Posted: April 25th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Aquilano, Arbeitslosigkeit, Balmain, Chloé, Christophe Decarnin, Clare Waight Keller, Dior, Entlassung, Ferré, Firma, Hanna Mcibbon, Issey Myake, John Galliano, Kim Jones, Kündigung, Louis Vuitton, Milan Vukmirovic, Modebranche, Modehaus, Paul Helber, Pringle of Scotland, Rimondi, Trussardi, Unternehmen, Vanessa Seward, Wechsel | No Comments »
Das “Bäumchen-wechsle-dich-Prinzip” scheint in diesem Jahr auffallend oft Anwendung auf Designer in leitenden Positionen innerhalb internationaler Modeunternehmen zu finden. Fast könnte man meinen, Arbeitlosigkeit sei das ultimative Accessoire der Saison.
Neben der bisher prominentesten Entlassung im Falle Gallianos, musste auch noch so manch anderer kreative Kopf in diesem, noch jungen Jahr, seinen Hut nehmen. Meist werden schlechte Umsatzzahlen als Grund für die Entlassungen genannt, alternativ auch die unterschiedliche Auffassung zwischen Designer und Geschäftsführung bezüglich der stilistischen Ausrichtung der Kollektion. So einigte sich der Vorstand im Hause Balmain darauf, dass die Zielgruppe für verschlissene 1000-Dollar-Shirts doch zu klein ist um damit auf Dauer stabile Umsätze zu generieren. Das Resultat: Christophe Decarnin ist seit ein paar Wochen nun ganz offiziell nicht mehr als Chefdesigner für Balmain tätig.
Den jüngsten Rausschmiss verbucht das Modehaus Gianfranco Ferré, das seit dem Tod seines Gründers im Jahr 2007, in Ermangelung kreativer Visionskraft, konstant von Schließung bedroht ist. Diesen Zustand wusste auch das Designer-Duo Aquilano und Rimondi nicht zu ändern und so wurden die beiden vor wenigen Tagen von ihren Aufgaben als künstlerische Leiter entbunden.
Von der Öffentlichkeit beinahe völlig unbemerkt trennte sich im März die Lederwaren-Manufaktur Trussardi von ihrem Kreativchef Milan Vukmirovic. Zur Erinnerung all derer, die sich gerade fragen; Milan who?, sei darauf hingewiesen, dass der gebürtige Serbe einst als Creative-Director der Marke Jil Sander von 2000 bis 2003 für weit mehr Aufsehen sorgte.
Auch Issey Myakes Kreativdirektor Dai Fuijwara (seit 2006) und Louis Vuittons Menswear-Director Paul Helber haben ihren Arbeitsplatz vor wenigen Wochen geräumt. Letzterer wird übrigens durch den 31-jährigen Engländer Kim Jones ersetzt.
Chloé Chefdesignerin Hanna McGibbon musste in den vergangenen Wochen ganz schön bangen als ihre Stelle zur Disposition stand. Doch McGibbon kann durchatmen, zunächst, ihr Vertrag wurde dieser Tage um ein halbes Jahr verlängert. Komplett raus ist dagegen ihre Kollegin Vanessa Seward als Chefdesigneuse des couturesque angehauchten Labels Loris Azzaro. Zwischenmenschliche Missstimmungen in Folge eines Managementwechsels sollen Seward letztlich zum Abgang bewogen haben. Auch wenn es in etwa so spannend sein mag wie ein in Travemünde umgekippter Strandkorb, so soll der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass auch Clare Waight Keller als Kreativdirektorin der Marke Pringle of Scotland zurückgetreten ist. Aus persönlichen Gründen. Natürlich, was sonst!
Welche Überraschungen das Personalkarussell 2011 sonst noch bietet? Schaun mer’ mal.
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Posted: Februar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: 20ans, Anna Wintour, Balmain, Carine Roitfeld, Condé Nast, Editor-in-Chief, ELLE, Emmanuelle Alt, Francoise Alt, Paris, Rock Chic, Stylist, Vogue, Xavier Romatet | No Comments »

Emmanuelle Alt
Sie ist die zehnte Chefredakteurin seit Bestehen der französischen Vogue und folgte in dieser Position auf Carine Roitfeld, der nach Anna Wintour zweifellos bekanntesten Redakteuse der Welt. Die Rede ist von Emmanuelle Alt. Seit Anfang Februar besetzt diese, als Editor-in-Chief von Vogue Paris, einen der international begehrtesten Stühle innerhalb der Mode-, Medien- und Verlagsbranche. Doch im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin ist über Alt nur wenig bekannt. Dabei war die geschätzt 43-jährige am viel gelobten “progressiven” Image der französischen Vogue unter Roitfelds Regentschaft maßgeblich beteiligt und inszenierte mit nahezu allen namhaften Fotografen so manch einprägsame Fotostrecke. Während den Schauen saß Alt stets neben ihrer ehemaligen Chefin in der ersten Reihe, spielte für die Vertreter der Klatschpresse bislang dennoch nur die zweite Geige. Denn interviewt und um eine Einschätzung der Klamotten gebeten wurde immer nur “smoky-eyed” Roitfeld.
Den Wissensdurst nach Informationen über Frau Alt stillte vor kurzem das amerikanische Magazin “The Daily Front Row”, welches kostenlos zur New York Fashion Week ausliegt. Auf 3 Seiten trugen die Blattmacher zusammen, was sie an Fakten über Vogues neues Aushängeschild finden konnten.
Fulltime-Blog-Lesern und Personen aus Alts näherem Umfeld offenbart sich damit zwar nichts überraschend Neues, allen anderen bietet der Beitrag jedoch einen informativen Überblick über Alts Biographie und ihre Persona. Erstere entpuppt sich als privilegiert, gleichsam bodenständig: Als Tochter einer modelnden Mutter und eines der Öffentlichkeit bislang unbekannten Vaters, besuchte die kleine Emmanuelle eine katholischen Privatschule namens Lübeck. 1882 gegründet und im 16. Pariser Arrondissement gelegen scheint der hier gefahrene pädagogische Kurs erfolgsversprechend: Auch Frankreichs Kurzzeit-First-Lady Célia Sarkozy, Dior Schmuckdesignerin Victoire de Castellane und Azzaro’s Chefdesignern Vanessa Seward wurden hier auf die Anforderungen eines Lebens im ständigen Wettbewerb gedrillt.

Ex-Vogue Chefin Carine Roitfeld in New York, photo: Christopher Macsurak via FLICKR
Was die Platzierung griffiger Sprüche anbelangt liegt Alt um eine gute Nasenlänge hinter ihrer Vorgängerin, aber mit zunehmendem Erfolg entwickelt sich bekanntlich auch das Selbstbewusstsein und so darf man gespannt sein mit welchen Bonmots sich Alt gegenüber den Medien noch profilieren wird.
Dem Klischee der glamourösen Französin mit Hang zu Extravaganzen scheint Alt allerdings nicht zu entsprechen. Wie Millionen andere Menschen auch liebt sie die Farbe Schwarz, die Musik von Michael Jackson, den Film Saturday Night Fever sowie Tee und frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück. Sie trägt keine Röcke und auch nicht gerne Handtaschen und wenn doch, dann bevorzugt von Chanel. Ihr persönlicher Look lässt sich plakativ mit “Rock Chic” zusammenfassen. Skinny-Jeans, dazu Stilettos und kurze Jacken mit breiten Schultern, wehendes Haar. Gelegentlich lässt sie sich ihre Nägel bei Revlon in der Rue de Bassano in Form feilen, c’est tout!
In einem Interview mit der britischen Zeitung “The Daily Telegraph” erzählte Alt, dass ihrer Meinung nach TopShop über die besten Jeans verfüge. Das erste was sie mache, sobald sie in London weile, sei eine Filiale des Bekleidungsriesen aufzusuchen. Ihre Vorgängerin Carine Roitfeld konnte diese Leidenschaft offenbar nicht teilen und ließ die Leser der Zeitschrift Acne Paper im Jahre 2009 wissen:
“I only wear jeans and flat shoes on holiday, never for work. Jeans are for my assistants.”
Gespannt wartet das Modevolk nun auf die April-Ausgabe, in deren Impressum Emmanuelle Alt erstmals als Chefredakteurin aufgeführt sein wird. Laut Alt könne man auch ohne zu schockieren durchaus starke Bilder erzeugen und so fiebern Vogue-Fans Alts erstem Cover entgegen, von dem man jetzt schon weiß, dass darauf Gisele Bündchen in einem Kleid von Dolce & Gabbana lächeln wird.

aktuell vergriffen - das Buch von Wynn Dan
Tatkräftige Unterstützung bei ihrer Arbeit erhält Alt übrigens von ihrer Assistentin Géraldine Saglio, die wie ein Klon ihrer Vorgesetzten ausschaut. Ein Grafiker namens Wynn Dan hat mit “Alt/Saglio Quotes+Citations” den Beiden gar ein Buch gewidmet, welches Streetstyle-Fotos von Alt und Saglio auf dem Weg zu diversen Schauen zeigt. Erschienen in einer Miniauflage von gerade mal 200 Exemplaren, die zum Teil über Colette in Paris verkauft wurden. Mittlerweile sind die Exemplare restlos vergriffen, doch ein Nachdruck sei aufgrund der gestiegenen Nachfrage schon in Arbeit.
Ob Alt künftig noch Zeit finden wird ihre Stylingkünste für Modehäuser wie Balmain und Isabel Marant einzusetzen? Wohl kaum! Ihr Styling-Portfolio ist aktuell nicht mehr auf der Seite ihrer Pariser Agentur Art Partner zu finden. Alt wird sich demnach wie von Condé Nast Frankreich-Boss Xavier Romatet auf einer Pressekonferenz im Januar angekündigt von jetzt an ausschließlich ihrer neuen Funktion als Chefredakteurin von Vogue Paris widmen. Bon courage!
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Posted: August 24th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Balmain, Christophe Decarnin, Madonna, Michael Jackson | No Comments »

Madonna celebrates in Balmain
Das Label der Stunde heißt seit etwa einem Jahr, Balmain! 1945 von Pierre Balmain in Paris gegründet, erlebt das Modehaus unter der künstlerischen Leitung von Christophe Decarnin gegenwärtig ein Comeback.
In ihrem neuen Video zur Single “Celebration” tanzt Supertar Madonna im glitzernden Disco Mini Dress mit viktorianischen Schultern aus der Fall 2009 Kollektion, vor flächigen Farbwänden und bietet somit dem Modehaus die beste prominente Unterstützung, die man sich als Designer nur wünschen kann. Wenngleich auch Michael Jackson wenige Monate vor seinem Tod mehrfach in den Uniform-Jäckchen und Glitter Shirts des 45-jährigen Franzosen gesehen wurde. Nicht das Monsieur die Leistung eines anderen bräuchte um seine eigene Arbeit aufzuwerrten, im Gegenteil. Decarnins Rockstarkollektion für die Wintersaison 09, war neben Ricardo Tiscis Kollektion für Givenchy, das Beste was die Pariser Modewoche im März dieses Jahres zu bieten hatte. Mehr davon!
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