BROTHER SHARP: OBDACHLOSER WIRD DANK INTERNET ZUR STILIKONE

Posted: März 9th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

brothersharp-03Eine skurrile Selbstdarstellung auf YouTube genügt und schon sind sie da, die von Warhol bereits in den 1960er Jahren prophezeiten 15 Minuten Ruhm für Jedermann. Dass Ruhm heutzutage längst nicht mehr mit Spaß und materiellem Wohlstand gleichzusetzen ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus den Tiefen des World Wide Web, dass einen Obdachlosen aus China gegenwärtig als neue Stilikone feiert.

Zahlreiche Modeblogs zeigen aktuell Fotos von einem Mann, der sein Dasein in den Straßen Ningbos fristet und dessen Identität niemand zu kennen scheint. Wozu auch? Webaffine Style-Addicts interessieren sich ohnehin mehr für die Kluft des Entwurzelten als für dessen Herkunft. Sein abgewetzter Lagenlook sorgt unter dem Begriff “Homeless Chic” aktuell für Begeisterung unter übersättigten Fashionistas. Beijings Tageszeitung hat dem Mann bereits einen Artikel auf ihrer Titelseite gewidmet und auch die renommierte Londoner Tageszeitung “The Independent” so wie die italienische “Repubblica” haben sich dem Thema angenommen.

Ob der Betroffene bezüglich seiner unfreiwilligen Internetprominenz glücklich ist und ihm der Status als Fashion Darling darüber hinweg tröstet in zugigen Einkaufshallen übernachten zu müssen? Wohl kaum! Denn der bekannte Unbekannte ist geistig krank, er stammelt mehr als das er spricht und scheint den Rummel um seinen Look keineswegs zu realisieren. Das chinesische Paparazzi und Reporter dennoch ungefragt ihrer Kameras auf ihn richten, wirkt angesichts der Hilflosigkeit des Mannes ein wenig befremdlich. Im Gegensatz zum wirklichen Celebritiy verfügt der Vagabund über keine Rückzugsmöglichkeit. Die auf YouTube und chinasmack.com veröffentlichten Videos wirken verstörend. Hetzjjagd auf chinesische Art?

“BrotherSharp”, wie der geschätzt 35-jährige, gemeinhin genannt wird, hat bereits eine eigene Facebook-Seite. Diese stammt natürlich nicht von ihm, sondern wurde von einem seiner Bewunderer eingerichtet. Hier wurde ihm eine Identität verordnet, die nicht authentisch ist. Mittels Statuszeile werden ihm Worte in den Mund gelegt, die nicht seine sind. Die Seite zählt annähernd 1000 Fans.

brothersharp-021Inspiration aufzunehmen wo man sie gerade findet, und das kann eben überall sein, ist die eine Sache, die Frage ist nur, wie gehe ich mit meiner Inspirationsquelle um, nachdem ich mich ihrer zu meinem Vorteil bedient habe? Besonders dann, wenn es sich dabei um benachteiligte, wehrlose Menschen handelt? Sollen diese sich etwa mit der alleinigen Thematisierung ihrer Situation zufrieden geben und froh sein, dass ihrem Schicksal überhaupt Aufmerksamkeit geschenkt wird? Es gibt Leute, die denken so! Menschen, die in verwüsteten Landstrichen ausschließlich eine reizvolle Kulisse für das nächste Fotoshooting sehen und selbst lebensbedrohlicher Armut noch eine sozialromantische Komponente abgewinnen können. Manche nennen das cool! Andere nennen das gewissenlos.

Sicht einer Bloggerin auf Brother Sharp: Modelqualitäten

Sicht einer Bloggerin auf Brother Sharp: Modelqualitäten

Im Internet kursieren Fotos die BrotherSharp in Frauenkleidern zeigen, was den Hype als Stilvorbild zwangsläufig schürt. Die traurige Geschichte hinter dem “Transenlook” besagt, der Mann trägt die Kleider seiner ermordeten Frau auf seinem Leib, um ihr möglichst nahe zu sein. Eine andere Version der Geschichte basiert auf Sehnsucht. Laut einer chinesischen Bloggerin, die BrotherSharp bereits im Jahr 2008 zum ersten Mal auf der Straße begegnete und ihn seitdem regelmäßig aufsucht, sehnt sich sein Herz nach einer Frau, die ihn liebt. So schlüpft der “arme Tropf” vor Sehnsucht manchmal selbst in die Rolle dieser fiktiven  ihn liebenden Frau, in gesammelten Kleidern aus dem Müll!

brothersharp-01Das einzige was einzelne(!) Stellvertreter der Modeszene und BrotherSharp miteinander verbindet, scheint der Realitätsverlust zu sein.

Quellen und Links:

The Independent
chinasmack.com
Facebook



IRVING PENN IN DER NATIONAL PORTRAIT GALLERY IN LONDON

Posted: März 1st, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

The Duchess of Windsor, New York, 1948, National Portrait Gallery, London © The Irving Penn Foundation

The Duchess of Windsor, New York, 1948, National Portrait Gallery, London © The Irving Penn Foundation

Sein Lebenslauf liest sich wie der eines aufstrebenden Kreativen im Hier und Jetzt. Studium, Praktikum, freiberufliche Tätigkeiten, Assistenz, Selbständigkeit.

Der Unterschied; Irving Penn war bereits fester Bestandteil der Modeelite, als deren Erzeugnisse noch nicht Allgemeingut der Massen und “jobs-in-fashion” noch sehr überschaubar waren.

Als Hausfotograf der amerikanischen Vogue schoss Penn über 150 Titelseiten für das Magazin. Sein erstes mit gerade mal 26 Jahren, sein letztes mit 86 Jahren. Somit prägte er entschieden das Image des heute prestigeträchtigsten und vielleicht auch einflussreichsten Modemagazins der USA. Sein letztes Titelblatt für die US-Vogue im Mai 2004 zeigt Schauspielerin Nicole Kidman in schwarzer Abendrobe, von hinten.

Irving Penn’s Platz in der Geschichte der Fotografie verdankt sich seinem ausgeprägten Sinn für high-fashion, seinem Ehrgeiz und dem Glück der richtigen Begegnungen. Nach dem Designstudium an der Kunsthochschule in Philadelphia, absolviert Penn zwei Praktika bei Harper’s Bazaar, berät das Modekuafhaus Saks Fifth Avenue bei der Gestaltung seiner Werbeanzeigen und avanciert schließlich zum Assistenten von Vogue’s Art Director Alexander Liberman. Penn zählt zu den bedeutendsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts. Klassische Eleganz gepaart mit coolem Minimalismus, streng komponiert, beinahe starr, nie sind seine Models in Bewegung, kennzeichnen seine Handschrift. Berühmt für seine Stillleben und Portraits, sind letztere nun in der Ausstellung Irving Penn Portraits in der National Portrait Gallery in London zu sehen.

Gezeigt werden über 120 Portraits berühmter Persönlichkeiten wie Christian Dior, Grace Kelly und Pablo Picasso.

“Irving Penn Portraits” läuft noch bis zum 6. Juni 2010
National Portrait Gallery, London


Must See: THREE! in der FLO PETERS GALLERY HAMBURG

Posted: Februar 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

photo: Christopher Makos Marylin Monroe 1970s, copyright: Christopher Makos

photo: Christopher Makos Marylin Monroe 1970s, copyright: Christopher Makos

Im Rahmen der Ausstellung “Three!” der Flo Peters Gallery in Hamburg sind vom 10.Februar bis 20. März 2010 Werke von Christopher Makos zu sehen. Gezeigt werden in erster Linie Polaroids und Photographien des Man Ray - Schülers und langjährigen Warhol-Begleiters. Daneben sind auch Photoarbeiten von Paul Solberg sowie photographische Stillleben-Arragements Vera Mercers ausgestellt.

Makos wurde Ende der 1940er in Massachusetts (USA) geboren und wuchs in Kalifornien auf. Während er seine Lehrzeit in Paris bei der Photo-Legende Man Ray verbrachte, wirkte er an der Seite Andy Warhols vor allem als dessen visueller Biograph. Makos hielt zahlreiche Momente ihrer gemeinsamen Zeit photographisch fest und beeinflusste so besonders wegweisend die zeitgenössische Kunstszene New Yorks. Wie schon das Medium des Polaroids selbst ist auch die Kunst Christopher Makos’ oftmals direkt und erreicht den Betrachter auf eine wenig verbindliche Art ohne große Einleitungen oder Umschweife. Ob Marilyn Monroes Portrait, abfotografiert von einem Fernsehbildschirm, oder das Bildnis Warhols bei der Lektüre eines Magazins heranzieht - die Bescheidenheit des Künstlers ist allgegenwärtig.

Makos’ Werke wurden bereits in vielen Magazinen wie etwa Interview, Rolling Stone, People, New York Magazine oder Esquire gedruckt; unzähligen Museen der USA als auch Europas und Japans zeigten seine Werke. Dieses Mal präsentiert die Ausstellung der Flo Peters Gallery Makos’ Werk in Ausschnitten. Definitely a Must see!
(Lena Briccio)

Ausstellungseröffnung: 9. Februar 2010, 18-21 Uhr
Ausstellung: 10. Februar - 20.März 2010

FLO PETERS GALLERY
Chilehaus C, Pumpen 8, 20095 Hamburg,

www.flopetersgallery.com

 CHRISTOPHER MAKOS “Andy with Interview“, 1976, copyright: Christopher Makos

CHRISTOPHER MAKOS “Andy with Interview“, 1976, copyright: Christopher Makos


VIKTOR & ROLF IM NRW FORUM

Posted: Januar 31st, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

Doll "Stars & Stripes" Herbst/Winter 2000/01

Doll "Stars & Stripes" Herbst/Winter 2000/01

Ob Mode auch Kunst sein kann, darüber streiten sich in aller Regelmäßigkeit bildende Künstler und Designer. Das Mode jedoch durchaus kunstvoll sein kann daran besteht kein Zweifel. Eine Verschmelzung beider Disziplinen präsentieren zweimal im Jahr die Designer Viktor Horsting und Rolf Snoeren, alias Viktor & Rolf.

Mit Kollektionen deren Kleider durchaus als Textilsurrealismus zu bezeichnen sind, mit innovativen Ladeneinrichtungen und einer progressiven Vermarktungs-Strategie begeistert und bereichert das virtuose Duo aus Holland seit nunmehr 15 Jahren die Modewelt.

Grund genug für das mittlerweile auf Modeausstellungen spezialisierte NRW Forum in Düsseldorf sich dem begabten Zweier-Gespann anzunehmen und ihre kreative Arbeit mittels einer kleinen Ausstellung zu würdigen: “Viktor & Rolf: Dolls. Eine Installation” ist eine Installation aus handgemachten Porzellanpuppen, deren Korpus Miniaturanfertigungen der spannendsten Entwürfe aus den Kollektionen von Viktor & Rolf zieren. Das die etwa 70 cm großen Fashion-Dummys hinter Glaszylindern stehen unterstreicht den Aufwand und die Wertigkeit ihrer Herstellung im Besonderen. Tatsächlich mussten einige der gemusterten Stoffe für die maßstabsgetreue Wiedergabe des Originals neu gewebt werden.

Die 55 Puppen, die ursprünglich für eine Retrospektive in einer Londoner Galerie im Jahr 2008 angefertigt wurden, sind eine Referenz an die ersten Schritte der Avantgardisten im internationalen Modebusiness. Nach einem gewonnen Modewettbewerb im Jahr 1993 und somit am Anfang ihrer Kariere stehend, stellten sich die beiden Absolventen der Kunstakademie Arnheim vor, was sie denn in dieser Branche noch alles erreichen wollten und visualisierten ihre Ziele anhand eines Modeimperiums im Miniformat.

Es gab eine Kollektion, einen Laufsteg, ein Studio und sogar eine Parfumflasche mit passendem Werbeposter, alles en miniature. Das ihre Puppen heute keine Stellevertreter einer schwärmerischen Zukunftsvision mehr sind, sondern Belegexemplare einer von Erfolg gekrönten einzigartigen Stilistik mag für den Betrachter nur von geringfügiger Bedeutung sein, angesichts der Präsentation im musealen Umfeld, für Viktor & Rolf selbst, jedoch die höchste Form der Anerkennung.

Photos: NRW FORUM
Photos: NRW FORUM

Die Ausstellung im NRW-Forum ist vom 7. bis zum 21. Februar 2010 zu sehen.

NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2, 40479 Duesseldorf
www.nrw-forum.de


AUSSTELLUNG: “JUERGEN TELLER - LOGISCH” in der KUNSTHALLE NÜRNBERG

Posted: Dezember 11th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | No Comments »

credit: Kunsthalle Nürnberg

credit: Kunsthalle Nürnberg

Rote Augen, kalkweisse Haut, unkonventionelle Handlungen bis hin zu obszönen Gesten  und ein Setting, dass zwischen 70er Jahre Plattenbau Interior und Louis XIV Pariser Grand Hotels rangiert;  willkommen in der Welt von Juergen Teller!

Der Fotovirtuose aus Bubenreuth bei Erlangen hat die Modefotografie revolutioniert. Nein, er ist nicht über Nacht zum Star geworden - das war harte Arbeit! Von der Münchner Fotoschule begibt er sich ohne Geld und  Kontakte und  mit mangelnden englischen Sprachkenntnissen nach London, um den großen Namen der Fotografie zu assistieren.  Eine Ablehnung folgt auf die nächste, bis Nick Knight auf den begabten Provinzler mit dem brachialen Englisch  aufmerksam wird und ihm eine Chance gibt.

Tellers stets mit Blitzlicht aufgenommenen Fotos, wirken auf den ersten Blick wie zufällige Schnappschüsse eines Laien, der sich über die bestehenden Lichtverhältnisse keine Gedanken macht, bevor er auf den Auslöser drückt. Doch Jürgen Teller, Jahrgang 1964, weiß genau was er will und betätigt den Auslöser erst dann, wenn  seine Protaginsten etwas von sich preisgeben. Etwas, das sich lohnt in Pixeln für die Nachwelt zu konservieren. Mit diesem Anspruch schenkt  Juergen Teller Models erstmals in der Geschichte der Modefotografie eine Seele. Ob der geschundene, nackte Körper von Kristen McMenamy oder eine rehäugige und verletzlich dreinblickende, ungeschminkte Kate Moss, die Stars präsentieren sich vor der Linse Tellers schutz- wie auch hüllenlos.

“Ein Foto ist gut, wenn es mich berührt” sagt Teller. Tatsächlich fotografiert niemand so wie er, so authentisch, so pur! Damit schuf Teller einen ganz eigenen Stil, der den Nerv der technoiden wie minimalistischen 1990er Jahre vortrefflich repräsentierte. Die Nürnberger Kunsthalle huldigt dem Fotografen nun mit ihrer aktuellen Ausstellung “Juergen Teller - Logisch”. Zu sehen sind neben älteren Werken auch neuere, bislang  noch unebkannte Arbeiten aus dem Jahr 2009. So z.B. die Serie “Schlüssel im Schloss,” fotografiert auf Schloß Sankt Emmeram in Regensburg, dem Wohnsitz der Familie Thurn und Taxis. Elisabeth von Thurn und Taxis trägt hier die extravaganten Roben ihrer Mutter Gloria aus den 1980er Jahren zur Schau und wirkt darin fast ein wenig der Realität entrückt.

Sehenswert!

JUERGEN TELLER -  LOGISCH
Kunsthalle Nürnberg
Lorenzer Straße 32
90402 Nürnberg


GESTATTEN “MADAME HIRSCH”

Posted: Dezember 8th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »
photo: (c) Brigitte Niedermair

photo: (c) Brigitte Niedermair

Renate Hirsch Giacomuzzi muss sich niemanden mehr vorstellen, zumindest nicht in Südtirol. Die Society-Lady ist so etwas wie die Königin von Bozen. Das 100.000 Seelen Städtchen im Norden Italiens, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt, ist seit 30 Jahren ihr Zuhause.

Wo die Hirsch ist, sind die Paparazzi nicht weit. Ob Salzburger Festspiele, Wiener Opernball, Polo in Sankt Moritz oder Urlaub im sardischen Badeort Cala die Volpe, dank RTL Exclusiv, Leute heute und Bunte kennt man sie auch hierzulande.

Viel Privates ist nicht bekannt über die gebürtige Bayerin, die einst den schwerreichen Unternehmer Hans Giacomuzzi ehelichte, der sie ins beschauliche Bozen holte. Mitte der 1990er Jahre war Renate Hirsch gerngesehener Gast bei den Pariser Haute Couture Schauen, zählte sie doch lange Zeit zu den weltweit nur 300 illustren Kundinnen, die sich ohne einmal mit den geklebten Wimpern zu zuckern, Kleider zum Preis eins Mittelklassewagens gönnten. Heute präsentiert sie sich der Öffentlichkeit des Öfteren in reich verzierten Eigenkreationen und scheut sich nicht entgegen aller Spöttelei ihre pastellfarbenen Fantasiepelze zur Schau zu tragen. Fast Immer ohne Mann, dafür aber umso häufiger mit Sohn Leander im Schlepptau, schreitet sie über die roten Teppiche von München, Wien, Paris und Monaco!

Persönlichkeiten wie Renate Hirsch sind eine aussterbende Spezies. Eigensinnig, mondän und gesegnet mit einem unterhaltsamen Maß an Exzentrik, scheinen Frauen wie sie in einer Parallelwelt aus Glacé-Handschuhen, Bediensteten, Champagner und Operettenhäusern zu leben.

Ist es nur ein von den Medien erzeugtes reißerisches Zerrbild vom Lebensstil wohlhabender Berufsgattinnen, welches sich da in unseren Köpfen manifestiert hat? Legenden, basierend auf Spekulationen, oder doch die Realität einer Gesellschaftsschicht, die nur Wenigen zugänglich ist?

Näheren Aufschluss auf diese Fragen geben die Arbeiten der Meraner Modefotografin Brigitte Niedermair. Niedermaier hat Renate Hirsch Giacomuzzi ein Jahr lang begleitet und portraitiert. Entstanden ist eine Fotodokumentation, die Bozens schillerndste Persönlichkeit, nicht nur an öffentlichen Schauplätzen ablichtet sondern auch bei privaten Weihnachts- und Osterfeiern im eigenen Salon, beim Joggen oder in Tracht auf dem Münchner Oktoberfest zeigt.

Tatsächlich sind die “Lifestyle-Momente” Bestandteil von Hirsch´s täglicher Routine, die Niedermair mit der Kamera festgehalten hat. Jedoch überlässt Niedermaier nichts dem Zufall. Ihre Fotos sind akribisch geplant. Mittels Komposition und künstlerischer Erhöhung strebt sie nach der wahrhaftigen Darstellung ihrer Protagonisten und stellt dabei das Subjekt per se bzw. das was es repräsentiert in Frage.

Was ist hier Realität, was ist Fiktion und was Verfremdung? Aus der Dialektik zwischen Künstlichkeit und Natürlichkeit beziehen die Bilder Niedermairs ihre Spannung. Die endgültige Antwort auf die Frage, wer ist eigentlich Renate Hirsch Giacomuzzi, muss der Betrachter für sich selbst definieren.

Die 26 großformatigen Fotografien sind nun im MUSEION für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen zu sehen.

Ausstellung “MADAME HIRSCH” im MUSEION BOZEN
20.11.2009 - 17.01.2010

DANTESTRASSE 6
39100 BOZEN
WWW.MUSEION.IT

Di - So geöffnet von 10 -18h
Do bis 22h

Eintritt frei!

madame-hirschDie Fotoserie ist als Bildband im Kehrer Verlag, Heidelberg, erschienen. (siehe Abbildung) www.brigitteniedermair.com


“F.C. GUNDLACH - DAS FOTOGRAFISCHE WERK” zu sehen in Berlin

Posted: Oktober 27th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

photo: Berliner Festspiele copyright: F.C. Gundlach

photo: Berliner Festspiele copyright: F.C. Gundlach

Eine große Retrospektive des deutschen Modefotografen F.C. Gundlach ist ab dem 20. November im Berliner Martin Gropius Bau zu sehen. Angekündigt sind 350 Fotografien aus einer vierzigjährigen Schaffensperiode.

Der 1926 im hessischen Heinebach geborene Fotograf spezialisierte sich Mitte der 1950er Jahre auf die Modefotografie und arbeitete für die Magazine Film und Frau, Stern und Quick. 1963 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit der Frauenzeitschrift Brigitte, für die er bis 1983 die jeweils aktuelle Mode ablichtete und mehr als 160 Titelbilder schoss.

Gundlachs Aufnahmen sind kunstvoll aber niemals verkünselt,  und so reflektieren sie auf besonders authentische Weise den Look ihrer Zeit. Interessant ist vor allem die Tatsache, dass die Modepresse bereits in den Nachkriegsjahren keine Kosten und Mühe scheute, um Modeproduktionen in fernen Ländern durchzuführen. In den 1960er Jahren, als Flugreisen noch ein Privileg für Wenige darstellten, gewiss eine Besonderheit. Somit brachte F.C. Gundlach mit seinen Fotografien nicht nur die Mode in deutsche Wohnzimmer, sondern auch Glamour und Exotik.  Dabei bediente er  auch die Sehnsüchte von Millionen Bundesbürgerinnen. Dass das Modebusiness, lange bevor das Metier hip wurde und Modeleute mit Anglizismen um sich warfen, schon immer international orientiert war, belegt untenstehendes Foto mit dem nüchternen Titel: “Die neue Mode.”

Das Bild zeigt das Model Grace Coddington in einem Outfit von  Missoni. Grace, die heutige Modechefin der US-Vogue mit dem flammend roten Haar, die durch die Filmdokumentation “The September Isssue” aus dem Schatten ihrer Chefin Anna Wintour allmählich heraustritt und mittlerweile auf eine eigene Fangemeinde zählen kann. Hättet Ihr sie erkannt?

Ausstellung: “F.C. Gundlach - Das fotografische Werk” ab dem 20. November im
Martin Gropus Bau Berlin

copyright: F.C. Gundlach

Model: Grace Coddington / copyright: F.C. Gundlach


INTERVIEW: WOLFGANG JOOP im GESPRÄCH MIT HYPE MAGAZINE

Posted: Oktober 12th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Er kam, sah und siegte. Wo immer Wolfgang Joop auftaucht sind Fans, Schaulustige und Medien nicht weit. München, Briennerstraße, auf dem der Bürgersteig vor der Fotogalerie Lumas drängen sich Wartende, überwiegend in Schwarz und Grau gekleidete Menschen aller Altersgruppen. Mit Apperol Sprizz in der einen und Zigarette in der anderen Hand, warten sie auf Deutschlands erfolgreichsten Modemacher, der an diesem spätsommerlichen Freitag Abend, hier seine Modeillustrationen als Reproduktion in limitierter Auflage einem breitem Publikum vorstellt.

Dann ist es endlich soweit, Wolfgang Joop lässt sich im Taxi vorfahren. Flankiert von Assistent und Assistentin, die mit blondem Bob und dem Wunderkind Kleid, genauso gut eines seiner Models sein könnte. Es dauert nicht lange und Wolfgang Joop ist umzingelt. Blitzlichter flackern auf, die Spots der TV-Kameras lassen ihn trotz Dämmerung in hellem Licht erstrahlen. Geduldig steht er den Reportern Rede und Antwort und posiert bereitwillig mit seinen Bewunderern für deren Familienalbum. Und da München eben ein riesiges Dorf  ist, trifft man auch stets unverhofft auf alte Bekannte. Überrascht von der Anwesenheit eines ehemaligen Topmodels fallen sich, die schöne Unbekannte und der Modemacher  in die Arme. Auch Patrica Riekel, berühmteste Chefredakteurin des Landes und als solche längst selbst eine VIP, ist ebenfalls erschienen um ihren Freund Wolfgang Joop zu begrüßen. Die Zwei wirken sichtlich miteinander vertraut. Unbeeindruckt von den riesigen auf sie gerichteten Fotoobjektiven um sie herum, gehört dieser Moment nur ihnen Beiden. Bussi links, Bussi rechts und weg ist sie wieder, die Queen of Burda.

Es dauert eine Weile bis der Stilguru sich seinen Weg durch die Menge, hinein in den Ausstellungsraum gebahnt hat. Dann endlich kann Dr. Jan Seewald, Pressesprecher von Lumas mit seiner Rede beginnen. Die stickige Luft im übervollen Raum ist vergessen. Alle haben nur noch Augen für ihn, den Dandy aus Potsdam. Viele der Gäste sind ausschließlich wegen Joop hier, nicht wegen seiner Zeichnungen. Im Laufe des Abends sprechen mich zwei ältere Damen an, um mit  mit über Kunst zu philosophieren, und mich nach einer Einschätzung bezüglich der von Joop verwendeten Zeichenmaterialen zu fragen. Nun es handelt sich um Reproduktionen. Licht und digitale Pixelmultiplikation möchte ich antworten. Doch natürlich meinen die Damen das Original. “Mischtechnik” antworte ich, “Kohle und Kreide bei Haute Noir, Tempera und Buntstift bei Summer Dress”. Sicher bin ich mir nicht. Mein Lieblingsbild ist “Nadja,” weil es aus einer Zeit stammt, in der ich als Jugendlicher meine Leidenschaft für Mode entdeckt habe und stets an den Lippen Wolfgang Joops hing, wo immer er im TV ein Interview gab. Doch das interessiert hier Niemanden. Auch die Damen möchten mit mir viel lieber über das Original in Persona sprechen. Wolfgang Joop selbst. In welchem Hotel er denn wohne, möchte einer der Beiden wissen. Ich müsste das doch wissen, schließlich sei ich ja von der Presse. Oh je, wie komme ich aus dieser Nummer bloß wieder raus?

Mein Blick wandert zu Wolfgang Joop, meinem Jugendidol, der gerade wieder mal sein Gegenüber unterhält. Ich war noch sehr jung als ich ihn 1995 bei Wetten dass zugeschaut habe wie er Madonna für einen wohltätigen Zweck skizzierte, und wusste  dabei nicht wer ich lieber sein wollte, Joop oder der Superstar in schwarzer Lackkorsage. Vierzehn Jahre später treffe ich Deutschlands Medienliebling zum ersten Mal persönlich und stelle fest, dass er tatsächlich so nett ist, wie es ihm nachgesagt wird.

Die Absicht in jedem Falle etwas Kritisches zu schreiben, weil das nun einmal der Anspruch dieses Blogs ist und joviale Produktbeschreibungen schon zu genüge publiziert werden, muss der Erkenntnis weichen, dass es an Wolfgang Joop einfach nichts auszusetzen gibt! Charmant, kommunikativ, gebildet und alles andere als ein Snob. “Willst Du mich heiraten?,” denke ich. Stattdessen frage ich ihn nach der Zeichnung, die er von Madonna gefertigt hat und freue mich wirklich über ihren aktuellen Verbleib informiert zu werden. Ich hatte ein paar Fragen vorbereitet, doch ich möchte keinesfalls die Geduld des Meisters überstrapazieren, indem ich diese umständlich von meinen verknitterten Zetteln ablese, drum improvisiere ich im Folgenden. Wolfgang Joop macht es einem leicht, an jede seiner Antworten lässt sich prima anknüpfen. Er hat immer etwas zu sagen, und so hätte ich ihn noch stundenlang befragen können.

Gerne hätte ich in Erfahrung gebracht, was er gefühlt hat, nachdem er 2001 auch noch seine letzten Firmenanteile an die Wünsche AG verkauft hat und fortan faktisch nichts mehr dem Unternehmen, welches seinen Namen trägt, zu tun hatte. Es hätte mich interessiert was eigentlich aus seiner Beziehung zu seinem russischem Freund geworden ist, den er in New York kennengelernt hat, wie er einst der Bunte erzählte, von dem aber nie ein Foto gedruckt wurde. Zudem wollte ich wissen, von welchem Label seine coole Hose mit den aufgemalten Motiven stammt, die er an diesem Abend trägt. Ich weiß, dass ich mich mit derlei Fragen längst nicht mehr im Rahmen dessen bewege, was der Grund für meine Anwesenheit ist. Das grafische Werk des Designers. Doch Wolfgang Joop hat in seinem Leben mehr geleistet als nur ein paar nette Skizzen von Frauen in Sommerkleidern.

copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de
copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de

Neben Jil Sander und Karl Lagerfeld ist Wolfgang Joop der einzige deutsche Modemacher von Weltformat. Der Vollblut-Kreative scheint die Aufmerksamkeit zu genießen. Er flirtet mit dem Publikum, man möchte sagen er hält Hof, doch das trifft es nicht, denn dazu ist der Sympathikus einfach zu nahbar. Seine unprätentiöse Art kommt an. “Meine Kleider kann sich keiner leisten, das hier schon”, scherzt er. Das Bürgertum lacht, nicht über ihn sondern mit ihm.

Was für ein Menschenfänger. Von der Bevölkerung verehrt, wird er von Kollegen, wie dem Modedesigner Konrad Huber, der jahrelang mit ihm in Hamburg zusammenarbeitete und heute das Design der Damenlinie im Hause Bogner verantwortet, hoch geschätzt. Die Herzen seiner Mitmenschen fliegen ihm im Nu zu. Das war schon zu Zeiten, in denen sein Name noch ein Ausrufezeichen zierte der Fall, wie auch im Hier und Jetzt, wo er sich als Kopf von Wunderkind,vom Ruf Markenmachers befreit und als ernstzunehmender Modemacher international etabliert hat. Zweimal Weltkariere in einem Leben.

Stillstand des Flüchtigen lautet der Titel eines Buches, dass die Modeskizzen des studierten Kunsterziehers bündelt. So treffend der Titel für die Gattung der Modegrafik ist, so sehr gilt das Gegenteil  für die Person Wolfgang Joop. Flucht vor dem Stillstand müsste es korrekterweise heißen. In einem Alter in dem Andere sich mental auf die Auszahlung ihrer Rente freuen, baut er Wunderkind zur globalen Marke aus. Jüngst führte er unter Wunderkind auch eine Kollektion für Herren ein,  die von der Fachpresse mit Lob überschüttet wurde. Er hat Interesse an einer Übernahme des insolventen Wäscheherstellers Schiesser bekundet und Gerüchten zufolge soll ihm auch der Erhalt der Firma Escada am Herzen liegen.

Der Modeschöpfer verabschiedet sich, bettet sich zur Ruhe im Bayerischen Hof, was ich der neugierigen Dame nicht verraten habe. Wolfgang Joop ist weg, was bleibt sind die Reproduktionen seiner wunderbaren Zeichnungen. Ich blicke noch einmal auf das Portrait von Nadja, meinem Lieblingsbild und vermisse dabei seinen Zeichner, das Original!
-von Sven Barthel-

Wolfgang Joop, photo: hype-magazine.com

Wolfgang Joop, photo: hype-magazine.com


GREG LAUREN: ERFOLGREICH AUCH OHNE ONKEL RALPH

Posted: Oktober 1st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

photo credit: Greg Lauren

photo credit: Greg Lauren

Es mag in den Genen der Familie liegen, oder auch nicht, dass Greg Lauren, Neffe des amerikanischen Modemachers Ralph Lauren, sich künstlerisch betätigt. Fakt ist, dass sich der 39-jährige Maler und Schauspieler, mit seinen unverwechselbaren Papierarbeiten zunehmend in der internationalen Kunstszene etabliert. Wer nun denkt, dies habe er ausschließlich seinem Familiennamen zu verdanken, der urteilt vorschnell.

Natürlich öffnet der Name Lauren Türen zwischen Manhattan und Long Island, natürlich helfen die Celebrity Kontakte der Laurenschen Sippe, dem eigenen Werk Aufmerksamkeit zu verschaffen, dennoch ist Greg Lauren kein Shootingstar auf seinem Gebiet. Ein Blick auf die Vita des Künstlers verrät das sich langsame Vorarbeiten, die konstante Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum hinweg, die den Arbeiten eines Künstlers erst die gewisse Tiefe verleihen, die das Prädikat Kunst rechtfertigen. Nach abgeschlossenem Studium der Kunstgeschichte an der Elite Uni Princeton bahnt sich Greg Lauren seinen Weg durch die Film- und Kunstwelt ganz ohne Hilfe seines berühmten und schwerreichen Onkels.

Seit 2000 steuert Greg Lauren regelmäßig Werke zur jährlich stattfindenden New Yoker Benefiz Auktion “TAKE HOME A NUDE” bei, beteiligt sich bei Gruppenausstellungen in kleineren Galerien und schmückt mit seinen Werken, den einen oder anderen VIP Event. 2008 ermöglichte ihm die deutsche aber in New York ansässige Galeristin Heidi Neuhoff zusammen mit dem weltweit renommierten Kunsthändler Asher Edelman eine Soloausstellung. Lauren´s Medium ist Papier! Öl auf Papier, Papier auf Leinwand. Sein Ouevre ist der bekleidete Mensch, die Mode, die Medien, die High-Society. Nicht banal sondern beeindruckend stimmungsvoll und handwerklich bestens umgesetzt, erweckt das zerknitterte, übermalte und beklebte Papier seine Figuren zum Leben. Bis zu 15.000 Dollar muss hinblättern, wer einen original Lauren sein Eigen nennen will. Renée Zelweger, Demi Moore und Ben Stiller zählen laut Medienberichten bereits zu seinen Fans .

all artworks and photos by Greg Lauren / bycourtesy of Greg Lauren

all artworks and photos by Greg Lauren / bycourtesy of Greg Lauren

Seine neuesten Arbeiten zeigen Kleidungsstücke als Plastik aus Papier; zusammengenäht von Greg Lauren höchst persönlich. “Alteration” heißt das Projekt, ein Begriff der in der Schneiderei die Abänderung eines Modells bezeichnet. Hinter “Alteration” steckt die Analyse von Image und Identität bestimmter Kleidungsstücke, die Lauren während seiner Jugend geprägt haben. Die Objekte sind noch bis zum 1.November in den ehemaligen Räumlichkeiten der Galerie Guild & Greyshkul zu sehen.

28 Wooster Street, NY, New York 10013

greglauren.com


TAKASHI MURAKAMI AUSSTELLUNG IN PARIS

Posted: September 9th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »
All Artworks ©Takashi Murakami/Kaikai Kiki Co., Ltd. / courtesy of CLARK

All Artworks ©Takashi Murakami/Kaikai Kiki Co., Ltd. / courtesy of CLARK

Das zweimonatlich erscheinende  Kunstmagazin CLARK aus Paris versorgt seine Leserschaft  in der neuesten Ausgabe unter anderem mit einem 14-seitigen Beitrag über den Künstler Takashi Murakami, dessen bunte superflat-cartoons, dank der erfolgreichen Kooperation mit Louis Vuitton im Jahre 2003, weltweit berühmt wurden.

In einem Interview spricht der kreative Japaner u.a. über seine Zusammenarbeit mit dem luxuriösen Taschenhersteller, sowie über seine Begegnung mit Gelegenheits-Schuh-Designer Kanye West und verweist auf seine neue Ausstellung in der Galerie Emmanuel Perrotin vom  15. September bis zum 17. Oktober 2009 in Paris.

Preis: EUR 5,50

Erhältlich an allen Presseverkaufsstellen in Frankreich sowie in ausgewählten Boutiquen von Paris, bspw. Colette


VERNISSAGE: WOLFGANG JOOP IST KÄUFLICH!

Posted: August 28th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de

copyright: Wolfgang Joop, www.lumas.de

„Dutzende von Modemarken werden von der einen schmutzigen Hand in die andere geschoben. Und alle verlieren dabei immer mehr Glaubwürdigkeit”, diese erfrischend, ehrlichen Worte zur Lage der deutschen Modebranche stammen von Modeschöpfer Wolfgang Joop.

Das streitbare Kreativgenie, mit den griffigen Statements, hat sich rar gemacht in der hiesigen Medienlandschaft. Statt sich selbst dauerhaft in Szene zu setzen, konzentriert sich der gebürtige Potsdamer seit der Gründung von Wunderkind, lieber ganz auf seine Arbeit. Diese kommt, wie seine lebendigen Mode-Zeichnungen, ganz ohne Worte aus.

Wer Wolfgang Joop einmal live hat zeichnen sehen, der ist beeindruckt von der Mühelosigkeit seiner treffsicheren Handschrift. Im Jahr 1995 portraitierte Wolfgang Joop vor Millionen von Fernsehzuschauern in der Sendung Wetten dass, Superstar Madonna. Das schnell skizzierte Abbild der Diva wurde im Anschluss für einen guten Zweck versteigert. Zwei Ikonen der Popkultur, Madonna und Wolfgang Joop vereint auf einem Bogen Papier, von beiden persönlich unterzeichnet. Käufer war letztlich Wolfgang Joop selbst. Mit flinken Strichen schafft der Designer lebendige Figurinen, die wirken wie der Meister selbst: nonchalant, selbstbewusst, entspannt und sich selbst genügend.

Wer sich mit derlei positiven Eigenschaften und der Aura Joops in den eigenen vier Wänden umgeben möchte, kann sich diesen Wunsch nun dank der Foto-Galerie Lumas erfüllen. Lumas bietet erstklassige Arbeiten namhafter Fotografen, aber auch Künstler anderer Genres, als limitierte Fotabzüge, für einen erschwinglichen Preis zum Kauf an. Auch Wolfgang Joop hat sich bereit erklärt, eine Auswahl seiner Zeichnungen, einem größeren Kreis an kunst- und modeaffinen Menschen über Lumas verfügbar zu machen. In Berlin und München sind die Arbeiten ab September in einer Ausstellung zu bewundern. Die Hauptstadt punktet dabei mit einer Vernissage in Anwesenheit des Künstlers!

Vernissage in Berlin mit Wolfgang Joop: 10. September 2009, 19-21 Uhr

Ausstellung:

Wolfgang Joop at LUMAS Berlin ab 11.September 2009, Rosenthaler Str. 104, 10178 Berlin (Hakesche Höfe)

Wolfgang Joop at LUMAS München: ab 18. September 2009 , Brienner Straße 3, 80333 München

Lumas website

Wolfgang Joop zeichnet Madonna:


PIERRE & GILLES RETROSPEKTIVE im C/O BERLIN

Posted: Juli 17th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Pierre et Gilles

Pierre et Gilles

Die Bilder des Künstlerpaares Pierre et Gilles kennt eigentlich Jeder. Ihre farbig übermalten Fotos, zeigen Prominente wie Madonna, Nina Hagen oder Paloma Picasso vor opulent-verspielten Hintergründen, oder auch deftige pornografische Szenen, bei denen der Austausch von Körperflüssigkeiten nicht unsichtbar bleibt.

Homosexualität ist ein immer wiederkehrendes, zentrales Thema in den Arbeiten der beiden Kreativen. Doch Fotograf Pierre Commoy und Werbegrafiker Gilles Blanchard sind zu intelligent um sich auf die bloße Erstellung von Wichsvorlagen für Schwule zu beschränken. Die Provokation ihrer Arbeiten liegt im Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen. Religion und Sex sind für das Duo kein Widerspruch, im Gegenteil, die Akteure ihrer nachgestellten biblischen Szenen, sind nicht selten Pornodarsteller oder sichtbar schwule Jungs.

Mit ihrer Dauerreflektion über Popkultur, ihrer permanenten Gesellschaftskritik und der gleichzeitig selbstbewusst zur Schau getragenen Homosexualität, trafen Pierre und Gilles den damaligen Nerv der Zeit, was ihnen unzählige Aufträge zur Gestaltung diverser Magazin und Plattencover und somit auch Geld und Ruhm einbrachte. Pierre & Gilles gelang, was nur wenigen Künstlern gelingt: die Entwicklung einer eigenen Bildsprache mit hohem Wiedererkennungswert. Ihre Arbeiten sind unverwechselbar! Ab Mitte der 1990er Jahre wurde es ruhiger um die Zwei.

In dieser Dekade des Minimalismus, der political-correctness, des Unisex, des Synthetischen , war kein Platz für den Hedonismus der 80er Jahre. Heute, in Zeiten, in denen peinliche Selbstdarsteller Intimitäten und Abgründe freizügigst im Fernseh-Mittagsprogramm ausplaudern oder ihre Geschlechtsteile und sexuellen Präferenzen im Internet preisgeben, wirken die Bilder von Pierre & Gilles längst nicht mehr schockierend. Schön anzusehen sind sie immer noch, und darüber hinaus ein wertvolles Dokument einer längst vergangenen Ära, in dem Sexualität noch etwas lustvoll Verwegenes an sich hatte.

Im Berliner C/O ist vom 25. Juli bis zum 20. September 2009 eine große Retrospektive mit 80 großformatigen Arbeiten zu sehen. Dies ist die erste große Ausstellung außerhalb Frankreichs nach 15 Jahren Abstinenz in Deutschland. Die Ausstellung wird hierzulande nur in Berlin zu sehen sein.

PIERRE et GILLES RETROSPEKTIVE
C/O Berlin im Postfuhramt
Oranienburger Straße / Ecke Tucholskystraße
10117 Berlin


Vernissage: Freitag, 24. Juli, ab 19 Uhr


CATWALKS - NEUE AUSSTELLUNG IN DÜSSELDORF

Posted: Juli 15th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

NRW FORUM DÜSSELDORF

NRW FORUM DÜSSELDORF

Das NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf widmet sich in seiner neuesten Ausstellung mit dem Titel CATWALKS den dramatischsten Laufsteginszenierungen internationaler Top-Designer und untersucht dabei die Präsentationform des “Katzenstegs” im Kontext allgemeiner Modegeschichte wie auch der Gegenwart. Das Ausstellungskonzept selbst ist nicht weniger mondän.

So installierten die Kuratoren inmitten der Ausstellungsräume einen Catwalk, der den Besucher zu diversen Fashion Shows leitet, diese ihm in Form von Videoeinblendungen in 3D erscheinen! Partner der Ausstellung ist die deutsche Vogue, deren Chefredakteurin Christiane Arp, die Zusammenstellung der zu sehenden Arbeiten unterstützte.

Desweiteren zu sehen sind, die beliebten, fotografisch dokumentierten Straßenshots diverser Streetstyle Blogger, die aufgrund ihrer Authentizität, kommerziellen Modeunternehmen , bei der Erstellung ihrer Kollektionen immer öfter dienlich sind.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Magazin Großformat!

CATWALKS (26.07.09 - 01.11.09)
NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf

Eintritt: 7,- Euro (ermässigt: 5,- Euro)

Dries van Noten Paris 2005

Dries van Noten Paris 2005


www.nrw-forum.de


STREETART DE LUXE - LIGQUIDATED LOGOS BY ZEVS

Posted: Juli 10th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | 1 Comment »

Zevs

street-art by Zevs copyright by: Zevs

Mit der Verflüssigung bekannter Modelogos im öffentlichen Raum macht Artist Zev aus einem Stück tristen Mauerwerk  ein glamouröses Kunstobjekt.   Zevs, ist ein anonym arbeitender französischer street-art Künstler, und als solcher in der Graffiti Szene absolut prominent. Ende der 90er feuerte er Farbbomben zwischen die Augen der Models auf Werbeplakate. Daraufhin diskutierten sich die Franzoßen die Köpfe heiß, ob es sich bei diesen Aktionen nun um Kunst oder purem Vandalismus handelt. Doch   Zevs aktuelle Arbeiten der sich verflüssigenden Logos , die in traditioneller chinesicher Lacktechnik auwendig umgesetzt wurden, zeugen von seinem künstlerischen Anspruch. Genial!

Neben den “liquidated logos” zeigt der Künstler nun in einer Ausstellung auch keramischer Arbeiten und Malereien auf Metall.

Eröffnung: Donnerstag, 16. Juli 09

Art Statements Gallery,
5 Mee Lun Street, Central,
Hong Kong

pic-22

"liquidated logos" - street-art by Zevs / copyright by: Zevs


FASHION AROUND THE WORLD

Posted: Juni 14th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Der Sommer ist da und mit ihm eine Reihe von interessanten Modeausstellungen, fernab vom Mainstream und mit Inhalten die auch beflissenen Modekennern neue Perspektiven auf ihr Lieblingsthema eröffnen dürften.  Anbei eine Auswahl:

Bei britischen Modedesignern denken die meisten von uns zunächst  an Vivienne Westwood, Paul Smith, Alexander McQueen oder Christopher Bailey - allesamt Stars der Gegenwart - doch wer prägte eigentlich die britische Modeszene vor der  Jahrtausendwende, in Zeiten in denen Mode von Nachrichten-Moderatoren noch mit einem süffisanten Lächeln als triviales Beiwerk der wirklich wichtigen Themen im Leben abgehandelt wurde? In den exzentrischen Achtzigern waren es vor allem Zandra Rhodes und Jean Muir, die modisch gesehen auf dem Inselkontinent für Aufregung sorgten.

Jean Muir

Jean Muir

Letzterer widmet nun das Modemuseum im schottischen Dumfries aktuell eine Einzelausstellung. “Jean Muir - a fashion icon”, zeigt Highlights aus dem Werk Jean Muirs und erinnert damit eine beinahe vergessene Designerin,  deren Vintage Stücke heute von Sienna Miller und Kate Moss getragen werden.

bis 31. Oktober 2009

National Museum of Costume, Shambellie House, New Abbey, Dumfries, DG2 8HQ

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paper-fashion
Mode Museum Antwerpen

In der Modeschule, lernen angehende Designer auch mal um drei Ecken zu denken und sich dabei nicht gleich mit der offensichtlichsten Lösung zufrieden zu geben. Ich erinnere mich noch bestens an die Aufgabenstellung, eine Ärmelkonstruktion aus Wellpappe zu fertigen, deren Teile nicht “geknickt” werden durften. Die darauffolgende Tüftelei führte zu erstaunlichen Erkenntnissen über die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten  papierähnlicher Materialen. Die Ausstellung PAPER FASHION im  Antwerpener Modemuseum untersucht die  Verwendung des Nischenmaterials im Kontext der jüngeren Modegeschichte und beginnt mit einer Reihe papierner Kleider aus den 1960er Jahren und zeigt zudem zahlreiche Entwürfe aus verwandten Materialien aktuellen Datums.

www.momu.be
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Mode Museum Hasselt
Mode Museum Hasselt

Mit der Geschichte des Damenschuhs ab 1900 beschäfigt sich das Modemuseum im belgischen Hasselt. Entwicklung, Trends und Images sind  in der Ausstellung “In her shoes”  an  beispielhaften Modelle von bekannten  Schuhdesignern wie Roger Vivier, Bally, Ferragamo, und natürlich Jimmy Choo und Manolo Blahnik erfahrbar. Aber auch die Puschen lokaler Schuhkünstler lohnen einer genaueren Betrachtung.

www.modemuseumhasselt.be

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Madeleine Vionnet at work
Madeleine Vionnet at work

vionnet-bannerEin Highlight unter den Ausstellungen dieses Sommers kommt direkt aus der Modehaupstadt Paris. Das Musée les Arts Dècoratifs widmet Modeschöpferin Madeleine Vionnet eine umfangreiche Solo-Ausstellung. Die Königin des Diagonalschnitts und der Drapierungen starb 1975 mit 99 Jahren  an Altersschwäche in ihrem Bauernhaus im französischen Cély-en-Biere und hinterließ ein beeindruckens Werk-Archiv von dem sich Top Designer wie Azzedine Alaia, Yohji Yamamoto oder John Galliano noch heute  zu  neuen Schnitttechniken inspirieren lassen.  An Stelle einer Skizze fertigte Vionnet ihre kunstvollen Falten-, Volant-, und Pliseekleider lieber  direkt am Objekt, einer hölzernen Miniaturbüste.

24. Juni 2009 - 31. Januar 2010

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Bill Gibb

Bill Gibb

Das Fashion Museum im englischen Bath, ca 30 Autominuten von Bristol entfernt,  beschäftigt sich mit dem Werk des Modemacher Bill Gibb? Wer zum Teufel ist Bill Gibb?

Trotz seines großen Einflusses auf die Entwicklung der Mode ist Gibbs Name heute weitgehend unbekannt. Dabei wurde er 1970 von der britischen Vogue zum Designer des Jahres gekührt und feierte im folgenden etwa ein Jahrzenht lang große Erfolge. Seine Debut- Kollektion von 1972 wurde von der Branche als Sensation der Saison betitelt. Sein Stil war ein wilder Muster und Materialmix, der im direkten Vergleich Cavallis Kollektion nahezu homogen erscheinen lässt. Einige sehen in Gibb  gar den Erfinder des Hippie Looks. In jedem Falle repäsentiert sein Stil das Jahrzent auf ultimative Art und Weise.  Harrods und Harvey Nichols verkauften seine Kleider und auch ein eigenes Ladenlokal in Londons nobler Bond Street ließ nicht lange auf sich warten. Zu seinen Kunden zählten Liz Taylor, Bianca Jagger und Topmodel Twiggy. Doch wie vielen Kreativen fehlte auch Gibb der Sinn für das Geschäftliche . Als sein Stil nicht mehr gefragt war ging sein Unternehmen schließlich pleite und Gibb geriet in Vergessenheit. Nach wie vor  inspirieren seine Entwürfe noch heute Designer wie John Galliano oder Gilles Deacon. Grund genug sich mit den Arbeiten des vergessen Helden der britischen Modeindustrie vertraut zu machen und seinen inneren Hippie zu entdecken.

bis 15.November 2009

www.fashionmuseum.co.uk

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Isabel Toledo Dress

Isabel Toledo Dress

NEW YORK: Isabel Toldeo gehört zu den Designern die es vorziehen sich  als Person gegenüber den Medien zurückzuhalten und stattdessen ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen. Nicht ganz freiwillig wurde ihr am 20. Januar 2009  dennoch weltweite Aufmerksamkeit zuteil als Michelle Obama bei der Amteisnführung ihres Mannes Barack als 44. Präsident der Vereinigten Staaten ein limonenfarbens Shiftdress aus dem Atelier der kubanisch stämmigen Modemacherin trug.

2008 wurde Toledo mit dem FIT Couture Council Award für besondere Kunstefertigkeit ausgezeichnet, nun widmet ihr das Museum des Fashion Institute of Technology eine eigene Ausstellung. Es ist nicht etwa eine flamboyante Optik für die Toldeo bekannt ist, als vielmehr ihre besondere Technik Kleider zu fertigen. So sei laut den Kuratoren des Ausstellung keines ihrer Teile konventionell konstruiert. Wer also das in den Medien eher sparsam repräsentierte Werk Toledo kennenlernen möchte, der sollte sich die von der renommierten Modehistorikerin Dr. Valerie Steele kuratierte Ausstellung nicht entgehen lassen.

17. Juni - 26. September 2009

THE MUSEUM AT FIT 7th Ave & W 27th St, New York

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BERNHARD WILHELM SOLO EXHIBITION IN GRONINGEN

Posted: Juni 8th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | 1 Comment »
Bernhard Willhelm

Bernhard Willhelm

Eine Solo-Ausstellung widmet das Groninger Museum in den Niederlanden ab dem 13. Dezember 2009 den in Paris ansässigen deutschen Modedesigner Bernhard Wilhelm anlässlich dessen zehnjährigen Firmenjubiläums.

Bernhard Wilhelm wurde 1972 im schwäbischen Ulm geboren und studierte ab 1992 an der renommierten Königlichen Akademie für Schöne Künste in Antwerpen Modedesign. Es folgten Praktika bei Alexander McQueen, Vivienne Westwood, Walter van Beirendonck und Dirk Bikkembergs. Im Jahr 1999 gründete er zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Jutta Kraus sein eigenes  Unternhemen und machte  im März des gleichen  Jahres mit  seiner eklektischen Damenkollektion auf sich aufmerksam. Willhelms Markenzeichen sind Patchworkstoffe, fibrige Farben, auffällige Drucke und  oversized Silhouetten.

Insprationen  für seine Mode holt sich der 37-jährige, ebenso wie seine Models, direkt von der Straße.  Zwar sind seine Klamotten nicht jedermans Geschmack, diesen will der Designer aber auch gar nicht bedienen. Bernhard Willhelm hat sich seine geschäftliche Unabhängigkeit und somit auch seine Kreativität stets bewahrt.


MARC BOHAN / AUSSTELLUNG IM CHRISTIAN DIOR MUSEUM

Posted: Mai 19th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | 1 Comment »
Copyright: Dominique Issermann / Courtesy of: Musée Christian Dior

Copyright: Dominique Issermann / Courtesy of: Musée Christian Dior

Es gibt wohl kaum einen Modeliebhaber dem der Name Christian Dior nicht vertraut wäre. Ebenso verhält es sich mit Yves Saint Laurent, der nach dem plötzlichen Tod Diors im Jahre 1957, mit gerade mal 21 Jahren zum künstlerischen Leiter des Hauses berufen wurde. Auch John Galliano, der seit 1996 als Chefdesigner bei Dior fungiert, ist allen halbwegs modeinteressierten Menschen ein Begriff.

Doch wer war eigentlich der Mann, der, nach Yves Saint Laurent und vor John Galliano, das modische Erscheinungsbild des Unternehmens bestimmte? Das Christian Dior Museum in Granville antwortet auf diese Frage mit seiner aktuellen Ausstellung: “Dior les anneés Bohan, Trois décennies des styles et des stars (1961 - 1989) ” Die Ausstellung gewährt Einblicke in das kreative Schaffen Marc Bohans, der 28 Jahre lang den Look von Dior geprägt hat und lädt ein, die Arbeit des Designers im Kontext seiner Zeit neu zu entdecken.

Marc Bohan konnte in den 1960er Jahren zahlreiche Erfolge für sich verbuchen und bescherte der Firma Dior über lange Zeit beachtliche Umsätze. So etablierte er Diors Ready-to-Wear Linie “Miss Dior” und führte unter dem Namen “Christian Dior Monsieur” auch die Herrenmode ein. Europäischer Adel, halb Hollywood, Industriellengatinnen und Frankreichs Politprominenz vertrauten auf Bohan´s Chic. Die schlanke Linie seiner damenhaften Kleider, die strengen Kostüme, und opulenten Couture Roben für festliche Anlässe trafen den Geschmack der damaligen High Society.

Grace Kelly, Maria Callas, Farah Diba, Brigitte Bardot, Elizabeth Taylor, sie alle trugen Bohans Kreationen. Auch Designermode für Kids ist keine Errungenschaft der 1990er Jahre; mit Baby Dior förderte Bohan eine besonders dekadente Art den Jet Set-Nachwuchs einzukleiden und schneiderte für die Jüngsten, Miniaturausgaben der exquisiten Dior Modelle ihrer Mütter nach. Für seine Haute Couture Kollektionen wurde wurde Bohan zweimal mit dem prestigeträchtigen Dé d´Ór Award ausgezeichnet.

Dennoch, eine modische Revolution wie die Erfindung des Kleinen Schwarzen durch Coco Chanel oder Yves Saint Laurent, der den Hosenanzug für Frauen gesellschaftsfähig machte, gelang Bohan nicht. Er war Couturier alter Schule, was ihm die Anerkennung aus Fachkreisen und eine illustre Stammklientel aus der Upper-class verschaffte. Mit der Studentenevolution 1968 und der damit verbundenen Auflehnung der Intelektuellen gegen das Establishment, änderte sich jedoch der Zeitgeist.  T-Shirt und Hose avancierten zur Uniform der Straße. Kein Stil, den man mit Dior verbindet.

Ende der 70er Jahre verfiel Dior schrittweise in eine Art Dämmerschlaf. Die Marke fand ihre Präsenz in Form von beliebigen Lizenzprodukten und generierte 1980 ihren Umsatz nur noch durch Parfums, Kosmetika und biedere Accessoires. Im Rückblick geben Bohans Entwürfe dennoch ein weitaus realistischeres Bild vom tatsächlichen Bedarf an Luxusmode und den vorherrschenden Gepflogenheiten, der damaligen Reichen und Schönen. Denn im Gegensatz zu den  innovativen Kreationen seiner Kollegen, wurden die elaborierten aber konventionellen Entwürfe Bohans in deren Kreisen auch tatsächlich getragen.

1989 wurde Marc Bohan schließlich, durch den mittlerweile verstorbenen Italiener, Gianfranco Ferre, als Chefdesigner ersetzt, der wiederum 1996 von John Galliano abgelöst wurde, der die Position des Chefdesigners bis heute hält.

Photos: L. Le Guyader / Copyright: Musée Christian Dior
Photos: L. Le Guyader / Copyright: Musée Christian Dior

Das Museum hat bis zum 20. September, von 10.00 - 18.30 Uhr geöffnet.

Eintritt: € 6

Adresse: Musée Christina Dior, Villa Les Rhumbs,
Rue d`Estuouville, 50400 Granville, France


Mut zum Hut - An Anthology by Stephen Jones im V&A Museum London

Posted: April 29th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | No Comments »

Photography and copyright by: Peter Ashworth

Photography and copyright by: Peter Ashworth

Ein Mann, der einem Hut hinterherläuft, ist nicht halb so lächerlich wie ein Mann, der einer Frau hinterherläuft”. Das Zitat des englischen Schrifstellers Gilbert Chesterton verdeutlicht vor allem eines: Der Hut hat Stil!

Vor allem wenn es sich um Exemplare des Britischen Starmodisten Stephen Johnes handelt, der seit 1980 zunächst Londoner Hipster, wenig später die komplette Modeszene, und schließlich auch internationale Stars mit seinen mondänen Kreationen begeistert. Der mittlerweile 52-jährige Brite hat nun im Auftrag des renommierten Victoria & Albert Museum eine umfassende Ausstellung zur Geschichte des Hutes kuratiert.

Für das Londoner V&A Museum, das über eine der bekanntesten und größten Kostümsammlungen weltweit verfügt, ist dies die erste Ausstellung, die sich komplett dem Thema Kopfbedeckungen widmet. Mit den Augen eines erfahrenen Hutmachers hat Stephen Jones mehr als 300 Hutmodelle aus aller Welt zusammengetragen, die nun in der Porter Gallery des Museums zu sehen sind. Die dargebotenen Stilrichtungen des Kopfputzes sind dabei äußerst vielseitig. Hier werden die komplette Bandbreite und Möglichkeiten Hut zu tragen verdeutlicht .

Die Ausstellung in Form einer barocken Gartenlandschaft gliederst sich in vier Abschnitte:
Die erste Sektion, Inspiration, öffnet mit Prince Alberts Zylinder und Queen Victorias Haube, und veranschaulicht wie die Vergangenheit unzählige Designer inspiriert hat. Den original historischen Modellen stehen die zeitgenössischen Hutinterpretationen der alten Stile gegenüber, wie die Baseball Kappe und die gewöhnliche Mütze.

Das Creation Department veranschaulicht in einem nachgebauten Hutmacher-Atelier wie Hüte traditionell gefertigt werden. Auch die üblicherweise verwendeten Materialen, Holzköpfe, Schnittmuster und Entwurfszeichnungen lassen sich hier begutachten.

Der Salon Abschnitt zeigt dramatische eye-catcher, die wir von den Haute Couture Schauen kennen. Zu sehen sind hier auch Modelle des anderen britischen Hutgottes Philip Treacy sowie Arbeiten für Balenciaga und Dior.

Das Klient-Segment stellt Hutkreationen aus, die bereits berühmte Häupter geziert haben. Darunter die von Boy George und Madonna . Aber auch Modelle aus bekannten Filmen, wie die zwei von Cecil Beaton entworfenen Hüte für My Fair Lady, ein Balmain Hut, getragen von Ava Gardner und das Barett von Marlene Dietrich sind zu bestaunen.

Eine umfangreiche Schau, die auch die letzten Zweifler ermutigt ein Statement mittels Hut abzugeben, zumindest für den Moment. Hut zu tragen ist niemals lächerlich! Das Lächeln der Einen ist letztlich nur der nicht offen zugegebene Ausdruck stiller Bewunderung für den Anderen, schon allein weil sein Träger mehr Mut braucht als der, der es vorzieht unbehütet durch die Stadt zu wandeln.

Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen mit dem Titel: Hats: An Anthology, erhältlich im Shop des Victora & Albert Museums.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. Mai 2009

V&A South Kensington
Cromwell Road
London SW7 2RL

Opening times 10.00-17.00 daily, Friday 10.00-22.00


WOLFGANG JOOP – Reif für das Museum!

Posted: April 8th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | No Comments »

Wolfgang Joop

Wolfgang Joop

Dem blitzgescheiten Designer mit der flinken Zunge und dem Mut gesellschaftliche Mißstände einprägsam auf den Punkt zu bringen, widmet die Kunsthalle Rostock ab dem 09.05. eine umfassende Ausstellung. Diese versteht sich, nach Angaben des Museums, nicht als Retrospektive sondern als Momentaufnahme, die anhand unterschiedlicher Objekte die kreative Energie des Modeschöpfers verdeutlicht.

Wolfgang Joop ist Modemacher, Illustrator, Kolumnist, Autor, PR-Genie und würde vermutlich in zahlreichen weiteren Disziplinen ebenfalls erfolgreich bestehen, hätte er die Zeit, sich noch in anderen Gefilden zu bewegen. Mit Joop! hat Wolfgang Joop längst nichts mehr gemein. Sein Fokus liegt auf Wunderkind. Dieses behutsam und bedächtig aufgebaute Modehaus, dem der eingedeutschte Begriff Label nicht gerecht wird, haftet ihm doch der Charakter von Massenware und lautem Marketinggeschrei an. Qualität und Exklusivität sind die Konstanten auf denen seine Mode heute basiert. Besinnung auf das Wesentliche und das Bekenntnis zur deutschen Herkunft ist die Haltung, die Wolfgang Joops Schaffen seit dem Launch von Wunderkind prägt. In diesem Kontext fertigte der Allround-Kreative eine textile Installation, die im Rahmen der Ausstellung erstmals öffentlich zu sehen sein wird. Weitere Details bezüglich der Ausstellung folgen in Kürze. ?

http://www.wunderkind.de


Ausstellung: HUSSEIN CHALAYAN – “from fashion and back”

Posted: April 7th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , | No Comments »
Photo by Chris Moore

Photo by Chris Moore

Ein Tisch der zum Rock wird, ein Kleid aus LED Leuchten, so wie eine, per Knopfdruck wandelbare Körperhülle aus Materialien des Flugzeugbaus.

Für den auf Zypern geborenen Designer Hussein Chalayan ist Mode mehr als nur ein Stück Stoff zum anziehen. Seine Annäherung an die Thematik ist künstlerischer, intellektueller Natur. Auch ein Grund, warum einzelne Entwürfe bei den Kuratoren von Modeausstellungen immer wieder Berücksichtigung finden. Der Designer fertigte seine erste Kollektion 1994 und debütierte ein Jahr später zum ersten Mal bei der London Fashion Week. Der 39jährige Chalayan wird in der Öffentlichkeit häufig als Konzept - Designer wahrgenommen, dessen Kleidung eher untragbar ist. Doch hier fühlt sich der Kreative missverstanden und verweist darauf, dass dies eine verzerrte Sicht der Dinge sei , die ihren Ursprung in der weltweiten Konzentration auf seine Showpieces hat. Diese haben zwar den geringsten Anteil innerhalb seiner Kollektionen, erregen aber die größte mediale Aufmerksamkeit. Chalyans Designphilosphie basiert auf der Erkundung bestimmter Themenaspekte, die er auf eigene Weise modisch interpretiert. Bei der Realisation seiner Ideen hilft ihm ein zwölfköpfiges Team. Das Ergebnis sind traumhafte textile Gebilde, innovative aber dennoch tragbare Kleidung, die die Idee hinter der Kollektion erkennen lässt. Für derlei Leistungen wude Chalayan bereits zweimal mit dem British Fashion Award als “Designer oft he Year” ausgezeichnet. Das renommierte Designmuseum in London zeigt nun eine umfassende Auswahl an Arbeiten Chalayans der letzten 15 Jahre. Die Retrospektive, die von der deutschen Firma Puma gesponsert wurde und bei der Chalayan als Creative Director für Sport Fashion seit 2008 unter Vertrag steht, ist noch bis zum 17. Mai 2009 zu sehen.?

Design Museum
28 Shad Thames
London SE1 2YD
United Kingdom
Office 020 7403 6933

info@designmuseum.org

Öffnungszeiten
täglich, von 10.00 -17.45