Er kreierte Carla Bruni-Sarkozys Pillbox-Hütchen, das ihren Jackie-Kennedy-Look beim Staatsbesuch in London abrundete, Prinzessin Diana besaß ein Dutzend seiner Bérets und Kylie Minogue wirbelte mit einer seiner Kopfbdeckungen über die Bühne. Stephen Jones schrille und exzentrische Hutkreationen landen nicht nur auf den Häuptern gut betuchter Ascot-Ladies. Er war es, der den Hut in den achtziger Jahren aus der Vergessenheit zurück ins Rampenlicht und auf die Köpfe der Modemutigen brachte und ihn als Accessoire bei den Schauen der großen Couturiers etablierte.
Dieses Jahr feiert die Marke Stephen Jones Millinery ihr 30jähriges Bestehen. Das Modemuseum, kurz MoMu, in Antwerpen nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, dem Londoner Hutmacher eine ganze Ausstellung zu widmen.
Das belgische Ausstellungshaus ist im Besitz der größten Stephen Jones- Hutkollektion der Welt und beherbergt mehr als 120 Exemplare.Stephen Jones & The Accent of Fashion lässt den Betrachter in die einmalige Welt eines Accessoirekünstlers eintauchen, der seit drei Jahrzehnten mit den namhaften Größen aus der internationalen Modeszene zusammenarbeitet: Jean Paul Gaultier, Thierry Mugler, Comme des Garçons, Claude Montana, John Galliano, Christian Dior, Walter Van Beirendonck und Marc Jacobs. Chapeau, Mister Jones!
Die Ausstellung läuft vom 8. September 2010 bis 13. Februar 2011
Eine Tasse Tee in Gesellschaft von Donatella Versace oder Jean Paul Gaultier? Kein Problem mit den Prêt-à-PorTea-Beuteln von Donkey Products aus Hamburg. 5 Modeikonen stehen mit bereitwillig ausgestreckten Armen für ein Bad im heißen Wasser zur Verfügung. Noch nie war die Gelegenheit, einen verregneten Sonntag Nachmittag mit Claudia, Naomi und Karl zu verbringen, so günstig. Für 7,95 Euro schickt Euch Donkey Products die Modeelite direkt ins Haus.
Wer suchet, der findet; und mit etwas Glück sogar richtige Schätzchen wie das grobkörnige und etwas unscharfe Bild von Jean Paul Gaultiers Designer Kollektion für Target.
Da die Aufnahme Monsieur Gaultier in Kreise topgestylter und artig posierender Models zeigt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei schon um ein Motiv für die erst im März erscheinende Werbekampagne des Textilgiganten handeln könnte. Wir wissen nicht wie das Bild in Umlauf geraten ist, gehen aber davon aus, dass ein übermotivierter Fotoassistent am Tag des Fotoshootings mal ganz unauffällig die Kamerafunktion seines Handys genutzt hat um diesen Moment für sich festzuhalten. Leider war dann der Drang, die Freude darüber doch noch mit dem Rest der Welt zu teilen, stärker. Wetten dass Zara und H&M, schon eifrig dabei sind Farben und Stoffe zu nachzuempfinden und die Silhouette auf ihre Art zu interpretieren?
In einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” gibt die in Mainz ansässige aber international durchaus erfolgreiche Modedesignerin Anja Gockel lesenswerte Einsichten in die Modebranche und beantwortet die Frage nach der hohen Zahl der immer noch existenten Magermodels, mit der Homosexualität einflussreicher Designer wie Karl Lagerfeld, Marc Jacobs oder Jean Paul Gaultier.
Laut Gockel sei das Idealbild eines homosexuellen Mannes, eine knabenhafte Figur, während das körperliche Idealbild lesbischer Frauen, wie bspw. Modedesignerin Jil Sander, eine androgyne Figur darstelle. Dieses subjektive Schönheitsideal, übertragen die Designer schließlich auf ihre Models, an denen sich wiederum 14-jährige Mädchen orientieren, so Gockel weiter. Hierin liege eine große Gefahr, die Magersucht fördere.
In der Tat gilt für Frauen Kleidergröße 34-36 als unabdingbare Voraussetzung um auf internationalem Parkett modeln zu können. Mädchen, die bei einer Mindestgröße von 1,75 Meter mehr als 55 Kilo wiegen haben keine Chance für Dolce&Gabbana, Chanel und Co. über den Laufsteg zu stöckeln. Übersetzt heißt das, so wenig Hüfte wie möglich und Brüste so groß wie zwei geballte Mäusefäustchen!
Ebenfalls richtig ist, dass fast alle maßgeblichen Designer schwul sind und großen Einfluss auf das jeweils aktuelle Schönheitsideal innerhalb einer Gesellschaft ausüben. Nicht richtig ist jedoch, dass klapperdürre Frauen den optischen Idealvorstellungen homosexueller Männer per se entsprechen. Schließlich ist nicht jeder schwule Mann Modedesigner von Beruf!
Die Aussage, dass lesbische Frauen bevorzugt auf die androgyne Variante ihrer Geschlechtsgenossinnen abfahren sollen, würde mit Sicherheit keiner empirischen Untersuchung standhalten. Ganz ohne wissenschaftliche Studie ist davon auszugehen, dass nicht jede Lesbe auf Jodie Foster steht. Insofern ist das ideale Körperbild homosexueller Männer und Frauen außerhalb der Modebranche wohl wesentlich vielseitiger als die Verallgemeinerung Gockels uns da glauben machen will. Oder etwa nicht?
Zwischendurch mal etwas leichte Kost: Mr. Classics with a Twist, Paul Smith, hat ein neues Gewand für EVIAN entworfen. Das Prestigewasser aller Models in den 1990ern, schmeckt durch das bunte Streifendesign zwar nicht aufregender, ist aber definitiv ein schöner Blickfang auf dem heimischen Eßtisch. Nach Christian Lacroix im Jahr 2008 und Jean Paul Gaultier, ist Paul Smith der dritte Modemacher, der die kegelförmige Glaspulle aufmotzen durfte. Die Designerflaschen sind primär im Feinkosthandel und in gehobenen Lebensmittelgeschäften erhältlich.
Wenn am kommenden Donnerstag die New York Fashion Week beginnt, ist dies gleichzeitig auch der Auftakt zur Saison Spring/Summer 2010, dem ein internationaler Schauenreigen folgt. Auf den illustren Modenschauen von New York, Paris, Mailand und London präsentieren namhafte Modehäuser jedoch vielmehr als nur die Trends von Übermorgen.
The Day before...by Loic Prigent
Die meist nur zehn Minuten andauernden Shows sind eine Zusammenfassung all dessen, an dem ein Team von dutzenden bis mehreren hundert Mitarbeitern eines Unternehmens sechs Monate lang ununterbrochen gearbeitet hat. Von der Ideenfindung bis hin zum finalen Musterteil, wird in den Designstudios bis zum Tag der großen Selbstdarstellung diskutiert, optimiert, verworfen, ergänzt und abgeändert. Dass Alles, um einflussreichen Modekritikern und wichtigen Einkäufern zu gefallen, die auf minmalistisch weißen Bänken oder wahlweise goldenen Operetten-Stühlchen Platz nehmen, um ganz nüchtern zu beurteilen, ob die Vision, die da gerade als textiles Gebilde über den Laufsteg wandelt auch marktfähig ist. Vom Stress hinter den Kulissen bekommen die geladenen Kunden und VIP´s nichts mit. Sollen sie auch gar nicht. Mode im Luxussegment verkauft schließlich Träume und nichts Anderes.
Ein Einblick in das Geschehen der letzten 48 Stunden vor der Modenschau ist nur wenigen Eingeweihten gegönnt, wäre aber mit Sicherheit für jeden Modeliebahber eine interessante Erfahrung. Die Neugierde oder den Wissensdurst besonders modeaffiner Mitmenschen befriedigt nun die Filmreihe “THE DAY BEFORE…” von Loic Pirigent. Der Regisseur hat vier Modedesigner bei den letzten Vorbereitungen zu ihrer Modenschau mit der Kamera begeleitet. Enstanden ist eine absolut sehenswerte Dokumentation von jeweils vier Filmen a 50 Minuten, die ab morgen online auf dem Sundance Channel nacheinander ausgestrahlt werden. Den Anfang am 09.September um 16:00 Uhr deutscher Zeit macht Sonia Rykiel.
09.September: SONIA RYKIEL
10.September: PROENZA SCHOULER
11.September: FENDI
12.September: JEAN PAUL GAULTIER
Um euch vorab einen Geschmack auf die exzellent aufbereitete und fundierte Dokureihe zu geben, zeigen wir euch vorab einen Ausschnitt aus der Folge mit Jean Paul Gaultier.
Designermode für Kinder ist zwar “scheißdekadent” aber im Vergleich mit dem übrigen Angebot an infantilen Textilen zumeist die schönere Alternative.
So auch im Falle von “JUNIOR”! So nannte Modeschöpfer Jean Paul Gaultier in den 1980er Jahren einmal seine Zweitlinie, die in den 90ern in “JPG” umgetauft wurde. Nun ist “Junior” zurück und richtet sich dabei nicht an Mittzwanziger sondern an den modischen Nachwuchs im Alter von 2 - 16 Jahren. Jeans mit Bambi- Flicken auf den Knien sucht man hier vergebens. Die Styles tragen die unverkennbare Handschrift des Modemaestros. Marine Looks, Schottenkaro, Doppelreiher? Bien sur!
Dr. Martens by Gaultier / credit: Airwair International
Modedesigner entwerfen Handys, Cola Flaschen, statten Hotels und Fahrzeuge aus und lancieren limitierte Sonderkollektionen in Zusammenarbeit mit Spezialbetrieben als auch großen Textilketten. Labelkooperationen bringen frischen Wind in unserer Kleiderschränke und in das Warensortiment des Einzelhandels.
Der Kooperationspartner profitiert von der Aufwertung seiner Produkte durch das Oberflächentuning renommierter Modemacher, während selbigen dadurch ordentlich Geld in deren Kassen gespült wird. Besonders die Hersteller von Massenartikeln suchen immer öfter den Kontakt zum Luxussegment um ihr eigenes Image aufzupolieren. Nach Kollaborationen mit Raf Simons und Modelabel Fake London, verkündete der Schuhhersteller Dr. Martens vor kurzem seinen jüngsten Coup: die Interpretation seines Stiefelklassikers durch Modeschöpfer Jean Paul Gaultier. Ein erstes offizielles Pressefoto offenbart rautenförmige cut-outs und zeugt davon, dass die Gaultier´s Version zunächst in den Farbstellungen schwarz und weiß angeboten wird.
Das der, von dem Deutschen Dr. Klaus Maertens, bereits im Jahr 1945 als Prototyp gefertigte Arbeitsschuh, ab 1952 von München aus in Serie ging, wissen heute nur noch Wenige. Doch erst die Firma Griggs&Co, die in den 1960er Jahren die Lizenz zur Herstellung der Gummisohlen erwarb, verpasste dem Stiefel sein unverwecheselbares Design: 8 Loch Schnürung, gewölbte Kappe und die charkateristischen gelben Nähfaden, die bis dato Erkennungsmerkaml und Markenzeichen von Dr. Martens sind.
Der Stiefel galt seit seiner Einführung als Schuhwerk der Arbeiterklasse und wurde daher von Skinheads wie von Punks gleichermaßen geschätzt. Noch heute gelten die robusten Treter als Ausdruck einer sich gegen alles Etablierte auflehnenden Jugendkultur. Obwohl die Dr.Martens Produktpalette mittlerweile eine Reihe von alltagstauglichen und zeitgemäßen Modellen in vielen Farben bietet, verleugnet das Design sein Erbe nicht. Gummisohle und gelbe Naht sind geblieben. Doch mit den Designereditionen hat der Schuh beste Chancen nun doch noch gesellschaftsfähig zu werden.
Jean Paul Gaultier gehört zu den wenigen Designern, denen es gelingt auch nach 30 Jahren im Business selbst abgeklärteste Modeprofis noch zu begeistern. Zur Vermarktung seines von Agyness Deyn beworbenen Parfums “Ma Dame” hat der Couturier in Zusammenarbeit mir dem französischen DJ Martin Solveig und Dragonette Sängerin Martina Sorbara ein Musikvideo in herrlicher old-school Manier inszeniert.
Einen Hinweis auf das Parfum findet man in dem Clip zwar nicht, dafür gibt es interessante Einblicke in die Pariser Firmenzentrale des Modeschöpfers, in der das charmante Video gedreht wurde. Wie so oft bei Parfumwerbung der Fall, hat auch dieser Clip den gewissen fashion-appeal, den offenbar nur Modedesigner erzeugen können. Auch Monsieur Gaultier selbst, blickt mit spitzbübischen Grinsen, für ein paar Sekunden, in die Kamera. Der Song mit dem gute-Laune-feeling und dem plakativen Titel “Boys & Girls” hat Drive und Allure. HYPE zeigt das Video in voller Länge:
Über Mode Avantgardist Martin Margiela kursieren derzeit viele Gerüchte. Das jünsgte unter Ihnen lautet von der kompletten Abwesenheit des Designers im Pariser Hauptquartier des Unternehmes. Schon vor der Präsentation der Maison Martin Margiela Kollektion im März dieses Jahres verkündete das Haus, Martin Margiela selbst sei nicht länger mehr in der Position als Headdesigner tätig sondern habe stattdessen die Funktion eines zeitweisen Kreativberaters eingenommen.
Giovanni Pungetti, Geschäftsführer des Maisons, äußerte sich hierzu kryptisch mit den Worten:Ö “Da sind Leute, die sind seit 20 Jahren dabei, die sind mehr Margiela als er selbst.” Doch das Margiela ganz ans Aufhören denke dementierte er erntschieden: “Martin ist unsere Seele, unser Geist, er ist die Maison. Aber er vertraut seinem Team, er ist heute ein wenig weiter weg vom täglichen Geschäft.”
Nachdem nun die Schauen für die Saison 2010 immer näher Rücken, verstärken sich die Gerüchte, das Martin Margiela die Firma, die seinen Namen trägt, bereits verlassen habe. Ein Mitglied des Margiela Design-Teams erzählte dem amerikanischen Modeinformationsdienst JC Report, dass Monsieur seit letzter Saison (März 2009) nicht mehr im Atelier zugegen war. Eine Bloggerin behauptet ihn auf Ibiza gesichtet zu haben. Fraglich nur wie sie ihn erkannt haben will, wo doch seit Jahren nicht ein einziges Foto von ihm öffentlich kursiert.
Grund für Margielas schrittweisen Rückzug ist die unterschiedliche Auffasung bezüglich der Vertriebs- und Marketingstrategie seines Labels durch den Firmeneigner Diesel. Der Denim Gigant hatte das intelektuelle Modeatelier in der Rue Saint Maur im Juli 2002 komplett übernommen. Es bleibt abzuwarten ob der 52-jährige Modevirtuose Martin Margiela jemals sein Schweigen brechen und die Öffentlichkeit in Form eines exklusiven Interviews, mit einem ausgwählten Medium, über die Umstände seines Rückzuges informieren wird.
Bis dahin können alle Margiela Fans, in dem im Oktober erscheinenden Bildband “MAISON MARTIN MARGIELA” schwelgen und anhand der teils bisher unveröffentlichteten Fotos ihr Bild des belgischen Modemachers verfeinern. Das Buch ist die erste eigenständige Publikation über das Werk Margielas überhaupt und dokumentiert auf 352 Seiten, Ausstellungen, Ladeneinrichtungen, spezielle Projekte sowie Editorials des Maisons und gewährt darüber hinaus auch einen Einblick in die heiligen Atelierräume, des 1988 gegründeten Labels.
Jean Paul Gaultier, dessen Assisentent Margiela von 1985 - 1987 gewesen ist, wie auch die französische Vogue Chefin Carine Roitfeld, verdichten mit ihren Essays über den progressiven Créateur das lückenhafte Bild von der Person hinter dem invisiblen und restriktiven Vermarktungskonzept.
Natürlich kommt dieser opulente Bildband nicht einfach so daher, sondern präsentiert sich in Margiela Manier entsprechend aufwendig mit Silberdruck auf verschieden Papiertexturen in einem bestickten Umschlag aus weisser Baumwolle. Mode ist konstant in Bewegung, der Wechsel ist programmatisch. Im Falle Margielas wünschte man sich jedoch, der Designer möge entgegen aller Gerüchte , der Modewelt erhalten bleiben. In diesem Sinne: Martin, wo immer Sie sind, kommen Sie bald wieder!
MAISON MARTIN MARGIELA
by Maison Martin Margiela
Verlag: Rizzoli New York
Release: Oktober 2009
Preis: $ 100