KARL LAGERFELD “THE BEAUTY OF VIOLENCE”

Posted: März 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , , , , | No Comments »

Karl Lagerfeld "The Beauty of Violence"

Karl Lagerfeld "The Beauty of Violence"

Über das Verhältnis von Model Baptiste Giabiconi und seinem Entdecker Karl Lagerfeld wird viel spekuliert. Handelt es sich hier um eine Liebesbeziehung, eine Freundschaft, oder doch bloß um eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Model und Designer?

Der Meister schwärmt in Interviews zwar in höchsten Tönen von dem zwanzigjährigen Beau aus Marseilles und pusht dessen Kariere wie zuvor nur seine eigene, doch zur Frage welcher Natur die Verbindung zwischen den Beiden tatsächlich ist, bezog der Modemacher bislang keine Stellung. Eine wesentlich eindeutigere Sprache sprechen da schon die zahlreichen Fotos, die Lagerfeld in den vergangenen zwei Jahren quasi in Akkordarbeit von seinem Zögling geschossen hat. Sie zeigen Baptiste häufig nackt, mal in Stilettos, mal mit Faust im Mund - erotische Posen dirigiert von Kaiser Karl.

Eine Auswahl der besten Motive bietet der im Mai bei Steidl erscheinende Bildband “The Beauty of Violence”.

Karl Lagerfeld “The Beauty of Violence”, Steidl Verlag, 96 Seiten, 34 Euro


THIERRY MUGLER: GALAXY GLAMOUR

Posted: März 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , , | No Comments »

Thierry Mugler Galaxy Glamour

Thierry Mugler Galaxy Glamour

Galaxy Glamour, das klingt nach einem Tanz der Sternschnuppen, nach der Kollision von Sternenstaub, nach grellen Lichtstreifen, nach Knalleffekt, irisierenden Farbverläufen, nach Glitzer vor mitternachtsblauer Kulisse. Klingt gut? Willkommen im Kosmos von Thierry Mugler!

Die kraftvollen Fantasyroben und Metallkorsagen des sich seit 2001  im Ruhestand befindenden Designers üben auch Jahre nach ihrer Erstellung noch eine unglaubliche Anziehungskraft auf den Betrachter aus. Mugler’s unverwechselbare Ästhetik aus Science- Fiction, Gothic-Glamour und der Welt der Insekten verfügt über einen enormen Unterhaltungswert und beweist das Mode weit mehr sein kann als nur ein simples Kleidungsstück. Zuletzt machte der muskelbepackte Stardesigner mit der Gestaltung von 58 Bühnenkostümen für Beyoncé’ s Welttournee “I AM SASHA FIERCE” von sich reden.

Thierry Mugler: Galaxy Glamour von Danièle Bott, Thames&Hudson, 59 Euro


VOGUE ITALIA POLARISIERT MIT WEB KATEGORIE FÜR DICKE UND FARBIGE

Posted: Februar 26th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

VOGUE ITALIA SCREENSHOT

VOGUE ITALIA SCREENSHOT

VOGUE Italia hat ihrer Website ein Facelift verpasst und sorgt sogleich mit den neu eingeführten Kategorien VOGUE Black und VOGUE Curvy für ein wenig Zündstoff unter den Bloglesern.

Die Errichtung einer eigenen Seite sowohl für farbige Frauen als auch für Frauen mit Kleidergrößen von 38 aufwärts, kann man einerseits als eine speziell auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe abgestimmte Erweiterung des modischen Spektrums willkommen heißen, oder andererseits als Unfähigkeit der Modebranche verteufeln, Vielfalt und Abweichungen vom high-fashion Ideal, gleichwertig zu behandeln.

Die Meinungen über die Außenwirkung dieser Web-Neuerung gehen daher weit auseinander. Die Einen sehen in der Schaffung eines separaten Angebots für “Schwarze und Dicke” eine unterschwellige Form der Diskriminierung, die Anderen sehen darin eine tolle Plattform, die die modischen Belange dunkelhäutiger und gewichtiger Frauen endlich ernst nimmt.

Fakt ist, das Online-Angebot der italienischen Vogue richtet sich nun auch bewusst an “women of color” und “plus size” Frauen, und daran ist per se nichts auszusetzen. Ob nun wirtschaftliche Absichten in Bezug auf einen erweiterten Anzeigenkundenkreis den Ausschlag gaben oder die Überzeugung Schokoteint und Speckgürtel durch eine konstante Thematisierung langfristig als Selbstverständlichkeit zu etablieren, bleibt zunächst das Geheimnis der italienischen Vogue, deren neue Website nun auch  in englischer Sprache aufrufbar ist.

www.vogue.it


TERRY RICHARDSON GOES FASHION-PROLL

Posted: Februar 25th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Terry Richardson und die Macker von der Jersey Bucht

Terry Richardson und die Macker von der Jersey Bucht

Auch Terry Richardson führt ein Online-Tagebuch, besser gesagt ein Fototagebuch. Darin veröffentlichte der Lichtbildprovokateur jüngst Fotos, die er von den Darstellern der amerikanischen Reality Trash Produktion    “Jersey Shore” für das “Interview Magazin” geschossen hat.

Der Sendeinhalt lässt sich am besten mit der Redenwendung “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich” beschreiben: Acht Italo-Amerikaner, allesamt in den Zwanzigern, hocken zusammengepfercht in einer Hütte am Strand von Seaside Heights, einem Provinznest an der Küste New Jerseys, und kompensieren ihre geistigen Unzulänglichkeiten mit viel nackter Haut, Prügeleien und einstudierten Machoposen. Die erste Staffel, die mit der Ausstrahlung der neunten Folge am 21. Januar dieses Jahres endete, bescherte MTV traumhafte Quoten. Damit gilt “Jersey Shore” als bislang erfolgreichste Reality Show des Senders.

Jede einzelne Episode wurde vom amerikanischen Publikum kontrovers diskutiert. Während sich die heterosexuellen männlichen Fans der Serie an “Snookies” Vorbau erfreuen, ergötzen sich Frauen und Schwule an Mike “The Situation” Sorrentos Sixpack. Gegner des TV-Formats sehen in der Glorifizierung der Prollkultur allerdings den Untergang des Abendlandes. Tatsächlich beschränken sich die Interessen der Protagonisten primär auf Sonnenbänke, Gelfrisuren, Muckibuden, Sex und Paaarty.

Dennoch, Titten und Arsch funktionieren immer und sind somit auch das Bindeglied zwischen Sendung und dem fotografischen Werk von Terry Richardson, der mit der Abbildung von Nippeln und Körperflüssigkeiten sein Geld verdient. Der Unterschied: während sich Jersey Shore Dummerchen Sammi “Sweetheart” Giancola im Polyester Rock von “Billabong” flachlegen lässt, baumelt an Terry´s Models auch beim Sex gelegentlich mal ein Designerlabel.

Ab dem 23. März gibt´s die erste Staffel von The Jersey Shore auch hierzulande zu sehen. Immer dienstags um 20 Uhr auf MTV.

TerrysDiary.com


Enthüllungsbuch: YVES SAINT LAURENT - EIN BÖSER JUNGE?

Posted: Februar 12th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

"Saint Laurent - Bad Boy!

"Saint Laurent - Bad Boy!

Marie Dominique Lelièvre ist eine ehemalige Modejournalistin und hat ein Buch über Frankreichs Nationalheiligtum Yves Saint Laurent geschrieben, dass das Gentlemen Image der Modeikone gehörig auf den Kopf stellt. Demnach war Saint Laurent´s Leben gezeichnet von Depressionen, einem intensiven Alkohol- und Drogenkonsum, und Beziehungseskapaden mit seinem Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé.

Geschichten dieser Art, über das Privatleben des 2008 verstorbenen Modeschöpfers sind nicht neu. Es war nie ein Geheimnis, dass der Pariser Modegott an Depressionen litt, Drogen nahm und schwul war. Auch wenn Letzteres im Modemikrokosmos mit Sicherheit kein Problem darstellt, so fiel es Yves Saint Laurent zeitlebens schwer seine eigene Homosexualtät zu akzeptieren. Einen möglichen Grund hierfür, sieht die Autorin im arabischen Kulturkreis, dem der in Algerien geborene Saint Laurent entstammt, wo Homosexualität als Sünde gilt und entsprechend geächtet wird.

Es sind die detaillierten Ausführungen bekannter Schwächen, die Monsieur Saint Laurent nun in einem neuen Licht erscheinen lassen. Aus über 50 Interviews mit ehemaligen Weggefährten Saint Laurents, darunter Mitarbeiter, Models, Verwandte und Ärzte schuf Lelièvere das Portrait einer herrischen und stets kränkelnden Diva, die im betrunkenen Zustand schon mal mit Aschenbechern nach umstehenden Personen schmiss.

Pierre Bergé weigerte sich der Autorin auch nur ein einziges Interview zu gewähren und bezeichnete das Werk, ohne es gelesen zu haben, als “Ansammlung von unverifiziertem Klatsch und Tratsch.”
“Aber ist das wirklich?” fragte daraufhin Laura Craik vom Londoner Evening Standard in ihrer Buchrezension.

Prominente, ob nun Schauspieler, Sänger oder Modedesigner, haben ein Image zu verteidigen, dass maßgeblich ihren Marktwert bestimmt. Verständlich das Pierre Bergé, der mit dem Namen Yves Saint Laurent auch nach dessen Ableben noch gute Geschäfte macht, das Ansehen seines Lebenswerks unbefleckt halten will.

Verständlich ist aber auch, dass Menschen Interesse haben an einer authentischer Berichterstattung über Personen, die als gesellschaftliche Leitfigur gelten, zu denen sie aufschauen und deren Produkte sie kaufen.  Zuckersüße PR-Texte und schöngeistige Philosophien über das Künstlergenie hingegen, sind weder glaubwürdig noch zeitgemäß. Reality-Formate und Casting-Shows haben den “Weg zum Ruhm” längst entmystifiziert. Talent ist da nur die halbe Miete. Teenager, die das Internet als Plattform zur Selbstvermarktung nutzen, haben dies längst begriffen, Pierre Bergé offenbar noch nicht. Legenden sind eben auch nur Menschen, so auch “Bad Boy” Yves Saint Laurent!

Marie-Dominique Lelièvre, “Saint Laurent Mauvais Garcon”
Verlag: Flammarion / Preis: 19.00 €
(bisher nur in französischer Sprache)


LESESTOFF: “THE HOUSE OF VERSACE”

Posted: Februar 7th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , , , | No Comments »

"House of Versace" by Deborah Ball

"House of Versace" by Deborah Ball

Biographien, die das Leben prominenter Zeitgenossen thematisieren sind eine Sache für sich. Ob nun autobiografisch oder fremd-verfasst und vom Protagonisten der Handlung autorisiert oder eben auch nicht; nie kann sich der Leser hundertprozentig sicher sein, was von dem Gedruckten nun Dichtung oder Wahrheit ist.

Der Wahrheitsgehalt einer Biographie lässt sich so nur im Kontext und anhand bestimmter Fragen ermitteln. Wer ist der Autor des Werks, wie wurde recherchiert, wer wurde wozu befragt? “House of Versace” erzählt die Geschichte des 1977 gegründeten Modehauses und liefert dabei detaillierte Informationen, die Außenstehenden bislang nur bruchstückhaft aus der Klatschpresse bekannt waren.

Authentizität verspricht die Tatsache, dass die Versace Sippe trotz pikanter Anekdoten, einer Veröffentlichung zustimmte und Autorin Deborah Ball bei ihren Recherchen sogar unterstützte. Die ehemalige Mailand Korrespondentin des New Yorker Wall Street Journal sprach mit Donatella und Santo Versace, befragte Freunde und Bekannte der Familie, traf einstige Mitarbeiter des Hauses sowie auch den ehemaligen Lebensgefährten Gianni Versaces, Antonio D’Amico. Das Resultat aus 220 Interviews und der Auswertung hunderter Zeitungsartikel umfasst 20 Kapitel auf 352 Seiten. Das Buch bringt Licht ins Dickicht aus Gerüchten und Mythen um das Modehaus und seiner illustren Inhaber.

Donatellas Drogensucht wird hier ebenso beleuchtet wie die Magersucht ihrer Tochter Allegra, die  sämtliche Interviewanfragen der Autorin konsequent ablehnte. Darüber hinaus erfährt der Leser von Giannis Appetit auf Strichjungen, von Donatellas Antipathie gegenüber Tom Ford und warum ausgerechnet Allegra als Elfjährige, nach der Ermordung ihres Onkels im Jahr 1997, 50 Prozent der Firmenanteile erbte. Deborah Balls Informationen aus erster Hand, ergeben zusammengestrickt das Portrait einer exzentrischen Modeclans, deren mondäner Lebensstil wie eine Seifenoper anmutet, was jedoch den Unterhaltungswert dieses Buches im Besonderen ausmacht.


V MAGAZINE ÜBERRASCHT MIT PLUS SIZE MODELS

Posted: Januar 6th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

photocredit: V Magazine No.36

photocredit: V Magazine No.36

Nachdem die Modezeitschrift Brigitte vergangenes Jahr erklärte ab 2010 künftig auf Models verzichten zu wollen um “echten” Frauen in ihren Modestrecken Platz zu machen, und nun in der ersten Ausgabe des neuen Jahres Frauen zeigte, die sich nur geringfügig von den zuvor gebuchten Models unterscheiden, präsentiert das New Yorker V Magazine in seiner Januar/Februar Ausgabe eine “Plus Size” Strecke,  mit wahrhaft griffigen  Frauen, die in ihrer Ästhetik den Modestrecken mit den üblichen Size Zero Mädels in nichts nachsteht.

Go for that issue!
Go for that issue!

Angesichts der hohen Stellung, die das großformatige Modeheft im high-fashion Bereich innehält, ein mutiger Schritt. Die wunderbaren Fotos von Solve Sundsbo sind ein Beleg dafür, dass  Schönheit  und Weiblichkeit nicht an eine Grenze von 50 Kilogramm gebunden sind! Das Styling stammt übrigens von Nicola Formichetti, dem Stylisten von Lady Gaga, und darüber hinaus Creative Director von DAZED & CONFUSED, Fashion Director von VOGUE HOMMES JAPAN, Senior Fashion Editor von ANOTHER MAN, sowie Contributing Fashion Editor bei V, V MAN, ANOTHER. (der Mann versteht offenbar sein Handwerk).

V Magazine No. 36 ist in Deutschland ab Ende Januar erhältlich.


LOIC PRIGENT´s EXKLUSIVER BLICK HINTER DIE KULISSEN DER MODE

Posted: Januar 6th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Dank exzellenter Filmdokumentationen wie, Signé Chanel, Marc Jacobs & Louis Vuitton und der The Day Before genießt Regisseur Loic Prigent innerhalb der Modeszene mittlerweile all access Status. Ob Mailand, Paris, London oder New York, ob Backstage oder vor dem Catwalk, der studentisch wirkende Filmemacher ist mit seiner Kamera gern gesehen bei der Fashion Elite. Bereitwillig gewähren ihm die Top-Designer Zutritt zu ihren Ateliers und lassen ihn einfach gewähren. Besser gesagt, sie vertrauen ihm. Beschönigende PR-Statements und nachgestellte Szenen haben in Prigents Werk keinen Platz. Genau das macht seine Filme authentisch und daher so sehenswert. Ohne Prigent bliebe uns das wahre Gesicht der Mode und ihrer Protagonisten wohl nach wie vor verborgen.

Anna Wintour hautnah? Kein Problem für Prigent! Ungezwungen stellt sich die berühmte Vogue Editrix in Prigents aktuellem Filmprojekt HABILLÉES POUR L’ÉTÉ 2010, (DRESSED UP FOR SUMMER 2010) den Fragen von Mademoiselle Agnès.

Die TV-Journalistin Agnès Boulard ist in Frankreich keine Unbekannte, sondern, im Gegenteil, seit über 20 Jahren fester Bestandteil der Branche und ganz nebenbei auch Produzentin der Filmdokumentation. Mit unnachahmlicher Nonchalance begibt sie sich in sechs Episoden mehr oder weniger auf die Suche, nach dem nächsten Yves Saint Laurent und moniert dabei im Gespräch mit Pierre Bergé und dem französischen Kulturminister, ganz ohne erhobenen Zeigefinger dafür in herrlich selbstbewusster Manier, das Frankreich als Wiege der Haute Couture seinen kreativen Nachwuchs in keinster Weise fördere.

So heißt das letzte Wunderkind aus Paris noch immer Nicolas Ghèsquiere. Dabei ist der Chefdesigner von Balenciaga den Kinderschuhen doch schon längt entwachsen. Unentdeckte Talente, deren Begabung nur auf die Begegnung mit den entscheidenden Leuten wartet, gibt es überall, und in Paris sowieso. Mademoiselle Agnès hat einige von ihnen in ihren Studios abseits der großen Schauen besucht.

Agnès Boulard bewegt sich mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit auf dem Parkett der Eitelkeiten als wandle sie durch ihr privates Wohnzimmer. Im Gegensatz zu ihren extrem statusbewussten Kolleginnen, nimmt sich Boulard, die übrigens selbst 4 Jahre lang als Redakteurin bei der französischen Vogue tätig war, dabei selbst nie allzu ernst und führt beschwingt und ungeachtet aller Konventionen durch die Schauen zur Saison Spring 2010. Diese Natürlichkeit kommt an und so bittet gar der sonst so selbstbeherrschte Karl Lagerfeld Agnès nach der Präsentation seiner Kollektion um ein persönliches Tänzchen im Backstagebereich.

Die lebendige Französin liebt die Mode, nicht aber den ihr anhaftenden Dünkel und denkt gar nicht daran sich einem snobistischen Habitus zu unterwerfen. Das hat Stil und zeugt von wahrer Größe, und so verdankt sich der Zauber dieser Dokumentation im Wesentlichen auch der Persönlichkeit seiner Moderatorin. Lovely!

Zusammengenommen ergeben die sechs Teile eine Stunde “fashion uncensored”. Informativ, unterhaltsam und äußerst kurzweilig. Beeindruckend ist der Massenauflauf vor Jean Paul Gaultiers Headquarter in der Rue Saint Martin kurz vor der Show des Designers. Für einen Moment hatte ich den Eindruck es handle sich bei dieser Szenerie um ein Rockkonzert. Eine Portion Extravaganz in Reinform liefert wieder einmal Anna Wintour. Als der Weg zu ihrem Sitzplatz in der ersten Reihe einer Show, die Chefredakteurin über eine im Halbdunkel liegende Treppe führt, erhellt einer ihrer Bodyguards unaufgefordert die Stiege mittels einer Taschenlampe. Stufe für Stufe, und ohne dabei eine Miene zu verziehen trippelt Anna dem Lichtkegel vor ihren Füßen hinterher. Fantastisch! (siehe Video hier) Wie auch schon die Doku “The Day Before”, sind die sechs Episoden auf dem “Sundance Channel” im Internet kostenfrei abrufbar.

sundancechannel.com


LADY GAGA BEHIND THE SCENES OF ELLE

Posted: Dezember 14th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , | No Comments »


DVDs BILDEN DOCH: “THE STORY OF FASHION” mit KARL LAGERFELD

Posted: Dezember 7th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , | 1 Comment »

photo: ARTHAUS MUSIK

photo: ARTHAUS MUSIK

“Jemand, dessen DVD Sammlung die Anzahl seiner Bücher übersteigt, sollte sich Gedanken machen” gab Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in ihrer zusammen mit Alessandra Borghese verfassten Benimmbibel “Unsere Umgangsformen ” aus dem Jahr 2000 einst zum Besten. Damit hatte die polarisierende Fürstin nicht ganz unrecht, würde aber mit Sicherheit bei der offen im Regal stehenden DVD Box “The Story of Fashion” aus dem anspruchsvollen Sortiment des ARTHAUS MUSIK Label ein Auge zudrücken.

Das DVD Set präsentiert mit Stardesigner Karl Lagerfeld in 180 Minuten rund 100 Jahre Modegeschichte. In Form von Modezeichnungen, Fotografien sowie einmaligen Filmaufnahmen reflektiert der Dreiteiler den Zeitgeist vergangener Epochen. Portraits und Interviews bedeutender Modemacher, Fotografen und Kritiker gewähren allen Interessierten fundierte Einblicke, in die sich stets wandelnde Welt der Mode.

Teil 1, THE REMEMBRANCE OF THINGS PAST erinnert mit Charles Frederick Worth, dem Erfinder der Haute Couture, an die Wurzeln der Mode, wie wir sie heute als solche verstehen und beleuchtet u.a. am Beispiel von Paul Poiret, die zunehmende Professionalisierung der Mode, einschließlich der sich neu bildenden Silhouetten.

Teil 2, THE ART AND SPORT OF FASHION beschäftigt sich mit der Mode der 1920er bis 1950er Jahre. Coco Chanel, Jean Patou, Elsa Schiaparelli und Christian Dior bleiben hier natürlich nicht unerwähnt.

Teil 3, THE AGE OF DISSENT verfolgt die Modetrends der 1950er bis zu den 1980er Jahren. Paris, Mailand, London und New York haben sich als Modezentren etabliert. Mode ist wesentlich vielseitiger und definitiv zu einem “Big Business” geworden.

Siehe da, DVD´s bilden doch!

photo: ARTHAUS MUSIK

photo: ARTHAUS MUSIK

THE STORY OF FASHION, ARTHAUS MUSIK, ca. 49,00 €

Erhältlich in München u.a. bei Max & Milian, Ickstattstraße 2, 80469 München sowie bei amazon.de


JENNIFER LOPEZ´ “LOUBOUTINS”

Posted: Dezember 6th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Nachdem Jennifer Lopez  Ende November bei den American Music Awards in Los Angeles ihre neue Single “Louboutins” erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, spendete die Modebranche keinen vernehmbaren Applaus.

Der Song, welcher die Kultschuhe mit den roten Sohlen thematisiert, ließ auch die internationalen Fashionblogger schlichtweg kalt. Wohl aus gutem Grund, denn der Text ist inhaltlich alles andere als geistreich und auch keine besondere Hommage an Schuhmacher Christian Louboutin, wie der Titel zunächst vermuten lässt. Die Handlung des Stücks lässt sich mit wenigen Worten in etwa wie folgt zusammenfassen: Typ verlässt Mädchen - Mädchen frustriert- Mädchen will Typ zurück -gekränktes Mädchen will Rache - Mädchen schnallt sich die Edellatschen von Louboutin um die Füße - Mädchen hat dank Louboutin neues Selbstbewusstsein - Mädchen verlässt Typ. Fertig!

“But it’s the last time, I’m movin’ on, I’m throwing on my Louboutins.”

Die Moral von der Geschicht; selbst die teuersten Treter binden heiße Typen nicht!
Nicht gerade die beste Werbung für Christian Louboutin.


FLAUNT MAGAZINE + NAOMI CAMPBELL + DAVID LaCHAPELLE = ART

Posted: Dezember 2nd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

(c) David LaChapelle

(c) David LaChapelle

Wer mit derartigen Beauty-Genen gesegnet, ist wie Supermodel Naomi Campbell der schafft es auch nach 20 Jahren im Business noch auf das Cover hipper Lifestyle-Magazine.

Auf der Dezember Ausgabe des amerikanischen Magazins Flaunt zeigt die mittlerweile 39-jährige Engländerin mit Hang zu unkontrollierten Wutausbrüchen, in einer kunstvoll inszenierten Aufnahme des Starfotografen David LaChapelle dem Modelnachwuchs, das Persönlichkeit mehr zählt als das zweite Lebensjahrzent.

Das Foto ist Bestandteil einer Ausstellung LaChapelles mit dem Titel “The Rape of Africa” und nimmt Bezug auf Boticellis Gemälde Venus & Mars von 1483, darin geht es um Zähmung der kriegerisch-männlichen Aggression durch den besänftigenden Einfluss der liebenden Frau. Die fotografische Umsetzung dieser Thematik durch David LaChapelle besticht durch eine moderne, kritische Sichtweise. Zu sehen ist eine in Schönheit erstarrte Naomi Campbell als schwarze Venus, die Göttin der Liebe, die machtlos ihrer Rolle als männliches Eigentum ausgeliefert zu sein scheint und daher handlungsunfähig der Zerstörung ihres Landes zusieht, während Männermodel Caleb Lane in der Rolle des Mars, Gott des Krieges, sich auf seinen Plünderungen ausruht.

David LaChapelle "The Rape of Africa"
(c) David LaChapelle “The Rape of Africa”

FLAUNT “The Eden Issue - Nothing lasts forever” erhältlich bei SODA in München

Zur Ausstellung THE RAPE OF AFRICA ist ein gleichnamiges Buch erschienen:

the-rape-of-africa

36 pages, 30,5 x 24,5 cm, published by the Alex Daniels-Reflex Gallery.
Preis: € 47,00 über Colette Paris


WOLFGANG JOOP und sein BAMBI

Posted: November 27th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Es war der charmanteste Moment am Abend der Bambi Verleihung des Jahres 2009 in Potsdam. Wolfgang Joop wurde gestern das goldene Reh für seine Verdienste um die Stadt Potsdam verliehen. Mit seiner Kreativität und seinem Engagement habe Joop das Image von Potsdam neu erfunden, so die Begründung der Jury.

Wolfgang Joop mit Tochter Jette ber der Bambi Verleihung 2009

Wolfgang Joop mit Tochter Jette ber der Bambi Verleihung 2009

Der Modemacher wusste als einziger Preisträger im Vorfeld nichts von der Auszeichnung. Sichtlich überrascht von der Verlautbarung seines Namens und gerührt von der Laudatio seiner Tochter Jette, aus deren Händen Deutschlands Vorzeigdesigner den Preis entgegennehmen durfte, bedankte sich Joop für die Anerkennung. Der ehemalige Weltenbummler, der nach Stationen in Monte Carlo und New York in der brandenburgischen Landeshauptstadt zu seinen Wurzeln zurückfand, findet heute Halt und Inspiration in der Tradition und seiner eigenen Lebensgeschichte. Die Rahmenbedingungen zur Ehrung des wortgewandten Freigeists hätten nicht stimmiger sein können, Familie, Heimat und der begehrteste Medienpreis des Landes. C´est ca et voilà!

Der einzig wahre Superstar an diesem Abend, der, so Tochter Jette Joop, “nie eine Mauer im Kopf hatte”, hat die Auszeichnung verdient; für das was er sagt, für das was er leistet und letztlich auch für das, was er ist: ein wahres Wunderkind!

weitere Artikel:

Wolfgang Joop - Die Geschichte vom Wunderkind
Wolfgang Joop im Gespräch mit Hype Magazine

Wolfgang Joop

Wolfgang Joop


I LOVE CANDY - ESRTES LIFSTYLE MAGAZIN FÜR TRANSGENDER

Posted: November 16th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

Candy

Candy by Luis Venegas

Eigentlich war der Schritt schon längst überfällig, doch nun haben auch Transvestiten, Transsexuelle und Freunde des Androgynen ihr eigenes Lifestyle-Magazin. Candy heißt das Heft und wird von dem spanischen Modejournalisten Luis Venegas herausgegeben. Die Herbst/Winter 2009 Ausgabe ging vor wenigen Tagen mit einer limitierten Auflage von 1000 Stück an den Start.

Das Magazin feiert die schier unzähligen Möglichkeiten sich heutzutage mittels Kleidung und Make-up über Geschlechtergrenzen hinwegzusetzen, und so seiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. “The First Transversal Style Magazine” so die Beschreibung des Blattmachers, bietet auf 192 Seiten erstklassige Modefotografie, promotet die großen Namen der Travestie und portraitiert berühmte Transsexuelle, wie die 1974 verstorbene Schauspielerin und Warhol-Muse Candy Darling.

Covergirl der Premierenausgabe ist übrigens der Engländer Luke Worall, derzeit gefragtes Model und Lover der latent verzogenen Kelly Osbourne. Der 19-jährige posiert als Miss Lucy Worrall in Madonna´s “Who´s that Girl ” Look von 1987.

Beim Betrachten des Werbevideos zur Markteinführung des Magazins, beschlich mich einerseits das latente Gefühl, das hier eine gesättigte Modebranche Transsexualität und Transvestismus jedoch primär als sexuelle Avantgarde feiert, anstatt mit Inhalten einen wirklichen Nutzwert für Betroffene zu schaffen. Andererseits scheint mir ALLES, was das Thema mit Niveau in den Vordergrund rückt und dabei auf seelentiefe Gefühlsduselei verzichtet, begrüßenswert.

Erhältlich in ausgewählten American Apparel Stores sowie in Berlin bei:

DO YOU READ ME?! GBR, Auguststraße 28, 10117 Berlin
PRO-QM, Almstadtstrasse 48-50, 10119 Berlin

Candy Website

CANDY 1 from Luis Venegas on Vimeo.


MTV STYL`D

Posted: November 2nd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , , , , | No Comments »
Der Stylisten Nachwuchs / photo by: Kenneth Cappello, by courtesy of MTV

Der Stylisten Nachwuchs / photo by: Kenneth Cappello, by courtesy of MTV

Nach Modedesignern, Models und Redakteuren schicken sich nun die Stylisten an, Starstatus zu erlangen. Die neue MTV Doku “STYL´D” hilft dabei das Ganze zu beschleunigen und den Beruf bei Teenies populär zu machen.

Styling, und wir sprechen hier nicht vom Haare legen, ist eine Kunst für sich. Es gibt in etwa so viele verschiedene Definitionen was ein gelungenes Styling ausmacht, wie es Stylisten gibt. Darüber zu streiten ob nun der reduzierte Chic von Jil Sander oder doch eher das Drama à la Versace von gutem Stil zeugt, ist müßig, denn beides hat seine Berechtigung. Letztlich zählt in der Sparte des Celebrity- Stylings, ob der Look zum Kunden und zum Anlass passt, einen Eindruck hinterlässt, und positiv von den Boulevardmedien kommentiert wurde.

In der Sendung STYL`D, die am Sonntag den 1. November on Air ging, konkurrieren 5 blendend aussehende, junge Menschen im Rahmen des “Junior Assistant Program” um einen Vertrag mit Margaret Maldonados Agency, dem Rolls Royce unter den amerikanischen Styling-Agenturen. Die bei MMA unter Vertrag stehenden Stylisten, Make-up Artisten und Haarkünstler kümmern sich um die Optik fast aller Blondinen zwischen Holleeewuud und Maleeeboo. Neben diversen Modemagazinen zählt Jennifer Aniston  genauso zum Kundenstamm der Agentur wie Jessica Simpson, Lindsay Lohan, Nicole Richie, Mischa Barton, die Olsen Zwillinge, Angelina Jolie und Penelope Cruz.

Der zickige Umgang der geschmackssicheren Wettbewerber untereinander, erinnert stark an Szenen aus der “Teufel trägt Prada,” aber auch die Attitüde ihrer Mentoren, den Senior Stylisten, die ihren Status wiederholt durch den Ehrgeiz der Aspiranten bedroht sehen, gibt Aufschluss über das Bild, dieses von Eitelkeit beherrschten Berufszweiges.

“If you dont agree with me, don´t have an opinion” lautet die direkte Weisung von Jen Read gegenüber den Hoffnungsträgern Gary (soo gay) und Janna (soo bitchy) kurz vor einer Anprobe mit Filmsternchen Kim Kardashian. Na dann. Get Style!


GUCCI GOES iPHONE

Posted: Oktober 26th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , , , , | No Comments »
Gucci iPhone apllication

Gucci iPhone application

Donna Karan war die Erste, und es war nur eine Frage der Zeit bis andere Modehäuser nachziehen würden. Die Rede ist von iPhone Applikationen. Nun hat auch Gucci eine Anwendung entwickelt, die man sich seit vergangener Woche auf iTunes herunterladen kann. Erwartungsgemäß bietet die Anwendung Bilder und Videos der neuesten Kollektionen, informiert über Produktneuheiten wie limitierte Accessoires und Parfums. Nennenswerter ist da schon die Kategorie “GUCCI Beats”, entwickelt von DJ, Produzent und Gelegenheitsdesigner Mark Ronson, der erst vor kurzem einen Sneaker für das Modelabel entwarf. Mit der Anwendung Gucci Beats lassen sich Melodien mixen und mit akustischen Soundeffekten verknüpfen. Na dann!

siehe auch Donna Karan launcht iPhone Anwendung


JOAN COLLINS - DIVA GIBT STYLINGTIPPS IN EIGENER TV-SHOW

Posted: Oktober 23rd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , | No Comments »

“Comfort and glamour do go together but not when you wearing something I would dust my silver with!

Das oben stehende Zitat stammt ausnahmsweise mal nicht von Anna Wintour sondern von Hollywood Aktrice Joan Collins. Mit 76 Jahren ging das ehemalige Denver-Biest vor kurzem mit einer eigenen Show im britischen Fernsehen on air. “Joan does Glamour” heißt die Sendung. Darin gibt die flotte Seniorin mit fabelhaft spitzer Zunge Menschen, deren  Äußeres eine gewisse Nachlässigkeit ausstrahlt, Stylingtipps und erteilt ihnen Ratschläge zur Körperpflege. Klingt nach altbackenem Sendekonzept, ist aber angesichts der darstellerischen Fähigkeiten von La Collins äußerst unterhaltsam.

Wie der folgende Videoausschnitt beweist, wirkt die gebürtige Britin im direkten Vergleich mit ihren Landsleuten aus dem Alltag wie eine Stilikone von einem anderen Stern, und lässt dabei so manch Zwanzigjährige älter als sie selbst aussehen. Faszinierend wirken die Straßenszenen, die dokumentieren wie plump die Mehrheit von uns durch den Tag wandelt. Kaum eine, der in dem Clip zu sehenden Personen begegnet der Diva in puncto Stil auf Augenhöhe, und das ist irgendwie erschreckend. Die Mission der Schauspielerin: “Save the glamour”,  ist da längst überfällig. Go Joan, go!


KENNZEICHNUNGSPFLICHT FÜR RETUSCHIERTE BILDER?

Posted: September 29th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

Das Modeinsider-Blatt WWD berichtete kürzlich von einem Gesetzesvorschlag zur Kennzeichnungspflicht retuschierter Photos. Ähnlich den Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln, sollen nach Meinung  der französischen Politikerin Valerie Boyer, Mitglied von Nicolas Sarkozy´s UMP Partei, retuschierte Bilder  mit Anmerkungen über die Manipulation versehen werden. Davon betroffen wären somit Werbeanzeigen, Pressefotos, Verpackungen und künstlerische Fotografien.

Ziel dieser Aktion ist es, junge Mädchen vor Essstörungen, einem verzerrten Selbstbild und einer verfehlten Wahrnehmung eines vermeintlich gängigen Schönheitsideals zu bewahren.

De Vorschlag löste unterschiedliche Reaktion aus. “Klatschpresse, die primär  mit Paparazziphotos von Celebrities arbeiten, begrüßen die Idee mehrheitlich. Hochglanzmagazine hingegen, lehnen die Aufklärungspflicht erwartungsgemäß ab,” so eine Sprecherin Boyers.

Auch innerhalb der Modebranche wird die Frage “Hinweis ja-Hinweis nein,” kontrovers diskutiert.
Junge, progressive Mode- und Lifestylezeitschriften setzten bei der Wahl ihrer Models ohnehin stärker auf Persönlichkeit statt auf Perfektion. Ein schiefer Zahn, Sommersprossen, ein markante Nase oder ein Knick im Ohr sind bei Titeln wie Vice, Sleek, Zoo, Missy oder Deutsch gern gesehen. Die “old guard” des high-fashion Editorials hält dabei an einer unerreichbaren Makellosigkeit fest. Hier geht es weniger um Authentizität als vielmehr darum, beim Leser Begehrlichkeiten zu wecken. Dies geschieht ganz im Sinne der Anzeigenkunden, denn eine überirdisch schöne Frau in einem Kleid von Versace suggeriert der Leserin: “Kaufst Du dir dieses Kleid, dann bekommst Du meine schlanke Taille gleich mit dazu!”

Sich der Werbepsychologie mittels Photoshop zu bedienen und Träume zu schaffen, Sehnsüchte zu wecken um den Absatz seiner Produkte zu fördern ist an für sich legitim. Problematisch wird es nur, wenn junge Menschen, allen voran junge Frauen versuchen dem hyperästhetischen Körperbild der Modeindustrie, das Erfolg, Geld und Sex verspicht, nachzueifern. Während das männliche Schönheitsideal jedoch zu Sport und Muskelaufbau animiert, weil männliche Hungerhaken nun einmal nicht gefragt sind, weder bei Frauen noch in der Werbung, verhält es sich beim weiblichen Geschlecht umgekehrt: dünn, dünner, Size Zero! Doch wer glaubt, Models würden per Photoshop stets um 50 Prozent ihres Körpervolumens reduziert und auf doppelte Körperlänge gestreckt, der irrt. Es mag für viele Frauen, die sich primär über ihr Äußeres definieren, frustrierend sein, doch die meisten professionellen Models erfüllen die Vorgaben von maximal 55 kg bei einer Größe 1,75 Meter auf natürliche Weise, ganz ohne dafür hungern zu müssen.

Ob Retusche-Anmerkungen tatsächlich Essstörungen vorbeugen können ist fraglich! Solange sich dürre Mädchen mit großen Kulleraugen in glitzernden Miu Miu Kleidchen über die Doppelseiten der Modemagazine räkeln, heißt die Botschaft: die ist drin weil dünn! Ob nun durch digitale Pixelschubserei oder  dank guter Gene, ist dabei nebensächlich. Interessant ist, allein die internationale Übereinkunft kreativer Entscheidungsträger und Blattmacher, gegenwärtig einen mädchenhaften, androgynen Körper zu propagieren und die Frage nach den Ursachen dieser Entwicklung.


DOLCE & GABBANA BEFORE THEIR SHOW…

Posted: September 24th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

Domenico Dolce und Stafano Gabbana bei den Vorbereitungen ihrer Spring /Summer 2010 Modenschau. Have a look!

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DONNA KARAN LAUNCHT iPHONE APPLICATION

Posted: September 15th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

credit: DKNY

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Das Internet revolutioniert die Welt und das iPhone unser Sozialverhalten. Leider nicht immer zum Guten. Während Designer in Interviews sich zumeist anspruchsvoll und philosophisch geben und niemals Müde werden auf Stil, gute Manieren und verloren gegangene Werte hinzuweisen, befeuern sie andererseits im Sinne ihrer kommerziellen Interessen mit teils überflüssigen Marketingmaßnahmen, deren Inanspruchnahme sie für sich selbst ablehnen und innerhalb ihres elitären Umfeldes als peinlich und somit inakzeptabel deklarieren würden, die geistige Verflachung einer sich ohnehin schon auf Style & Looks reduzierenden Gesellschaft.

Die iPhone Anwendung von Donna Karan, die man ab sofort auf iTunes.com herunterladen kann, versorgt User mit Stylingtipps nach dem Gusto der “Karanschen” Designphilosophie, empfiehlt Must-haves aus der aktuellen Kollektion und “entertaint” mit den Kategorien People Who Inspire, DK Talk, DK Travel, und Ask Donna, in der die Modemacherin auf vorformulierte Fragen wie: “Was sollte jede Frau in ihrem Kleiderschrank haben?” mit “Einen schwarzen Hosenanzug von Donna Karan” antwortet. Wie originell!

Wer hingegen Wartezeiten an Flughäfen zu überbrücken hat oder meint den Anblick seines so unerträglich miserabel gekleideten Umfeldes nicht mehr ertragen zu können, der kann sich dank DK Travel stattdessen an Bildern von etruskischen Tongefäßen oder mexikanisches Teppichmustern ergötzen, die die Designerin auf ihren Reisen in entfernte Länder selbst geschossen hat.

“Endlich kann ich Frauen auf der ganzen Welt direkt erreichen und von Frau zu Frau über Mode und persönliche Leidenschaften sprechen,” säuselte New Yorks Modeinstanz jüngst auf einer Pressekonferenz bezüglich des neuen Konsumententools. Komisch, von einer Instant-Verbindung zum Privatanschluss der Modeschöpferin nach erfolgtem Download ist nach Angaben des Softwareherstellers gar keine Rede.