Lass liefern, Junge! GLOSSYBOX sendet jetzt auch Männerkosmetik per Post!

Posted: September 15th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Männer haben keinen Spaß an Pflege und reinigen ihre Haut allenfalls mit Wasser und Kernseife? Klischee von gestern! Männer haben lediglich keinen Spaß sich beim Kauf ihrer Gesichtscreme von tütteligen Verkäuferinnen vollschwatzen zu lassen. Was im regulären Drogeriemarkt auch nie geschieht, ist in Parfümerien mit einem höherwertigen Markenangebot jedoch keine Seltenheit. Nach Auffassung der meisten Herren sollte ein Einkauf allerdings schnell und unkompliziert von statten gehen und natürlich ohne große Worte.

Genau diesem Bedürfnis kommt der Glossybox Service der Beauty-Trend GmbH aus Berlin entgegen. Viermal im Jahr schickt das Unternehmen gegen eine geringfügige Gebühr seinen Kunden ein Paket mit Pflegprodukten namhafter Kosmetikhersteller zu. Die ausgewählten Artikel werden dabei auf der Basis eines Kundenprofils individuell auf die Bedürfnisse des Abonnenten abgestimmt.

Der Inhalt des stylishen grauen Kartons, offenbart seinem Empfänger mindestens sechs Testmuster führender sowie angesagter Nischenmarken. Vom Shampoo über das Duschgel bis hin zu Rasierschaum,  Handcreme sowie Augen- und Gesichtscreme ist alles dabei was Mann so braucht. Aufgrund der Mustergößen erweisen sich die Fläschchen, Tuben und Tiegel zudem als idealer Reisebegleiter. Tolle Sache. Einfach mal ausprobieren, Jungs!

Bestellungen unter glossybox.de/men

Des Mannes moderner Kulturbeutel: GLOSSYBOX MEN

Bilder: Beauty Trend GmbH, Berlin

 

 


Zeitgeist in Buchform: The Berlin Fashionweek Photodiary #3 erscheint Ende September

Posted: September 13th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Auch Starfotograf Terry Richardson (re.) besuchte dieses Jahr die Berlin Fashion Week

Eine Dokumentation der Berliner Modewoche in Bildern, ungeschönt und gerade deshalb so sehenswert, bieten Fotograf Marc Schuhmann und Art-Director Joern Toellner mit ihrem Phototagebuch. Den Blick hinter die Kulissen gewähren Szenen aus den Backstageareas, von den Anproben und Model-Castings aber auch aus den Ateliers der Kreativen.

Eindrücke gibt es in Ausgabe #3 aus dem Umfeld der jungen Modeschaffenden wie Perret Schaad, Lala Berlin und Vladimir Karaleev. Gespickt mit Kommentaren, Randnotizen und Essays beabsichtigt “The Photodiary” trotz subjektiver Bildauswahl eine authentische Wiedergabe der Ereignisse rund um das Modespektakel der deutschen Hauptstadt zu liefern, schließlich verstehen Schuhmann und Toellner ihr Werk nicht etwa als werbendes Lookbook sondern ganz klar als eine Art Tagebuch. Dessen Inhalt teilen Sie im Gegensatz zum klassischen Tagebuchschreiber allerdings mit bis zu 400 Interessierten, denn größer ist die Auflage ihrer absichtlich schlicht gestalteten , fadengehefteten und in Velours gebunden Publikation nicht. Ihr Realitätsanspruch manifestiert sich auch im Verzicht auf die Nachbearbeitung ihrer Bilder, diese übrigens allesamt mit analogen Suchkameras statt digitaler high-tech Gerätschaften aufgenommen werden.

Mit dieser Arbeitsweise stellen sich die beiden Macher bewusst gegen die digitale Bilderschwemme, die der Siegeszug des Internets mit sich gebracht hat und bei der man Bilder so schnell vergisst, wie man sie angeklickt hat. Diese Haltung und das  mit ihr verknüpfte Resultat, The Photodiary, wurden so dann auch im Juli dieses Jahres mit dem Red Dot Design Award in der Kategorie “communication design” ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

“The Berlin Fashionweek Photodiary #3″ erscheint Ende September / Anfang Oktober im Verlag seltmann+söhne und ist u.a. über die Website thephotodiary.de zu beziehen oder so an illustren Verkaufspunkten wie COLETTE, MICHALSKY GALLERY und DO YOU READ ME?!

Preis: 34,90 Euro

Bild: ©THEPHOTODIARY™ via absolution PR Berlin

 


Wie sich Michalsky in Toleranz übt…

Posted: August 12th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »
MICHALSKY STYLENITE / Photo:©Martin Diepold

Toleranz – ein großes Wort! Von prominenten Zeitgenossen vor laufenden Kameras wie auch von Ottonormalbürgern im Arbeitsumfeld und Freundeskreis stets befürwortet, privat jedoch nicht immer gelebt wie nach außen kommuniziert, stellt sich bei diesem Begriff die Frage was er, frei von jeglicher Kontextualisierung, überhaupt bedeutet.

Laut Duden ist damit eine gewisse Duldsamkeit gemeint. Doch gegenüber wem oder was?

Die Forderung nach mehr “Tolerance” bildete auch das Motto der im Juli dieses Jahres im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentierten Stylenite des Modemachers Michael Michalsky.

Angestachelt von der Aussage unserer Bundeskanzlerin Merkel “Multikulti habe versagt” -in welchem Zusammenhang Frau Merkel diese Worte von sich gegeben hat bleibt in der jüngst von der Firma Michalsky versandten Pressemitteilung unerwähnt- weist des Designers vorgestellte Kollektion für Sommer 2012 dann auch zahlreiche Stilelemente aus aller Herren Länder auf. Ob Michalsky seine Kollektion wohl als eine Art Widerspruch einer sich gegen soziale Missstände auflehnenden Künstlerseele verstanden wissen möchte?

Zumindest will ab dem 25. August eine Ausstellung mit dem Namen “Remember Tolerance”  in der renommierten Berliner Galerie Contributed diese Kollektion aus einem erweiterten Blickwinkel dem Publikum nahebringen und zeigt in Form von Fotografien und Videos das” Making-of” ihrer Präsentation.

Der Pressetext kündigt dies unter anderem wie folgt an: ” Bilder vom Fitting und Casting der Models, von den Vorbereitungen Backstage, den Momenten des Wartens, zeigen eine konzentrierte, aber auch poetische Welt. Sie vermitteln eine emotionale Nähe, deren Energie sich anschließend auf dem Catwalk entlädt”.

Vier Tage lang wurde das Michalsky Team hierbei von dem Fotografen Martin Diepold begleitet, dessen Bilder tiefe Einblicke hinter die Kulissen der Stylenite versprechen. Gleiches gilt auch für die schwarz-weiß Aufnahmen der beauftragten Porträtfotografin Dorothea Tuch und das Video des Filmemachers Peter Grosslaub, der “Gäste und Beteiligte”, darum bat “mit ihren Händen ein „M“ darzustellen, in der Absicht, “so eine Interaktion mit dem Modedesigner” zu schaffen. Zwar wundert es schon ein wenig, dass es sich bei den so genannten Gästen und Beteiligten ausschließlich um Models und Prominente handelt, die da ihre Finger verbiegen und weniger um Minderheiten, die an für sich ein wenig mehr Aufmerksamkeit bedürfen als die einem branchenspezifischen Ideal entsprechenden Laufstegschönheiten – doch es ist nunmal das Los der Fashionbranche sich mit Oberflächen zu beschäftigen, Tiefgreifendes liegt ihr einfach nicht.

Trotzdem wüsste ich gerne, was die Formung der Hände zu dem Buchstaben “M” mit Toleranz zu hat obwohl das Wort Toleranz doch gar kein M beinhaltet und mit einem T beginnt. Sollte es sich bei dem Clip doch eher um eine Hommage an Michalsky handeln als um ein Plädoyer für mehr Toleranz?

Der den Trailer begleitenden Text auf der Videoseite “vimeo” lässt gar keinen anderen Rückschluss zu. Seine Zeilen bescheinigen dem Modemacher unglaubliche Kreativität, Erfolg und “wirkliche” Schönheit. Toleranz heißt natürlich auch, jedem sein Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewähren.

Immerhin, eine Annäherung auf Textebene soll der Lyriker, Dramatiker und Magazinmacher Johannes Finke bieten. Zu diesem Zwecke wird er seine “subtil, ironisch, provokanten” Sätze mittels Projektor über die Wände der Galerie jagen und damit die Regeln der Mode, Gesellschaft und Politik hinterfragen. Hoffentlich bleibt den Ausstellungsbesuchern genügend Zeit zur Reflektion, so endetdie Pressemeldung schließlich mit dem Hinweis: “Natürlich wird auch das komplette Video der MICHALSKY Fashion-Show zu sehen sein.” Ja, natürlich!

All denjenigen, deren Modedurst stärker ist als ihr Weltverbesserungsdrang, können wir die Ausstellung “Remember Tolerance” dennoch guten Gewissens empfehlen.

“Remember Tolerance”, ab dem 25.08.2011, Di – Fr 14 bis 19 Uhr, Sa 12-16 Uhr

Galerie Contributed
Strausberger Platz 16
10243 Berlin

contributed.de
michalsky.com

 

Di-Fr 14-19 Uhr, SA 12-16 Uhr

KLAUS WOWEREIT spricht! Über Mode!

Posted: Juli 13th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »
Klaus Wowereit & HYPE Chefredakteur Sven Barthel

Klaus Wowereit & HYPE Chefredakteur Sven Barthel photo: Markus Nass

Politik und Mode haben nicht viel miteinander gemein und dennoch können sich auch die Volksvertreter der Kleiderfrage nicht  entziehen.

Jeden Morgen aufs Neue müssen auch sie sich überlegen, was sie für den bevorstehenden  Tag anziehen werden. Schließlich kann Niemand von ihnen im Adamskostüm an das Rednerpult im Bundestag treten. Obwohl man davon ausgehen kann, dass die Mächtigen des Landes wissen, welch starken Einfluss das Gewand eines Menschen auf dessen Außenwirkung hat, scheinen sie diesem Thema keine große Bedeutung beizumessen. Oder etwa doch? Wir trafen Berlins regierenden Bürgermeister und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD, Klaus Wowereit, vergangene  Woche während der Fashion Week in der Mercedes Benz Presselounge. Der Spitzenpolitiker im lockeren Gespräch mit HYPE über Mode und andere Nebensächlichkeiten.

Herr Wowereit, wie wichtig ist die Fashion Week für die Stadt Berlin Ihrer Meinung nach?

Es ist objektiv eine ganz wichtige Veranstaltung; in Kombination mit der Premium und der Bread&Butter ist dies die Gelegenheit auf einer großen modischen Bandbreite Berlin zu positionieren. Vor allem kann man den Designern hier eine Chance geben, ihre Mode zu präsentieren und dies läuft in meinen Augen ganz ausgezeichnet.

Haben Sie denn auch die Bread & Butter schon einmal selbst besucht?

Ja, natürlich. Ich war zur Eröffnungsparty und bin heute auch  zur offiziellen Eröffnung da. Morgen werde ich mir noch die Premium und einige weitere Shows ansehen.

Welche Rolle spielt Mode für Sie persönlich? Machen Sie sich  überhaupt Gedanken zu diesem Thema?

Ich finde Mode gehört zu unserem Alltag und bestimmt auch unser Leben. Mode ist mehr als nur Haute Couture, jeder achtet schließlich darauf, was er anzieht. Es gibt Mode und damit verbundene Kulturen, es gibt Uniformen in jeder Generation und jedem Business. Diese unterscheiden sich, wodurch der eine oder andere mehr experimentieren kann; muss man etwas formeller auftreten, ist der Anzug natürlich Pflicht und nur die Krawatte eventuell das Experiment, aber ansonsten ist ja in der Freizeit eine freie Gestaltung möglich.

Daraus könnte man ableiten: Wenn Sie Ihre Ämter nicht bekleideten, würden Sie das Sakko vielleicht auch einmal ablegen?

Naja, ich trage sehr gerne Sakko, ich find’s auch in Kombination zu Jeans gut, aber klar, bei einem solch sonnigen Wetter wie jetzt würde ich auch lieber in Shorts und T-Shirt herumlaufen anstelle des Anzugs.

Gibt es persönliche Präferenzen, was Labels und Designer angeht? Welche Schauen besuchen Sie besonders gern?

Boss, ganz klar, weil ich es selbst seit Jahren schon trage und natürlich sehe ich mir noch die  Michalsky Show an, aber ich freue mich jetzt auch auf die P&C-Nachwuchsdesigner.

Könnten Sie ganz spontan eine Verbindung zwischen Mode und Politik herstellen?

Politik gibt einen Rahmen für Mode, insoweit handelt es sich in diesem Fall um eine Frage der Infrastruktur. Ansonsten ist die Politik eher nicht besonders Mode-auffällig (lacht).

Was war Ihr größter Fashion-FauxPas? Würden Sie einen solchen mit uns teilen?

Ich hatte mal zwei verschiedene Schuhe an. Manchmal ist sowas ja im Trend, aber in diesem Fall war es unabsichtlich und es ist tatsächlich einem Fotografen aufgefallen. Die waren zwar sehr bequem, weswegen ich das gar nicht gemerkt habe, aber es war sehr amüsant. Das sind so Geschichten, über die man im Nachhinein ganz wunderbar lachen kann.

Ihr größter Fehlkauf?

Das weiß ich nicht mehr. So etwas begeht man ja besonders in jungen Jahren, dass man etwas toll findet und es dann beim nochmaligen Anziehen zu Hause nicht mehr für so überzeugend hält, woraufhin es dann doch im Schrank hängen bleibt. Ein besonders bewusster Fehlkauf ist mir nicht in Erinnerung geblieben.

Gibt es denn ein Lieblingsteil in Ihrem Kleiderschrank?

Ja, beispielsweise eine Pepe-Jeans, die ich seit Jahren schon habe, die habe auch gestern wieder getragen. In der fühle ich mich wohl und sie hat auch einige kleine Details, die einfach auffallen. Aus meiner Jugendzeit habe ich eigentlich keine besonderen Erinnerungsstücke, an denen ich hänge oder von denen ich mich keinesfalls würde trennen wollen.

Können Sie überhaupt noch entspannt einkaufen gehen?

Zwar nicht unerkannt, aber doch durchaus entspannt. Das geht auch in Berlin. Gelegentlich kommen zwar Interviewanfragen oder Autogrammwünsche auf mich zu, die Leute gucken auch meist interessiert auf das, was man kauft. Damit gehe ich aber ganz entspannt um.

Haben Sie noch Erinnerung an die erste Fashion Week 2007? Waren Sie da auch zugegen?

Da war ich natürlich auch. Damals war das Brandenburger Tor noch integriert. Diese Lösung hier und heute finde ich allerding deutlich besser!

 

 

 


NACHTRAG: FASHION WEEK BERLIN – DA GEHT NOCH WAS!

Posted: Juli 12th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Comments »

Lizzy & Georgia May Jagger front row at HUGO SS 2012

Nach einem fünftägigen Modemarathon endete vergangen Samstagabend die neunte Auflage der Berlin Fashion Week mit einer Show des belgischen Labels A.F. Vandevorst. Was bleibt nach 21 besuchten Schauen sowie zahlreichen Nebenveranstaltungen, Ausstellungen und Parties?

Glaubt man den Aussagen des Veranstalters IMG so war die Modewoche -wieder einmal- ein voller Erfolg. Noch nie seien die Besucherzahlen so hoch gewesen. Auch Michalsky bejubelt die Zahl der Gäste seines Mode-Events, ca. 1.500 Geladene, sowie die Zahl der derjenigen, die seine Stylenite via Livestream im Internet verfolgten, und informiert darüber per Newsletter.

Wunderbar, dass die Fashion Week ein Publikum hat und wunderbar auch, dass die Zahl der Interessierten von Saison zu Saison wächst, doch Masse allein ist natürlich kein Garant für Qualität. Wer sind all die vor dem Zelt herumschleichenden Leute, denen zu manch schwacher Stunde, bspw. Samstagsvormittags, schon mal ein Ticket geschenkt wird, um die Sitzreihen zu beiden Seiten des Laufsteges zu füllen?

Die Antwort auf die Frage wer präsentiert hier was, wem und warum bleibt an vielen Stellen der Berliner Modewoche diffus. Insbesondere die Kollektionen einiger Berliner Designer kranken an einer Konformität, als hätten sie diese in Gemeinschaftsarbeit erstellt. Es herrscht ein unübersehbarer Mangel an Richtungsweisendem. Braucht es für unifarbene Cashmere-Pullis, einfache Bundfaltenhosen, schmucklose Trägertops und schlichte Sommerkleidchen wirklich eine Laufsteg-Präsentation?

Hartgesottene Anhänger der Berlin Fashion Week mahnen, dass Modegeschehen der deutschen Hauptstadt nicht mit dem Treiben der anderen europäischen Modemetropolen zu vergleichen. Eine fragwürdige Regel, die die Mahnenden zumeist nur mit einem naiven “Berlin ist nun einmal Berlin und nicht Paris” zu rechtfertigen wissen. Dabei ist der Vergleich mit dem Vergleichbaren doch ohnehin ein Automatismus in den Köpfen der Menschen, der sich nicht abstellen lässt. An wem soll sich die Berlin Fashion Week denn bitteschön sonst messen lassen, wenn nicht an ihrer italienischen, französischen, britischen oder amerikanischen Schwester?

Sich aus Angst vor einer schlechten Beurteilung dem Vergleich mit der Konkurrenz entziehen zu wollen ist feige. Die Augen zu verschließen und so zu tun als gäbe es London, Mailand und New York nicht, ist unsouverän. Natürlich, eine Fashion Week muss wachsen dürfen. Hier ist neben Selbstbewusstsein vor allem auch Selbstkritik ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zum Ziel. Das Verharren in alten Gewohnheiten, gleich einem trotzigen Kind, führt langfristig zur Stagnation. Berlin braucht mehr Glamour, bessere Models und auch stärkere Kollektionen. Um Letzteres zu gewährleisten, wäre eine strenge Selektion bei der Zulassung von Designern durch ein Komitee aus sachkundigen Mode- und Medienschaffenden hilfreich.

Kollektionen mit internationaler Handschrift wie die von Rena Lange, professionelle Shows nach dem Vorbild von Hugo Boss und nicht zuletzt der Sinn für Inszenierungen nach Michalsky-Art sind wesentliche Bestandteile des erfolgreichen Konstrukts namens Modewoche. Im Ringen um die internationale Anerkennung modischer Kompetenz der Berlin Fashion Week sind Ausnahmetalente wie die holländische Modedesignerin Iris van Herpen, die McQueenesque Kunst am Körper zeigte, unverzichtbar. Bitte mehr davon!

 


Schlusswort: InStyle-Chefin Annette Weber zur Berlin Fashion Week

Posted: Januar 26th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | 2 Comments »

InStyle-Chefredakteurin Annette Weber, photo:©Gnoni-Press/M.Leymann via BURDA

Frau Weber, wie relevant ist die Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin?

Also gleich vorweg, die Fashion Week besteht ja nicht nur aus den Schauen hier am Bebelplatz, sondern beinhaltet ja auch noch die Bread and Butter und die Premium. Diese beiden Messen tragen maßgeblich zum Erfolg des Konglomerats Fashion Week bei. Wären es nur die Schauen, dann wäre ich skeptisch ob das funktionieren würde. Doch auch die Schauen machen sich. Es sollten noch mehr deutsche Labels mitmachen, wie beispielsweise Strenesse und Aigner. Viele namhafte Brands fehlen, dabei wäre gerade ihre Präsenz hilfreich.

Warum ist das so?  Ist das eine Imagefrage?

Ja natürlich! Diese Marken sehen sich nicht hier, weil sie denken, dass sie in Mailand, Paris oder New York besser aufgehoben sind.

Ist diese Sichtweise richtig?

Das kommt darauf an. Eine Modenschau ist immer sehr teuer. Hier am Bebelplatz hat man zudem relativ viele Vorschriften und bekommt nicht immer die Models, die man gerne hätte. Wenn man international zeigt erhält man eine größere Aufmerksamkeit und trifft eben auch auf die internationalen Einkäufer. Die sind zwar zum Teil auch auf der Bread and Butter zugegen, aber nicht hier im Fashion-Zelt.

Als Chefredakteurin der InStyle sind sie selbst schon eine VIP und werden am Catwalk von der Presse umlagert. Wie erklären Sie sich den Hype um die Moderedakteurinnen? Hat etwa auch der Film “DerTeufel trägt Prada” zu dieser Entwicklung beigetragen?

Ja klar! “Der Teufel trägt Prada” war hierbei sicherlich die Initialzündung und hat die Popularität dieses Berufs begünstigt. Doch ehrlich gesagt glaube ich, dass es in Deutschland einfach an Stars mangelt, die glamourös aussehen. Deshalb stürzt man sich alternativ gerne auf die Moderedakteurinnen. Hierzulande ist es tendenziell leider immer noch so, dass viele Prominente sich selbst gerne gefallen wollen aber nicht unbedingt dem Publikum. Deswegen tragen sie hässliche, sackartige Sachen mit unstimmigen Accessoires und kümmern sich nicht sonderlich um ihr Haarstyling und Make-up. Das Ergebnis schaut dann eben schnell provinziell aus. In Hollywood hingegen weiß jeder Star, dass er nur Erfolg hat, wenn er Aufmerksamkeit erregt, eine öffentliche Figur ist. Um dies zu erreichen bedient er sich der Mode aber auch den Modemedien.

Warum brauchen Designer überhaupt Promis in der ersten Reihe?

Das ist doch ein altes Spiel! Wenn Stars kommen garantiert dass dem Designer automatisch mehr Presse, mehr Presse bedeutet mehr Aufmerksamkeit. Ich spüre aber, dass der Trend zu den Celebrities als Stargast wieder ein wenig abnimmt. Immer mehr Firmen sind es Leid einen Haufen Geld für die Anwesenheit von Stars zu zahlen, die einen zunächst lange warten lassen um dann womöglich wiederwillig und mit schlechter Laune zu erscheinen und damit den bereits auf den Showbeginn wartenden Journalisten die Zeit stehlen.

Was könnte die “Berlin Fashion Week” besser machen?

Die brauchen hier dringend bessere Models, was natürlich schwierig ist, weil parallel zur Berlin Fashion Week die Haute Couture Schauen in Paris stattfinden. Noch mehr Shows und vor allem bekanntere Namen wären natürlich auch von Vorteil.

Frau Weber, vielen Dank für das Gespräch!


BORIS BECKER im Interview mit HYPE

Posted: Januar 24th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Auch Tennislegende Boris Becker stattete der Mercedes-Benz Fashion Week  in Berlin, zusammen mit seiner Frau Lilly, einen Besuch ab.  Grund genug für ein kurzes Interview mit dem stilsicheren Jahrhundertsportler.

Boris Becker und HYPE-Chefredakteur Sven Barthel - Foto: Harald Fuhr

Herr Becker, wie empfinden Sie eigentlich den Presserummel um ihre Person?  Sie konnten sich den kurzen Weg  vom Zelteingang bis zur Presselounge nur im Schneckentempo und unter Geleitschutz bahnen, nervt das nicht mit der Zeit?

An manchen Tagen ist das auch für mich noch gewöhnungsbedürftig, aber ich mache das ja schon einige Jahre und weiß normalerweise wie ich mich in solchen Situationen zu verhalten habe. Es schmeichelt natürlich auch, dass nach so langer Zeit immer noch ein derartiges Interesse an meiner Person besteht. Andererseits kann diese Aufmerksamkeit auch sehr anstrengend sein.

Können Sie überhaupt noch in Ruhe einkaufen gehen?

Man erkennt mich eigentlich fast überall, und normalerweise lassen die Leute mich in Ruhe wenn sie mich sehen, außer in Deutschland!

Inwiefern ist Mode überhaupt ein Thema für Sie?

Mode macht mir und meiner Frau Spaß. Nun bin ich ja schon etwas älter, habe meinen Geschmack gefunden und weiche nicht mehr allzu sehr davon ab.

Was ist denn Ihr Geschmack?

Darf ich das mit der Nennung meiner Lieblingsdesigner beschreiben?

Nur zu!

Ich trage gerne Ralph Lauren, beruflich und privat! Ich mag Tom Ford und Dolce & Gabbana. Das sind meine drei Favoriten. Von den deutschen Labels schätze ich Hugo Boss.

Wer berät Sie in Kleiderfragen?

Was ich trage, entscheide ich alleine. Bevor ich aus dem Haus gehe, frage ich aber sicherheitshalber doch nochmal meine Frau, ob ich mit meinem Outfit nicht ganz daneben liege.

Herr Becker, ich bedanke mich für das Gespräch!


MICHALSKY STYLENITE

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Den Laufsteg bildete diesmal kein langer Streifen sondern ein großes weißes Rechteck über dem eine riesige Leinwand  auch den Zuschauern auf den hinteren Rängen des Tempodroms  Blicke auf Michalskys neue Herbst/Winter Kollektion im Detail ermöglichte.

Michalsky Fashion Show im Berliner Tempodrom - Foto: HYPE MAGAZINE

Michalsky Fashion Show im Berliner Tempodrom - Foto: HYPE MAGAZINE

Des Designers bevorzugte Farben für den Winter sind Schwarz, Weiß, Camel, Anthazit und Fuchsia. Pat Cleveland, Modelikone der 70ies, präsentierte ein bodenlanges weisses Kleid, großzügig besetzt mit Glitzersteinchen deren Funkeln im Scheinwerferlicht dem Publikum einen spontanen Applaus entlocken konnte. Lediglich die grauen Wildlederboots dazu wirkten ein wenig derbe.

Mit Ausnahme eines anthrazitfarbigen Glitzeranzuges sieht Michael Michalsky Männer im nächsten Winter lieber sportlich als formell gekleidet. Hi-Top Sneakers, kurze Jacken, Kapuzenpullis mit Reißverschluss, Baggy-Pants aus Flanell und ein subtiles Camouflage-Muster lassen Jungs wie Jungs ausschauen, und das ist auch gut so. Elegant hingegen offenbart sich Michalskys Frauenbild: Abendkleider mit Stufenvolants, schwingende Mäntel, ultralange Lederhandschuhe, Glitzerfransen und ein sexy Korsagenkleid aus gestepptem Leder waren auf den Punkt und verzichteten auf dekorativen Firlefanz.

Michalsky Fall/Winter 2011/2012 - Foto: MICHALSKY


BOSS: HUGO SIEHT ROT BEI BERLIN FASHION WEEK!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

HUGO F/W 2011 - photo: ©Michael Tinnefeld by courtesy of HUGO BOSS

Hugo Boss lud zur Modenschau und “tout le monde” strömte in die großzügigen Hallen der Neuen Nationalgalerie, die gemäß der Marken-CI der Linie HUGO entsprechend in Rot und Schwarz umgestaltet wurden. Wie zu erwarten, bildete die HUGO Show einen der Höhepunkte der Berlin Fashion Week.

Der Modegigant aus Metzingen scheute keine Kosten und Mühen den Abend zu einem glamourösen Ereignis werden zu lassen. Trotzdem blieb die Veranstaltung bodenständig. Die VIP-Dichte war zwar überschaubar aber mit Lewis Hamilton, Tilda Swinton und Chloë Sevigny hochkarätig besetzt. Verwunderung unsererseits herrschte im Falle der Platzierung der fabelhaften Angelica Blechschmidt. Die ehemalige Chefredakteurin der deutschen VOGUE hätten wir gerne in der ersten Reihe gesehen und nicht etwa in der dritten.

Und die Mode? Die wurde von der ersten Garde der momentan angesagtesten Laufstegbeauties auf einem schwarz gelackten Catwalk präsentiert. Dabei blieb Hugos Chefdesigner Eyan Allen dem cleanen HUGO-Stil treu und zeigte schmale Silhouetten, klare Linien, Glanzoptiken und coole Looks aus Leder, alles sehr souverän umgesetzt. Überraschend: Geht es nach HUGO trägt Frau auch bei Minustemperaturen noch Minirock. Die Farbpalette für den kommenden Winter beschränkt sich dabei auf Schwarz, Weiß, Dunkelblau, Kieselgrau und Camel. Als Farbtupfer für die kalte Jahreszeit propagiert HUGO Akzente in Rot. So weit so gut. Bleibt zu hoffen, dass auch die  schönen, feuerroten Herrenlederschuhe ihren Weg in den Einzelhandel finden.

HUGO F/W 2011 - photo: ©Jessica Kassner / by courtesy of HUGO BOSS


UNRATH & STRANO are back!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Foto: HYPE MAGAZINE

Nach der Insolvenz ihres Labels im Vorjahr, feierten Klaus Unrath und Ivan Strano am Donnerstag Abend ihr Comeback im Fashion-Zelt am Bebelplatz. Models mit einheitlichem schwarzem Lockenschopf, roten Kussmund und Kulleraugen erinnerten an Betty Boo und staksten unter den Augen von Franziska van Almsik und Minu Barati-Fischer über den silbernen Laufsteg. Es dominierten Schwarz, Gold, Oliv, Beige und Grau, ergänzt um Farbtupfer in Weiß und Blau. Schön zu sehen, dass Unrath & Strano trotz ihres Vorsatzes künftig auch bezahlbare Tageskleider zu schneidern, den Abendkleidern, die sie bei der Hauptstadt-Society einst so populär gemacht haben, auch weiterhin die Treue halten.


LAURÈL

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Photo: HYPE MAGAZINE

Zugegeben, so viel Coolness wie Laurèl bei der Präsentation seiner Herbst/Winter Kollektion 2011 an den Tag legte, hatten vor allem die unter 30jährigem im Saal dem Modeunternehmen gar nicht zugetraut. Eine Riege junger Bloggerinnen zeigte sich, ihren Gesichtsausdrücken nach zu urteilen, positiv überrascht und  hielt jeden einzelnen Look mit ihren Kameras fest. Die Show eröffnete Topmodel Karin Thormann, begleitet durch die musikalische Live-Darbietung der Band The Sounds, deren herrlich unterhaltsame Sängerin Maja Ivarsson, ein ultramarinblaues Minidress aus der vorgestellten Kollektion trug und mit ihrer Musik eine derart gute Laune im Saal verbreitete, die sogar Boris Beckers Ehefrau Lily zum rythmischen Wippen mit der Schulter verleitete.

Das Farbkonzept von Laurèl Chefdesignerin Elisabeth Schwaiger setzt für den kommenden Winter auf Braun- und Grautöne sowie Eisblau. Kontrastierende Akzente setzen dabei die Farben Rot und bereits erwähntes Ultramarinblau. Zudem propagiert Laurèl den Overall, kniehohe Lederstiefel, und lange Wildlederhandschuhe als unverzichtbare Must-haves für die Frau im Winter 2011/2012. Lässiger Chic mit 70ies Anleihen, die wertig und zeitgemäß rüberkommen – da schaut man gerne hin!


DAWID TOMASZEWSKI beweist internationales Niveau in Berlin – endlich!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Gemessen an seinen Entwürfen gehört Dawid Tomaszewski eigentlich nicht nach Berlin. Mit seiner zeitgemäßen Interpretation von Glamour sticht er wohltuend aus der Monotonie deutschen Mode-Designs heraus, das sich seit Ewigkeiten auf Basics und langweiliger Casual-Wear in Grau, Schwaz und Beige beschränkt.

Dawid Tomaszewski Fall/Winter 2011 - Foto: by courtesy of Dawid Tomaszewski

Das Grau und Schwarz nicht gleichbedeutend mit Tristesse sein müssen, bewies Tomaszewski mit seiner Show am zweiten Tag der Berlin Fashion Week. Zart fließende Bustierkleider mit weichem Fabverläufen, ein opulent mit Strass-Steinen besticktes Oberteil – très très chic, aufwendiger Strick, und in der Taille geraffte Bleistiftröcke aus Wolle, voilà!

Die stilistische Handschrift des in Polen geborenen Designtalents vertrüge im Wettbewerb mit den ganz Großen der Branche vielleicht noch einen Hauch mehr Mut, hat aber bereits jetzt schon sichtbar internationales Niveau. So ist es diese perfekte Balance aus Individualität und Kommerzialität gepaart mit einer sehr professionellen Selbstdarstellung, die auf Leistung statt auf billigen Showeffekten beruht, die Tomaszewski als Modemacher eine Glaubwürdigkeit verleihen mit der er vermutlich auch in Paris bestehen könnte.

Aktuell ist Dawid Tomaszewskis Kollektion mitunter das Beste Angebot was “Mode made in Germany” stilbewussten Frauen zu bieten hat: Mondän, sophisticated, im Detail raffiniert und handwerklich bestens verarbeitet!

Zweifellos ist Dawid Tomaszewski nicht nur für die deutsche Hauptstadt, sondern für die deutsche Modeszene insgesamt, die seit Wolfgang Joop, Jil Sander und Gabriele Strehle kein wirklich international wirkendes Label mehr hervorgebracht hat, ein Segen. Man kann nur hoffen, dass der junge Modemacher nicht eines Tages doch noch nach Paris abwandert.


PATRICK MOHR – Eiertanz zwischen Kommerz und Avantgarde

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

An Patrick Mohr scheiden sich bekanntermaßen die Geister. Die einen preisen ihn als das vielversprechendstes Talent der deutschen Modeszene, die anderen blicken fast schon mit Abscheu auf seine bislang nicht gerade massenkompatiblen, semi-konzeptionellen Entwürfe im “Sack und Asche Look”.

Foto: HYPE MAGAZINE

Doch nach der Präsentation seiner Kollektion für den kommenden Winter fiel der Applaus im Fashion-Zelt am Bebelplatz, durch die Stuhlreihen hinweg, deutlich verhalten aus. Mit Ausnahme einzelner “Wuo-Wow-Wah-Zwischenufe” seiner unerschütterlichen Fanbase. Ob es an der sonoren Musik lag sowie dem meditativen Schritttempo seiner Models beim Gang über den Laufsteg, oder schlicht und ergreifend an der Enttäuschung darüber, dass Mohr dieses Mal auf jegliche Provokation verzichtete, stattdessen, aufgrund neuer Firmenstrukturen, erstmals “kommerzielle” Kollektionsteile zeigte?

Nach wie vor reizvoll: die optische Aufweichung der Geschlechtergrenzen, ein kontinuierliches Prinzip in Mohrs Arbeit, wird durch das uniforme Make-up und die langen zurückgekämmten Haare seiner Models deutlich, insbesondere aber durch die zugklebten Münder und abgedeckten Augenbrauen. Typisch feminine und maskuline Elemente, die von der Form des Mundes und der Augenbrauen ausgehen werden so auf einen neutralen Nenner gebracht. Patrick Mohr benennt das Thema seiner Kollektion deshalb auch mit dem Begriff “eineiig”.

Die Erstellung einer Kollektion auf der Basis eines selbstgewählten Themas, dient Designern in der Regel dazu den roten Faden während der Kollektionserstellung nicht aus den Augen zu verlieren. Im Falle von Patrick Mohr war dieser am Mittwoch jedoch nicht erkennbar. Doch gerade Mohrs Verweigerung die Erwartungen seiner Anhängerschaft zu erfüllen, die scheinbare Unbekümmertheit über die Meinung Anderer sowie die Konsequenz mit der er seinen Idealen folgt sind genau jene Faktoren, die zumindest Berliner Bloggerinnen aufgeregt den Schauen Patrick Mohrs entgegenfiebern lassen.

Patrick Mohr ist nicht wirklich zu fassen. Er polarisiert, sowohl mit Fusselbärten und Alien-artigen Köpfen, wie bei seiner Show im Juni 2010 , als auch mit alltagstauglichen Kleidungsstücken, wie jetzt im Rahmen seiner aktuellen Show, unter dem salomonischen Titel “Monovular” vorgestellt.

Fazit: Es scheint als befinde sich der in München ansässige Modemacher augenblicklich in einer Art kreativem Schwebezustand. Wo geht’s lang, Herr Mohr? Die Antwort darauf bleibt Patrick Mohr dem Publikum bis zur nächsten Fashion Week schuldig.


LEVER COUTURE: ausbaufähiger red-carpet-chic!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Foto: HYPE MAGAZINE

Modemacherin Lessja Verlingieris gibt nicht gerne Interviews, irgendwie scheint sie dazu zu schüchtern. Statt vor den Diktiergeräten der Reporter tobt sie sich lieber an ihren Kreationen aus.

Diese zeigte die erst 27-jährige Ukrainerin sodann auch zum ersten Mal auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin und zwar, dank grooviger Musikauswahl und flotter Choreographie, im Rahmen einer stimmungsvollen Show. Die Models, darunter Wolfgang Joops einstige Modelentdeckung, Franziska Knuppe, präsentierten kunstfertige, aufgebauschte Roben bestehend aus Schleppen, Rüschen und üppigen Volants. Tagestauglich sind Verlingieris Modelle zwar nicht, dafür garantieren sie ihrer Trägerin auf dem roten Teppich die volle Aufmerksamkeit. Wunderbar waren die aus schimmernden Metallplättchen gefertigten Kleider, welches Assoziationen an die Roben Versaces Mitte der Neunziger Jahre wecken, und dass, obwohl die Modemacherin dem italienischen Luxuslabel, so gar nichts abgewinnen kann, wie sie selbst sagt.

Dennoch: Wer sein Label mit dem Couture Begriff schmückt, der schraubt die Erwartungshaltung seines Publikums zwangsläufig gehörig nach oben. Die Liebe zum Detail darf sich bei einem “Couture”- Modell nicht auf einen einzelnen Teil des Kleides beschränken sondern muss sich eben auch sichtbar in der Verarbeitung eines Ärmels, des Revers und der Säume fortsetzen. Somit bleibt Couture als Königsdisziplin der Modeschaffenden für jeden Designer eine der schönsten, gleichsam aber auch eine der größten Herausforderungen, denen sich auch Verlingieris stellen muss.


A.F. VANDEVORST

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Die Berliner Modewoche begann mit einem internationalen Namen: A.F. Vandvorst. Bereits um 10 Uhr morgens präsentierten die Designer An Vandevorst und Filip Arickx am Mittwoch ihre Zweitline “A.Friend”.

Der Name sei dem Umstand zu verdanken, dass die Kollektionsteile dieser Line für die finanziell schlechter gestellten Freunde des Belgischen Designer-Duos gestaltet wurden, also für all diejenigen, die sich die Stücke aus der Hauptline -die übrigens in Paris gezeigt wird- nicht leisten können. So eine Geschichte kommt im notorisch klammen Berlin natürlich bestens an.

Was gab es zu sehen: tragbare Mode, Layerings und Wickeloptiken in verschiedenen Brauntönen, Rostrot und Schwarz und natürlich, typisch Vandevorst, feste Stumpfhosen mit einem applizierten roten Wollfaden als Eyecatcher. Das Styling gibt sich lässig, bei einzelnen Outfits auch fast schon nachlässig.

Auffällig waren insbesondere die Frisuren der Models. Haare, quer über das Gesicht der Laufsteg-Elsen gekämmt, muteten eigenwillig an, und verlangten den Models einen guten Gleichgewichtssinn ab. Glücklicherweise geriet trotz eingeschränkter Sicht keines der Mädels während ihres Laufs über dem Catwalk ins Schlingern.


BERLIN FASHION WEEK 2011: HYPE MAGAZINE BERICHTET!

Posted: Januar 18th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Let the season begin!

Es ist wieder soweit, morgen startet die mittlerweile 8. Auflage der im Juli 2007 erstmals präsentierten Berlin Fashion Week. Ob sich die Modewoche der deutschen Hauptstadt diese Saison genauso behaupten können wird wie im Juli 2009, als die Präsenz von Modekritikerin Suzy Menkes, wie auch die Visite von Justin Timberlake, einen Hauch Internationalität verströmte und alle Beteiligten zwischen Bebelplatz und Flughafen Tempelhof beflügelte? Oder wird sich das Modespektakel eher zäh und spröde geben, wie im Super-Hitze-Sommer des vergangen Jahres, in dem die Stadt zeitweise wie ausgestorben schien. Eine Antwort bringen die nächsten vier Tage mit sich. HYPE MAGAZINE ist für Euch vor Ort und wird ausführlich berichten.


Das Phototagebuch zur Berlin Fashion Week

Posted: Januar 6th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

The Photo Diary

The Photo Diary / Photo by: Marc Schuhmann

Wir alle lieben Bilder, die uns an der besonderen Intensität bestimmter Situationen teilhaben lassen, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Erst recht, wenn es sich dabei um zugangsbeschränkte Veranstaltungen wie die Berlin Fashion Week handelt, die in knapp zwei Wochen wieder beginnt.

Der Band “The Fashionweek Photodiary #2” ist eine Art Photo-Tagebuch, dass Geschichten rund um die Berliner Modewoche im Juli 2010 in Bildern aus nächster Nähe erzählt und dabei viele überraschende Details offenbart. Neben Aufnahmen von den Events etablierter Labels wie Michalsky und Calvin Klein beinhaltet die Publikation auch Bildmaterial von den Schauen aufstrebender Nachwuchstalente, wie bspw. Michael Sontag.

Die abgebildeten Fotos von Initiator Marc Schumann und drei weiteren Berliner Fotografen wurden ausschließlich analog fotografiert. Nichts was auf ihnen zu sehen ist, wurde konstruiert oder gar verfremdet – eine wahre Besonderheit im digitalen ergo manipulativen Zeitalter.

Vor einem Jahr wurde die erste Ausgabe des Bildbandes in einer Miniauflage von 50 Exemplaren lanciert, die zweite Ausgabe glänzt nun mit einer Auflage von 400 Exemplaren und erscheint am 20.01.2010 im Verlag Seltmann+Söhne.

Format 14×19 cm, 192 Seiten,
Hardcover in schwarzem Velours, Fadenheftung, 127 Photographien
in Schwarzweiß und Farbe, Begleittexte in deutscher und in englischer Sprache,
ISBN 9783934687936, Preis: 34,90 €.

thephotodiary.de


Ausstellung: ELLEN VON UNWERTH gepflegte Ennui am Rhein

Posted: Dezember 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Das NRW- Forum, die zwischen Rheinufer und Düsseldorfer Hofgarten gelegene Pilgerstätte für alle Modeschaffenden, lässt das Jahr 2010 mit einer Präsentation von Arbeiten der berühmten Modefotografin Ellen von Unwerth, 56, glamourös ausklingen.

©Ellen von Unwerth / by courtesy of NRW Forum Duesseldorf

Die Ausstellung mit dem etwas uninspirierten Titel „Berlin bei Nacht“ zeigt 33 Bilder neueren Datums der gebürtigen Frankfurterin. Somit bietet der Besuch allen Fans der in der „Newtschen“ Tradition stehenden Kamerakünstlerin die Möglichkeit sich ein Update über ihr fotografisches Werk zu verschaffen. Möchte man meinen. Doch wie der Presstext des NRW-Forums verrät, handelt es sich bei den in Düsseldorf gezeigten Bildern um Auftragsarbeiten des Unternehmens „Schwarzkopf“.

Als Location diente das Tresor, Berlins Vorzeige-House-Schuppen. Inwieweit sich der typische Unwerth-Look, wild posierende Mädels mit wasserstoffblonden, toupierten Löwenmähnen und extralangem Lidstrich im 50ies Style, wiederfindet muss der Betrachter für sich selbst herausfinden. Unwerths Statement zur Kooperation mit dem Haarpflegemittel-Konzern, der zugleich Sponsor der Ausstellung ist, klingt so dann auch ein wenig matt: Meine Vision bei der Umsetzung der Looks bestand darin, Bilder zu erschaffen, die zugleich authentisch, glamourös und progressiv sind. Die Aura und den Zeitgeist der Großstadt einzufangen und in all ihrer Vielfalt zu zeigen, das habe ich bei dieser Arbeit sehr genossen“, so Unwerth. Ähm ja! Das hatten wir uns schon gedacht.

Das fast schon inflationär gesungene Einheitslied der Kreativen von Glaubwürdigkeit und Fortschrittlichkeit garniert mit blumigen Worthülsen zur elektrisierenden Atmosphäre deutschen Hauptstadt, vermag mich einfach nicht zu überzeugen. Irgendwie vermisse ich hier noch das Wort „Aufbruchstimmung“. Auch die drei zur Vorab-Berichterstattung freigegeben Pressebilder transportieren weder Berliner Großstadtfeeling noch richtungsweisende Impulse hinsichtlich neuer Hairstylingtrends. Das passiert eben wenn Auftraggeber sich oder ihr Produkt durch die Kooperation mit namhaften Künstlern aufwerten und dabei die Kontrolle über die Ausführung behalten wollen. Das Ergebnis bleibt immer ein unbefriedigender Kompromiss. Doch immerhin gibt es noch 30 weitere unveröffentlichte Bilder um mich eines Besseren zu belehren. Schaun ‘mer mal!

Ellen von Unwerth “Berlin bei Nacht”, 15. Dezember 2010 bis 13. Februar 2011

NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
www.nrw-forum.de


MARC JACOBS IST IN BERLIN!

Posted: August 23rd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »
Marc by Marc Jacobs Store Berlin, photo: HYPE MAGAZINE

Marc by Marc Jacobs Store Berlin, photo: HYPE MAGAZINE

Nun hat Marc Jacobs auch hierzulande Fuß gefasst und vor einigen Wochen in Berlin einen Store für seine Zweitlinie “Marc by Marc Jacobs” eröffnet.

Während einem beim Besuch einer der New Yorker Marc Jacobs Stores in Greenwich Village oder SoHo dieses hippe Downtown Feeling überkommt und kein Tourist den Laden in der Bleecker Street ohne ein billiges Plastik-Mitbringsel aus der “Special Items” Serie mit gut sichtbaren Firmen-Logo verlässt, entpuppt sich der Einkaufsbummel im deutschen Ableger als völlig emotionslose Angelegenheit. Weder die Inneneinrichtung des Shops, noch die Lage im Untergeschoss des Quartier 206 sind besonders originell – und auch besagte Mitbringsel sind hier leider nicht erhältlich. Mit der Berliner Präsenz wird das Unternehmen seinem coolen Image nicht gerecht. So wirkt die Berlinder Dependance leider, als wollte man der beachtlichen Standpunkt-Liste einfach eine weitere Stadt hinzufügen.

Marc by Marc Jacobs im Quartier 206
Friedrichstrasse 71
10117 Berlin

Telefon: 030/2094.6365

Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr


GERÜCHTEKÜCHE: SAM FRENZEL BALD CHEFDESIGNER VON ROECKL?

Posted: Juli 23rd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

roeckl-frenzelGut möglich das Sam Frenzel (30), Gewinner des “Designer for Tomorrow Award 2009″ und seitdem Shooting-Star der deutschen Modeszene, bald von der Spree an die Isar ziehen wird.

Wie uns gestern von “Fashion-Lippe” zugezwitschert wurde, soll der sehr selbstbewusste aber eben auch sehr talentierte Modedesigner ein Angebot der traditionellen Handschuhmanufaktur ROECKL erhalten haben, um künftig als Chefdesigner das Sortiment des Unternehmens modisch up-to-date zu halten. “Man denke da so in Richtung Hermès”, tönt es aus dem Gewusel eines Münchner Schicki-Micki Empfanges. Wer hier 1 und 1 zusammenzählt, der schlussfolgert daraus, dass ROECKL demnächst mit einer vollständigen Pret-à-Porter Linie an den Markt gehen könnte. Was im Falle eines tatsächlichen Engagements Frenzels aus dessen eigenem Label wird, ist uns bislang nicht bekannt. Wir stellen klar, dass weder Geschäftsführerin Annette Roeckl noch Sam Frenzel jemals auch nur ein Wort in dieser Angelegenheit mit HYPE gewechselt haben. Sollte sich das Gerede dennoch bewahrheiten – und wir halten unsere langbeinige Quelle hier für sehr glaubwürdig- heißen wir Sam Frenzel in der bayerischen Landeshauptstadt natürlich herzlichst willkommen und sind gespannt auf die neue Ausrichtung von Roeckl. Schaun’ mer mal!

samfrenzel.com