Posted: Mai 19th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Alexander McQueen, Auktion, Christies, Haute Couture, Isabella Blow, Manolo Blahnik, Philip Treacy | No Comments »

- Photocredit: Wikimdedia
Ohne Kopfbedeckung fühlte sie sich unvollkommen. Isabella Blow, die Entdeckerin vieler Modeschöpfer und Models wie Alexander McQueen, Philip Treacy, Sophie Dahl oder Stella Tennant. Unverkennbar ihr exzentrischer Stil. Zeit ihres Lebens hat sie modische Nachwuchstalente gefördert.
So kaufte die Mode-Mäzenin Mitte der 90er die gesamte Abschluss-Kollektion des damals noch völlig unbekannten Fashion-Studenten Alexander McQueen für 5000 Pfund. Eine Summe, die sie in wöchentlichen 100-Pfund-Raten abstotterte. Ihren Hochzeits-Hut ließ sie ebenfalls von einem Kunststudenten anfertigen, was der extravaganten Kreativdirektorin, die sogar schon als Assistentin der gefürchteten Vogue-Chefin Anna Wintour gearbeitet hat, zunächst den Spott der Kollegen einbrachte. Doch Isabella Blow glaubte an den Hutmacher Philipp Treacy, dessen Name und dessen Kopfskulpturen in der Modeszene längst ein Begriff sind.
Insgesamt 90 Haute Couture Roben von Stardesigner Alexander McQueen, der sich Anfang Februar das Leben nahm, 50 Hüte von Philipp Treacy sowie feinstes Schuhwerk von Manolo Blahnik zählen zu der beeindruckenden Sammlung, die das Auktionshaus Christie’s im Herbst versteigert. “What we have is unique – it shows that McQueen really deserves his place in fashion history and that Isabella was there before anyone else, she saw what was good so far ahead of the game,” schwärmt Patricia Frost, Fashion-Direktorin bei Christie’s in London.
In der Tat wurde Isabella Blow Zeit ihres Lebens als McQueen’s Muse gehandelt. Doch je höher dieser im Fashion-Olymp aufstieg, desto mehr soll sich seine Förderin von ihm verraten und verlassen gefühlt haben. Nach einem langen Kampf gegen Depressionen und der Diagnose Krebs nahm sich Blow 2007 im Alter von 48 Jahren das Leben. Alexander McQueen sei angeblich nie über den Verlust seiner Vertrauten hinweggekommen. Am 15. September werden die kreativen Früchte Ihrer langjährigen Freundschaft zu neuem Leben erweckt. Dann wird Isabella Blows exzentrischer Kleiderschrank und damit ein Stück Modegeschichte bei Christie’s in London versteigert.
(Text: Martina Klose)
mehr: Alexander McQueen, Selbstmord eines Ausnahmetalents

- Photo: by PinkMoose / FLICKR (creative commons)
www.christies.com
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Posted: Februar 11th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Alexander McQueen, Central Saint Martins, Isabella Blow, London | No Comments »

Alexander McQueen
Modedesigner Alexander McQueen ist tot. Der 40-jährige Brite hat sich in seiner Wohnung im Londoner Stadtteil Mayfair selbst das Leben genommen. Über die Hintergründe der Tat kann nur spekuliert werden. Großbritanniens Zeitungen vermuten einen nie überwundenen Schmerz über den Tod seiner Entdeckerin, Muse und engen Freundin Isabella Blow im Mai 2007.
Die exzentrische Stilikone und ehemalige Modechefin des TATLER gehörte zu McQueens engagiertesten Förderinnen. Erst am Dienstag vergangener Woche starb zudem die Mutter des Modemachers. Die tatsächlichen Beweggründe für den Freitod McQueens werden jedoch zwangsläufig das Geheimnis des Ausnahmetalents bleiben. Die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es im Volksmund, wer sie verliert, der steht bereits am Abgrund. Der Selbstmord als abschließender Akt einer langen Vorgeschichte aus Selbstzweifeln, unerfüllten Bedürfnissen, Ängsten und Einsamkeit.
Was ging in Alexander McQueen vor? Der Sohn eins Taxisfahrers aus dem Londoner East End hat sich aus der Arbeiterklasse in den Modeolymp empor gearbeitet, in einer Branche die Emporkömmlinge nicht sonderlich schätzt und in der Beziehungen häufig mehr wiegen als Begabung. Fashion Family? Offenbar nicht “Familie” genug um Alexander McQueen den emotionalen Halt zu geben, den er gebraucht hätte. Objektiv betrachtet hatte McQueen alles wovon junge Modedesigner träumen: eine internationale Kariere, Anerkennung und eine Gefolgschaft aus Celebrities, die sich um seine Kleider rissen. Doch offenbar war dies kein adäquater Ersatz für McQueens immaterielle Bedürfnisse.
Viermal wurde der einstige Central Saint Martins Absolvent zum “British Designer of the Year” gekürt. Direkt nach seinem Abschluss an der Londoner Kaderschmiede gründete Alexander McQueen 1994 sein eigenes Label. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 1996 folgte er auf John Galliano als Headdesigner bei Givenchy und verkaufe wenige Jahre später 51 Prozent seiner Firmenanteile an die Gucci Gruppe, was ihm ermöglichte sein Unternehmen fortan stärker global auszurichten. Wermutstropfen: Isabella Blow soll sehr enttäuscht darüber gewesen sein, dass der Designer sie bei den Neuerungen in Folge des Gucci Deals nicht wirklich mit einbezog. Während andere Verträge erhielten, gab es für sie, seine Entdeckerin, nur ein Kleid. So zumindest die Legende. Zum Zeitpunkt Blows Todes soll zwischen den Beiden aufgrund dieser Geschichte Funkstille geherrscht haben. Dass es hier nie zu einer Aussprache mehr kam, habe Alexander McQueen sich selbst nie verzeihen können.

Aleaxander Mc Queen mit Mutter Joyce
“These people just don´t know what they are talking about. They dont know me. They don´t know my relationship with Isabella. What I had with Isabella was completely disassociated from fashion, beyond fashion.”
Rest in peace, Mr. McQueen!
Update: Alexander McQueen´s Fashion Show, die heute in New York hätte stattfinden sollen, wurde gecancelt. Fraglich, welche Auswirkungen seinen Tod auf den weiteren Verlauf der New York FashionWeek haben wird. Folgt die Branche dem Motto “The show must go on” oder wird sie in Gedenken an McQueen eine “Selbstdarstellungs”-Pause einlegen?
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