Posted: August 5th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: Backstage, Berlin Fashion Week, Buch, Claudius Holzmann, Mercedes Benz Fashion Week, Mode, teNeues | 1 Comment »

Backstage, erschienen bei teNeues, photo: teNeues Verlag
Verspeisen Models wirklich nur ein Salatblatt am Tag, haben Designer vor den großen Schauen Lampenfieber und arbeiten Friseure und Make-up Künstler tatsächlich bis zum Umfallen? Ihr wolltet schon immer mal hinter die Kulissen der Berlin Fashion-Week blicken, konnten euch aber nie Zugang zu dem Getümmel hinter dem Vorhang verschaffen?
Macht nichts – der Berliner Fotograf Claudius Holzmann hat in den vergangenen Jahren alles für Euch eingefangen, was sich im inoffiziellen, nämlich hinteren Trakt des größten deutschen Modespektakels abspielt: im sogenannten Backstagebereich, sozusagen eine Mercedes Benz Fashion Week “unplugged”.
Dort wo den Models stundenlang die Haare gemacht werden, wo nur Insider die Laufstegbeauties ungeschminkt und ungestylt zu Gesicht bekommen. Während sich „draußen” Heerscharen von Objektiven um die Laufstege drängelten, gab sich Holzmann mit den weniger glamourösen Momentaufnahmen zufrieden, die der perfekten Gesamtinszenierung einer Modewoche vorausgehen. Models, die sich in sekundenschnelle in ihre Outfits zwängen, Visagisten, die Mannequins im Akkord abpudern, kleine Pannen bei den Proben – es gibt nichts, was dem renommierten Modeprofi verborgen blieb und nicht mindestens genauso schön und anmutig ist, um es für immer auf Fotopapier zu bannen.
Seit den Anfängen der Berlin Fashion Week fing Holzmann authentische Szenen mit seiner Kamera ein. Aus 40 000 Fotografien hat er 120 Aufnahmen ausgewählt, die die Atmosphäre und Dramatik hinter dem Laufsteg am besten wiedergeben. Das Buch ist nicht nur ein Must-have für Fashionjunkies. Der Bildband über die Modewoche mit den meisten Ecken und Kanten unter den weltweiten Fashion Weeks, ist nun für rund 39 Euro im Handel erhältlich.
BACKSTAGE von Claudius Holzmann, Verlag: teNeues, € 39,00
Share on Facebook
Posted: August 4th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Givenchy, Lea T., Muse, Paris Fashion, Riccardo Tisci, Transgender, Transsexualität, Transsexuelles Topmodel | 4 Comments »

Lea T. (zweite von rechts); photo by courtesy of givenchy
Auf den ersten Blick springt dem Betrachter nur ihre unglaubliche, jugendliche Schönheit ins Auge. Nicht im Traum würde irgendwer an Ihrer Weiblichkeit zweifeln. Ihre vollen Lippen, ihr langes dunkles Haar, die makellosen, langen Beine und dieser jugendliche, fast unreife Blick, wie ihn auch Kate Moss in jungen Jahren hatte. Keine Frage, Lea T. hat das gewisse Etwas, welches ein Model ausmacht. Mutter Natur hat es gut mit dieser jungen Frau gemeint und sie – um es mit den Worten eines Modelagenten auszudrücken – mit dem kompletten “High Fashion Rundumpaket” ausgestattet.
Deshalb würde wohl auch Niemand in Frage stellen, dass die gebürtige Brasilianerin das Gesicht der Herbst/Winterkampagne 2010 des französischen Luxuslabels Givenchy ist. Genauso wenig käme man auf die Idee, diese gelungene Kampagne als revolutionär einzustufen – doch für die Modebranche ist sie das und zwar aus gutem Grund. Denn Lea T.’s Geschichte ist nicht eine dieser hundertmal gehörten Cinderella Stories jener Models, die es aus dem Nichts unter die Top 20 geschafft haben. Lea T. wurde als Mann geboren und hieß früher Leo – das Topmodel mit der leicht androgynen Ausstrahlung ist eine Transsexuelle.
Vor 28 Jahren wurde sie als Leandro Cerezo in Brasilien geboren. Ihre Familie ist streng katholisch, ihr Vater ist der prominente Fussballspieler Toninho Cerenzo. Schon als Kind bemerkt Leandro, dass er anders ist, als die gleichaltrigen Jungen. Auch dem Vater wird das frühzeitig bewusst. Lange betet die Familie, dass Leandro „nur” homosexuell ist. Mit 14 fühlt sich Leandro zu Mädchen und Jungen gleichmaßen hingezogen und merkt, dass seine Situation alles andere als einfach sein wird. Erst die Begegnung mit dem Central Saint Martins Absolventen Riccardo Tisci wird alles ändern: der Modedesinger ermutigt Leandro, seine Weiblichkeit zu entdecken.
Als Kreativdirektor im Hause Givenchy engagiert Tisci Leandro später als seinen Assistenten und macht ihn schließlich zu seiner Muse. “One night he encouraged me to wear pumps to a party,” erinnert sich das transsexuelle Model in einem Interview mit der französischen Vogue. “We went shopping for ‘drag queen’ shoes and we bleached my eyebrows. It was a revelation.” Inzwischen hat es Lea vom Backstagebereich auf den Laufsteg geschafft. Sie ist bei der Modelagentur Women unter Vertrag, lief auf der Haute-Couture-Schau von Givenchy und wurde neben anderen Topmodels für die Herbst/Winter Kampagne des Luxuslabels unter Vertrag genommen.
Das wohl spektakulärste Shooting aber hatte Lea T., deren Verwandlung zur Frau noch nicht gänzlich vollzogen ist, jüngst für die französische Vogue. In der Juli Ausgabe posiert sie splitternackt. Ihre lange braune Mähne umspielt die zarten Brüste, ihr altes Ich ist nicht zu übersehen, auch wenn sie es vorsichtig hinter ihrer Hand versteckt. Im Vergleich zu ihrem fragilen Oberkörper wirkt ihre verbliebene Männlichkeit wie ein Störfaktor, ein Makel. Etwas, was da nicht hingehört. Chefredakteurin Carine Roitfeld brachte dieses Aktfoto einerseits den Vorwurf ein, sie würde Leas Transsexualität nutzen, um die Auflage ihres Magazins zu steigern.
Andererseits wurde die französische Vogue-Chefin für ihre Fortschrittlichkeit gelobt, da sie ein Thema aufgegriffen hat, welches in der Modebranche bislang als Tabu galt und in Hochglanzzeitschriften so gut wie gar nicht stattfand. Lea selbst wollte mit der freizügigen Fotostrecke ein Signal setzen:“I agreed to pose in the name of all my transsexual friends.” Trotz ihres märchenhaften Aufstiegs, kämpft die Brasilianerin weiterhin gegen Vorurteile und Altlasten. So soll ihr Vater im Interview mit der britischen Tageszeitung the Guardian die Existenz einer Tochter verneint haben. Als der Reporter konkret nachfragte, ob denn einer seiner Söhne in der neuen Givenchy Kampagne zu sehen sei, soll der ehemalige Profisportler einfach aufgelegt haben.
Wohl auch deshalb gibt sich Lea T. keinen Illusionen hin und sieht ihren derzeitigen Erfolg mit gemischten Gefühlen: “We transsexuals are born and grow up alone. After the operation we are born again, but once again alone. And we die alone.” It is the price we pay.” Vielleicht ist Lea mit ihren 28 Jahren noch nicht bewusst, dass sie möglicherweise eine Schlüsselfigur in der Modebranche sein wird, ähnlich wie es Anfang der 90er Jahre Naomi Campell war, die als erstes dunkelhäutiges Model die Laufstege dieser Welt eroberte. Eine Schlüsselfigur für mehr Menschlichkeit und Toleranz. Für den Fall, dass die schnelllebige Fashion Industrie sie doch nur verheizt und ihrer schnell überdrüssig wird, hat die besonnene Brasilianerin bereits vorgesorgt. Seit ein paar Semestern studiert sie in Italien Tiermedizin. Was für eine beeindruckende Frau, diese Lea T.! (Text: Martina Klose)
www.givenchy.com
siehe auch Artikel: Interview mit Nina Arsenault
Share on Facebook
Posted: August 3rd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: Art, Avantgarde, Central Saint Martins, Concept-Designer, Hussein Chalayan, Lisson Gallery, London, Modedesigner | No Comments »

Designer Hussein Chalayan
„Einige meiner Kleider könnte man auch einfach an die Wand hängen,” sagt Hussein Chalayan über seine Entwürfe und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Statt wie seinesgleichen ausschließlich Kleider für den Laufsteg zu produzieren und diese von den Anna Wintours dieser Welt beäugen zu lassen, wandern seine Kreationen wohl genauso oft ins Museum, wie in die Schränke von Fashion-Victims.
Seit Jahren überzeugt sein experimentierfreudiges Schaffen die Fachleute aus der Kunst- und Modeszene gleichermaßen. Kritiker bezeichnen seine Kleider gerne als untragbar, Liebhaber sprechen von genialen Kunstwerken. Vielleicht wird dem gebürtigen Zyprioten deshalb am 8. September 2010 eine Ausstellung in der Londoner Lisson Gallery gewidmet. Geplant sind unter anderem eine Installation und ein Film, der Elemente aus Musik, Design und Kunst vereinen soll. „Ich hatte schon immer einen interdisziplinären Anspruch… die neue Arbeit ist da nur eine logische Fortführung,” betont der in der britischen Hauptstadt ansässige Modedesigner. Dass Hussein Chalayan mehr sein will, als ein Modeschaffender und es versteht, seine Entwürfe perfekt und zugleich originell zu inszenieren, wurde schon im Jahre 1997 deutlich. Als einer der ersten Designer schickte er damals Models in sexy Kleidern, aber mit komplett verschleiertem Gesicht über den Catwalk. Ein Gegensatz, der Mode vom rein Ästhetischen wegführte und sie zum Instrument einer künstlerisch-politischen Botschaft machte. Die provokative Schau trug Früchte. Prompt wurde der Central Saint Martins Absolvent für mehrere internationale Ausstellungen gebucht.
In den Jahren 1999 und 2000 wurde Chalayan wiederum mit dem Titel Designer of the Year der British Fashion Awards ausgezeichnet. Grenzgänger Hussein Chalayan ist einer der wenigen Designer, dessen Werke es schon zu Lebzeiten als Exponate in die großen Museen geschafft haben. Insofern blicken wir am 8. September gespannt nach London, wenn die Lisson Gallery ihre Pforten öffnet, um Hussein Chalayans neuestes modisch-künstlerisches Cross-over zu präsentieren. (Text: Martina Klose)

Hussein Chalayan, Afterwords 2000. Image by courtesy of Chris Moore
Lisson Gallery, London
mehr: HUSSEIN CHALAYAN kauft Firmenanteile von Puma zurück
Share on Facebook
Posted: Juli 27th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: Ausstellung, Eco Fashion, FIT Museum, Halston, Öko Mode | 1 Comment »

photo by courtesy of FIT Museum
Hätten Sie gedacht, dass die in den 70er Jahren für das Label Halston entworfenen Velourslederkleider unter ökologischen Gesichtspunkten Sondermüll sind, da biologisch nicht abbaubar? Oder, dass die Pariser Modeschöpferin Madame Grès im Jahre 1942 notgedrungen „politisch korrekten” Webpelz verarbeitete, weil es aufgrund der deutschen Besatzung bei Pelzlieferanten zu Versorgungsengpässen kam. Ach ja, und übrigens: nicht alles, was heutzutage ein grünes Etikett trägt, ist auch ökologisch einwandfrei…Dies sind nur einige der vielen faszinierenden Aspekte, die man auf der Austellung „Eco Fashion – Going Green” im New Yorker Fashion Institut of Technology erfährt.
Entgegen allen Vorurteilen ist die Schau keine belanglose Ansammlung ökologisch wertvoller, farbloser Hängerkleidchen. Vielmehr beleuchtet die New Yorker Ausstellung das Verhältnis von Mode und Umwelt in den vergangenen 250 Jahren. Nicht selten steht Couture, die stets dem Zwang ausgesetzt ist, sich neu erfinden zu müssen, im Konflikt mit ihrer Umwelt. Der Besucher erfährt auch, dass das Thema Recycling nicht erst von grünen, Birkenstock tragenden Politikern initiiert wurde. So beginnt der Rundgang durch mehr als 2 Jahrzehnte Öko-Fashion bereits im 18. Jahrhundert, als feines Seidenbrokat so selten und begehrt war, dass das Wiederverwenden von ausgedientem Material oft die einzige Möglichkeit war, es weiterhin zu verarbeiten. Die Geburtsstunde des Recycling!
Ein blassgrünes Seidenkleid von 1840 ist wiederum ein frühes Beispiel für Nachhaltigkeit, wie sie heute im Zusammenhang mit grünen Labels immer wieder hochgehalten wird. Um das teure Fabrikat zu verschiedenen Anlässen tragen zu können, wurde es mit abnehmbarem Cape und Ärmeln versehen. Aus 1 mach 2 oder eben der Vorreiter der Wendejacke. Indem sie die positiven, als auch die negativen Praktiken der Textilwirtschaft unter die Lupe nehmen, gelingt es den Machern, das Thema Mode weg vom rein Ästethischen zu führen und in einen komplexen Zusammenhang zu stellen. So erfährt der Besucher unter anderem, dass die sogenannte “Demokratisierung” der Mode nicht erst mit den für Jedermann erschwinglichen Billigkopien von H&M einsetzte, sondern schon Anfang des 19.Jahrhunderts mit den großen New Yorker Textilfabriken.
Diese stellten erstmals günstige Kleider her und ermöglichten damit jeder Frau, sich modisch zu kleiden. Dass „Mode für alle” keineswegs mit fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden konnte und fortan sogar 8jährige Mädchen in den Fabriken schuften mussten, bringen die Veranstalter ebenfalls zur Sprache. Genauso wie es heute üblich ist, dass große Textilketten ihre Kleidung in Billiglohnländern anfertigen lassen. Auch den aktuellen Ökolabels von U 2 Sänger Bono und anderen Stars, die sich fairen Handel aufs Banner geschrieben haben, widmet sich die Ausstellung. 250 Jahre Mode unter ökologisch-ethischen Gesichtspunkten – und zwar ungeschminkt mit all ihren Vorteilen und Schattenseiten, das ist das Anliegen von „Eco Fashion – Going Green“. Noch bis 13. November im Fashion Institute of Technology in New York.
www.fitnyc.edu
(Text: Martina Klose)

photo by courtesy of FIT Museum

photo by courtesy of FIT Museum
Share on Facebook
Posted: Juli 22nd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: Ausstellung, Exhibition, Hutmacher, Jean Paul Gaultier, John Galliano, MoMu Antwerpen, Stephen Jones, Stephen Jones & the Accent of Fashion | No Comments »

photo by courtesy of Stephen Jones Millinery
Er kreierte Carla Bruni-Sarkozys Pillbox-Hütchen, das ihren Jackie-Kennedy-Look beim Staatsbesuch in London abrundete, Prinzessin Diana besaß ein Dutzend seiner Bérets und Kylie Minogue wirbelte mit einer seiner Kopfbdeckungen über die Bühne. Stephen Jones schrille und exzentrische Hutkreationen landen nicht nur auf den Häuptern gut betuchter Ascot-Ladies. Er war es, der den Hut in den achtziger Jahren aus der Vergessenheit zurück ins Rampenlicht und auf die Köpfe der Modemutigen brachte und ihn als Accessoire bei den Schauen der großen Couturiers etablierte.
Dieses Jahr feiert die Marke Stephen Jones Millinery ihr 30jähriges Bestehen. Das Modemuseum, kurz MoMu, in Antwerpen nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, dem Londoner Hutmacher eine ganze Ausstellung zu widmen.
Das belgische Ausstellungshaus ist im Besitz der größten Stephen Jones- Hutkollektion der Welt und beherbergt mehr als 120 Exemplare. Stephen Jones & The Accent of Fashion lässt den Betrachter in die einmalige Welt eines Accessoirekünstlers eintauchen, der seit drei Jahrzehnten mit den namhaften Größen aus der internationalen Modeszene zusammenarbeitet: Jean Paul Gaultier, Thierry Mugler, Comme des Garçons, Claude Montana, John Galliano, Christian Dior, Walter Van Beirendonck und Marc Jacobs. Chapeau, Mister Jones!
Die Ausstellung läuft vom 8. September 2010 bis 13. Februar 2011
www.stephenjonesmillinery.com
www.momu.be
Share on Facebook
Posted: Juli 21st, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: Alexander McQueen, cecilia dean, james kaliardos, le visionaire, Stephen Gan | No Comments »
Was dem Fashion-Victim die Birkinbag, ist dem anspruchsvollen Leser die neue Sonderausgabe des Mode- und Kunstmagazins le Visionaire. Das 1991 von Stephen Gan, Cecilia Dean und James Kaliardos gegründete New Yorker Magazin mit Kultstatus erscheint drei mal jährlich in limitierter Auflage und ist diesmal dem verstorbenen Designer Alexander McQueen gewidmet.
Allein schon die Aufmachung von Ausgabe Nummer 58 spricht Bände: ein mit original McQueen Goldbrokat verzierter Buchrücken, handgefertigtes Papier, in das echte Wildblumen eingearbeitet wurden. Rund 550 Euro kostet das Werk, mit Beiträgen von Lady Gaga, Mario Sorrenti, Steven Meisel, Mario Testino und vielen anderen namhaften Künstlern. Der 1500 Seiten starke Wälzer ist definitiv zu Schade fürs Regal ist und sollte in einer Vitrine Platz finden. Denn Visionaire-Ausgaben steigen bekanntlich im Wert. Die Exemplare 1 bis 48 erzielten jüngst bei Southeby’s einen Preis von 23.600 Euro. Paper de luxe! In ausgewählten Alexander McQueen-Stores oder über Colette Paris.
www.visionaireworld.com
www.colette.fr
Share on Facebook
Posted: Juli 21st, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: Goyard, goyard book, Louis Vuitton, Luxuskoffer | No Comments »

photo by courtesy of GOYARD
Es gibt wohl nur eine Koffermarke, die dem Edellabel Louis Vuitton das Wasser reichen kann und das ist das Traditionshaus Goyard. Dessen Luxusgepäck gab es bereits im Jahre 1853, als Louis Vuitton noch nicht einmal in den Kinderschuhen steckte.
Goyard steht für exklusive Reisekoffer, doch das neueste Stück der Pariser Luxusherstellers beherbergt nicht etwa Kleider und Waschbeutel und umhüllt auch keine Ipads und smartphones. Nein, das neue Musthave made by Goyard enthält 3 Kilo hochwertiges Papier. Genauer gesagt, die gesamte Entstehungsgeschichte der Marke Goyard in Buchform, handgemacht nach alter Tradition. Der exklusive Wälzer beinhaltet Originaldrucke und hochwertige Details wie Wasserzeichen auf jeder Seite, von denen jede einzelne aus dem gleichen handgefertigten Baumwoll/Leinen Gemisch besteht, wie die Bezüge der Goyard Koffer. 7 Jahre hat die Fertigstellung gedauert, die Auflage ist auf 233 Exemplare limitiert. Den dazugehörigen Koffer gibt es in 12 unterschiedlichen Farben. Der exklusive Wälzer hat natürlich seinen Preis: stolze 6000 Euro muss man für das Goyard Book hinblättern. Da behaupte noch einer, Handtaschen seien teuer!
www.goyard.com
Share on Facebook
Posted: Juli 21st, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Design, Illustration, Kunst, la vilaine lulu, Modebuch, Yves Saint Laurent | No Comments »
„Oft, meist nach sechs Uhr Abends, verkleidete sich ein Mitarbeiter von Christian Dior. Eines Abends hatte er seine Hosen bis zum Knie hinaufgezogen. Ich erinnere mich, dass er lange, schwarze Strümpfe trug. In der Umkleide der Mannequins hatte er einen roten Tüllrock gefunden und einen Hut, wie ihn die italienischen Gondolierie tragen. Seine durchtriebene und dickköpfige Art hatte mich beeindruckt und ich sagte ihm: „du bist die garstige Lulu,” schrieb Modeschöpfer Yves Saint Laurent einst über eine seltsame Begegnung im Hause Dior.
Diese Anekdote nahm er zum Anlass und schuf 1967 einen Comic, der ihm bis heute den Vorwurf einbringt, er würde satanistisches Gedankengut verbreiten. Laurents Buch handelt von einem bösen Mädchen, mit dicken, kurzen Beinen, das seiner Umwelt mit Ironie und Sarkasmus begegnet. Die Illustrationen bringen uns den verstorbenen Couturier noch einmal von einer ganz anderen Seite Nahe. Nämlich als sozialkritischen Geist, der die Mißstände der modernen Gesellschaft anprangert. Denn indem Lulu in ihrer tolpatschigen Art stets Böses tut, führt sie dem Leser die menschlichen Abgründe vor Augen: doppelte Moral, sexuellen Missbrauch und Unterdrückung.
Der naive, unverfrorene und kindliche Stil des Buches ließ seinerzeit viele im Glauben, es handele sich um eine Kinderbuch. Doch Zeichnungen, die die dickliche Lulu beim Guillotinieren kleiner Kinder zeigt oder wie sie Neugeborenen tödliche Injektionen setzt, weisen vielmehr darauf hin, dass Yves Saint Laurent mit Karrikaturen die perversen Auswüchse unserer Gesellschaft anprangern und nicht, wie vielfach behauptet, gutheißen wollte. Ein polarisierendes Werk, das anlässlich der Yves Saint Laurent Retrospektive neu aufgelegt wurde. Die Originalskizzen sind noch bis 19. November im Grand Palais in Paris zu besichtigen, das Buch ist über Amazon erhältich.
Share on Facebook
Posted: Juli 20th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Blog, courtney love, fashion-blog, Hole, Kate Moss, Modeblog | No Comments »

screenshot from whatcourtneyworetoday.com
Wussten Sie es schon? Courtney Love ist jetzt Stilikone. Zumindest tut sie so und ist darin sogar ziemlich überzeugend. Tatsächlich führt die Hole-Frontfrau jetzt ein Stiltagebuch. Ein neues Blog mit dem verheißungsvollen Titel „whatcourtneyworetoday”.
Doch kaum ist das Style-diary von Madame “Ich-benehme-mich-gern-daneben” online, munkeln böse Zungen schon wieder: alles Blöff – Frau Love habe noch keinen einzigen Artikel ihres Blogs selbst formuliert. Vielmehr habe sie Jemanden damit beauftragt, ihre ganz persönliche, hippe Stilfibel zu verfassen.
Wohl um sich wieder zunehmende Medienpräsenz zu sichern, greift die stets etwas fahrig wirkende Courtney zum Instrument Web 2.0 und katapultiert sich mit Hochglanzbildern und guten Animationen wieder zurück in die Öffentlichkeit. Mit einer optisch ansprechenden Selbstinszenierung heizt sie über die Datenautobahn und bringt sich wieder ins Gespräch. Kein neuer Film, keine neue Platte, nein, ein neuer Auftritt im Netz garantiert heutzutage mediale Aufmerksamkeit. In Courtneys Fall sind es coole Illustrationen im Stile französischer Erwachsenencomics und ein Bilderteppich, auf denen Sie unterschiedliche Designerkleider, aber auch mal Nichts trägt.
Mal steht die Comic-Courtney in schwarzer Abendrobe vor einem Turm von Designer-Koffern, mal wühlt sie nackt in ihrer Birkinbag. Unter jedem Datum finden sich gute Fotos, auf denen die 46jährige hipp gekleidet ist. Nachdem das Interesse in den vergangen Jahren weniger Loves künstlerischem Schaffen, sondern vielmehr ihren Essstörungen galt, scheint sich Curt Cobains Witwe wieder mal neu erfunden zu haben. Das tut sie immerhin mit einer gewissen Regelmäßigkeit. So sahen wir sie vor ein paar Jahren deutlich erschlankt, gebotoxt und aufgeräumt in Oscar-Robe über den roten Teppich ins Kodak Theatre stöckeln. Damals schien sie ihr verruchtes Rockrören-Image endgültig abstreifen zu wollen, wie eine Schlange, die sich häutet.
Tatsächlich kam darunter ein glattes, ebenmäßiges, geläutertes, ja nahezu zerbrechlich wirkendes Fräulein zum Vorschein und man war förmlich verblüfft von ihrer Verwandlung, auch wenn man ihr das nicht ganz abnehmen wollte. Manch einen ließ die geläuterte Courtney sogar innerlich aufatmen:„Endlich, sie hat’s geschafft, sie ist nach Alkohol- und Drogenexzessen über den Berg und wird ihrer Tochter eine gute Mutter sein.” Doch kurze Zeit später besann sich la Love wieder auf ihren altbewährten, exzessiven Lebensstil und wurde nicht müde, Skandale zu produzieren.
Streit mit Ihrer Tochter Frances Bean aus der Ehe mit Curt Cobain, für die ihr zweimal das Sorgerecht entzogen wurde, eine angebliche Affäre mit Kate Moss und, und, und, und… Nun twittert und bloggt die Hole-Leadsängerin plötzlich seichte Stylingtipps durch die Welt. Und gibt tiefschürfende Erkenntnisse zum Besten, à la “nach 20 Uhr sollte man nur noch mit einer Clutch ausgehen, da eine Handtasche eindeutig überproportioniert ist.” Auf Ihrem Blog erleben wir Courtney als labelfixierte Fashionista, jedoch nicht mehr als launenhaften, aber autenthischen Rockstar.
Möglicherweise haben ihre Berater dazu beigetragen, die leicht ramponierte Marke „Love” etwas aufzufrischen.Vielleicht ist es aber auch der Versuch, das Ruder noch einmal herumzureißen. Denn wer will schon sein Leben lang die Rolle des ewig bösen Mädchens mimen? Möglicherweise hat Courtney Love aber auch im Laufe der Zeit gelernt, dass man im Showbizz untergeht, wenn man sich nicht ständig verändert. Und so ist davon auszugehen, dass Frau Love irgendwann wieder in das alte Strickmuster verfällt und ihre Rolle als Modepüppchen hinschmeißt. Denn hohl ist die Hole-Sängerin bestimmt nicht.
whatcourtneyworetoday.com
(Text: Martina Klose)
Share on Facebook
Posted: Juli 14th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Avenue Montaigne, Dior, John Galliano | No Comments »

photo by courtesy of DIOR
“Als ich bei DIOR anfing, wollte ich die Spinnweben wegfegen, das Haus wieder zum Leben erwecken.” sagt John Galliano rückblickend auf seine Anfänge in der Avenue de Montaigne. Seit 1996 prägt er die Marke Dior mit seinen eigenwilligen und innovativen Kreationen und führte das Luxuslabel erfolgreich in das neue Jahrtausend. Wie all die großen Persönlichkeiten der Modebranche hat er gewisse Gewohnheiten und Spleens. Hier sind 15 Fakten über John Galliano, die Sie bestimmt noch nicht kannten:
1) Er steht jeden Morgen um 5 Uhr 30 auf.
2) Am liebsten frühstückt er einen Frucht-Smoothie, Soja, grünen Tee und zwei Scheiben – man höre und staune – Schwarzbrot.
3) Um 7 Uhr trainiert er mit seinem Personal Trainer.
4) Er lässt sich von den Damen in der Pariser Luxusmeile Avenue Montaigne inspirieren.
5) Er wurde 1960 in Gibraltar geboren.
6) Seine erste Kollektion entstand genau 50 Jahre nach dem Debüt des großen Meisters Christian Dior.
7) Sein erster Entwurf für Dior wurde von Prinzessin Diana getragen.
8) 2000 ließ er sich von Obdachlosen inspirieren, was ihm den brancheninternen Spitznamen “Marie-Antoinette der Mode” einbrachte.
9) Er hat noch nie eine email verschickt.
10) Er hasst Telefone.
11) Seine Musen sind Kate Moss und Naomi Campbell.
12) Er lässt sich von seinen Assistenten und Praktikanten inspirieren.
13) Er liebt es, spät abends ein Duftbad bei Kerzenschein zu nehmen.
14) Er krizzelt seine Einfälle gerne auf Post-its, die er rund um sein Bett klebt, aber am nächsten Morgen nicht mehr lesen kann.
15) Sein bester Freund ist der Fotograf Jean-Baptiste Mondino.
Share on Facebook
Posted: Juli 14th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Häkeloptik, Missoni, Smart | No Comments »

photo: Flickr.com / StartTheDay
Oh, wie niedlich, was da im hochsommerlichen Rom, bei gefühlten 40 Grad im Schatten am Fuße der Piazza di Spagna parkt! Ja, die Italiener liefern mit diesem charmanten Häkel-Kleidchen fürs Auto wieder mal den Beweis, dass sie in Sachen Design die Nase ganz weit vorn haben und es verstehen, originelle Dinge zu kreieren.
Während hierzulande allerhöchstens mal eine in Wolle gehüllte Klorolle auf der Hutablage thront, steckt man jenseits des Brenners spritzige Wasserflaschen im Missoni-Strick oder hängt Vintagekleider als Deko an die Wand. Der Smart in Topflappen-Optik ist derzeit wohl das schrägste Exemplar der Zweckentfremdung und wir sind gespannt auf den nächsten Coup made in Italy. Für alle, die nach der WM keine beflaggten PKWs mehr sehen können, ist dieses Patchworkmobil doch wahrlich eine schicke Abwechslung. Also, ran an die Nadeln: pimp your smart!
Share on Facebook
Posted: Juli 13th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Anna Wintour, Carine Roitfeld, Condé Bast, Olivier Zahm, Purple Diary, Vogue | No Comments »

Carine Roitfeld, photo: The Travelista, FLICKR creative commons
Sie zählt zu den meistfotografierten und zugleich mächtigsten Fashion-Personalities der Welt: Carine Roitfeld, Chef-Redakteurin der französischen Vogue. Ob die Mode-Frontfrau genauso gefürchtet ist, wie ihr amerikanisches Pendant, die angeblich so teuflische, Prada-tragende Anna Wintour, weiß niemand so genau.
Auch das Gerücht, dass sich Carine und Anna nicht ausstehen können hält sich hartnäckig. Beide Vogue-Oberhäupter haben zwar ähnliche Frisuren und verfügen über ein dominantes Äußeres, doch in Fachkreisen gilt Madame Roitfeld als die Mildere und vor allem Unkonventionellere von beiden. Sie selbst bezeichnete sich einmal in einem Interview mit der “Welt am Sonntag” als Punk der Vogue-Familie und outete sich als Handtaschenhasserin. Eine der wenigen Selbstauskünfte, denen wir somit Glauben schenken dürfen. Ansonsten wird, wie bei allen Berühmtheiten, jedoch viel spekuliert über la Roitfeld. Zu viel, dachte sich wohl Purple-Magazine-Herausgeber Olivier Zahm.
Bei Modenschauen sitzt er häufig neben Carine in der ersten Reihe – sie um vornehmlich Kreationen der großen Couturieres zu begutachten, er wohl mehr, um blutjunge Models für seine beliebten One-Night-Stands zu casten, welche er dann anschließend, sich auf weißen Bettlaken räkelnd auf seinem Blog-Tagebuch Purple diary unter der Rubrik “Sex” veröffentlicht. Genau dieser Mann – den man wegen seiner verlodderten Optik nicht unbedingt der Modebranche zuordnen würde, – soll im Herbst 2011 die erste Biografie über Carine Roitfeld herausbringen. Intime Schnappschüsse der seit 2001 amtierenden Vogue-Chefin und deren hübscher Tochter kann man ja schon seit Längerem auf Purple diary bewundern, was in der Tat auf eine enge Freundschaft zwischen Roitfeld und Zahm hindeutet.
Insofern scheint das geplante Werk neue Einblicke in das Leben und Schaffen einer der bedeutendsten Frauen im High-Fashion-Bereich zu gewähren. Auch wird die erste Roitfeld-Biographie mit Sicherheit bildstark sein, da Olivier Zahm sein Umfeld stets originell, glamourös und zugleich verrucht inszeniert, wohingegen er sich mit Texten eher zurück hält. Ungewöhlich ist allerdings, dass der Rizzoli Verlag vor dem Erscheinen des Wälzers die Blogger-Szene um Mithilfe bittet.
So ging vergangene Woche bei einer Reihe von namhaften Modebloggern eine e-mail ein, in der unter anderem zu lesen war: „We would love to include questions from the blogosphere in this book. We invite you bloggers to send a personal question to Carine which she will selectively answer in her forthcoming book.” Auch wenn diese Rundmail für die betreffenden Blogs sicher ein Kompliment sein mag, lässt es den Biografen Zahm weniger gut aussehen. Hat Frauenheld Olivier über La Roitfeld etwa doch nicht soviel zu erzählen? Gibt deren Leben gar zu wenig her, um ein dünnes Paperback zu füllen?
Vielleicht wird sich das Buch aber auch mit dem Phänomen auseinandersetzen, warum ausgerechnet die französische Vogue-Chefin so häufig in einschlägigen Modebloggs auftaucht und offenbar deren Sympathie genießt, wer weiß? Klarheit wird es wohl erst geben, wenn wir das Buch im Herbst nächsten Jahres in den Händen halten. Aber selbst das ist neuerdings ungewiss. So war gerade auf dem Fashion Blog hint zu lesen, dass das Zahmsche Buch Projekt etwas vorschnell verkündet wurde, und keine Priorität habe. Tja, ein Buch mit sieben Siegeln eben…
(Text: Martina Klose)
Share on Facebook
Posted: Juli 9th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Chanel, Christian Dior, Dior Herbst Winter 2010/11, Haute Couture, John Galliano, Karl Lagerfeld | No Comments »

photo by courtesy of Dior
Es darf wieder geklotzt werden in der Haute Couture. Einer, der das mit am besten beherrscht ist John Galliano. Seine übergroßen, farbenfrohen Blütenkelchroben schwebten bei den Pariser Couture Schauen engelsgleich über den Laufsteg. Wie ein Feuerwerk der Botanik erlebten Modekritiker und Stars die Präsentation seiner Dior Herbst-Winterschau 2010/11 im Pariser Rodin Museum.
John Galliano hat sich mit dieser Kollektion, die als Hommage an die 1953 von Christian Dior erschaffene Tulpenlinie gedacht ist, wieder einmal selbst übertroffen. Romantisch, aber stets am Puls der Zeit, dank futuristischer Elemente, schickt der Designer seine Mannequins in die Mode Arena.
Um das Ganze nicht zu kitschig oder gar verkünstelt erscheinen zu lassen, greift Galliano zum gekonnten Stilbruch, indem er den Laufstegschönheiten Folie um die Köpfe wickelt und diese wie eingepackte Blumensträuße aussehen lässt. Doch das fulminante Blumenspektakel ist nicht nur das Werk eines begnadeten Modeschöpfers, diese Präsentation hat eine gewisse Symbolkraft für den momentanen Zustand einer schon mehrfach totgesagten Branche.
Es geht wieder bergauf im Luxussegment, so der einhellige Tenor bei den Pariser Schauen. Zwar wurden für die diesjährigen Défilées nur magere drei Tage anberaumt, doch sogar das einst angeschlagene Modehaus Givenchy, das in den vergangenen Jahren auf kostspielige Coutureschauen verzichten musste, war wieder unter den insgesamt 17 teilnehmenden Luxushäusern.
Die Verkäufe von Luxusroben scheinen wieder anzuziehen. Und genau darauf kommt es in diesem Segment an, welches auf Frauen zugeschnitten ist, die für handgefertigte, maßgeschneiderte Kleider fünf- oder gar sechsstelligen Summen hinblättern. «Von den Kundinnen der Edelschneider lassen sich allerdings nur zwischen 30 und 40 Prozent bei den Schauen sehen», gestand Designer Elie Saab kürzlich dem Fachblatt «Women’s Wear Daily». Vielen sei es unangenehm, wenn sie in einer Modenschau erkannt würden.
Auch Karl Lagerfeld bemerkt nach seiner spektakulären Löwenschau unter der Kuppel des Grand Palais: «Der Typ der Kundin ist heute ganz anders», so der Grandseigneur de la Mode gegenüber der Presse. «Früher kauften sie vielleicht ein Kleid. Heute kommen junge Frauen und nehmen gleich 40 Entwürfe.» Beachtlich! Auf die Frage, wer denn diese kaufkräftige Klientel sei, übt sich die Haute Couture Branche in vornehmer Diskretion. Warum eigentlich? In einem Rosenbouquetkleid à la Galliano muss man sich doch wahrlich nicht verstecken, diese Robe schreit förmlich nach Öffentlichkeit!
www.dior.com

Blütenzauber bei DIOR, photo by courtesy of DIOR
(Text: Martina Klose)
Share on Facebook
Posted: Juli 7th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Home Chic Home, Interior-Design, Sonia Rykiel | 1 Comment »

photo by courtesy of Sonia Rykiel
Stellen Sie sich vor, Sie besuchen stilsichere Freunde in Paris, machen es sich dort auf dem Sofa bequem und haben plötzlich Sonia Rykiels Rotschopf in der Hand. Eine Vorstellung, die schon bald Wirklichkeit werden könnte. Denn Sonia Rykiel, die für ihre großen Schauen gerne mal ihre fuchsrote Zottelmähne auf Strickpullis bannt, hat eine neue Home-Collection entworfen.
Erfahrung hat die Meisterin der Streifen ja bereits in Sachen Heimtextilien. Schlafzimmer und Bad hat die Modeschöpferin bereits mit Ringelstrick aufgehübscht. Unter dem Namen „Home Chic Home” wird la Rykiel für kommenden Herbst Kissen, Teppiche und Tagesdecken lancieren. Wie bei der kürzlichen Kooperation mit der Billigkette H&M, handelt es sich auch bei der neuen Interior-Linie um ein externes Projekt mit dem Einrichtungshaus Lelievre.
Demnach sollen aus Rykiels Atelier eine Reihe von Mustern kommen, die neben floralen Motiven auch die typischen Streifen enthalten werden. „Es geht um Humor, Komfort und einen kühlen, unkonventionellen Stil”, beschreibt Nathalie Rykiel, die Tochter der Designerin, den Stil der neuen Kollektion. Vorwiegend weiche Materialien wie Leinen, Webpelz, Samt und Velours werden eine Rolle spielen, schließlich soll man sich in der Rykielschen Wohnstube wohlfühlen. Ab September sind die neuen Kreationen für den Hausgebrauch erhältlich – egal ob mit oder ohne Wuschelkissen – originell werden die Wohnaccesoires vom linken Seineufer bestimmt sein. “Home chic home” eben!
www.soniarykiel.com
(Text: Martina Klose)

Vorsicht, Streifen im Anmarsch! photo by courtesy of Sonia Rykiel
Share on Facebook
Posted: Juli 6th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Geatone Pesce, Lichtinstallation, Wäscheleuchte | No Comments »

photos via stylefrizz
Haben Sie jemals daran gedacht, ihre Kleider an die Wand zu hängen und daraus eine Lampe zu basteln? Der italienische Architekt und Designer Geatone Pesce gilt als origineller Meister der Zweckentfremdung und schuf eine schräge Lichtquelle aus abgelegten Textilien.
Die wohl bizarrste Wäscheleine der Welt hängt jetzt in einem Restaurant in Florenz und taucht die Gästen bei Pasta und Vino in ein schummrig schönes Ambiente. Der Lichtzauber aus Hemd, Hose, Bluse und Kleid besteht aus einem brandsicheren Material und man muss als Kunstliebhaber schon tief in die Tasche greifen: stolze 6000 Euro kostet die Designerlampe made of Wäschekorb. Allerdings sollte man genau überlegen, wo man den ungewöhnlichen Lichtspender Zuhause aufhängt – sonst wird die ambitionierte Installation von Kunstbanausen glatt als Schlamperei verkannt!
www.geatonepesce.com

(Text: Martina Klose)
Share on Facebook
Posted: Juli 5th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Baby-Tee, Colette, Evian, Nathaniel Goldberg | No Comments »

photo by courtesy of evian
Ja, es gibt wahrlich charmantere Arten, den Menschen zum Wassertrinken zu animieren, als das abgedroschene Statement aller Models und Gesundheitspäpste „ich nehme täglich zwei Liter Flüssigkeit zu mir”. Um jungen Leuten schlappes Wasser in Zeiten des Komasaufens schmackhaft zu machen, müssen hippe Werber schon ziemlich tief in die Trickkiste greifen.
Die Pariser Agentur mit dem relativ unhippen Namen BETC Euro RSCG (???) hat ganze Arbeit geleistet. Modefotograf Nathaniel Goldberg machte Aufnahmen von Erwachsenen in sogenannten Baby-Tees. T-Shirts mit den Prints gewindelter Krabbelkinder, deren Gesichter am Halsausschnitt abgeschnitten wurden.
Wer sie trägt, wirkt wie ein Alien mit Wasserkopf auf einem proportional viel zu zarten Babykörper. Die Kampagne kam bei den Franzosen so gut an, dass es die Shirts ab Mitte Juli für alle Hauttypen im Pariser Designer-Shop Colette zu kaufen gibt. Guerilla-Marketing vom Feinsten – denn wo bekommt man schon so viele freiwillige Werbeträger, die auch noch dafür bezahlen?
www.colette.fr
Share on Facebook
Posted: Juli 1st, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Lourdes Ciccone, Macys, Madonna, Material Girl | No Comments »

foto by courtesy of material girl
Nanu? Stammen diese professionellen Skizzen wirklich von einer 13jährigen? Dieser Gedanke mag einem beim Anblick der Entwürfe von Madonnas Tochter Lourdes spontan durch den Kopf jagen. Die detailliert gezeichneten Kleidchen und die knappen Tops auf kurvigen Formen machen so gar nicht den Eindruck, als seien sie von einem Teenager illustriert worden. Auch der Kollektionsname Material Girl legt eher die Vermutung nahe, Mama Madonna habe kräftig mitgemischt und Jungdesignerin Lourdes ihren Geschmack diktiert. Accessoires wie abgeschnittene Handschuhe und Bustiers erinnern stark an die 80er Jahre Outfits von Mama Madonna.
Doch Vorwürfe, Madonna würde ihren eigenen Nachwuchs benutzen, um sich auch bei der jüngen Generationen im Gespräch zu halten, weist die Queen of Pop entschieden zurück. Lourdes habe einfach Lust auf eine eigene Modelinie gehabt, da kam das Angebot von Macys gerade recht. Madonna insistiert dass die Kollektionsgestaltung maßgeblich von ihrer Tochter geleistet wurde, und erklärt dass Lourdes schließlich über einen sehr ausgeprägten Modegeschmack verfüge. Das leuchtet ein, denn die Sängerin war schon immer ihrer Zeit voraus – das, was sie trug, wurde stets Trend. Wahrscheinlich hat Lourdes das Inszenierungs-Talent ihrer prominenten Mama mit der Muttermilch aufgesogen. Fragt sich nur warum die Kollektion unter dem Slogan “Created by the original Material Girl, Madonna” beworben wird?
Selbstverständlich bekommt Lourdes für ihre Linie Material Girl auch professionelle Marketingunterstützung, von der die meisten Jungdesigner nur träumen können. Um von Anfang an junge Kundinnen an die Marke zu binden, wurde sogar ein gleichnamiger Blog erschaffen. In typischer Teenie Sprache gibt Lourdes dort Tipps und plaudert offen über ihr Tagesoutfit. Erfreulich ist jedoch, dass die 13jährige durch Kreativität von sich Reden macht. Genausogut könnte sie Mamas Geld verjubeln, wie die meisten Sprösslinge der Schönen und Reichen. Stattdessen kann man Ihre Kollektion ab August bei der amerikanischen Kaufhauskette Macys erwerben. Tja, der Rubel rollt, im Hause Ciccone!

photo by courtesy of Iconix
(Text:Martina Klose)
Share on Facebook
Posted: Juni 30th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Birkin Bag, Birkin Canvas, Hermès, Plagiat, Produktpiraterie | No Comments »

photo via bagsnob
Warum sich die Mühe machen und eine bekannte Luxustasche originalgetreu kopieren, wenn’s auch leichter geht? Einfach die Rohstoffe der Birkinbag auf einen Stoffbeutel klatschen, fertig ist das neue Must-have zum Preis einer Badetasche. Das in etwa müssen sich findige Produktpiraten aus Fernost gedacht haben, als sie ihre eigene Kreation des Hermès Klassikers schufen und zur Abwechslung einmal selbst kreativ wurden.
Erstmals gelangt aus den Fälscher-Werkstätten in Taipeh ein Täschchen zu uns, dessen Originalität sogar strenge Zollbeamte zum schmunzeln bringen müsste. Die Hermès Birkin als Einkaufstasche. Ein illegaler Fashion-Neuling, der ein Statussymbol ad absurdum führen will.
Ab sofort können öko- und stilbewusste Verbraucher Gemüse und Salat “très chic” im Stoffbeutel deluxe nach Hause schleppen. Dass es sich um Billigware für 40 Euro handelt, ist bei den Exemplaren mehr als offensichtlich. Klar, Plagiate sind hierzulande verboten und machen den großen Modehäusern zu schaffen. Dennoch: die Birkin-Lookalike ist eine so freche Kopie, dass man sie allein schon ihrer Originalität wegen in der Armbeuge herumtragen möchte. Ach ja, und monatelange Wartelisten bleiben der Trägerin auch erspart…
(Text: Martina Klose)

photo via bagsnob
Share on Facebook
Posted: Juni 30th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: robert pattinson, Schluepfer, Slip, Underwear | No Comments »

Geschmackssache - Der Pattinson!
Als wäre es nicht schon genug, dass Robert Pattinson-Poster sämtliche Jungmädchenzimmer zupflastern, jetzt dringt der unwiderstehliche Vampir auch noch zu den intimsten Stellen unschuldiger Mädchen vor.
Auf der Brust trugen die Teenies ihn ja schon eine Weile vor sich her, ab sofort ziert der schöne Robert mit dem hypnotisierenden Blick auch noch Schlüpfer. Pünktlich zum Start des dritten Teils der erfolgreichen Vampirsaga werden die letzten Merchandising-freien Zonen erobert und mit Edwards Konterfei bedruckt. Wer denkt, dass das Motiv schon verstörend genug ist, dem sei gesagt, dass ein weiteres Foto – und zwar von Pattinsons Mundpartie – auf den Inneseite des Slips zu finden ist. Den Trägerinnen dieses Stoffdreiecks möchte man am liebsten “Happy Pettington” entgegen rufen aber so weit kommt es dann doch nicht, der Slip ist die Einzelanfertigungs eines Fans aus Kanada für den Twilight Fan-Blog Twitarded und nicht im Handel erhältlich. Doch vielleicht greift das insolvente Wäschunternehmen Schiesser das Foto als Inspiration auf um seinen Umsatz anzukurbeln; so ein “Taylor Lautner Büstenhalter” wäre mit Sichherheit ein Renner.
(Martina Klose)
Share on Facebook
Posted: Juni 29th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Christopher Katke, Logo, Louis Vuitton, SM | No Comments »

photo by Christopher Katke, via stylefrizz
Provokation ist ein beliebtes Marketinginstrument, dessen sich die Modebranche immer häufiger bedient. Models, die in einer Burka über den Laufsteg schreiten, Fußballer, die in homoerotischer Ästhetik für eine Werbekampagne posen, all das sind inzwischen gängige Motive, mit denen Designer ihre Kollektionen hervorheben wollen.
Hin und wieder gibt es Fotos, bei denen einem schlichtweg die Spucke weg bleibt. So wie das finstere Bildnis eines Mannes, dessen Antlitz komplett von einer Ledermaske verhüllt wird. Einerseits beklemmend, andererseits kommt das Utensil aus dem Sado-Maso-Milieu auch originell daher, schließlich ist das Leder mit dem Monogramm des Pariser Luxuslabels Louis Vuitton bedruckt, welches man sonst nur auf Koffern, Handtaschen und Accessoires der Edelmarke findet.
Handelt es sich hier also um einen einmaligen Ausflug in die SM-Welt zu Werbezwecken, ein neues Must-have mit politischer Botschaft, oder doch um das Ergebnis einer gelungenen Bildbearbeitung per Fotoshop? Abgelichtet wurde die Fetischbirne jedenfalls von dem New Yorker Modefotografen Christopher Katke, auf dessen Website sich noch weitere neckische Aufnahmen befinden. Auf den letzten LV-Schauen war das martialische Kopfleder übrigens nicht zu sehen und auch im Hause Louis Vuitton ist man erst mal überfragt. Egal, schrill und visuell spannend ist das Crossover zwischen Unterwelt und Luxuslabel mit Sicherheit!
(Text: Martina Klose)
Share on Facebook