu. Der Umsatz mit Massengütern finanziert letztlich auch seine 2009 neu eingeführte namenseigene Luxuslinie “Isaac Mizrahi New York Collection.”
New York, Februar 2011: Beim Gang über die Madison Avenue entdecke ich auf Höhe der 67. Straße an einem schmalen Backsteinbau ein Werbeschild des von mir schon für “out-of-business” geglaubten Isaac Mirzahi.
Schön schaut er aus, sein Name in Serifenschrift mit dem New York-Zusatz in roten Großbuchstaben. Schön auch die grün-blaue Kombi im Schaufenster, bei der der Schnitt bewusst schlicht gehalten wurde, damit Farbe, Haptik und Qualität wirken können. Ein bisschen Jil Sander aber eben “Made in New York”. Die Tatsache das Mizrahis Luxus-Kollektion fast ausschließlich in den USA erhältlich ist, schürt zudem die Begehrlichkeit. Wo sich anderorts, weder bei Barneys noch bei Saks, kaum noch etwas findet, was sich nicht überall sonst auf der Welt auch kaufen ließe, bekommt Frau in Mizrahis kleinem aber feinen Laden dieses typische Großstadt-Feeling zum Anziehen. New York als eine Art zweite Haut. Also genau das, was auch Diane von Fürstenberg mit ihrem aktuellen Werbeslogan “Dressing home” zu vermitteln versucht! Kosmopolitischer lässt es sich kaum shoppen!
ISAAC MIZRAHI STORE
23 East 67th Street
New York, NY 10065
USA
Tel: 001.212.288-8111
www.isaacmizrahiny.com
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