GQ MAGAZIN: ERSCHÜTTERNDER ARTIKEL ÜBER HOMOSEXUALITÄT IM IRAK

Posted: Dezember 21st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | 1 Comment »

GQ Cover Januar 2010

GQ Cover Januar 2010

Ein großes Kompliment gebührt den Machern des Modemagazins GQ für ihren Mut neben unterhaltsamer  Lifestyle-Berichterstattung auch brisante Themen anzugehen.

So findet sich in der aktuellen Januar Ausgabe ein höchst aufrüttelnder Artikel über den Umgang mit Homosexualität im Irak, der mich bereits während des Lesens immer wieder ungläubig den Kopf schütteln ließ. Unter dem Titel “Das Gay Massaker von Bagdad” berichtet der Autor von schwulen Männern, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ein Leben auf der ständigen Flucht vor ihren Peinigern führen. Ihr einziger Begleiter dabei ist die Angst!

Angst davor denunziert, verraten und aufgespürt zu werden. Homosexualität gilt im Irak als illegal und wird laut Gesetz mit bis zu 7 Jahren Gefängnisstrafe geahndet. Was nüchtern klingt, gestaltet sich für die Betroffenen jedoch weitaus dramatischer. Tatsächlich müssen Homosexuelle im Irak um ihr Leben bangen.

Ganz offiziell hingegen wird Homosexualität im Iran, wie übrigens auch im Jemen und im afrikanischen Mauretanien per Gesetz mit der Todesstrafe quittiert. Dazu muss es noch nicht einmal zu nachweisbaren sexuellen Handlungen unter Männern gekommen sein. Ein Verdacht und die Anzeige eines Denunzianten genügen um eine Kette aus Repressalien, Demütigungen und fortwährender Verfolgung in Gang zu setzen.

Dass Homosexualität in ausnahmslos allen islamischen Staaten nicht gern gesehen wird, ist bekannt. In vielen dieser Länder wie bspw. Algerien, Saudi-Arabien, Afghanistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten aber auch in den bei Deutschen beliebten Urlaubsländern wie Marokko, Kenia und Mauritius ist Homosexualität strafbar und gesellschaftlich tabuisiert. In wenigen muslimischen Ländern wie bspw. Jordanien verbieten Gesetze zwar die Verfolgung von Homosexuellen, doch liegen hier zwischen kommunizierter Theorie und angewandter Praxis in Wahrheit Welten.

Dort wo Religion (die immer interpretierbar ist) und Politik einander vermischen, kann es keine echte Demokratie geben. Hier bleibt das Gesetz ein Ackerfeld, das scheinbar Jeder nach individuellem Gusto bearbeiten darf. Gewiss, andere Länder, andere Sitten, mag manch Einer an dieser Stelle einwerfen, doch diese Phrase kann nicht als Entschuldigung dienen Wegzusehen wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Bei allem Respekt vor der Religionsfreiheit und einen daraus resultierenden unterschiedlichen Wertekanon, Toleranz darf niemals in passive Akzeptanz von inhumanen Zuständen münden. Wir sind eine Welt! Egal ob christlich, muslimisch, jüdisch oder hinduistisch. Es gibt keine Rechtfertigung Homosexuellen den After zuzukleben und sie anschließend dazu zu zwingen Unmengen Abführmittel zu schlucken und Wasser zu trinken, bis der Darm platzt.

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Dies sind keine reißerischen Darstellungen von Ausnahmepraktiken sondern die traumatischen Erlebnisse von Menschen wie Du und Ich. Sie haben einen Kopf, Augen, Mund und Nase, zwei Arme und zwei Beine, doch leben sie in einem Land in dem das Recht auf Selbstbestimmung keine Selbstverständlichkeit ist.

Warum dieser Artikel, werdet ihr Euch vielleicht fragen?
Natürlich wollen wir Euch keinesfalls die Freude auf das Weihnachtsfest vermiesen. Doch wie ihr wisst, ist Weihnachten, auch das Fest der Nächstenliebe und der Besinnung. Während wir uns für ein paar Tage im Kreise unserer Freunde und Familie vom Alltagstrott ausklinken, gibt es Menschen die auch in dieser Zeit unsere Hilfe brauchen.

Wer also neben der Parfumpulle von Prada noch ein paar Euros für den guten Zweck erübrigen kann dem möchte ich in Anlehnung an den im GQ Magazin erschienenen Artikel von Matthew McAllester auf die Organisation “Human Rights Watch” mit Hauptsitz in New York und einer deutschen Vertretung in Berlin aufmerksam machen.

Die weltweit führende, unabhängige Nichtregierungsorganisation, setzt sich für den Schutz und die Verteidigung der Menschenrechte ein, indem sie die internationale Öffentlichkeit auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam macht und Einfluss auf politische Entscheidungsträger zu nehmen versucht.

Informationen über die Arbeit von “Human Rights Watch” findet Ihr unter www.hrw.org/de

Spendenkonto:

Human Rights Watch e.V.
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Kontonummer 602929200
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