Diese Ausstellung hat es in sich: Das “Puschkin Museum of Fine Arts” in Moskau verdeutlicht anhand exquisiter Roben Diors und ihrer Gegenüberstellung mit Artefakten und kunsthistorisch bedeutsamen Gemälden von Renoir bis Picasso, den Einfluss von Kunst, Architektur, Fotografie und Bildhauerei auf die Entwürfe der Moderevoluzzers.
Der Betrachter erlangt somit Geisteszellen stimulierende Erkenntnis von den Inspirationsquellen Christian Diors und seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marco Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano.
Mit der Wahl der ausgestellten Kleider und deren dramatischen Inszenierung vor neoklassizistischer Kulisse im Inneren des Puschkin Museum avanciert “Inspiration Dior” zu einem visuellen Knallbonbon; so opulent und prunkvoll wie einst der Habitus russischen Zarentums.
Die Ausstellung “Inspiration Dior” in Moskau ist noch bis zum 24. Juli 2011 zu sehen.
Das “Bäumchen-wechsle-dich-Prinzip” scheint in diesem Jahr auffallend oft Anwendung auf Designer in leitenden Positionen innerhalb internationaler Modeunternehmen zu finden. Fast könnte man meinen, Arbeitlosigkeit sei das ultimative Accessoire der Saison.
Neben der bisher prominentesten Entlassung im Falle Gallianos, musste auch noch so manch anderer kreative Kopf in diesem, noch jungen Jahr, seinen Hut nehmen. Meist werden schlechte Umsatzzahlen als Grund für die Entlassungen genannt, alternativ auch die unterschiedliche Auffassung zwischen Designer und Geschäftsführung bezüglich der stilistischen Ausrichtung der Kollektion. So einigte sich der Vorstand im Hause Balmain darauf, dass die Zielgruppe für verschlissene 1000-Dollar-Shirts doch zu klein ist um damit auf Dauer stabile Umsätze zu generieren. Das Resultat: Christophe Decarnin ist seit ein paar Wochen nun ganz offiziell nicht mehr als Chefdesigner für Balmain tätig.
Den jüngsten Rausschmiss verbucht das Modehaus Gianfranco Ferré, das seit dem Tod seines Gründers im Jahr 2007, in Ermangelung kreativer Visionskraft, konstant von Schließung bedroht ist. Diesen Zustand wusste auch das Designer-Duo Aquilano und Rimondi nicht zu ändern und so wurden die beiden vor wenigen Tagen von ihren Aufgaben als künstlerische Leiter entbunden.
Von der Öffentlichkeit beinahe völlig unbemerkt trennte sich im März die Lederwaren-Manufaktur Trussardi von ihrem Kreativchef Milan Vukmirovic. Zur Erinnerung all derer, die sich gerade fragen; Milan who?, sei darauf hingewiesen, dass der gebürtige Serbe einst als Creative-Director der Marke Jil Sander von 2000 bis 2003 für weit mehr Aufsehen sorgte.
Auch Issey Myakes Kreativdirektor Dai Fuijwara (seit 2006) und Louis Vuittons Menswear-Director Paul Helber haben ihren Arbeitsplatz vor wenigen Wochen geräumt. Letzterer wird übrigens durch den 31-jährigen Engländer Kim Jones ersetzt.
Chloé Chefdesignerin Hanna McGibbon musste in den vergangenen Wochen ganz schön bangen als ihre Stelle zur Disposition stand. Doch McGibbon kann durchatmen, zunächst, ihr Vertrag wurde dieser Tage um ein halbes Jahr verlängert. Komplett raus ist dagegen ihre Kollegin Vanessa Seward als Chefdesigneuse des couturesque angehauchten Labels Loris Azzaro. Zwischenmenschliche Missstimmungen in Folge eines Managementwechsels sollen Seward letztlich zum Abgang bewogen haben. Auch wenn es in etwa so spannend sein mag wie ein in Travemünde umgekippter Strandkorb, so soll der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass auch Clare Waight Keller als Kreativdirektorin der Marke Pringle of Scotland zurückgetreten ist. Aus persönlichen Gründen. Natürlich, was sonst!
Welche Überraschungen das Personalkarussell 2011 sonst noch bietet? Schaun mer’ mal.
Das Faszinosum der Pariser Modewoche bot vergangen Samstag zweifellos die Schau von John Galliano. Den nun bis in alle Ewigkeiten in Erinnerung bleibenden hässlichen Worten des Designers steht eine der besten Kollektion seit dem Laufstegdebüt seiner namenseigenen Linie gegenüber. Diese befindet sich ebenso im Besitz des LVMH-Konzerns wie das Haus Dior, das Galliano vergangener Woche wegen antisemitischer Äußerungen als Chefdesigner von Diors Womenswear-Sparte kurzerhand Adieu sagte.
Vielleicht hätte der eine oder andere Pressevertreter sich ein narzisstisches Modespektakel in typischer Galliano-Manier gewünscht, um im Anschluss in narzisstisch feuilletonistischer Manier über des Designers Weltentfremdung orakeln zu können. Doch diese Angriffsfläche bot Galliano den versammelten Gästen seiner Show in der Avenue Foch nicht. Stattdessen versprühten die 20 gezeigten Modelle in ausgewogener Balance zwischen hohem Modegrad und Tragbarkeit “haute elégance” im Stil der 30er Jahre. Dass die vorgestellten Stücke von Gallianos Label dieses Mal genauso gut unter dem Etikett Dior hätten laufen können, beweist wie sehr Monsieur Galliano die DNA seines ehemaligen Arbeitgebers aufgesogen hat.
Der Galliano Vibe für den noch weit in der Ferne liegenden Winter 2011/12 kam dieses mal nicht wie sonst üblich mit sensationellem Getöse daher, sondern leise und aufgeräumt, was vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse beinahe demütig anmutetet, eine nonverbale Entschuldigung im schicken Gewand. Dabei konnte der Designer zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Kollektion unmöglich wissen, dass Drogen und Alkohol eines Abends seine Zunge diabolisch tanzen lassen würden.
HYPE fashion-director Oliver Rauh weilt aktuell in Paris und hat die Show von Galliano gesehen. Grund genug hier einmal nachzufassen:
Oliver, glaubt man der Berichterstattung einer großen deutschen Tageszeitung, blieben Pominente und auch die Top-Player der Modebranche Gallianos Modenschau fern…
Es war eine Show im Stile der alten Modezeiten, eine intime Präsentation.
Da diese in der in der ersten Etage eines Stadtpalais in der Avenue Foch stattfand, ließen sich nicht alle Gäste erblicken. Bei der ersten Show saß neben mir schon mal Vertreter der amerikanischen Vogue und auch Patti Wilson war mit von der Partie.
War der Saal voll besetzt?
Galliano zeigte an diesem Tag seine Kollektion mehrfach. Die Plätze der Show, der ich beiwohnte, waren jedenfalls voll besetzt.
Wie war die Stimmung im Publikum?
Klingt banal ist aber so: super!
Wie war der Applaus?
Gut! Die Kollektion war absolut überzeugend, ich würde sogar sagen, traumhaft. Aber der sonst übliche tosende Beifall blieb aus, weil John nach der Show nicht zu sehen war.
Unglaublich aber wahr: Die britische Boulevard Zeitung “The Sun” hat auf ihrer Internetseite heute ein Video veröffentlicht, in dem Designer John Galliano im Pariser Café “La Perle” andere Gäste mit rassistischen Äußerungen beleidigt und die Frage einer Frau “Are you blond?” mit “No, but I love Hitler!” beantwortet. Der Clip kann aktuell nur auf der Website von The Sun abgerufen werden.
Bislang wurde darüber spekuliert, ob es sich bei der in dem Video zu sehenden Person überhaupt um John Galliano handelt, doch laut der Online Zeitung “Huffington Post” hätten Medien wie Le Monde, La Parisien und auch RTL den sichtlich berauschten Mann zweifellos als John Galliano identifiziert. Noch ist unklar, ob das Video die Situation von vergangenem Donnerstag zeigt, welche am darauffolgenden Freitag zu Gallianos Suspendierung im Hause Dior geführt hatte. Der Designer soll ein Paar, Geraldine Bloch und ihren Freund Philippe Virgitti, mit antisemitischen Parolen beschimpft haben. In dem von der Sun entdeckten Video, welches mit einer Handykamera gefilmt wurde, äußert sich der Modemacher darüber hinaus noch mit folgenden Worten: “People like you would be dead. Your mothers, your forefathers, would all be fucking gassed.” Galliano setzt sich gegen die Anschuldigungen von letztem Donnerstag juristisch zu wehr und klagt auf “Diffamierung”.
Das heute an die Öffentlichkeit gelangte Video lässt ihn nun allerdings unglaubwürdig wirken. Ob Dior nach diesem Vorfall noch an Galliano als kreativem Kopf des Unternehmens festhalten wird?
Wie der Branchendienst WWD am gestrigen Freitag berichtete wurde Modegenie John Galliano aufgrund angeblicher antisemitischer und rassistischer Äußerungen gegenüber einem Paar von seinem Arbeitgeber Dior suspendiert.
Der Vorfall habe sich am Donnerstag Abend, gegen 21 Uhr, im Szenecafé La Perle im Pariser Marais-Viertel ereignet. Galliano sei zu diesem Zeitpunkt schon beit weitem nicht mehr nüchtern gewesen. Die Situation wurde durch die anrückende Polizei aufgelöst, der Designer zur Befragung mit auf die Wache genommen. Diors Geschäftsführer Sidney Toledano reagierte unverzüglich und gab eine knappe Stellungnahme zu dem Malheur ab: «Das Modehaus Dior bestätigt in aller Entschlossenheit seine Null-Toleranz-Politik gegenüber jeglichen rassistischen oder anti-semitischen Äußerungen; bis zum Vorliegen der Untersuchungsergebnisse hat Christian Dior John Galliano von all seinen Aufgaben entbunden.»
Gallianos Anwalt Stephane Zerbib bestreitete derweil die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten. Das Debakel kommt für Dior zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. So steht steht dem Modehaus für den 4. März die Präsentation seiner Fall/Winter 2011 Kollektion im Rahmen der Pariser Modewoche kurz bevor. Gallianos eigene Schau ist für den 6.März angesetzt. Ob der 50-jährige Exzentriker, der die kreative Leitung von Dior seit 1996 innehält, an diesen Tagen seinen gewohnten Gang über den Catwalk im Anschluß an die Schauen vornehmen wird, ist derzeit noch völlig ungewiss.
Der französichen Radiosender “Europe 1″ zitierte das geschmähte Paar, demnach Galliano dieses mit folgenden Worten auf English attackiert haben soll: “Dirty Jewish face, you should be dead” und “Fucking Asian bastard, I will kill you.”
Laut Augenzeugen mit guten Kontakten zur Redaktion der deutschen Lifestyle-Zeitschrift SLEEK soll der verbalen Entgleisung Gallianos jedoch ein Streit zwischen dem Designer und dem Paar vorausgegangen sein, bei dem die Zwei den Stardesigner fälschlicherweise für einen Penner hielten, als dieser versuchte ein Gespräch mit ihnen anzuetteln. Wie SLEEK auf seiner Website berichtet, sollen der Mann und die Frau Galliano daraufhin als schmutzig und ekelerregend bezeichnet haben und ihm desweiteren zugerufen haben sich zu verziehen. Gallliano habe die Anfeindungen zunächst ignoriert, sei dann aber doch zum verbalen Gegenangriff übergegangen: You’re ugly and you’re fucking bag is ugly too. (Erstaunlich, nichteinmal im besoffenen Zustand kann Galliano über häßliche Damenhandtaschen hinwegsehen. Mon Dieu! )
Dies habe den Lebensgefährten der Frau aufgebracht auf Galliano in bedrohlicher Manier zuzugehen. Gallianos Bodyguard sowie Angestellte des Cafés hätten versucht die Situation zu schlichten. Dabei seien die bösen Worte Gallianos gefallen.
Wer ein iPad hat, gibt es hierzulande ab 499 Euro, der braucht für die teure Gerätschaft natürlich auch eine Schutzhülle.
Die liefert ab Dezember, und somit pünktlich zum Start des Weihnachtsgeschäfts, das Label Dior Homme – für ca. 650 Euro!
Das tiefschwarze Etui präsentiert sich vollständig aus Leder und mit netter Querstreifenprägung. Doch wer meint, er bekäme mit dem Kauf dieser high-end Variante eines protection-case, wenigstens etwas zum Angeben, der irrt. Die Gestalter des Mäppchens weigerten sich konsequent den Namen des Hauses auf der Außenseite oder an anderer Stelle der Schutzhülle zu platzieren. Lediglich die Prägung des Firmenlogos im Miniformat auf dem Klappdeckel informiert Sitznachbarn in der Abflughalle über die noble Herkunft des Covers. Manche nennen das, Perlen vor die Säue werfen, andere, Understatement. Interessant, dass selbst ein so banaler Gegenstand wie eine Schutzhülle derart polarisieren kann.
“Als ich bei DIOR anfing, wollte ich die Spinnweben wegfegen, das Haus wieder zum Leben erwecken.” sagt John Galliano rückblickend auf seine Anfänge in der Avenue de Montaigne. Seit 1996 prägt er die Marke Dior mit seinen eigenwilligen und innovativen Kreationen und führte das Luxuslabel erfolgreich in das neue Jahrtausend. Wie all die großen Persönlichkeiten der Modebranche hat er gewisse Gewohnheiten und Spleens. Hier sind 15 Fakten über John Galliano, die Sie bestimmt noch nicht kannten:
1) Er steht jeden Morgen um 5 Uhr 30 auf.
2) Am liebsten frühstückt er einen Frucht-Smoothie, Soja, grünen Tee und zwei Scheiben – man höre und staune – Schwarzbrot.
3) Um 7 Uhr trainiert er mit seinem Personal Trainer.
4) Er lässt sich von den Damen in der Pariser Luxusmeile Avenue Montaigne inspirieren.
5) Er wurde 1960 in Gibraltar geboren.
6) Seine erste Kollektion entstand genau 50 Jahre nach dem Debüt des großen Meisters Christian Dior.
7) Sein erster Entwurf für Dior wurde von Prinzessin Diana getragen.
8) 2000 ließ er sich von Obdachlosen inspirieren, was ihm den brancheninternen Spitznamen “Marie-Antoinette der Mode” einbrachte.
9) Er hat noch nie eine email verschickt.
10) Er hasst Telefone.
11) Seine Musen sind Kate Moss und Naomi Campbell.
12) Er lässt sich von seinen Assistenten und Praktikanten inspirieren.
13) Er liebt es, spät abends ein Duftbad bei Kerzenschein zu nehmen.
14) Er krizzelt seine Einfälle gerne auf Post-its, die er rund um sein Bett klebt, aber am nächsten Morgen nicht mehr lesen kann.
15) Sein bester Freund ist der Fotograf Jean-Baptiste Mondino.
Welche Frau wäre nicht gerne im Besitz einer Haute Couture Robe? Charlotte Smith besitzt gleich 3000 Stück davon und ist bereit, ihre üppige Garderobe mit anderen zu teilen…
Die Australierin hat das, wovon Millionen Frauen ihr Leben lang träumen. Brokat, Spitze, Pailletten, Tüll im Überfluss. Insgesamt 3000 Edelroben aus 2 Jahrhunderten zählen zu ihrem Besitz. Vor sechs Jahren bekam sie eine beachtliche Kleidersammlung von ihrer Patentante vermacht. Das Lebenswerk einer Modenärrin, die spendablen High-Society-Ladies immer mal wieder eine Robe abgeknöpft hat. Das Ergebnis: Modegeschichte pur, in Form von besonders exquisiter Stücke von Dior, Chanel und Co.
Allerdings wanderte die mondäne Vintage Sammlung nicht in Charotte Smiths persönlichen Kleiderschrank– als Kuratorin der Fashion and Textile Gallery in Sidney verhalf sie den Edelroben aus den Jahren 1790 bis 1995 mit einer Ausstellung zu neuem Glanz. Dajedes dieser Couture Kleider eine Geschichte erzählt, hat die modebegeisterte Charlotte Smith die Anekdoten Ihrer Patentante jetzt zu Papier gebracht– „for grown up girls“ wie sie sagt. „Dreaming of Dior“ heißt das Buch, das wirklich keine Wünsche offen lässt und den Leser in den tristen Zeiten der Finanzkrise ein wenig Ablenkung beschert und gedanklich in das Märchenreich fantasievoller Haute Couture entschweben lässt.
„Dreaming of Dior – every dress tells a story“ von Charlotte Smith
“Can I speak to Mr. Dior please?”, das T-Shirt aus der aktuellen Dior Winterkollektion (Fall 09) ist eines der wenigen Teile, mit dem der Herrensparte des Modehauses Dior seit dem Abschied von Hedi Slimane im Jahr 2007 endlich mal wieder Aufmerksamkeit zuteil wird. Auch wenn der Spruch zunächst cool anmuten mag, so birgt er eine unglückliche Doppeldeutigkeit in sich.
Angesichts der Tatsache, das Kris van Assche, mit seinem Entwürfen für Dior Homme bisher nur wenig Anklang bei Einkäufern und Modepresse findet, lässt sich der Satz auch als verzweifelter Hilferuf eines Chefdesigners deuten, der den Rat des stets stilsicheren Christian Dior bitter nötig hat.
Während sein Vorgänger Hedi Slimane, mit seiner ultraschlanken Silhouette, und den skinny-model-boys die Männemode revolutionierte und mit seinen Glam Rock Chic den Nerv der damaligen Zeit traf, unvergessen seine beiden von Pete Doherty inspirierten Kollektionen für die Saisons Fall 2005 und Spring 2006, verliert sich Kris van Assche in untragbaren, grotesken Entwürfen, die Mann einfach nicht tragen will. (Sakkos mit transparenten Chiffonärmeln irgendwer?).
Von seinem Debüt für Sommer 2008 bis hin zu seiner erst im Juni dieses Jahres vorgestellten Kollektion für Sommer 2010, hagelte es von Modeguru Tim Blanks, stets negative Kritik. Diese verpackt Blanks zwar stillvoll in intelligent gewählte Synonyme, ähnlich eines Arbeitszeugnisses, bei dem hinter jeder blumigen Formulierung, ein vernichtendes Urteil steckt.
V-Ausschnitte bis zum Bauchnabel, voluminöse M.C Hammer Hosen, ungelenke Proportionen, knielange T-Shirts, durchsichtige, billig glänzende Kimonos, kragen- oder ärmellose Sakkos und transparente Hemden, da kräuseln sich bei vielen Männern die Fußnägel. Nicht wirklich tragbar. Überhaupt Transparenz, das sieht am Manne immer unseriös und billig aus. Immer!
Kris van Assches Kollektionen wirken auffällig bemüht, einerseits dem populären Dior Look Slimanes aus kommerziellen Gründen nach wie vor zu entsprechen und anderseits in dem Versuch eine neue, eigene Handschrift zu entwickeln. Nun fragt man sich wie van Assche überhaupt in die privilegierte Situation kam, eine der einflussreichsten modischen Erbschaften des 21. Jahrhunderts anzutreten? Nun der Thronfolger war immer dicht dran am König. Der heute 33-jährige Belgier van Assche arbeitete jahrelang als Design Assistent von Hedi Slimane und bastelte mit ihm zusammen an den Herren Kollektionen für YSL und Dior, bevor er im März 2007 das Zepter bei Dior Homme übernahm. Mal sehen, wie lange er das Regiment dort noch beherrscht.
In der aktuellen September Ausgabe des amerikanischen Modemagazins W bezaubert Fotograf Craig McDean mit einer sehenswerten Modestrecke, gestylt von Alex White. Zu sehen gibt es 14 aktuelle Winterlooks, die mittels zweckentfremdeten Papiertragetaschen der großen Modehäuser, zu Kleidungsstücken umgewandelt, inszeniert wurden. Zur Photostrecke: W magazine
credit: Craig McDean for W magazine September 2009
Seit 1998 ergänzt Schmuckdesignerin Victoire de Castellane die extravaganten Entwürfe des Exzentrikers John Galliano für das französische Haus Dior mit ihren ebenfalls eigenwilligen und stets elaborierten Schmuckstücken. Sie liebt es groß, bunt und außergewöhnlich. 14 Jahre lang stellte sie als Head of Accessories ihren Sinn für Theatralik in die Dienste der Firma Chanel, bevor sie zu Dior wechselte. Die Designerin stammt aus der Cognac Dynastie Hennessy und ist die Nichte von Karl Lagerfelds Langzeit Assistenten Gilles Dufour. Das mag ihr den Einstieg ins Luxussegment natürlich erleichtert haben, doch allen Privilegien zum Trotz, wer ihre Arbeiten sieht, der merkt sofort, die Gute hat einfach Talent! Ihr neuester Coup ist die “Kings & Queens” Collection für Dior Joaillerie – im wahrsten Sinne des Wortes brilliant!
Dior, Yves Saint Laurent und Alexander McQueen haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam und doch bedienen sich alle drei Unternehmen der bewegten Bilder als zeitgemäßes Marketinginstrument.
Doch nicht nur die oben Genannten, sondern auch Chanel und Louis Vuitton setzen auf Videos als Markenbotschafter. Aufwendig inszenierte Kurzfilme, mit prominenter Besetzung, mal mehr, mal weniger gehaltvoll. Doch für wen machen die das? Es scheint als hätten die PR- Verantwortlichen renommierter Modehäuser das Internet als relevante Werbeplattform angenommen. Wobei die Streifen allein schon aufgrund ihrer Länge nichts mehr mit dem gewöhnlichen 30 Sekunden Spot zu tun haben. Die Filme werden zumeist auf der firmeneigenen Webseite gepostet oder als Einstimmung auf die Kollektion vor der Modenschau den geladen Gästen vorgeführt. Fast immer finden die Videos ihren Weg zu YouTube und damit auch in zahlreiche fashionblogs weltweit. Mannigfaltige Verbreitung zum Nulltarif! HYPE zeigt euch im folgenden drei aktuelle Beispiele: