Modedesigner Alexander McQueen ist tot. Der 40-jährige Brite hat sich in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Mayfair selbst das Leben genommen. Über die Hintergründe der Tat kann nur spekuliert werden. Großbritanniens Zeitungen vermuten einen nie überwundenen Schmerz über den Tod seiner Entdeckerin, Muse und engen Freundin Isabella Blow im Mai 2007.
Die exzentrische Stilikone und ehemalige Modechefin des TATLER gehörte zu McQueens engagiertesten Förderinnen. Erst am Dienstag vergangener Woche starb zudem die Mutter des Modemachers. Die tatsächlichen Beweggründe für den Freitod McQueens werden jedoch zwangsläufig das Geheimnis des Ausnahmetalents bleiben. Die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es im Volksmund, wer sie verliert, der steht bereits am Abgrund. Der Selbstmord als abschließender Akt einer langen Vorgeschichte aus Selbstzweifeln, unerfüllten Bedürfnissen, Ängsten und Einsamkeit.
Was ging in Alexander McQueen vor? Der Sohn eins Taxisfahrers aus dem Londoner East End hat sich aus der Arbeiterklasse in den Modeolymp empor gearbeitet, in einer Branche die Emporkömmlinge nicht sonderlich schätzt und in der Beziehungen häufig mehr wiegen als Begabung. Fashion Family? Offenbar nicht “Familie” genug um Alexander McQueen den emotionalen Halt zu geben, den er gebraucht hätte. Objektiv betrachtet hatte McQueen alles wovon junge Modedesigner träumen: eine internationale Kariere, Anerkennung und eine Gefolgschaft aus Celebrities, die sich um seine Kleider rissen. Doch offenbar war dies kein adäquater Ersatz für McQueens immaterielle Bedürfnisse.
Viermal wurde der einstige Central Saint Martins Absolvent zum “British Designer of the Year” gekürt. Direkt nach seinem Abschluss an der Londoner Kaderschmiede gründete Alexander McQueen 1994 sein eigenes Label. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1996 folgte er auf John Galliano als Headdesigner bei Givenchy und verkaufe wenige Jahre später 51 Prozent seiner Firmenanteile an die Gucci Gruppe, was ihm ermöglichte sein Unternehmen fortan stärker global auszurichten. Wermutstropfen: Isabella Blow soll sehr enttäuscht darüber gewesen sein, dass der Designer sie bei den Neuerungen in Folge des Gucci Deals nicht wirklich mit einbezog. Während andere Verträge erhielten, gab es für sie, seine Entdeckerin, nur ein Kleid. So zumindest die Legende. Zum Zeitpunkt Blows Todes soll zwischen den Beiden aufgrund dieser Geschichte Funkstille geherrscht haben. Dass es hier nie zu einer Aussprache mehr kam, habe Alexander McQueen sich selbst nie verzeihen können.
Aleaxander Mc Queen mit Mutter Joyce
“These people just don´t know what they are talking about. They dont know me. They don´t know my relationship with Isabella. What I had with Isabella was completely disassociated from fashion, beyond fashion.”
Rest in peace, Mr. McQueen!
Update: Alexander McQueen´s Fashion Show, die heute in New York hätte stattfinden sollen, wurde gecancelt. Fraglich, welche Auswirkungen seinen Tod auf den weiteren Verlauf der New York FashionWeek haben wird. Folgt die Branche dem Motto “The show must go on” oder wird sie in Gedenken an McQueen eine “Selbstdarstellungs”-Pause einlegen?
An Daphne Guinness` Stil scheiden sich die Geister. Die Einen sehen in dem schwerreichen Mitglied der englischen Bier Dynastie eine Ikone des guten Geschmacks, Andere belächeln sie als Modeopfer mit zu viel Zeit und zu viel Geld.
Daphne Guinness for Francois Nars / photo: scalaregia.blogspot.com
Tatsächlich ist die Mutter dreier Kinder und Ex-Frau eines milliardenschweren Reeders aus der griechischen Niarchos Sippe in der Öffentlichkeit häufig im Total-Look eines bestimmten Designers unterwegs. Dabei übernimmt sie oft 1 zu 1 die Stylings vom Laufsteg. Unter Modeexperten eigentlich eine Todsünde, zeugt die identische Übernahme eines bestimmten Looks doch nicht gerade von großer Stilsicherheit. Die Dame mit der Cruella de Vil Frisur ist stets eine der Ersten die neue Trends in einen realen Kontext transferiert. So taumelte sie erst im Oktober in den hufartigen Plateaustiefen aus Nina Riccis aktueller Fall/Winter Kollektion durch New York und stakste Mitte November bei einer Buchpräsentation wie ein angechossenes Alien in Alexander McQueens klobigen Armandillo Stiefeletten über den Teppich. Sei´s drum.
Der aufmerksame Beobachter spürt, Daphne Guiness liebt und versteht Mode und scheut sich dabei nicht vor modischen Experimenten. Dafür wird sie von den Designern geliebt. Darüber hinaus ist la Guinness eine der wenigen handverlesenen Frauen dieser Welt, die sich Haute Couture überhaupt leisten können und auch wollen. Als Socialite und Jet-Setterin ist sie eine der besten Werbebotschafterinnen, die sich die Luxusgüterindustrie wünschen kann. Es sind Frauen, wie Daphne Guinness die mittels eines großen Namen, einer gewissen Exzentrik und eines beeindruckend kultivierten Lebensstils das mondäne Image der schillernden Modehäuser nähren und dafür sorgen, dass die Kunst der Haute Couture weiterhin lebendig bleibt.
In einem, in der New York Times erschienenen, wunderbar intimen Artikel über Modegenie Alexander Mc Queen berichtet die renommierte Stilkritikerin Cathy Horyn, neben vielen anderen interessanten Fakten, dass der Brite aktuell eine Romanze mit einem Pornodarsteller aufrecht erhält, den er erst kürzlich über das Internet kennengelernt habe.
Dass Beziehungen zwischen Männern aus dem Sexgewerbe und hochbegabten Kreativen mit intellektuellem Anspruch quasi von Beginn an zum Scheitern verurteilt sind, bewies schon das deprimierende auf-und-ab von Marc Jacobs, der zunächst einen Stricher, später einen tumben Porno-Akteur hinterherhechelte, bevor er in dem souveränen Werbemanager Lorenzo Martone seine große Liebe fand. Mehr Informationen zum aktuellen Beziehungsstatus des offen schwul lebenden Modemachers McQueen erhält der Leser jedoch nicht. Vielmehr beschreibt Cathy Horyn in einfühlsamen und absolut lesenswerten Zeilen die Entwicklung McQueens vom unsicheren Moderebel der Londoner Modeszene zu einem der größten und einflussreichsten Designer unserer Zeit. So steht McQueen heute an der Spitze eines professionellen und weltweit agierenden Modeunternehmens, dass seinen Namen trägt.
Dior, Yves Saint Laurent und Alexander McQueen haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam und doch bedienen sich alle drei Unternehmen der bewegten Bilder als zeitgemäßes Marketinginstrument.
Doch nicht nur die oben Genannten, sondern auch Chanel und Louis Vuitton setzen auf Videos als Markenbotschafter. Aufwendig inszenierte Kurzfilme, mit prominenter Besetzung, mal mehr, mal weniger gehaltvoll. Doch für wen machen die das? Es scheint als hätten die PR- Verantwortlichen renommierter Modehäuser das Internet als relevante Werbeplattform angenommen. Wobei die Streifen allein schon aufgrund ihrer Länge nichts mehr mit dem gewöhnlichen 30 Sekunden Spot zu tun haben. Die Filme werden zumeist auf der firmeneigenen Webseite gepostet oder als Einstimmung auf die Kollektion vor der Modenschau den geladen Gästen vorgeführt. Fast immer finden die Videos ihren Weg zu YouTube und damit auch in zahlreiche fashionblogs weltweit. Mannigfaltige Verbreitung zum Nulltarif! HYPE zeigt euch im folgenden drei aktuelle Beispiele:
Eine Solo-Ausstellung widmet das Groninger Museum in den Niederlanden ab dem 13. Dezember 2009 den in Paris ansässigen deutschen Modedesigner Bernhard Wilhelm anlässlich dessen zehnjährigen Firmenjubiläums.
Bernhard Wilhelm wurde 1972 im schwäbischen Ulm geboren und studierte ab 1992 an der renommierten Königlichen Akademie für Schöne Künste in Antwerpen Modedesign. Es folgten Praktika bei Alexander McQueen, Vivienne Westwood, Walter van Beirendonck und Dirk Bikkembergs. Im Jahr 1999 gründete er zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Jutta Kraus sein eigenes Unternhemen und machte im März des gleichen Jahres mit seiner eklektischen Damenkollektion auf sich aufmerksam. Willhelms Markenzeichen sind Patchworkstoffe, fibrige Farben, auffällige Drucke und oversized Silhouetten.
Insprationen für seine Mode holt sich der 37-jährige, ebenso wie seine Models, direkt von der Straße. Zwar sind seine Klamotten nicht jedermans Geschmack, diesen will der Designer aber auch gar nicht bedienen. Bernhard Willhelm hat sich seine geschäftliche Unabhängigkeit und somit auch seine Kreativität stets bewahrt.
Target, die amerikanische Einzelhandelskette aus Minnesota entspricht in etwa dem Level von H&M mit dem Unterschied, dass Target bedeutend günstiger ist und außer Bekleidung auch andere schöne Gebrauchsartikel in seinem Sortiment führt. Doch wie auch der schwedische Textilhersteller kooperiert Target regelmäßig mit namhaften Modemachern und buhlt mit den Designer-Linien um das Geld modebewusster Kunden.
Für die sogenannte “Target Go International” Kollektionen entwarfen bereits Zac Posen, Luella Bartley, Richard Chai, Patrick Robinson, Thakoon und Isaac Mizrahi.
Mit der neuen Line, “Designer Collaborations” konzentriert man sich jedoch auf international bekanntere Designer, mit dem Ziel high fashion zu niedrigen Preisen, der Masse zugänglich zu machen. Zum Kollektionsauftakt verpflichtete Target so dann auch Niemand geringeren als Modeschöpfer Alexander McQueen, dessen Entwürfe zwischen März und April diesen Jahres in ausgewählten Target Stores verfügbar waren. Allerdings nur für wenige Stunden. Der Ansturm auf bestimmte Teile war so groß, dass einige Filialen bereits nach wenigen Stunden den Ausverkauf verkünden mussten.
Stücke, die weniger begehrt wahren, werden aktuell, zum einem reduzierten Preis, im Online Shop des Unternehmens veramscht.
Nun konnte der Konzern, die in New York ansässige Top Designerin, Anna Sui für eine Zusammenarbeit gewinnen. Das Konzept der zeitlich wie räumlich begrenzten Verfügbarkeit wird, wie bereits bei Mc Queen, auch bei Anna Sui Anwendung finden: Nur 250 der über 1.270 Filialen werden mit den begehrten Styles bestückt, und das auch nur für den Zeitraum von etwa einem Monat.
Launch ist der 13. September! Inspiration für die Target Linie holte sich Sui von den Society Girl des amerikanischen Seriennknallers “Gossip Girl” - Metallic Jaquards, Tüll, Spitze, Chiffon und Paillettendetails - so die Zutaten den der Kollektion - klingen schon mal vielversprechend.