Vive la Haute Couture! John Galliano’s DIOR-Show hat Signalwirkung

Posted: Juli 9th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

photo by courtesy of Dior

photo by courtesy of Dior

Es darf wieder geklotzt werden in der Haute Couture. Einer, der das mit am besten beherrscht ist John Galliano. Seine übergroßen, farbenfrohen Blütenkelchroben schwebten bei den Pariser Couture Schauen engelsgleich über den Laufsteg. Wie ein Feuerwerk der Botanik erlebten Modekritiker und Stars die Präsentation seiner Dior Herbst-Winterschau 2010/11 im Pariser Rodin Museum.

John Galliano hat sich mit dieser Kollektion, die als Hommage an die 1953 von Christian Dior erschaffene Tulpenlinie gedacht ist, wieder einmal selbst übertroffen. Romantisch, aber stets am Puls der Zeit, dank futuristischer Elemente, schickt der Designer seine Mannequins in die Mode Arena.

Um das Ganze nicht zu kitschig oder gar verkünstelt erscheinen zu lassen, greift Galliano zum gekonnten Stilbruch, indem er den Laufstegschönheiten Folie um die Köpfe wickelt und diese wie eingepackte Blumensträuße aussehen lässt. Doch das fulminante Blumenspektakel ist nicht nur das Werk eines begnadeten Modeschöpfers, diese Präsentation hat eine gewisse Symbolkraft für den momentanen Zustand einer schon mehrfach totgesagten Branche.

Es geht wieder bergauf im Luxussegment, so der einhellige Tenor bei den Pariser Schauen. Zwar wurden für die diesjährigen Défilées nur magere drei Tage anberaumt, doch sogar das einst angeschlagene Modehaus Givenchy, das in den vergangenen Jahren auf kostspielige Coutureschauen verzichten musste, war wieder unter den insgesamt 17 teilnehmenden Luxushäusern.

Die Verkäufe von Luxusroben scheinen wieder anzuziehen. Und genau darauf kommt es in diesem Segment an, welches auf Frauen zugeschnitten ist, die für handgefertigte, maßgeschneiderte Kleider fünf- oder gar sechsstelligen Summen hinblättern. «Von den Kundinnen der Edelschneider lassen sich allerdings nur zwischen 30 und 40 Prozent bei den Schauen sehen», gestand Designer Elie Saab kürzlich dem Fachblatt «Women’s Wear Daily». Vielen sei es unangenehm, wenn sie in einer Modenschau erkannt würden.

Auch Karl Lagerfeld bemerkt nach seiner spektakulären Löwenschau unter der Kuppel des Grand Palais: «Der Typ der Kundin ist heute ganz anders», so der Grandseigneur de la Mode gegenüber der Presse. «Früher kauften sie vielleicht ein Kleid. Heute kommen junge Frauen und nehmen gleich 40 Entwürfe.» Beachtlich! Auf die Frage, wer denn diese kaufkräftige Klientel sei, übt sich die Haute Couture Branche in vornehmer Diskretion. Warum eigentlich? In einem Rosenbouquetkleid à la Galliano muss man sich doch wahrlich nicht verstecken, diese Robe schreit förmlich nach Öffentlichkeit!

www.dior.com

Blütenzauber bei DIOR, photo by courtesy of DIOR

Blütenzauber bei DIOR, photo by courtesy of DIOR

(Text: Martina Klose)


Christie’s versteigert Isabella Blows Nachlass: Extravaganz von Alexander McQueen, Philip Treacy und Manolo Blahnik

Posted: Mai 19th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Photocredit: Wikimdedia
Photocredit: Wikimdedia

Ohne Kopfbedeckung fühlte sie sich unvollkommen. Isabella Blow, die Entdeckerin vieler Modeschöpfer und Models wie Alexander McQueen, Philip Treacy, Sophie Dahl oder Stella Tennant. Unverkennbar ihr exzentrischer StilZeit ihres Lebens hat sie modische Nachwuchstalente gefördert.

So kaufte die Mode-Mäzenin Mitte der 90er die gesamte Abschluss-Kollektion des damals noch völlig unbekannten Fashion-Studenten Alexander McQueen für 5000 Pfund. Eine Summe, die sie in wöchentlichen 100-Pfund-Raten abstotterte. Ihren Hochzeits-Hut ließ sie ebenfalls von einem Kunststudenten anfertigen, was der extravaganten Kreativdirektorin, die sogar schon als Assistentin der gefürchteten Vogue-Chefin Anna Wintour gearbeitet hat, zunächst den Spott der Kollegen einbrachte. Doch Isabella Blow glaubte an den Hutmacher Philipp Treacy, dessen Name und dessen Kopfskulpturen in der Modeszene längst ein Begriff sind.

Insgesamt 90 Haute Couture Roben von Stardesigner Alexander McQueen, der sich Anfang Februar das Leben nahm, 50 Hüte von Philipp Treacy sowie feinstes Schuhwerk von Manolo Blahnik zählen zu der beeindruckenden Sammlung, die das Auktionshaus Christie’s im Herbst versteigert. What we have is unique – it shows that McQueen really deserves his place in fashion history and that Isabella was there before anyone else, she saw what was good so far ahead of the game,” schwärmt Patricia Frost, Fashion-Direktorin bei Christie’s in London.

In der Tat wurde Isabella Blow Zeit ihres Lebens als McQueen’s Muse gehandelt. Doch je höher dieser im Fashion-Olymp aufstieg, desto mehr soll sich seine Förderin von ihm verraten und verlassen gefühlt haben. Nach einem langen Kampf gegen Depressionen und der Diagnose Krebs nahm sich Blow 2007 im Alter von 48 Jahren das Leben. Alexander McQueen sei angeblich nie über den Verlust seiner Vertrauten hinweggekommen. Am 15. September werden die kreativen Früchte Ihrer langjährigen Freundschaft zu neuem Leben erweckt. Dann wird Isabella Blows exzentrischer Kleiderschrank und damit ein Stück Modegeschichte bei Christie’s in London versteigert.

(Text: Martina Klose)

mehr: Alexander McQueen, Selbstmord eines Ausnahmetalents

Photo: by PinkMoose / FLICKR (creative commons)
Photo: by PinkMoose / FLICKR (creative commons)


www.christies.com


WER BRAUCHT SCHON COUTURE? …….Oscar de la Renta jedenfalls nicht.

Posted: Mai 5th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , | 1 Comment »

photocredit: Nitro101 via FLICKR

photocredit: Nitro101 via FLICKR

“Couture has become completely irrelevant”, diese für Modeliebhaber unbequeme These verlautbarte ausgerechnet der amerikanische Modeschöpfer Oscar de la Renta auf Anfrage der Redakteurin Nancy Hass zur Lage der Haute Couture.

Der 77-jährige Oscar de la Renta, der von 1993-2002 als Chefdesigner die Haute Couture Kollektionen für das Haus Balmain verantwortete und dessen namenseigene Pret-a-Porter Linie eher opulent als reduziert daherkommt, gilt demnach selbst mehr als Couturier denn als Designer.

Die Kunde von der Überflüssigkeit der Haute Couture aus seinem Mund, sorgte somit kurz nach Veröffentlichung des Artikels im Wall Street Journal vergangene Woche für lebendige Diskussionen in Modekreisen. Mit Ausnahme für das Modehaus Chanel, gilt Haute Couture allgemein als unrentabel. Das mehrwöchige Arbeiten an einem einzigen Kleid macht aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn und trotzdem halten namhafte Modefirmen an ihrer Couture Sparte fest. Begründet wird dies meist mit dem zusätzlichen Werbefaktor, den die Präsentation von Haute Couture generiert. Dadurch würde der Absatz anderer Produktgruppen angekurbelt, bspw. von Accessoires und Kosmetika. Wer sich Haute Couture nicht leisten kann, der greift wenigstens zur Parfumpulle des Hauses, um an dieser unerreichbaren Luxuswelt doch noch irgendwie teilhaben zu können, so die Logik der PR-Strategen.

Haute Couture gilt als Königsdisziplin der Modemacher. Hier können Designer ihr handwerkliches Geschick in Vollendung unter Beweis stellen und ihre Vision von der Idealfrau kompromisslos realisieren. Die Existenz der Haute Couture basiert somit nicht nur auf werbestrategischen Überlegungen, sondern auch auf der Liebe der Modemacher zu ihrem Job. Die Leidenschaftlichen unter ihnen sind froh, neben dem kommerziell Notwendigen, den schmucklosen Zweitlinien, den wenig richtungsweisenden Pre-Collections und Resort-Kollektionen zweimal im Jahr eine Arbeit präsentieren zu können, die ihren Überzeugungen und ihrer Begabung entspricht. Es geht um Selbstverwirklichung. Dass muss sich nicht zwingend rechnen, schließlich plagen die Couturiers privat keine finanziellen Sorgen. Wie auch Literatur und die bildende Kunst, stimuliert Haute Couture die Fantasie, und dient darüber hinaus den großen Textilproduzenten als Ideengrube für ihre 12 Kollektionen im Jahr.

verblasste Kunst? Photo: HYPE magazine
verblasste Kunst? Photo: HYPE magazine

Haute Couture ist europäisches Kulturgut und Mahnmal gegen Masse und Beliebigkeit zugleich. Über ihren Fortbestand entscheidet allein das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Medien und Fachpresse können allerdings einen wertvollen Beitrag zu ihrer Erhaltung beitragen, indem sie das Bewusstsein der Konsumenten für Wertarbeit schärfen, das Thema Couture für ihr Zielpublikum lustvoll, spannungsreich und zeitgemäß aufbereiten und fundiert von den Schauen berichten. Allzu oft wird der Begriff Couture nahezu inflationär benutzt und ziert zuweilen die Gesäßtaschen von in Drittlohnländern produzierten Billig-Jeans. Einfach übersetzt bedeutet Haute Couture nur die “Hohe Schneiderei”, doch gemeint ist damit Handwerkskunst, Originalität und Exklusivität. Es gibt Firmen, die schmücken sich wiederrechtlich mit dem in Frankreich geschützten Begriff und werden ihm dann leider doch nicht gerecht. Was Haute Couture auszeichnet definiert die Chambre Syndicale de la Couture Parisienne. Die Vereinigung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen ihrer Mitglieder global zu vertreten und die Kunst der hohen Schneiderei nachhaltig zu fördern. Die Ansprüche das eigene Firmenlogo mit dem Haute Couture Zusatz versehen zu dürfen, sind hoch: Ein Atelier oder zumindest eine Firmenzweigstelle in Paris mit mindestens 20 Vollzeitbeschäftigten ist Pflicht. Desweiteren verlangt das Haute Couture Prädikat nach zwei Kollektionen pro Jahr und das bitteschön mit jeweils 50 unterschiedlichen Modellen.

Doch wer trägt heutzutage eigentlich noch Haute Couture? Die prominenteste Anhängerin dieses höchsten modischen Segments ist die britische Bier-Erbin Daphne Guinness. Auch Scheidungsmillionärin Ivana Trump zählt zu den “Happy Few”, die zu öffentlichen Anlässen gerne be-(rauschende) Tüllbombem von Elie Saab zur Schau trägt. Hierbei stellt sich  die Frage, ob das Kleid auch tatsächlich gekauft oder nur geliehen wurde. Wobei letzteres den Couturiers auf Dauer natürlich nicht weiterhilft. Die milliardenschweren Amerikanerinnen Suzanne Sapperstein und Iris Cantor, zählen bei den Couture Schauen zwar immer noch zum Inventar, sind aber einer aussterbende Spezies, leider! Viele der “neuen” Kundinnen kennt man nicht (mehr). Es sind reiche aber anonym lebende Frauen aus Russland und dem mittleren Osten. Das Klagelied über diese Klientel ist indes nicht zu überhören. Den Russinnen und Araberinnen eilt der Ruf voraus, die ultra-aufwendigen Gewänder eher als Statussymbol zu missbrauchen, statt sie als textiles Kunstwerk wertzuschätzen. Die Philosophie über Qualitäten, Haptik und Klöppeltechniken spielen in ihren (Kultur)-Kreisen eine untergeordnete Rolle. Nur teuer muss es aussehen!

Immer wieder taucht in der Diskussion um Haute Couture, die Frage auf, ob diese überhaupt noch zeitgemäß ist? Gegenfrage: Sollte Qualität nicht immer eine Existenzberechtigung haben, Schönes erhalten werden? Haute Couture erinnert uns daran, dass Mode mehr ist, als die langweilige Schwedensoße, die uns die ewig gleichen schwarzen Jersey T-Shirts, Skinny Jeans und graue Leggings als Lifestyle verkaufen will. Schrecklich, wenn in 30 Jahren junge Menschen bei der Frage, was ist Mode, zuerst an “Acne” oder “Filippa K” denken würden.


ADIEU MONSIEUR! CHRISTIAN LACROIX – ENDE DER TAFTORGIE

Posted: Dezember 3rd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Nun also doch! Nach langen Querelen um die künftige Führung des insolventen Modehauses Christian Lacroix, entschied das Pariser Handelsgericht am vergangenen Dienstag dem Restrukturierungsplan des Lacroix-Besitzers Falic Group stattzugeben, nachdem Übernahmeangebote durch  Kaufinteressenten aufgrund nicht gesicherter Finanzierungsnachweise abgelehnt wurden. Mit der aktuellen Entscheidung wird die Haute Couture Sparte, wie auch das Geschäft mit der Prêt-à-Porter eingestellt.

le style de Christian Lacroix
le style de Christian Lacroix

Modemacher Christian Lacroix selbst ist somit raus aus dem Unternehmen und mit ihm 110 weitere Mitarbeiter, die in Kürze ihre Entlassungspapiere entgegennehmen müssen. Gemäß des Sanierungskonzepts der Falic Group wird das Modehaus künftig als Lizenzbetrieb mit 12 Mitarbeitern weitergeführt werden. Unter dem Namen Christian Lacroix werden weiterhin Parfums, Accessoires, Hochzeitskleider und Herrenbekleidung vertrieben. Im neuen Jahr könnten weitere Lizenzvergaben in den Bereichen Optik, Schreibmaterialien und Dekoration folgen. Der Markenname Christian Lacroix wird demnach nicht von der Bildfläche verschwinden, aber mit Sicherheit an Exklusivität einbüßen. Der Lacroix-Schriftzug auf Feuerzeugen, Regenschirmen, und Schwimmflügeln vermag mittelfristig die Schulden des Unternehmens zu tilgen, und wird dabei zwangsläufig seine eigene Inflation hervorrufen. Pierre Cardin lässt grüßen.

Angesichts der Tatsache, dass das Haus Lacroix seit seiner Gründung 1987 nie rentabel war, fehlte es offenbar in all den Jahren seiner Existenz an einer fundierten Marketingstrategie. Das schöpferische Talent Christian Lacroix ` ist unumstritten, doch das, was der Créateur in handwerklicher Vollendung zweimal im Jahr über den Laufsteg schickte entsprach nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeist. Wer da anderer Ansicht ist, der möge jetzt seinen Kleiderschank öffnen und nachsehen wie viele Teile er von Monsieur Lacroix sein Eigen nennt. Christian Lacroix ist ein Verfechter einer nicht mehr existenten Pariser Salonkultur, von höfischer Eleganz und darüber hinaus ein Experte auf dem Gebiet europäischer Kostümgeschichte. Das Problem dabei ist nur, das heutzutage niemand mehr mit Schranktruhen verreist. Klein, handlich, pflegeleicht, businesskompatibel und kombinierbar soll es sein. Alles andere bringt kein Geld!

Lacroix ist das Gegenteil dessen was auf den Straßen zu sehen ist. Lacroix, das ist roter Teppich, Opéra Garnier und 1001 Nacht, aber gewiss nicht Wirtschaftskrise, Air Berlin und PayBack-Karte. Das von zahlreichen Bloggern einhellig angestimmte Klagelied vom Untergang der Haute Couture anlässlich der Lacroix Pleite, irritiert angesichts deren Outfitposts im schwarz, grau, weißen Einheitslook von Acne, Patrizia Pepe und Co.

Christian Lacroix Fall 09 / photo by Corso Come/FLICKR creative commons

Christian Lacroix / photo by Corso Como at FLICKR creative commons


Möchte man sich wie Lacroix, als charakterstarke Künstlerseele den Anforderungen des Marktes nicht beugen, so wäre es für sein Haus aus wirtschaftlicher Sicht gewiss sinnvoll gewesen die Botschaft vom Pariser savoir vivre, von french allure und Grandezza in Form von bezahlbaren Accessoires unter die Leute zu bringen und mittels einer volksnahen Vermarktung der Firmenwerte die Begierde nach der unerreichbaren Haute Couture zu wecken. Womöglich war dem intelligenten Grandseigneur diese Art des marktschreierischen Modemarketings suspekt, ebenso wie ihm die abgespeckten Zweitlinien zuwider waren. Ein Designer ist Dienstleister und kein Künstler, sagte Tom Ford einmal. Banale Worte, deren Beherzigung Mr. Ford reich gemacht hat. Zu banal, für Monsieur Lacroix, dessen Unternehmen mit mehreren Millionen Euro in der Kreide steht.

Wer ist schuld an der Misere? Der Mode-Schöngeist, der fernab jeglicher Realität in seinem Studio in der feudalen Rue du Faubourg Saint-Honoré opulente Ballonröcke aus Seidentaft zusammenbauscht oder inkompetente Finanzberater und Marketingfachleute eines amerikanischen Mutterkonzerns ohne jeglichen Sinn für französische Lebensart? Oder sind es vielleicht doch die Einkäufer namhafter Boutiquen und Nobelkaufhäuser, deren Ordermengen einfach nicht ausreichend waren um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern. Ist die Geiz-ist-Geil Mentalität unserer Gesellschaft schuld am Siechtum der “hohen Schneiderei”? Menschen, die auf Stilzitate, inspiriert von flämischer Malerei und französischer Literatur, pfeifen und es sich lieber mit einer Chispstüte auf dem heimischen Sofa vor dem Fernseher bequem machen, wie Lagerfeld erst kürzlich das Bild vom dicken Hausmütterchen verbalisierte?

Die Antwort darauf ist sich die Modebranche bis heute schuldig geblieben!


WO GEHT´S LANG CHRISTIAN LACROIX?

Posted: Oktober 29th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Christian Lacroix, by courtesy of: Christian Lacroix, Paris

Christian Lacroix, by courtesy of: Christian Lacroix, Paris

Nach neuesten Informationen scheint die Zukunft des bankrotten Modehauses, welches im Mai dieses Jahres Insolvenz anmelden musste, so gut wie gesichert. Der arabische Scheich Hassan Ben Ali al-Nuaimi habe ein formelles Übernahmeangebot in Höhe von 100 Millionen Euro gemacht, dass auch die Übernahme der Schulden, die Sicherung der noch bestehenden Arbeitsplätze und auch die Aufrechterhaltung der Haute-Couture-Division umfasst.

Eine absolut zufriedenstellende Offerte für alle Parteien, Schuldner wie Gläubiger gleichermaßen. Dennoch wurde die Bewilligung des Verkaufs nun vom zuständigen Pariser Handelsgericht von Ende Oktober auf Mitte November vertagt, da bislang noch kein anständiger Businessplan für das Unternehmen vorliege. Dieser soll nun nachgereicht werden. Die Verhandlungen um das 1987 gegründete Unternehmen werden am 17. November wieder aufgenommen. Christian Lacroix, der gegenwärtig nur Angestellter der amerikanischen Falic Group ist, denen das Modehaus mit Stammsitz in der Pariser Rue du Faubourg Saint-Honoré seit 2005 gehört, wird in der neuen Konstellation zum Geschäftspartner mit einer Minderheitenbeteiligung.

Als sicher gilt, dass der 58-jährige Modemacher auch weiterhin die kreative Führung behalten und somit verantwortlich für Couture und Prêt-à-Porter zeichnen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass es Lacroix künftig gelingt seinen künstlerischen Anspruch mit den Bedürfnissen des Endverbrauchers in Einklang zu bringen. Die Herausforderung besteht darin, eine dem Zeitgeist entsprechende, kommerziell erfolgreiche Mode zu kreieren, die dennoch dem Namen Christian Lacroix hinsichtlich Qualität und Stil gerecht wird.

Fans des Couturiers, sei an dieser Stelle ein absolut lesenswertes Interview empfohlen, welches der Modezar dem französischen Blog UN NOUVEAU IDEAL gewährte. Der stets reflektierende Designer teilt darin seine kritischen Ansichten zur Modebranche, spricht von einer narzisstischen Masturbation der Modebranche, so wie über die aktuelle Situation der Firma, die seinen Namen trägt.

Zum Interview von UN NOUVEAU IDEAL


LORIS AZZARO: DESIGN YOUR OWN DRESS!

Posted: September 4th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , | No Comments »

azzaro-previewAls Designer war Loris Azzaro niemals wirklich stilprägend, zählte aber mit seinen mondänen Glitzerfummeln und asymmetrischen Lamé-Roben Ende der 70er Jahre zum ultimativen Jet Set Ausstatter. Hierzulande ist der gebürtige Tunesier, der einst französische Literatur an der Universität in Tunis unterrichtete, bevor er sich beruflich in Chantilly-Spitze verhedderte, nahezu unbekannt.

Im Händlerverzeichnis auf der Firmenhomepage sucht man aktuell vergeblich nach einem deutschen Geschäft, welches Azzaro in seinem Sortiment führt. Wenn überhaupt Jemanden außerhalb der Modebranche Azzaro ein Begriff ist, dann auch nur, weil die Duftwässerchen des Unternehmens landesweit immer wieder mal auf den Grabbeltischen der Parfümerien zum Spottpreis angeboten werden.

Doch die Zeiten in denen Loris Azzaro die Körper alternder Society Ladies aus Neuilly sur Seine in tiefdekolletierte, raschelnde Taftkleider hüllte und sie dabei wie ein, in goldenes Zellophan gewickeltes, BonBon aussehen ließ, sind vorbei. Seit 2004 hat sich die Kollektion unter der kreativen Leitung von Chefdesignerin Vanessa Seward leise aber sichtbar verjüngt, ohne das die Presse sonderlich Notiz davon genommen hat. Die Designerin besinnt sich nun auf die Wurzeln der Haute Couture, als Damen der besseren Gesellschaft noch ein erhebliches Mitspracherecht bei der Erstellung eines Kleides hatten, und bietet Kundinnen jetzt die Möglichkeit des Custom Design Service an.

Loris Azzaro Custom Made Couture
Loris Azzaro Custom Made Couture

Somit haben gelangweilte Millionärsgattinen und Societytöchter endlich mal die Möglichkeit  Designerin zu spielen, um für sich ein textiles Unikat zu kreieren. Auf der Basis von 17 standardisierten Kleiderformen können besonders modeaffine Kundinnen, Stofffarbe und Verzierungen selbst bestimmen und so den Look des Kleides ihren persönlichen Vorstellungen anpassen. Das Gewand wird mit einem personalisierten Satinlabel geliefert, was bedeutet, dass der Name der Trägerin in das Firmenetikett mit eingewebt wird. Außerdem erhält die Klientin eine repräsentative Modezeichnung ihres Entwurfs aus der Hand von Vanessa Seward. Die Preise reichen von 4160 Euro für ein Minidress bis hin zu 15600 für ein hochgeschlossenes Abendkleid.

Dieser Service ist über das Internet wie auch persönlich, über das Pariser Stammhaus von Loris Azzaro in Anspruch zu nehmen. Loris Azzaro, Rue Faubourg Saint Honoré, 75008 Paris, France, T. +33 1 42 66 92 06

www.azzaro-couture.com