Posted: November 9th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: 2010, Catwalk, Central Saint Martins, Damir Doma, Design, fashion, Jason Wu, Jury, Mary Katrantzou, Modepreis, Nachwuchs, Preisgeld, Swiss Textiles Award, Talent, Textilverband Schweiz, Wettbewerb, Zuerich | No Comments »

Mary Katrantzou / photo: © Alexander Palacios
Auch wenn der New Yorker Jungdesigner und Ausstatter von Präsidentengattin Michelle Obama, Jason Wu, Vielen als Favorit galt, so war es letztlich Mary Katrantzou, die am vergangenen Donnerstagabend den mit 100.000 Euro dotierten “Swiss Textiles Award” des Schweizer Textilverbandes mit nach Hause nehmen durfte. Zu Recht!
Schon mit ihrer ersten Kollektion, welche Katrantzou bei der London Fashion Week im Februar 2009 präsentierte, sorgte die Central Saint Martins Absolventin international für Aufsehen. Ihre fotorealistischen Drucke von Parfumflakons im XL-Format waren unübersehbar und vor allem einzigartig und neu. Damit ist ihr gelungen was heutzutage nur Wenigen gelingt: die Entwicklung einer eigenen Handschrift mit hohem Wiederkennungswert. Also dass, was Berliner Labels in aller Regel fehlt!
Der Trompe l’oeil-Effekt ihrer Stoffdrucke bildet bislang das Markenzeichen der studierten Textildesignerin und überzeugte nun auch in Zürich die Jury des prestigeträchtigen Modeförderpreises, bestehend aus kompetenten Vertretern der Fashionpresse. Mit ihrer Kollektion setzte sich Mary Katrantzou gegenüber gehypten Mitstreitern wie Juun J., Damir Doma, Duro Olowu und Adam Kimmel (gähn) durch. Glückwunsch!
(all images related to this article by courtesy of TVS Textilverband Schweiz)

Mary Katrantzou S/S 2011 - photo: © Alexander Palacios
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Posted: August 3rd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: Art, Avantgarde, Central Saint Martins, Concept-Designer, Hussein Chalayan, Lisson Gallery, London, Modedesigner | No Comments »

Designer Hussein Chalayan
„Einige meiner Kleider könnte man auch einfach an die Wand hängen,” sagt Hussein Chalayan über seine Entwürfe und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Statt wie seinesgleichen ausschließlich Kleider für den Laufsteg zu produzieren und diese von den Anna Wintours dieser Welt beäugen zu lassen, wandern seine Kreationen wohl genauso oft ins Museum, wie in die Schränke von Fashion-Victims.
Seit Jahren überzeugt sein experimentierfreudiges Schaffen die Fachleute aus der Kunst- und Modeszene gleichermaßen. Kritiker bezeichnen seine Kleider gerne als untragbar, Liebhaber sprechen von genialen Kunstwerken. Vielleicht wird dem gebürtigen Zyprioten deshalb am 8. September 2010 eine Ausstellung in der Londoner Lisson Gallery gewidmet. Geplant sind unter anderem eine Installation und ein Film, der Elemente aus Musik, Design und Kunst vereinen soll. „Ich hatte schon immer einen interdisziplinären Anspruch… die neue Arbeit ist da nur eine logische Fortführung,” betont der in der britischen Hauptstadt ansässige Modedesigner. Dass Hussein Chalayan mehr sein will, als ein Modeschaffender und es versteht, seine Entwürfe perfekt und zugleich originell zu inszenieren, wurde schon im Jahre 1997 deutlich. Als einer der ersten Designer schickte er damals Models in sexy Kleidern, aber mit komplett verschleiertem Gesicht über den Catwalk. Ein Gegensatz, der Mode vom rein Ästhetischen wegführte und sie zum Instrument einer künstlerisch-politischen Botschaft machte. Die provokative Schau trug Früchte. Prompt wurde der Central Saint Martins Absolvent für mehrere internationale Ausstellungen gebucht.
In den Jahren 1999 und 2000 wurde Chalayan wiederum mit dem Titel Designer of the Year der British Fashion Awards ausgezeichnet. Grenzgänger Hussein Chalayan ist einer der wenigen Designer, dessen Werke es schon zu Lebzeiten als Exponate in die großen Museen geschafft haben. Insofern blicken wir am 8. September gespannt nach London, wenn die Lisson Gallery ihre Pforten öffnet, um Hussein Chalayans neuestes modisch-künstlerisches Cross-over zu präsentieren. (Text: Martina Klose)

Hussein Chalayan, Afterwords 2000. Image by courtesy of Chris Moore
Lisson Gallery, London
mehr: HUSSEIN CHALAYAN kauft Firmenanteile von Puma zurück
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Posted: Februar 11th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Alexander McQueen, Central Saint Martins, Isabella Blow, London | No Comments »

Alexander McQueen
Modedesigner Alexander McQueen ist tot. Der 40-jährige Brite hat sich in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Mayfair selbst das Leben genommen. Über die Hintergründe der Tat kann nur spekuliert werden. Großbritanniens Zeitungen vermuten einen nie überwundenen Schmerz über den Tod seiner Entdeckerin, Muse und engen Freundin Isabella Blow im Mai 2007.
Die exzentrische Stilikone und ehemalige Modechefin des TATLER gehörte zu McQueens engagiertesten Förderinnen. Erst am Dienstag vergangener Woche starb zudem die Mutter des Modemachers. Die tatsächlichen Beweggründe für den Freitod McQueens werden jedoch zwangsläufig das Geheimnis des Ausnahmetalents bleiben. Die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es im Volksmund, wer sie verliert, der steht bereits am Abgrund. Der Selbstmord als abschließender Akt einer langen Vorgeschichte aus Selbstzweifeln, unerfüllten Bedürfnissen, Ängsten und Einsamkeit.
Was ging in Alexander McQueen vor? Der Sohn eins Taxisfahrers aus dem Londoner East End hat sich aus der Arbeiterklasse in den Modeolymp empor gearbeitet, in einer Branche die Emporkömmlinge nicht sonderlich schätzt und in der Beziehungen häufig mehr wiegen als Begabung. Fashion Family? Offenbar nicht “Familie” genug um Alexander McQueen den emotionalen Halt zu geben, den er gebraucht hätte. Objektiv betrachtet hatte McQueen alles wovon junge Modedesigner träumen: eine internationale Kariere, Anerkennung und eine Gefolgschaft aus Celebrities, die sich um seine Kleider rissen. Doch offenbar war dies kein adäquater Ersatz für McQueens immaterielle Bedürfnisse.
Viermal wurde der einstige Central Saint Martins Absolvent zum “British Designer of the Year” gekürt. Direkt nach seinem Abschluss an der Londoner Kaderschmiede gründete Alexander McQueen 1994 sein eigenes Label. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1996 folgte er auf John Galliano als Headdesigner bei Givenchy und verkaufe wenige Jahre später 51 Prozent seiner Firmenanteile an die Gucci Gruppe, was ihm ermöglichte sein Unternehmen fortan stärker global auszurichten. Wermutstropfen: Isabella Blow soll sehr enttäuscht darüber gewesen sein, dass der Designer sie bei den Neuerungen in Folge des Gucci Deals nicht wirklich mit einbezog. Während andere Verträge erhielten, gab es für sie, seine Entdeckerin, nur ein Kleid. So zumindest die Legende. Zum Zeitpunkt Blows Todes soll zwischen den Beiden aufgrund dieser Geschichte Funkstille geherrscht haben. Dass es hier nie zu einer Aussprache mehr kam, habe Alexander McQueen sich selbst nie verzeihen können.

Aleaxander Mc Queen mit Mutter Joyce
“These people just don´t know what they are talking about. They dont know me. They don´t know my relationship with Isabella. What I had with Isabella was completely disassociated from fashion, beyond fashion.”
Rest in peace, Mr. McQueen!
Update: Alexander McQueen´s Fashion Show, die heute in New York hätte stattfinden sollen, wurde gecancelt. Fraglich, welche Auswirkungen seinen Tod auf den weiteren Verlauf der New York FashionWeek haben wird. Folgt die Branche dem Motto “The show must go on” oder wird sie in Gedenken an McQueen eine “Selbstdarstellungs”-Pause einlegen?
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Posted: Januar 12th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Central Saint Martins, Herzogenaurach, Hussein Chalayan, London, Puma | No Comments »

Hussein Chalayan Ad Campaign Winter 2009
Konzept-Designer Hussein Chalayan hat die Mehrheit der im Februar 2008 verkauften Anteile seines in London beheimateten Unternehmens an die PUMA AG zurückgekauft.
Inwiefern die neu erworben Unabhängigkeit vom starken Partner aus Herzogenaurach, der seinerseits wiederum zum Luxuskonzern PPR gehört, sich zugunsten seiner namenseigenen Linie auswirkt, bleibt abzuwarten. Tatsächlich ist es in den vergangenen Monaten etwas still gewesen um den Stardesigner, und das trotz zweier fabelhafter Kollektionen im Jahre 2009, deren Kleider eine bravouröse Ausgewogenheit zwischen Innovation und Tragbarkeit kennzeichneten.
Die Übernahme des Merheitsanteils der Marke Hussein Chalyan durch PUMA im vergangenen Jahr sollte dem Avantgardisten eigentlich beim weltweiten Ausbau seines Labels behilflich sein, doch bei der Masse ist das Label noch lange nicht angekommen. Hussein wer? Kunst und Modestudentinnen lieben ihn, doch außerhalb der Branche ist der gebürtige Zypriot und Central Saint Martins Absolvent gänzlich unbekannt.
Seine Entwürfe zur diesjährigen Sommersaison wirken gezwungen, als hätten die Betriebswirte des Sportartikelherstellers mit strenger Miene und einem Blick der Verkäuflichkeit fordert während des Entwurfsprozess über Chalayans Zeichenpult gewacht. Fakt ist, Hussein Chalayan muss Geld verdienen um sich selbst und sein eigenes Label zu unterhalten und somit bleibt er auch in Zukunft der PUMA AG in der Funktion als Kreativdirektor der Sport-Fashion Kollektionen verbunden.
Doch die Kooperation zwischen dem Freigeist und dem gewinnorientierten Global Player der Funktionsbekleidung wirkt milde gesagt, sehr bemüht! Herzblut und Authentizität muten anders an, als das was da unter dem Etikett “designed by Hussein Chalayan” bei Puma auf der Ladenstange hängt. Der permanente Widerstreit zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Zugeständnis wird dabei sowohl bei der Erstellung seiner eigenen Kollektion wie auch der Gestaltung für Puma die größte Herausforderung im Schaffen des zweifellos genialen Modemachers bleiben.
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Posted: Oktober 30th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Berlin Fashion Week, Central Saint Martins, London, Marcel Ostertag, Modedesigner | 1 Comment »

Marcel Ostertag
Es ist der einzige Modeladen in der von schönen Altbauten gesäumten Westermühlstraße in München. Am Gebäude mit der Hausnummer Drei, prangt seit Mittwoch der Schriftzug des Modedesigners Marcel Ostertag.
Der Grund für den Umzug vom angesagten Gärtnerplatz in das hippe Glockenbachviertel, dem Quartier der Gays und besserverdienenden Jungfamilien, ist unspektakulär: Der Modemacher sehnte sich einfach nach einer “cooleren” Location. War die alte Boutique mit angrenzendem Atelier eher ein wenig dunkel und an einer Straßenbahntrasse gelegen, so präsentiert sich der neue Store dank großer Fensterflächen und hohen Decken, hell und freundlich.
Das Interior ist karg; zinkweiss getünchte Wände, ein paar Kleiderstangen links und rechts, eine zur Ladentheke umfunktionierte und mit Mosaiksteinen besetzte Kommode in der Mitte des Raumes, eine Vitrine, ein paar Sessel, zwei Büsten. Das war´s. Ob nun finanzieller Pragmatismus, wie manch einer der Gäste bei der Eröffnungsfeier am Mittwochabend munkelte, oder durchdachtes Konzept, im Mittelpunkt des neuen Ladenlokals steht ganz klar die Kollektion des Modemachers.
Und die gefällt! Seine für den kommenden Winter entworfenen Lederjacken mit Flechtprägung, die aus vielen Einzelteilen zusammengesetzten, grafischen Satinkleider, die Jersey-Leggings mit Lederbesätzen, und diese wunderbar extravaganten Teile aus unzähligen breiten Schlaufen verkörpern allesamt Urbanität und den Charakter von “high fashion at it´s best – Made in Germany”. Von südbayerischer Alpenromantik, Ostertag stammt gebürtig aus Berchtesgaden, keine Spur.
An diesem Abend liegt ein gewisser Stolz im Blick von Marcel Ostertag. Er ist sich seiner Fähigkeiten und Begabung bewusst und strahlt diese Überlegenheit aus, wie all die Menschen die entgegen “gutgemeinter” Ratschläge stets ihrer Vision folgen und damit Erfolg haben. Wer nicht weiß, wie viel Arbeit hinter all der Inszenierung, dem Aufbau einer Marke steckt, der neigt schnell dazu eine derartige Außenwirkung fälschlicherweise als Arroganz zu verurteilen. Marcel Ostertag ist absolut “selfmade”, und lässt sich von Anderen nicht beirren. Warum auch? Seine Rechnung scheint aufzugehen. Die Zusammenkunft der Fashionpeople anlässlich seines Store Openings, darunter Fotografen, Redakteure, Stylisten und Top-Model Kandidatin Caroline Ruppert, bestätigt, dass der Dreißigjährige längst zu einer festen Größe in der Branche geworden ist. Zu etabliert um noch als Geheimtipp zu gelten, aber noch immer weit entfernt vom Mainstream.
Ob er schon als kleiner Junge, von der glamourösen Modewelt geträumt hat? Eigentlich wollte er ja mal Balletttänzer werden, doch aufgrund einer Knieverletzung im Alter von 17 Jahren wurde daraus nichts. So ging er eben einen anderen Weg.
Der Modedesigner hat nach seinem Abschluss am renommierten Central Saint Martins College eine Blitzkariere hingelegt. Nach vielen Jahren in London kehrt er 2006 mit einem Master´s Degree in der Tasche zurück nach Deutschland und gründet noch im selben Jahr sein eigenes Unternehmen. Mit einem Kredit finanziert er seine erste Kollektion. Von München aus erobert er mit seinem “cool city chic” für selbstbewusste Großstadtamazonen die deutsche Modeszene.
Die Teilnahme an diversen Wettbewerben sichert ihm die Aufmerksamkeit der Presse. Moët et Chandon Fashion Debut, Bunte New Faces Award, Karstadt New Generation Award, Furla Accessories Award und viermal Berlin Fashion Week in Folge, sorgen dafür, dass Niemand, der das Geschehen der Modeszene aufmerksam verfolgt, an dem Namen Marcel Ostertag vorbeikommt.
Während das Glockenbachviertel also stolz auf seinen illustren Neuzugang sein kann, darf sich der Rest der Welt auf alles freuen, was von dem Wahlmünchner noch kommen mag.
Marcel Ostertag, Westermühlstraße 3, 80469 München www.marcelostertag.com

Marcel Ostertag Store-Opening / photo: hype-magazine
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