Big Apple goes Berlin: Calvin Klein erstmals auf der Fashionweek

Posted: Juni 25th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | 2 Comments »
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photo by courtesy of LOEWS PR

Berlin bittet zur Fashionweek, New York kommt. Diesmal schickt der Big Apple einen ganz großen Fashion-Vertreter: Calvin Klein wird zum ersten Mal auf deutschem Terrain ein Multibrand-Event zeigen. Dafür hat sich das New Yorker Label prominente Unterstützung gesichert.

Hollywoodstar Diane Kruger, die das Gesicht des neuen Dufts Calvin Klein Beauty ist und Model Lara Stone, die in sämtlichen Herbstkampagnen zu sehen sein wird. Sie sind die Special Guests der Veranstaltung in der Münze, jenem historischen Gebäude, das bis 2005 eine der ältesten Prägeanstalten Deutschlands beherbergte. Das Bauwerk in Berlin-Mitte wurde für das Event in einen einzigartigen Fashiontempel verwandelt, in dem 50 Models aus aller Welt auftreten sollen.

Wer jetzt allerdings eine normale Runwayshow erwartet, der sei eines Besseren belehrt. In der Presseankündigung ist die Rede von einem besonderen Modeerlebnis rund um The World of Calvin Klein und einer beeindruckenden Installation des Star-Architekten Jürgen Mayer H. Demnach soll die Präsentation der Frühjahrs- und Ressort-Kollektionen 2011 eines der größten Events werden, das Calvin Klein jemals in Europa umgesetzt hat.

Wir sind gespannt und schielen am 7. Juli natürlich nach Berlin!

www.calvinklein.com

(Text: Martina Klose)


MADE BY MEDIA: Lennart Wronkowitz will hoch hinaus – die Blitzkariere eines 17-jährigen

Posted: Juni 23rd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , | 1 Comment »

strategische Selbstvermarktung: Lennart Wronkowitz, photo by Esteban,

strategische Selbstvermarktung: Lennart Wronkowitz, photo by Esteban,

Sein Blick wirkt streng und zielorientiert. Wie eine Mischung aus Yves Saint Laurent und Tokio Hotel Sänger Bill Kaulitz gibt sich Lennart Wronkowitz vor der Kamera. Was zum einen sicherlich an seiner überdimensional großen Hornbrille liegen mag, zum anderen an seinem zarten Alter von 17 Jahren und der femininen Außenwirkung. Während die meisten Gleichaltrigen noch orientierungslos auf Parkbänken rumhängen und jede Menge Blödsinn im Kopf haben, hat Lennart Wronkowitz aus dem beschaulichen Soest in Nordrhein-Westfalen bereits einen festen Lebensplan, eine eigene PR-Managerin und auch eine eigene Modekollektion.

Er will die Laufstege dieser Welt erobern und von Fashionweek zu Fashionweek tingeln. Ein Ausspruch, der nach der naiven Selbstüberschätzung eines Jugendlichen klingt, aber mittlerweile dazu geführt hat, dass sich gegenwärtig vor allem die Boulevardmagazine der Privatsender um ihn reißen. Auch eine Einladung zum Sofaplausch mit Günther Jauch flatterte dem smarten Jungdesigner jetzt ins Haus. In der Programmankündigung ist gar die Rede von Deutschlands großer Modehoffnung.

Auch bei Google findet man unter dem Stichwort “Lennart Wronkowitz” inzwischen zahllose Einträge. Immer wieder tauchen dort Bezeichnungen wie „Karl Lagerfelds Nachfolger” oder „Deutschlands große Fashionhoffnung” im Zusammenhang mit seinem Namen auf. Schlagzeilen wie sie Schreiberinnen des heimischen Tageblatt gerne verwenden; die zwar weniger den Tatsachen entsprechen, dafür umso mehr einen provinziellen Lokalpatriotismus bedienen.

Doch wer ist dieser Lennart Wronkowitz überhaupt, um dessen Aufmerksamkeit momentan alle Sender buhlen? Schon als 11-jähriger entwickelt der Junge aus Soest ein Faible für Mode. An Mamas heimischer Nähmaschine verschönert er zunächst seine T-Shirts, mit 14 darf er sich in der Arztpraxis seines Vaters ein Zimmer als Atelier einrichten. Bis heute verwirklicht er dort nach Schulschluss seine kreativen Träume, indem er Shirts aus dem Discounter mit Stoffresten aufmotzt. Inzwischen veräußert der 17jährige seine Entwürfe in einem eigenen Onlineshop. Verkaufszahlen gibt es jedoch keine.

Was früher als belangloses Hobby eines Heranwachsenden abgetan wurde, ist für die ständig nach neuen Sensationen Ausschau haltenden Medien heutzutage eine Story – vorausgesetzt man verkauft sie plakativ genug. “13jährige Bloggerin zeigt Anna Wintour, wo’s langgeht” oder “8jährige Stilikone macht Topmodels Konkurrenz” sind medienwirksame Schlagzeilen, die die sonst eher übersättigten Leser und Zuschauer aufhorchen lassen. Was die ambitionierten Modekinder wirklich zu sagen haben und welcher PR-Agent dahintersteckt, sind dabei eher sekundäre Randnotizen.

Hauptsache, eine neue Figur ist geschaffen, mit der sich Geld verdienen lässt. Weil auch Lennart Wronkowitz seine Jugend nicht mit Parties verplempert, sondern das fleißige Schneiderlein mimt, das in die große weite Welt hinaus will, kommt seine Geschichte bei den Medien bestens an und lässt sich prima vermarkten. Ob es sich tatsächlich um eine Erfolgsstory handelt, ist fraglich.

Ist der Fall Wronkowitz nicht vielmehr das Ergebnis einer sich zunehmend vernetzenden Welt. Ein Phänomen made by Web 2.0?

Ausnahmetalente gab es immer schon, nur eben keine öffentlichen und für jedermann zugänglichen Kanäle zur Selbstvermarktung. Fakt ist: Qualität braucht Zeit. Mussten die großen Designer nicht jahrelang an Modeschulen lernen und entwerfen und wieder verwerfen, Wettbewerbe absolvieren, ja zum Teil unentgeltlich bei großen Couturiers anheuern, um zu werden wer sie heute sind? Wronkowitz will das alles auch. Der Hunger nach Ruhm und Anerkennung, der die Casting-Generation beherrscht, wie der Drang nach freier Liebe einst die 68er, ist nicht die schlechteste Voraussetzung um Großes zu schaffen, doch für eine souveräne Laufbahn bedarf es mehr als sich im Dunstkreis von C-Promis zu tummeln und ein paar bedruckter Jersey-Teile. Medienpräsenz allein ist kein solides Fundament für eine Kariere – nichts ist unbeständiger als die Gunst des Publikums.

Ob der quirrlige Teenager Karl Lagerfeld später einmal vom Sockel stoßen wird, bleibt somit vorerst abzuwarten. Vielmehr muss sich der Junge mit der übergroßen Brille Sorgen machen, dass er nicht schon bald vom nächsten Medienphänomen verdrängt wird: das ist nämlich schon im Anmarsch und kommt aus Amerika. Cecilia Cassati heißt die neue Mini-Coco Chanel – und die ist erst 10!

Hinweis: Lennart Wronkowitz ist heute zu Gast bei STERN TV, 23.06.2010, 22:10 Uhr, RTL

Website: Lennart Wronkowitz

(Text: Martina Klose & Sven Barthel)


Schluck Dich schön – mit MISSONI

Posted: Juni 22nd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , | 1 Comment »

photo: San Pellegrino

photo: San Pellegrino

Wenn man schon für ein erfrischendes Prickelwasser bis zu 5 Euro hinblättern muss, dann sollte es doch bitteschön eine Flasche mit Stil sein. Kommt das Gesöff gar aus Italien, dann darf es keinesfalls in einer ordinären Plastikbottle serviert werden. Das hat sich wohl auch der italienische Mineralwasserhersteller San Pellegrino gedacht und seinen Flaschen zum 111. Jubiläum ein Luxus-Design verpasst: nämlich topangesagtes Missonistrick.

Ab sofort sieht man das zeitlose Zickzackmuster nicht nur an modebewussten Italienerinnen, nein, auch grünes Glas kommt jetzt im schicken Designerkondom daher. “San Pellegrino meets Italien talents” heißt die Marketingkampagne, die sich der Sprudelwasserkonzern für seinen süffigen Durstlöscher ausgedacht hat. Neu ist dieses Konzept allerdings nicht.

Getränkeflaschen im Fashion-Look tauchen immer wieder auf und sind ein beliebter Werbegag, um deren Inhalt – und sei es nur Wasser – ein hippes Images zu verpassen. Karl Lagerfeld entwarf bereits eine noble Aluminium-Flasche für Coca Cola, Patricia Field übernahm das Styling des plumpen Skyy Vodka-Gefäßes und das Kristallimperium Swarovski veredelte bereits vor vielen Jahren eine Champagnerflasche mit funkelnden Strass-Steinchen. Trotz wirtschaftlich schwerer Zeiten stillen gewisse Kreise ihren Durst offenbar gerne mit modischer Eleganz. So wird auch die Sondereditionsflasche von Missoni vorerst nur in gehobenen gastronomischen Einrichtungen serviert. Schon möglich, dass sie dort zur “It-Bottle” avanciert. Stilbewusste Gäste könnten gar eine Vorliebe für Altglas entwickeln und das edle Sprudelbehältnis stibitzen. Vorausgesetzt natürlich, es trägt Missioni!

(Text: Martina Klose)


Blümchenpause: Kenzo greift zum Pinsel und macht in Kunst

Posted: Juni 22nd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »
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photo by courtesy of Studio 55

Auch für die Großmeister der Mode gibt es ein Leben fernab von Laufsteghektik und geschäftigen Fashionweeks. Doch was tun Kreative wie Lagerfeld und Co. in einer ihrer seltenen schöpferischen Verschnaufpausen? Sie nützen die Zeit natürlich sinnvoll und sind, wen wundert’s, kreativ.

Kaiser Karl knipst gerne, Tom Ford hat ein fulminantes Regie-Debut hingelegt und Kenzo Takada greift seit geraumer Zeit zum Pinsel und verewigt sich nicht mehr nur auf Stoffen, sondern auf großflächigen Leinwänden. Zum ersten Mal stellt die Pariser Galerie  Studio 55 Gemälde  des japanischen Modeschöpfers aus. Mit insgesamt acht Exponaten will sich der Meister der Muster als ernstzunehmender Maler etablieren.

Die Bilder, allesamt Selbstportraits, wurden bewusst in den privaten Räumlichkeiten der Pariser Residenz von Pierre Cardin plaziert. Dessen Originalmöbel sowie Kunstwerke von Salvador Dali sollen ein gewisses Ambiente schaffen und dem Ausstellungsmotto „un certain style de vie” – zu deutsch: „ein besonderer Lebensstil” – gerecht werden. Kenzo mal anders, oder noch besser, Kenzo, wie er sich selbst sieht. Das Bekenntnis zu seinen asiatischen Wurzeln wie auch die Liebe zu floralen Motiven sind überdeutlich. So mutet das Resultat dann auch eher dekorativ als intellektuell ambitioniert an -  bleibt aber wie immer bei der Beurteilung von kreativen Erzeugnissen auch Geschmackssache.  Bis zum 10. Juli können die Werke Kenzo’s in der Pariser Urban Art Galerie Studio 55 besichtigt werden. Also, nichts wie hin!

www.thestudio55.com

(Text: Martina Klose)


That´s styling: Katie Grand inszeniert Mannequins für Louis Vuitton in London

Posted: Juni 18th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

© Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

© Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

Schaufensterpuppen, deren Köpfe in umgedrehten Louis Vuitton Taschen stecken und gesichtslose Stoffgestalten, deren Körper über und über mit dicken LV-Initialien in Graffiti-Optik bepinselt sind: In ihrer gewohnt unkonventionellen Art würdigt die Londoner Stylistin und frühere Chefredakteurin der  Modegazette “POP” Katie Grand das 12jährige Schaffen von Marc Jacobs als künstlerischer Leiter für das französische Luxuslabel Louis Vuitton.

Originell und witzig setzte die 37-jährige Modeexpertin Kreationen von 1998 bis heute im neu eröffneten Louis Vuitton Flagshipstore in der Londoner Bond Street in Szene. Grand, die auch die Modehäuser Prada und Miu Miu berät, hat Designerstücke zusammengetragen, die allesamt unter der Führung von Marc Jacobs für das Pariser Modelabel entworfen wurden. Darunter viele Klassiker, aber auch wahre Kunststücke, wie die bunten Graffiti-Taschen, auf denen der 2004 verstorbene Künstler  und Jacobs’ Freund Steven Sprouse sich austoben und die Initialien der Luxusmarke neu interpretieren durfte.

Als Marc Jacobs im Jahre 2000 Steven Sprouse erstmalig beauftragte dem klassischen LV-Monogram für die Sommer Kollektion 2001 ein junges Make-over zu verpassen, war das eine kleine Revolution im Luxussegment.  Der erfrischend respektlose Umgang  mit dem weltberühmten Logo-Muster  stieß weltweit auf großen Anklang, sowohl bei der Presse als auch beim Endverbraucher, und somit waren  “Sprouse” Modelle unmittelbar nach ihrer Marketeinführung auch im Nu vergriffen.  Auch die  Neuauflage der Sprouse Designs im vergangenen Jahr, diesmal in grellen Neonfarben, war populär und machte fluoreszierendes Gelb, Grün und  Pink, kurzum Neon,  erstamls seit Ender der 1980er wieder salonfähig.  Um die Entwicklung des berühmten Modelabels zu dokumentieren, hat Katie Grand Stücke aus den unterschiedlichsten Kollektionen ausgegraben und liebevoll zu einem coolen  Gesamtkunstwerk arrangiert.  Überhaupt kann sich die neue Boutique in Londons feiner New Bond Street sehen lassen.  Rund 25 Millionen Euro wurden in den 1520 Quadratmeter großen Fashion-Tempel investiert, der neben einem Sortiment aus edelsten Vintagekoffern, eine Kunstsammlung mit Exponaten von Damien Hirst, Gilbert & George und Jeff Koons beherbergt.

copyright: Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

copyright: Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

„Ich wollte einen Laden machen, in dem man am liebsten einen halben Tag verbringen möchte, statt einfach hineinzugehen, um gleich wieder mit einer Tasche herauszukommen,” betont der New Yorker Architekt Peter Marino im Interview. „Wenn die Leute so nett sind, ein Geschäft zu betreten, dann schuldet man Ihnen eine gute Zeit. Warum sollte man Shoppen, ohne dass man dabei Spaß hat und das Ganze einen gewissen Glamour hat?”

In der Tat sind die drei Etagen des „Maison” Louis Vuitton gespickt mit Überraschungen und verspielten Elementen, so dass nicht nur gut betuchte Kunden geneigt sein werden, die Schwelle des Luxusgeschäfts zu übertreten. Ein Buchladen mit Paperback-Klassikern, eine Ecke mit erschwinglichen Louis Vuitton Schlüsselanhängern und der Galeriecharakter des Shops an sich richten sich offenbar an ein breiteres Publikum. Und so kann es durchaus sein, dass die Londoner Dependance von Louis Vuitton künftig nicht nur Fashion Victims anzieht, sondern auch bei Städtereisenden irgendwann zum Pflichtprogramm gehört, wie etwa das British Museum, die Tate Modern oder der Touri-Klassiker Madame Tussauds’.

www.louisvuitton.com

(Text: Martina Klose)



Überraschung! YOOX wird 10 und macht seine Kunden zu Stylisten

Posted: Juni 17th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

photo: yoox.com

photo: yoox.com

In einer schicken Designer Boutique nach Herzenslust herum stöbern, Handtaschen von allen Seiten begutachten und das womöglich noch in einer alten Jogginghose, ohne von snobistischem Verkaufspersonal gescannt zu werden?

Onlineshops wie YOOX, net-à-porter.com oder mytheresa.com machen’s möglich. So kommen Fashion-Victims selbst an einem “bad-hair-day” in den Genuss des Einkaufsvergnügens auf hohem Niveau. Das Prinzip „fashion per Mausklick” ist aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken. Der Anbieter  YOOX feiert dieser Tage, man höre und staune, schon sein 10jähriges Jubiläum. Wohl auch um noch mehr modehungrige User auf die Shopseiten zu lotsen, hat sich der virtuelle Modetempel etwas ganz Besonderes ausgedacht. Unter dem Stichwort „YOOX Top 10″ kann man jetzt den Designer in sich wecken und aus dem Shop-Sortiment seinen persönlichen Lieblingslook zusammenstellen.

Klingt vielversprechend und schwupp, schon klickt mein Mode-affines “Ich” wie ferngesteuert drauflos. Die Facebook-Anwendung “YOOX Top 10″ ist schnell gefunden. Dort stehen tatsächlich topaktuelle Designerstücke zur Auswahl, die ich jetzt nach meinem eigenen Gusto mit der Maustaste auswählen und meinem Model-Rohling anziehen kann. Irgendwie fühle ich mich an alte Kinderzeiten zurückerinnert, in denen ich noch Anziehpuppen aus Karton  mit bunten Papierkleidchen zu stylen pflegte. In der virtuellen Welt läuft das “Dress-up” jedoch viel professioneller und in wenigen Minuten ist mein Prototyp der perfekt angezogenen Frau geschaffen. Jetzt muss ich meinen selbstkreierten Stil eigentlich nur noch auf meinem Facebook-Profil posten und meine Freunde darum bitten, Werbung für mich zu machen.

Denn das ist das Prinzip des YOOX-Gewinnspiels. Je mehr Leute meinen selbstentworfenen Stil gut finden, desto größer sind meine Chancen, in die Endauswahl zu gelangen. Ein Blick auf die Konkurrenz unter den frischgebackenen YOOX-Designern, lässt mich allerdings zögern. Viele haben ihren Stil noch mit selbstgeschossenen Beauty-Bildern aufgehübscht. Dieser Aufwand ist  durchaus  nachvollziehbar, schleißlich werden  die 10 populärsten Looks der Redaktion des Modemagazins i-D vorgelegt, das den kreativsten Favoriten als Stylisten für das Septemberheft engagiert. Ob ich dabei sein werde? Na, momentan überlege ich ja noch, ob ich meinen Entwurf überhaupt posten soll…

www.yoox.com

(Text: Martina Klose)


Abnehmen für Fashion-Victims – auf dem KENZO Power Plate!

Posted: Juni 16th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , | No Comments »

photo by courtesy of stylefrizz

photo via stylefrizz

Was gibt es Praktischeres, als sich mal so richtig stylisch durchschütteln zu lassen und dabei auch noch abzunehmen? Dank dem Power Plate, dessen Normalversion preislich schon an einen Kleinwagen herankommt, purzeln die Kilos ja bekanntlich ohne jegliche Anstrengung. Aber, meine Damen und Herren: wenn man schon viel Geld für einen Hometrainer ausgibt, dann doch bitteschön für ein Exemplar mit Stil!

Warum also nicht gleich zu einem Power Plate von KENZO greifen? Der japanische Designer hat den Rüttel – Rolls Rolyce unter den Fitnessgeräten, das bei Stars wie Madonna und Gwyneth Paltrow längst zur Grundausstattung gehört, einen frischen Look verpasst und seinen farbenfrohen Designer-Stempel aufgedrückt. Und so entstand ein schickes buntes Must-have für alle stilbewussten Kaloriensünder dieser Welt. Ein Gerät in der berühmten KENZO-Gute-Laune-Optik, wie man sie bislang nur an dessen Kleidern und Wäscheartikeln bewundern konnte.

Stolz erklomm der Meister der Muster bei der Präsentation in seinen schwarzen Lackstiefeletten das farbenfrohe Folterinstrument für Problemzonen und lächelte für die Presse. Die Luxuswaffe gegen Fettpolster “made bei KENZO” hat natürlich auch ihren Preis: schlappe 8000 Euro muss der mode- und figurbewusste Kunde hinlegen, der sich das “Flower-Power Plate” des Modeschöpfers ins Haus holen möchte. Viel Geld für einen vollautomatischen Drillinstruktor, der zwar sicher nicht gleich im Kleiderschrank verschwinden wird – aber die Frage offen lässt, ob er  seinem neuen Besitzer wirklich eine schönere Silhouette beschert.

(Text: Martina Klose)


Dolce & Gabbana: heiße Höschen für Italiens Kicker

Posted: Juni 11th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

photo by courtesy of Dolce & Gabbana

photo by courtesy of Dolce & Gabbana

Na, das ist doch mal ein schönes Mode-Statement zur WM 2010: das Designerduo Dolce & Gabbana lanciert die Unterhose “Calcio”, zu Deutsch: Fußball. Als Testimonials fungieren keine gewöhnlichen Models, die sich lasziv auf Kissen räkeln, sondern fünf Spieler der italienischen Nationalelf, die im Duschraum des Sportvereins um die Ecke ihren Mann stehen.

Allerdings sind die Herren des runden Leders so sexy abgelichtet, dass man als Laie schon zweimal hinschauen muss, um sie als Fußballer zu identifizieren. Die Aufnahmen von Antonio Di Natale und seinen Mitstreitern haben fast schon eine homoerotische Ästethik und die Kreationen, die die Kicker tragen – darunter auch eine Mischung  aus traditionellem Feinripphöschen mit grün-weiß-rotem Glitzer Bündchen – sind originell und stylisch und damit alles andere als Liebestöter. Anfangs sollen die Spieler der Werbekampagne von Starfotograf Mariono Vivanco noch mit einer gewissen Skepsis begegnet sein.

“Meine Frau musste mich zum Fotoshooting überreden“, erinnert sich Stürmer Vincenzo Iaquinta. “Aber dann haben die Aufnahmen unter der Dusche Riesenspaß gemacht.” Ja, das sieht man. Irgendwie Schade, dass Wolfgang Joop, der das insolvente Feinripp-Imperium Schiesser retten will, unsere deutschen Kicker nicht auch in weiße Liebestöter mit schwarz-rot-goldenem Bund gesteckt hat. Damit ließe sich nicht nur das Image des deutschen Wäscheherstellers aufpolieren. Schweini und Co. würden sich bestimmt genauso gut in der Duschkabine machen, wie ihre italienischen Rivalen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, oder?

www.dolcegabbana.de

(Text: Martina Klose)


Covergirl mit 13: schickt Lourdes Madonna bald in Rente?

Posted: Juni 10th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

credit: via stylefrizz.com

credit: via stylefrizz.com

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Madonnas Töchterchen Lourdes selbst zum Star wird: mit ihren 13 Jahren, ziert Mademoiselle Ciccone, die aus Madonnas Verbindung mit ihrem früheren Fitnesstrainer Carlos Leon stammt, jetzt ihr erstes Cover. Selbstbewusst und distanziert strahlt die hübsche Dunkelhaarige mit den großen Kulleraugen von der Titelseite des deutschen Lifestyle Magazins Quality, der noch jungen Publiaktion des einstigen Qvest-Gründers Constantin Rothenburg.

An Bilder, auf denen Mutter und Tochter gemeinsam über den Roten Teppich flanieren haben wir uns längst gewöhnt. Schließlich hat Madonna ihre Kinder nie von der Presse abgeschirmt.

Im Gegenteil: sogar an ihren Adoptionsvorhaben in Afrika ließ sie die Öffentlichkeit teilhaben. Andere Stars wie Heidi Klum drohen Paparazzi mit drakonischen Geldstrafen, sollten Sie ihre Kleinen ablichten oder gar unverpixelt zeigen. Madonna hingegen hat ihren Nachwuchs, wie es scheint, regelrecht ins Show Bizz eingeführt. So stand Lourdes bereits mit ihrer Mama auf der Bühne und wird seit sie laufen kann, von Designern umworben. Auf den Fotos der Regenbogenpresse wirkt sie fast schon gelangweilt, was nicht verwundert, wenn man von frühesten Kindesbeinen an dem Blitzlichtgewitter der Fotografen ausgesetzt ist.

Da erstaunt es auch nicht, dass Lourdes mit ihren 13 Jahren bereits über eine ausgesprochene Stilsicherheit verfügt, dass sie die Bühnenoutfits für Mamas „Sticky&Sweet”-Tour ausgesucht oder unter dem Labelnamen „Material Girl” schon eine eigene Modelinie entworfen hat. Man könnte noch endlos aufzählen, was dieser Wunderteenie schon alles für die Musik und Modewelt geleistet hat, seitdem er aus dem Windelalter heraus ist. Allerdings drängt sich auch die Frage auf, ob das Phänomen Lourdes Ciccone nicht auch ein Produkt von zuviel mütterlichem Ehrgeiz ist. Schon die Tatsache, dass Madonna ihrem Spross einen Namen gab, der ihren eigenen an Extravaganz noch übertrifft, zeugt davon, dass der Megastar seinen Nachwuchs doch irgendwie zur Selbstinszenierung nutzt.

Denn auch wenn die Pop-Diva mit ihren 51 Jahren noch so knackig daherkommt, wie eine 30 Jährige, wird sie nicht ewig auf den Brettern der Welt herumwirbeln können. Sich ständig neu zu erfinden, ist selbst für eine Ikone wie Madonna eine Herausforderung. Ob sie die Marke Madonna mit einer Mini-Ausgabe ihrer selbst fortleben lassen will? Klar, Lourdes wird in Sachen Karriere sicherlich von ihren Promi Genen profitieren. Ob sie auf Dauer damit glücklich wird, steht auf einem anderen Blatt. Viele Kinderstars sind am frühen Ruhm zerbrochen. Allerdings macht Misses Ciccone dafür einen viel zu abgeklärten und gefestigten Eindruck. Und mal ehrlich, Madonna wirkt auch nicht wie die über-ambitionierte Eislaufmutti, deren Tochter später mal das erreichen soll, was Mama nicht geschafft hat. Insofern freuen wir uns auf weitere Neuigkeiten von der unglaublich erfrischend und natürlich wirkenden Lourdes.

www.quality.uk.com

(Text: Martina Klose)


Shakira macht “Waka Waka” in Roberto Cavalli

Posted: Juni 9th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

photo by courtesy of Roberto Cavalli

photo by courtesy of Roberto Cavalli

Den WM-Titel in der Disziplin Hüftschwung hat SIE längst in der Tasche. ER wiederum kleidet Frauen so figurbetont und sexy, wie kein Anderer. Ausgerechnet das runde Leder hat die beiden zusammengeführt. Latino-Goldkehlchen Shakira und Star-Designer Roberto Cavalli sind bei der WM 2010 ein Team. Nein, keine Angst, die beiden Fußball-Amateure werden in Südafrika keinem Ball nachhetzen.

Vielmehr hat der italienische Großmeister der Animalprints das Kostüm für Shakiras WM-Eröffnungs-Song entworfen. Ja, „fashion goes football” – und so wird der kolumbianische Kurvenstar zur Eröffnung des Fußball-Spektakels mit dem neuen Hit “Waka Waka” in einem Cavalli-Catsuit über die Bühne “waka”-wackeln.

Das knappe Stück Stoff ist so geschneidert, dass die quirrlige Sängerin genug Bewegungsfreiheit hat. Ein sexy Strampler, der an manchen Stellen den Blick auf nackte Haut freigibt, wie etwa ein Monokini mit Beinen. Ihr legendärer Hüftschwung wird durch einen Hulla Hulla Rock aus Federn unterstützt, den die Künstlerin jederzeit abwerfen kann, wenn sie in der afrikanischen Hitze über die Bühne wirbelt. Zum Glück trug Shakira dieses Outfit nicht auf ihrem Flug nach Südafrika – sonst hätte sie die mitreisenden Spieler der deutschen Nationalmannschaft wohl um den Verstand gebracht. Bekleidet mit Jeans und Turnschuhen, sah sie an Bord des Spielerjets eher aus wie eine Austauschstudentin. Dafür wird sie in Südafrika sicher nicht mit ihren Reizen geizen und das Cavalli-Federröckchen bestimmt nicht lange anbehalten. Ein Grund mehr also, sich auf kommenden Freitag zu freuen. Denn dann gibt’s Fußball, ein kühles Blondes und jede Menge „Waka Waka”!

(Text: Martina Klose)


Stilvoll zur WM – der FIFA-Pokal reist im LOUIS VUITTON Luxus-Koffer

Posted: Juni 8th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | 1 Comment »

copyrights: Mazen Saggart / LOUIS VUITTON, by courtesy of LOUIS VUITTON

copyrights: Mazen Saggar / LOUIS VUITTON, photo: by courtesy of LOUIS VUITTON

Sie ist die wohl am härtesten umkämpfte Trophäe der Welt und reist nicht in einem ordinären Trolley oder gar in einer beliebigen Pappschachtel nach Südafrika.

Nein, der FIFA-Pokal tritt seinen Weg zum Schauplatz der WM 2010 im handgefertigten Louis Vuitton Koffer mit LV Monogramm an. Auch wenn der Pokal am Ende von schweißgebadeten Fußballern im Freudentaumel hochgehalten wird, behandelt man die 6 Kilo schwere Goldfigur derzeit wie eine Diva. Wahrscheinlich durfte deshalb auch Supermodel Naomi Campbell – die selbst gerne die Diva raushängen lässt – den güldenen Pokal in seinem luxuriösen Behältnis verstauen, bevor er sich auf die lange Reise nach Südafrika begab.

Ab kommenden Freitag werden Spieler aus  32  Nationen wieder um den 18 Karat Gold-Pokal kicken. Und dafür ist den Veranstaltern scheinbar nichts zu teuer. „Eine so wertvolle Trophäe wie der FIFA WM-Pokal verdient einen Reisekoffer, der ebenso elegant und prestigeträchtig ist“, betont der 74jährige Präsident der FIFA, Joseph Blatter. Weiter schwärmt der Herr der Spiele über das maßgeschneiderte Case: „Von nun an wird der Pokal nicht nur sicher, sondern auch stilvoll reisen.” Gut verpackt und sicher eingebettet ist das Fußballer Must-have allemal. Ganze 100 Stunden verbrachte ein einzelner Handwerkskünstler damit, die Pokal-Transportbox von Hand zu fertigen. Tja, Ehre, wem Ehre gebührt!  Den ganz großen Auftritt genießt das edle Behältnis aus Paris übrigens am Finaltag  des 11. Juli in Johannesburg. Millionen von Fernsehzuschauer  weltweit werden mitverfolgen wie die Trophäe  zwecks Kür des Fußball-Weltmeisters aus ihrer schicken Hülle entnommen wird. Da riskieren selbst  fußball-scheue Fashionistas gerne mal einen Blick auf die Mattscheibe.

(Text: Martina Klose)


Schmutzige Wäsche? Kaiser Karl hat einen neuen Thron – als Model für 3 Suisses

Posted: Mai 28th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , | No Comments »

photo: by courtesy of 3 Suisses

photo: by courtesy of 3 Suisses

Eigentlich sieht er so edel und versnobbt aus wie immer und er bleibt seinem Stil treu. Man muss zweimal hinsehen, um glauben zu können, dass Kaiser Karl Lagerfeld für seine neuste Werbkampagne elegant auf einer Waschmaschine thront. Für den französischen Versandhauskatalog “3 Suisses” modelt der Chanel-Großmeister für  ein Produkt, welches man gewöhnlich nur mit Monteuren oder verzweifelten Hausfrauen in Verbindung bringt. Der Chefdesigner von Chanel und schmutzige Wäsche? Très bizarre! Doch der Stilbruch ist gewollt.

Höchstpersönlich wirbt der Couturier für den Herbstkatalog des französischen Versandhauses. Ja, er hat sogar die schwarz-weiß Aufnahmen mit Topmodel Iris Strubegger geschossen. Immer wieder kokettiert Lagerfeld mit günstigen Textilketten, seine Kollektionen für H&M oder Otto fanden reißenden Absatz. Ausflüge ins Billigtextilsegment, die Fashion-Experten anfangs noch erstaunten, haben seinem Image keineswegs geschadet. Vielleicht liegt es ja an der Selbstverständlichkeit, mit der Karl Lagerfeld dies immer wieder tut. Für ihn ist das Entwerfen von Massenware offenbar ein Job wie jeder andere. Und das muss man ihm lassen: keiner schafft es, die Kluft zwischen Luxus und Gebrauchsgegenstand so vornehm und lässig zu überbrücken.

„Mein Traum wäre es, das gesamte Haus Lagerfeld in ein Massengeschäft umzuwandeln, denn mit Chanel und Fendi bin ich jetzt auf dem höchsten Punkt des Luxus angekommen,” erklärte der Großmeister jetzt anlässlich der Zusammenarbeit mit 3 Suisses.”An beiden Fronten des Marktes zu agieren, das ist für mich die höchste Form von Luxus.” Dank Lagerfelds überzeugender Pose wird sogar eine Waschtrommel zum begehrten Musthave. “Sie ist so chic und schön,” sagt er über den Gebrauchsgegenstand. “Ich hätte gerne eine – nicht um darin Wäsche zu waschen, sondern um sie in mein Ankleidezimmer zu stellen und meine Schmutzwäsche darin ab zulegen.” Eine Wäschetrommel als Wäschekorb – das hat ja auch etwas von Luxus, oder?

(Text: Martina Klose)


Beyoncé auf Abwegen? Die RnB-Göttin tritt Franzis Nachfolge an – bei C&A!

Posted: Mai 28th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | 1 Comment »

Beyoncé by the courtesy of C&A

photo: by courtesy of C&A

Im kleinen Schwarzen kämpft sich Beyoncé Knowles mit katzenhafter Geschicklichkeit durch bedrohlich rote Laserstrahlen, die das Objekt ihrer Begierde vor der sexy Diebin abschirmen sollen. Ausgesprochen elegant und gelenkig gibt sich die Popsängerin als Juwelenräuberin. Allerdings handelt es sich bei diesen Aufnahmen nicht um Beyoncés neuen Videoclip, sondern – man höre und staune – um einen Werbeclip für C&A.

Ja, nach Goldfischlein Franzi van Almsick hat der preisgünstige Textilriese offenbar einen richtig dicken Fisch als Werbebotschafterin an Land gezogen und mal eben Megastar Beyoncé Knowles verpflichtet. Bislang wurde diese Ehre hierzlande nur den angehenden Topmodels aus der Klumschen Modelfabrik zu Teil oder eben ausgedienten Hochleistungsschwimmerinnen. Ein Anruf bei C&A trübt jedoch die Vorfreude potentieller Beyoncé-Fashion-Victims. Diese Aktion sei nur auf Brasilien beschränkt, dort habe die RnB-Sängerin eine eigene Kollektion für die Kaufhauskette entworfen. Auch Gisèle Bündchen habe dort schon für C&A geworben, heißt es.

Da drängt sich doch die Frage förmlich auf: Warum müssen Stars, die ohnehin schon von Erfolg verwöhnt sind, ihr Gesicht ausgerechnet für eine Bekleidungskette hergeben, die Massenware anbietet und für reges Gedränge am Wühltisch steht? Das bodenständige und wenig modische Image von C&A passt einfach nicht zu Beyoncés ultra-galmourösen Auftritten in der Öffentlichkeit. Macht Erfolg so gierig, dass man als Star wirklich jede Geldquelle ausschöpfen muss? Offenbar verfolgt Beyoncé mit ihrem Gastspiel bei C&A ein bestimmtest Ziel. Wohl um ihr eigenes, bislang mäßig erfolgreiches Label House of Deréon bekannter und einer breiten Masse zugänglich zu machen, hat das Goldkehlchen sich auf den Werbedeal eingelassen.

Den Ruf einer Stilikone oder einer ernstzunehmenden Designerin wird ihr der Vertrag mit C&A aber bestimmt nicht einbringen. Vielleicht ist die Aktion deshalb erst einmal auf Brasilien beschränkt. Im “Making of” zu dem aufwendig gedrehten Werbespot sagt Beyoncé, sie sei von den sexy Brasilianerinnen und ihren Top-Bodys inspiriert worden. Die Kleidung solle so viel Figur wie möglich zeigen. Tatsächlich besteht ihre Kollektion aus körperbetonten Tops und Kleidern aus Baumwoll-Stretch.

Mal sehen, ob die dralle Popsängerin bei ihrer nächsten Tour in C&A über die Bühne fegt. Denn soweit geht die Begeisterung der Stars für ihr Selbstentworfenes oft nicht. Bislang ließ sich Beyoncé ihre Bühnenoutfits stets von hochrangigen Designern wie Thierry Mugler oder Jean Paul Gaultier entwerfen. Und Gisèle stackst auch lieber in Cavalli und Co. von Event zu Event. Tja, nachhaltiges Design hat eben doch seinen Preis und lässt sich nicht einfach mal so in einer Schaffenspause aus dem Ärmel schütteln.

(Text: Martina Klose)


Die nackte Ikone: Christie’s versteigert Yves Saint Laurent’s Aktfoto

Posted: Mai 26th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , | 1 Comment »

photo: Jeanloup Sieff, photo by courtesy of Christie's

photo: Jeanloup Sieff, photo by courtesy of Christie's

Wir schreiben das Jahr 1971 und nackt, wie Gott ihn schuf, posiert der löwenmähnige Yves Saint Laurent auf schwarzen Lederkissen sitzend, lediglich mit seiner charismatischen Brille bekleidet für den Duft „YSL Homme”.

Unschuldig und provokativ zugleich, wirkt der damals 35jährige Modeschöpfer auf diesem unvergleichlichen Bildnis. Das Eau de Toilette wurde ein Erfolg, das Aktportrait des Fotografen Jeanloup Sieff zum schlagkräftigen, da polarisierenden Werbeplakat. Nachdem Christies den gesamten Privatbesitz des 2008 verstorbenen Couturiers versteigert und damit Millionenumsätze erzielt hat, steht jetzt der nackte Modeschöpfer zum Verkauf.

Fast so, als hätte man ihn bis aufs letzte Hemd ausgezogen. Das Foto ist nur eines von insgesamt 70 Arbeiten des Pariser Fotografen Jeanloup Sieff, die das Auktionshaus zum Aufruf bringt, Gesamtschätzwert: rund 300.000 Euro. Die Aktaufnahme des jungen YSL ist eines der Highlights.

„Das Photo war 1971 natürlich ein Skandal” erklärt die Modehistorikerin Ursula Harbrecht, „aber es war auch ein Meilenstein in der Geschichte der Modephotographie – zum ersten Mal warb der Schöpfer eines Parfums selbst für seinen Duft”. Am 30. Juni kann man sich diesen Meilenstein der Modefotografie sichern. Dann wird Yves Saint Laurents Portrait in Paris zu einem Startpreis von rund 10.000 Euro angeboten.

www.christies.com


Keiner will nackte Kate: Christie’s bleibt auf Aktfotos von Kate Moss sitzen

Posted: Mai 25th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , | 1 Comment »

Photo: TASCHEN Verlag

Photo: TASCHEN Verlag

Wer bislang glaubte, das Prinzip „sex sells” würde selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten fortbestehen, der sei eines Besseren belehrt. Das namhafte Auktionshaus Christies, das stets Hochwertiges unter den Hammer bringt, machte jetzt eine schmerzliche Erfahrung. Noch vergangene Woche wurden in Londons vornehmen Stadtteil South Kensington Nacktfotos der 19-jährigen Kate Moss als Auktions-Highlight und sichere Geldanlage angepriesen.

Anfangsgebot: schlappe 35.000 Euro. Gutsituierte Fans des Topmodels hätten sich Kontaktabzüge des Starfotografen Albert Watson sichern können. Doch die insgesamt 14 Nacktbildchen der sich in Marokkos Wüstensand räkelnden Moss wollte am Ende Niemand haben. Und das obwohl ein einziger Abzug eben dieser Fotoserie im Jahre 1997 noch für eine stattliche Summe von 70 000 Euro wegging.

Sind die Zeiten des skandalumwitterten Topmodels vorbei oder warum können sich kaufkräftige Kunstliebhaber plötzlich nicht mehr für eine nackte Moss erwärmen? Noch ist das Supermodel was den Bereich High Fashion angeht, gut im Geschäft. Neben Kampagnen für Luxuslabels wie Longchamp oder Yves Saint Laurent ziert die 36-jährige diesen Monat wieder etliche Hochglanz Cover, so dass man als Leser schon vermutet, es gebe keine ehrwürdige Nachfolgerin von Kate Moss.

Auch der TASCHEN Verlag setzt auf das Prinzip „Moss sells” und widmet der Britin mit dem Schmollmund jetzt einen ganzen Bildband. Inhalt: „die intimsten Aufnahmen der bis heute größten internationalen Fashion-Ikone,” aufgenommen von Starfotograf Mario Testino.

Wohl um die Begierde der Käufer noch zu steigern erscheint der Fotoband in limitierter Auflage. Nur 1500 Exemplare bietet Taschen zum Verkauf, dafür wurde jedes Buch von Großmeister Mario Testino persönlich signiert. Ob sich das Verlagshaus mit dieser Marketingstrategie wirklich einen Gefallen tut, ist fraglich. Auch wenn das Werk bislang unveröffentlichte Bilder von Testinos Muse Moss enthält, ist der Preis von 350 Euro ganz schön happig. Christies nackte Kate in Marrakesch hätte man sich ja noch an die Wand hängen können, aber auch einen noch so hochwertigen Bildband ereilt leider doch immer das gleiche Schicksal: über kurz oder lang wandert er ins Bücherregal und gesellt sich zu den anderen Staubfängern.

Kate Moss by Mario Testino, TASCHEN Verlag, erhältlich ab Juli 2010.

www.taschen.com


In Farbe schlummern: PANTONE eröffnet erstes Design-Hotel in Brüssel

Posted: Mai 22nd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Die Lobby, Photo: Serge Anton, by courtesy of Pantone Hotel

Die Lobby, Photo: Serge Anton, by courtesy of Pantone Hotel

Sie träumen gerne in hellgrün, blicken nach dem Aufwachen am Liebsten auf die purpurfarbene Stadtkulisse von Brüssel und duschen vorzugsweise in pinkstichigem Licht? Dann sind Sie im brandneuen Pantone-Hotel genau richtig – der derzeit wohl besten Adresse für farbenfrohe Gemüter.

Pantone steht für ein traditionelles Farberkennungsstyem, welches vor 45 Jahren Grafik und Kunst revolutionierte. Seither ist es  Designern und Modeschöpfern möglich, überall in der Welt einen bestimmten Farbton anhand einer universalen Nummer zu ordern.

Vor kurzem haben die Architekten Michel Penneman und Olivier Hannaert im Auftrag von Pantone tief in den Farbtopf gegriffen und jedes der sieben Stockwerke des Gästehauses einem Farbton gewidmet. Je nach Gemütsverfassung kann sich der Gast abwechselnd in ruhigen Blautönen entspannen oder sich von feurigem Rot stimulieren lassen. Zwar haben die Zimmer weiße Wände, spezielle Folien an den Außenfenstern wirken jedoch wie Farblinsen und tauchen die Räumlichkeiten in eine besondere Atmosphäre.

Werke des belgischen Fotografen Victor Levy zieren die kahlen Wände. Der Hotel-Shop bietet eine Reihe von Designprodukten an, allesamt inspiriert von den typischen Pantone Farbnuancen. Wem das noch nicht zu bunt ist, dem stehen Farb-Berater und die Buchung von Seminaren über Farbpsychologie optional zur Verfügung. Ein buntes Sammelsurium an Ideen vereint auf rund 500 Quadratmetern mitten in der Brüsseler Innenstadt. Wer also einen echten Farbflash erleben will und etwas fürs Auge sucht, der kann sich ab sofort für rund 130 Euro pro Nacht im Pantone Hotel TM einbuchen. Brüssel mal ganz bunt!

(Text: Martina Klose)

The Red Room, photo by courtesy of Pantone Hotel

The Red Room, photo by courtesy of Pantone Hotel

Pantone Hotel
Place Loix, 1
1060 Brussels, Belgium
Tel: +32 2 541 48 98
Fax: +32 2 791 57 02

www.pantonehotel.com


CHRISTIAN DIOR im Rausch der Ballkleider

Posted: Mai 20th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Musée Christian Dior, Granville

Musée Christian Dior, Granville

Reifröcke, Tüll und feinstes Tissue aus fünf Jahrzehnten, schweben förmlich übers Parkett. Mit einer großen Ausstellung lässt das Musée Dior in Granville die Maskenbälle der Nachkriegszeit wiederaufleben.

Und wenn die Villa „Les Rhumbs” zum „Grand Bal Dior” ruft, geraten nicht nur Modebegeisterte und kleine Prinzessinnen ins Schwärmen. Allein schon beim Betreten des Belle-Epoque Gebäudes, das wie ein verträumtes Märchenschloß anmutet, fühlt man sich in die Zeit der große Diven, Prinzen und Prinzessinnen zurückversetzt. 50 Ballkleider des Pariser Couturiers sind die Hauptdarsteller der Ausstellung. Eine Hommage an Christian Dior und dessen Talent, vor allem aber an seinen guten Geschmack und seine Vorliebe für die aufwendig, verspielten Roben aus dem XVIII. Jahrhundert. Besonders zum Ausdruck kommt die Kreativität des Pariser Großmeisters in den Couture-Kleidern, die er für die rauschenden Ballnächte Anfang der 50er Jahre entworfen hat.

Neben den faszinierenden Roben, dokumentieren Fotografien und Gemälde Dior’s Faible für extravagante Maskeraden. So erschien Christian Dior zum „Bal des Reines” (Ball der Königinnen) 1949 in Gestalt des Königs der Tiere, auf dem „Bal des Artistes” schlüpfte der Couturier in die Rolle des Dandy. Einen ganzen Sommer lang weht das Flair der großen Ballnächte noch durch die Villa „Les Rhumbs”, in der Christian Dior allem Anschein nach eine unbeschwerte Kindheit verbracht haben muss.

„Le Grand Bal Dior” – noch bis zum 15. September im Musée Christian Dior in Granville.

(Text: Martina Klose)


Christie’s versteigert Isabella Blows Nachlass: Extravaganz von Alexander McQueen, Philip Treacy und Manolo Blahnik

Posted: Mai 19th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Photocredit: Wikimdedia
Photocredit: Wikimdedia

Ohne Kopfbedeckung fühlte sie sich unvollkommen. Isabella Blow, die Entdeckerin vieler Modeschöpfer und Models wie Alexander McQueen, Philip Treacy, Sophie Dahl oder Stella Tennant. Unverkennbar ihr exzentrischer StilZeit ihres Lebens hat sie modische Nachwuchstalente gefördert.

So kaufte die Mode-Mäzenin Mitte der 90er die gesamte Abschluss-Kollektion des damals noch völlig unbekannten Fashion-Studenten Alexander McQueen für 5000 Pfund. Eine Summe, die sie in wöchentlichen 100-Pfund-Raten abstotterte. Ihren Hochzeits-Hut ließ sie ebenfalls von einem Kunststudenten anfertigen, was der extravaganten Kreativdirektorin, die sogar schon als Assistentin der gefürchteten Vogue-Chefin Anna Wintour gearbeitet hat, zunächst den Spott der Kollegen einbrachte. Doch Isabella Blow glaubte an den Hutmacher Philipp Treacy, dessen Name und dessen Kopfskulpturen in der Modeszene längst ein Begriff sind.

Insgesamt 90 Haute Couture Roben von Stardesigner Alexander McQueen, der sich Anfang Februar das Leben nahm, 50 Hüte von Philipp Treacy sowie feinstes Schuhwerk von Manolo Blahnik zählen zu der beeindruckenden Sammlung, die das Auktionshaus Christie’s im Herbst versteigert. What we have is unique – it shows that McQueen really deserves his place in fashion history and that Isabella was there before anyone else, she saw what was good so far ahead of the game,” schwärmt Patricia Frost, Fashion-Direktorin bei Christie’s in London.

In der Tat wurde Isabella Blow Zeit ihres Lebens als McQueen’s Muse gehandelt. Doch je höher dieser im Fashion-Olymp aufstieg, desto mehr soll sich seine Förderin von ihm verraten und verlassen gefühlt haben. Nach einem langen Kampf gegen Depressionen und der Diagnose Krebs nahm sich Blow 2007 im Alter von 48 Jahren das Leben. Alexander McQueen sei angeblich nie über den Verlust seiner Vertrauten hinweggekommen. Am 15. September werden die kreativen Früchte Ihrer langjährigen Freundschaft zu neuem Leben erweckt. Dann wird Isabella Blows exzentrischer Kleiderschrank und damit ein Stück Modegeschichte bei Christie’s in London versteigert.

(Text: Martina Klose)

mehr: Alexander McQueen, Selbstmord eines Ausnahmetalents

Photo: by PinkMoose / FLICKR (creative commons)
Photo: by PinkMoose / FLICKR (creative commons)


www.christies.com


Alles Gangster, oder was? Ellen von Unwerth lichtet die Nationalelf ab – in STRENESSE

Posted: Mai 15th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Strenesse - Die Spieler

Strenesse - Die Spieler

Normalerweise verleiht Ellen von Unwerth Models und Hollywoodstars eine sinnliche Ausstrahlung. Topmodel Claudia Schiffer ließ sie Ende der 80er auf einer schwarz-weiß Fotografie aussehen wie die junge Bardot. Mit „Die Spieler” wagt sich Ellen von Unwerth thematisch an eine Männerdomäne, die man sonst mit dem Geruch von Currywurst und Bier assoziiert und der man zunächst keine Ästhetik abgewinnen kann: dem Fußball. Doch ihr neuer Bildband, den das Modehaus Strenesse pünktlich zur Weltmeisterschaft 2010 herausgibt, zeigt die Helden des runden Leders mal aus einer ganz anderen Perspektive.

Schon das Cover des Buches ziert ein Michael Ballack, der Dandy-like und überzeugend lässig unter seiner schwarzen Sonnenbrille hervorlugt, wie in einem düsteren “film noir”. Konsequent setzt Ellen von Unwerth das Thema “Krimihelden” mit allen Spielern der Deutschen Nationalmannschaft um – allesamt in edlen Anzügen ihres WM-Ausstatters Strenesse. Vorzeige-Kicker Sebastian Schweinsteiger posiert vor der Kamera als Macho in Smokinghemd mit Panama-Hut und Rose, und bekommt dadurch eine leicht verruchte Ausstrahlung. Genauso überzeugend geben sich Patrick Helmes und Marcell Jansen als Pokerspieler.

Echte Kerle, die sonst nur Stollenschuhe und verschwitzte Trikots tragen, werden vor Ellen von Unwerths Linse zu knallharten Gangstern. Insofern müsste man den vollmundigen Pressetext „Die Fußball Nationalmannschaft, wie man sie noch nie gesehen hat”, fast um einen kleinen Zusatz ergänzen: „und wie sie auch für Fußballmüde Frauen zu optischen Leckerbissen werden.”

(Text: Martina Klose)

“Die Spieler”, für 39.90 zu bestellen auf Strenesse.de


HERMÈS: DRÄNGELN UND SCHUBSEN DELUXE BEIM SALE

Posted: Mai 12th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , | 2 Comments »

"Endlich meins!" Photo: HYPE Magazine

"Endlich meins!" Photo: HYPE Magazine

Hach, was für ein schöner Start in den Tag. Ortstermin in der Maximilianstraße. Das Pariser Luxuslabel Hermès lädt zum Sonderverkauf. „Wir haben unsere saisonalen Soldes ausgelagert, um unsere Boutiquen für unsere Kunden in Zukunft 365 Tage im Jahr perfekt zu präsentieren,” betont die PR-Abteilung im Einladungsschreiben. Doch wer jetzt graue Lagerhallen mit verwaisten Restposten vermutet, womöglich noch auf billigen Plastikbügeln, der täuscht sich gewaltig. Ein Sonderverkauf von Hermès mit bis zu 80% reduzierter Ware ist ein Event. So werden die Privilegierten, zu denen ich dank meiner Einladung jetzt endlich auch gehöre, in den Cherubinsaal im vornehmen Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski gebeten.

Bereits an der Garderobe fühlt man sich dank zweier dekorativ aufgesteller Hermèskartons in orange wie an der Pforte zum Fashionista-Himmel. Freundlich nimmt die gut aussehende Garderobiere mit Hermèshalstuch meine große Handtasche entgegen, die ich sonst an keiner Garderobe der Stadt zurücklassen würde. Bereitwillig tausche ich sie gegen einen orangefarbenen Stoffbeutel im XXL-Format, der mich an ein schwedisches Einrichtungshaus erinnert. Ich habe soeben die Lizenz zum Luxusshoppen erworben und werde gleich in Gesellschaft russischer Oligarchen und gutbetuchter Damen einkaufen. Apropos gut betucht: Tücher sind im Reich der Luxusrabatte der Renner. Traubenartig scharen sich die Ladies um eine Theke, hinter der drei mondäne Verkäuferinnen unermüdlich Seide und Pashmina durch die Luft wirbeln. Seidenschal um Seidenschal wird vor den solventen Kundinnen ausgebreitet.

Doch auch hier herrscht das Gesetz des Dschungels: wer am schnellsten ist und besonders resolut auftritt, setzt sich durch und kann sich die schönsten Motive sichern. In der Hoffnung, später vielleicht zum Zuge zu kommen, erforsche ich erst mal den hinteren Bereich, steuere auf einen Lederrock in typischer Hermèsoptik zu. Fast schon peinlich fingere ich gierig nach dem Preisetikett. Schlappe 3500 Euro kostet das wirklich wunderschöne Stück, dessen Neupreis übrigens bei 8500 Euro lag. Selbstverständlich wurde der Nappalederrock in liebevoller Handarbeit in Paris gefertigt und er wäre vermutlich ein Basic, an dem sich noch meine Enkelinnen erfreuen würden. Da er aber mein Budget um ein Vielfaches übersteigt, trete ich den Rückzug an und überlasse das gute Stück anderen, ambitionierten Luxus-Schnäppchenjägern.

Ja, auch die Reichen mögen`s reduziert und überraschen mit vollem Körpereinsatz im Kampf um die Statussymbole zum „Schnäppchenpreis” . Vor dem Schuhregal rempelt mich eine blonde Frau in Chaneljacke an, die das gleiche Paar im Visier hat wie ich, doch sie entschuldigt sich sofort höflich – der wohl wesentlichste Unterschied zum regulären Kaufhaus-Sale. Dann, „Hurra”, entdecke ich meine neuen Lieblingsschuhe: Reiterstiefel aus braunem Leder mit Canvas-Shaft und einem dezenten Hermèslogo, um stolze 80% reduziert. Der Tücherstand wird leider immer noch belagert, aber ich bin ganz berauscht von meiner Neueroberung und nehme Kurs auf die Kasse. Vor mir wechseln Schwindel erregend hohe Bargeldbündel den Besitzer. Mon dieu, Shoppen bei Hermès ist wirklich ein Erlebnis!

(Text: Martina Klose)