Berühmt dafür berühmt zu sein – was Daniela Katzenberger von Lagerfeld und Lori Goldstein unterscheidet

Posted: August 6th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | 3 Comments »

working-class“We have class, working class!” verkündete Modegott Karl Lagerfeld einst gegenüber Lori Goldstein, ihres Zeichens Stylistin und in Modezirkeln als eine der besten ihres Fachs geltend. Vor kurzem hat die mittlerweile 67-jährige Stilexpertin in einem Interview mit dem New Yorker Modeblog “fashionista” zwischen den Zeilen einige spannende Aussagen platziert, deren Aktualitätsbezug sich gemessen am gestrigen Auftritt von Daniela Katzenberger in der Sendung von Markus Lanz, beispielhaft bestätigte.

Lori Goldstein
Lori Goldstein

So macht Lori Goldstein auf einen Zustand aufmerksam, der mit Sicherheit kein ausschließliches Phänomen des 21. Jahrhunderts darstellt, aber durchaus als neue globale Volkskrankheut der letzten 5 Jahre gewertet werden kann. Die Rede ist von Ruhmessucht. Von jungen Menschen, die krampfhaft ans Licht der Öffentlichkeit drängen ohne, eine konkrete Leistung oder ein bestimmtes Talent anbieten zu können.

So many people I meet say: what’s with this new generation?” weiß die erfolgreiche Stylistin zu berichten und erzählt, das sie sich selbst primär mit hart arbeitenden Leuten umgebe und gewiss niemanden kenne der auch nur im Ansatz den Wunsch verspürt prominent zu sein. “Nobody I know want’s to be a celebrity“. Ein Statement, das angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit in Goldsteins Bekanntenkreis einen prominenten Namen trägt, zunächst verwundert, sich im Gesamtkontext ihrer Antworten jedoch von selbst erklärt.

So scheint das Umfeld von Lori Goldstein mehrheitlich aus Menschen, die sich mit Leidenschaft ihren vornehmlich “kreativen” Aufgaben widmen, zusammenzusetzen. Künstlerseelen, die eher von Berufung als von Beruf sprechen würden und deren Tätigkeit nicht bloß Mittel zum Broterwerb ist als vielmehr der einzige Weg zur Selbstverwirklichung. Menschen, deren Leben die Kunst, die Mode, die Schauspielerei ist. Denen das Blitzlichtgewitter herzlich egal ist, das Bedürfnis, sich der Welt künstlerisch mitzuteilen jedoch umso wichtiger. Menschen, die der Ruhm nicht in Form von Schlagzeilen heimsucht sondern durch Anerkennung ihres Könnens. Lori Goldstein spricht aus eigener Erfahrung: “Those who keep putting in the hours will be the last ones standing.”

Was für eine überaus optimistische Haltung in Zeiten, in denen zahlreiche Medien mittlerweile Scheiße als Gold verkaufen, mag da manch einer denken.

Eine Untersuchung der Universität Bielefeld, welche Mädchen im Alter von 13 – 16 Jahren nach ihren Berufswünschen befragte, hat ergeben, dass die Mehrheit von ihnen eine Kariere als Schauspielerin, Sängerin, Model, oder eben auch Designerin anstrebt. Berufe die auf den ersten Blick allesamt Medienpräsenz und das schnelle Geld versprechen. Wobei das Motiv, möglichst viel Geld zu verdienen, schon längst nicht mehr im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um Aufmerksamkeit, eine Währung, die wesentlich stärker ist als der Euro und von der auch German-Barbie Daniela Katzenberger gegenwärtig profitiert.

Auf die Frage von Markus Lanz wo sie sich in ein paar Jahren sieht, antwortete die populäre Blondine, sie sei heute Model, morgen Schauspielerin und übermorgen Sängerin. Der busenfixierte Jürgen Drews pflichtet ihr bei: “Die Zeiten haben sich eben geändert”. Da hat der König von Mallorca natürlich recht: Schrille Selbstdarsteller, It-Girls, höhere Töchter und Society Ladies sind die Stars im Hier und Jetzt.

Doch nicht jeder mag sich mit dieser Entwicklung abfinden und distanziert sich daher von den billigen Thrill-Suchern. “What we do is not the fluff-it’s not going out to parties, it’s not to be seen.” sagt Lori Goldstein.

Dem stimme ich zu: NOT TO BE SEEN IS THE NEW BLACK!

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IT-GIRL DAVORKA UND DIE MEDIEN: TITTEN WAREN GESTERN!

Posted: August 31st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: , , , , , , , , , | 1 Comment »

Davorka photo: courtesy of Peter von Schall

Davorka, photo: courtesy of Peter von Schall

Berühmt dafür berühmt zu sein, Starlet Davorka polarisiert. Als vor etwa sechs Jahren eine bis dato unbekannte Studentin, der Politik und Kommunikationswissenschaften, der Einladung einer Filmpremiere folgte, schritt sie an jenem Abend in einem ziemlich enganliegenden, fleischfarbenen Gewand über den roten Teppich. Ihr Glück: der Stoff war zu dünn, um die grellen Blitzlichter der Paparazzi abzuwehren.

Das Licht bahnte sich seinen Weg durch das Textil, und legte frei, was eigentlich verhüllt gehört. Die Bildzeitung druckte das Foto und fragte in lüsterner Manier; “Sind wir auf der, `Herr der Dinger` Premiere? “. Dank einer Auflage von 12 Millionen Druckexemplaren wurde Davorka quasi über Nacht zur Busenfantasie einer ganz bestimmten Leserklientel zwischen Flensburg und Rosenheim. Weitere Einladungen zu Filmpremieren, Galas und Events folgten umgehend. Davorka ließ sich nicht lange bitten, sie erkannte ihre Chance und das Versprechen auf Ruhm und bediente fortan die Erwartungshaltung diverser Veranstalter. Diese lautete: wenn möglich, bitte transparent!

Davorka ist zu clever um in der Rolle der “Red Carpet Walkerin” zu verharren. An einer Münchner Privatakademie nimmt sie Gesangs- und Schauspielunterricht und übt sich auch in der Sparte Moderation. Auf Europas größtem Charity Event, dem Wiener Lifeball brillierte sie in einem traumhaften Strasskorsett á la Thierry Mugler, welches zu Recht zum besten Outfit des Abends gewählt wurde. In der SWR Talkshow saß sie als Gast neben dem blitzgescheiten Roger Willemsen, den sie bewundert, interviewte Penelope Cruz in Berlin und spielte zusammen mit John Cusack im Hollywoodfilm War Inc. Von Pro 7 und SAT 1 wird sie regelmäßig für diverse TV-Formate gebucht. Beim perfekten Promi Dinner des Fernsehsenders VOX, saß sie neben Pierre Brice und behauptete sich bestens gegenüber einer dünkelhaften Margot Werner.

Es gibt kaum einen deutschen Promi den sie noch nicht getroffen hat und nur wenige Promis, denen der Name Davorka nicht geläufig ist. Irgendwas muss sie, trotz aller Kritik,   richtig gemacht haben. Ihr vorzuwerfen, sie könne nichts, weder singen, schauspielern noch moderieren, ist verfrüht. Auch Jenny Elvers, die von sich einmal sagte, sie sei die Queen Mom der Luder, wurde in einem Artikel des Stern zunächst als “eine Frau, die nichts zu sagen hat” verrissen. Später brachte sie ihre Kritiker mit einer Rolle als überforderte und nymphomanische Mutter ihres auf die schiefe Bahn geraten Sohnes, im Film Knallhart zum schweigen. Man braucht Chancen im Leben, ob durch eine vorteilhafte Heirat oder ein gescheites Drehbuch. Für Davorka ist also noch alles drin.

Es gibt Leute, die werten Davorkas Auftreten als billig, stillos und peinlich. Darunter auch viele bekannte Namen aus der Medienlandschaft. Selbige konnte man beobachten wie sie sich hinter verschlossenen Türen, weißes Pulver durch ihrer Nasen jagten, sich mit Veuve Cliquot zuschütteten, zotige Witze rissen und sich verbalen Entgleisungen hingaben, weiß Davorka zu berichten. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, herrscht in den VIP Areas und Festsälen nobler Hotels eine große Doppelmoral. Davorka selbst trinkt nicht. Sie braucht einen klaren Kopf um sich auf ihre Arbeit konzentrieren zu können.

Neben ihren zahlreichen TV-Auftritten und PR-Terminen engagiert sich die Wahlmünchnerin für Amnesty International, nutzt ihre Prominenz für die Tierschutzorganisation PETA, ernährt sich konsequent vegetarisch und verzichtet auf das Tragen von Pelz. Sie nimmt sich selbst nicht allzu ernst und ist vor allem eines: unabhängig von einem Mann. Davorka hat es auch ohne Promimacker und Besenkammer-Quickie geschafft in die Schlagzeilen zu kommen. Damit hat sie vielen, snobistischen Society-Schnepfen schon mal etwas voraus. Sie auf ihre Oberweite zu reduzieren wird ihr nicht gerecht.

Davorka gibt nicht vor Jemand zu sein, sie ist ganz einfach sie selbst. Ihre offenherzige und unprätentiöse Art, kommt an. Beim Interview mit HYPE überrascht sie mit Reflektionsvermögen, spart nicht mit Selbstkritik und spricht auch offen über die Kehrseite der Promiwelt.

HYPE: Davorka, was antwortest Du auf die Frage: “Was machen Sie eigentlich beruflich?”

DAVORKA: Ich sage dann immer, das ich Schauspielerin bin. Da machen die Leute immer gleich große Augen.

HYPE: Kann man von Galaveranstaltungen und Filmpremieren eigentlich leben? Womit verdienst Du dein Geld?

DAVORKA: Leben vom roten Teppich allein kann man nicht, drum arbeite ich zwei- bis dreimal in der Woche noch in einer Medienagentur. Ich werde häufig als Stargast für Partys gebucht, mache bei verschiedenen TV-Projekten mit, das bringt Geld, welches ich aber gleich wieder in Gesangs- und Schauspielunterricht investiere oder aber berufsbedingt für Haare, Make-up und Styling ausgebe.

HYPE: An Medienpräsenz mangelt es dir ja nicht gerade, worin unterscheidest du dich von anderen Frauen?

DAVORKA: Im Grunde bin ich eher ein schüchterner Mensch. Die Öffentlichkeit ist meine Therapie, sie zwingt mich nach außen zu öffnen. Was mich unterscheidet?  Ich denke ich bin bodenständiger und weniger arrogant als manch eine meiner Kolleginnen.

HYPE: Öffentlich sieht man Dich oft in freizügiger Kleidung, was trägst du auf dem Weg zum Supermarkt?

DAVORKA: Bestimmt nichts Transparentes. Aber ich verstecke mich auch nicht und lasse mich nie gehen. Wenn doch, dann habe ich bestimmt Liebeskummer (lacht)

HYPE: Wie reagieren eigentlich die Darsteller eines Films, zu dessen Premiere Du auf dem roten Teppich erscheinst, auf dein Auftreten im “transparent Look”?


DAVORKA: Da gibt es einen Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Schauspielern.

Die Deutschen konzentrieren sich unglaublich auf das, was sie tun, weil sie ganz genau wissen,  dass sie nur akzeptiert werden wenn sie wirklich etwas geleistet haben. Der Showeffekt ist ihnen fremd.  Sprich  für einen Modegag oder a bissl Entertainment auf dem roten Teppich,  sind sie sich zu schade, weil sie Angst haben, das dass bei ihren Kollegen nicht ankommt. Sie machen sich zu viele Gedanken was Andere über sie sagen könnten und ziehen sich daher zurück. Sich sexy zu zeigen,  und dadurch aufzufallen wird hierzulande wie ein Verbrechen gesehen. Nach außen hin setzt man auf Rückzug und Understatement. Das geht mir tierisch auf die Nerven, denn wenn man diese Leute auf Privatparties trifft lassen sie im wahrsten Sinne des Wortes, die Sau raus. Die totale Doppelmoral. Die Amerikaner sind da wesentlich lockerer, Show gehört da einfach zum Geschäft.

HYPE: Wie begegnest Du Leuten, die abfällig über Dich reden?

DAVORKA: Ich muß nicht jeden Menschen berichtigen. Ich ignoriere diese Leute einfach, so wie sie mich ignorieren. Das ist die beste Methode darauf zu reagieren. Ich bin ein moralischer Mensch mit einer weißen Weste, und daher nicht weniger wert als die Schauspielerinnen, die meinen sie hätten ein besseres Image.

HYPE: Nervt es, von Männern wie Frauen stets auf die Oberweite reduziert zu werden?

DAVORKA: Wer mich näher kennt. der respektiert mich auch als Person. Ich finde es schön Oberweite zu haben, Ich bin gerne weiblich, fühle mich wohl in meiner Haut. Das steht für mich nicht in Wiederspruch ein Studium zu absolvieren, sich weiterzubilden, smart zu sein! Man muss sich doch nicht  verhüllen um zu zeigen, dass man etwas drauf hat.

HYPE: Du hast mittlerweile unzählige Promis kennenglernt, gibt es darunter jemanden der dich besonders beeindruckt hat, eine Begegnung die Dir im Gedächtnis geblieben ist?

DAVORKA: Vor zweieinhalb Jahren habe ich in der Politsatire War Inc. mit Hollywood Star John Cusack mitgespielt. Ein bemerkenswerter Mann, der wahnsinnig hilfsbereit war und mir beim Dreh viel Mut zugesprochen hat. Wir haben uns nach Drehschluss noch in der Hotelbar getroffen und über Gott und die Welt, insbesondere deutsche Literatur, unterhalten . Das ich Schauspielanfängerin bin, war ihm egal. John ist mir vorbehaltlos gegenüber getreten,  hat mir Tipps gegeben, das hat mich alles sehr beeindruckt.

HYPE: Und was war so ziemlich das fieseste was Du  dir anhören musstest?

DAVORKA: Nein, anhören musste ich mir nichts. Dazu ist man im Showbusiness viel zu verlogen. Es gibt da so einen Kodex der besagt: Ich kann über dich denken was ich will, aber ich sage es dir nicht! Da lacht man sich trotzdem ins Gesicht obwohl man einander nicht ausstehen kann.

HYPE: Was machst Du in deiner Freizeit, wenn Du mal nicht in der hiesigen Medienlandschaft unterwegs bist?

DAVORKA:
Dann gehe ich gerne shoppen und streife durch die Kosmetikabteilung von Ludwig Beck oder lese einfach mal ein gutes Buch, ich weiß dass glaubt mir jetzt wieder keiner. (lacht)

HYPE: Hast Du ein Lebensmotto?

DAVORKA: Ich versuche zielgerichtet zu Leben. Disziplin ist wichtig. Ansonsten leben und leben lassen!

(Interview: Sven Barthel)