Diese Ausstellung hat es in sich: Das “Puschkin Museum of Fine Arts” in Moskau verdeutlicht anhand exquisiter Roben Diors und ihrer Gegenüberstellung mit Artefakten und kunsthistorisch bedeutsamen Gemälden von Renoir bis Picasso, den Einfluss von Kunst, Architektur, Fotografie und Bildhauerei auf die Entwürfe der Moderevoluzzers.
Der Betrachter erlangt somit Geisteszellen stimulierende Erkenntnis von den Inspirationsquellen Christian Diors und seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marco Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano.
Mit der Wahl der ausgestellten Kleider und deren dramatischen Inszenierung vor neoklassizistischer Kulisse im Inneren des Puschkin Museum avanciert “Inspiration Dior” zu einem visuellen Knallbonbon; so opulent und prunkvoll wie einst der Habitus russischen Zarentums.
Die Ausstellung “Inspiration Dior” in Moskau ist noch bis zum 24. Juli 2011 zu sehen.
Wie der Branchendienst WWD am gestrigen Freitag berichtete wurde Modegenie John Galliano aufgrund angeblicher antisemitischer und rassistischer Äußerungen gegenüber einem Paar von seinem Arbeitgeber Dior suspendiert.
Der Vorfall habe sich am Donnerstag Abend, gegen 21 Uhr, im Szenecafé La Perle im Pariser Marais-Viertel ereignet. Galliano sei zu diesem Zeitpunkt schon beit weitem nicht mehr nüchtern gewesen. Die Situation wurde durch die anrückende Polizei aufgelöst, der Designer zur Befragung mit auf die Wache genommen. Diors Geschäftsführer Sidney Toledano reagierte unverzüglich und gab eine knappe Stellungnahme zu dem Malheur ab: «Das Modehaus Dior bestätigt in aller Entschlossenheit seine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglichen rassistischen oder anti-semitischen Äußerungen; bis zum Vorliegen der Untersuchungsergebnisse hat Christian Dior John Galliano von all seinen Aufgaben entbunden.»
Gallianos Anwalt Stephane Zerbib bestreitete derweil die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten. Das Debakel kommt für Dior zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. So steht steht dem Modehaus für den 4. März die Präsentation seiner Fall/Winter 2011 Kollektion im Rahmen der Pariser Modewoche kurz bevor. Gallianos eigene Schau ist für den 6.März angesetzt. Ob der 50-jährige Exzentriker, der die kreative Leitung von Dior seit 1996 innehält, an diesen Tagen seinen gewohnten Gang über den Catwalk im Anschluß an die Schauen vornehmen wird, ist derzeit noch völlig ungewiss.
Der französichen Radiosender “Europe 1″ zitierte das geschmähte Paar, demnach Galliano dieses mit folgenden Worten auf English attackiert haben soll: “Dirty Jewish face, you should be dead” und “Fucking Asian bastard, I will kill you.”
Laut Augenzeugen mit guten Kontakten zur Redaktion der deutschen Lifestyle-Zeitschrift SLEEK soll der verbalen Entgleisung Gallianos jedoch ein Streit zwischen dem Designer und dem Paar vorausgegangen sein, bei dem die Zwei den Stardesigner fälschlicherweise für einen Penner hielten, als dieser versuchte ein Gespräch mit ihnen anzuetteln. Wie SLEEK auf seiner Website berichtet, sollen der Mann und die Frau Galliano daraufhin als schmutzig und ekelerregend bezeichnet haben und ihm desweiteren zugerufen haben sich zu verziehen. Gallliano habe die Anfeindungen zunächst ignoriert, sei dann aber doch zum verbalen Gegenangriff übergegangen: You’re ugly and you’re fucking bag is ugly too. (Erstaunlich, nichteinmal im besoffenen Zustand kann Galliano über häßliche Damenhandtaschen hinwegsehen. Mon Dieu! )
Dies habe den Lebensgefährten der Frau aufgebracht auf Galliano in bedrohlicher Manier zuzugehen. Gallianos Bodyguard sowie Angestellte des Cafés hätten versucht die Situation zu schlichten. Dabei seien die bösen Worte Gallianos gefallen.
Wer ein iPad hat, gibt es hierzulande ab 499 Euro, der braucht für die teure Gerätschaft natürlich auch eine Schutzhülle.
Die liefert ab Dezember, und somit pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts, das Label Dior Homme – für ca. 650 Euro!
Das tiefschwarze Etui präsentiert sich vollständig aus Leder und mit netter Querstreifenprägung. Doch wer meint, er bekäme mit dem Kauf dieser high-end Variante eines protection-case, wenigstens etwas zum Angeben, der irrt. Die Gestalter des Mäppchens weigerten sich konsequent den Namen des Hauses auf der Außenseite oder an anderer Stelle der Schutzhülle zu platzieren. Lediglich die Prägung des Firmenlogos im Miniformat auf dem Klappdeckel informiert Sitznachbarn in der Abflughalle über die noble Herkunft des Covers. Manche nennen das, Perlen vor die Säue werfen, andere, Understatement. Interessant, dass selbst ein so banaler Gegenstand wie eine Schutzhülle derart polarisieren kann.
Es darf wieder geklotzt werden in der Haute Couture. Einer, der das mit am besten beherrscht ist John Galliano. Seine übergroßen, farbenfrohen Blütenkelchroben schwebten bei den Pariser Couture Schauen engelsgleich über den Laufsteg. Wie ein Feuerwerk der Botanik erlebten Modekritiker und Stars die Präsentation seiner Dior Herbst-Winterschau 2010/11 im Pariser Rodin Museum.
John Galliano hat sich mit dieser Kollektion, die als Hommage an die 1953 von Christian Dior erschaffene Tulpenlinie gedacht ist, wieder einmal selbst übertroffen. Romantisch, aber stets am Puls der Zeit, dank futuristischer Elemente, schickt der Designer seine Mannequins in die Mode Arena.
Um das Ganze nicht zu kitschig oder gar verkünstelt erscheinen zu lassen, greift Galliano zum gekonnten Stilbruch, indem er den Laufstegschönheiten Folie um die Köpfe wickelt und diese wie eingepackte Blumensträuße aussehen lässt. Doch das fulminante Blumenspektakel ist nicht nur das Werk eines begnadeten Modeschöpfers, diese Präsentation hat eine gewisse Symbolkraft für den momentanen Zustand einer schon mehrfach totgesagten Branche.
Es geht wieder bergauf im Luxussegment, so der einhellige Tenor bei den Pariser Schauen. Zwar wurden für die diesjährigen Défilées nur magere drei Tage anberaumt, doch sogar das einst angeschlagene Modehaus Givenchy, das in den vergangenen Jahren auf kostspielige Coutureschauen verzichten musste, war wieder unter den insgesamt 17 teilnehmenden Luxushäusern.
Die Verkäufe von Luxusroben scheinen wieder anzuziehen. Und genau darauf kommt es in diesem Segment an, welches auf Frauen zugeschnitten ist, die für handgefertigte, maßgeschneiderte Kleider fünf- oder gar sechsstelligen Summen hinblättern. «Von den Kundinnen der Edelschneider lassen sich allerdings nur zwischen 30 und 40 Prozent bei den Schauen sehen», gestand Designer Elie Saab kürzlich dem Fachblatt «Women’s Wear Daily». Vielen sei es unangenehm, wenn sie in einer Modenschau erkannt würden.
Auch Karl Lagerfeld bemerkt nach seiner spektakulären Löwenschau unter der Kuppel des Grand Palais: «Der Typ der Kundinist heute ganz anders», so der Grandseigneur de la Mode gegenüber der Presse. «Früher kauften sie vielleicht ein Kleid. Heute kommen junge Frauen und nehmen gleich 40 Entwürfe.» Beachtlich! Auf die Frage, wer denn diese kaufkräftige Klientel sei, übt sich die Haute Couture Branche in vornehmer Diskretion. Warum eigentlich? In einem Rosenbouquetkleid à la Galliano muss man sich doch wahrlich nicht verstecken, diese Robe schreit förmlich nach Öffentlichkeit!
Reifröcke, Tüll und feinstes Tissue aus fünf Jahrzehnten, schweben förmlich übers Parkett. Mit einer großen Ausstellung lässt das Musée Dior in Granville die Maskenbälle der Nachkriegszeit wiederaufleben.
Und wenn die Villa „Les Rhumbs” zum „Grand Bal Dior” ruft, geraten nicht nur Modebegeisterte und kleine Prinzessinnen ins Schwärmen. Allein schon beim Betreten des Belle-Epoque Gebäudes, das wie ein verträumtes Märchenschloß anmutet, fühlt man sich in die Zeit der große Diven, Prinzen und Prinzessinnen zurückversetzt. 50 Ballkleider des Pariser Couturiers sind die Hauptdarsteller der Ausstellung. Eine Hommage an Christian Dior und dessen Talent, vor allem aber an seinen guten Geschmack und seine Vorliebe für die aufwendig, verspielten Roben aus dem XVIII. Jahrhundert. Besonders zum Ausdruck kommt die Kreativität des Pariser Großmeisters in den Couture-Kleidern, die er für die rauschenden Ballnächte Anfang der 50er Jahre entworfen hat.
Neben den faszinierenden Roben, dokumentieren Fotografien und Gemälde Dior’s Faible für extravagante Maskeraden. So erschien Christian Dior zum „Bal des Reines” (Ball der Königinnen) 1949 in Gestalt des Königs der Tiere, auf dem „Bal des Artistes” schlüpfte der Couturier in die Rolle des Dandy. Einen ganzen Sommer lang weht das Flair der großen Ballnächte noch durch die Villa „Les Rhumbs”, in der Christian Dior allem Anschein nach eine unbeschwerte Kindheit verbracht haben muss.
„Le Grand Bal Dior” – noch bis zum 15. September im Musée Christian Dior in Granville.
“Can I speak to Mr. Dior please?”, das T-Shirt aus der aktuellen Dior Winterkollektion (Fall 09) ist eines der wenigen Teile, mit dem der Herrensparte des Modehauses Dior seit dem Abschied von Hedi Slimane im Jahr 2007 endlich mal wieder Aufmerksamkeit zuteil wird. Auch wenn der Spruch zunächst cool anmuten mag, so birgt er eine unglückliche Doppeldeutigkeit in sich.
Angesichts der Tatsache, das Kris van Assche, mit seinem Entwürfen für Dior Homme bisher nur wenig Anklang bei Einkäufern und Modepresse findet, lässt sich der Satz auch als verzweifelter Hilferuf eines Chefdesigners deuten, der den Rat des stets stilsicheren Christian Dior bitter nötig hat.
Während sein Vorgänger Hedi Slimane, mit seiner ultraschlanken Silhouette, und den skinny-model-boys die Männemode revolutionierte und mit seinen Glam Rock Chic den Nerv der damaligen Zeit traf, unvergessen seine beiden von Pete Doherty inspirierten Kollektionen für die Saisons Fall 2005 und Spring 2006, verliert sich Kris van Assche in untragbaren, grotesken Entwürfen, die Mann einfach nicht tragen will. (Sakkos mit transparenten Chiffonärmeln irgendwer?).
Von seinem Debüt für Sommer 2008 bis hin zu seiner erst im Juni dieses Jahres vorgestellten Kollektion für Sommer 2010, hagelte es von Modeguru Tim Blanks, stets negative Kritik. Diese verpackt Blanks zwar stillvoll in intelligent gewählte Synonyme, ähnlich eines Arbeitszeugnisses, bei dem hinter jeder blumigen Formulierung, ein vernichtendes Urteil steckt.
V-Ausschnitte bis zum Bauchnabel, voluminöse M.C Hammer Hosen, ungelenke Proportionen, knielange T-Shirts, durchsichtige, billig glänzende Kimonos, kragen- oder ärmellose Sakkos und transparente Hemden, da kräuseln sich bei vielen Männern die Fußnägel. Nicht wirklich tragbar. Überhaupt Transparenz, das sieht am Manne immer unseriös und billig aus. Immer!
Kris van Assches Kollektionen wirken auffällig bemüht, einerseits dem populären Dior Look Slimanes aus kommerziellen Gründen nach wie vor zu entsprechen und anderseits in dem Versuch eine neue, eigene Handschrift zu entwickeln. Nun fragt man sich wie van Assche überhaupt in die privilegierte Situation kam, eine der einflussreichsten modischen Erbschaften des 21. Jahrhunderts anzutreten? Nun der Thronfolger war immer dicht dran am König. Der heute 33-jährige Belgier van Assche arbeitete jahrelang als Design Assistent von Hedi Slimane und bastelte mit ihm zusammen an den Herren Kollektionen für YSL und Dior, bevor er im März 2007 das Zepter bei Dior Homme übernahm. Mal sehen, wie lange er das Regiment dort noch beherrscht.
Madame Carven, französische Couturière, und mittlerweile 99 Jahre alt, durfte diese Woche nach Angaben der Zeitschrift WWD, gleich zwei hochrangige Ehrungen für ihre Lebenswerk entgegen nehmen. Am Dienstag überreichte Frankreichs Präsident Sarkozy der Modeschöpferin die Ehrenmedaille “Legion of Honor” im Elysée Palast und am heutigen Donnerstag ehrte Didier Grumbach, Direktor der Chambre Syndicale de la Couture, Frankreichs “Kleinste” unter den Großen, als Dankeschön für die Übertragung ihres Firmenarchivs an das Pariser Modemuseum. Im Hinlick auf ihren bevorstehenden runden Geburtstag, gab es zudem einen von Grumbach organisierten, vorgezogenen Cocktailempfang zu dem zahlreiche Prominente erschienen um Madame zu huldigen.
Zu den Gästen zählten YSL Muse Lou Lou de la Falaise und Modeschöpfer Jean Charles des Castelbajac. Ein seltener Gast war Claude Montana. Der ehemalige Star Designer erschien in einer abgetragenen Eigenkreation aus den 1980er Jahren und blickte, vom Leben gezeichnet, etwas melancholisch in die Kameras. Madame Carven, im pistazienfarbenen Kostümjäkchen, mit grün-weißer Perlenkette, nahm alle Glückwünsche mit hellwachem Blick, aber aufgrund von Alterschwäche, sitzend entgegen.
Carmen de Tomasso, wie Madame mit bürgerlichen Namen heißt, ist nur Wenigen ein Begriff, dabei galt sie Ender der 1940er Jahre in puncto Lizensierung und Export ihrer Kollektionen, von Asien bis nach New York, als erfolgreichste Modeunternehmerin ihrer Zeit. Die Meisten verbinden mit ihren Namen lediglich ihr 1946 lanciertes Parfum “Ma Griffe”, was so viel bedeutet wie , “mein Markenzeichen”. Carvens Markenzeichen, simple diagonal verlaufende grün-weiße Streifen besteht bis heute. Damals zierte das Muster Kleider, Accessoires und das Interior ihrer Boutique am Rond Pont de Champs-Élysées.
Im Gegensatz zu ihrem Kollegen Christian Dior, fertigte Madame Carven Kleider die sich stärker an den realen Bedürfnissen der Frauen orientierten. Ihr persönliches Manko einer Körpergröße von gerade mal 1,53m war ihre Motivation Frauen mit Durchschnittsfiguren, größer und eleganter erscheinen zu lassen. Hierzu entwickelte sie eine klare und schlanke Silhouette. Ein Look vergleichbar mit dem der amerikanischen Designerin Claire McCardell. Somit ebnete Madame Carven ganz beiläufig, dem weniger formellen “Casual Look” den Weg in die französische Hauptstadt. Wobei Freizeitbekleidung der 1940er und 1950er Jahre nicht gleichzusetzten ist mit T-Shirts, Jeans und Shorts. Zu Zeiten Carvens, bedeutete “Casual”, ein gut sitzendes Kleid, aus Jersey oder Baumwolle satt aus Spitze und Satin, und natürlich ohne Unterrock und Korsage. Also in etwa das, was heute Michalsky und Strenesse über den Laufsteg schicken. Wie auch Gabriele Strehle für Lufthansa, entwarf Carven Ender der 1960er Jahre die Stewardessen Uniform der Air France und anderer Fluggesellschaften.
Aktuell feiert das Label Carven sein Comeback. Die erst kürzlich zur Spring/Summer Saison 2009 wiederbelebte Herrenlinie unter der der Federführung von Designer Ludovic Alban, kam bei Presse und Einkäufern bestens an. Eine neue Damenline, entworfen von Guillaume Henry, soll kommenden Oktober bei den Pariser Schauen präsentiert werden.
Madame selbst hat sich 1994 vollends aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen und lebt in ihrem Stadtpalais in der Pariser Avenue Foch. Nach den Ehrungen in dieser Woche durch Sarkozy und Grumbach, kommen am 31. August noch eine Reihe von weiteren Glückwünschen auf die betagte Dame zu, die an diesem Tag ihren 100. Geburtstag feiert!
Copyright: Dominique Issermann / Courtesy of: Musée Christian Dior
Es gibt wohl kaum einen Modeliebhaber dem der Name Christian Dior nicht vertraut wäre. Ebenso verhält es sich mit Yves Saint Laurent, der nach dem plötzlichen Tod Diors im Jahre 1957, mit gerade mal 21 Jahren zum künstlerischen Leiter des Hauses berufen wurde. Auch John Galliano, der seit 1996 als Chefdesigner bei Dior fungiert, ist allen halbwegs modeinteressierten Menschen ein Begriff.
Doch wer war eigentlich der Mann, der, nach Yves Saint Laurent und vor John Galliano, das modische Erscheinungsbild des Unternehmens bestimmte? Das Christian Dior Museum in Granville antwortet auf diese Frage mit seiner aktuellen Ausstellung: “Dior les anneés Bohan, Trois décennies des styles et des stars (1961 – 1989) ” Die Ausstellung gewährt Einblicke in das kreative Schaffen Marc Bohans, der 28 Jahre lang den Look von Dior geprägt hat und lädt ein, die Arbeit des Designers im Kontext seiner Zeit neu zu entdecken.
Marc Bohan konnte in den 1960er Jahren zahlreiche Erfolge für sich verbuchen und bescherte der Firma Dior über lange Zeit beachtliche Umsätze. So etablierte er Diors Ready-to-Wear Linie “Miss Dior” und führte unter dem Namen “Christian Dior Monsieur” auch die Herrenmode ein. Europäischer Adel, halb Hollywood, Industriellengatinnen und Frankreichs Politprominenz vertrauten auf Bohan´s Chic. Die schlanke Linie seiner damenhaften Kleider, die strengen Kostüme, und opulenten Couture Roben für festliche Anlässe trafen den Geschmack der damaligen High Society.
Grace Kelly, Maria Callas, Farah Diba, Brigitte Bardot, Elizabeth Taylor, sie alle trugen Bohans Kreationen. Auch Designermode für Kids ist keine Errungenschaft der 1990er Jahre; mit Baby Dior förderte Bohan eine besonders dekadente Art den Jet Set-Nachwuchs einzukleiden und schneiderte für die Jüngsten, Miniaturausgaben der exquisiten Dior Modelle ihrer Mütter nach. Für seine Haute Couture Kollektionen wurde wurde Bohan zweimal mit dem prestigeträchtigen Dé d´Ór Award ausgezeichnet.
Dennoch, eine modische Revolution wie die Erfindung des Kleinen Schwarzen durch Coco Chanel oder Yves Saint Laurent, der den Hosenanzug für Frauen gesellschaftsfähig machte, gelang Bohan nicht. Er war Couturier alter Schule, was ihm die Anerkennung aus Fachkreisen und eine illustre Stammklientel aus der Upper-class verschaffte. Mit der Studentenevolution 1968 und der damit verbundenen Auflehnung der Intelektuellen gegen das Establishment, änderte sich jedoch der Zeitgeist. T-Shirt und Hose avancierten zur Uniform der Straße. Kein Stil, den man mit Dior verbindet.
Ende der 70er Jahre verfiel Dior schrittweise in eine Art Dämmerschlaf. Die Marke fand ihre Präsenz in Form von beliebigen Lizenzprodukten und generierte 1980 ihren Umsatz nur noch durch Parfums, Kosmetika und biedere Accessoires. Im Rückblick geben Bohans Entwürfe dennoch ein weitaus realistischeres Bild vom tatsächlichen Bedarf an Luxusmode und den vorherrschenden Gepflogenheiten, der damaligen Reichen und Schönen. Denn im Gegensatz zu den innovativen Kreationen seiner Kollegen, wurden die elaborierten aber konventionellen Entwürfe Bohans in deren Kreisen auch tatsächlich getragen.
1989 wurde Marc Bohan schließlich, durch den mittlerweile verstorbenen Italiener, Gianfranco Ferre, als Chefdesigner ersetzt, der wiederum 1996 von John Galliano abgelöst wurde, der die Position des Chefdesigners bis heute hält.
Photos: L. Le Guyader / Copyright: Musée Christian Dior
Das Museum hat bis zum 20. September, von 10.00 – 18.30 Uhr geöffnet.
Eintritt: € 6
Adresse: Musée Christina Dior, Villa Les Rhumbs,
Rue d`Estuouville, 50400 Granville, France