Soll man sich eigentlich darüber freuen, dass das Modediktat unlängst seinen Platz in der Mottenkiste eingenommen hat?
Die breite Akzeptanz einer von der Modeindustrie bestimmten Stilrichtung und deren Unterwerfung entsprechen nicht dem aktuellen Zeitgeist. Anything goes – erlaubt ist was gefällt. Individualität im Bekleidungsverhalten hat dieser Tage Hochkonjunktur.
Eine Freiheit, die Menschen nicht zwangsläufig attraktiver erscheinen lässt, denn nicht jedermann ist wirklich stilsicher. Umso mehr bewundern wir diejenigen, die es sind. Frauen und Männer, die Kleidung gezielt nutzen um ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen und damit ein Maximum an (Außen-) Wirkung erzielen. Neben Lady Gaga und Iris Apfel, zählt zu ihnen auch Patrick McDonald. Als prominentester noch lebender Dandy gehört McDonald zum Inventar der New Yorker Modeszene und inspiriert mit seinem Auftreten seit über 20 Jahren Fotografen, Maler und Illustratoren.
Grund genug für die Betreiber der im East Village ansässigen Dorian Grey Gallery dem Bohèmian eine eigene Ausstellung zu widmen. Gezeigt werden Aufnahmen, die McDonalds stilistische Kompromisslosigkeit in seinem alltäglichen Umfeld zeigen.
Fotografin Molua Muldown ließ einige der geschossenen Porträts von der Multimedia-Künstlerin Lisa Pan bearbeiten, die das Antlitz McDonalds in Fantasiewelten einbettete, welche den Betrachter neue Perspektiven auf den Habitus eines Dandys bieten.
„The Dandy’s New York! 07.Februar bis 04. März 2012
Verrückt nach New York Glamour? Wir auch! Drum präsentiert Euch HYPE in seiner neuesten Ausgabe vier herausragende Persönlichkeiten aus dem Big Apple, die ihr Leben mit einer beeindruckenden unkonventionellen Haltung der Mode widmen.
Allen voran unsere beiden Coverboys, Phillipe und David Blond, in Szene gesetzt von Starfotograf David Byun. In einem ausführlichen Interview mit HYPE MAGAZINE spricht Manhattans gefeiertes Designerduo über seine Anfänge, Erfolg und die Herausforderung Beruf und Beziehung miteinander zu vereinen. Zu Wort kommen auch Dandy und Stilikone Patrick McDonald sowie Robert W. Richards, Modezeichner und Intimus der New Yorker Avantgarde.
Nicht in New York, sondern in einem Dorf bei München, lebt Mara Cromer, die Witwe des verstorbenen Gründers der erfolgreichen Lederwarenmarke MCM und einstigen Kofferkönigs Michael Cromer. Im Interview mit HYPE spricht sie erstmals mit einem Modemagazin Klartext über den Verlust des von ihr mitaufgebauten Unternehmens und den Tod ihres Mannes.
Ausreichend Lesestoff für die Feiertage ist somit garantiert!
Das neue HYPE MAGAZINE ist ab heute bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel sowie im ausgewählten Pressehandel erhältlich. Don’t misst it!
Wir wünschen Euch einen guten Start ins neue Jahr!
Kurz nachdem Anita Müller -Frau des Drogerie-Titanen Erwin Müller und verantwortlich für das Kundenmanagement in dem über 600 Fililalen fassenden Unternehmen- das HYPE MAGAZINE für sich entdeckt hatte, erreichte mich ein Anruf der Body & Soul Redaktion mit der Bitte ein paar Fragen zur Entstehungsgeschichte unseres Hefts zu beantworten. Bien sûr et merci für die tolle Veröffentlichung in der Weihnachtsausgabe des Müllerschen Kundemagazins, die ich an dieser Stelle gerne mit Ihnen teilen möchte.
Kleidung und Kalorien passen nicht zusammen, oder etwa doch? Als Wolfgang Joop 1999 seine „Hectic Cuisine“ zwischen zwei Buchdeckel presste und damit quasi das erste Designer-Kochbuch auf dem Markt brachte, ließ mich das, im Gegensatz zu den vielen anderen Projekten des Multikreativen, völlig kalt. Die Nahrungszubereitung nach gedruckter Anleitung schien mir stets die Domäne eines großmütterlichen Frauentypus mit wilhelminischer Föhnfrisur zu sein.
Doch auch Modeschaffende müssen essen. Gleiches dachten sich auch Siems Luckwaldt und Matthias Hinz. Kochen, so die Überlegung der beiden Macher des Lifestyleblogs „Nahtlos“, sei eine ebenso sinnliche Disziplin wie das Entwerfen schöner Kleider. Die Idee eines Kochbuchs mit den Lieblingsrezepten deutscher Modemacher stand. Das Ergebnis nach neun Monaten Arbeit: „German Fashion Kitchen“ – ein 124 Seiten starker Band, der preisgibt, was bei 55 Designern, darunter Branchengrößen wie Michael Michalsky, Gabriele Strehle und Wolfgang Joop an schick Gebrutzeltem auf den Tisch kommt.
Das Ganze stimmungsvoll illustriert, übersichtlich gestaltet und ein Beweis, dass Fashion und Food einander nicht ausschließen. Der Erlös aus dem Verkauf jedes einzelnen Exemplars kommt vollständig dem Kinder- und Jugendhilfswerk „Die Arche“ e.V. zugute.
Die Firma Pantone mit Sitz im amerikanischen Carlstadt hat heute ihre Wahl der Farbe des Jahres bekannt gegeben. “Tangerine Tango” heißt der Farbton, ein lebhaftes Rot-Orange, den das Pantone Farbsystem künftig unter der Nummer 17-463 führt.
Begründet wird die Entscheidung von den Pantone-Farbexperten damit, dass die Farbe den nötigen Adrenalinschub liefere, den der Mensch braucht um den Herausforderungen des Alltags zu begegnen. Tangerine Tango sei zudem aufsehenerregend und aktuell sowohl in der Damen- als auch in der Herrenmode absolut angesagt. Auch im Bereich des Interior-Designs und auf dem Gebiet der dekorativen Kosmetik, sprich bei Lidschatten und Lippenstiften, sei dieser Farbton für die nächsten 12 Monate en vogue. Um die Farbe des Jahres zu bestimmen durchforstet Pantone die Welt nach neuen Farbeinflüssen. Als Inspirationsquelle dienen u.a. kommende Kinofilme, Sportveranstaltungen, technologische Innovationen, aufstrebende Künstler, Ausstellungen und populäre Reiseziele. Die Farbdesigner versuchen den Charakter all dieser Dinge und Ereignisse zu erfassen und in Farbe zu übersetzen. Sticht eine Farbrichtung dabei besonders hervor, beispielsweise warme Töne, destilliert man aus diesem Spektrum schließlich den Farbton, der den aktuellen Zeitgeist in farbpsychologischer Hinsicht am ehesten entspricht. Heißt das nun, dass wir im nächsten Jahr alle Tango tanzen werden? Schaun’ mer mal!
Traurig liegst Du nun am Boden. Fallengelassen im Zank zweier Mädels, die an deinem rechten und linken Ärmel zerrten und schließlich, mit Blick auf den abgefallenen Knopf, von Dir abließen. Verloren blickt ein Teil des zerbrochenen Plastikbügels, der dich vor der Ladenöffnung noch so stolz auf der Stange hielt, aus deinem Halsloch hervor. Ach Du liebes Samtjäckchen, welchen Wert hast Du noch in dem Moment in dem die erste Euphorie um deine Existenz verflogen ist?
Wird man dich nach Ladenschluss auflesen und vom Schmutz der Fußtritte befreien? Wird man dich auf einem neuen Kleiderbügel den Kunden des zweiten Verkaufstages präsentieren oder Dir stattdessen die “sofortige Entsorgung” verordnen. Du hoffst auf eine Sonderbehandlung, denn dein Etikett trägt einen großen Namen. Versace steht darauf, jeder kann es lesen, genau wie den Zusatz “for H&M”!
Dein Wert basiert nicht auf deiner Verarbeitung, deiner Passform oder gar dem Stoff aus dem Du geschaffen wurdest sondern bemisst sich allein anhand der Nachfrage nach Dir. Gleiches gilt auch für deine Schwestern namens Rock, Hose, Kleid und Mantel. Dein Erzeuger, ein Schwede hat Millionen in die Kreativität einer Italienerin investiert, um dich und deine Cousinen namens Gürtel, Kette und Armband für kaufkräftige Frauen und Männer attraktiv zu machen. Werbespots, Kampagnen, Fashionshows, Pressereisen, Preview-Booklets für Blogger und Modejournalisten, und Pre-Shopping Kooperationen- zugegeben, dass im Vorfeld deiner Einführung veranstaltete Brimborium ist beeindruckend, und leider oftmals besser als Du selbst.
Aber das interessiert diejenigen, die zwischen Mode und Bekleidung nicht unterscheiden nicht wirklich. Solange du nur deren Bedürfnis sich selbst durch einen illustren Namen aufzuwerten befriedigst. Ob du mit deinem Leopardenmuster und Fotoprint wohl auch labellos Anerkennung finden würdest? Die, die das modische Angebot auf HSE oder QVC schätzen, werden dich mit Stolz bei Tageslicht auf den Fußgängerzonen dieses Landes spazieren führen und am Abend, beschwert von deinem Samt, hoffen genauso verführerisch und sexy zu wirken wie Sasha Pivovarova, die dich im Vorfeld auf so coole Art und Weise beworben hat. Das alles ist dir natürlich Wurscht, du bist ja nur ein für den Winter viel zu kurz geschnittenes Samtjäckchen, das geduldig auf seine Kundschaft wartet. Du bist ein Produkt von Dönerteller Versace!
Ganz und gar in die Geschichte der Marke Gucci eintauchen können Fans des italienischen Modehauses bei einem Besuch des im September neu eröffneten Gucci Museums in Florenz.
Die Ausstellung verspricht die Wurzeln, die Entwicklungsgeschichte und den kulturellen Einfluss des Luxuslabels zu beleuchten. Das Museumkonzept entspricht dem Zeitgeist und bietet weit mehr als die formelle Präsentation von schönen Exponaten inklusive Infotafeln.
Mit der zusätzlichen Einrichtung eines Cafés mit Internet-Zugang, einer exzellent sortierten Kunstbuchhandlung, eines Geschenkshops sowie dem Icon-Store, widerspricht das Gucci Museo dem Gedanken vom Museumsbesuch als eine staubtrockene Angelegenheit. Stattdessen kommt es dem Bedürfnis der Generation “Facebook-iPhone-Starbucks” nach Entertainment und deren Lust am Konsum entgegen.
Ein Streifzug durch die Hallen des 1337 errichteten “Palazzo della Mercanzia” erweist sich somit als kurzweilige Entdeckungsreise durch das Gucci-Archiv. Das Interior in Beige und Brauntönen setzt auf Understatement und Zeitlosigkeit und erinnert, welch’ Überraschung, an die Inneneinrichtung diverser Gucci Stores. Entwickelt hat dieses Konzept Frida Giannini. Seit 2006 fungiert die 39-jährige erfolgreich als Kreativdirektorin des Unternehmens. Von Beginn an ihrer Tätigkeit sei es ihr Wunschtraum gewesen, die Geschichte hinter den berühmten Entwürfen der Firma zu erzählen. Über diese können sich Interessierte nun auf drei Etagen und einer Fläche von über 1.700 Quadratmetern umfassend informieren. Darüber hinaus gibt es neben den Gucci-Artikeln ausgewählte Werke aus der Kunstsammlung des Gucci-Eigners Francois-Henri Pinault zu sehen. Mission, optisch wie inhaltlich, gelungen!
GUCCI MUSEO Piazza della Signora, 50122 Florenz, Italien
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, von 10.00 – 20.00 Uhr
Paris sagt Adieu! Loulou de la Falaise, Topmodel der späten Sixties und Seventies, Muse des Modemachers Yves Saint Laurent und Designerin, ist vergangenen Samstag an den Folgen einer schweren Krankheit im Alter von nur 63 Jahren in ihrem Landhaus in Boury-en-Vexin, circa 65 km von der französischen Hauptstadt entfernt, verstorben. Ihr Tod wurde durch die Pierre Bergé / Yves Saint Laurent Foundation bekannt gegeben, jedoch ohne Nennung der Todesursache. Gerüchten zufolge soll Loulou de la Falaise an Krebs erkrankt sein.
Es gibt nur wenige Frauen über deren exzeptionelle Schönheit und Ausstrahlung sich fast eine ganze Berufsbranche stets einig schien; über vier Jahrzehnte lang hielt Loulou de Falaise den Ruf einer Stilikone inne. Wer sie persönlich erlebte, glaubte sich in Gegenwart der idealtypischen Parisern: mondän, kultiviert, charmant und extrovertiert, feuerrote Lippen und schwarz kajalierte Augen. Dabei war Madame de la Falaise Engländerin! Lediglich ihr Akzent gab darüber Auskunft.
Geboren in Großbritannien unter dem Namen Louise Vava Lucia Henriette de la Falaise als Tochter des irischen Models Maxime Birley und des französischen Grafen Alain de la Falaise führte Loulou schon früh ein Tingel-Tangel Leben in den etwas besseren Kreisen. Schule war offenbar nicht ihr Ding. Der Legende nach flog Loulou als Jugendliche wegen “Aufmüpfigkeit” von insgesamt drei Privatschulen. Ihrer Kariere tat dies jedoch keinen Abbruch. Sowohl ihr Name als auch ihr Äußeres öffneten ihr Tür und Tor und so geschah es, dass sie, eines Tages auf Diana Vreeland traf. Die ehemalige Chefredakteurin der amerikanischen Vogue engagierte sie als Model und sicherte Loulou somit einen Platz in der Fashionszene. Daraufhin folgten eine Blitzehe mit dem britischen Aristokraten Desmond Fitzgerald sowie berufliche Zwischenstationen bei Modedesigner Roy Halston und dem in London ansässigen Modemagazin Queen.
Mit 19 Jahren lernte die drahtige Loulou de Falaise Modemacher Yves Saint Laurent in einer New Yorker Diskothek kennen. Beide wurden Freunde fürs Leben und sie, ab 1972, des Meisters Muse und Aushängeschild seines Unternehmens. Später betätigte sie sich als Designerin, gestaltete Hüte und Schmuck für Yves Saint Laurent, bevor sie sich 2003, mit ihrer eigenen Mode-und Accessoire Linie selbständig machte.
Loulou de la Falaise hinterlässt Mann und Tochter und die Erkenntnis, dass Stil nach einem überraschenden Element verlangt: “To have style, you have to strike a note of surprise: bring together unlikely elements, such as a country sweater with a diamond necklace or a tennis-striped pantsuit with a delicate pale-pink brooch.” Machen wir!
Anekdoten zum Leben der Loulou de Falaise enthält das Buch:
The Beautiful Fall: Lagerfeld, Saint Laurent and excess in 1970s Paris.
Nicht neu aber einmalig und daher immer wieder einen Besuch wert ist “House of Field”, das poppig-plüschige Ladenlokal von Sex and the City-Stylistin Patricia Field.
Nachtschwärmer mit einem Faible für schrille Partyoutfits werden hier schnell fündig. Mädels, denen der Mut zu neonpinken Latexkorsagen, Nippelhütchen und goldenen Spitzenleggings fehlt, empfiehlt sich ein Blick in die Schuhecke: glitzernde Plateaupumps in allen erdenklichen Farben, die nirgendwo sonst in der Stadt zu haben sind. Ausgefallen präsentiert sich auch das Angebot an Accessoires. Von der Gummiperücke, über billige Plastikarmbändchen und futuristische Jeremy Scott Sonnenbrillen, bis hin zum edlen 1.500 Dollar Kopfschmuck von Erickson Beamon bietet das Sortiment eine breite Auswahl an Gagesque anmutenden Artikeln für den extravaganten Auftritt.
Die Männerabteilung befindet sich im Untergeschoss, wenngleich die Mehrheit der hier einkaufenden männlichen Klientel auf die geschlechtsspezifische Unterteilung des Warensortiments pfeift und sich auch außerhalb der Umkleidekabinen, ganz ungeniert im Paillettenrock vor dem Spiegel begutachtet. Wer will, kann sich passend zur neuen Klamotte, im hauseigenen Friseursalon auch gleich noch die Haare färben lassen – zur Auswahl stehen Colorierungen in Blau, Gelb und Grün. Was sonst!?
Carine Roitfeld Video-Installation im Schaufenster von Barneys
Carine Roitfeld in einem Film von Mario Sorrenti
Es gibt Menschen, deren ganzes Selbstbewusstsein allein auf ihrer beruflichen Position und dem Unternehmen, für das sie arbeiten basiert. Menschen, die ohne ihren Job nichts darstellen, die gänzlich uninteressant werden, sobald ihre Visitenkarte an Gültigkeit verliert. Unsexy und langweilig! Und dann gibt es diejenigen, deren Glanz auch ein Jobverlust nichts anhaben kann, weil sie schon immer sie selbst waren. Zu ihnen zählt Carine Roitfeld.
Nach dem Madame “Smoky Eyes” im Dezember vergangenen Jahres ihren prestigeträchtigen Job als Chefredakteurin der französischen Vogue aufgab, oder aufgeben musste, hat sie nun endlich Zeit zumindest einem Teil, der an sie gerichteten Anfragen für diverse Projekte nachzukommen. Zwei davon hat sie bereits erfolgreich absolviert. Die Veröffentlichung ihres Buches “Irreverent”, -eine Ansammlung von Familien- und Celebrityfotos, Grußkarten befreundeter Designer und Abbildungen ihrer besten Stylings der letzten 30 Jahre- sowie die Zusammenarbeit mit dem New Yorker Nobelkaufhaus Barneys, das gerade die Carine Roitfeld -Wochen feiert. Der Modeparadies auf der Madison Avenue engagierte die juvenile 57-jährige als Style-Consultant für all seine, die aktuelle Herbst/Winter Saison betreffenden Aktionen. Dazu zählen so illustre Aufgaben wie die Gestaltung der Barneys Werbekampagne, in der Roitfeld selbst als Model agiert, des Hauskatalogs und der Schaufenster. Letztere zieren aktuell sogar ihren Namen und zeigen eine labortechnisch anmutende Installation aus verchromten Flatscreens, auf denen la Roitfeld in einem Film von Mario Sorrenti aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen ist und dem vorbeilaufenden Publikum von ihrem Leben erzählt.
Die Chose ist nicht wirklich weltbewegend, jedoch optisch sensationell umgesetzt und nicht zuletzt ein Riesenkompliment an Carine Roitfeld, deren Strahlkraft auch ohne Vogue, ungebrochen ist.
Carine Roitfeld, “Irreverent”, 368 Seiten, Verlag Rizzoli, $ 100,00 erhältlich ab 18. Oktober oder jetzt schon bei Barneys.
Es gibt Geschäfte in denen gibt es nichts, was es nicht woanders auch gäbe, und dennoch stehen Menschen Schlange vor deren Eingangstüren um auf Einlass zu warten – bei Regen wohlgemerkt!
Schlangen bis um die Ecke bei Abercrombie & Fitch an der 5th Avenue
So geschehen am Samstag auf der Fifth Avenue in New York. Vor dem Gebäude mit der Hausnummer 720 warten etwa 150 Kauflustige in Reih und Glied auf das Zeichen des Security-Mannes, endlich den Klamottentempel von Abercrombie & Fitch betreten zu dürfen.
“Silly”, “Stupid”, “Insane” murmeln vorbei drängende Passanten, die keinen plausiblen Grund sehen für den Kauf von Kleidung irgendwo anzustehen. Abercrombie+Fitch ist jene Marke deren College T-Shirts aufgrund homoerotischer Werbekampagnen zunächst bei Schwulen weltweit populär wurden und sich hierzulande, durch TV-Moderator Stefan Raab -der die Dinger fast täglich in seiner Sendung trug- ins Bewusstsein der Bevölkerung drängten. In fast jedem Land dieser Erde kann das Bekleidungsunternehmen aus Ohio einen freiwilligen prominenten Werbeträger vorweisen; in Spanien zum Beispiel Fußballstar Gerard Piqué, in England David Beckham und Robbie Williams. Paparazziaufnahmen, auf denen die Berühmten in A&F gekleidet zu sehen sind, schüren die Bekanntheit und Begehrlichkeit der Marke. Interessant scheint immer nur das, was man nicht sofort haben kann. Das wissen auch die Marketingleute von Abercrombie+Fitch und bemühen sich ihre Massenware möglichst exklusiv wirken zu lassen.
Angesichts eines Verkaufskonzepts bei dem weder Tageslicht noch sonstige äußere Umwelteinflüsse in die Läden dringen können, deren Sortiment bei diffuser Beleuchtung kaum zu erkennen und das Anprobieren bei lärmender Musikbeschallung nicht wirklich zu genießen ist, darf man getrost davon ausgehen, dass auch die Warteschlangen eher künstlich erzeugt statt wirklich notwendig sind.
Bier-Erbin Daphne Guinness hat Stil. Einen ganz außergewöhnlichen sogar. So außergewöhnlich, dass das “Museum at FIT in New York” den herausragendsten Stücken ihrer Kleider- und Schuhsammlung gegenwärtig eine eigene Ausstellung widmet.
Unterteilt in sechs Themenbereiche, die die wesentlichen Stilrichtungen der britischen Modeikone umfassen; Dandyism, Armor, Chic, Evening Chic, Exoticism und Sparkle. Besucher begeben sich somit auf eine Reise durch Mrs. Guinness beeindruckende Privatgarderobe. Zu sehen gibt es u.a. strenge weiße Blusen in Kombination mit enganliegenden schwarzen Blazern, Ganzkörperanzüge aus Leder oder aufwendig bestickter Spitze sowie allerlei glitzernde Extravaganzen.
Die Mehrzahl der Stücke stammt von Alexander McQueen, gefolgt von Entwürfen der Modehäuser Chanel, Dolce & Gabbana, Valentino, Alaia, Dior, Givenchy und Lacroix. Auffällig: Mrs. Guinness Vorliebe für absatzlose Plattformschuhe, die ebenfalls in verschiedenen Ausführungen gezeigt werden. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf hier der Schmuck, welcher jeden ihrer Looks erst perfekt macht, zu dem es aber leider keine Informationstafeln gibt, dabei wären auch die pompösen Ringe, Ketten, Broschen und Armbänder definitiv eine Solo-Show wert.
Schuhe von Noritaka Tatehana
Erfreulicherweise verzichteten die Ausstellungsmacher auf langatmige und gezwungene kunsthistorische Kontextualisierungen und bieten stattdessen kurze und auf den Punkt gebrachte Erörterungen zu den Exponaten. Die 43-jährige Guinness begreift Mode natürlich nicht als Statussymbol, vielmehr ist Mode für sie Kunst. Angesichts der ausgestellten Couture-Teile eine absolut nachvollziehbare Sichtweise, denn mit dem Plunder der auf gewöhnlichen Einkaufsstraßen feilgeboten wird, haben Guinness’ textile Schätze nichts gemein. Was die Frage aufwirft, ob guter Stil, nicht doch etwas mit Geld zu tun hat!?
“Daphne Guinness” – Museum at FIT, New York
noch bis zum 07. Januar 2012
HYPE MAGAZINE – THE FALL ISSUE ist ab heute bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel sowie bei ausgewählten Pressehändlern erhältlich.
Getreu der Heftphilosophie “nicht nur content sondern auch context” bietet die Herbst-Ausgabe des HYPE MAGAZINE neben erstklassigen und unkonventionellen Modestrecken, wie bspw. mit Deutschlands prominentesten Vierbeiner, Mops Sir Henry, auch wieder zahlreiche Interviews mit interessanten Persönlichkeiten. Zu Wort kommen diesmal u.a. Couture-Client James Goldstein aus Beverly Hills, Parfum-Legende Serge Lutens und New Yorks Partyqueen Susanne Bartsch.
Mit seiner vierten Ausgabe feiert HYPE MAGAZINE zugleich sein einjähriges Bestehen. Als verlagsunabhängige Publikation im Segment der Mode- und Lifestylemagazine hat sich HYPE mit seinem Konzept eine treue Fanbase geschaffen und bedankt sich an dieser Stelle bei allen Beteiligten, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.
Männer haben keinen Spaß an Pflege und reinigen ihre Haut allenfalls mit Wasser und Kernseife? Klischee von gestern! Männer haben lediglich keinen Spaß sich beim Kauf ihrer Gesichtscreme von tütteligen Verkäuferinnen vollschwatzen zu lassen. Was im regulären Drogeriemarkt auch nie geschieht, ist in Parfümerien mit einem höherwertigen Markenangebot jedoch keine Seltenheit. Nach Auffassung der meisten Herren sollte ein Einkauf allerdings schnell und unkompliziert von statten gehen und natürlich ohne große Worte.
Genau diesem Bedürfnis kommt der Glossybox Service der Beauty-Trend GmbH aus Berlin entgegen. Viermal im Jahr schickt das Unternehmen gegen eine geringfügige Gebühr seinen Kunden ein Paket mit Pflegprodukten namhafter Kosmetikhersteller zu. Die ausgewählten Artikel werden dabei auf der Basis eines Kundenprofils individuell auf die Bedürfnisse des Abonnenten abgestimmt.
Der Inhalt des stylishen grauen Kartons, offenbart seinem Empfänger mindestens sechs Testmuster führender sowie angesagter Nischenmarken. Vom Shampoo über das Duschgel bis hin zu Rasierschaum, Handcreme sowie Augen- und Gesichtscreme ist alles dabei was Mann so braucht. Aufgrund der Mustergößen erweisen sich die Fläschchen, Tuben und Tiegel zudem als idealer Reisebegleiter. Tolle Sache. Einfach mal ausprobieren, Jungs!
In sieben Tagen, am 23. September, beginnt er, der kalendarische Herbst. In München zeigte er sich sich bereits in der ersten Hälfte des heutigen Tages mit heftigen Regenschauern. Da hätte man die Gummistiefel der französischen und zum LVMH Konzern gehörenden Champagnermarke Veuve Cliquot gerne zur Hand gehabt.
Da sich die Regentage innerhalb der nächsten Wochen naturgemäß jedoch häufen werden, bieten sich somit noch zahlreiche, weitere Gelegenheiten die “Wattpuschen” spazieren zu führen.
Die Clicquot Boots mit den dekorativ aufgedruckten Schnallen gibt es in den Veuve Clicquot Boutiquen im Oberpollinger in München und im Alsterhaus in Hamburg! Preis: 89 €
Auch Starfotograf Terry Richardson (re.) besuchte dieses Jahr die Berlin Fashion Week
Eine Dokumentation der Berliner Modewoche in Bildern, ungeschönt und gerade deshalb so sehenswert, bieten Fotograf Marc Schuhmann und Art-Director Joern Toellner mit ihrem Phototagebuch. Den Blick hinter die Kulissen gewähren Szenen aus den Backstageareas, von den Anproben und Model-Castings aber auch aus den Ateliers der Kreativen.
Eindrücke gibt es in Ausgabe #3 aus dem Umfeld der jungen Modeschaffenden wie Perret Schaad, Lala Berlin und Vladimir Karaleev. Gespickt mit Kommentaren, Randnotizen und Essays beabsichtigt “The Photodiary” trotz subjektiver Bildauswahl eine authentische Wiedergabe der Ereignisse rund um das Modespektakel der deutschen Hauptstadt zu liefern, schließlich verstehen Schuhmann und Toellner ihr Werk nicht etwa als werbendes Lookbook sondern ganz klar als eine Art Tagebuch. Dessen Inhalt teilen Sie im Gegensatz zum klassischen Tagebuchschreiber allerdings mit bis zu 400 Interessierten, denn größer ist die Auflage ihrer absichtlich schlicht gestalteten , fadengehefteten und in Velours gebunden Publikation nicht. Ihr Realitätsanspruch manifestiert sich auch im Verzicht auf die Nachbearbeitung ihrer Bilder, diese übrigens allesamt mit analogen Suchkameras statt digitaler high-tech Gerätschaften aufgenommen werden.
Mit dieser Arbeitsweise stellen sich die beiden Macher bewusst gegen die digitale Bilderschwemme, die der Siegeszug des Internets mit sich gebracht hat und bei der man Bilder so schnell vergisst, wie man sie angeklickt hat. Diese Haltung und das mit ihr verknüpfte Resultat, The Photodiary, wurden so dann auch im Juli dieses Jahres mit dem Red Dot Design Award in der Kategorie “communication design” ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!
Unterwäsche ist nicht gleich Unterwäsche, und was die Werbekampagnen für das Untendrunter anbelangt so liegen bei deren Umsetzung in Bezug auf Niveau und Kreativität oftmals Welten.
Warum gerade die Franzosen, dieses in Deutschland nahezu stiefkindlich behandelte Segment der Textilbranche, immer wieder geschmackvoll und mit Allure zu inszenieren wissen, bleibt mir ein Rätsel, doch die Bilder der neuen Unterwäschekollektion aus dem Hause John Galliano bestätigen mal wieder die Kompetenz der Franzosen in Sachen feinsinniger Erotik. Während deutsche Wäschehersteller dem Verbraucher Feinripp werbetechnisch gerne als biedere “Hausmannskost” servieren, lässt die zur LVMH-Gruppe gehörende Marke Galliano für kommenden Winter Schlüpfer und Büstenhalter tanzen und bietet seinen potentiellen Kunden damit ein optisch ansprechendes Pas de Deux.
Winter-Tristesse ade! Wer sagt, dass bunt nicht auch ganz souverän wirken kann? Die “DV One” ist der Klassiker unter den Uhren der Marke Versace. Ursprünglich im Jahr 2005 mit einem Gehäuse und Band aus Keramik in Schwarz und Weiß eingeführt, gibt es das Modell mittlerweile in zahlreichen Varianten. Für den kommenden Winter gesellt sich eine besonders attraktive hinzu. Die “DV One Cruise” präsentiert sich sportlich im unkonventionellen Materialmix aus Gummi, Keramik, Aluminium und Emaille in den Farben Blau, Lila, Schwarz und Rot – also passend zur Herbst / Winter Damen-Kollektion des italienischen Luxuslabels. Doch auch an Männerhandgelenken ist der Zeitmesser ein Blickfang! Die Auflage ist auf 99 Stück limitiert!
Erhältlich in Versace Stores ab Ende September.
(Preis auf Anfrage)