Unterwäsche ist nicht gleich Unterwäsche, und was die Werbekampagnen für das Untendrunter anbelangt so liegen bei deren Umsetzung in Bezug auf Niveau und Kreativität oftmals Welten.
Warum gerade die Franzosen, dieses in Deutschland nahezu stiefkindlich behandelte Segment der Textilbranche, immer wieder geschmackvoll und mit Allure zu inszenieren wissen, bleibt mir ein Rätsel, doch die Bilder der neuen Unterwäschekollektion aus dem Hause John Galliano bestätigen mal wieder die Kompetenz der Franzosen in Sachen feinsinniger Erotik. Während deutsche Wäschehersteller dem Verbraucher Feinripp werbetechnisch gerne als biedere “Hausmannskost” servieren, lässt die zur LVMH-Gruppe gehörende Marke Galliano für kommenden Winter Schlüpfer und Büstenhalter tanzen und bietet seinen potentiellen Kunden damit ein optisch ansprechendes Pas de Deux.
Winter-Tristesse ade! Wer sagt, dass bunt nicht auch ganz souverän wirken kann? Die “DV One” ist der Klassiker unter den Uhren der Marke Versace. Ursprünglich im Jahr 2005 mit einem Gehäuse und Band aus Keramik in Schwarz und Weiß eingeführt, gibt es das Modell mittlerweile in zahlreichen Varianten. Für den kommenden Winter gesellt sich eine besonders attraktive hinzu. Die “DV One Cruise” präsentiert sich sportlich im unkonventionellen Materialmix aus Gummi, Keramik, Aluminium und Emaille in den Farben Blau, Lila, Schwarz und Rot – also passend zur Herbst / Winter Damen-Kollektion des italienischen Luxuslabels. Doch auch an Männerhandgelenken ist der Zeitmesser ein Blickfang! Die Auflage ist auf 99 Stück limitiert!
Erhältlich in Versace Stores ab Ende September.
(Preis auf Anfrage)
Quirlig und urban sind Eigenschaften, die den DSquared²-Machern Dan und Dean Caten sowie der Automarke Mini Cooper gleichermaßen zugeschrieben werden. Naheliegend also, beide Parteien zwecks einer kreativen Kollaboration zusammenzuführen. Bereits im Mai dieses Jahres präsentierten die Zwillingsbrüder anlässlich des Lifeballs 2011, ein von ihnen auf “canadian-style” getuntes Modell des zur BMW-Gruppe gehörenden Automobils, welches später versteigert wurde. Der Erlös kam nationalen und internationalen Aids-Hilfsprojekten zugute.
Da die BMW-Group nach eigenen Angaben den Kampf gegen HIV und AIDS zu einem der Schwerpunkte ihres gesellschaftlichen und sozialen Engagements erhoben hat, geht das Sammeln von Geldern über repräsentative Events, wie der seit 2001 bestehenden Kooperation mit Europas größten AIDS Charity Event, dem Life Ball, hinaus.
So präsentiert MINI nun gemeinsam mit dem Designer-Duo das sogenannte “Red Mudder Foulard”. Ein Halstuch in streng limitierter Auflage, dass ab dem 16. September im MINI Onlineshop für 50 Euro erhältlich ist. Darauf zu sehen, eine Zeichnung des von den DSquared² gestylten MINI Coopers S sowie die Caten-Brüder selbst, als Waschbären getarnt. Geliefert wird das gute Stück in einer schwarzen Box mit DSquared² und MINI Logo.
Ein Teilerlös der Einnahmen erhält “AIDS Life”, der gemeinnützige Verein hinter dem Life Ball. Beeilung ist angesagt, denn die ersten Exemplare gingen bereits während der Vogue Fashion’s Night Out vergangene Woche in Mailand über den Ladentisch.
(all images related to this article by bmwgroup.com via Krauts PR)
Was die Schweden können, können wir Amerikaner schon lange, sagten sich die Marketingexperten der Kaufhauskette Target aus Minnesota und bemühten sich um eine Kooperation mit dem italienischen Strickwarenhersteller Missoni.
Das Resultat ist eine Kollektion riesigen Ausmaßes, die nicht nur Kleidungstücke sondern auch ein umfangreiches Angebot an Home-Accessoires beinhaltet. Vom Bettvorleger, über Bilderahmen bis hin zu Kissen und Geschirr bietet Target seinen Kunden nun die Möglichkeit ihr Eigenheim komplett im Missoni Look zu dekorieren, das Ganze zu einem Bruchteil der Preise, die man für die regulären Heimtextilien und Deko-Objekte Missonis zahlen muss. Wer also nicht allzu viel Wert auf erstklassige Qualität legt und sich mit dem bunten Wirrwarr anfreunden kann, wird mit den Erzeugnissen dieser Designkollaboration bestens bedient. Jedes der rund 400 Einzelteile umfassenden Kollektion wurde mit dem charakteristischen ZigZag- und Strudelmuster des Modehauses versehen.
Das Projekt scheint allerdings eher auf eine weibliche Klientel abzuzielen, denn mehr als eine biedere Strickjacke à la Onkel Karl-Heinz, Krawatten, Socken und ein paar albernen Strickaccessoires, sprich Bommelmützen, wird Männern hier nicht geboten.
Ein nettes Mitbringsel sind vor allem die Produkte aus dem Bereich der Schreibwaren; Bleistifte, Notizbücher und Sammelmappen, die sogar schon ab 3 US-Dollar zu haben sind! Wer es ein wenig origineller mag, der sichert sich einfach das schicke Damenfahrrad mit Pedalen in Holzoptik.
Missoni for Target
Verkaufsstart: Dienstag, der 13. September bis 22. Oktober 2011
Rick Genet und Andrej Pejic für Ausländer Fashion, Brazil
Wie es ausschaut wenn zwei Models “of the moment” auf einem Bild zusammen agieren, zeigt die aktuelle Werbekampagne des brasilianischen Modelabels Ausländer, inszeniert von dem New Yorker Fotografen Marcelo Krasilcic. Frau-Mann-Mann-Frau-Beauty Andrej Pejic und Tattoo-Extremist Rick Genest präsentieren gemeinsam die aktuelle Sommerkollektion 2011 der in Rio de Janeiro ansässigen Firma die gerne in Europa expandieren würde. Hier unterhält das Unternehmen bislang zwei Stores, einen in Paris und einen weiteren in Madrid. Die Aufmerksamkeit ist der Modemarke dieser Tage aufgrund ihres eingekauften Model-Doppels sicher, sind die Bilder doch definitiv ein Blickfang. Ob das jedoch genügt, um den Konsumenten zum Kauf ihrer Klamotten zu bewegen?
Nackt vor der Kamera posieren? Für Lady Gaga überhaupt kein Problem, wie die jüngst in der Blogosphäre aufgetauchten Polaroids mit dem Superstar unter Beweis stellen. Bei den Aufnahmen soll es sich um Testbilder handeln, die im Jahre 2009 während eines Photoshootings mit Nobuyoshi Araki für die japanische Ausgabe der Zeitschrift Vogue Hommes, entstanden sind. Faszinierend daran ist, wie es Mrs. Gaga aufgrund ihrer überlebensgroßen Persönlichkeit gelingt auch gefesselt und barbusig, noch souverän zu erscheinen. Nicht die Situation beherrscht sie, sondern sie beherrscht die Sitution. Wieviele Damen könnten das, in einer solchen Art und Weise abeglichtet, schon von sich behaupten?
Toleranz – ein großes Wort! Von prominenten Zeitgenossen vor laufenden Kameras wie auch von Ottonormalbürgern im Arbeitsumfeld und Freundeskreis stets befürwortet, privat jedoch nicht immer gelebt wie nach außen kommuniziert, stellt sich bei diesem Begriff die Frage was er, frei von jeglicher Kontextualisierung, überhaupt bedeutet.
Laut Duden ist damit eine gewisse Duldsamkeit gemeint. Doch gegenüber wem oder was?
Die Forderung nach mehr “Tolerance” bildete auch das Motto der im Juli dieses Jahres im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentierten Stylenite des Modemachers Michael Michalsky.
Angestachelt von der Aussage unserer Bundeskanzlerin Merkel “Multikulti habe versagt” -in welchem Zusammenhang Frau Merkel diese Worte von sich gegeben hat bleibt in der jüngst von der Firma Michalsky versandten Pressemitteilung unerwähnt- weist des Designers vorgestellte Kollektion für Sommer 2012 dann auch zahlreiche Stilelemente aus aller Herren Länder auf. Ob Michalsky seine Kollektion wohl als eine Art Widerspruch einer sich gegen soziale Missstände auflehnenden Künstlerseele verstanden wissen möchte?
Zumindest will ab dem 25. August eine Ausstellung mit dem Namen “Remember Tolerance” in der renommierten Berliner Galerie Contributed diese Kollektion aus einem erweiterten Blickwinkel dem Publikum nahebringen und zeigt in Form von Fotografien und Videos das” Making-of” ihrer Präsentation.
Der Pressetext kündigt dies unter anderem wie folgt an: ” Bilder vom Fitting und Casting der Models, von den Vorbereitungen Backstage, den Momenten des Wartens, zeigen eine konzentrierte, aber auch poetische Welt. Sie vermitteln eine emotionale Nähe, deren Energie sich anschließend auf dem Catwalk entlädt”.
Vier Tage lang wurde das Michalsky Team hierbei von dem Fotografen Martin Diepold begleitet, dessen Bilder tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Stylenite versprechen. Gleiches gilt auch für die schwarz-weiß Aufnahmen der beauftragten Porträtfotografin Dorothea Tuch und das Video des Filmemachers Peter Grosslaub, der “Gäste und Beteiligte”, darum bat “mit ihren Händen ein „M“ darzustellen, in der Absicht, “so eine Interaktion mit dem Modedesigner” zu schaffen. Zwar wundert es schon ein wenig, dass es sich bei den so genannten Gästen und Beteiligten ausschließlich um Models und Prominente handelt, die da ihre Finger verbiegen und weniger um Minderheiten, die an für sich ein wenig mehr Aufmerksamkeit bedürfen als die einem branchenspezifischen Ideal entsprechenden Laufstegschönheiten – doch es ist nunmal das Los der Fashionbranche sich mit Oberflächen zu beschäftigen, Tiefgreifendes liegt ihr einfach nicht.
Trotzdem wüsste ich gerne, was die Formung der Hände zu dem Buchstaben “M” mit Toleranz zu hat obwohl das Wort Toleranz doch gar kein M beinhaltet und mit einem T beginnt. Sollte es sich bei dem Clip doch eher um eine Hommage an Michalsky handeln als um ein Plädoyer für mehr Toleranz?
Der den Trailer begleitenden Text auf der Videoseite “vimeo” lässt gar keinen anderen Rückschluss zu. Seine Zeilen bescheinigen dem Modemacher unglaubliche Kreativität, Erfolg und “wirkliche” Schönheit. Toleranz heißt natürlich auch, jedem sein Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewähren.
Immerhin, eine Annäherung auf Textebene soll der Lyriker, Dramatiker und Magazinmacher Johannes Finke bieten. Zu diesem Zwecke wird er seine “subtil, ironisch, provokanten” Sätze mittels Projektor über die Wände der Galerie jagen und damit die Regeln der Mode, Gesellschaft und Politik hinterfragen. Hoffentlich bleibt den Ausstellungsbesuchern genügend Zeit zur Reflektion, so endetdie Pressemeldung schließlich mit dem Hinweis: “Natürlich wird auch das komplette Video der MICHALSKY Fashion-Show zu sehen sein.” Ja, natürlich!
All denjenigen, deren Modedurst stärker ist als ihr Weltverbesserungsdrang, können wir die Ausstellung “Remember Tolerance” dennoch guten Gewissens empfehlen.
“Remember Tolerance”, ab dem 25.08.2011, Di – Fr 14 bis 19 Uhr, Sa 12-16 Uhr
Galerie Contributed
Strausberger Platz 16
10243 Berlin
Was auf den ersten Blick ausschaut wie das Sprechzimmer einer Arztpraxis Mitte der 80er Jahre, ist in Wirklichkeit das Büro, der schon 1946 verstorbenen Modeschöpferin Jeanne Lanvin.
Umgeben von Möbeln des Architekten Eugène Printz, klebte die Modeschöpferin in diesem Raum über viele Jahre hinweg sorgsam Modezeichnungen, Bilder und Stoffproben in ihre ledergebundenen Skizzenbücher ein. Wer sich einen persönlichen Eindruck von der Arbeitsatmosphäre im Lanvin Firmenstammsitz an der Pariser Rue Faubourg Saint Honoré verschaffen möchte, dem bietet das Modehaus über ein Online-Quiz, aktuell die Möglichkeit dazu. Das Ganze erfordert minimales Hintergrundwissen zur Firmengeschichte Lanvins und die korrekte Beantwortung von vier Fragen auf der Lanvin-Website. Unter alle erfolgreichen Teilnehmern wird Lanvin einen Gewinner auslosen. Dieser darf dann samt einer Begleitperson zwischen dem 17. und 18. September anlässlich der “European Heritage Days” ein bisschen Modegeschichte schnuppern. Wer in diesem Falle nicht zu den Glücklichen gehört, aber dennoch ein Blick in Lanvins Studio werfen möchte, kann hierzu an besagtem September -Wochenende die öffentlichen Führungen nutzen. Pro Hausbesichtigung sind bis zu 8 Personen zugelassen.
Es gilt früh zu kommen und sich in die Warteschlange einreihen.
Führungen finden sowohl am Samstag als auch Sonntag, jeweils um 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16:00 Uhr statt!
Die European Heritage Days werden seit 1991 jeweils einmal im Jahr im Monat September in zahlreichen europäischen Ländern veranstaltet. Historische Gebäude, die für gewöhnlich nicht öffentlich zugänglich sind, öffnen während dieser Zeit ihre Türen für das Publikum. Ziel und Zweck dieser Veranstaltung ist die Vermittlung von Kunst und Kultur sowie der kulturelle Austausch zwischen Land und Bürger.
Ein neuer Bildband von Louis Vuitton mit dem schlichten Titel Architecture & Interiors widmet sich auf 304 Seiten den Ladeneinrichtungen und Außenfassaden ausgesuchter Louis Vuitton Shops rund um den Erdball. Stores, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Gestaltung, aus den mittlerweile fast 500 Filialen der Luxusmarke hervorstechen, wie bspw. die von Stararchitekt Peter Marino getunte Dependance in London, werden hier mittels zahlreicher Nahaufnahmen en Detail präsentiert.
Die Publikation erscheint im Rizzoli Verlag und ist in einer regulären sowie in einer limitierten Ausführung erhältlich. Letztere kommt in einem Schuber mit Monogrammprägung, wahlweise in Gold, Silber oder Kupfer.
Klaus Wowereit & HYPE Chefredakteur Sven Barthel photo: Markus Nass
Politik und Mode haben nicht viel miteinander gemein und dennoch können sich auch die Volksvertreter der Kleiderfrage nicht entziehen.
Jeden Morgen aufs Neue müssen auch sie sich überlegen, was sie für den bevorstehenden Tag anziehen werden. Schließlich kann Niemand von ihnen im Adamskostüm an das Rednerpult im Bundestag treten. Obwohl man davon ausgehen kann, dass die Mächtigen des Landes wissen, welch starken Einfluss das Gewand eines Menschen auf dessen Außenwirkung hat, scheinen sie diesem Thema keine große Bedeutung beizumessen. Oder etwa doch? Wir trafen Berlins regierenden Bürgermeister und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD, Klaus Wowereit, vergangene Woche während der Fashion Week in der Mercedes Benz Presselounge. Der Spitzenpolitiker im lockeren Gespräch mit HYPE über Mode und andere Nebensächlichkeiten.
Herr Wowereit, wie wichtig ist die Fashion Week für die Stadt Berlin Ihrer Meinung nach?
Es ist objektiv eine ganz wichtige Veranstaltung; in Kombination mit der Premium und der Bread&Butter ist dies die Gelegenheit auf einer großen modischen Bandbreite Berlin zu positionieren. Vor allem kann man den Designern hier eine Chance geben, ihre Mode zu präsentieren und dies läuft in meinen Augen ganz ausgezeichnet.
Haben Sie denn auch die Bread & Butter schon einmal selbst besucht?
Ja, natürlich. Ich war zur Eröffnungsparty und bin heute auch zur offiziellen Eröffnung da. Morgen werde ich mir noch die Premium und einige weitere Shows ansehen.
Welche Rolle spielt Mode für Sie persönlich? Machen Sie sich überhaupt Gedanken zu diesem Thema?
Ich finde Mode gehört zu unserem Alltag und bestimmt auch unser Leben. Mode ist mehr als nur Haute Couture, jeder achtet schließlich darauf, was er anzieht. Es gibt Mode und damit verbundene Kulturen, es gibt Uniformen in jeder Generation und jedem Business. Diese unterscheiden sich, wodurch der eine oder andere mehr experimentieren kann; muss man etwas formeller auftreten, ist der Anzug natürlich Pflicht und nur die Krawatte eventuell das Experiment, aber ansonsten ist ja in der Freizeit eine freie Gestaltung möglich.
Daraus könnte man ableiten: Wenn Sie Ihre Ämter nicht bekleideten, würden Sie das Sakko vielleicht auch einmal ablegen?
Naja, ich trage sehr gerne Sakko, ich find’s auch in Kombination zu Jeans gut, aber klar, bei einem solch sonnigen Wetter wie jetzt würde ich auch lieber in Shorts und T-Shirt herumlaufen anstelle des Anzugs.
Gibt es persönliche Präferenzen, was Labels und Designer angeht? Welche Schauen besuchen Sie besonders gern?
Boss, ganz klar, weil ich es selbst seit Jahren schon trage und natürlich sehe ich mir noch die Michalsky Show an, aber ich freue mich jetzt auch auf die P&C-Nachwuchsdesigner.
Könnten Sie ganz spontan eine Verbindung zwischen Mode und Politik herstellen?
Politik gibt einen Rahmen für Mode, insoweit handelt es sich in diesem Fall um eine Frage der Infrastruktur. Ansonsten ist die Politik eher nicht besonders Mode-auffällig (lacht).
Was war Ihr größter Fashion-FauxPas? Würden Sie einen solchen mit uns teilen?
Ich hatte mal zwei verschiedene Schuhe an. Manchmal ist sowas ja im Trend, aber in diesem Fall war es unabsichtlich und es ist tatsächlich einem Fotografen aufgefallen. Die waren zwar sehr bequem, weswegen ich das gar nicht gemerkt habe, aber es war sehr amüsant. Das sind so Geschichten, über die man im Nachhinein ganz wunderbar lachen kann.
Ihr größter Fehlkauf?
Das weiß ich nicht mehr. So etwas begeht man ja besonders in jungen Jahren, dass man etwas toll findet und es dann beim nochmaligen Anziehen zu Hause nicht mehr für so überzeugend hält, woraufhin es dann doch im Schrank hängen bleibt. Ein besonders bewusster Fehlkauf ist mir nicht in Erinnerung geblieben.
Gibt es denn ein Lieblingsteil in Ihrem Kleiderschrank?
Ja, beispielsweise eine Pepe-Jeans, die ich seit Jahren schon habe, die habe auch gestern wieder getragen. In der fühle ich mich wohl und sie hat auch einige kleine Details, die einfach auffallen. Aus meiner Jugendzeit habe ich eigentlich keine besonderen Erinnerungsstücke, an denen ich hänge oder von denen ich mich keinesfalls würde trennen wollen.
Können Sie überhaupt noch entspannt einkaufen gehen?
Zwar nicht unerkannt, aber doch durchaus entspannt. Das geht auch in Berlin. Gelegentlich kommen zwar Interviewanfragen oder Autogrammwünsche auf mich zu, die Leute gucken auch meist interessiert auf das, was man kauft. Damit gehe ich aber ganz entspannt um.
Haben Sie noch Erinnerung an die erste Fashion Week 2007? Waren Sie da auch zugegen?
Da war ich natürlich auch. Damals war das Brandenburger Tor noch integriert. Diese Lösung hier und heute finde ich allerding deutlich besser!
Lizzy & Georgia May Jagger front row at HUGO SS 2012
Nach einem fünftägigen Modemarathon endete vergangen Samstagabend die neunte Auflage der Berlin Fashion Week mit einer Show des belgischen Labels A.F. Vandevorst. Was bleibt nach 21 besuchten Schauen sowie zahlreichen Nebenveranstaltungen, Ausstellungen und Parties?
Glaubt man den Aussagen des Veranstalters IMG so war die Modewoche -wieder einmal- ein voller Erfolg. Noch nie seien die Besucherzahlen so hoch gewesen. Auch Michalsky bejubelt die Zahl der Gäste seines Mode-Events, ca. 1.500 Geladene, sowie die Zahl der derjenigen, die seine Stylenite via Livestream im Internet verfolgten, und informiert darüber per Newsletter.
Wunderbar, dass die Fashion Week ein Publikum hat und wunderbar auch, dass die Zahl der Interessierten von Saison zu Saison wächst, doch Masse allein ist natürlich kein Garant für Qualität. Wer sind all die vor dem Zelt herumschleichenden Leute, denen zu manch schwacher Stunde, bspw. Samstagsvormittags, schon mal ein Ticket geschenkt wird, um die Sitzreihen zu beiden Seiten des Laufsteges zu füllen?
Die Antwort auf die Frage wer präsentiert hier was, wem und warum bleibt an vielen Stellen der Berliner Modewoche diffus. Insbesondere die Kollektionen einiger Berliner Designer kranken an einer Konformität, als hätten sie diese in Gemeinschaftsarbeit erstellt. Es herrscht ein unübersehbarer Mangel an Richtungsweisendem. Braucht es für unifarbene Cashmere-Pullis, einfache Bundfaltenhosen, schmucklose Trägertops und schlichte Sommerkleidchen wirklich eine Laufsteg-Präsentation?
Hartgesottene Anhänger der Berlin Fashion Week mahnen, dass Modegeschehen der deutschen Hauptstadt nicht mit dem Treiben der anderen europäischen Modemetropolen zu vergleichen. Eine fragwürdige Regel, die die Mahnenden zumeist nur mit einem naiven “Berlin ist nun einmal Berlin und nicht Paris” zu rechtfertigen wissen. Dabei ist der Vergleich mit dem Vergleichbaren doch ohnehin ein Automatismus in den Köpfen der Menschen, der sich nicht abstellen lässt. An wem soll sich die Berlin Fashion Week denn bitteschön sonst messen lassen, wenn nicht an ihrer italienischen, französischen, britischen oder amerikanischen Schwester?
Sich aus Angst vor einer schlechten Beurteilung dem Vergleich mit der Konkurrenz entziehen zu wollen ist feige. Die Augen zu verschließen und so zu tun als gäbe es London, Mailand und New York nicht, ist unsouverän. Natürlich, eine Fashion Week muss wachsen dürfen. Hier ist neben Selbstbewusstsein vor allem auch Selbstkritik ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zum Ziel. Das Verharren in alten Gewohnheiten, gleich einem trotzigen Kind, führt langfristig zur Stagnation. Berlin braucht mehr Glamour, bessere Models und auch stärkere Kollektionen. Um Letzteres zu gewährleisten, wäre eine strenge Selektion bei der Zulassung von Designern durch ein Komitee aus sachkundigen Mode- und Medienschaffenden hilfreich.
Kollektionen mit internationaler Handschrift wie die von Rena Lange, professionelle Shows nach dem Vorbild von Hugo Boss und nicht zuletzt der Sinn für Inszenierungen nach Michalsky-Art sind wesentliche Bestandteile des erfolgreichen Konstrukts namens Modewoche. Im Ringen um die internationale Anerkennung modischer Kompetenz der Berlin Fashion Week sind Ausnahmetalente wie die holländische Modedesignerin Iris van Herpen, die McQueenesque Kunst am Körper zeigte, unverzichtbar. Bitte mehr davon!
Let the season begin! Berlin Fashion Week SS 2012 Collections
Ach Du liebe Modewoche, was Du uns wohl in den nächsten Tagen bringen wirst?
Zum neunten Mal in Folge beweist Du -ewiges Stiefkind im internationalen Fashion Week Konsortium- allen Unkenrufen zum Trotz, Standhaftigkeit.
Vom Bebelplatz vertrieben, erstrahlt Dein weißes Kleid ab heute, wie schon bei Deinem Debut im Jahr 2007, nur wenige hundert Meter weiter, vor weltbekannter Kulisse; dem Brandenburger Tor. Inmitten der unkapriziösen Hauptstadt bildest Du vier Tage lang das Zentrum der Eitelkeiten.
Neben unzähligen Bloggern, -Erkennungszeichen: Nerdbrille, Karottenhose und Jutebeutel- werden auch die Parvenüs der Medienbranche wieder die Fotowand mit Mercedes Benz Logo nutzen, um sich ins Gespräch zu bringen. Und das ist auch gut so. Denn, wenn es schwarze Leggings und beigefarbige Zipfelshirts, die in Deinem Inneren so gern den Laufsteg beschreiten, nicht schaffen Dich auf die Titelseiten der lokalen Tageszeitungen zu hieven, dann zumindest aber Beine und Dekolleté von Shermine Shahrivar.
Gewiss, off-site geht es zumeist ein wenig elitärer zu. So auch diese Saison, wenn die Spree-Society auf Isar-Klüngel und Alster-Szene trifft, um in möglichst origineller Location einen Hauch von Hollywood zu schnuppern. Branchenriese HUGO macht’s möglich. Nach Tilda Swinton im Januar, sind wir gespannt, wen die Metzinger dieses Mal einfliegen lassen. Ausnahmsweise sorgt für den bislang glamourösten Akt Deiner Aufführung, liebe Modewoche, mal kein Fashion-Label sondern eine Einzelhandelskette. Mit Marc Jacobs als Schirmherr des von Peek & Cloppenburg initiierten “Designer for Tomorrow” Award, wird Dein Plastikgewand zum Zeitpunkt der Anwesenheit des Stardesigners im Paparazzigerangel vermutlich aus allen Nähten platzen. Doch das ist Dir egal, genauso wie die Frage, ob Mr. Jacobs noch am selben Abend im Berghain seinen Körper zur Schau stellt oder nicht.
Ja, liebe Modewoche, Du bist die Sprödeste unter Deinen Schwestern, auch wenn Du Dich selbst niemals mit Mailand, Paris und New York vergleichen würdest. Irgendwie haben wir uns an Dich gewöhnt. So werden wir Dein Handeln zwar weiterhin kritisch beäugen, geben aber unumwunden zu: wir freuen uns auf Dich!
Christian Courtin Clarins wird dieser Tage wohl ein wenig mehr von seiner eigenen Anti-Aging Pflege auftragen müssen, um seine Sorgenfalten angesichts der Vorgänge im Hause Mugler, deren Eigner er ist, in Schach zu halten.
Nach einem schwachen Fashion-Debüt Nicola Formichettis im Januar 2011 enttäuschte der zum Kreativdirektor der Marke Thierry Mugler berufene Stylist vor wenigen Tagen bei den Pariser Schauen abermals unsere in ihn gesetzten Hoffnungen. Eigentlich sollte Formichetti, besser bekannt als die persönliche Kammerzofe Lady Gagas und ehemaliger Art Director des britischen Modemagazins Dazed & Confused , das in den Dämmerschlaf gefallenen Label Thierry Mugler entstauben, doch statt heißer Klamotten bei den Männerschauen in Paris präsentiert Formichetti lauwarme, homoerotische Videos im Internet.
Das altbewährte Motto “Sex sells” wird hierbei leider auf die platteste Art und Weise inflationiert und kann über die Belanglosigkeit der darin ohnehin nur vage zu sehenden Klamotten nicht hinwegtäuschen. Der Versuch, mit der sensationsheischenden Botschaft “too hot für youtube but just right for x-tube, einer Porno-Webseite, im Vorfeld der Kollektionspräsentation bei den Männerschauen in Paris einen Medienhype zu generieren ist allzu offensichtlich. Provokation als Selbstzweck, ohne tieferen Sinn, wirkt niemals glaubhaft dafür fast immer peinlich.
Zumal der Inhalt des Kurzstreifens mit dem Titel “Brothers of Arcadia, mit großen Getöse in der Blogosphäre angekündigt, zumindest für europäische Gemüter nicht halb so skandalös ist, wie uns Formichetti Glauben machen mag. Dass darin tatsächlich einer der Darsteller an seinem Penis rubbelt mag so manch unaufgeklärten Zeitgenossen anturnen, betrachtet man das Video jedoch unter modischen Gesichtspunkten, kann es dafür leider nur null Punkte geben.
Natürlich sind die sich in dem Clip räkelnden Jungs ansehnlich, doch eine halbherzige, auf stylish getrimmte Wichsvorlage in bewegten Bildern ist eben noch lange kein adäquater Ersatz für das kreative Erbe Herrn Muglers, dem Modegenie, das sich 2003 aus dem Business zurück zog und seitdem nur noch um die Duftsparte kümmert. Thierry Mugler, das war von der Gründung im Jahr 1974 bis zum Abgang des allzeit durchtrainierten Modemachers, ganz großes Kino.
Wespentaillen, waffenscheinpflichtige Silhouetten, Powerschultern und die kräftigsten Farben die das Pantone Farbsystem zu bieten hat, bildeten zusammengenommen eine unverwechselbare Handschrift, die sich an starke, selbstbewusste Frauen richtete. Muglers Frauenideal bewegte sich irgendwo zwischen Domina, Business-Vamp und Insekt, was von den Protagonisten der Modepresse am häufigsten unter dem Begriff Amazone zusammenfasst wurde. Als Role-Model verkörperte das texanische Supermodel Jerry Hall jahrelang die Muglerienne par excellence.
Gekonnt paarte der Designer seinen Sinn für theatralische Inszenierungen mit handwerklichem Können und formte daraus einen Look. Glamour in seiner reinsten Form. Nach seinem Abschied aus dem Tagesgeschäft wurde die Modelinie zunächst eingestellt. Doch bereits zwei Jahre später probierte man mit Designer Thomas Engelhart zumindest die Männerlinie wieder zu etablieren. Die wurde von den Einkäufern jedoch nur schlecht angenommen, und so kam 2008 Rosemary Rodriguez an Bord um Engelharts Job zu übernehmen und parallel dazu die Womenswear wieder aufleben zu lassen. Eine begabte Designerin mit besten Referenzen, die Anfang der 90er unter Thierry Mugler fünf Jahre lang die Studioleitung der Damen Pret-a-Porter inne hielt und somit die Firmenphilosophie in- und auswendig kannte. Als Kreativdirektorin des Hauses schien sie dennoch die falsche Besetzung zu sein.
Auf Rodriguez folgte schließlich im September 2010, der heute 34-jährige Nicola Formichetti und mit ihm, Romain Kremer als Headdesigner für die Herrenlinie sowie Sébastian Peigné als Verantwortlicher für die Damenlinie der Marke Mugler. Als des Unternehmens Mastermind darf Formichetti in den Gestaltungsprozess seiner beiden Untergebenen eingreifen und trägt die Verantwortung für das was letztlich realisiert und dem Publikum vorgestellt wird.
Während sich Monsieur Mugler selbst letztes Jahr in einem seltenen Interview mit dem Wall Street Journal öffentlich über den schleichenden Niedergang seiner geschaffenen Mode-Galaxie echauffierte, warten viele seiner Fans noch heute auf ein Comeback des Firmengründers, der sich nur noch projektweise mit Kleidung auseinandersetzt und zuletzt mit seinen Bühnenkostümen für Beyonces “I am Sasha Fierce-Tour” und einem grotesk übermuskulösen Body von sich reden machte.
Die Ankündig Formichettis als Kreativdirektor schien Anhängern der Marke ein vielversprechender Lichtblick. Verfügt Formichetti als Stylist über ein durchaus außergewöhnliches Gespür für medienwirksame Looks. Doch mit seiner Debut-Kollektion folgte auf die Euphorie schnell Ernüchterung: ein Flop!
Designer Nicola Formichetti
Aus Respekt gegenüber der Marke und wohl wissend, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis sich ein Designer in die DNA eines Modehauses eingefühlt hat und jeder Mensch eine zweite Chance verdient, hielten sich Top-Kritiker wie Tim Blanks, Suzy Menkes und Cathy Horyn zunächst diplomatisch bedeckt. Bei Formichettis zweiter Männer-Schau, die er vergangene Woche in Paris präsentierte, zog Blanks es vor, sich gar nicht erst dazu zu äußern und überließ die Rezension des Gezeigten einem jüngeren Kollegen. Vermutlich hätte sich Blanks zu sehr verbiegen müssen, um nette Worte für all den Homotrash zu finden.
Fakt ist, Formichetti ist kein Designer, sondern Stylist. Sein großes Talent liegt in der Zusammenstellung von Kleidungsstücken, die sich andere ausgedacht haben. Es wäre an der Zeit zur Lösung des Design-Desasters über eine intern zu regelnde Umverteilung der Kompetenzen im Hause Mugler nachzudenken. Sobald Christian Courtin Clarins diese durchgeführt hat, wird auch er wieder vom hochkonzentrierten Anti-Falten-Serum auf eine normale Feuchtigkeitspflege umsteigen können.
35 Jahre im Geschäft und kein bisschen leiser. Eine durchaus zutreffende, wenngleich auch nur ungenügsame Beschreibung des kreativen Schaffens von Modedesigner Jean Paul Gaultier, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Firmenjubiläum feiert. Grund genug für das Museum der schönen Künste im kanadischen Montreal, der Arbeit des 59-jährigen Hypervisionärs, eine umfangreiche Ausstellung zu widmen. “The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk” beleuchtet anhand von Gaultiers spektakulärsten Roben, Fotografien und Videos, die Stationen seiner Kariere, und zwar von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Was 1976 mit einem kleinen Atelier in Paris begann entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem Modeimperium mit zahlreichen A-Klasse Celebrities wie Madonna und Kylie Minogue als Werbeträger und einem Besteller-Parfum in der langen Referenzliste seiner genialen Erzeugnisse. Hierzu zählt auch, dass 1990, für Madonnas “Blond Ambition” Tour entworfene, goldene Korsett mit den konischen Tittenschalen, das Gaultiers Namen quasi über Nacht auch in das Bewusstsein von Modemuffeln drängte. In etwa zur gleichen Zeit säuselte sich der Designer mit dem House-Track “Aow Tou Dou Zat” (How to do that), in die französischen Hitparaden, entwarf Möbel auf Gummirädern und moderierte die britische TV-Sendung Eurotrash. Nicht zu vergessen, der ständige Bruch mit den geschlechtsspezifischen Kleiderkonventionen: Gaultier schickte schon Männer in Röcken und High-Heels über den Laufsteg als Jorge Gonzales in Kuba noch Makramé-Taschen klöppelte.
Die Ausstellung ist in sechs Themenfelder unterteilt, die eine stete Inspirationsquelle für Gaultiers Arbeit bilden, und gilt als die bisher größte Solo-Schau, die dem Designer je zuteil wurde.
Neben den gezeigten, aufwendigen Haute Couture-Modellen, deren Begutachtung üblicherweise nur den geladenen Gästen seiner Schauen vorbehalten ist, sind insbesondere die Kleider aus der Zeit vor Gaultiers Selbständigkeit, die er als junger Designassistent für Pierre Cardin entwarf, ein definitives Must-see!
Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen. Dieser unterscheidet sich von den üblichen Museumspublikationen dadurch, dass er nicht nur Bezug auf die präsentierten Stücke nimmt, sondern auch reichlich “Bonusmaterial” beinhaltet. So gibt es darin bspw. bislang unveröffentlichte Fotos aus Jean Paul Gaultiers Firmenarchiv zu sehen. Darauf unter anderem abgebildet; eine pummelige Madonna bei der Anprobe. Ein Text von Modekritikerin Suzy Menkes und Interviews mit prominenten Weggefährten wie Tom Ford, Martin Margiela und Carine Roitfeld machen den Wälzer zur Modebibel des Jahres. Das gute Stück ist für 85 Dollar zunächst exklusiv im Museumsshop erhältlich und ab September auch weltweit in ausgewählten Buchhandlungen. Ein kleiner Trost für alle, die nicht mal eben nach Kanada jetten können: die Ausstellung geht auf Tour und wird in Europa, auch in Madrid und Rotterdam zu sehen sein.
The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk
Jetzt also doch! Nachdem Donatella Versace, als Hohepriesterin eines polarisierenden Überluxus, sich stets gegen Preisnachlässe, Celebrity-Collections und Kollaborationen mit Mass-Market Unternehmen ausgesprochen hat, im Jahr 2008 sogar explizit gegen Hennes & Mauritz fabulierte, kommt nun “Versace for H&M” in die Läden.
Die in Zusammenarbeit mit H&M-Chefdesignerin Margareta van den Bosch entstandenen Kollektionsteile, Schuhe und Accessoires für Frauen und Männer werden ab Donnerstag, dem 17. November 2011 in ca. 300 Filialen sowie im H&M Onlinestore erhältlich sein. Zusätzlich wird es erstmals auch eine kleine Auswahl an Heimtextilien geben.
Da Versace in puncto Bekanntheit auf einem Level mit Lagerfeld agiert, sollte man sich wie auch bei der ersten Hybridkollektion der Schweden mit Kaiser Karl im Jahr 2004 auf extralange Schlangen vor den Ladentüren und blaue Flecken im Kampf um die, in Donatellas Falle prunkvoll mit Nieten verzierten, Textilien einstellen.
Das Warten hat ein Ende! Die brandneue Ausgabe des HYPE MAGAZINE ist ab heute bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel sowie an allen gut sortierten Presseverkaufsstellen erhältlich.
Wir freuen uns sehr, Euch auch in dieser Ausgabe wieder tiefgreifende Artikel und unkonventionelle Interviews präsentieren zu können. Zu Wort kommen hier unter anderem: Deutschlands selbsternanntes und charmantestes Wunderkind, Wolfgang Joop, Dan und Dean Caten, die quirligen Zwillingsbrüder hinter dem Label DSquared, sowie die entwaffnend ehrliche Stilikone und Modebloggerin Diane Pernet aus Paris. Darüber hinaus haben wir Euch die schönsten Kollektionsteile und Accessoires der Saison zusammengetragen und in Form fantastischer Modestrecken stillvoll in Szene gesetzt. In unserer Beauty-Rubrik erfahrt Ihr wie man seine Haut richtig vor UV-Strahlung schützt und auch dem Tabuthema Mundgeruch haben wir uns gewidmet und verraten, wie man die peinlichen Duftwolken ganz schnell wieder los wird.
Dank auch an unser Cover Model, Masha Tyelna. Die gebürtige Ukrainerin ist seit 4 Jahren eine feste Größe im Model-Business und stöckelte bereits für namhafte Modehäuser wie Yves Saint Laurent, Dior, Nina Ricci und Givenchy über den Laufsteg. Ihre großen Rehaugen -zweifellos ihr Markenzeichen- sind nicht nur auf dem Cover von HYPE zu bewundern, sondern auch im Rahmen einer besonders farbintensiven Beautystrecke, realisiert von Modefotografin Anja Frers und Make-up Artist Heiko Palach, im Innenteil des Heftes.
Oh la la… Während sich “Germany” mit einem Auftritt von Lady Gaga im hölzernen Kontext der Klumschen Modelsuche zufrieden geben muss, durfte sich Frankreich gestern Abend zur gleichen Zeit über die Ausstrahlung eines Zusammentreffens der Pop-Ikone mit Modegott Jean Paul Gaultier freuen.
In der Dokumentation “Gaga by Gaultier” des Fernsehsenders TF6 empfing der juvenile Top-Designer die stets extravagant gekleidete Miss Gaga in einem mit XL-Schulterpolstern getunten Ringelshirt in seiner Pariser Firmenzentrale. Mit französischen Charme, Esprit und der Unbefangenheit eines Mannes der nicht der Leistung Anderer Bedarf, um selbst zu glänzen, stellte Gaultier der 25-jährigen New Yorkerin Fragen, die diese offen und konzentriert beantwortete, und dabei vor allem bislang Unbekanntes aus ihrem Leben preisgab. So sprach die Künstlerin souverän über ihren Umgang mit Drogen, ihr Elternhaus und natürlich ihre Leidenschaft für ausgefallene Klamotten.
Mit gegenseitigem Respekt für das Schaffen des jeweils anderen begegneten sich hier zwei Superstars ihres Metiers auf Augenhöhe. Fabelhaft! Verglichen mit dem, was hiesige Privatsender dem Publikum als TV-Highlight verkaufen, drängt sich in Bezug auf das deutsche Medienschaffen vor allem eine Frage auf: “Können die nicht, oder wollen die nicht?”
Die Erzeugnisse der 1898 gegründeten schwedischen Glasmanufaktur Orrefors zählen qualitativ zum Besten was der Markt an Gläsern, Vasen, Kerzenhaltern, Schalen und sonstigen Tischobjekten zu bieten hat.
Ob es nun die Tradition und Perfektion des Unternehmens, oder ein großzügiges Honorar war, was Karl Lagerfeld dazu veranlasste auch noch in Glas zu machen, bleibt ungewiss. Doch ungeachtet dessen, präsentierte der vielbeschäftigte Modemacher seinen Sinn für Mundgeblasenes nun in Form einer Kollektion an Trinkgefäßen, vergangene Woche in Paris, der Öffentlichkeit. Die streng zylindrischen Wasser-, Wein, und Sektgläser in schwarz, weiß und transparent werden allesamt mit einem gläsernen Untersetzter angeboten – und das ist neu! Was bei Kaffeetassen schon seit Jahrhunderten der Fall ist, war bei Gläsern bislang unüblich und für Lagerfeld völlig unverständlich. So dient der Untersatz dazu, kostbares Tischleinen vor unschönen Wasserkringeln zu schützen.
Für Kaiser Karl ist ein leichtes, hochwertiges Glas Teil des Trinkgenuss. Auf Reisen sei das Trinken aus Plastikbechern manchmal unvermeidbar, doch im eigenen Zuhause sollten diese nicht zu finden sein, so Lagerfeld.
Das Baskenland, eine der 17 spanischen Provinzen des Landes, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts um ihre Unabhängigkeit kämpft, hat seinem berühmtesten Sohn, Modeschöpfer Cristóbal Balenciaga, ein Museum gewidmet.
Das 30 Millionen Euro teure Gebäude, welches sich in dem 2.700 Seelen Dorf Getaria, dem Geburtsort Balenciagas, befindet, öffnet heute erstmals seine Pforten für das Publikum. Beim Pre-Opening für Prominenz und geladene Gäste kam mit der spanischen Königin Sofia und Modekritikerin Suzy Menkes ein wenig Glanz in das Fischerdorf an der Atlantikküste. Die Monarchin und die Journalistin durften sich an der Begutachtung einer großen Auswahl an original erhaltenen Roben Balenciagas, Fotografien, Zeichnungen sowie persönlichen Gegenständen des Modemaestros erfreuen. Auch das spanische Fremdenverkehrsamt München und der baskische Minister für Industrie, Innovation, Handel und Tourismus, Bernabé Unda Barturen, feierten vergangenen Dienstag die Eröffnung des Modetempels mit einer Veranstaltung auf Münchens Praterinsel. Dort präsentierten acht baskische Designer jeweils ein eigens entworfenes Modell als Hommage an Cristóbal Balenciaga.
von links nach rechts, Entwürfe von: Miguel Palazio, Isabel Zapardiez, Alicia Rueda, María Cle Leal
unten: Modesto Lomba, Minimil, Lemoniez, Miriam Ocariz