NACHTRAG: FASHION WEEK BERLIN – DA GEHT NOCH WAS!

Posted: Juli 12th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Comments »

Lizzy & Georgia May Jagger front row at HUGO SS 2012

Nach einem fünftägigen Modemarathon endete vergangen Samstagabend die neunte Auflage der Berlin Fashion Week mit einer Show des belgischen Labels A.F. Vandevorst. Was bleibt nach 21 besuchten Schauen sowie zahlreichen Nebenveranstaltungen, Ausstellungen und Parties?

Glaubt man den Aussagen des Veranstalters IMG so war die Modewoche -wieder einmal- ein voller Erfolg. Noch nie seien die Besucherzahlen so hoch gewesen. Auch Michalsky bejubelt die Zahl der Gäste seines Mode-Events, ca. 1.500 Geladene, sowie die Zahl der derjenigen, die seine Stylenite via Livestream im Internet verfolgten, und informiert darüber per Newsletter.

Wunderbar, dass die Fashion Week ein Publikum hat und wunderbar auch, dass die Zahl der Interessierten von Saison zu Saison wächst, doch Masse allein ist natürlich kein Garant für Qualität. Wer sind all die vor dem Zelt herumschleichenden Leute, denen zu manch schwacher Stunde, bspw. Samstagsvormittags, schon mal ein Ticket geschenkt wird, um die Sitzreihen zu beiden Seiten des Laufsteges zu füllen?

Die Antwort auf die Frage wer präsentiert hier was, wem und warum bleibt an vielen Stellen der Berliner Modewoche diffus. Insbesondere die Kollektionen einiger Berliner Designer kranken an einer Konformität, als hätten sie diese in Gemeinschaftsarbeit erstellt. Es herrscht ein unübersehbarer Mangel an Richtungsweisendem. Braucht es für unifarbene Cashmere-Pullis, einfache Bundfaltenhosen, schmucklose Trägertops und schlichte Sommerkleidchen wirklich eine Laufsteg-Präsentation?

Hartgesottene Anhänger der Berlin Fashion Week mahnen, dass Modegeschehen der deutschen Hauptstadt nicht mit dem Treiben der anderen europäischen Modemetropolen zu vergleichen. Eine fragwürdige Regel, die die Mahnenden zumeist nur mit einem naiven “Berlin ist nun einmal Berlin und nicht Paris” zu rechtfertigen wissen. Dabei ist der Vergleich mit dem Vergleichbaren doch ohnehin ein Automatismus in den Köpfen der Menschen, der sich nicht abstellen lässt. An wem soll sich die Berlin Fashion Week denn bitteschön sonst messen lassen, wenn nicht an ihrer italienischen, französischen, britischen oder amerikanischen Schwester?

Sich aus Angst vor einer schlechten Beurteilung dem Vergleich mit der Konkurrenz entziehen zu wollen ist feige. Die Augen zu verschließen und so zu tun als gäbe es London, Mailand und New York nicht, ist unsouverän. Natürlich, eine Fashion Week muss wachsen dürfen. Hier ist neben Selbstbewusstsein vor allem auch Selbstkritik ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zum Ziel. Das Verharren in alten Gewohnheiten, gleich einem trotzigen Kind, führt langfristig zur Stagnation. Berlin braucht mehr Glamour, bessere Models und auch stärkere Kollektionen. Um Letzteres zu gewährleisten, wäre eine strenge Selektion bei der Zulassung von Designern durch ein Komitee aus sachkundigen Mode- und Medienschaffenden hilfreich.

Kollektionen mit internationaler Handschrift wie die von Rena Lange, professionelle Shows nach dem Vorbild von Hugo Boss und nicht zuletzt der Sinn für Inszenierungen nach Michalsky-Art sind wesentliche Bestandteile des erfolgreichen Konstrukts namens Modewoche. Im Ringen um die internationale Anerkennung modischer Kompetenz der Berlin Fashion Week sind Ausnahmetalente wie die holländische Modedesignerin Iris van Herpen, die McQueenesque Kunst am Körper zeigte, unverzichtbar. Bitte mehr davon!

 


Im Zentrum der Eitelkeiten: zum Start der BERLIN FASHION WEEK

Posted: Juli 4th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Let the season begin! Berlin Fashion Week SS 2012 Collections

Ach Du liebe Modewoche, was Du uns wohl in den nächsten Tagen bringen wirst?
Zum neunten Mal in  Folge beweist Du -ewiges Stiefkind im internationalen Fashion Week Konsortium- allen Unkenrufen zum Trotz, Standhaftigkeit.

Vom  Bebelplatz vertrieben, erstrahlt Dein weißes Kleid ab heute, wie schon bei Deinem Debut im Jahr 2007, nur wenige hundert Meter weiter, vor weltbekannter Kulisse; dem Brandenburger Tor. Inmitten der unkapriziösen Hauptstadt bildest Du vier Tage lang das Zentrum der Eitelkeiten.

Neben unzähligen Bloggern, -Erkennungszeichen: Nerdbrille, Karottenhose und Jutebeutel- werden auch die Parvenüs der Medienbranche wieder die Fotowand mit Mercedes Benz Logo nutzen, um sich ins Gespräch zu bringen. Und das ist auch gut so. Denn, wenn es  schwarze Leggings und beigefarbige Zipfelshirts, die in Deinem Inneren so gern den Laufsteg beschreiten, nicht schaffen Dich auf die Titelseiten der lokalen Tageszeitungen zu hieven, dann zumindest aber Beine und Dekolleté von Shermine Shahrivar.

Gewiss, off-site geht es zumeist ein wenig elitärer zu. So auch diese Saison, wenn die Spree-Society auf Isar-Klüngel und Alster-Szene trifft, um in möglichst origineller Location einen Hauch von Hollywood zu schnuppern. Branchenriese HUGO macht’s möglich. Nach Tilda Swinton im Januar, sind wir gespannt, wen die Metzinger dieses Mal einfliegen lassen. Ausnahmsweise sorgt für den bislang glamourösten Akt Deiner Aufführung, liebe Modewoche, mal kein Fashion-Label sondern eine Einzelhandelskette. Mit Marc Jacobs als Schirmherr des von Peek & Cloppenburg initiierten “Designer for Tomorrow” Award, wird Dein Plastikgewand zum Zeitpunkt der Anwesenheit des Stardesigners im Paparazzigerangel vermutlich aus allen Nähten platzen. Doch das ist Dir egal, genauso wie die Frage, ob Mr. Jacobs  noch am selben Abend  im Berghain seinen Körper zur Schau stellt oder nicht.

Ja, liebe Modewoche, Du bist die Sprödeste unter Deinen Schwestern, auch wenn Du Dich selbst niemals mit Mailand, Paris und New York vergleichen würdest. Irgendwie haben wir uns an Dich gewöhnt. So werden wir Dein Handeln zwar weiterhin kritisch beäugen, geben aber unumwunden zu: wir freuen uns auf Dich!

Mercedes Benz Fashion Week Berlin

 

 

 

 


“Alexander McQueen: Savage Beauty” ab dem 04. Mai in New York

Posted: März 21st, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Alexander McQueen, photo Sølve Sundsbø for the Costume Institute @the Met

Designer Alexander McQueen hat mit seinem Freitod nicht nur eine große Lücke im Herzen aller Modeliebhaber und viele offene Fragen hinterlassen  sondern auch ein einzigartiges kreatives Erbe.

Damit dieses nicht in Vergessenheit gerät, aber auch um McQueens Leistungen und die Inspiration, welche er über Jahre hinweg der Modebranche lieferte posthum gebührend zu würdigen, zeigt das Costume-Institute des Metropolitan Museum of Art in New York in einer neuen Ausstellung das Beste aus den Archiven McQueens. Besucher dürfen sich auf Videos seiner spektakulärsten Schauen, Bilder der schönsten Werbekampagnen, Modeskizzen, Interviews und natürlich die Präsentation der dramatischsten Roben seiner Laufbahn freuen. Angefangen bei Stücken seiner Abschlusskollektion am Central Saint Martins College aus dem Jahre 1992 bis hin zu seinen letzten Entwürfen für die Herbst/Winter Saison 2010/2011.

Am Konzept der Ausstellung mit dem Titel “Alexander McQueen: Savage Beauty” sind Sarah Burton, McQueens langjährige rechte Hand und jetzige Kreativdirektorin des Labels sowie Modedesignerin und McQueen-Freundin Stella McCartney beteiligt. Andrew Bolton und Harold Koda, beide Kuratoren am Costume Institute, betonten auf einer Pressekonferenz den besonderen Einsatz von Anna Wintour für die Ausstellung. Ohne das Engagement der US-Vogue Chefin wäre das Projekt nicht Zustande gekommen. Bereits zwei Tage vor dem offiziellen Ausstellungsbeginn am 04. Mai, wird sich die internationale Fashionszene auf Einladung Wintours in NewYork einfinden um McQueen und sein Lebenswerk zu feiern.

Ein Buch zur Ausstellung erscheint Ende Mai.

Alexander McQueen: Savage Beauty
04. Mai – 31.07.2011

METROPOLITAN MUSEUM OF ART
Iris and B. Gerald Cantor Exhibition Hall, 2nd floor


Claude Montana ist zurück- zunächst nur in Buchform!

Posted: März 18th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Das Buchcover

Fast wäre es uns entgangen, doch dank der Kunstbuchhandlung Walther König sind wir doch noch auf den schon im November 2010 erschienenen Bildband über das Leben und Werk von Modedesigner Claude Montana aufmerksam geworden.

Claude Montana, das ist das in Vergessenheit geratene Modegenie. Mit finanzieller Unterstützung des Textilproduzenten “Juan Ferrer & Sentis” präsentiert Montana 1976 seine erste Kollektion unter eigenem Namen in einem Pariser Teehaus Namens Angelina. Eine Sternstunde. 19 Jahre nach der Entdeckung Yves Saint Laurents hatte Frankreich endlich wieder ein neues Wunderkind.

Drei Jahre nach seinem Fashion-Debut gründet Montana schließlich seine eigene Firma “Montana S.A.”. Seine messerscharfen Schnitte, die Streamline- Silhouette samt asymmetrischer Säume, die überdimensional großen Krägen, die bis zu den Ellenbogen reichenden Lederhandschuhe und natürlich die Herkules-Schultern, die, wie die veredelten und hautengen Biker-Lederjacken, zu seinem Markenzeichen wurden, prägen das modische Erscheinungsbild einer ganzen Dekade. Die Verarbeitung von Leder zu edlen, optisch ansprechenden Kleidungsstücken gilt als sein Spezialgebiet. Nur Montana war in der Lage, Frauen in Lederkluft von Kopf bis Fuß nicht nuttig aussehen zu lassen. In seinen Entwürfen verzichtete er auf Muster und setzte dafür auf brillante wie auch ungewöhnliche Farbnuancen. Mauscheltöne wie Senfgelb, staubiges Korallenrot oder frostiges Lavendel etwa.

Als Designer hat sich Montana 2002 ohne jemals seinen offiziellen Rückzug zu verkünden von der Modewelt abgewandt. Zwar existiert noch eine Website des Unternehmens, die jedoch nur Bildmaterial aus alten Tagen bietet. Unter der angegebenen Telefonnummer des Firmenstandortes hebt bei Anruf tatsächlich jemand den Hörer am anderen Ende der Leitung ab. Doch Fragen nach Montanas Verbleib bleiben unbeantwortet. Derlei Geheimniskrämerei heizt die Spekulation um seine heutige Existenz natürlich an. Öffentlich zeigte sich der  der scheue Modemacher bei einer Signierstunde für sein Buch im Pariser Teehaus Angelina, jenem Ort an dem er einst sein Fashiondebut gab.

Gerüchte von Drogenabhängigkeit und Verarmung drehen schon seit langer Zeit ihre Runden. Gelegentlich sieht man ihn noch als Gast auf diversen Modeveranstaltungen der alten Fashionelite von Paris, wie bspw. dem 100-jähigen Geburtstag der Couturienne Madame Carven vor anderthalb Jahren. Dabei trägt der Designer noch immer die Modelle seiner alten Kollektionen. Außer den Paparazzi-Bildern von solchen Veranstaltungen gibt es von ihm kein neues Bildmaterial. Sein letztes Pressefoto stammt aus den 90ern und wurde neben dem Einleitungstext seines Buches abgedruckt. Die Welt soll ihn in Erinnerung behalten als das, was er einmal wa: ein Moderevoluzzer.

Außerdem hält Jean-Jaques Layani, aktueller Inhaber der Firma Montana, ein Comeback der Marke noch für möglich, das allerdings schon seit 9 Jahren. Ob er dabei mit der Unterstützung des Firmengründers rechnen kann ist fraglich. Dieser erklärte in einem Interview mit WWD anlässlich seiner Buchveröffentlichung:

Ich habe kein übermäßiges Interesse am aktuellen Modegeschehen, einfach weil alles nur noch auf Basis geschäftlicher Notwendigkeiten entschieden wird. Um ehrlich zu sein, sträuben sich mir beim Wort Business die Haare. Natürlich wäre es wunderbar, zurückkehren, aber hierzu muss mir etwas in eine konkreten und akzeptablen Weise angeboten werden.

“Montana: Fashion Radical”, von Claude Montana und Marielle Cro, erschienen bei Thames & Hudson, 192 Seiten, Hardcover, € 39,99



ISAAC MIZRAHI – UNÜBERSEHBAR GUT!

Posted: Februar 28th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , , , , , | No Comments »

Totgesagte leben länger, das gilt diese Tage besonders für Modemacher Isaac Mizrahi. Mit der Präsentation seiner Kollektion unter dem Titel “Poodles & Cakes” bei der New York Fashion Week vor etwa anderthalb Wochen erlebt der 49jährige aktuell einen kleinen Hype.

So richtig weg vom Fenster war er eigentlich nie, zumindest nicht in den USA. Als Host der Reality-Show “The Fashion Show”, aber auch als Gast in diversen Talkshows wurde Mizrahi auch bei non-fashion-people zu einer Art “household-name”. Zwar betätigte sich der aus Brooklyn stammende Modedesigner mit jüdischen Wurzeln seit Beginn seiner Karriere auch modisch fast ununterbrochen und entwarf sowohl Kleidung für die Einzelhandelskette Target als auch für den Shoppingsender QVC, doch datiert die Modepresse die Hochphase seines kreatives Schaffens auf den Zeitraum von 1987 bis 1998. In diesen Jahren schickte sich Mizrahi alle sechs Monate an, die Monotonie des vorherrschenden Purismus auf den internationalen Laufstegen mittels Farbe und humorvollen Entwürfen zu durchbrechen, was zu Beginn seiner Karriere auch fabelhaft gelang.

Zweifellos zählte Mizrahi in dieser Zeit zu den Top 10 der New Yorker Modeszene, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung der Firma Chanel. Als Chanel aufgrund einer inkonsistenten Stilistik und daraus resultierenden unbeständigen Abverkäufen jedoch die Finanzspritzen für Mizrahis Unternehmen 1998 einstellte, entschwand der Designer allmählich aus dem Bewusstsein der Hochglanz-Tippsen. Etwa 5 Jahre lang war es ihm untersagt Mode unter eigenem Namen zu vermarkten. Nach Ablauf dieser Frist unterzeichnete er 2003 schließlich einen Vertrag mit dem Kaufhausriesen Target und begründete damit sein Comeback. Im Jahr 2008 beauftragte ihn das Bekleidungsunternehmen Liz Clairbone als Chefdesigner frischen Wind in seine altbackene Damenkollektion zu bringen. 2010 kam eine Modelinie für den Shoppingkanal QVC hinzu. Der Umsatz mit Massengütern finanziert letztlich auch seine 2009 neu eingeführte namenseigene Luxuslinie “Isaac Mizrahi New York Collection.”

New York, Februar 2011: Beim Gang über die Madison Avenue entdecke ich auf Höhe der 67. Straße an einem schmalen Backsteinbau ein Werbeschild des von mir schon für “out-of-business” geglaubten Isaac Mirzahi.

Schön schaut er aus, sein Name in Serifenschrift mit dem New York-Zusatz in roten Großbuchstaben. Schön auch die grün-blaue Kombi im Schaufenster, bei der der Schnitt bewusst schlicht gehalten wurde, damit Farbe, Haptik und Qualität wirken können. Ein bisschen Jil Sander aber eben “Made in New York”. Die Tatsache das Mizrahis Luxus-Kollektion fast ausschließlich in den USA erhältlich ist, schürt zudem die Begehrlichkeit. Wo sich anderorts, weder bei Barneys noch bei Saks, kaum noch etwas findet, was sich nicht überall sonst auf der Welt auch kaufen ließe, bekommt Frau in Mizrahis kleinem aber feinen Laden dieses typische Großstadt-Feeling zum Anziehen. New York als eine Art zweite Haut. Also genau das, was auch Diane von Fürstenberg mit ihrem aktuellen Werbeslogan “Dressing home” zu vermitteln versucht! Kosmopolitischer lässt es sich kaum shoppen!

ISAAC MIZRAHI STORE
23 East 67th Street
New York, NY 10065
USA
Tel: 001.212.288-8111
www.isaacmizrahiny.com

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Kinder im Fokus der Luxusgüterindustrie: Passen Couture und Kids wirklich zusammen?

Posted: Februar 10th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | 1 Comment »

Luxusartikel für Kinder polarisieren, den Modeprofi ebenso sehr wie den modischen Laien. Die neu lancierten Kindershades aus dem Hause Gucci, Sonnenbrillen für Buben und Mädchen ab 7 Jahren, sind zwar längst nicht so dekadent wie die Couture-Windeln aus dem Hause Dior oder das Kindermalbuch von Hermès, stimmen aber nicht minder nachdenklich bezüglich der “richtigen” Wertevermittlung an den Nachwuchs.

Für stilbewusste Mädchen, ein Modell aus der neuen Gucci Kinderbrillen-Kollektion / photo: SAFILO über Andrea Leitner PR

Nicht etwa die Frage ob Kinder so etwas tatsächlich brauchen gilt es zu klären, viel spannender scheint eine Auseinandersetzung mit der Frage, was eine Ausstattung der Jüngsten mit Statussymbolen über deren Eltern aussagt, aber auch wie, und ob überhaupt, sich die frühkindliche Versorgung mit Designeraccessoires nachteilig auf die Entwicklung der Sprösslinge auswirken könnte. Selbstverständlich gibt es Argumente die Luxus-Erzeugnisse für die Kleinen rechtfertigen. So ist es für Fashion-Mamis natürlich praktisch ihre Brut mit Kleidung aus dem selben Geschäft eindecken zu können wie sich selbst und nicht erst mit dem Kindewagen oder einem unruhigen 4-jährigen an der Hand noch einen weiteren Shop aufsuchen zu müssen. Und überhaupt, wie würde eine Mutter wirken, die sich selbst nur das Beste gönnt und ihre Blagen mit Klamotten aus dem Textildiscount abspeist?

Zudem gilt es in bestimmten Kreisen zu repräsentieren, sich selbst und natürlich auch den Erfolg des geehelichten Global-Players. Dabei lässt sich der eigene Wohlstand mit goldenen Baby-Puschen von Dior noch viel wirkungsvoller demonstrieren als durch Mamas Kelly Bag oder Papis “Submariner” von Rolex. Denn, was die Dekadenz hier noch stärker unterstreicht ist die Tatsache, dass Kinder ihren teuren Designerstücken alle 6 Monate nach deren Anschaffung bereits wieder entwachsen sind. Der daraus resultierenden erforderlichen Beschaffung von Nachschub haftet etwas Verschwenderisches an und Verschwendung galt schon immer als die plakativste Form der Zurschaustellung von Reichtum.

Mag sein, dass dies für die Mehrheit der Endverbraucher alles keine triftigen Argumente sind, die Luxusartikel für Kids rechtfertigen. Fakt ist aber, dass es eine Zielgruppe für derlei Erzeugnisse gibt und das allein ist Grund genug für deren Herstellung.

Die Cruise/Holmes Sippe ist hier nur ein prominentes Beispiel für konsumorientierte Eltern mit einem Faible für Kids-Couture.

Natürlich gilt auch hier die Devise leben und leben lassen. Doch wenn man bedenkt wofür Designermode mitunter steht: Prestige, Verführung und Sex; scheint die Frage, inwiefern diese Attribute in Verbindung mit einer unbeschwerten Kindheit zu bringen sind, berechtigt.

Geht es nach dem pädagogischen Ideal sollen Kinder offenen Auges durchs Leben gehen und Abenteuer erleben dürfen. Das ganz am besten draußen, heißt in natürlicher Umgebung. Frei von Statusgedanken und der Angst ihre Polo-Shirts zu beschmutzen. Eltern, die ihre Kinder als bloßes Anhängsel auf den Einkaufsboulevards dieser Welt hinter sich herziehen lassen, brauchen sich nicht zu wundern wenn ihr Nachwuchs eines Tages mit dem Begriff Lamm nur noch einen Mantel assoziiert.

Vielleicht wollte Guccis Chefdesignerin Frida Giannini mit ihrer Brillenkollektion für Mama und Tochter, wahlweise auch für Papa und Sohn, nur einen einheitlichen Look offerieren, doch das wiederspräche dem folgendem Satz des Pressetextes: “Jungen und Mädchen können ihren eigenen Stil durch eine reiche Farbauswahl zur Geltung bringen.” Seit wann bitteschön bedeutet eigener Stil so auszusehen wie die Eltern? Es gehört zum Reifeprozess Heranwachsender hinzu sich mittels Kleidung von seinen Eltern optisch abzuheben, nicht sich ihnen anzupassen. Zu allem Überdruss heißt es dort weiter: “Mit diesen einzigartigen Sonnenbrillen werden die Kinder schon zu richtigen Trendsettern”! Doch wem sollen 7-jährige mit ihrem Style eigentlich ein Vorbild sein?

Gewiss, auch ein erfolgsverwöhntes Unternehmen wie Gucci muss bereits heute Vorsorge für seine Existenzsicherung in der Zukunft treffen. Wenn den Brandmanagern des Hauses bei der Erstellung ihrer Konzepte eines Bewusst ist, dann der unabänderliche Fakt, das auch aus 7-jährigen einmal 27-jährige werden. Da kann man mit der Markenbindung gar nicht früh genug beginnen. Oder?


REVIVAL: Manish Arora neuer Creative-Director von Paco Rabanne!

Posted: Februar 7th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »
photo: by courtesy of Manish Arora

photo: by courtesy of Manish Arora

Auf die umjubelte Frischenzellenkur  für das Glamour-Label Thierry  Mugler durch Nicola Formichetti folgt nun die Revitalisierung des Modehauses Paco Rabanne durch Modemacher Manish Arora.

Dieser wurde jetzt vom Kosmetikhersteller PUIG, dem Eigner der Marke Paco Rabanne, beauftragt als neuer Creative-Director selbiger zu neuem Glanz zu verhelfen. Diese Absicht beinhaltet u.a. die Wiedereinführung der im Jahre 2006 eingestellten Damenkollektion zur Paris Week im Oktober 2011. Der Vertrag sei zunächst auf 3 Jahre befristet. Angeblich soll Paco Rabanne höchstpersönlich die Berufung Manish Aroras zum kreativen Kopf der einst von ihm 1967 gegründeten Firma gegenüber PUIG befürwortet haben.

Der in Neu-Dehli ansässige Arora ist seit 1997 selbst mit einer namenseigenen Line am Markt vertreten, welche er in Europa erstmals 2005 bei der London Fashion Week präsentierte. Zwei Jahre später, gab er schließlich auch auf der Modewoche in Paris sein Debut. Wie auch Monsieur Rabanne ist Manish Arora ein unkonventionell Denkender, ein Nonkonfomist. Ausgehend von seinen kunstvollen Entwürfen dürfte es ihm nicht allzu schwer fallen sich mit dem kreativen Erbe und der Designphilosphie seines Auftraggebers,  zu identifizieren. Ob er allerdings genauso intensiv mit Lötkolben und Kneifzange hantieren und Schnittmusterteile statt mit  Faden eher mit Metallschlaufen zusammenhalten wird, wie ursprünglich auch Monsieur Rabanne, bleibt abzuwarten.


BORIS BECKER im Interview mit HYPE

Posted: Januar 24th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Auch Tennislegende Boris Becker stattete der Mercedes-Benz Fashion Week  in Berlin, zusammen mit seiner Frau Lilly, einen Besuch ab.  Grund genug für ein kurzes Interview mit dem stilsicheren Jahrhundertsportler.

Boris Becker und HYPE-Chefredakteur Sven Barthel - Foto: Harald Fuhr

Herr Becker, wie empfinden Sie eigentlich den Presserummel um ihre Person?  Sie konnten sich den kurzen Weg  vom Zelteingang bis zur Presselounge nur im Schneckentempo und unter Geleitschutz bahnen, nervt das nicht mit der Zeit?

An manchen Tagen ist das auch für mich noch gewöhnungsbedürftig, aber ich mache das ja schon einige Jahre und weiß normalerweise wie ich mich in solchen Situationen zu verhalten habe. Es schmeichelt natürlich auch, dass nach so langer Zeit immer noch ein derartiges Interesse an meiner Person besteht. Andererseits kann diese Aufmerksamkeit auch sehr anstrengend sein.

Können Sie überhaupt noch in Ruhe einkaufen gehen?

Man erkennt mich eigentlich fast überall, und normalerweise lassen die Leute mich in Ruhe wenn sie mich sehen, außer in Deutschland!

Inwiefern ist Mode überhaupt ein Thema für Sie?

Mode macht mir und meiner Frau Spaß. Nun bin ich ja schon etwas älter, habe meinen Geschmack gefunden und weiche nicht mehr allzu sehr davon ab.

Was ist denn Ihr Geschmack?

Darf ich das mit der Nennung meiner Lieblingsdesigner beschreiben?

Nur zu!

Ich trage gerne Ralph Lauren, beruflich und privat! Ich mag Tom Ford und Dolce & Gabbana. Das sind meine drei Favoriten. Von den deutschen Labels schätze ich Hugo Boss.

Wer berät Sie in Kleiderfragen?

Was ich trage, entscheide ich alleine. Bevor ich aus dem Haus gehe, frage ich aber sicherheitshalber doch nochmal meine Frau, ob ich mit meinem Outfit nicht ganz daneben liege.

Herr Becker, ich bedanke mich für das Gespräch!


MICHALSKY STYLENITE

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Den Laufsteg bildete diesmal kein langer Streifen sondern ein großes weißes Rechteck über dem eine riesige Leinwand  auch den Zuschauern auf den hinteren Rängen des Tempodroms  Blicke auf Michalskys neue Herbst/Winter Kollektion im Detail ermöglichte.

Michalsky Fashion Show im Berliner Tempodrom - Foto: HYPE MAGAZINE

Michalsky Fashion Show im Berliner Tempodrom - Foto: HYPE MAGAZINE

Des Designers bevorzugte Farben für den Winter sind Schwarz, Weiß, Camel, Anthazit und Fuchsia. Pat Cleveland, Modelikone der 70ies, präsentierte ein bodenlanges weisses Kleid, großzügig besetzt mit Glitzersteinchen deren Funkeln im Scheinwerferlicht dem Publikum einen spontanen Applaus entlocken konnte. Lediglich die grauen Wildlederboots dazu wirkten ein wenig derbe.

Mit Ausnahme eines anthrazitfarbigen Glitzeranzuges sieht Michael Michalsky Männer im nächsten Winter lieber sportlich als formell gekleidet. Hi-Top Sneakers, kurze Jacken, Kapuzenpullis mit Reißverschluss, Baggy-Pants aus Flanell und ein subtiles Camouflage-Muster lassen Jungs wie Jungs ausschauen, und das ist auch gut so. Elegant hingegen offenbart sich Michalskys Frauenbild: Abendkleider mit Stufenvolants, schwingende Mäntel, ultralange Lederhandschuhe, Glitzerfransen und ein sexy Korsagenkleid aus gestepptem Leder waren auf den Punkt und verzichteten auf dekorativen Firlefanz.

Michalsky Fall/Winter 2011/2012 - Foto: MICHALSKY


BOSS: HUGO SIEHT ROT BEI BERLIN FASHION WEEK!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

HUGO F/W 2011 - photo: ©Michael Tinnefeld by courtesy of HUGO BOSS

Hugo Boss lud zur Modenschau und “tout le monde” strömte in die großzügigen Hallen der Neuen Nationalgalerie, die gemäß der Marken-CI der Linie HUGO entsprechend in Rot und Schwarz umgestaltet wurden. Wie zu erwarten, bildete die HUGO Show einen der Höhepunkte der Berlin Fashion Week.

Der Modegigant aus Metzingen scheute keine Kosten und Mühen den Abend zu einem glamourösen Ereignis werden zu lassen. Trotzdem blieb die Veranstaltung bodenständig. Die VIP-Dichte war zwar überschaubar aber mit Lewis Hamilton, Tilda Swinton und Chloë Sevigny hochkarätig besetzt. Verwunderung unsererseits herrschte im Falle der Platzierung der fabelhaften Angelica Blechschmidt. Die ehemalige Chefredakteurin der deutschen VOGUE hätten wir gerne in der ersten Reihe gesehen und nicht etwa in der dritten.

Und die Mode? Die wurde von der ersten Garde der momentan angesagtesten Laufstegbeauties auf einem schwarz gelackten Catwalk präsentiert. Dabei blieb Hugos Chefdesigner Eyan Allen dem cleanen HUGO-Stil treu und zeigte schmale Silhouetten, klare Linien, Glanzoptiken und coole Looks aus Leder, alles sehr souverän umgesetzt. Überraschend: Geht es nach HUGO trägt Frau auch bei Minustemperaturen noch Minirock. Die Farbpalette für den kommenden Winter beschränkt sich dabei auf Schwarz, Weiß, Dunkelblau, Kieselgrau und Camel. Als Farbtupfer für die kalte Jahreszeit propagiert HUGO Akzente in Rot. So weit so gut. Bleibt zu hoffen, dass auch die  schönen, feuerroten Herrenlederschuhe ihren Weg in den Einzelhandel finden.

HUGO F/W 2011 - photo: ©Jessica Kassner / by courtesy of HUGO BOSS


UNRATH & STRANO are back!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Foto: HYPE MAGAZINE

Nach der Insolvenz ihres Labels im Vorjahr, feierten Klaus Unrath und Ivan Strano am Donnerstag Abend ihr Comeback im Fashion-Zelt am Bebelplatz. Models mit einheitlichem schwarzem Lockenschopf, roten Kussmund und Kulleraugen erinnerten an Betty Boo und staksten unter den Augen von Franziska van Almsik und Minu Barati-Fischer über den silbernen Laufsteg. Es dominierten Schwarz, Gold, Oliv, Beige und Grau, ergänzt um Farbtupfer in Weiß und Blau. Schön zu sehen, dass Unrath & Strano trotz ihres Vorsatzes künftig auch bezahlbare Tageskleider zu schneidern, den Abendkleidern, die sie bei der Hauptstadt-Society einst so populär gemacht haben, auch weiterhin die Treue halten.


LAURÈL

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Photo: HYPE MAGAZINE

Zugegeben, so viel Coolness wie Laurèl bei der Präsentation seiner Herbst/Winter Kollektion 2011 an den Tag legte, hatten vor allem die unter 30jährigem im Saal dem Modeunternehmen gar nicht zugetraut. Eine Riege junger Bloggerinnen zeigte sich, ihren Gesichtsausdrücken nach zu urteilen, positiv überrascht und  hielt jeden einzelnen Look mit ihren Kameras fest. Die Show eröffnete Topmodel Karin Thormann, begleitet durch die musikalische Live-Darbietung der Band The Sounds, deren herrlich unterhaltsame Sängerin Maja Ivarsson, ein ultramarinblaues Minidress aus der vorgestellten Kollektion trug und mit ihrer Musik eine derart gute Laune im Saal verbreitete, die sogar Boris Beckers Ehefrau Lily zum rythmischen Wippen mit der Schulter verleitete.

Das Farbkonzept von Laurèl Chefdesignerin Elisabeth Schwaiger setzt für den kommenden Winter auf Braun- und Grautöne sowie Eisblau. Kontrastierende Akzente setzen dabei die Farben Rot und bereits erwähntes Ultramarinblau. Zudem propagiert Laurèl den Overall, kniehohe Lederstiefel, und lange Wildlederhandschuhe als unverzichtbare Must-haves für die Frau im Winter 2011/2012. Lässiger Chic mit 70ies Anleihen, die wertig und zeitgemäß rüberkommen – da schaut man gerne hin!


DAWID TOMASZEWSKI beweist internationales Niveau in Berlin – endlich!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Gemessen an seinen Entwürfen gehört Dawid Tomaszewski eigentlich nicht nach Berlin. Mit seiner zeitgemäßen Interpretation von Glamour sticht er wohltuend aus der Monotonie deutschen Mode-Designs heraus, das sich seit Ewigkeiten auf Basics und langweiliger Casual-Wear in Grau, Schwaz und Beige beschränkt.

Dawid Tomaszewski Fall/Winter 2011 - Foto: by courtesy of Dawid Tomaszewski

Das Grau und Schwarz nicht gleichbedeutend mit Tristesse sein müssen, bewies Tomaszewski mit seiner Show am zweiten Tag der Berlin Fashion Week. Zart fließende Bustierkleider mit weichem Fabverläufen, ein opulent mit Strass-Steinen besticktes Oberteil – très très chic, aufwendiger Strick, und in der Taille geraffte Bleistiftröcke aus Wolle, voilà!

Die stilistische Handschrift des in Polen geborenen Designtalents vertrüge im Wettbewerb mit den ganz Großen der Branche vielleicht noch einen Hauch mehr Mut, hat aber bereits jetzt schon sichtbar internationales Niveau. So ist es diese perfekte Balance aus Individualität und Kommerzialität gepaart mit einer sehr professionellen Selbstdarstellung, die auf Leistung statt auf billigen Showeffekten beruht, die Tomaszewski als Modemacher eine Glaubwürdigkeit verleihen mit der er vermutlich auch in Paris bestehen könnte.

Aktuell ist Dawid Tomaszewskis Kollektion mitunter das Beste Angebot was “Mode made in Germany” stilbewussten Frauen zu bieten hat: Mondän, sophisticated, im Detail raffiniert und handwerklich bestens verarbeitet!

Zweifellos ist Dawid Tomaszewski nicht nur für die deutsche Hauptstadt, sondern für die deutsche Modeszene insgesamt, die seit Wolfgang Joop, Jil Sander und Gabriele Strehle kein wirklich international wirkendes Label mehr hervorgebracht hat, ein Segen. Man kann nur hoffen, dass der junge Modemacher nicht eines Tages doch noch nach Paris abwandert.


PATRICK MOHR – Eiertanz zwischen Kommerz und Avantgarde

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

An Patrick Mohr scheiden sich bekanntermaßen die Geister. Die einen preisen ihn als das vielversprechendstes Talent der deutschen Modeszene, die anderen blicken fast schon mit Abscheu auf seine bislang nicht gerade massenkompatiblen, semi-konzeptionellen Entwürfe im “Sack und Asche Look”.

Foto: HYPE MAGAZINE

Doch nach der Präsentation seiner Kollektion für den kommenden Winter fiel der Applaus im Fashion-Zelt am Bebelplatz, durch die Stuhlreihen hinweg, deutlich verhalten aus. Mit Ausnahme einzelner “Wuo-Wow-Wah-Zwischenufe” seiner unerschütterlichen Fanbase. Ob es an der sonoren Musik lag sowie dem meditativen Schritttempo seiner Models beim Gang über den Laufsteg, oder schlicht und ergreifend an der Enttäuschung darüber, dass Mohr dieses Mal auf jegliche Provokation verzichtete, stattdessen, aufgrund neuer Firmenstrukturen, erstmals “kommerzielle” Kollektionsteile zeigte?

Nach wie vor reizvoll: die optische Aufweichung der Geschlechtergrenzen, ein kontinuierliches Prinzip in Mohrs Arbeit, wird durch das uniforme Make-up und die langen zurückgekämmten Haare seiner Models deutlich, insbesondere aber durch die zugklebten Münder und abgedeckten Augenbrauen. Typisch feminine und maskuline Elemente, die von der Form des Mundes und der Augenbrauen ausgehen werden so auf einen neutralen Nenner gebracht. Patrick Mohr benennt das Thema seiner Kollektion deshalb auch mit dem Begriff “eineiig”.

Die Erstellung einer Kollektion auf der Basis eines selbstgewählten Themas, dient Designern in der Regel dazu den roten Faden während der Kollektionserstellung nicht aus den Augen zu verlieren. Im Falle von Patrick Mohr war dieser am Mittwoch jedoch nicht erkennbar. Doch gerade Mohrs Verweigerung die Erwartungen seiner Anhängerschaft zu erfüllen, die scheinbare Unbekümmertheit über die Meinung Anderer sowie die Konsequenz mit der er seinen Idealen folgt sind genau jene Faktoren, die zumindest Berliner Bloggerinnen aufgeregt den Schauen Patrick Mohrs entgegenfiebern lassen.

Patrick Mohr ist nicht wirklich zu fassen. Er polarisiert, sowohl mit Fusselbärten und Alien-artigen Köpfen, wie bei seiner Show im Juni 2010 , als auch mit alltagstauglichen Kleidungsstücken, wie jetzt im Rahmen seiner aktuellen Show, unter dem salomonischen Titel “Monovular” vorgestellt.

Fazit: Es scheint als befinde sich der in München ansässige Modemacher augenblicklich in einer Art kreativem Schwebezustand. Wo geht’s lang, Herr Mohr? Die Antwort darauf bleibt Patrick Mohr dem Publikum bis zur nächsten Fashion Week schuldig.


LEVER COUTURE: ausbaufähiger red-carpet-chic!

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Foto: HYPE MAGAZINE

Modemacherin Lessja Verlingieris gibt nicht gerne Interviews, irgendwie scheint sie dazu zu schüchtern. Statt vor den Diktiergeräten der Reporter tobt sie sich lieber an ihren Kreationen aus.

Diese zeigte die erst 27-jährige Ukrainerin sodann auch zum ersten Mal auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin und zwar, dank grooviger Musikauswahl und flotter Choreographie, im Rahmen einer stimmungsvollen Show. Die Models, darunter Wolfgang Joops einstige Modelentdeckung, Franziska Knuppe, präsentierten kunstfertige, aufgebauschte Roben bestehend aus Schleppen, Rüschen und üppigen Volants. Tagestauglich sind Verlingieris Modelle zwar nicht, dafür garantieren sie ihrer Trägerin auf dem roten Teppich die volle Aufmerksamkeit. Wunderbar waren die aus schimmernden Metallplättchen gefertigten Kleider, welches Assoziationen an die Roben Versaces Mitte der Neunziger Jahre wecken, und dass, obwohl die Modemacherin dem italienischen Luxuslabel, so gar nichts abgewinnen kann, wie sie selbst sagt.

Dennoch: Wer sein Label mit dem Couture Begriff schmückt, der schraubt die Erwartungshaltung seines Publikums zwangsläufig gehörig nach oben. Die Liebe zum Detail darf sich bei einem “Couture”- Modell nicht auf einen einzelnen Teil des Kleides beschränken sondern muss sich eben auch sichtbar in der Verarbeitung eines Ärmels, des Revers und der Säume fortsetzen. Somit bleibt Couture als Königsdisziplin der Modeschaffenden für jeden Designer eine der schönsten, gleichsam aber auch eine der größten Herausforderungen, denen sich auch Verlingieris stellen muss.


A.F. VANDEVORST

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Die Berliner Modewoche begann mit einem internationalen Namen: A.F. Vandvorst. Bereits um 10 Uhr morgens präsentierten die Designer An Vandevorst und Filip Arickx am Mittwoch ihre Zweitline “A.Friend”.

Der Name sei dem Umstand zu verdanken, dass die Kollektionsteile dieser Line für die finanziell schlechter gestellten Freunde des Belgischen Designer-Duos gestaltet wurden, also für all diejenigen, die sich die Stücke aus der Hauptline -die übrigens in Paris gezeigt wird- nicht leisten können. So eine Geschichte kommt im notorisch klammen Berlin natürlich bestens an.

Was gab es zu sehen: tragbare Mode, Layerings und Wickeloptiken in verschiedenen Brauntönen, Rostrot und Schwarz und natürlich, typisch Vandevorst, feste Stumpfhosen mit einem applizierten roten Wollfaden als Eyecatcher. Das Styling gibt sich lässig, bei einzelnen Outfits auch fast schon nachlässig.

Auffällig waren insbesondere die Frisuren der Models. Haare, quer über das Gesicht der Laufsteg-Elsen gekämmt, muteten eigenwillig an, und verlangten den Models einen guten Gleichgewichtssinn ab. Glücklicherweise geriet trotz eingeschränkter Sicht keines der Mädels während ihres Laufs über dem Catwalk ins Schlingern.


BERLIN FASHION WEEK 2011: HYPE MAGAZINE BERICHTET!

Posted: Januar 18th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

Let the season begin!

Es ist wieder soweit, morgen startet die mittlerweile 8. Auflage der im Juli 2007 erstmals präsentierten Berlin Fashion Week. Ob sich die Modewoche der deutschen Hauptstadt diese Saison genauso behaupten können wird wie im Juli 2009, als die Präsenz von Modekritikerin Suzy Menkes, wie auch die Visite von Justin Timberlake, einen Hauch Internationalität verströmte und alle Beteiligten zwischen Bebelplatz und Flughafen Tempelhof beflügelte? Oder wird sich das Modespektakel eher zäh und spröde geben, wie im Super-Hitze-Sommer des vergangen Jahres, in dem die Stadt zeitweise wie ausgestorben schien. Eine Antwort bringen die nächsten vier Tage mit sich. HYPE MAGAZINE ist für Euch vor Ort und wird ausführlich berichten.


TV-TIPP: BILL KAULITZ & WOLFGANG JOOP gemeinsame Streifzüge durch Paris

Posted: Dezember 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Noch im September flanierten Modedesigner Wolfgang Joop und Tokio-Hotel Frontman Bill Kaulitz durch Paris. Gemäß dem Klischee von der Stadt der Liebe dichtete die Yellow Press  Botschaften von zarten Berührungen und verliebten Blicken. Joop, schon immer ein PR-Genie in eigener Sache, lieferte so den Trüffelschweinen der Klatschpresse sogleich auch noch ein wenig Futter hinterher. “Ich bin hin und weg von dem Jungen” zitierte besipielsweise die BILD Zeitung das kreative Multitalent. Begleitet wurden Joop und Kaulitz  bei ihren Streifzügen durch die französische Hauptstadt von einem Kamerateam des Fernsehsenders Arte, das die  Beiden für die Sendereihe : „Durch die Nacht mit…“ filmte.

Das Ergebnis dieser ultra-glamourösen Begegnung war gestern Abend um 00.00 Uhr auf ARTE zu sehen. Wer die Ausstrahlung vepasst hat, der darf sich auf die Wiederholungen  freuen. Diese werden gezeigt am:

Donnerstag, 09.12.10 / 05:00 Uhr
Samstag, 11.12.10 / 03:50 Uhr

Unbedingt anschauen!


Das HALSTON Debakel

Posted: November 12th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Was bitteschön ist im Hause Halston los?  Das einstige Jetset Label der amerikanischen Upperclass kriegt die Kurve nicht. Die Inhaber des 1968 in New York von Roy Halston Frowick gegründeten Labels, Filmproduzent Harvey Weinstein und Jimmy Choo-Inhaberin Tamara Mellon, haben seit ihrer Übernahme der Markenrechte im März 2007 mit roten Zahlen und einem geringfügigen Medieninteresse zu kämpfen.


Nun wurde über das Branchenblatt “Womens Wear Daily” jüngt bekannt das CEO Bonnie Takhar entlassen wurde,  wegen unerreichter Umsatzziele, aber auch weil ihr Kurs keine Verbesserung der Lage erkennen lies. Hire & Fire; im Top-Segment der Modebranche keine Seltenheit und bei einem  sich im Dämmerschlaf befindenden Betrieb an für sich auch keine große Meldung wert. Doch aufgrund der Tatsache das die Halston-Inhaber über ein beachtliches Privatvermögen verfügen und Tamara Mellon ihre unternehmerischen Qualitäten bereits bewiesen hat indem sie aus der unbeachteten Schuhmanufaktur “Jimmy Choo” ein globales Multimillionen-Dollar Brand schuf, stellt sich die Frage nach dem Grund für den konstanten Misserfolg Halstons.

Die zweimalige Neubesetzung des Chefdesigner-Postens binnen zwei Jahren, die Verpflichtung einer Schauspielerin als Head-Designern für die Zweitlinie “Halston Heritage”, und nun auch noch der Rausschmiss einer Führungskraft, deuten darauf hin, das nicht die Marke per se ein Problem darstellt -die hätte bei strategisch kluger Führung durchaus Potential-, sondern vielmehr die Protagonisten, die unter ihrem Dach arbeiten.

Natürlich ist es ungleich schwerer mal eben eine Modekollektion erfolgreich an die Frau zu bringen als an Selbige  Accessoires zu verscherbeln, die sich ohnhehin von selbst verkaufen, schon allein weil der Bedarf an ihnen wesentlich größer ist. Mit einem einzigen Paar Killer-Heels lässt  es sich eben schlecht durch den Winter stöckeln und eine “XL-Tote” taugt einfach nicht für den Abend in der Oper. Doch wer einmal einen schwarzen Hosenanzug, einen Trenchcoat oder einen crèmefarbigen Cashmere Pullover sein Eigen nennt, der braucht davon so schnell keinen zweiten mehr.

Doch ob nun Mode oder Accessoires, Halston mangelt es in beiden Kategorien an Mut zum Risiko. Viel zu starr hangelt man sich bei der Gestaltung der Kollektionen am stilistischen Erbe Herrn Halstons entlang. Das Resultat, ein Konfektionsprodukt ohne Relevanz. Wollen die nicht, können die nicht oder dürfen die nicht?  Die Frage richtet sich an die Designer des Hauses. Von kreativen Köpfen wie dem Italiener Marco Zanini, der vor seiner Zeit bei Halston, 10 Jahre lang  bei Versace erfolgreich die Couture Sparte verantwortete, darf man erwarten, dass er weiß, was ein Eyecatcher ist. Warum bloß zeigte er ihn dann nicht?  Die gleiche Frage könnte man getrost  auch seinem Nachfolger Marios Schwab stellen, dessen Entwürfe für die Sommerkollektion 2011 denen seines erfolgslosen Vorgängers zum verwechseln ähnlich sehen.

Gut möglich auch, dass die Riesen-Egos der Obersten im Hause Halston, ihr Gespür für den Zeitgeist trüben und auch deren Rationalität behindern. Wie sonst lässt sich erklären, dass ausgerechnet Sarah Jessica Parker bei einem der (ehemals) prestigeträchtigen Labels der USA Chef-Designerin der Zweitlinie “Halston Heritage” spielen darf? Wer versucht dies mit Frau Parkers persönlichen Stil zu rechtfertigen, dem sei gesagt, dass Stylistin Patricia Field die kompetentere Person für den Job gewesen wäre. So war schließlich sie es, die der Aktrice den Glamour-Look aus “High&Low” verpasste, für den “Missus Parker”  seit Jahren von Presse und Fans rund um den Erdball gefeiert wird. Dann wäre da noch die völlig überbewertete Celebrity-Stylistin Rachel Zoe, die Halston zwar intensiv supportet (und auch einen kleinen Anteil an dem Unternehmnen besitzen soll), deren Ruf als  größte Zicke unter der Sonne Kaliforniens  jedoch nicht gerade zur Popularitätssteigerung der Marke beiträgt. Niemanden der bisher mit der Aufgabe betraut wurde die Firma Halston zu entstauben, gelang es an deren glorreiche Zeiten in den Seventies anzuknüpfen.

Halston hat das gleiche Problem welches auch schon Firmen wie Jil Sander und Joop, unmittelbar nach dem Ausscheiden ihrer Namensgeber ereilte, Profillosigkeit!

Marken wie Halston, aber eben auch Jil Sander und Joop waren personifizierte Marken, deren Erfolg maßgeblich von der Persönlichkeit ihrer Gründer geprägt waren. Roy Halston Frowick, der 1990 im Alter von 57 Jahren an den Folgen seiner Aids-Erkrankung starb, war die konsequente Verkörperung des Jetsets und Gesicht des unlängst inflationär rezitierten Studio 54 Mythos. Mit seinem Tod starb auch die Authentizität seines Labels. Seine fließenden Silhouetten reflektieren den  Lebenstil einer elitären Szene innerhalb einer bestimmten Zeit.  So ein Coup ist mitunter auch ein Glückstreffer:  zu richtigen Zeit, mit den richtigen Klamotten an den richtigen Leuten, am richtigen Ort zu sein. Bei Halston passte einfach alles zusammen.

Unvergessen: Bianca Jaggers legendärer Ritt auf dem Rücken eines weißen Pferdes in die Hallen des  Studio 54, und zwar in einem Kleid mit Carmen-Ausschnitt von Halston. Das war 1977! Gewiss ein Fashion-Momet und etwas das nicht per Knopfdruck reprodzuierbar ist. Alles hat seine Zeit, doch anstatt neue Wege zu beschreiten halten die Verantwortlichen des Unternehmens  fast schon zwanghaft am 70er Jahre Spirit fest, als wolle man das Lebensgefühl dieser längst vergangenen Dekade mit aller Gewalt in die Gegenwart transferieren.  Genauso gut könnte man versuchen Mr. Halstons Asche aus dem Pazifik wieder zusammenzutragen um aus etwaigen DNA-Spuren einen Klon zu generieren. Doch das ist Fiktion. Die Realität hingegen lautet: Halston, das war einmal!


VALENTINO erhält Award in Beverly Hills

Posted: April 7th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Courtesy by FLICKR / Californian EM

Courtesy by FLICKR / Californian EM

Beverly Hills: Modeschöpfer Valentino (76) kommt trotz seines Rentner Daseins nicht zur Ruhe. Erst die Aufregung um den Rausschmiss von Allessandra Facchinetti, die sein Label als Kreativdirektorin nach dem Rückzug des Meisters aus dem aktiven Modegeschäft weiterführte, dann diverse Premieren an den mondänen Orten dieser Welt, anlässlich des Dokumentarfilms” Valentino: The Last Emperor”, der das Privatleben des Italieners ausleuchtet und nun die Verleihung der 6. “Walk of Style Awards”.

Bei dieser wurde der römische Edelschneider mit einer goldenen Plakette geehrt, die künftig den Walk of Style – Abschnitt der Luxusshoppingmeile Rodeo Drive zieren wird. Valentino selbst war bei der Verleihung am Donnerstag , dem 2. April vor Ort um eine symbolische Trophäe aus den Händen von Schauspielerin Ann Hathaway (Der Teufel trägt Prada) entgegen zu nehmen.

Valentino Garavani, wie immer mit Grill Hähnchen Teint, bedankte sich artig für die Verewigung seines Namens auf kalifornischem Boden und erklärte in seiner Dankesrede, das der Rodeo Drive für ihn die weltweit bedeutendste Einkaufstraße im High Fashion Bereich ist. Auch sei Hollywood mit seinen eleganten Leinwandgöttinnen ein Auslöser für seine Entscheidung Modedesigner zu werden gewesen. Die Walk of Style Awards wurden das erste Mal 1993 verliehen.

Unter den bisherigen Geehrten finden sich auch Giorgio Armani, Donatella Versace, Salvatore Ferragamo und Tom Ford. ?

Valentino
360 North Rodeo Drive
Beverly Hills, CA 90210
310.247.0103

www.valentino.com