DELVAUX - AUSSTELLUNG IM ANTWERPENER MODEMUSEUM

Posted: August 24th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

photo credit: Modemuseum Antwerpen

photo credit: Modemuseum Antwerpen

Eine Ausstellung des belgischen Reisegepäckherstellers DELVAUX ist ab dem 17. September im Antwerpener Modemuseum zu sehen. Die Unternehmensgeschichte reicht bis in das Jahr 1829 zurück. Das sind 180 Jahre Erfahrung und somit unter dem Gesichtspunkt der sich verändernden Ansprüche und Moden im Bereich Taschen, Koffer und Lederaccessoires sicherlich eine Ausstellung wert.

Diese legt den Fokus auf die Kunstfertigkeit und Qualität der Produktpalette. Wie eh und je, werden Delvaux Modelle in den besten Materialen und primär von Hand gefertigt. Da Modedesignerin Veronique Branquinho, die ihr eigenes Haus mangels Rentabilität im Frühjahr dieses Jahres schließen musste, nun als kreativer Kopf der der Firma fungiert, zehrt man nun vom einst hippen Image der Designerin und versucht Delvaux dadurch ein coolers Image zu verpassen. Angesichts der Tatsache, dass die Taschen des ehemaligen  belgischen Hoflieferanten, mit Ausnahme einiger Herrenmodelle, eher bieder daherkommen nervt die übertrieben auf Wertigkeit und Tradition pochende, missionarisch kommunizierte Firmenphilosophie. Die Besinnung auf Nachhaltigkeit und Understatement, die sich seit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise beinahe jedes Unternehmen auf seine Fahne geschrieben hat, mag souverän anmuten, bildet jedoch keinen Ersatz für eine mittelmäßige Optik seiner Erzeugnisse. Delvaux liefert zweifellos high quality, high fashion jedoch sieht anders aus!

Modemuseum Antwerpen

ModeMuseum Provincie Antwerpen - MoMu
Nationalestraat 28
2000 Antwerpen
België
Tel work 03 470 27 70
Fax work 03 470 27 71


FASHION AROUND THE WORLD

Posted: Juni 14th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Der Sommer ist da und mit ihm eine Reihe von interessanten Modeausstellungen, fernab vom Mainstream und mit Inhalten die auch beflissenen Modekennern neue Perspektiven auf ihr Lieblingsthema eröffnen dürften.  Anbei eine Auswahl:

Bei britischen Modedesignern denken die meisten von uns zunächst  an Vivienne Westwood, Paul Smith, Alexander McQueen oder Christopher Bailey - allesamt Stars der Gegenwart - doch wer prägte eigentlich die britische Modeszene vor der  Jahrtausendwende, in Zeiten in denen Mode von Nachrichten-Moderatoren noch mit einem süffisanten Lächeln als triviales Beiwerk der wirklich wichtigen Themen im Leben abgehandelt wurde? In den exzentrischen Achtzigern waren es vor allem Zandra Rhodes und Jean Muir, die modisch gesehen auf dem Inselkontinent für Aufregung sorgten.

Jean Muir

Jean Muir

Letzterer widmet nun das Modemuseum im schottischen Dumfries aktuell eine Einzelausstellung. “Jean Muir - a fashion icon”, zeigt Highlights aus dem Werk Jean Muirs und erinnert damit eine beinahe vergessene Designerin,  deren Vintage Stücke heute von Sienna Miller und Kate Moss getragen werden.

bis 31. Oktober 2009

National Museum of Costume, Shambellie House, New Abbey, Dumfries, DG2 8HQ

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paper-fashion
Mode Museum Antwerpen

In der Modeschule, lernen angehende Designer auch mal um drei Ecken zu denken und sich dabei nicht gleich mit der offensichtlichsten Lösung zufrieden zu geben. Ich erinnere mich noch bestens an die Aufgabenstellung, eine Ärmelkonstruktion aus Wellpappe zu fertigen, deren Teile nicht “geknickt” werden durften. Die darauffolgende Tüftelei führte zu erstaunlichen Erkenntnissen über die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten  papierähnlicher Materialen. Die Ausstellung PAPER FASHION im  Antwerpener Modemuseum untersucht die  Verwendung des Nischenmaterials im Kontext der jüngeren Modegeschichte und beginnt mit einer Reihe papierner Kleider aus den 1960er Jahren und zeigt zudem zahlreiche Entwürfe aus verwandten Materialien aktuellen Datums.

www.momu.be
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Mode Museum Hasselt
Mode Museum Hasselt

Mit der Geschichte des Damenschuhs ab 1900 beschäfigt sich das Modemuseum im belgischen Hasselt. Entwicklung, Trends und Images sind  in der Ausstellung “In her shoes”  an  beispielhaften Modelle von bekannten  Schuhdesignern wie Roger Vivier, Bally, Ferragamo, und natürlich Jimmy Choo und Manolo Blahnik erfahrbar. Aber auch die Puschen lokaler Schuhkünstler lohnen einer genaueren Betrachtung.

www.modemuseumhasselt.be

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Madeleine Vionnet at work
Madeleine Vionnet at work

vionnet-bannerEin Highlight unter den Ausstellungen dieses Sommers kommt direkt aus der Modehaupstadt Paris. Das Musée les Arts Dècoratifs widmet Modeschöpferin Madeleine Vionnet eine umfangreiche Solo-Ausstellung. Die Königin des Diagonalschnitts und der Drapierungen starb 1975 mit 99 Jahren  an Altersschwäche in ihrem Bauernhaus im französischen Cély-en-Biere und hinterließ ein beeindruckens Werk-Archiv von dem sich Top Designer wie Azzedine Alaia, Yohji Yamamoto oder John Galliano noch heute  zu  neuen Schnitttechniken inspirieren lassen.  An Stelle einer Skizze fertigte Vionnet ihre kunstvollen Falten-, Volant-, und Pliseekleider lieber  direkt am Objekt, einer hölzernen Miniaturbüste.

24. Juni 2009 - 31. Januar 2010

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Bill Gibb

Bill Gibb

Das Fashion Museum im englischen Bath, ca 30 Autominuten von Bristol entfernt,  beschäftigt sich mit dem Werk des Modemacher Bill Gibb? Wer zum Teufel ist Bill Gibb?

Trotz seines großen Einflusses auf die Entwicklung der Mode ist Gibbs Name heute weitgehend unbekannt. Dabei wurde er 1970 von der britischen Vogue zum Designer des Jahres gekührt und feierte im folgenden etwa ein Jahrzenht lang große Erfolge. Seine Debut- Kollektion von 1972 wurde von der Branche als Sensation der Saison betitelt. Sein Stil war ein wilder Muster und Materialmix, der im direkten Vergleich Cavallis Kollektion nahezu homogen erscheinen lässt. Einige sehen in Gibb  gar den Erfinder des Hippie Looks. In jedem Falle repäsentiert sein Stil das Jahrzent auf ultimative Art und Weise.  Harrods und Harvey Nichols verkauften seine Kleider und auch ein eigenes Ladenlokal in Londons nobler Bond Street ließ nicht lange auf sich warten. Zu seinen Kunden zählten Liz Taylor, Bianca Jagger und Topmodel Twiggy. Doch wie vielen Kreativen fehlte auch Gibb der Sinn für das Geschäftliche . Als sein Stil nicht mehr gefragt war ging sein Unternehmen schließlich pleite und Gibb geriet in Vergessenheit. Nach wie vor  inspirieren seine Entwürfe noch heute Designer wie John Galliano oder Gilles Deacon. Grund genug sich mit den Arbeiten des vergessen Helden der britischen Modeindustrie vertraut zu machen und seinen inneren Hippie zu entdecken.

bis 15.November 2009

www.fashionmuseum.co.uk

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Isabel Toledo Dress

Isabel Toledo Dress

NEW YORK: Isabel Toldeo gehört zu den Designern die es vorziehen sich  als Person gegenüber den Medien zurückzuhalten und stattdessen ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen. Nicht ganz freiwillig wurde ihr am 20. Januar 2009  dennoch weltweite Aufmerksamkeit zuteil als Michelle Obama bei der Amteisnführung ihres Mannes Barack als 44. Präsident der Vereinigten Staaten ein limonenfarbens Shiftdress aus dem Atelier der kubanisch stämmigen Modemacherin trug.

2008 wurde Toledo mit dem FIT Couture Council Award für besondere Kunstefertigkeit ausgezeichnet, nun widmet ihr das Museum des Fashion Institute of Technology eine eigene Ausstellung. Es ist nicht etwa eine flamboyante Optik für die Toldeo bekannt ist, als vielmehr ihre besondere Technik Kleider zu fertigen. So sei laut den Kuratoren des Ausstellung keines ihrer Teile konventionell konstruiert. Wer also das in den Medien eher sparsam repräsentierte Werk Toledo kennenlernen möchte, der sollte sich die von der renommierten Modehistorikerin Dr. Valerie Steele kuratierte Ausstellung nicht entgehen lassen.

17. Juni - 26. September 2009

THE MUSEUM AT FIT 7th Ave & W 27th St, New York

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BERNHARD WILHELM SOLO EXHIBITION IN GRONINGEN

Posted: Juni 8th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | 1 Comment »
Bernhard Willhelm

Bernhard Willhelm

Eine Solo-Ausstellung widmet das Groninger Museum in den Niederlanden ab dem 13. Dezember 2009 den in Paris ansässigen deutschen Modedesigner Bernhard Wilhelm anlässlich dessen zehnjährigen Firmenjubiläums.

Bernhard Wilhelm wurde 1972 im schwäbischen Ulm geboren und studierte ab 1992 an der renommierten Königlichen Akademie für Schöne Künste in Antwerpen Modedesign. Es folgten Praktika bei Alexander McQueen, Vivienne Westwood, Walter van Beirendonck und Dirk Bikkembergs. Im Jahr 1999 gründete er zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Jutta Kraus sein eigenes  Unternhemen und machte  im März des gleichen  Jahres mit  seiner eklektischen Damenkollektion auf sich aufmerksam. Willhelms Markenzeichen sind Patchworkstoffe, fibrige Farben, auffällige Drucke und  oversized Silhouetten.

Insprationen  für seine Mode holt sich der 37-jährige, ebenso wie seine Models, direkt von der Straße.  Zwar sind seine Klamotten nicht jedermans Geschmack, diesen will der Designer aber auch gar nicht bedienen. Bernhard Willhelm hat sich seine geschäftliche Unabhängigkeit und somit auch seine Kreativität stets bewahrt.


Veronique Branquinho - Jetzt ist Schluss!

Posted: Mai 28th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

Die belgische Vorzeigedesignerin Veronique Branquinho gibt ihr vor elf Jahren gegründetes Label auf.

Veronique Branquinho - by courtesy of Totem Fashion

Veronique Branquinho - by courtesy of Totem Fashion

Infolge der Wirtschaftskrise hatte die Kreative zuletzt mit drastischen Orderrückgängen, zahlreichen Stornierungen und sogar ausbleibenden Zahlungen zu kämpfen. Branquinho unterhält eine eigenständige Boutique unter eigenem Namen in Antwerpen, wo vermutlich in Kürze der Ausverkauf noch vorrätiger Kollektionsteile stattfinden wird. Etwa 50 Einzelhändler zählte sie bisher zu ihren Kunden.

Die unter anderem mit dem VH-1 Fashion Award und Moet Fashion Award ausgezeichnete Modemacherin gründete 1997 mit nur 24 Jahren ihr eigenes Label und avancierte im Fahrwasser des Hypes um belgisches Design Mitte der 1990er Jahre zum Shooting Star der Branche. Mit gerade mal 36 Jahren geht Branquinho jedoch nicht in Rente, sondern arbeitet künftig für die belgische Lederwaren Marke Delvaux, zu deren Art Director sie vor kurzem benannt wurde.

In ihrem Kollektionsbericht für Style.com äußerte sich die bekannte Modekritikerin Nicole Phelps zu Branquinhos Sommer Kollektion 2008 noch lobhudelnd: “In the midst of all this were several jackets-the best being a lanky black blazer-that demonstrate why she’ll still be around in 2017.” Nun, auch renommierte front-row Schreiberinnen können irren. Der blümerante und joviale Wortschwall vieler Modejournalisten anlässlich einer einzelnen Klamotte verwundert dann doch ein wenig und man fragt sich, warum gerade diese vermeintlich so weltgewandten und vielreisenden Personen, beim Anblick eines einzelnen grauen Bleistiftrocks geradezu in Verzückung geraten. Wer bitteschön geht schon vor einer Klamotte in die Knie? Peinlich!

Ja, ja die Krise, die habe ja Niemand voraus sehen können werden jetzt Einige in Bezug auf Branquinhos Pleite sagen. Die Krise nicht, wohl aber das die Zeiten von Helmut Langscher Reduktion längst vorbei sind. Die Kleiderschränke sind voll. Lustkäufe statt Bedarfskäufe sind die Regel. Niemand braucht mehr einen weiteren marinefarbenen Blazer. Graue Shorts, weiße Blusen und beigefarbige Jerseytops vermögen zudem angesichts der parallel nebeneinander existieren Vielfalt an gegensätzlichen Modetrends und hochbegabten Newcomern wie Christopher Kane und Gareth Pugh einfach keine Begeisterungstürme mehr auszulösen. Eine Entwicklung die nicht von heute auf morgen gekommen ist. Es ist die Aufgabe des Designers Tendenzen aufzuspüren und in zeitgenössische Looks umzusetzen. In Anbetracht all dessen, scheint da die persönliche Krise Branquinhos irgendwie hausgemacht!