Posted: September 28th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: Ausstellung, Couture, Daphne Guinness, Exhibition, Museum at FIT, New York, Style Icon | No Comments »

Bodysuit by Alexander McQueen
Bier-Erbin Daphne Guinness hat Stil. Einen ganz außergewöhnlichen sogar. So außergewöhnlich, dass das “Museum at FIT in New York” den herausragendsten Stücken ihrer Kleider- und Schuhsammlung gegenwärtig eine eigene Ausstellung widmet.
Unterteilt in sechs Themenbereiche, die die wesentlichen Stilrichtungen der britischen Modeikone umfassen; Dandyism, Armor, Chic, Evening Chic, Exoticism und Sparkle. Besucher begeben sich somit auf eine Reise durch Mrs. Guinness beeindruckende Privatgarderobe. Zu sehen gibt es u.a. strenge weiße Blusen in Kombination mit enganliegenden schwarzen Blazern, Ganzkörperanzüge aus Leder oder aufwendig bestickter Spitze sowie allerlei glitzernde Extravaganzen.
Die Mehrzahl der Stücke stammt von Alexander McQueen, gefolgt von Entwürfen der Modehäuser Chanel, Dolce & Gabbana, Valentino, Alaia, Dior, Givenchy und Lacroix. Auffällig: Mrs. Guinness Vorliebe für absatzlose Plattformschuhe, die ebenfalls in verschiedenen Ausführungen gezeigt werden. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf hier der Schmuck, welcher jeden ihrer Looks erst perfekt macht, zu dem es aber leider keine Informationstafeln gibt, dabei wären auch die pompösen Ringe, Ketten, Broschen und Armbänder definitiv eine Solo-Show wert.

Schuhe von Noritaka Tatehana
Erfreulicherweise verzichteten die Ausstellungsmacher auf langatmige und gezwungene kunsthistorische Kontextualisierungen und bieten stattdessen kurze und auf den Punkt gebrachte Erörterungen zu den Exponaten. Die 43-jährige Guinness begreift Mode natürlich nicht als Statussymbol, vielmehr ist Mode für sie Kunst. Angesichts der ausgestellten Couture-Teile eine absolut nachvollziehbare Sichtweise, denn mit dem Plunder der auf gewöhnlichen Einkaufsstraßen feilgeboten wird, haben Guinness’ textile Schätze nichts gemein. Was die Frage aufwirft, ob guter Stil, nicht doch etwas mit Geld zu tun hat!?
“Daphne Guinness” – Museum at FIT, New York
noch bis zum 07. Januar 2012

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Posted: April 19th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Asim Abdullah, Couture, Emanuel Ungaro, Estrella Archs, Giles Deacon, H, Lindsay Lohan | 1 Comment »
Das Personalkarussell in den Designstudios großer Luxuslabels dreht sich schneller, als Naomi über den Laufsteg stöckeln kann. Offenbar zwingt die gegenwärtige wirtschaftliche Lage, (ist die “Krise” eigentlich schon vorbei?) die Unternehmen zu größtmöglicher Effizienz, was wiederum (vor-)schnelle Entscheidungen nach sich zieht.
“Hire and Fire” ist gegenwärtig im Hause Emanuel Ungaro angesagt. Nachdem Firmeninhaber Asim Abdullah einsehen musste, dass Lindsay Lohan als Designerin der Reputation des ohnehin unrentablen Unternehmens nicht gerade förderlich ist und aufgrund sinkender Abverkäufe, aber wohl entgegen seiner privaten Überzeugung, die Zusammenarbeit mit der Hollywood Aktrice notgedrungen auflöste, scheint es aktuell so, als würde er auch Chefdesignerin Estrella Archs nicht mehr lange beschäftigen wollen.
Aus Paris hört man, dass Abdullah nach einem neuen Designer mit fundiertem Background im high-fashion Bereich sucht. Mit anderen Worten: eine Persönlichkeit mit internationalem Profil. Vergangenen Freitag wurde der Unagro-Eigner beim Lunch mit dem britischen Designer Giles Deacon in Paris gesichtet. Seit dem brodelt die Gerüchteküche, dies berichtet zumindest das Branchenblatt WWD in seiner Ausgabe vom 19.04.2010.
Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten hätte Estrella Archs, die die kreative Leitung der Firma selbst erst im September 2009 übernommen hat, keine Chane mehr ihre Vision für das 1965 gegründete Haus Ungaro zu verwirklichen. Das momentane Gerede um ihrer Nachfolge dürfte ihr die Arbeit an der aktuellen Kollektion erschweren. Wie bitteschön soll man sich motivieren und auf die Arbeit konzentrieren, wenn die halbe Welt bereits über den Zeitpunkt des eigenen Abgangs philosophiert? Dass Estrella Archs mehr kann als glitzernde Nippelabdeckungen auf nackte Brüste zu kleben (die Idee stammte von Lohan) gilt als gesichert, trotzdem schwächelte ihre letzte und im Alleingang erstellte Kollektion für Emanuel Ungaro.
Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt; die Entwicklung einer Linie, die einerseits innovativ und zugleich kommerziell sein soll und dabei auch noch das kreative Firmenerbe berücksichtigen muss, braucht mehr Zeit als nur eine Saison. Nur Schlampen werden über Nacht berühmt!
weitere Artikel zum Thema:
Lindsay Lohan berät Ungaro
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Posted: Juli 16th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Couture, Daniel Fendler, Deutsche Meisterschule für Mode, London, München, Society, Vivienne Westwood | No Comments »

Daniel Fendler / photo: HYPE magazine
Modeschöpfer Daniel Fendler empfängt Gäste in seinem durchgestylten Atelier eines opulenten Altbaus an Münchens feiner Maximilianstraße stets mit einem offenherzigen Lächeln. Mit gerade mal 28 Jahren gilt der gebürtige Bayer aufgrund seiner edlen Couture-Roben bereits als Lieblingsschneider der Münchner Schickeria.
Zu seiner Klientel zählen Filmschauspielerinnen, Vorstandsgattinnen und Polit-Ladies. Dieser Erfolg basiert auf Können, wie auch auf der unprätentiösen Art des Modemachers. Attitüde ist ihm fremd, bei ihm steht die Kundin im Vordergrund, und nicht das eigene Ego. Die Frage, ob Couture überhaupt noch zeitgemäß ist, stellt sich Daniel Fendler erst gar nicht. Er macht einfach was er am besten kann: elegante Abendroben. Die Kreationen haben ihren Preis, doch seine anspruchsvolle Kundschaft weiß die textilen Unikate in handwerklicher Perfektion zu schätzen. Jede Naht ist so sauber verarbeitet, das man seine Kleider theoretisch auch auf Links tragen könnte, ohne dass dies Jemand bemerken würde.
Dass er Modeschöpfer wurde verdankt er der völlig unglamourösen Tatsache, sich nach seiner Schulzeit mangels Möglichkeiten bei nur zwei Ausbildungsstätten beworben zu haben, von denen die Trachtenschneiderei , ihm, als erste eine Zusage gab. Es folgte ein Studium an der deutschen Meisterschule für Mode in München und ein einjährige Assistenz bei Vivienne Westwood in London.
Zurück in München eröffnete der Jungdesigner mit nur 21 Jahren sein eigenes Ladenlokal in der Münchner Altstadt und wartete dort vergeblich auf Kundschaft. Die ihm zur Verfügung stehenden Gelder waren schnell aufgebraucht. Heute weiß er, dass er sich mit der Selbständigkeit noch ein bisschen mehr Zeit hätte lassen sollen. Doch derartige Erfahrungen machen den Lebenslauf erst interessant und so reifte Daniel Fendler mit seinen Aufgaben.
Heute entwirft er neben edlen Couture-Kleidern auch Designer-Dirndl, die zur Wiesn Saison, reißenden Absatz finden.
Diese sind erhältlich bei Ludwig Beck und ab August auch im temporären “Wiesn Store” im alten Hof 5 in München.
HYPE Chefredakteur Sven Barthel traf Daniel Fendler zu einem persönlichen Gespräch über Mode, Promis und den Vorteil des eigenen Labels.
HYPE: Die Modeszene schwärmt von Berlin, doch Du bleibst in München, warum?
DF: Mein Stil ist klassisch, teils sogar konservativ, das passt meines Erachtens nicht so ganz zur Hauptstadt. Zudem sind meine treuesten Kunden in München beheimatet.
HYPE: Was bedeutet Dir München persönlich?
DF: München ist eine superschöne Stadt. Ich weiß, dass es nicht mehr die Modestadt ist, die sie einmal war, dabei gibt es schon “fashion” in München zu entdecken, man muss nur wissen wo! Klar, München ist nicht London und auch nicht Paris, aber das ist Berlin, modisch gesehen, ja auch nicht! Außerdem, wenn man hier geboren wurde, dann gefällt es einem hier sowieso!
HYPE: Daniel, Du entwirfst Couture und aufwendige Designer-Dirndl, hat die gegenwärtige Rezession eigentlich irgendwelche Auswirkungen auf dein Geschäft?
DF: Bis jetzt Gott sei Dank nicht. Das liegt vermutlich daran, dass die Rezession in München bislang noch nicht wirklich angekommen ist und bis es soweit ist, hoffe ich, dass sich die Krise von selbst wieder erledigt hat.
HYPE: Wie muß man sich die typische Fendler Kundin vorstellen?
DF: Sagen wir mal so, meine Kundinnen sind im Schnitt mindestens 35 Jahre alt, und legen viel Wert auf eine individuelle Note!
HYPE: Muss man reich sein um sich Fendler leisten zu können?
DF: Nicht unbedingt! Man muss halt bereit sein etwas ausgeben zu wollen. Wer aber einen Sinn für Qualität und liebevolle Details hat, ist vielleicht auch bereit für ein Kleid zu sparen.
HYPE: Jetzt mal Butter bei die Fische, was kostet ein Abendekleid von Dir?
DF: Bei der Couture geht’s ab 2000 Euro los, Dirndl sind ab 600 € zu haben.
HYPE: Wieviele Arbeitsstunden braucht es um ein Couture-Kleid zu fertigen?
DF: Ich Durchschnitt zwischen 30 und 55 Arbeitsstunden, wenn alles rund läuft. Für die Herstellung eines maßgefertigten Couture Kleides, sollten Kundinnen von der ersten Anprobe bis zur finalen Fertigstellung mit bis zu drei Wochen rechnen.
HYPE: Siehst Du sich selbst eher als Handwerker oder als Designer?
DF: Eher als Handwerker, ich bestehe gerade zu auf meinem Meistertitel. Bei so manchen Arbeiten von Leuten, die sich Designer nennen und selbständig machen, stelle ich fest, dass die handwerkliche Qualität ihrer Entwürfe stark zu wünschen lässt. Dabei haben die Kunden bei den hohen Preisen für Designermode geradezu ein Recht auf Handarbeit und Qualität . Genau das biete ich!
HYPE: Wo hast Du dein Handwerk gelernt?
DF: Zunächst bei einer Trachtenschneiderin in Priem am Chiemsee.
HYPE: Wann wusstest Du, dass Du Modedesigner werden wolltest?
DF: Nach der Schule musste ich mir für eine Ausbildung entscheiden, viel Auswahl hatte ich dabei nicht. Ich bewarb mich für eine Ausbildung zum Hotelfachmann und zum Damenschneider, der Schneiderbetrieb hatte zuerst zugesagt, also dachte ich: “gut dann mache ich eben dass”. Ich wollte nicht unnöötig Zeit verlieren.
HYPE: Gab es denn keine Anzeichnen in der Kindheit, die erahnen ließen, dass Du eigentlich nur Modemacher werden konntest? Hast Du denn nie Puppen an- oder ausgezogen?
DF: Nein, da muß ich dich enttäuschen, es war wirklich alles ganz unspektakulär. Es gibt keine Vorgeschichte. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe mangels Möglichkeiten eine Ausbildung in einer Schneiderei begonnen. Ich bin da hineingewachsen und habe dann festgestellt, dass es das Richtige für mich ist.
HYPE: Wie ging es dann weiter?
DF: Nach der Ausbildung habe ich an der Deutschen Meisterschule für Mode in München eine Ausbildung zum Modellmacher gemacht und parallel hierzu die Meisterprüfung zum Herren- und Damenschneider abgelegt.
HYPE: Du bist später bei Vivienne Westwood in London gelandet, wie lange warst Du bei ihr und was genau hast Du dort gemacht?
DF: Ich war dort als Designassistent und Schnittmacher tätig. In diesem einen Jahr habe ich insgesamt vier Kollektionen begleitet.
HYPE: Wie hast Du Vivienne Westwood als Person empfunden?
DF: Eigentlich als sehr angenehm. Sie ist längst nicht so durchgeknallt, wie man sich das aufgrund ihres Äußeren vorstellt. Ich möchte fast sagen, dass sie in ihrem Betrieb von allen Designern und Angestellten die Normalste war. In den ersten Tagen habe ich sie auch gar nicht so als die große Vivienne Westwood wahrgenommen.
HYPE: In München gibt es eine Reihe von Society-Schneidern; Gabriele Blachnik, Talbot Runhof, Sonja Kiefer, Susanne Wiebe – wie ist da das Verhältnis untereinander?
DF: Ich verstehe mich mit allen eigentlich sehr gut. Da gibt es keinen Zickenkrieg. Vielen von Ihnen haben schon untereinander zusammengearbeit, mann kennt und respektiert sich!
HYPE: Warum wollen Prominente ihre Kleider eigentlich immer nur leihen aber niemals kaufen?
DF: Nun, die Promis begründen das damit, dass sie Kleider in denen sie einmal abgelichtet wurden aus Imagegründen keine zweites Mal mehr tragen können.
HYPE: Wie wichtig sind Modetrends für deine Arbeit?
DF: Trends spielen für mich nur eine untergeordnete Rolle, meine Kleider sind ja recht zeitlos!
HYPE: Worin liegt der Vorteil eines eigenen Labels?
DF: Ganz klar, du kannst deiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen. Okay, ganz ohne Kompromisse geht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit natürlich auch nicht, aber im Grunde kannst Du dich selbst verwirklichen, das ist sehr befriedigend!
HYPE: Könntest Du dir auch vorstellen angestellt zu arbeiten?
DF: Prinzipiell, wenn mich die wirtschaftliche Situation dazu zwingen würde, ja! Doch aktuell kommt das für mich nicht in Frage, uns gibt es ja schon ein Weilchen und ich hoffe doch sehr, dass das so bleibt!
HYPE: Liest Du Modezeitschriften?
DF: Das ist zeitabhängig. Oftmals blättere ich nur mal schnell durch. Zur regelmäßigen Lektüre gehören aber Vogue, Bunte, Instyle und natürlich der HYPE Blog (lacht).
HYPE: Was nervt so richtig an diesem Job?
DF: Die vielen nächtlichen Arbeitsstunden, sonst nichts! Da bleibt leider wenig Zeit für ein Privatleben.
(Das Gespräch führte Sven Barthel)

Atelier Fendler / photo: HYPE magazine
MODENSCHAU: Daniel Fendler präsentiert seine Wiesn-Kollektion 2009
30. Juli 2009 um 19:30 Uhr
(Haarwerk im Alten Hof, Sparkassenstraße 1, 80331 München)
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