PATRICK McDONALD: Einblicke in das Leben eines Dandys

Posted: Februar 2nd, 2012 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Flower Market, ©Molua Muldown

Soll man sich eigentlich darüber freuen, dass das Modediktat unlängst seinen Platz in der Mottenkiste eingenommen hat?

Die breite Akzeptanz einer von der Modeindustrie bestimmten Stilrichtung und deren Unterwerfung entsprechen nicht dem aktuellen Zeitgeist. Anything goes – erlaubt ist was gefällt. Individualität im Bekleidungsverhalten hat dieser Tage Hochkonjunktur.

Eine Freiheit, die Menschen nicht zwangsläufig attraktiver erscheinen lässt, denn nicht jedermann ist wirklich stilsicher. Umso mehr bewundern wir diejenigen, die es sind. Frauen und Männer, die Kleidung gezielt nutzen um ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen und damit ein Maximum an (Außen-) Wirkung erzielen. Neben Lady Gaga und Iris Apfel, zählt zu ihnen auch Patrick McDonald. Als prominentester noch lebender Dandy gehört McDonald zum Inventar der New Yorker Modeszene und inspiriert mit seinem Auftreten seit über 20 Jahren Fotografen, Maler und Illustratoren.

Grund genug für die Betreiber der im East Village ansässigen Dorian Grey Gallery dem Bohèmian eine eigene Ausstellung zu widmen. Gezeigt werden Aufnahmen, die McDonalds stilistische Kompromisslosigkeit in seinem alltäglichen Umfeld zeigen.

Fotografin Molua Muldown ließ einige der geschossenen Porträts von der Multimedia-Künstlerin Lisa Pan bearbeiten, die das Antlitz McDonalds in Fantasiewelten einbettete, welche den Betrachter neue Perspektiven auf den Habitus eines Dandys bieten.

„The Dandy’s New York!
07.Februar bis 04. März 2012

Dorian Grey Gallery, 437 E 9th Street, New York City

(siehe auch das große Patrick McDonald Interview in der aktuellen Ausgabe des HYPE Magazins)

 

 

 


Antwerpen feiert Walter van Beirendonck

Posted: Januar 23rd, 2012 | Author: Lukas Blasberg | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Dream the World Awake

Noch bis zum 19. Februar zeigt das Modemuseum Antwerpen mit „DREAM THE WORLD AWAKE“,  die erste große Retrospektive des exzentrischen Modedesigners Walter Van Beirendonck.

Bekannt wurde der Belgier als er 1988  erstmals bei der London Fashion Week seine im wahrsten Sinne des Wortes „ausgefallene“ Mode präsentierte. Es folgte die regelmäßige Präsentation seines Labels W.&L.T. (wild and lethal trash) im Rahmen der Pariser Prêt-à-Porter Schauen. Hierbei zeigt er sich, zu den im Vergleich eher zurückhaltenden Defilees seiner Kollegen, von Beginn an unangepasst. Van Beirendonck schickte bereits Teddybären, Männer in Röcken, übergewichtige Models und Pferde über den Laufsteg und konfrontiert bis heute mit seiner ganz eigenen Art der Übertreibung und Ironie den Mainstream mit sich selbst.

Inspiriert von Technologie, Kunst, Pop, Porno oder Politik kennt Van Beirendonck keine Tabus. Progressive Modemagazine wie „Dazed & Confused“ oder „Purple“ widmen seinen gesellschaftskritischen Kollektionen  da gerne schon mal ganze Fotostrecken. Für den roten Teppich sind seine Entwürfe meist zu schrill, doch klöppelte Van Beirendonck 1997 immerhin den Mitgliedern der Band U2 bizarre Bühnenkostüme für ihre PopMart Worldtour auf den Leib. Neben seiner regulären Arbeit als Modemacher unterrichtet Van Beirendonck an der Antwerpener Modeakademie, jener Institution, an der er selbst einst ausgebildet wurde.

Grund genug, ihm eine eigene Ausstellung zu widmen, in der Besucher einen Einblick in die Arbeitsweise des Querdenkers erhalten und die wichtigsten Stationen seiner Kariere anhand von signifikanten Kollektionsteilen der vergangenen 30 Jahre nachvollziehen können.

 

Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10.00- 18.00 Uhr. Weitere Informationen hier: http://www.momu.be


HOT SPOT: Das GUCCI MUSEO in Florenz

Posted: November 7th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Ganz und gar in die Geschichte der Marke Gucci eintauchen können Fans des italienischen Modehauses bei einem Besuch des im September neu eröffneten Gucci Museums in Florenz.

Die Ausstellung verspricht die Wurzeln, die Entwicklungsgeschichte und den kulturellen Einfluss des Luxuslabels zu beleuchten. Das Museumkonzept entspricht dem Zeitgeist und bietet weit mehr als die formelle Präsentation von schönen Exponaten inklusive Infotafeln.

Mit der zusätzlichen Einrichtung eines Cafés mit Internet-Zugang, einer exzellent sortierten Kunstbuchhandlung, eines Geschenkshops sowie dem Icon-Store, widerspricht das Gucci Museo dem Gedanken vom Museumsbesuch als eine staubtrockene Angelegenheit. Stattdessen kommt es dem Bedürfnis der Generation “Facebook-iPhone-Starbucks” nach Entertainment und deren Lust am Konsum entgegen.

Ein Streifzug durch die Hallen des 1337 errichteten “Palazzo della Mercanzia” erweist sich somit als kurzweilige Entdeckungsreise durch das Gucci-Archiv. Das Interior in Beige und Brauntönen setzt auf Understatement und Zeitlosigkeit und erinnert, welch’ Überraschung,  an die Inneneinrichtung diverser Gucci Stores. Entwickelt hat dieses Konzept Frida Giannini. Seit 2006 fungiert die 39-jährige erfolgreich als Kreativdirektorin des Unternehmens. Von Beginn an ihrer Tätigkeit sei es ihr Wunschtraum gewesen, die Geschichte hinter den berühmten Entwürfen der Firma zu erzählen. Über diese können sich Interessierte nun auf drei Etagen und einer Fläche von über 1.700 Quadratmetern umfassend informieren. Darüber hinaus gibt es neben den Gucci-Artikeln  ausgewählte Werke aus der Kunstsammlung des Gucci-Eigners Francois-Henri Pinault zu sehen. Mission, optisch wie inhaltlich, gelungen!

GUCCI MUSEO
Piazza della Signora, 50122 Florenz, Italien

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, von 10.00 – 20.00 Uhr

 

 


New York: Stilikone Daphne Guinness zeigt was sie hat!

Posted: September 28th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Bodysuit by Alexander McQueen

Bier-Erbin Daphne Guinness hat Stil. Einen ganz außergewöhnlichen sogar. So außergewöhnlich, dass das “Museum at FIT in New York” den herausragendsten Stücken ihrer Kleider- und Schuhsammlung gegenwärtig eine eigene Ausstellung widmet.

Unterteilt in sechs Themenbereiche, die die wesentlichen Stilrichtungen der britischen Modeikone umfassen; Dandyism, Armor, Chic, Evening Chic, Exoticism und Sparkle. Besucher begeben sich somit auf eine Reise durch Mrs. Guinness beeindruckende Privatgarderobe. Zu sehen gibt es u.a. strenge weiße Blusen in Kombination mit enganliegenden schwarzen Blazern, Ganzkörperanzüge aus Leder oder aufwendig bestickter Spitze sowie allerlei glitzernde Extravaganzen.

Die Mehrzahl der Stücke stammt von Alexander McQueen, gefolgt von Entwürfen der Modehäuser Chanel, Dolce & Gabbana, Valentino, Alaia, Dior, Givenchy und Lacroix. Auffällig: Mrs. Guinness Vorliebe für absatzlose Plattformschuhe, die ebenfalls in verschiedenen Ausführungen gezeigt werden. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf hier der Schmuck, welcher jeden ihrer Looks erst perfekt macht, zu dem es aber leider keine Informationstafeln gibt, dabei wären auch die pompösen Ringe, Ketten, Broschen und Armbänder definitiv eine Solo-Show wert.

Schuhe von Noritaka Tatehana

Erfreulicherweise verzichteten die Ausstellungsmacher auf langatmige und gezwungene kunsthistorische Kontextualisierungen und bieten stattdessen kurze und auf den Punkt gebrachte Erörterungen zu den Exponaten. Die 43-jährige Guinness begreift Mode natürlich nicht als Statussymbol, vielmehr ist Mode für sie Kunst. Angesichts der ausgestellten Couture-Teile eine absolut nachvollziehbare Sichtweise, denn mit dem Plunder der auf gewöhnlichen Einkaufsstraßen feilgeboten wird, haben Guinness’ textile Schätze nichts gemein. Was die Frage aufwirft, ob guter Stil, nicht doch etwas mit Geld zu tun hat!?

“Daphne Guinness” – Museum at FIT, New York
noch bis zum 07. Januar 2012


 

 


Wie sich Michalsky in Toleranz übt…

Posted: August 12th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »
MICHALSKY STYLENITE / Photo:©Martin Diepold

Toleranz – ein großes Wort! Von prominenten Zeitgenossen vor laufenden Kameras wie auch von Ottonormalbürgern im Arbeitsumfeld und Freundeskreis stets befürwortet, privat jedoch nicht immer gelebt wie nach außen kommuniziert, stellt sich bei diesem Begriff die Frage was er, frei von jeglicher Kontextualisierung, überhaupt bedeutet.

Laut Duden ist damit eine gewisse Duldsamkeit gemeint. Doch gegenüber wem oder was?

Die Forderung nach mehr “Tolerance” bildete auch das Motto der im Juli dieses Jahres im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentierten Stylenite des Modemachers Michael Michalsky.

Angestachelt von der Aussage unserer Bundeskanzlerin Merkel “Multikulti habe versagt” -in welchem Zusammenhang Frau Merkel diese Worte von sich gegeben hat bleibt in der jüngst von der Firma Michalsky versandten Pressemitteilung unerwähnt- weist des Designers vorgestellte Kollektion für Sommer 2012 dann auch zahlreiche Stilelemente aus aller Herren Länder auf. Ob Michalsky seine Kollektion wohl als eine Art Widerspruch einer sich gegen soziale Missstände auflehnenden Künstlerseele verstanden wissen möchte?

Zumindest will ab dem 25. August eine Ausstellung mit dem Namen “Remember Tolerance”  in der renommierten Berliner Galerie Contributed diese Kollektion aus einem erweiterten Blickwinkel dem Publikum nahebringen und zeigt in Form von Fotografien und Videos das” Making-of” ihrer Präsentation.

Der Pressetext kündigt dies unter anderem wie folgt an: ” Bilder vom Fitting und Casting der Models, von den Vorbereitungen Backstage, den Momenten des Wartens, zeigen eine konzentrierte, aber auch poetische Welt. Sie vermitteln eine emotionale Nähe, deren Energie sich anschließend auf dem Catwalk entlädt”.

Vier Tage lang wurde das Michalsky Team hierbei von dem Fotografen Martin Diepold begleitet, dessen Bilder tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Stylenite versprechen. Gleiches gilt auch für die schwarz-weiß Aufnahmen der beauftragten Porträtfotografin Dorothea Tuch und das Video des Filmemachers Peter Grosslaub, der “Gäste und Beteiligte”, darum bat “mit ihren Händen ein „M“ darzustellen, in der Absicht, “so eine Interaktion mit dem Modedesigner” zu schaffen. Zwar wundert es schon ein wenig, dass es sich bei den so genannten Gästen und Beteiligten ausschließlich um Models und Prominente handelt, die da ihre Finger verbiegen und weniger um Minderheiten, die an für sich ein wenig mehr Aufmerksamkeit bedürfen als die einem branchenspezifischen Ideal entsprechenden Laufstegschönheiten – doch es ist nunmal das Los der Fashionbranche sich mit Oberflächen zu beschäftigen, Tiefgreifendes liegt ihr einfach nicht.

Trotzdem wüsste ich gerne, was die Formung der Hände zu dem Buchstaben “M” mit Toleranz zu hat obwohl das Wort Toleranz doch gar kein M beinhaltet und mit einem T beginnt. Sollte es sich bei dem Clip doch eher um eine Hommage an Michalsky handeln als um ein Plädoyer für mehr Toleranz?

Der den Trailer begleitenden Text auf der Videoseite “vimeo” lässt gar keinen anderen Rückschluss zu. Seine Zeilen bescheinigen dem Modemacher unglaubliche Kreativität, Erfolg und “wirkliche” Schönheit. Toleranz heißt natürlich auch, jedem sein Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewähren.

Immerhin, eine Annäherung auf Textebene soll der Lyriker, Dramatiker und Magazinmacher Johannes Finke bieten. Zu diesem Zwecke wird er seine “subtil, ironisch, provokanten” Sätze mittels Projektor über die Wände der Galerie jagen und damit die Regeln der Mode, Gesellschaft und Politik hinterfragen. Hoffentlich bleibt den Ausstellungsbesuchern genügend Zeit zur Reflektion, so endetdie Pressemeldung schließlich mit dem Hinweis: “Natürlich wird auch das komplette Video der MICHALSKY Fashion-Show zu sehen sein.” Ja, natürlich!

All denjenigen, deren Modedurst stärker ist als ihr Weltverbesserungsdrang, können wir die Ausstellung “Remember Tolerance” dennoch guten Gewissens empfehlen.

“Remember Tolerance”, ab dem 25.08.2011, Di – Fr 14 bis 19 Uhr, Sa 12-16 Uhr

Galerie Contributed
Strausberger Platz 16
10243 Berlin

contributed.de
michalsky.com

 

Di-Fr 14-19 Uhr, SA 12-16 Uhr

XXL-Schau: The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk

Posted: Juni 22nd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

Photo: Jerry Piegeon (Studio JPG)

35 Jahre im Geschäft und kein bisschen leiser. Eine durchaus zutreffende, wenngleich auch nur ungenügsame Beschreibung des kreativen Schaffens von Modedesigner Jean Paul Gaultier, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Firmenjubiläum feiert. Grund genug für das Museum der schönen Künste im kanadischen Montreal, der Arbeit des 59-jährigen Hypervisionärs, eine umfangreiche Ausstellung zu widmen. “The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk” beleuchtet anhand von Gaultiers spektakulärsten Roben, Fotografien und Videos, die Stationen seiner Kariere, und zwar von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Was 1976 mit einem kleinen Atelier in Paris begann entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem Modeimperium mit zahlreichen A-Klasse Celebrities wie Madonna und Kylie Minogue als Werbeträger und einem Besteller-Parfum in der langen Referenzliste seiner genialen Erzeugnisse. Hierzu zählt auch, dass 1990, für Madonnas “Blond Ambition” Tour entworfene, goldene Korsett mit den konischen Tittenschalen, das Gaultiers Namen quasi über Nacht auch in das Bewusstsein von Modemuffeln drängte. In etwa zur gleichen Zeit säuselte sich der Designer mit dem House-Track “Aow Tou Dou Zat” (How to do that), in die französischen Hitparaden, entwarf Möbel auf Gummirädern und moderierte die britische TV-Sendung Eurotrash. Nicht zu vergessen, der ständige Bruch mit den geschlechtsspezifischen Kleiderkonventionen: Gaultier schickte schon Männer in Röcken und High-Heels über den Laufsteg als Jorge Gonzales in Kuba noch Makramé-Taschen klöppelte.

Die Ausstellung ist in sechs Themenfelder unterteilt, die eine stete Inspirationsquelle für Gaultiers Arbeit bilden, und gilt als die bisher größte Solo-Schau, die dem Designer je zuteil wurde.

Neben den gezeigten, aufwendigen Haute Couture-Modellen, deren Begutachtung üblicherweise nur den geladenen Gästen seiner Schauen vorbehalten ist, sind insbesondere die Kleider aus der Zeit vor Gaultiers Selbständigkeit, die er als junger Designassistent für Pierre Cardin entwarf, ein definitives Must-see!

Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen. Dieser unterscheidet sich von den üblichen Museumspublikationen dadurch, dass er nicht nur Bezug auf die präsentierten Stücke nimmt, sondern auch reichlich “Bonusmaterial” beinhaltet. So gibt es darin bspw. bislang unveröffentlichte Fotos aus Jean Paul Gaultiers Firmenarchiv zu sehen. Darauf unter anderem abgebildet; eine pummelige Madonna bei der Anprobe. Ein Text von Modekritikerin Suzy Menkes und Interviews mit prominenten Weggefährten wie Tom Ford, Martin Margiela und Carine Roitfeld machen den Wälzer zur Modebibel des Jahres. Das gute Stück ist für 85 Dollar zunächst exklusiv im Museumsshop erhältlich und ab September auch weltweit in ausgewählten Buchhandlungen. Ein kleiner Trost für alle, die nicht mal eben nach Kanada jetten können: die Ausstellung geht auf Tour und wird in Europa, auch in Madrid und Rotterdam zu sehen sein.

The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk

The Montreal Museum of Fine Arts
noch bis zum 02. Oktober 2011

Fundación Mapfre – Instituto de Cultura, Madrid
26 .September – 18. November 2012

Kunsthalle Rotterdam, the Netherlands
9. Februar – 12 Mai 2013

 


Eröffnung: Ein Museum für Balenciaga

Posted: Juni 10th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Das Balenciaga Museum in Getaria

Das Baskenland, eine der 17 spanischen Provinzen des Landes, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts um ihre Unabhängigkeit kämpft, hat seinem berühmtesten Sohn, Modeschöpfer Cristóbal Balenciaga, ein Museum gewidmet.

Das 30 Millionen Euro teure Gebäude, welches sich in dem 2.700 Seelen Dorf Getaria, dem Geburtsort Balenciagas, befindet, öffnet heute erstmals seine Pforten für das Publikum. Beim Pre-Opening für Prominenz und geladene Gäste kam mit der spanischen Königin Sofia und Modekritikerin Suzy Menkes ein wenig Glanz in das Fischerdorf an der Atlantikküste. Die Monarchin und die Journalistin durften sich an der Begutachtung einer großen Auswahl an original erhaltenen Roben Balenciagas, Fotografien, Zeichnungen sowie persönlichen Gegenständen des Modemaestros erfreuen. Auch das spanische Fremdenverkehrsamt München und der baskische Minister für Industrie, Innovation, Handel und Tourismus, Bernabé Unda Barturen, feierten vergangenen Dienstag die Eröffnung des Modetempels mit einer Veranstaltung auf Münchens Praterinsel. Dort präsentierten acht baskische Designer jeweils ein eigens entworfenes Modell als Hommage an Cristóbal Balenciaga.

von links nach rechts, Entwürfe von: Miguel Palazio, Isabel Zapardiez, Alicia Rueda, María Cle Leal
unten: Modesto Lomba, Minimil, Lemoniez, Miriam Ocariz

cristobalbalenciagamuseoa.com

 


INSPIRATION DIOR – Ausstellung in Moskau

Posted: April 30th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Diese Ausstellung hat es in sich: Das “Puschkin Museum of Fine Arts” in Moskau verdeutlicht anhand exquisiter Roben Diors und ihrer Gegenüberstellung mit Artefakten und kunsthistorisch bedeutsamen Gemälden von Renoir bis Picasso, den Einfluss von Kunst, Architektur, Fotografie und Bildhauerei auf die Entwürfe der Moderevoluzzers.

Der Betrachter erlangt somit Geisteszellen stimulierende Erkenntnis von den Inspirationsquellen Christian Diors und seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marco Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano.

Mit der Wahl der ausgestellten Kleider und deren dramatischen Inszenierung vor neoklassizistischer Kulisse im Inneren  des Puschkin Museum avanciert “Inspiration Dior” zu einem visuellen Knallbonbon; so opulent und prunkvoll wie einst der Habitus russischen Zarentums.

Die Ausstellung “Inspiration Dior” in Moskau ist noch bis zum 24. Juli 2011 zu sehen.



Klunker-Watching: Van Cleef & Arpels Ausstellung im Cooper-Hewitt Museum

Posted: April 11th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | No Comments »

Exklusiv ist, was nicht jeder haben kann. Das gilt beispielsweise auch für die Klunker der 1896 gegründeten Juwelenmanufaktur Van Cleef & Arpels.

Die sind derart hochkarätig, dass man ihnen abseits der Oscar-Verleihung und royaler Hochzeiten, sprich im realen Leben, kaum begegnet. Selbst wer seine Schwellenangst überwindet und eine der weltweiten Dependancen aufsucht, bekommt die ganz großen Meisterwerke der Edelsteinverarbeitung selten zu Gesicht. Denn diese werden zumeist nur für Mitglieder im Club der Milliardäre und nach vorheriger Terminvereinbarung aus dem Tresor geholt.

Das Unternehmen Van Cleef & Arpels gilt übrigens als Erfinder der unsichtbaren Steinfassung. Beim sogenannten “Mystery Setting”, das die Firma 1933 erstmals zum Patent anmeldete, werden die Steine so dicht gesetzt, dass ihre Halterung nicht zu erkennen ist. Bei der Bestückung größerer Flächen eines Schmuckstückes entsteht so ein optisch nahtloser Übergang von Stein zu Stein.

Wer also einmal handwerkliche Vollendung, Edelsteine im XL-Format und beeindruckend fantasievolle Designs live sehen möchte, der darf sich die Ausstellung “Set in Style” mit den Pretiosen von Van Cleef & Arpels im New Yorker Cooper Hewitt Museum keinesfalls entgehen lassen.

“Set in Style”, noch bis zum 5. Juni 2011
Cooper-Hewitt Museum, 2 East 91st Street New York, NY 10128


“Alexander McQueen: Savage Beauty” ab dem 04. Mai in New York

Posted: März 21st, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Alexander McQueen, photo Sølve Sundsbø for the Costume Institute @the Met

Designer Alexander McQueen hat mit seinem Freitod nicht nur eine große Lücke im Herzen aller Modeliebhaber und viele offene Fragen hinterlassen  sondern auch ein einzigartiges kreatives Erbe.

Damit dieses nicht in Vergessenheit gerät, aber auch um McQueens Leistungen und die Inspiration, welche er über Jahre hinweg der Modebranche lieferte posthum gebührend zu würdigen, zeigt das Costume-Institute des Metropolitan Museum of Art in New York in einer neuen Ausstellung das Beste aus den Archiven McQueens. Besucher dürfen sich auf Videos seiner spektakulärsten Schauen, Bilder der schönsten Werbekampagnen, Modeskizzen, Interviews und natürlich die Präsentation der dramatischsten Roben seiner Laufbahn freuen. Angefangen bei Stücken seiner Abschlusskollektion am Central Saint Martins College aus dem Jahre 1992 bis hin zu seinen letzten Entwürfen für die Herbst/Winter Saison 2010/2011.

Am Konzept der Ausstellung mit dem Titel “Alexander McQueen: Savage Beauty” sind Sarah Burton, McQueens langjährige rechte Hand und jetzige Kreativdirektorin des Labels sowie Modedesignerin und McQueen-Freundin Stella McCartney beteiligt. Andrew Bolton und Harold Koda, beide Kuratoren am Costume Institute, betonten auf einer Pressekonferenz den besonderen Einsatz von Anna Wintour für die Ausstellung. Ohne das Engagement der US-Vogue Chefin wäre das Projekt nicht Zustande gekommen. Bereits zwei Tage vor dem offiziellen Ausstellungsbeginn am 04. Mai, wird sich die internationale Fashionszene auf Einladung Wintours in NewYork einfinden um McQueen und sein Lebenswerk zu feiern.

Ein Buch zur Ausstellung erscheint Ende Mai.

Alexander McQueen: Savage Beauty
04. Mai – 31.07.2011

METROPOLITAN MUSEUM OF ART
Iris and B. Gerald Cantor Exhibition Hall, 2nd floor


London: Yohji Yamamoto Ausstellung im Victoria & Albert Museum

Posted: März 17th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

37 Jahre nach seiner Firmengründung musste Fashion-Artist Yohji Yamamoto im Jahr 2009 Insolvenz anmelden und sich gleich darauf mit neuen Investoren zusammenschließen um beinahe nahtlos weiter dem internationalen Kollektionsrhythmus folgen zu können.

Der Restrukturierungsplan gilt heute als gelungen. Während Yamamoto somit wieder nach vorne blicken kann, blickt das Victoria & Albert Museum nun mit einer Ausstellung zu Ehren des Meisters auf fast vier Jahrzehnte seines Modeschaffens zurück.

Die noch bis Juli laufende Retrospektive mit dem schlichten Titel “Yohji Yamamoto at the V&A” gibt vor allem seinen langjährigen Anhängern die Chance in Nostalgie zu schwelgen. Zu sehen sind nach Angaben des Museums 80 der charakteristischsten Entwürfe seiner Karriere. Die Schau berücksichtigt im Gegensatz zu vorherigen Einzelausstellungen des Designers in anderen Städten erstmals auch Kleidungsstücke aus seiner 1984 eingeführten Herrenlinie. Da diese zu Beginn seiner modischen Laufbahn in Europa zunächst sogar besser aufgenommen wurde als Yamamotos Entwürfe für das weibliche Geschlecht, und die Männerkollektionen bis heute gelegentlich farbenfroher und musterreicher daherkommen als ihr Äquivalent für die Frauen, gilt es, der Menswear Yamamotos in dieser Ausstellung besondere Aufmerksamkeit zu schenken.


Ausstellung: ELLEN VON UNWERTH gepflegte Ennui am Rhein

Posted: Dezember 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Das NRW- Forum, die zwischen Rheinufer und Düsseldorfer Hofgarten gelegene Pilgerstätte für alle Modeschaffenden, lässt das Jahr 2010 mit einer Präsentation von Arbeiten der berühmten Modefotografin Ellen von Unwerth, 56, glamourös ausklingen.

©Ellen von Unwerth / by courtesy of NRW Forum Duesseldorf

Die Ausstellung mit dem etwas uninspirierten Titel „Berlin bei Nacht“ zeigt 33 Bilder neueren Datums der gebürtigen Frankfurterin. Somit bietet der Besuch allen Fans der in der „Newtschen“ Tradition stehenden Kamerakünstlerin die Möglichkeit sich ein Update über ihr fotografisches Werk zu verschaffen. Möchte man meinen. Doch wie der Presstext des NRW-Forums verrät, handelt es sich bei den in Düsseldorf gezeigten Bildern um Auftragsarbeiten des Unternehmens „Schwarzkopf“.

Als Location diente das Tresor, Berlins Vorzeige-House-Schuppen. Inwieweit sich der typische Unwerth-Look, wild posierende Mädels mit wasserstoffblonden, toupierten Löwenmähnen und extralangem Lidstrich im 50ies Style, wiederfindet muss der Betrachter für sich selbst herausfinden. Unwerths Statement zur Kooperation mit dem Haarpflegemittel-Konzern, der zugleich Sponsor der Ausstellung ist, klingt so dann auch ein wenig matt: Meine Vision bei der Umsetzung der Looks bestand darin, Bilder zu erschaffen, die zugleich authentisch, glamourös und progressiv sind. Die Aura und den Zeitgeist der Großstadt einzufangen und in all ihrer Vielfalt zu zeigen, das habe ich bei dieser Arbeit sehr genossen“, so Unwerth. Ähm ja! Das hatten wir uns schon gedacht.

Das fast schon inflationär gesungene Einheitslied der Kreativen von Glaubwürdigkeit und Fortschrittlichkeit garniert mit blumigen Worthülsen zur elektrisierenden Atmosphäre deutschen Hauptstadt, vermag mich einfach nicht zu überzeugen. Irgendwie vermisse ich hier noch das Wort „Aufbruchstimmung“. Auch die drei zur Vorab-Berichterstattung freigegeben Pressebilder transportieren weder Berliner Großstadtfeeling noch richtungsweisende Impulse hinsichtlich neuer Hairstylingtrends. Das passiert eben wenn Auftraggeber sich oder ihr Produkt durch die Kooperation mit namhaften Künstlern aufwerten und dabei die Kontrolle über die Ausführung behalten wollen. Das Ergebnis bleibt immer ein unbefriedigender Kompromiss. Doch immerhin gibt es noch 30 weitere unveröffentlichte Bilder um mich eines Besseren zu belehren. Schaun ‘mer mal!

Ellen von Unwerth “Berlin bei Nacht”, 15. Dezember 2010 bis 13. Februar 2011

NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
www.nrw-forum.de


Schöner Schenken: Fotografien von JEANLOUP SIEFF in der Galerie Bernheimer

Posted: November 29th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Jeanloup Sieff - Four Decades

Morgen wäre er 77 Jahre alt geworden, Jeanloup Sieff. Geboren am 30. November 1933 in Paris als Sohn polnischer Immigranten, zählt  Sieff zweifellos zu den Meistern der Modefotografie des 20. Jahrhunderts. Ab den späten 1950er Jahren zierten seine Arbeiten namhafte Magazine wie ELLE, Jardin des Modes, Look, Glamour, Esquire, Harpers Bazaar und ab 1966 auch Vogue. Vermutlich kennt jeder mindestens eine Fotografie aus der Hand Monsieur Sieffs, auch wenn der Betrachter womöglich gar nicht weiß, dass die Aufnahme von ihm stammt.

So war es z.B. Sieff, der eines der skandalträchtigsten gleichsam mutigsten Werbefotos der 70er Jahre schoss. Das Bild des splitternackten Modeschöpfers Yves Saint Laurent zwecks Bewerbung seines neu eingeführten Herrenduftes “YSL Homme” ging um die Welt und erzielte bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie’s im Juni dieses Jahres einen Kaufpreis von 39.400 Euro

Jeanloup Sieff war jedoch nicht ausschließlich Inszeneur eleganter Stilwelten sondern auch politisch Dokumentierender, wie seine Tätigkeit als Fotojournalist für die renommierte Bildagentur Magnum beweist.

Die Münchner Galerie “Bernheimer” zeigt nun in einer Ausstellung unter dem Titel “JEANLOUP SIEFF – FOUR DECADES” rund vierzig Photographien des im Jahr 2000 verstorbenen Lichtbildkünstlers. Die hier präsentierten Werke umfassen eine Auswahl an Sieffs Mode- Portrait und Aktphotographien von den 60er bis hin zu den späten 90er Jahren. Darunter auch ein Portrait von Karl Lagerfeld. Die Bilder können selbstverständlich käuflich erworben werden. Das ideale Weihnachtgeschenk für alle denen der neueste Duft von Anna dello Russo zu “mass market” ist. Das nötige Kleingeld ist hierbei ebenso geboten wie  Eile  denn laut Bernheimerscher Website stehe von manchen Abzügen der ausgewählten Motive nur noch ein Exemplar zum Verkauf.

“JEANLOUP SIEFF – FOUR DECADES” noch bis zum 29. Januar 2011 zu sehen in der

Galerie Bernheimer, Brienner Straße 7, 80333 München

siehe auch Artikel: Die nackte Ikone: Christie’s versteigert Yves Saint Laurent’s Aktfoto


Frankfurt: Ausstellung “Not in Fashion. Mode und Fotografie der 90er Jahre”

Posted: September 17th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , | No Comments »

die90erDie Ausstellung “Not in Fashion. Mode und Fotografie der 90er Jahre” im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main beleuchtet anhand 200 sorgsam ausgewählter Modefotografien, die exemplarisch für den Zeitgeist der 1990er Jahre stehen, den nachhaltigen Einfluss der sogenannten “Radical Fashion” auf die Mode der Gegenwart und setzt dabei die “fotografischen” Werke der Pioniere dieser Dekade, wie bspw. Wolfgang Tillmans, erstmals in einen kunsthistorischen Kontext.

Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main,
25.09.2010 – 09.01.2011,
Di-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr
mmk-frankfurt.de


Vivienne Westwood Ausstellung in London: Von Penis-Schuhen und anderen Dingen

Posted: August 26th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

photo: by courtesy of Vivienne Westwood

photo: by courtesy of Vivienne Westwood

Ein kleines Stück Modegeschichte lässt sich aktuell im Untergeschoss des Londoner Kaufhauses Selfridges erleben. Hier zeigt die Grande Dame of British Fashion im Rahmen einer Ausstellung die ausgefallensten Schuhmodelle ihrer Kollektionen von 1973 bis 2010.

Unter den annähernd 200 Ausstellungspaaren sind die ultramarinblauen Plateautreter in denen Naomi Campbell 1993 vor den Augen der Weltpresse zu Fall geriet ebenso zu sehen wie Westwoods wohl mit Abstand schlüpfrigste Schuhschöpfung, dem Penis-Schuh.

Die Liebe zu Schwindel erregenden hohen Absätzen erklärte die exzentrisch wirkende Modemacherin einst wie folgt: “Shoes must have very high heels and platforms to put women’s beauty on a pedestal.”

Vivienne Westwood Shoes: An Exhibition 1973-2010
26. August bis 22. September 2010
Selfridges, London

Geschmackssache - Der Penis Schuh von Vivienne Westwood

Geschmackssache - Der Penis Schuh von Vivienne Westwood


Dufte Ausstellung: Harrods zeigt “The Perfume Diaries”

Posted: August 24th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

photo: Harrods London

photo: Harrods London

Eine einzigartige Reise durch die Geschichte des Parfums verspricht die Ausstellung “The Pefume Diaries” im Londoner Nobelkaufhaus Harrods zu werden.

So bewerben die Veranstalter die Exposition im Vorfeld der Eröffnung mit dem Hinweis, dass die bekanntesten, größten und besten Parfumhersteller, darunter u.a. auch Dior und Guerlain, ihre Archive für die Kuratoren geöffnet hätten und äußerst seltene Flakons als Leihgabe zur Verfügung stellen. Ein bisschen Interaktion gehört heutzutage natürlich zu den Standards massentauglicher Präsentationen und so dürfen Besucher ihr Näschen natürlich auch über Gefäße, gefüllt mit gängigen bis extrem raren Inhaltstoffen der Duftwässerchen, halten und bis zum Abwinken riechen, riechen und nochmals riechen. Darüber hinaus sind Gesprächsrunden mit renommierten Parfumeuren, wie bspw. Erwin Creed, geplant, die dem Publikum die Eigenschaften eines guten Parfums  aus Expertensicht näher erläutern werden. Die Ausstellung findet auf der 4. Etage des Shoppingtempels statt.

Die Ausstellung “The Pefume Diaries” läuft vom 02. September bis 02. Oktober 2010, freier Eintritt


Mode für die Wand: Hussein Chalayans Symbiose in der Londoner Lisson Gallery

Posted: August 3rd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Designer Hussein Chalayan

Designer Hussein Chalayan

„Einige meiner Kleider könnte man auch einfach an die Wand hängen,” sagt Hussein Chalayan über seine Entwürfe und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Statt wie seinesgleichen ausschließlich Kleider für den Laufsteg zu produzieren und diese von den Anna Wintours dieser Welt beäugen zu lassen, wandern seine Kreationen wohl genauso oft ins Museum, wie in die Schränke von Fashion-Victims.

Seit Jahren überzeugt sein experimentierfreudiges Schaffen die Fachleute aus der Kunst- und Modeszene gleichermaßen. Kritiker bezeichnen seine Kleider gerne als untragbar, Liebhaber sprechen von genialen Kunstwerken. Vielleicht wird dem gebürtigen Zyprioten deshalb am 8. September 2010 eine Ausstellung in der Londoner Lisson Gallery gewidmet. Geplant sind unter anderem eine Installation und ein Film, der Elemente aus Musik, Design und Kunst vereinen soll. „Ich hatte schon immer einen interdisziplinären Anspruch… die neue Arbeit ist da nur eine logische Fortführung,” betont der in der britischen Hauptstadt ansässige Modedesigner. Dass Hussein Chalayan mehr sein will, als ein Modeschaffender und es versteht, seine Entwürfe perfekt und zugleich originell zu inszenieren, wurde schon im Jahre 1997 deutlich. Als einer der ersten Designer schickte er damals Models in sexy Kleidern, aber mit komplett verschleiertem Gesicht über den Catwalk. Ein Gegensatz, der Mode vom rein Ästhetischen wegführte und sie zum Instrument einer künstlerisch-politischen Botschaft machte. Die provokative Schau trug Früchte. Prompt wurde der Central Saint Martins Absolvent für mehrere internationale Ausstellungen gebucht.

In den Jahren 1999 und 2000 wurde Chalayan wiederum mit dem Titel Designer of the Year der British Fashion Awards ausgezeichnet. Grenzgänger Hussein Chalayan ist einer der wenigen Designer, dessen Werke es schon zu Lebzeiten als Exponate in die großen Museen geschafft haben. Insofern blicken wir am 8. September gespannt nach London, wenn die Lisson Gallery ihre Pforten öffnet, um Hussein Chalayans neuestes modisch-künstlerisches Cross-over zu präsentieren. (Text: Martina Klose)

Hussein Chalayan, Afterwords 2000. Image by courtesy of Chris Moore

Hussein Chalayan, Afterwords 2000. Image by courtesy of Chris Moore

Lisson Gallery, London

mehr: HUSSEIN CHALAYAN kauft Firmenanteile von Puma zurück


ÖKO! Logisch? Eine Ausstellung im New Yorker FIT Museum hinterfragt ECO-Fashion

Posted: Juli 27th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | 1 Comment »

photo by courtesy of FIT Museum

photo by courtesy of FIT Museum

Hätten Sie gedacht, dass die in den 70er Jahren für das Label Halston entworfenen Velourslederkleider unter ökologischen Gesichtspunkten Sondermüll sind, da biologisch nicht abbaubar? Oder, dass die Pariser Modeschöpferin Madame Grès im Jahre 1942 notgedrungen „politisch korrekten” Webpelz verarbeitete, weil es aufgrund der deutschen Besatzung bei Pelzlieferanten zu Versorgungsengpässen  kam. Ach ja, und übrigens: nicht alles, was heutzutage ein grünes Etikett trägt, ist auch ökologisch einwandfrei…Dies sind nur einige der vielen faszinierenden Aspekte, die man auf der Austellung „Eco Fashion – Going Green” im New Yorker Fashion Institut of Technology erfährt.

Entgegen allen Vorurteilen ist die Schau keine belanglose Ansammlung ökologisch wertvoller, farbloser Hängerkleidchen. Vielmehr beleuchtet die New Yorker Ausstellung das Verhältnis von Mode und Umwelt in den vergangenen 250 Jahren. Nicht selten steht Couture, die stets dem Zwang ausgesetzt ist, sich neu erfinden zu müssen, im Konflikt mit ihrer Umwelt. Der Besucher erfährt auch, dass das Thema Recycling nicht erst von grünen, Birkenstock tragenden Politikern initiiert wurde. So beginnt der Rundgang durch mehr als 2 Jahrzehnte Öko-Fashion bereits im 18. Jahrhundert, als feines Seidenbrokat so selten und begehrt war, dass das Wiederverwenden von ausgedientem Material oft die einzige Möglichkeit war, es weiterhin zu verarbeiten. Die Geburtsstunde des Recycling!

Ein blassgrünes Seidenkleid von 1840 ist wiederum ein frühes Beispiel für Nachhaltigkeit, wie sie heute im Zusammenhang mit grünen Labels immer wieder hochgehalten wird. Um das teure Fabrikat zu verschiedenen Anlässen tragen zu können, wurde es mit abnehmbarem Cape und Ärmeln versehen. Aus 1 mach 2 oder eben der Vorreiter der Wendejacke. Indem sie die positiven, als auch die negativen Praktiken der Textilwirtschaft unter die Lupe nehmen, gelingt es den Machern, das Thema Mode weg vom rein Ästethischen zu führen und in einen komplexen Zusammenhang zu stellen. So erfährt der Besucher unter anderem, dass die sogenannte “Demokratisierung” der Mode nicht erst mit den für Jedermann erschwinglichen Billigkopien von H&M einsetzte, sondern schon Anfang des 19.Jahrhunderts mit den großen New Yorker Textilfabriken.

Diese stellten erstmals günstige Kleider her und ermöglichten damit jeder Frau, sich modisch zu kleiden. Dass „Mode für alle” keineswegs mit fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden konnte und fortan sogar 8jährige Mädchen in den Fabriken schuften mussten, bringen die Veranstalter ebenfalls zur Sprache. Genauso wie es heute üblich ist, dass große Textilketten ihre Kleidung in Billiglohnländern anfertigen lassen. Auch den aktuellen Ökolabels von U 2 Sänger Bono und anderen Stars, die sich fairen Handel aufs Banner geschrieben haben, widmet sich die Ausstellung. 250 Jahre Mode unter ökologisch-ethischen Gesichtspunkten – und zwar ungeschminkt mit all ihren Vorteilen und Schattenseiten, das ist das Anliegen von „Eco Fashion – Going Green“. Noch bis 13. November im Fashion Institute of Technology in New York.

www.fitnyc.edu

(Text: Martina Klose)

photo by courtesy of FIT Museum

photo by courtesy of FIT Museum

photo by courtesy of FIT Museum

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Hut ab! STEPHEN JONES & the Accent of Fashion im MoMu Antwerpen

Posted: Juli 22nd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

photo by courtesy of Stephen Jones Millinery

photo by courtesy of Stephen Jones Millinery

Er kreierte Carla Bruni-Sarkozys Pillbox-Hütchen, das ihren Jackie-Kennedy-Look beim Staatsbesuch in London abrundete, Prinzessin Diana besaß ein Dutzend seiner Bérets und Kylie Minogue wirbelte mit einer seiner Kopfbdeckungen über die Bühne. Stephen Jones schrille und exzentrische Hutkreationen landen nicht nur auf den Häuptern gut betuchter Ascot-Ladies. Er war es, der den Hut in den achtziger Jahren aus der Vergessenheit zurück ins Rampenlicht und auf die Köpfe der Modemutigen brachte und ihn als Accessoire bei den Schauen der großen Couturiers etablierte.

Dieses Jahr feiert die Marke Stephen Jones Millinery ihr 30jähriges Bestehen. Das Modemuseum, kurz MoMu, in Antwerpen nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, dem Londoner Hutmacher eine ganze Ausstellung zu widmen.

Das belgische Ausstellungshaus ist im Besitz der größten Stephen Jones- Hutkollektion der Welt und beherbergt mehr als 120 Exemplare. Stephen Jones & The Accent of Fashion lässt den Betrachter in die einmalige Welt eines Accessoirekünstlers eintauchen, der seit drei Jahrzehnten mit den namhaften Größen aus der internationalen Modeszene zusammenarbeitet: Jean Paul Gaultier, Thierry Mugler, Comme des Garçons, Claude Montana, John Galliano, Christian Dior, Walter Van Beirendonck und Marc Jacobs. Chapeau, Mister Jones!

Die Ausstellung läuft vom 8. September 2010 bis 13. Februar 2011

www.stephenjonesmillinery.com

www.momu.be


Blümchenpause: Kenzo greift zum Pinsel und macht in Kunst

Posted: Juni 22nd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »
kenzogut33

photo by courtesy of Studio 55

Auch für die Großmeister der Mode gibt es ein Leben fernab von Laufsteghektik und geschäftigen Fashionweeks. Doch was tun Kreative wie Lagerfeld und Co. in einer ihrer seltenen schöpferischen Verschnaufpausen? Sie nützen die Zeit natürlich sinnvoll und sind, wen wundert’s, kreativ.

Kaiser Karl knipst gerne, Tom Ford hat ein fulminantes Regie-Debut hingelegt und Kenzo Takada greift seit geraumer Zeit zum Pinsel und verewigt sich nicht mehr nur auf Stoffen, sondern auf großflächigen Leinwänden. Zum ersten Mal stellt die Pariser Galerie  Studio 55 Gemälde  des japanischen Modeschöpfers aus. Mit insgesamt acht Exponaten will sich der Meister der Muster als ernstzunehmender Maler etablieren.

Die Bilder, allesamt Selbstportraits, wurden bewusst in den privaten Räumlichkeiten der Pariser Residenz von Pierre Cardin plaziert. Dessen Originalmöbel sowie Kunstwerke von Salvador Dali sollen ein gewisses Ambiente schaffen und dem Ausstellungsmotto „un certain style de vie” – zu deutsch: „ein besonderer Lebensstil” – gerecht werden. Kenzo mal anders, oder noch besser, Kenzo, wie er sich selbst sieht. Das Bekenntnis zu seinen asiatischen Wurzeln wie auch die Liebe zu floralen Motiven sind überdeutlich. So mutet das Resultat dann auch eher dekorativ als intellektuell ambitioniert an -  bleibt aber wie immer bei der Beurteilung von kreativen Erzeugnissen auch Geschmackssache.  Bis zum 10. Juli können die Werke Kenzo’s in der Pariser Urban Art Galerie Studio 55 besichtigt werden. Also, nichts wie hin!

www.thestudio55.com

(Text: Martina Klose)