DO YOU TALK FASHION?
Posted: September 29th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Alcatel, Betsey Johnson, cell phone, Diane von Furstenberg, Dolce&Gabbana, Giorgio Armani, Handy, iPhone, Jalou, Limited editions, Motorola, Nokia, Prada, Samsung, smart-phone, Sony, Technik, Verscae | No Comments »Auch wenn sich Miuccia Prada und Giorgio Armani im realen Leben vermutlich nicht allzuviel zu sagen haben, so eint Beide immerhin die Tatsache bereits das Kleid für ein Mobiltelefon entworfen zu haben. Prada, Armani, Versace, Anna Sui, Unrath&Strano, Escada, Dolce&Gabbana- ringring…rrring, zogen nach. Do you talk fashion? So sinnentleert wie diese Frage, so überflüssig sind für den Verbraucher die von Top-Modedesignern gestalteten Mobiltelefone, die dennoch für trendbewusste Talker zum begehrten Must-have geworden sind.

Überflüssig? Einerseits! Andererseits sind Fashion Handys ästhetisch durchaus ansprechend (Prada LG, Armani Samsung) oder zumindest originell (Anna Sui Samsung) und aus marketingtechnischer Sicht ein wirklich spannendes Thema. Denn in der Masse immer wieder neu erscheinender Modelle in immer kürzer werdenden Zeitabständen ist eine „stylishe“ Hülle ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal um aus selbiger herauszustechen und somit ein wesentliches Kriterium für den lukrativen Absatz eines bestimmten Modells. Und wem bitteschön wäre mehr Kompetenz bei dem geschmackvollen Oberflächentuning zuzutrauen als europäischen Nobelschneidern. Das innovative Design des vor 5 Jahren auf den Markt geworfenen Handys “Razor” von Motorola bescherte dem amerikanischen Unternehmen Rekordumsätze und dem Razor einen sicheren Platz im renommierten Museum of Modern Art in New York.
Das Handy ist für zahlreiche, überwiegend junge, Menschen unlängst zum Statussymbol avanciert.
Giorgio Armani sprach in einem Interview bei der Wahl des Handys gar von einem Stilbekenntnis. Das Handy als Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe.
Das stete Bedürfnis des Menschen sich auf der Sozialskala nach oben zu orientieren und dies mit den entsprechenden Insignien, wie zum Beispiel Kleidung oder dem Auto zu demonstrieren sorgt dafür, dass Kooperationen zwischen Modehäusern und Mobilfunkherstellern auch weiterhin von kommerziellen Erfolg gekrönt sein werden. Es ist eine win-win-situation für beide Seiten. Die Modefirmen erhalten die Möglichkeit ihre Produktpalette zu erweitern; die Hersteller mobiler Sprechapparate profitieren vom glamourösen Namen exklusiver Modemarken und werten durch die Zusammenarbeit ihr nüchternes Image auf. Upgrade nennt man das. Ähnlich wie das Geschäft mit Parfums funktioniert auch das Geschäft mit den Mobiltelefonen. Parfum und Handy sind um ein Vielfaches günstiger als ein Kleid vom Edeldesigner und bieten somit der Masse die Möglichkeit ein Stück Luxus ihre Eigen zu nennen.
Der große Vorteil der Handys gegenüber der Parfumpulle liegt jedoch in der öffentlichen Präsenz. Während das Handy zu einem unverzichtbaren Begleiter durch den Alltag geworden ist, verstaubt der Flakon, ohne Publikum, im heimischen Badezimmer. Somit ist das Handy eine Art mobiler Werbeträger mit einem enormen Verbreitungsradius.
Der Einzug des Fashion Handys in deutsche Sakko- und Handtaschen hat bereits vor vier Jahren begonnen. Aufgrund des menschlichen Geltungsdranges spricht vieles dafür, dass auch weitere Modeunternehmen in Zukunft in das Geschäft mit den “cell phones“ einsteigen werden. Doch wo bleiben eigentlich die getunten Touchscreen-Modelle? Die Lancierung neuer smart-phones im Designerleibchen geht aktuell nur schleppend voran.
Mag sein, dass das Handy nur ein Gebrauchsgegenstand ist und eine durchdesignte Hülle zum eigentliche Zweck des Telefonierens so überflüssig ist wie ein Sonnenstudio in Simbawe, aus wirtschaftlicher Sicht machen sie jedoch Sinn, und das allein rechtfertigt ihre Existenz. Zudem verhält es sich stilistisch gesehen mit Handys wie mit der Bekleidung. Mit Prada ist man immer auf der sicheren Seite. “So let´s start talking fashion, baby.“



