Eigentlich braucht es keinen guten Zweck um sich den neuesten Bildband von Dolce & Gabbana zuzulegen. Die darin zumeist völlig nackten oder nur mit knappen Höschen bekleideten “Muscle-Marys” sind allein Grund genug, die ca. 50 Euro für das 252 Seiten starke Werk hinzublättern. Trotzdem geht ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf an das Projekt “Euploos”, welches Gelder sammelt um die Kunst-Bestände des Florentiner Kunstmuseums Online katalogisieren zu können.
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihrer Männerkollektion wundert es schon ein wenig, oder auch nicht, dass Domenico Dolce und Stefano Gabbana den Mann, ihren Mann, eher aus- als angezogen feiern. Homoerotische Komponenten sind unübersehbar.
In Bruce Weber’scher Manier inszenierte Fotograf Mariano Vivanco die führende Riege männlicher Topmodels von David Gandy über Noah Mills bis hin zu Madonna’s Ex-Toyboy Tony Ward, mal in schwarz-weiß, mal in Farbe. Allen gemeinsam sind ein perfekter Körper und vollendet symmetrische Gesichtszüge. Einen Meilenstein in der Geschichte der Modefotografie setzt Vivanco mit “Uomini” sicherlich nicht, dennoch ist das Resultat nett anzuschauen.
“Uomini” by Dolce & Gabbana, über Rizzoli, erhältlich ab 8. Februar 2011
Auch wenn sich Miuccia Prada und Giorgio Armani im realen Leben vermutlich nicht allzuviel zu sagen haben, so eint Beide immerhin die Tatsache bereits das Kleid für ein Mobiltelefon entworfen zu haben. Prada, Armani, Versace, Anna Sui, Unrath&Strano, Escada, Dolce&Gabbana- ringring…rrring, zogen nach. Do you talk fashion? So sinnentleert wie diese Frage, so überflüssig sind für den Verbraucher die von Top-Modedesignern gestalteten Mobiltelefone, die dennoch für trendbewusste Talker zum begehrten Must-have geworden sind.
Überflüssig? Einerseits! Andererseits sind Fashion Handys ästhetisch durchaus ansprechend (Prada LG, Armani Samsung) oder zumindest originell (Anna Sui Samsung) und aus marketingtechnischer Sicht ein wirklich spannendes Thema. Denn in der Masse immer wieder neu erscheinender Modelle in immer kürzer werdenden Zeitabständen ist eine „stylishe“ Hülle ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal um aus selbiger herauszustechen und somit ein wesentliches Kriterium für den lukrativen Absatz eines bestimmten Modells. Und wem bitteschön wäre mehr Kompetenz bei dem geschmackvollen Oberflächentuning zuzutrauen als europäischen Nobelschneidern. Das innovative Design des vor 5 Jahren auf den Markt geworfenen Handys “Razor” von Motorola bescherte dem amerikanischen Unternehmen Rekordumsätze und dem Razor einen sicheren Platz im renommierten Museum of Modern Art in New York.
Das Handy ist für zahlreiche, überwiegend junge, Menschen unlängst zum Statussymbol avanciert.
Giorgio Armani sprach in einem Interview bei der Wahl des Handys gar von einem Stilbekenntnis. Das Handy als Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe.
Das stete Bedürfnis des Menschen sich auf der Sozialskala nach oben zu orientieren und dies mit den entsprechenden Insignien, wie zum Beispiel Kleidung oder dem Auto zu demonstrieren sorgt dafür, dass Kooperationen zwischen Modehäusern und Mobilfunkherstellern auch weiterhin von kommerziellen Erfolg gekrönt sein werden. Es ist eine win-win-situation für beide Seiten. Die Modefirmen erhalten die Möglichkeit ihre Produktpalette zu erweitern; die Hersteller mobiler Sprechapparate profitieren vom glamourösen Namen exklusiver Modemarken und werten durch die Zusammenarbeit ihr nüchternes Image auf. Upgrade nennt man das. Ähnlich wie das Geschäft mit Parfums funktioniert auch das Geschäft mit den Mobiltelefonen. Parfum und Handy sind um ein Vielfaches günstiger als ein Kleid vom Edeldesigner und bieten somit der Masse die Möglichkeit ein Stück Luxus ihre Eigen zu nennen.
Der große Vorteil der Handys gegenüber der Parfumpulle liegt jedoch in der öffentlichen Präsenz. Während das Handy zu einem unverzichtbaren Begleiter durch den Alltag geworden ist, verstaubt der Flakon, ohne Publikum, im heimischen Badezimmer. Somit ist das Handy eine Art mobiler Werbeträger mit einem enormen Verbreitungsradius.
Der Einzug des Fashion Handys in deutsche Sakko- und Handtaschen hat bereits vor vier Jahren begonnen. Aufgrund des menschlichen Geltungsdranges spricht vieles dafür, dass auch weitere Modeunternehmen in Zukunft in das Geschäft mit den “cell phones“ einsteigen werden. Doch wo bleiben eigentlich die getunten Touchscreen-Modelle? Die Lancierung neuer smart-phones im Designerleibchen geht aktuell nur schleppend voran.
Mag sein, dass das Handy nur ein Gebrauchsgegenstand ist und eine durchdesignte Hülle zum eigentliche Zweck des Telefonierens so überflüssig ist wie ein Sonnenstudio in Simbawe, aus wirtschaftlicher Sicht machen sie jedoch Sinn, und das allein rechtfertigt ihre Existenz. Zudem verhält es sich stilistisch gesehen mit Handys wie mit der Bekleidung. Mit Prada ist man immer auf der sicheren Seite. “So let´s start talking fashion, baby.“
Supermodel Naomi Campbell feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Laufstegjubiläum und bekommt dafür von ihren Freunden Domenico Dolce & Stefano Gabbana eine limitierte T-Shirt Kollektion gewidmet.
Diese besteht aus 14 unterschiedlich bedruckten, aber in Form und Farbe immer gleich bleibenden, Baumwoll-Shirts. Darauf zu sehen: Aufnahmen von Naomi Campbell, geschossen von renommierten Modefotografen wie bspw. Steven Meisel, Patrick Demarchelier, Bruce Weber, Paolo Roversi und David LaChapelle.
Alle Einnahmen aus dem Verkauf des guten Stücks gehen an Naomi’s Hilfsorganisation “Fashion for Relief”, welche ursprünglich für die Opfer des sich im Januar dieses Jahres ereigneten Erdbebens auf Haiti gegründet wurde, und sich nun anschickt Hilfe zu leisten wo Hilfe gebraucht wird.
Der Verkauf der Charity-Shirts beginnt am Abend des Shopping-Events “Fashion’s Night Out” am 10. September 2010 im New Yorker Dolce & Gabbana Store auf der Madison Avenue.
Die charismatische Beauty wird dort von 18:30 bis 21.45 persönlich zugegen sein um gekaufte T-Shirts zu signieren.
Danach geht das Designer-Leibchen auf Tour und bietet sich den kommenden Herbst über ausschließlich in den Dolce & Gabbana Boutiquen in London (ab dem 21. September), Mailand (26.09), Paris (4.10.), Moskau (20.10.), Beijing, Hong Kong und Shanghai zum Kauf an.
Was wohl Alice Schwarzer beim Anblick dieser Werbeanzeige denken mag?
Jahrzehntelang kämpfte die streitbare Feministin für die Gleichstellung der Frauen -mit Erfolg- und dann kommt Madonna mit Starfotograf Steven Klein im Schlepptau angerutscht, um mal ordentlich über den Küchenboden im Hause Dolce & Gabbana zu schrubben und zwingt alle Frauen wieder in die Knie.
Ob Madonna uns hier mitteilen möchte, dass sie trotz 27 Jahren fortwährenden Starruhms und eines angehäuften dreistelligen Millionen-Dollar Vermögens noch immer das Mädchen von nebenan geblieben ist? Oder zieht sie es schlicht und ergreifend vor, wenn überhaupt, dann nur im Designerfummel durch ihre zahlreichen Immobilien zu putzen? Die Antwort bleibt uns der Superstar zunächst schuldig. Gewiss ist nun allerdings, dass good old Madge selbst in Gummihandschuhen eine verdammt gute Figur abgibt!
Jeder der schon einmal einen Blockbuster mit einem (Ex-)Supermodel in der Nebenrolle gesehen hat, weiß, die darstellerischen Fähigkeiten der meisten Models sind stark begrenzt. Sobald von den Mädchen etwas anderes gefordert wird als ihre Schönheit mit blasiertem Gesichtsausdruck zur Schau zu tragen und der Job eine Abweichung des gewöhnlichen Posings verlangt, wirken viele Models plötzlich auffällig ungelenk. So zuletzt auch die Top-Models, die sich bei der letzten Chanel Modenschau (ab Minute 2:09) mit Lagerfeld´s “Boy Toy” Baptiste Giabiconi “spontan” in einen Heuballen fielen ließen. Das Ganze wirkte so konstruiert und hölzern, und bewies abermals wie gefangen Models in ihrer Rolle als Repräsentantin der “Coolness” sind.
Ein wesentlich besseres Darstellungsvermögen zeigten hingegen die Beauties in Dolce&Gabbana´s Werbefilm “JALOU”. Auf ästhetisch ansprechende Weise wird in dem 90 Sekunden Clip, das von dem italienischen Designerduo gestylte Handymodell JALOU der Firma Sony Erickson beworben, welches nach einer Vorankündigung Ende August seit wenigen Tagen im Handel erhältlich ist. Warum die Damen, allesamt gekleidet in Dolce&Gabbana´s Fall/Winter Kolletion 2009, zum Schluß jedoch verhaftet werden, bleibt ein Geheimnis. Doch immerhin geben die Models auch bei den “Mug Shots” noch eine gute Figur ab.
Sex sells! Diese Regel ist gewiss älter als Madonna, und wurde von der Popgöttin, gleich zu Beginn ihrer Kariere und zu ihrem finanziellen Vorteil verinnerlicht.
Photo by Steven Meisel
Auch die Modebranche setzt auf nackte Tatsachen um steigende Umsätze zu generieren. Posierte Yves Saint Laurent in den 70er Jahren bereits nackt aber noch brav durch seine Brille blickend auf schwarzen Lederkissen um sein Parfum zu bewerben , hat sich die Bildsprache mittlerweile mehr in Richtung Interaktion verlagert. Die mal mehr oder wenige subtile Andeutung sexueller Handlungen ist für zahlreiche Modehäuser heutzutage Pflichtprogramm um auf ihr Produkt aufmerksam zu machen.
Tom Ford setzte bereits zu Zeiten als Gucci Creativ Director auf” JetSet Sex” und kommuniziert nun höchstpersönlich seine Lifestyle Philosophie als ein von manikürten Frauenhänden begehrter Playboy mit aufgeknöpften Hemd und behaarter Brust, um sein eigenes Label an den Mann zu bringen.
Terry Richardson for Tom Ford
Nur selten entstehen um derlei Anzeigenmotive noch Kontroversen und wenn doch, so bringen sie den Unternehmen eher kostenlose PR anstatt eines monetären Schadens. Die Provokation ist somit wohl kalkuliert. Der Unterschied liegt im Detail.
Dolce&Gabbana und D´Squared setzen ihren Anzeigen, ihren Zielgruppen und privaten Vorlieben entsprechend, auf 100% Prozent Testosteron und Homoerotik. American Apparel Gründer Dov Charney bevorzugt die frivole Schulmädchen Ästhetik und das italienische Mode Label Sisley polierte mit pikanten Werbeshots von Terry Richardson, der selbst ausschaut als sein er soeben einem 70er Jahre Porno entsprungen, sein Image auf.
Terry Richardson for Sisley
Alles geht, solange es ästhetisch ansprechend und cool daherkommt. Nur billig ist tabu!
Aktuell sorgt das Label CK by Calvin Klein mit seinem neuen Werbemotiv für die Winterkollektion 2009 für Aufregung. Zumindest in New York. Hier prangt die Aufnahme von Star Fotograf Steven Meisel unübersehbar als riesige Werbetafel hoch über der Kreuzung East Houston und Lafayette Street.
Darin räkeln sich drei Jungs und ein Mädel auf einem blassgrünen Samtsofa. Ein bisschen Haut, ein paar Designer Jeans, das war´s! Quantitativ überwiegt das männliche Geschlecht, wodurch das Bild tendenziell “gay” anmutet. Das Unternehmen kennt eben seine Klientel.
Steven Meisel, der Anfang der 90er Jahre Madonna für ihren Bildband SEX in weitaus deftigeren Posen ablichtete, ist versiert in der Inszenierung von Erotik für seine illustren Auftraggeber. Er ist zu amerikanisch und zu clever um ein Risiko einzugehen. Dennoch sorgt seine Anzeige seit Tagen für Gesprächsstoff. Das zumeist gebrauchte Argument der Motivgegner sind die Kinder. Das Problem dürfte jedoch einzig und allein bei den Erwachsenen selbst und ihrem verklemmten Umgang mit Sexualität liegen als weniger beim Nachwuchs. Schließlich gibt es nur marginal wenige Kinder unter 13, die sich für Modefotografie interessieren. Offenbar fühlen sich vorbeigehende Eltern Erklärungsnot, wo es nichts zu erklären gibt. Die Anzeige zeigt lediglich vier attraktive Menschen, “having a good time”. Andere wiederum argumentieren mit dem fehlenden Anspruch und beklagen, dass das Werbemotiv allzu offensichtlich auf unsere niederen Instinkte abzielt um einen schnellen Dollar zu machen. Dann gibt es noch die Fraktion derjenigen, die die Kampagne mit abgeklärter Langweile als “somewhat cheesy” abtun, nach dem Motto: ” Sex? Lieber hätte ich eine gute Tasse Tee”.
Es ist diese Doppelmoral der Amerikaner, die viele Europäer angesichts solcher Debatten verständnislos den Kopf schütteln lässt. Denn Konsequenzen aus ihrer Empörung zieht das Volk nicht, Calvin Klein verkauft noch immer die meisten Unterhosen im Premiumbereich in den USA. Natürlich sind die Amerikaner nicht per se gegen Sex, nur hat dieser eben ausschließlich unter der eigenen Bettdecke stattzufinden. Tür zu, Rollade runter, Licht aus! Leider fördert die amerikanische Politik diese Haltung indem sie sich in Fragen zur Sexualerziehung stets bedeckt hält und toleriert, das bestimmte Sexualpraktiken in einzelnen Bundesstatten gar unter Strafe stehen. Das führt zwangsläufig zu einem ambivalenten Körperverhältnis.
Doch gerade dieses Verbot schafft Begierde, schließlich ist nur interessant was man nicht haben kann, und damit erklärt sich warum trotz eines zur Schau gestellten Entsetzen, Sex sich in den USA besser verkauft als irgendwo sonst auf der Welt!
Erstaunlich wie sehr man seine Kariere beschleunigen kann wenn man(n) mit den richtigen Leuten schläft. In der neuesten Werbekampagne für die kommende Herbst/Winter Saison bewirbt das Label Dolce & Gabbana, seine schicken Klamotten mit Madonna´s aktuellem Boy-Toy, Jesus Luz.
Eine amouröse Liaison wird von Madonnas Managerin Liz Rosenberg bestritten, und auch das brasilianische Newcomer-Model hat in Interviews wiederholt beteuert Madonna sei nur eine Freundin. Ob nun eine rein platonische Beziehung oder crazy-in-love, geschadet hat die Verbindung zur Queen of Pop, dem 22-jährigen Brasilianer nicht. Kennengelernt hat der bis dato Unbekannte Lockenschopf den Superstar im vergangenen Jahr während eines gemeinsamen Fotoshootings für das Modemagazin W in Rio. Dabei verfiel “her Madgesty” augenblicklich dem Luz´schen Adam-Kostüm. Zudem konnte Madonna einen Seelentröster nach ihrer Scheidung von Brit -Regisseur Guy Ritchie (gähn) gut gebrauchen. Die Voraussetzungen um sich der berühmtesten Frau der Welt nähern zu dürfen sind nicht besonders hoch: Ein six-pack und das Versprechen auf Jugend und Madonna is yours! In ihrem Bedürfnis nach Geborgenheit ist die Multimillionen Dollar Frau mit den starken Schultern eben auch nur das Mädchen von nebenan, wenn auch im Designerfummel.
Die ganze Chose wirkt jedoch wenig romantisch und scheint sehr kalkuliert: So hatte das Semi-Model vor seiner Begegnung mit der Königin der Popkultur kaum einen einzigen Auftrag zu verzeichnen und forderte nach Bekanntwerden der Verbindung gleichmal pauschal dreiste $ 100.000 pro Job. Vermutlich weiß er um seine Halbwertzeit. Von seiner alten Modelagentur in Rio hat er sich getrennt und ist seit ein paar Monaten bei der renommierten New Yorker Agentur Ford Models unter Vertrag.
Dabei wirkt Jesus auf den Laufsteg ungelenk und gilt in der Branche auch als nicht sonderlich fotogen. Außer Paparazzi Bildern und besagter Fotostrecke mit Madonna, gibt es so gut wie keine professionellen Modeaufnahmen mit dem blauäugigen Latino. Nun kann er immerhin Dolce&Gabbana als erste internationale Referenz seinem Modelportfolio hinzufügen. Doch das geschulte Mode-Auge erkennt schnell, ein trainierter Body macht noch lange kein gutes Model. Es ist das gekonnte Zusammenspiel aus Gestik und Haltung, sowie das Bewusstsein für die Kleidung die das Model vorzuführen hat, wodurch sich Profi-Models auszeichnen. Hier versagt Jesus (ganz rechts im Bild) leider völlig. Er wirkt wie ein Laiendarsteller, der nicht weiß was gerade mit ihm geschieht. Ein Fremdkörper im Kreis der ihn umgebenden Profimodels Noah Mills, David Gandy und Adam Senn. Zu allem Überdruss wurde bei der Retusche auch noch vergessen die weiße Halspartie farblich an den Rest des Oberkörpers anzupassen. Well, shit happens!