Über die Kariere von Supermodel Gemma Ward wird derzeit viel spekuliert. Gilt die heute 22-jährige Australierin mit Wohnsitz in New York überhaupt noch als Supermodel oder ist ihre Zeit endgültig abgelaufen?
Grund für die Diskussion ist das Gewicht der Schönheit. Es gibt keine genauen Zahlen, nur Schätzungen und die beziffern Wards Gewicht aktuell auf 65 Kilo bei einer Körpergröße von 1,78 Meter. Also definitiv zu viel für das Luxus-Segment.
Die Konsequenz, Ward erhält keine Aufträge mehr. Verdiente das Model im Jahr 2007 laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes noch rund 3 Millionen US-Dollar, hat sie einem Artikel der New York Post zufolge seit zwei Jahren keinen Job mehr gehabt. Eine Ewigkeit im Modelbusiness, das alle sechs Monate neue “Mädchen” auf den Markt spült.
Im Herbst 2007 avancierte das Gewicht Gemma Wards zum Dauerklatsch, als ein Redakteur das Model, im Anschluss an die Chanel Schau, als aufgebläht bezeichnete. Der Unmut bei Menschen außerhalb der Modebranche bezüglich dieses Themas basiert weniger auf der Tatsache, das Models wie Millionen anderer Frauen auch mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen haben als vielmehr auf dem Schönheitsideal etablierter Modehäuser, wo Größe 36 schon als Plus Size gehandelt wird. “We don’t want you to be anorexic, we just want you to look it” erinnert sich Top-Model Coco Rocha an die Aussage eines Klienten.
Doch solange es Mädchen gibt, die die physischen Anforderungen der Modermacher auf natürliche Weise erfüllen, und die gibt es, haben Mädels mit mehr als 55 Kilo auf den Rippen auf dem Laufsteg offenbar nichts verloren. Ob die Aufregung über diesen Zustand berechtigt ist oder nicht, liegt hier wohl ausschließlich im Auge des Betrachters.
Dass Amerikaner uns Europäern in Sachen Marketing mindestens drei Stöckelschritte voraus sind, ist bekannt. Doch mit dem neuen Werbevideo zum Condé Nast Event “A FASHION´S NIGHT OUT” vergößert sich dieser Abstand in etwa um die Gesamtlänge der Madison Avenue.
Millionenschwere Größen des Modebusiness wie Oscar de la Renta, Carolina Herrera, Donna Karan und Diane von Furstenberg buhlen darin charmant um die Gunst der Konsumenten, in der Absicht diesen am 10. September beim spätabendlichen Einkaufsbummel das Geld aus den Taschen zu ziehen. Anna Wintour wirkt im Merchandising T-Shirt faszinierend volksnah, während Isaac Mizrahi den Animateur miemt. Sie alle, einschließlich Sarah Jessica Parker, Vera Wang und den hübschen Proenza Schouler Boys, erklären dem Zuschauer die Bedeutung der New Yorker Modeindustrie für das Gemeinwohl. Ein wenig erinnern Sie dabei an Schulkinder, die um eine Spende betteln. Sehr unterhaltsam! Allzu kritisch darf man das Ganze allerdings nicht hinterfragen. Denn, eine einzige Nacht mit verlängerten Ladenöffnungszeiten wird den brachliegenden Einzelhandel wohl kaum nachhaltig wieder in Schwung bringen und die motivierende Zurede prominenter Branchenköpfe allein, spült den Durchschnittsverdiener auch nicht mehr Geld in die Taschen.
Dennoch, das clipartig zusammengeschnitte Commercial präsentiert sich frisch, cool und stylish, und macht trotz besseren Wissens, dass es sich bei “A FASHION´S NIGHT OUT” primär um eine Werbeveranstaltung Condé Nasts in eigner Sache handelt, Lust auch noch seine letzten Kröten, die man in diesen Zeiten noch übrig hat, in Designerklamotten zu investieren. Die Amis verstehen es zu feiern, vor allem sich selbt. So wird bei Macys selbst der Kauf einer reduzierten Feinstrumpfhose zum Happening: “Thank you for shopping at Macys, have fun with your stockings. A nice day and bye bye”
$ 2.99 und der Kunde ist König. Fantastisch!