Posted: April 24th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: Andreas Kronthaler, Buch, Fotografie, Get a Life, Juergen Teller, Kunst, Lagerfeld, Modefotografie, Pamela Anderson, Steidl, Verlag, Vivienne Westwood | No Comments »

photo by: Juergen Teller / by courtesy of Steidl
Wenn ein Unternehmen sein Produkt fotografisch in Szene setzen lässt und die Bilder anschließend öffentlich verbreitet, bezeichnet man das allgemein als Werbung. Diese drängt sich einem meist völlig ungewollt, dafür aber garantiert kostenlos auf; mal als fies gelayouteter, dünnblättriger Prospekt im Briefkasten, mal als Pop-up Banner beim Surfen durchs Internet oder eben als Werbeanzeige in diversen Printpublikationen.
Modedesignerin Vivienne Westwood hingegen setzt noch auf ein anderes Konzept um auf die Kleider ihres Hauses aufmerksam zu machen. Die Grand-Dame der britischen Modeszene schlüpft in ihre eigenen Klamotten, stülpt diese gleichsam auch ihrem Lebensgefährten Andreas Kronthaler, Model Tati Cotilar und Maleeeboo-Ikone Pamela Anderson über und lässt sich als Trash-Quartett vor Graffiti-Kulisse ablichten; von Jürgen Teller! Somit wird Werbung in den Stand der Kunst erhoben und verdient es, fein gebunden und nicht etwa billig geheftet, an den Endverbraucher gebracht zu werden. Als Erfüllungsgehilfe dient in diesem Falle Steidl, der Kunstbuchverlag aus Göttingen, bei dem auch Lagerfeld all seine Foto-Bücher herausbringt. Wer also die Spring/Summer Kollektion aus dem Jahr 2010 von la Viv’ rückblickend begutachten will, dem bietet der Band mit dem Titel “Get-a-Life” ab sofort die Möglichkeit dazu.
Spannend: das Buch beinhaltet bislang unveröffentlichte Bilder und diese sind gemäß Tellers Einstellung zur digitalen Bildbearbeitung : “Wer will schon eine Puppe ficken?”, nicht retuschiert. Absolut sehenswert.
Juergen Teller: Get A Life. Steidl, Göttingen 2011. Englisch, 32 S., 34 farbige Abb., Softcover, 14 €.
ISBN: 3-86930-117-4
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Posted: November 29th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: Anna dello Russo, Duft, Juergen Teller, Mailand, Parfum, Stilikone, Vogue, yoox.com | No Comments »
Genial schräg präsentiert sich sowohl Anna dello Russos Dufterstling in Form eines Stöckelschuhs als auch das dazugehörige und erst seit kurzem im Internet zirkulierende Werbemotiv, geschossen von niemand geringerem als Starfotograf Jürgen Teller. Darauf zu sehen ist die Modechefin der japanischen Vogue und globale Stilikone als Dallas-Transe in einem goldenen Mantel von Moschino mit Puck-die-Stubenfliege-Sonnenbrille auf der Nase und Cowboyhut auf dem Haupt. Geshootet wurde in der Schuhkammer ihres eigens für ihre Couture Sammlung angemieteten Mailänder Apartments. “The Scent of Anna dello Russo” ist ab dem 3. Dezember 2010 exklusiv über das Onlineshopping-Portal yoox.com erhältlich.
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Posted: Mai 24th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Bang, fragrance, gay, Juergen Teller, Marc Jacobs | 1 Comment »

Marc Jacobs "Bang"
Yves Saint Laurent hat es bereits in den 70ern getan, Tom Ford ein Vierteljahrhundert später auch: die Rede ist von der Vermarktung namenseigener Produkte unter vollem Körpereinsatz, sprich nackt! Nun wirbt auch Marc Jacobs völlig unbekleidet für seinen ersten eigenen Männerduft “Bang”.
Für die Werbekampagne räkelte sich der Kultdesigner auf knisternder “Erste Hilfe” – Folie und mit nichts außer einer XL-Variante der originell gestalteten Aluminiumpulle zwischen den Beinen, vor der Linse seines Leibfotografen Juergen Teller. Das Motiv erntet in den USA gegenwärtig zwar jede Menge Publicity, aber eben auch kübelweise Kritik. Ein homosexueller Modedesigner, der einen Parfumflakon “bumst” [to bang], entspricht offenbar nicht ganz den heteronormativen Moralvorstellungen prüder Amis.
Marc Jacobs’ Wandlung vom introvertierten Fashionmoppel mit Brille und langem, fettigem Haar, zum durchtrainierten, tätowierten, und betont schwulen Celebrity-Darling liefert die Erklärung für seine Lust zur erotischen Selbstdarstellung.
Er hat sich seinen Body hart erarbeitet, nun will er ihn auch zeigen. Warum, auch nicht? Mit der physischen Metamorphose des Modemachers vor drei Jahren, ging allerdings auch eine deutliche Veränderung der Marketingstrategie seines Unternehmens einher. Galt Marc Jacobs doch lange Zeit als Geheimtipp New Yorker Intelektueller wie Sophia Coppola und Cindy Sherman, hofiert Jacobs’ PR-Department seit der Mitgliedschaft ihres Chefs im Fitnessstudio, Frauen wie Victoria Beckham. Manch einer sieht darin die natürliche Entwicklung eines Künstlers, andere wiederum werten diese Form der Öffentlichkeitsarbeit als Ausverkauf der eigenen “ursprünglichen” Identität.
Längst verkauft sich Mode nicht mehr über Rocklängen als vielmehr über ihr Image. Die Botschaft “Sex pur” generiert den Modeherstellern dabei in der Regel gute Umsätze, denn “Sex sells”, insbesondere im high fashion Bereich. Niemand hat das so gut verstanden, und mit der Hilfe des Starfotografen Terry Richardson so konsequent umgesetzt, wie Tom Ford in seiner Funktion als Kreativdirektor von Gucci.
Den aktuellen Vorwurf einzelner, modeaffiner Zeitgenossen, seinen Kollegen Tom Ford allzu offensichtlich zu kopieren, muss sich Marc Jacobs aufgrund seiner Nackedei-Kampagne somit wohl gefallen lassen.
In einem Interview zur bevorstehenden Markteinführung des Duftes mit dem Branchenblatt “Womens WearDaily” begründet Marc Jacobs die hüllenlose Präsentation seiner Selbst mit der Tatsache, dass sich keine Kleidung auftreiben ließ, die die Bedeutung des Wortes “Bang” in der Art und Weise verdeutlicht hätte, wie Marc Jacobs den Begriff in Bezug auf seinen Duft verstanden wissen wollte.
Mission gelungen! Das Resultat aus Wort und Bild lässt keine weiteren Fragen mehr offen, außer vielleicht ob es sich beim Glanz auf seiner Haut nun um Baby-Öl oder “Après-Sex-Schweiß” handelt?
(Sven Barthel)

Marc Jacobs "Bang"
Mar Jacobs’ “Bang” ist ab Juli zunächst in den USA erhältlich und ab September auch im Rest der Welt.
siehe auch HYPE magazine:
Juergen Teller Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg
Marc Jacobs – Crazy in Love
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Posted: Dezember 11th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: Ausstellung, Juergen Teller, Kate Moss, Kunsthalle Nürnberg | No Comments »

credit: Kunsthalle Nürnberg
Rote Augen, kalkweisse Haut, unkonventionelle Handlungen bis hin zu obszönen Gesten und ein Setting, dass zwischen 70er Jahre Plattenbau Interior und Louis XIV Pariser Grand Hotels rangiert; willkommen in der Welt von Juergen Teller!
Der Fotovirtuose aus Bubenreuth bei Erlangen hat die Modefotografie revolutioniert. Nein, er ist nicht über Nacht zum Star geworden – das war harte Arbeit! Von der Münchner Fotoschule begibt er sich ohne Geld und Kontakte und mit mangelnden englischen Sprachkenntnissen nach London, um den großen Namen der Fotografie zu assistieren. Eine Ablehnung folgt auf die nächste, bis Nick Knight auf den begabten Provinzler mit dem brachialen Englisch aufmerksam wird und ihm eine Chance gibt.
Tellers stets mit Blitzlicht aufgenommenen Fotos, wirken auf den ersten Blick wie zufällige Schnappschüsse eines Laien, der sich über die bestehenden Lichtverhältnisse keine Gedanken macht, bevor er auf den Auslöser drückt. Doch Jürgen Teller, Jahrgang 1964, weiß genau was er will und betätigt den Auslöser erst dann, wenn seine Protaginsten etwas von sich preisgeben. Etwas, das sich lohnt in Pixeln für die Nachwelt zu konservieren. Mit diesem Anspruch schenkt Juergen Teller Models erstmals in der Geschichte der Modefotografie eine Seele. Ob der geschundene, nackte Körper von Kristen McMenamy oder eine rehäugige und verletzlich dreinblickende, ungeschminkte Kate Moss, die Stars präsentieren sich vor der Linse Tellers schutz- wie auch hüllenlos.
“Ein Foto ist gut, wenn es mich berührt” sagt Teller. Tatsächlich fotografiert niemand so wie er, so authentisch, so pur! Damit schuf Teller einen ganz eigenen Stil, der den Nerv der technoiden wie minimalistischen 1990er Jahre vortrefflich repräsentierte. Die Nürnberger Kunsthalle huldigt dem Fotografen nun mit ihrer aktuellen Ausstellung “Juergen Teller – Logisch”. Zu sehen sind neben älteren Werken auch neuere, bislang noch unebkannte Arbeiten aus dem Jahr 2009. So z.B. die Serie “Schlüssel im Schloss,” fotografiert auf Schloß Sankt Emmeram in Regensburg, dem Wohnsitz der Familie Thurn und Taxis. Elisabeth von Thurn und Taxis trägt hier die extravaganten Roben ihrer Mutter Gloria aus den 1980er Jahren zur Schau und wirkt darin fast ein wenig der Realität entrückt.
Sehenswert!
JUERGEN TELLER - LOGISCH
Kunsthalle Nürnberg
Lorenzer Straße 32
90402 Nürnberg
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