Verrückt nach New York Glamour? Wir auch! Drum präsentiert Euch HYPE in seiner neuesten Ausgabe vier herausragende Persönlichkeiten aus dem Big Apple, die ihr Leben mit einer beeindruckenden unkonventionellen Haltung der Mode widmen.
Allen voran unsere beiden Coverboys, Phillipe und David Blond, in Szene gesetzt von Starfotograf David Byun. In einem ausführlichen Interview mit HYPE MAGAZINE spricht Manhattans gefeiertes Designerduo über seine Anfänge, Erfolg und die Herausforderung Beruf und Beziehung miteinander zu vereinen. Zu Wort kommen auch Dandy und Stilikone Patrick McDonald sowie Robert W. Richards, Modezeichner und Intimus der New Yorker Avantgarde.
Nicht in New York, sondern in einem Dorf bei München, lebt Mara Cromer, die Witwe des verstorbenen Gründers der erfolgreichen Lederwarenmarke MCM und einstigen Kofferkönigs Michael Cromer. Im Interview mit HYPE spricht sie erstmals mit einem Modemagazin Klartext über den Verlust des von ihr mitaufgebauten Unternehmens und den Tod ihres Mannes.
Ausreichend Lesestoff für die Feiertage ist somit garantiert!
Das neue HYPE MAGAZINE ist ab heute bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel sowie im ausgewählten Pressehandel erhältlich. Don’t misst it!
Wir wünschen Euch einen guten Start ins neue Jahr!
Traurig liegst Du nun am Boden. Fallengelassen im Zank zweier Mädels, die an deinem rechten und linken Ärmel zerrten und schließlich, mit Blick auf den abgefallenen Knopf, von Dir abließen. Verloren blickt ein Teil des zerbrochenen Plastikbügels, der dich vor der Ladenöffnung noch so stolz auf der Stange hielt, aus deinem Halsloch hervor. Ach Du liebes Samtjäckchen, welchen Wert hast Du noch in dem Moment in dem die erste Euphorie um deine Existenz verflogen ist?
Wird man dich nach Ladenschluss auflesen und vom Schmutz der Fußtritte befreien? Wird man dich auf einem neuen Kleiderbügel den Kunden des zweiten Verkaufstages präsentieren oder Dir stattdessen die “sofortige Entsorgung” verordnen. Du hoffst auf eine Sonderbehandlung, denn dein Etikett trägt einen großen Namen. Versace steht darauf, jeder kann es lesen, genau wie den Zusatz “for H&M”!
Dein Wert basiert nicht auf deiner Verarbeitung, deiner Passform oder gar dem Stoff aus dem Du geschaffen wurdest sondern bemisst sich allein anhand der Nachfrage nach Dir. Gleiches gilt auch für deine Schwestern namens Rock, Hose, Kleid und Mantel. Dein Erzeuger, ein Schwede hat Millionen in die Kreativität einer Italienerin investiert, um dich und deine Cousinen namens Gürtel, Kette und Armband für kaufkräftige Frauen und Männer attraktiv zu machen. Werbespots, Kampagnen, Fashionshows, Pressereisen, Preview-Booklets für Blogger und Modejournalisten, und Pre-Shopping Kooperationen- zugegeben, dass im Vorfeld deiner Einführung veranstaltete Brimborium ist beeindruckend, und leider oftmals besser als Du selbst.
Aber das interessiert diejenigen, die zwischen Mode und Bekleidung nicht unterscheiden nicht wirklich. Solange du nur deren Bedürfnis sich selbst durch einen illustren Namen aufzuwerten befriedigst. Ob du mit deinem Leopardenmuster und Fotoprint wohl auch labellos Anerkennung finden würdest? Die, die das modische Angebot auf HSE oder QVC schätzen, werden dich mit Stolz bei Tageslicht auf den Fußgängerzonen dieses Landes spazieren führen und am Abend, beschwert von deinem Samt, hoffen genauso verführerisch und sexy zu wirken wie Sasha Pivovarova, die dich im Vorfeld auf so coole Art und Weise beworben hat. Das alles ist dir natürlich Wurscht, du bist ja nur ein für den Winter viel zu kurz geschnittenes Samtjäckchen, das geduldig auf seine Kundschaft wartet. Du bist ein Produkt von Dönerteller Versace!
Ganz und gar in die Geschichte der Marke Gucci eintauchen können Fans des italienischen Modehauses bei einem Besuch des im September neu eröffneten Gucci Museums in Florenz.
Die Ausstellung verspricht die Wurzeln, die Entwicklungsgeschichte und den kulturellen Einfluss des Luxuslabels zu beleuchten. Das Museumkonzept entspricht dem Zeitgeist und bietet weit mehr als die formelle Präsentation von schönen Exponaten inklusive Infotafeln.
Mit der zusätzlichen Einrichtung eines Cafés mit Internet-Zugang, einer exzellent sortierten Kunstbuchhandlung, eines Geschenkshops sowie dem Icon-Store, widerspricht das Gucci Museo dem Gedanken vom Museumsbesuch als eine staubtrockene Angelegenheit. Stattdessen kommt es dem Bedürfnis der Generation “Facebook-iPhone-Starbucks” nach Entertainment und deren Lust am Konsum entgegen.
Ein Streifzug durch die Hallen des 1337 errichteten “Palazzo della Mercanzia” erweist sich somit als kurzweilige Entdeckungsreise durch das Gucci-Archiv. Das Interior in Beige und Brauntönen setzt auf Understatement und Zeitlosigkeit und erinnert, welch’ Überraschung, an die Inneneinrichtung diverser Gucci Stores. Entwickelt hat dieses Konzept Frida Giannini. Seit 2006 fungiert die 39-jährige erfolgreich als Kreativdirektorin des Unternehmens. Von Beginn an ihrer Tätigkeit sei es ihr Wunschtraum gewesen, die Geschichte hinter den berühmten Entwürfen der Firma zu erzählen. Über diese können sich Interessierte nun auf drei Etagen und einer Fläche von über 1.700 Quadratmetern umfassend informieren. Darüber hinaus gibt es neben den Gucci-Artikeln ausgewählte Werke aus der Kunstsammlung des Gucci-Eigners Francois-Henri Pinault zu sehen. Mission, optisch wie inhaltlich, gelungen!
GUCCI MUSEO Piazza della Signora, 50122 Florenz, Italien
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, von 10.00 – 20.00 Uhr
Die Erzeugnisse der 1898 gegründeten schwedischen Glasmanufaktur Orrefors zählen qualitativ zum Besten was der Markt an Gläsern, Vasen, Kerzenhaltern, Schalen und sonstigen Tischobjekten zu bieten hat.
Ob es nun die Tradition und Perfektion des Unternehmens, oder ein großzügiges Honorar war, was Karl Lagerfeld dazu veranlasste auch noch in Glas zu machen, bleibt ungewiss. Doch ungeachtet dessen, präsentierte der vielbeschäftigte Modemacher seinen Sinn für Mundgeblasenes nun in Form einer Kollektion an Trinkgefäßen, vergangene Woche in Paris, der Öffentlichkeit. Die streng zylindrischen Wasser-, Wein, und Sektgläser in schwarz, weiß und transparent werden allesamt mit einem gläsernen Untersetzter angeboten – und das ist neu! Was bei Kaffeetassen schon seit Jahrhunderten der Fall ist, war bei Gläsern bislang unüblich und für Lagerfeld völlig unverständlich. So dient der Untersatz dazu, kostbares Tischleinen vor unschönen Wasserkringeln zu schützen.
Für Kaiser Karl ist ein leichtes, hochwertiges Glas Teil des Trinkgenuss. Auf Reisen sei das Trinken aus Plastikbechern manchmal unvermeidbar, doch im eigenen Zuhause sollten diese nicht zu finden sein, so Lagerfeld.
2010 feierte die Lagerfeld Edition der CocaCola Light-Flasche ihr Debüt in Form einer mattweißen Aluminiumhülle mit Scherenschnittmotiv und erfreute so u.a. die Besucher ausgewählter Fashionevents, auf denen die schicke Pulle häufig verteilt wurde, wie zuletzt bspw. auf der Berlin Fashion Week im Januar.
Die Kooperation zwischen Lagerfeld und dem Getränkehersteller aus Atlanta wurde fortgesetzt, und so präsentiert die CocaCola Company für 2011 gar drei neue Flaschengewänder aus der Hand des Kaisers. Passend zum Blockstreifentrend dieses Sommers, ist mein Favorit ganz klar das pink-weiße Strudelmodell. Ab Juni in ausgewählten Supermärkten erhältlich.
Auch wenn der New Yorker Jungdesigner und Ausstatter von Präsidentengattin Michelle Obama, Jason Wu, Vielen als Favorit galt, so war es letztlich Mary Katrantzou, die am vergangenen Donnerstagabend den mit 100.000 Euro dotierten “Swiss Textiles Award” des Schweizer Textilverbandes mit nach Hause nehmen durfte. Zu Recht!
Schon mit ihrer ersten Kollektion, welche Katrantzou bei der London Fashion Week im Februar 2009 präsentierte, sorgte die Central Saint Martins Absolventin international für Aufsehen. Ihre fotorealistischen Drucke von Parfumflakons im XL-Format waren unübersehbar und vor allem einzigartig und neu. Damit ist ihr gelungen was heutzutage nur Wenigen gelingt: die Entwicklung einer eigenen Handschrift mit hohem Wiederkennungswert. Also dass, was Berliner Labels in aller Regel fehlt!
Der Trompe l’oeil-Effekt ihrer Stoffdrucke bildet bislang das Markenzeichen der studierten Textildesignerin und überzeugte nun auch in Zürich die Jury des prestigeträchtigen Modeförderpreises, bestehend aus kompetenten Vertretern der Fashionpresse. Mit ihrer Kollektion setzte sich Mary Katrantzou gegenüber gehypten Mitstreitern wie Juun J., Damir Doma, Duro Olowu und Adam Kimmel (gähn) durch. Glückwunsch!
(all images related to this article by courtesy of TVS Textilverband Schweiz)
Mögen Design-Puristen und die Intelektuellen unter den Modeschaffenden der Marke MCM auch noch so kritisch bis ablehnend gegenüber stehen, die Designer des Hauses geben sich redlich Mühe aus dem Schatten von Louis Vuitton und allen anderen Herstellern von Logo-Bags zu treten.
Ob ihnen dies mit der jüngst beim Press-Day in der Münchner Nobelabsteige Bayerischer Hof vorgestellten Kollektion gelingen wird?
Zum Saisonauftakt Sommer 2011 gibt es eine neue Taschen-Linie, welche unter dem Namen “Shanghai Collection” angeboten wird. Die Modelle zieren ein auffälliges Seilmuster, dass über das berühmte MCM Cognac Visetos Muster gedruckt wurde. Für die Gestaltung dieses Dessins verpflichtete man den New Yorker Künstler Craig Redman, der mir, zugeben, bislang kein Begriff war. Und tatsächlich habe ich hier etwas versäumt, denn die Arbeiten des sudierten Grafikers sind originell, einprägsam und gehaltvoll. Dennoch, die Regenbogen-Farbvariante seines stilisierten Seil-Entwurfs rüttelt an den Grundfesten des guten Geschmacks. Dafür gefällt die maskuline Farbstellung in anthrazit-grau-weiß umso besser und bildet übertragen auf die Herrenaktentasche (was für ein grässliches Wort) gar mein persönliches Kollektions-Highlight.
Hintergrund der Motivwahl ist laut Pressetext der Markteintritt von MCM in China. Das Tau ist somit als Hommage an den Hafen von Shanghai zu verstehen. Auch der, mit einem XL-Logo versehene Beach Shopper, eine Art Netzbeutel Deluxe aus gewachsten Garnen und Nappaleder, kann sich behaupten: Sonnencreme, Zeitschrift und iPod hineingeworfen und los geht’s an den Strand, zum Sport – oder wohin auch immer. Unkompliziert, lässig und auf den Punkt gebracht. So sollte modernes Tragwerk sein. Apropos Beach, in den frühen 1990er Jahren führte MCM eine Linie Namens “Costa Smeralda” in seinem Sortiment. Deren Türkis war so grell, dass es alle Blicke auf sich zog. Könnte man das bitte wieder einführen?! Seit Jahren suche ich bereits nach einem Stück aus dieser Produktionsreihe und werde nicht fündig.
Doch zurück zum Hier und Jetzt. Unlängst zählt MCM auch unifarbene Modelle zu seiner Produktpalette, wie zum Beispiel das Modell “Satchel Medium ” aus der “Latte” Serie in edlem Taupe. So werden heutzutage auch Freunde der leisen Töne bei MCM fündig.
Es gibt zwei Punkte, die mir beim Press-Day durchaus positiv aufgefallen sind, und daher unbedingt Erwähnung finden sollen. Zum einen wäre da die Befragung der geladenen Gäste. Diese wurden von der Presseagentur gebeten auf einem Kollektionsübersichtsbogen jeweils 3 Modelle anzukreuzen, die ihrer persönlichen Meinung nach top oder misslungen sind. Dies zeigt, dass MCM die Bedürfnisse seiner Kunden durchaus ernst nimmt. Desweiteren hervorzuheben sind die liebevoll und aufwendig gestalteten Presseunterlagen. So präsentiert sich die Pressemappe zur “Shanghai Collection” als wiederverwendbarer PVC Umschlag mit besagtem Seilmuster von Craig Redman und enthält neben den üblichen Infotexten auch ein Set an hübsch illustrierten Weihnachtsgrußkarten. Übertroffen wird das allerdings von einem quadratischen Album, dass neben Informationen zur regulären Spring/Summer Kollektion 2011 auch einen kleinen Bildband beinhaltet, der sich sowohl mit der Firmengeschichte als auch mit der Historie des ikonographischen MCM Cognac Visetos befasst.
Übrigens, die Firma MCM, die seit 2005 fest in Besitz der koreanischen Unternehmerin Sung-Joo Kim ist, beschreitet 2011 ihr 35-jähriges Jubiläum. Congratulations!
(all images related to this article by courtesy of MCM)
„Oft, meist nach sechs Uhr Abends, verkleidete sich ein Mitarbeiter von Christian Dior. Eines Abends hatte er seine Hosen bis zum Knie hinaufgezogen. Ich erinnere mich, dass er lange, schwarze Strümpfe trug. In der Umkleide der Mannequins hatte er einen roten Tüllrock gefunden und einen Hut, wie ihn die italienischen Gondolierie tragen. Seine durchtriebene und dickköpfige Art hatte mich beeindruckt und ich sagte ihm: „du bist die garstige Lulu,” schrieb Modeschöpfer Yves Saint Laurent einst über eine seltsame Begegnung im Hause Dior.
Diese Anekdote nahm er zum Anlass und schuf 1967 einen Comic, der ihm bis heute den Vorwurf einbringt, er würde satanistisches Gedankengut verbreiten. Laurents Buch handelt von einem bösen Mädchen, mit dicken, kurzen Beinen, das seiner Umwelt mit Ironie und Sarkasmus begegnet. Die Illustrationen bringen uns den verstorbenen Couturier noch einmal von einer ganz anderen Seite Nahe. Nämlich als sozialkritischen Geist, der die Mißstände der modernen Gesellschaft anprangert. Denn indem Lulu in ihrer tolpatschigen Art stets Böses tut, führt sie dem Leser die menschlichen Abgründe vor Augen: doppelte Moral, sexuellen Missbrauch und Unterdrückung.
Der naive, unverfrorene und kindliche Stil des Buches ließ seinerzeit viele im Glauben, es handele sich um eine Kinderbuch. Doch Zeichnungen, die die dickliche Lulu beim Guillotinieren kleiner Kinder zeigt oder wie sie Neugeborenen tödliche Injektionen setzt, weisen vielmehr darauf hin, dass Yves Saint Laurent mit Karrikaturen die perversen Auswüchse unserer Gesellschaft anprangern und nicht, wie vielfach behauptet, gutheißen wollte. Ein polarisierendes Werk, das anlässlich der Yves Saint Laurent Retrospektive neu aufgelegt wurde. Die Originalskizzen sind noch bis 19. November im Grand Palais in Paris zu besichtigen, das Buch ist über Amazon erhältich.
Karl liebt Diät Cola und wir lieben die Cola-Pulle designed by Karl.
Nachdem bereits im vergangenen Jahr, Italiens berühmteste Modemacher die kurvige Flache des Getränkeherstellers in eigens kreierte Dessins hüllten, durfte sich nun auch der Kaiser mit der Oberflächengestaltung der berühmten Hülle auseinandersetzen. Im für Lagerfeld typischen schwarz-weiß Kontrast mit gekonnt gesetztem pinken Farbakzent präsentiert sich das Kultgesöff nun in Aluminium als Pop Art Skulptur für den Esstisch. Erfreulich ist vor allem der Preis, denn mit 3,50 Euro kostet das Designobjekt gerade mal so viel wie das reguläre Glas Cola in der Kneipe um die Ecke. Es gibt auch noch die Luxusversion in einer dekorativen und limitierten Geschenkbox, deren integriertes Schubfach den mitgelieferten Flaschenöffner diskret versteckt.
Erhältlich ab dem 24. April bei Colette in Paris, wo sonst?!
Coca Cola Karl Lagerfeld Bottle, € 3,50
Coca Cola Karl Lagerfeld Box Set , € 60,00