“BANG” SEX SELLS: MARC JACOBS PROVOZIERT mit neuer Werbekampagne

Posted: Mai 24th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | 1 Comment »

Marc Jacobs "Bang"

Marc Jacobs "Bang"

Yves Saint Laurent hat es bereits in den 70ern getan, Tom Ford ein Vierteljahrhundert später auch: die Rede ist von der Vermarktung namenseigener Produkte unter vollem Körpereinsatz, sprich nackt! Nun wirbt auch Marc Jacobs  völlig unbekleidet für seinen ersten eigenen Männerduft “Bang”.

Für die Werbekampagne räkelte sich der Kultdesigner auf knisternder “Erste Hilfe” – Folie und mit nichts außer einer XL-Variante der originell gestalteten Aluminiumpulle zwischen  den Beinen, vor der Linse seines Leibfotografen Juergen Teller. Das Motiv erntet  in den USA gegenwärtig zwar jede Menge Publicity, aber eben auch kübelweise Kritik. Ein homosexueller Modedesigner, der einen Parfumflakon “bumst” [to bang], entspricht offenbar nicht ganz den heteronormativen Moralvorstellungen prüder Amis.

Marc Jacobs’ Wandlung vom introvertierten Fashionmoppel mit Brille und langem, fettigem Haar, zum durchtrainierten, tätowierten, und betont schwulen Celebrity-Darling liefert die Erklärung für seine Lust zur erotischen Selbstdarstellung.

Er hat sich seinen Body hart erarbeitet, nun will er ihn auch zeigen. Warum, auch nicht? Mit der physischen Metamorphose des Modemachers vor drei Jahren, ging allerdings auch eine deutliche Veränderung der Marketingstrategie seines Unternehmens einher. Galt Marc Jacobs doch lange Zeit als Geheimtipp New Yorker Intelektueller wie Sophia Coppola und Cindy Sherman, hofiert Jacobs’ PR-Department seit der Mitgliedschaft ihres Chefs im Fitnessstudio, Frauen wie Victoria Beckham. Manch einer sieht darin die natürliche Entwicklung eines Künstlers, andere wiederum werten diese Form der Öffentlichkeitsarbeit als Ausverkauf der eigenen “ursprünglichen” Identität.

Längst verkauft sich Mode nicht mehr über Rocklängen als vielmehr über ihr Image. Die Botschaft “Sex pur” generiert den Modeherstellern dabei in der Regel gute Umsätze, denn “Sex sells”, insbesondere im high fashion Bereich. Niemand hat das so gut verstanden, und mit der Hilfe des Starfotografen Terry Richardson so konsequent umgesetzt, wie Tom Ford in seiner Funktion als Kreativdirektor von Gucci.

Den aktuellen Vorwurf einzelner, modeaffiner Zeitgenossen, seinen Kollegen Tom Ford allzu offensichtlich zu kopieren, muss sich Marc Jacobs aufgrund seiner Nackedei-Kampagne somit wohl gefallen lassen.

In einem Interview zur bevorstehenden Markteinführung des Duftes mit dem Branchenblatt “Womens WearDaily” begründet Marc Jacobs die hüllenlose Präsentation seiner Selbst mit der Tatsache, dass sich keine Kleidung auftreiben ließ, die die Bedeutung des Wortes “Bang” in der Art und Weise verdeutlicht hätte, wie Marc Jacobs den Begriff in Bezug auf seinen Duft verstanden wissen wollte.

Mission gelungen! Das Resultat aus Wort und Bild lässt keine weiteren Fragen mehr offen, außer vielleicht ob es sich beim Glanz auf seiner Haut nun um Baby-Öl oder “Après-Sex-Schweiß” handelt?

(Sven Barthel)

Marc Jacobs "Bang"

Marc Jacobs "Bang"

Mar Jacobs’ “Bang” ist ab Juli zunächst in den USA erhältlich und ab September auch im Rest der Welt.

siehe auch HYPE magazine:
Juergen Teller Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg

Marc Jacobs – Crazy in Love