Posted: Juli 12th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: 2012, Berlin, Bread & Butter, Designer, fashionshow, Hauptstadt, Hugo Boss, IMG, Kollektionen, Marc Jacobs, Mercedes Benz Fashion Week Berlin, Messe, Michalsky, Mode, Modewoche, Premium, Spring/Summer | 2 Comments »

Lizzy & Georgia May Jagger front row at HUGO SS 2012
Nach einem fünftägigen Modemarathon endete vergangen Samstagabend die neunte Auflage der Berlin Fashion Week mit einer Show des belgischen Labels A.F. Vandevorst. Was bleibt nach 21 besuchten Schauen sowie zahlreichen Nebenveranstaltungen, Ausstellungen und Parties?
Glaubt man den Aussagen des Veranstalters IMG so war die Modewoche -wieder einmal- ein voller Erfolg. Noch nie seien die Besucherzahlen so hoch gewesen. Auch Michalsky bejubelt die Zahl der Gäste seines Mode-Events, ca. 1.500 Geladene, sowie die Zahl der derjenigen, die seine Stylenite via Livestream im Internet verfolgten, und informiert darüber per Newsletter.
Wunderbar, dass die Fashion Week ein Publikum hat und wunderbar auch, dass die Zahl der Interessierten von Saison zu Saison wächst, doch Masse allein ist natürlich kein Garant für Qualität. Wer sind all die vor dem Zelt herumschleichenden Leute, denen zu manch schwacher Stunde, bspw. Samstagsvormittags, schon mal ein Ticket geschenkt wird, um die Sitzreihen zu beiden Seiten des Laufsteges zu füllen?
Die Antwort auf die Frage wer präsentiert hier was, wem und warum bleibt an vielen Stellen der Berliner Modewoche diffus. Insbesondere die Kollektionen einiger Berliner Designer kranken an einer Konformität, als hätten sie diese in Gemeinschaftsarbeit erstellt. Es herrscht ein unübersehbarer Mangel an Richtungsweisendem. Braucht es für unifarbene Cashmere-Pullis, einfache Bundfaltenhosen, schmucklose Trägertops und schlichte Sommerkleidchen wirklich eine Laufsteg-Präsentation?
Hartgesottene Anhänger der Berlin Fashion Week mahnen, dass Modegeschehen der deutschen Hauptstadt nicht mit dem Treiben der anderen europäischen Modemetropolen zu vergleichen. Eine fragwürdige Regel, die die Mahnenden zumeist nur mit einem naiven “Berlin ist nun einmal Berlin und nicht Paris” zu rechtfertigen wissen. Dabei ist der Vergleich mit dem Vergleichbaren doch ohnehin ein Automatismus in den Köpfen der Menschen, der sich nicht abstellen lässt. An wem soll sich die Berlin Fashion Week denn bitteschön sonst messen lassen, wenn nicht an ihrer italienischen, französischen, britischen oder amerikanischen Schwester?
Sich aus Angst vor einer schlechten Beurteilung dem Vergleich mit der Konkurrenz entziehen zu wollen ist feige. Die Augen zu verschließen und so zu tun als gäbe es London, Mailand und New York nicht, ist unsouverän. Natürlich, eine Fashion Week muss wachsen dürfen. Hier ist neben Selbstbewusstsein vor allem auch Selbstkritik ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zum Ziel. Das Verharren in alten Gewohnheiten, gleich einem trotzigen Kind, führt langfristig zur Stagnation. Berlin braucht mehr Glamour, bessere Models und auch stärkere Kollektionen. Um Letzteres zu gewährleisten, wäre eine strenge Selektion bei der Zulassung von Designern durch ein Komitee aus sachkundigen Mode- und Medienschaffenden hilfreich.
Kollektionen mit internationaler Handschrift wie die von Rena Lange, professionelle Shows nach dem Vorbild von Hugo Boss und nicht zuletzt der Sinn für Inszenierungen nach Michalsky-Art sind wesentliche Bestandteile des erfolgreichen Konstrukts namens Modewoche. Im Ringen um die internationale Anerkennung modischer Kompetenz der Berlin Fashion Week sind Ausnahmetalente wie die holländische Modedesignerin Iris van Herpen, die McQueenesque Kunst am Körper zeigte, unverzichtbar. Bitte mehr davon!
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Posted: März 17th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Creative-Diector, fashionshow, Lady Gaga, Mode, Musik, Nicola Formichetti, Paris, Stylist, Thierry Mugler, Video | No Comments »

Mugler Menswear Fall 2011/12
“Modeschöpfer wie Christian Dior brauchten früher weder Handschuhe noch Pferdeschwanz. Ihnen genügte ihr Talent.”
Mit diesem Seitenhieb auf Karl Lagerfeld, dem ewigen Rivalen seines verstorbenen Lebenspartners, Yves Saint Laurent, kritisierte Pierre Bergé, anlässlich des Rauswurfs von John Galliano bei Dior, den Druck der Modedesigner sich heutzutage auch als Person fast schon exzessiv-originell vermarkten zu müssen um der eigenen Arbeit Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Mag angesichts des vielfach bewiesenen gestalterischen Talents Lagerfelds Bergés Kommentar der Geschmack eines persönlichen Ressentiments anhaften, so steckt darin, Lagerfeld mal außen vor gelassen, mehr als nur ein Funken Wahrheit.
Einen Beleg für das Prinzip “show over quality” liefern die kürzlich im Internet verbreiteten Bilder der Menswear-Kampagne für die Wintersaison 2011/12 der Marke Mugler. Doch nicht nur die Werbemotive mit der Totenkopffratze von “Model” Rick Genest, sondern auch all die anderen, seit Jahresbeginn vollzogenen Marketingmaßnahmen zur Wiederbelebung der Modesparte des einstigen Glamour-Labels bestätigen die Notwendigkeit visueller Schockeffekte um in der Bilderschwemme des Internets überhaupt noch wahrgenommen zu werden.
So sprach das fashion-pack im Anschluss an die im Januar vorgestellte Männerkollektion weniger von den gezeigten Metzgerschürzen als vielmehr von Tatoo-Schreck Genest, der die Klamotten über den Laufsteg führte und sich in einem ästhetisch ansprechendem Werbeclip von Mario Vivanco vor dessen Kamera räkelte. Das gleiche Phänomen -viel Aufmerksamkeit um das Drumherum, wenig Beachtung für das beworbene Produkt selbst- lässt sich nun seit einigen Tagen auch an der Damenline des Hauses beispielhaft nachvollziehen. Des Labels neuer Kreativdirektor, Nicola Formichetti, der seit 2009 auch als schwule Kammerzofe Lady Gagas fungiert, bastelte gemeinsam mit ihr am musikalischen Konzept für seine erste Modenschau. Ein Video, das den Superstar als Model über den Catwalk torkeln zeigt, wurde nun bedeutungsschwanger als “Official Directors Cut” veröffentlicht. Dieser PR- Aktionismus, der primär darauf zielte, Pressevertreter anzuheizen, funktionierte jedoch nur bedingt. So finden sich zwar die “Mugler-Gaga-Genest-Videos”, die zum Pre-Release freigegebenen Photo-Stills, und diverse Remix-Versionen der nervtötenden Mugler-Mucke created by Lady Gaga zwar tausendfach in den Tiefen des World Wide Web wieder, doch wer eine kompetente Kritik zur Kollektion lesen möchte, muss danach zunächst einmal etwas länger googlen.

Und nun eben Philipp Genest als Werbeträger für die vergeigte Herrenkollektion. Ob eine zutätowierte Birne modekundige Männer drüber hinwegtäuschen kann, dass dem Sakko aus dem sie herausragt, letztlich das Revers fehlt. Geschmackssache?! Die amerikanische GQ jedenfalls, nutzt den gegenwärtigen Hype um Genest und schmückt sich mit ihm in einer Modestrecke seines aktuellen, zweimal im Jahr erscheinenden Style-Specials. Wann das Ende der Fahnenstange in puncto glaubwürdiger Exzentrik erreicht ist und Kreative sich wieder ausschließlich auf ihr Talent verlassen können um zu glänzen, steht in den Sternen. Gewiss ist nur, die große Show als Tarnmantel für schwache Leistungen ist peinlich, als i-Tüpfelchen genialem Schöpfertums bietet sie hingegen Unterhaltung auf höchstem Niveau.
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Posted: März 3rd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: Audi, fashionshow, Modemesse, Muenchen, Munich Fashion Woman, Natascha Ochsenknecht, Susanne Wiebe | No Comments »

Susanne Wiebe und Models, photo: by courtesy of ROCCHI PR
Glamour à la bayerische Landeshauptstadt bot vergangenen Freitag Susanne Wiebe’s Fashion Show zum Auftakt der Modemesse “munichfashion.women”. Im großzügigen Glasbau des Audi Zentrums München versammelten sich circa 500 Gäste um bei Häppchen und Schampus die Herbst Winter Kollektion 2010, der in Schwabing ansässigen aber international präsenten Modemacherin zu begutachten und nebenbei einen Blick auf den neuen Audi R8 Spyder zu werfen.
Design auf 4 Rädern folgte später Mode auf zwei Beinen. Doch zuvor zauberte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude mit seiner Lobeshymne auf die Stadt als Modestandort, allen Anwesenden ein Lächeln auf die Lippen. Die wenigen Berliner unter ihnen lächelten einfach mit.
Weitere Unterstützung erhielt Wiebe an diesem Abend durch prominente Freunde, die als Pressefutter in der ersten Reihe saßen oder aber als Models fungierten, wie Natascha Ochsenknecht, die den Idealtyp der Wiebe Kundin zu repräsentieren scheint. Selbstbewusst, energisch, lebensfroh! Wiebes Entwürfe für die kommende Wintersaison strotzen geradezu vor weiblicher Kraft! Auf Business Amazonen in Lederleggings folgten gezähmte Rockerbräute in salontauglichen Nietenoutfits. Schwarze Kostüme mit Leder- und Lackapplikationen und kleinen Pagoden Schultern erinnerten ein wenig an Claude Montana, was eine neben mir stehende Dame zu spötteln veranlasste dass das Gezeigte sie doch sehr an die 1980er Jahre erinnere. Macht doch nix, denke ich, war schließlich ne geile Zeit, die 80er.

- We love Pink!
Natürlich kann man es nie Allen recht machen. Dafür brachte ein silbernes Plisseedress Moderatorin Gundis Zambo zum Staunen, die in einem royalblauen Etuikleid und farblich passenden Schuhen, den Hingucker in der ersten Reihe bildete. Die Presse interessierte sich jedoch weniger für Zambos Oufit, als vielmehr für ihren jungen, gut gebauten aber noch nie zuvor gesehenen Begleiter. Angeblich ihr Fitnesstrainer; nicht mehr nicht weniger! Dieser hielt seine Hosen gleich mit zwei Gürteln auf den Hüften, wovon einer durch seine mit Glitzersteinen besetzte blinkende LED Schnalle besonders auffiel.
Mir gegenüber sitzt Bunte Society-Expertin Marie Waldburg, in einem mit reichlich Strass verzierten Strickjäckchen und blickt nachdenklich Natascha Ochsenknecht hinterher, als diese ihren Lauf schon fast beendet hatte und das nächste Model bereits am vorderen Ende des Catwalks angekommen war und für die Fotografen posierte. Was das wachsamste Auge der Münchner Schickeria wohl in diesem Moment gedacht haben mag?

- Naomi & Otto Kern, photo: by courtesy of ROCCHI PR
Der Gesichtsausdruck von Hemdenkönig Otto Kern ließ sich da schon leichter interpretieren. Offensichtlich fand er Gefallen daran, als seine schöne Gattin Naomi in einem Bustierkleid aus schwarzen Seidensatinfransen vors Publikum stakste und bei jedem einzelnen ihrer Schritte über den Laufsteg die Beine trotz ultrahoher Plateau-Hacken tapfer durchstreckte. Nur Laien knicken bei hohen Absätzen in den Kniekehlen ein!
Als schließlich Cocktaikleider aus Spitze und Pailetten mit Schleife in der Taille ihren Auftritt hatten, zückte auch die Nörglerin neben mir ihr Handy, um festzuhalten was ihren Geschmack getroffen hat. Letztlich kriegt Susanne Wiebe sie alle, die Großstadt-Sirenen, die Diven, die Ladys, die Geschäftsfrauen, die Mütter und auch die Nörglerinnen. “I am every woman” Eine Frau hat eben viele Facetten. In der Erkenntnis diese zu bedienen liegt die Stärke ihres Labels.
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Posted: September 17th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Duesseldorf, fashionshow, shocking radiance, Tom Rebl | No Comments »

photo: Oliver Rauh, by courtesy of Tom Rebl
Tom Rebl rebelliert. Der deutsche Modemacher mit Sitz in Mailand hat sich der Männermode verschrieben und bietet mit seinem Label “Tom Rebl / shocking radiance” eine Alternative zum Einheitslook von Lauren, Hilfiger & Co.
Sein Stil wirkt wie ein Appell an das Wilde im Manne. Die Samtanzüge und Lederjacken, die geblichenen Jeans und Paillettenshirts verstehen sich zumindest in stilistischer Hinsicht als klare Absage an gesellschaftliche Konventionen. Männer in High Heels? Warum eigentlich nicht!? Tom Rebls Entwürfe verkörpern das Lebensgefühl von Glamrock und Dandytum. Die Botschaft lautet Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung! Wer sich einen persönlichen Eindruck von der Handschrift des Central St. Martins Absolventen verschaffen will, hat dazu in den nächsten Tagen mehrfach Gelegenheit. Der Designer zeigt seine Fall 2009 Kollektion in Mailand, Wien und hierzulande in Düsseldorf. Wer dabei sein möchte, wird gebeten sich vorher bei der Presseabteilung zu akkreditieren.
Wann: Samstag, 26.09.2009, Einlass: ab 22 Uhr
Wo: Rudas Studios, Kaisstrasse 7-9, 40221 Düsseldorf Website: Tom Rebl

Tom Rebl fashionshow Düsseldorf
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