Posted: Dezember 3rd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: 1987, Christian Lacroix, Falic Group, Haute Couture, Paris, Pierre Cardin, Schlagwort hinzufügen | No Comments »
Nun also doch! Nach langen Querelen um die künftige Führung des insolventen Modehauses Christian Lacroix, entschied das Pariser Handelsgericht am vergangenen Dienstag dem Restrukturierungsplan des Lacroix-Besitzers Falic Group stattzugeben, nachdem Übernahmeangebote durch Kaufinteressenten aufgrund nicht gesicherter Finanzierungsnachweise abgelehnt wurden. Mit der aktuellen Entscheidung wird die Haute Couture Sparte, wie auch das Geschäft mit der Prêt-à-Porter eingestellt.

- le style de Christian Lacroix
Modemacher Christian Lacroix selbst ist somit raus aus dem Unternehmen und mit ihm 110 weitere Mitarbeiter, die in Kürze ihre Entlassungspapiere entgegennehmen müssen. Gemäß des Sanierungskonzepts der Falic Group wird das Modehaus künftig als Lizenzbetrieb mit 12 Mitarbeitern weitergeführt werden. Unter dem Namen Christian Lacroix werden weiterhin Parfums, Accessoires, Hochzeitskleider und Herrenbekleidung vertrieben. Im neuen Jahr könnten weitere Lizenzvergaben in den Bereichen Optik, Schreibmaterialien und Dekoration folgen. Der Markenname Christian Lacroix wird demnach nicht von der Bildfläche verschwinden, aber mit Sicherheit an Exklusivität einbüßen. Der Lacroix-Schriftzug auf Feuerzeugen, Regenschirmen, und Schwimmflügeln vermag mittelfristig die Schulden des Unternehmens zu tilgen, und wird dabei zwangsläufig seine eigene Inflation hervorrufen. Pierre Cardin lässt grüßen.
Angesichts der Tatsache, dass das Haus Lacroix seit seiner Gründung 1987 nie rentabel war, fehlte es offenbar in all den Jahren seiner Existenz an einer fundierten Marketingstrategie. Das schöpferische Talent Christian Lacroix ` ist unumstritten, doch das, was der Créateur in handwerklicher Vollendung zweimal im Jahr über den Laufsteg schickte entsprach nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeist. Wer da anderer Ansicht ist, der möge jetzt seinen Kleiderschank öffnen und nachsehen wie viele Teile er von Monsieur Lacroix sein Eigen nennt. Christian Lacroix ist ein Verfechter einer nicht mehr existenten Pariser Salonkultur, von höfischer Eleganz und darüber hinaus ein Experte auf dem Gebiet europäischer Kostümgeschichte. Das Problem dabei ist nur, das heutzutage niemand mehr mit Schranktruhen verreist. Klein, handlich, pflegeleicht, businesskompatibel und kombinierbar soll es sein. Alles andere bringt kein Geld!
Lacroix ist das Gegenteil dessen was auf den Straßen zu sehen ist. Lacroix, das ist roter Teppich, Opéra Garnier und 1001 Nacht, aber gewiss nicht Wirtschaftskrise, Air Berlin und PayBack-Karte. Das von zahlreichen Bloggern einhellig angestimmte Klagelied vom Untergang der Haute Couture anlässlich der Lacroix Pleite, irritiert angesichts deren Outfitposts im schwarz, grau, weißen Einheitslook von Acne, Patrizia Pepe und Co.

Christian Lacroix / photo by Corso Como at FLICKR creative commons
Möchte man sich wie Lacroix, als charakterstarke Künstlerseele den Anforderungen des Marktes nicht beugen, so wäre es für sein Haus aus wirtschaftlicher Sicht gewiss sinnvoll gewesen die Botschaft vom Pariser savoir vivre, von french allure und Grandezza in Form von bezahlbaren Accessoires unter die Leute zu bringen und mittels einer volksnahen Vermarktung der Firmenwerte die Begierde nach der unerreichbaren Haute Couture zu wecken. Womöglich war dem intelligenten Grandseigneur diese Art des marktschreierischen Modemarketings suspekt, ebenso wie ihm die abgespeckten Zweitlinien zuwider waren. Ein Designer ist Dienstleister und kein Künstler, sagte Tom Ford einmal. Banale Worte, deren Beherzigung Mr. Ford reich gemacht hat. Zu banal, für Monsieur Lacroix, dessen Unternehmen mit mehreren Millionen Euro in der Kreide steht.
Wer ist schuld an der Misere? Der Mode-Schöngeist, der fernab jeglicher Realität in seinem Studio in der feudalen Rue du Faubourg Saint-Honoré opulente Ballonröcke aus Seidentaft zusammenbauscht oder inkompetente Finanzberater und Marketingfachleute eines amerikanischen Mutterkonzerns ohne jeglichen Sinn für französische Lebensart? Oder sind es vielleicht doch die Einkäufer namhafter Boutiquen und Nobelkaufhäuser, deren Ordermengen einfach nicht ausreichend waren um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern. Ist die Geiz-ist-Geil Mentalität unserer Gesellschaft schuld am Siechtum der “hohen Schneiderei”? Menschen, die auf Stilzitate, inspiriert von flämischer Malerei und französischer Literatur, pfeifen und es sich lieber mit einer Chispstüte auf dem heimischen Sofa vor dem Fernseher bequem machen, wie Lagerfeld erst kürzlich das Bild vom dicken Hausmütterchen verbalisierte?
Die Antwort darauf ist sich die Modebranche bis heute schuldig geblieben!
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Posted: Oktober 29th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Christian Lacroix, Falic Fashion Group, Haute Couture, Paris | No Comments »

Christian Lacroix, by courtesy of: Christian Lacroix, Paris
Nach neuesten Informationen scheint die Zukunft des bankrotten Modehauses, welches im Mai dieses Jahres Insolvenz anmelden musste, so gut wie gesichert. Der arabische Scheich Hassan Ben Ali al-Nuaimi habe ein formelles Übernahmeangebot in Höhe von 100 Millionen Euro gemacht, dass auch die Übernahme der Schulden, die Sicherung der noch bestehenden Arbeitsplätze und auch die Aufrechterhaltung der Haute-Couture-Division umfasst.
Eine absolut zufriedenstellende Offerte für alle Parteien, Schuldner wie Gläubiger gleichermaßen. Dennoch wurde die Bewilligung des Verkaufs nun vom zuständigen Pariser Handelsgericht von Ende Oktober auf Mitte November vertagt, da bislang noch kein anständiger Businessplan für das Unternehmen vorliege. Dieser soll nun nachgereicht werden. Die Verhandlungen um das 1987 gegründete Unternehmen werden am 17. November wieder aufgenommen. Christian Lacroix, der gegenwärtig nur Angestellter der amerikanischen Falic Group ist, denen das Modehaus mit Stammsitz in der Pariser Rue du Faubourg Saint-Honoré seit 2005 gehört, wird in der neuen Konstellation zum Geschäftspartner mit einer Minderheitenbeteiligung.
Als sicher gilt, dass der 58-jährige Modemacher auch weiterhin die kreative Führung behalten und somit verantwortlich für Couture und Prêt-à-Porter zeichnen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass es Lacroix künftig gelingt seinen künstlerischen Anspruch mit den Bedürfnissen des Endverbrauchers in Einklang zu bringen. Die Herausforderung besteht darin, eine dem Zeitgeist entsprechende, kommerziell erfolgreiche Mode zu kreieren, die dennoch dem Namen Christian Lacroix hinsichtlich Qualität und Stil gerecht wird.
Fans des Couturiers, sei an dieser Stelle ein absolut lesenswertes Interview empfohlen, welches der Modezar dem französischen Blog UN NOUVEAU IDEAL gewährte. Der stets reflektierende Designer teilt darin seine kritischen Ansichten zur Modebranche, spricht von einer narzisstischen Masturbation der Modebranche, so wie über die aktuelle Situation der Firma, die seinen Namen trägt.
Zum Interview von UN NOUVEAU IDEAL
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Posted: Mai 11th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Anna Sui, Christian Lacroix, Gucci, T-Shirt | No Comments »
Der Sommer kommt und mit ihm die T-Shirts. Drei interessante Benefiz-Exemplare für diese Saison kommen aus dem Hause Gucci, Christian Lacroix und Anna Sui. Alle in limitierter Auflage versteht sich. Zweimal schön, einmal plump!
Schön 1, ANNA SUI: Anna Sui hat eine unverkennbare Handschrift. Seit Jahren zieren ihre gezeichneten “Dolly Girls” die T-Shirts und Accessoires in ihren Kollektionen. Nun entwarf die New Yorker Designerin zwei schöne Tussenshirts, die ausschließlich über die Kaufhauskette Nordstrom zu einem Preis von 60 Dollar zu erwerben sind. Der Erlös geht zugunsten des Stipendiaten Programms der Organisation OCA, das Amerikaner asiatischer Abstammung in ihrem politischen, kulturellen und ökonomischen Wohlergehen in den U.S.A unterstützt.

Anna Sui for Nordstrom
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Christian Lacroix
Schön 2, CHRISTIAN LACROIX: Für Tonicgen.com übertrug Couturier Christian Lacroix sein Faible für florale Muster und leuchtende Farben auf ein T-Shirt aus organischer und Pestizid-freier Baumwolle. Tonic Gen ist eine, in Kalifornien beheimatete Medienagentur, mit dem Ansatz über den Verkauf ethisch korrekter aber stylisher Produkte schlichtweg Gutes zu tun. Mindestens 10 Prozent vom Verkaufspreis eines jeden über Tonicgen verkauften Artikels werden für wohltätige Zwecke gespendet.
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Gucci
Plump, GUCCI:
Gucci, macht auf “sozial” und unterstützt die 2005 von Yann Arthus-Bertrand gegründete Wohltätigkeits-organisation Good Planet. Diese zielt darauf ab das gesellschaftliche Bewusstsein für unsere Umwelt zu sensibilisieren und Antworten auf die ökologische Krise zu finden.
Arthus-Bertrand drehte einen beeindruckenden Kurzfilm mit dem Titel HOME, welcher die Schönheit unseres Planeten dokumentiert. Chefdesignerin Frida Giannini war nach der Vorführung des Streifens angeblich derart gerührt das sie eine limitierte T-Shirt Edition aus Bio-Baumwolle klöppelte, deren Verkaufserlös zu 100% der gemeinnützigen Vereinigung zu Gute kommen soll.
Vermutlich war aber auch die bloße Tatsache, dass der Luxus Konzern PPR (Pinault-Printemps-Redoute), dem auch Gucci gehört, den Film finanzierte, ausschlagegebend für das plötzlich erwachte ökologische Gewissen der Gucci Frontfrau. Die positive PR dieser Aktion, dürfte die Verkäufe der Logo-Bags ausreichend ankurbeln um die Kosten für den Films als auch der T-Shirt Produktion wieder reinzuholen. So unglaubwürdig wie das karitative Engagement, so halbeherzig präsentiert sich dann auch das besagte Benefiz T-Shirt. Naturweiß, beinahe gelbstichig, mit einer Art Stempel, der Stark an die Kennzeichnung von Kartoffelsäcken erinnert. Positives Anliegen aber mieses Resultat. Das Teil macht deutlich: Gucci und Öko passen in etwa so zusammen wie Lady Gaga und Jil Sander.
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