Die Erzeugnisse der 1898 gegründeten schwedischen Glasmanufaktur Orrefors zählen qualitativ zum Besten was der Markt an Gläsern, Vasen, Kerzenhaltern, Schalen und sonstigen Tischobjekten zu bieten hat.
Ob es nun die Tradition und Perfektion des Unternehmens, oder ein großzügiges Honorar war, was Karl Lagerfeld dazu veranlasste auch noch in Glas zu machen, bleibt ungewiss. Doch ungeachtet dessen, präsentierte der vielbeschäftigte Modemacher seinen Sinn für Mundgeblasenes nun in Form einer Kollektion an Trinkgefäßen, vergangene Woche in Paris, der Öffentlichkeit. Die streng zylindrischen Wasser-, Wein, und Sektgläser in schwarz, weiß und transparent werden allesamt mit einem gläsernen Untersetzter angeboten – und das ist neu! Was bei Kaffeetassen schon seit Jahrhunderten der Fall ist, war bei Gläsern bislang unüblich und für Lagerfeld völlig unverständlich. So dient der Untersatz dazu, kostbares Tischleinen vor unschönen Wasserkringeln zu schützen.
Für Kaiser Karl ist ein leichtes, hochwertiges Glas Teil des Trinkgenuss. Auf Reisen sei das Trinken aus Plastikbechern manchmal unvermeidbar, doch im eigenen Zuhause sollten diese nicht zu finden sein, so Lagerfeld.
2010 feierte die Lagerfeld Edition der CocaCola Light-Flasche ihr Debüt in Form einer mattweißen Aluminiumhülle mit Scherenschnittmotiv und erfreute so u.a. die Besucher ausgewählter Fashionevents, auf denen die schicke Pulle häufig verteilt wurde, wie zuletzt bspw. auf der Berlin Fashion Week im Januar.
Die Kooperation zwischen Lagerfeld und dem Getränkehersteller aus Atlanta wurde fortgesetzt, und so präsentiert die CocaCola Company für 2011 gar drei neue Flaschengewänder aus der Hand des Kaisers. Passend zum Blockstreifentrend dieses Sommers, ist mein Favorit ganz klar das pink-weiße Strudelmodell. Ab Juni in ausgewählten Supermärkten erhältlich.
Und noch ein Buch, das unsere Aufmerksamkeit erregt, wie eben alles, was aus dem Verlagshaus Steidl kommt und den Namen Lagerfeld trägt.
Die Biographie “Coco Chanel – Legende und Leben” der Autorin Justine Picardie hat es sich zur Aufgabe gemacht Wahrheit und Dichtung in der Lebensgeschichte von Gabrielle Chanel auseinander zu klamüsern und sich in ihrem Werk auf die Darstellung der Wahrheit zu beschränken. Zu diesem Zwecke erhielt die Journalistin, die u.a. für die britische Vogue und Harpers Bazaar schrieb, angeblich als erste Journalistin überhaupt unbegrenzten Zutritt zum Chanel-Archiv. Warum das Hause Chanel das Vorhaben der Entmythisierung seiner Firmengründerin unterstützen sollte bleibt fraglich, verkaufen sich doch Parfums und Stepptaschen mit den berühmten ineinander verschlungenen Initialen der Modeschöpferin nicht zuletzt auch durch all die extravaganten kleinen, teils widersprüchlichen Anekdoten rund um ihr Leben, bestens.
Karl Lagerfeld, seines Zeichens die lebendige Personifizierung der Marke CHANEL, scheint jedoch Gefallen an der inhaltlichen Aufbereitung gefunden zu haben, steuerte er zur Bebilderung des Buches, trotz vollster Vollbeschäftigung, Illustrationen aus eigener Hand bei.
Über einen Mangel an erhältlichen Biographien über ihr Leben und ihre Arbeit, ob nun cineastischer oder textlicher Natur, könnte sich Mademoiselle Chanel , würde sie noch leben, nicht beklagen. Wir tun es auch nicht und freuen uns über das 400 Seiten starke Buch mit den wunderschönen Zeichnungen des Kaisers.
“Coco Chanel – Legende und Leben” von Justine Picardie, erschienen bei LSD (Steidl), ca. 58 €
Und das sagt die Autorin über die Intention ihres Buches…
Modeliebhaber und Büchersammler aufgepasst: Wer bislang vergeblich versuchte in Besitz des 1987 erstmals veröffentlichten Bildbandes von Kunsthistoriker Jean Leymarie mit dem schlichten Titel “CHANEL” zu gelangen, der kann sich nun zeitraubende Stöbereien in Antiquariaten danach sparen. Denn, passend zur Weihnachtszeit hat der französische Verlag “Éditions de la Martinière” eine Neuauflage des opulenten Fotobuches herausgegeben. Die englischsprachige Version erschien in den USA beim Abrams Verlag und in England bei Thames & Hudson.
Das Buch beleuchtet das kreative Umfeld der Modelegende Coco Chanel zu Beginn ihrer Kariere und untersucht den Einfluss ihrer Künstlerfreunde wie Jean Cocteau, Picasso und Dali auf ihr eigenes Leben sowie ihren einzigartigen Stil. Der 246 Seiten starke Fashion-Wälzer kann ab sofort zum Preis von ca. 99 Euro bspw. über Amazon bestellt aber natürlich auch im klassischen Buchhanel erworben werden. Hartgesottene Fans von Erstauflagen müssen natürlich weiterhin stöbern.
Morgen wäre er 77 Jahre alt geworden, Jeanloup Sieff. Geboren am 30. November 1933 in Paris als Sohn polnischer Immigranten, zählt Sieff zweifellos zu den Meistern der Modefotografie des 20. Jahrhunderts. Ab den späten 1950er Jahren zierten seine Arbeiten namhafte Magazine wie ELLE, Jardin des Modes, Look, Glamour, Esquire, Harpers Bazaar und ab 1966 auch Vogue. Vermutlich kennt jeder mindestens eine Fotografie aus der Hand Monsieur Sieffs, auch wenn der Betrachter womöglich gar nicht weiß, dass die Aufnahme von ihm stammt.
So war es z.B. Sieff, der eines der skandalträchtigsten gleichsam mutigsten Werbefotos der 70er Jahre schoss. Das Bild des splitternackten Modeschöpfers Yves Saint Laurent zwecks Bewerbung seines neu eingeführten Herrenduftes “YSL Homme” ging um die Welt und erzielte bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie’s im Juni dieses Jahres einen Kaufpreis von 39.400 Euro
Jeanloup Sieff war jedoch nicht ausschließlich Inszeneur eleganter Stilwelten sondern auch politisch Dokumentierender, wie seine Tätigkeit als Fotojournalist für die renommierte Bildagentur Magnum beweist.
Die Münchner Galerie “Bernheimer” zeigt nun in einer Ausstellung unter dem Titel “JEANLOUP SIEFF – FOUR DECADES” rund vierzig Photographien des im Jahr 2000 verstorbenen Lichtbildkünstlers. Die hier präsentierten Werke umfassen eine Auswahl an Sieffs Mode- Portrait und Aktphotographien von den 60er bis hin zu den späten 90er Jahren. Darunter auch ein Portrait von Karl Lagerfeld. Die Bilder können selbstverständlich käuflich erworben werden. Das ideale Weihnachtgeschenk für alle denen der neueste Duft von Anna dello Russo zu “mass market” ist. Das nötige Kleingeld ist hierbei ebenso geboten wie Eile denn laut Bernheimerscher Website stehe von manchen Abzügen der ausgewählten Motive nur noch ein Exemplar zum Verkauf.
“JEANLOUP SIEFF – FOUR DECADES” noch bis zum 29. Januar 2011 zu sehen in der
Karl Lagerfeld und Kinder, das will nicht so recht zusammenpassen. Umso erstaunter war ich, als ich in der Hamburger Kunst-Buchhandlung Sauter+Lackmann, nebenstehendes Taschenbuch entdeckte.
“Découvre la Mode de Karl Lagerfeld” von Nadine Coleno dokumentiert auf gerade mal 32 Seiten eine Aktion des Kaisers im Jahre 2003. Darin zeigt der Meister einer Gruppe Steppkes wie eine Modekollektion zustande kommt. Die Kleinen durften Monsieur Lagerfeld bei der Fertigstellung der “Lagerfeld Gallery Kollektion” für die Saison Frühjahr/Sommer 2004 über die Schulter schauen und teilweise auch selbst Hand anlegen.
Ob eines der 5 Kids heute bereits Modedesign studiert? Neben interessanten Einblicken in Lagerfelds Pariser Atelier bietet das Buch noch ein pikantes Detail: so ist Arnauld Maillard, Lagerfeld´s ehemalige rechte Hand und Studioleiter, von dem Lagerfeld seit dessen Veröffentlichung eines Enthüllungsbuches nichts mehr wissen möchte, auf einigen der Fotos zu sehen.
“Découvre de la Mode de Karl Lagerfeld” von Nadine Coleno, Editions du Regard
Jetzt singt er auch noch, mag manch einer denken und dabei die Augen verdrehen. Dabei geht Top-Model Baptiste Giabiconi bloß seinen eigenen Weg, und der führt ihn von der Modebranche ins Musikbusiness.
“Showtime” so der Name seiner Debut-Single wurde vor zwei Wochen in der französischen TV-Sendung “Le Bureau des Plaintes” in einem kurzen Einspieler dem Publikum vorgestellt. Den Studiogästen schien der Track, gemessen am Applaus und Jubel, zu gefallen. Hörbare Parallelen beim Refrain zu Ke$has “Tik Tok” mögen zufälliger Natur sein oder auch nicht, in jedem Falle hat der von Rapper 50 Cent abgemischte Song Hit-Potential. Karl Lagerfeld selbst habe laut eigener Aussage mit der Musikkariere des Beaus nichts zu tun, dies sei ganz allein Giabiconis Projekt, so Lagerfeld in einem Interview mit der Zeitschrift Gala.
Wer das etwas langatmige Intro dieses gezeichneten Kurzfilms abwartet, wird mit dem besten Comic-Strip in der Geschichte der bewegten Bilder belohnt.
Das babylonische Sprachwirrwarr Loves ergibt nicht immer Sinn, doch ihre aus tiefster Kehle geäußerte Freude über eine Birkin Bag ist dafür umso unmissverständlicher. Zugegeben, der Sprachducktus der Sängerin entspricht mit Sicherheit nicht ganz der Noblesse des Hauses Hermès, doch wie André Leon Talley ihr beipflichtet: “You are a Rockstar”. Sie darf das . Karl Lagerfeld findet Courtneys Birkin Bag zwar “fabulous”, rät der Exzentrikerin dennoch die Tasche mit besonderem Inhalt zu füllen, denn eine Birking Bag könne ja schließlich jeder tragen, erst der Inhalt verleihe ihr den Zauber. Originell und unterhaltsam: als frischgebackene “fashionbloggerin” macht Courtney Love ihren Job verdammt gut. We like!
Es gibt Marken, die schaffen es immer wieder zu begeistern, durch Qualität, Kreativität und Innovation sowie mit einer unverkennbar eigenen Handschrift und nicht zuletzt auch mit einer Marketingstrategie, der es gelingt den Hunger des Endverbrauchers auf die hauseigenen Produkte stets aufrecht zu erhalten. CHANEL ist genauso eine Marke.
Ultraglamouröses Image, exklusive Vertriebspolitik, ein weltberühmtes und durchaus dekoratives Firmenlogo, ein an Coolness kaum zu übertreffendes Aushängeschild namens Karl Lagerfeld, und eine Kosmetiklinie deren regelmäßige Sondereditionen den Hype um Selbige gehörig anstacheln und weltweit für ellenlange Wartelisten an diversen Beauty-Countern sorgen.
Nun lanciert Chanel anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung seines von Peter Marino neu gestalten New Yorker SoHo-Stores mit “The Soho Story Collection” eine limitierte Kosmetik-Serie bestehend aus 7 Produkten, die erstmals am 10. September in besagter Chanel Filiale -und nur dort- erhältlich sein wird. Darunter ein Gesichtspuder, welcher in der typisch schwarzen Lackbox daherkommt und dessen Pressung in Pop-Art Manier konkret Bezug auf die Metropole am Hudson River nimmt, sowie zwei Nagellacke, jeweils in glitzrigem Grau und funkelndem Violett, die bereits jetzt schon als das Beauty Must-have der kommenden Wintersaison gehandelt werden.
Übrigens: Parallel zum Chanel Store-Re-Opening in der Spring Street startet auch der von Condé Nast USA initiierte globale Shopping-Event “Fashion’s Night Out”. Hier kann sich jedermann bis in die späten Abendstunden glücklich kaufen und über spezielle Aktionen und Angebote der teilnehmenden Einzelhändler freuen.
(all images related to this article by courtesy of CHANEL)
CHANEL.com
CHANEL SOHO BOUTIQUE, 139 Spring Street, 10012 New York, NY, USA
Das Modehaus CHANEL gilt allgemein als unantastbar- kein Modejournalist, ob nun von der Fach- Publikums- oder Tagespresse, hat es gewagt, seit der Übernahme der künstlerischen Leitung durch Karl Lagerfeld 1983, Kritik an dem im Jahre 1909 von Mademoiselle Gabrielle “Coco” Chanel gegründeten Unternehmen zu üben, ebenso wenig wie an dessen kreativen Kopf selbst, der vom Chanel Hauptquartier in der Pariser Rue Cambon aus bestimmt, was gerade en vogue ist. Alle buhlen sie um die Gunst des Kaisers und um gute Platzierungen bei dessen fashion-shows.
Es geht das Gerücht um, das allzu unbequeme Schreiberlinge den Ausschluss aus Karls Hofstaat zu befürchten hätten. Mark Ritson, seines Zeichens Professor für Marketing an der Melbourne Business School, vielfach ausgezeichneter Kolumnist und einer der renommiertesten Marketingberater weltweit, dürfte demnach künftig keine Einladungen mehr erhalten. Schließlich überraschte der Brite die Reporter-Zunft und womöglich auch das Haus Chanel jüngst in einem von ihm verfassten Artikel in der Fachzeitschrift “Marketing Week” mit der Aussage, die Marke Chanel sei gerade dabei, eine gehörige Portion Staub anzusetzen.
Man könnte solch eine Aussage angesichts des unermüdlichen Schöpfertums Lagerfelds als Verunglimpfung abtun, wäre Ritsons Reputation nicht so tadellos, und hätte er nicht jahrelang im Luxuskonsortium LVMH als Image-Berater gedient, so aber schenken zumindest Werbetreibende, Marketingfachleute und PR-Berater seiner Einschätzung zur Lage der Marke Chanel erhöhte Aufmerksamkeit.
Nach Meinung Ritsons habe das sich in Privatbesitz der Brüder Alain und Gerard Wertheimer befindende Luxusunternehmen Schwierigkeiten, stilistische Innovation unter gleichzeitiger Wahrung der Firmentradition zu generieren. Für diesen Missstand hat der Marketing-Profi vier wesentliche Gründe eruieren können.
So sei zum einen die Schaufenstergestaltung der Chanel-Boutiquen wenig progressiv und auch die jeweils aktuelle Kollektion leider allzu oft eine Wiederholung der vorangegangen. “Its shop windows lack inspiration, the new collections are a little too derivative and the clientele looks older to me on each visit.”
Chanel Schaufenster am Ku’Damm Berlin, Photo: HYPE MAGAZINE
Desweiteren seien die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlichten Filmbiographien “Coco avant Chanel” sowie “Coco Chanel und Igor Stravinsky” nicht gerade die beste PR für das Label gewesen, beschäftigen sich beide Streifen doch ausschließlich mit der Vergangenheit der Firmengründerin, was sich im Falle der Firma Chanel nicht mit deren eigentlichem Innovationsanspruch verträgt.
Darüber hinaus habe das Unternehmen die frühzeitige Expansion in China, einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Luxusgüter überhaupt, verschlafen.
Zu guter letzt moniert Ritson die Zahlung einer Rekordmiete für einen neuen Store an Londons nobler New Bond Street, wodurch sich Chanel eher in die Position eines Nachahmers begeben habe, statt der Rolle des Pioniers zu entsprechen, da Konkurrent Louis Vuitton seinen von dem New Yorker Star-Architekten Peter Marino gestalteten und direkt gegenüber gelegenen Shop der Superlative bereits Wochen zuvor eröffnete.
Um seinen subjektiven Eindrücken mehr Substanz zu verleihen stützt Ritson seine These auf eine empirische Untersuchung des Marktforschungsinstituts “Millward Brown”, einem der weltweit größten Marktforschungsinstitute mit dutzenden Dependancen. Laut deren Studie hätten die drei führenden Luxusunternehmen Louis Vuitton, Hermès und Gucci bedeutend an Wert hinzugewonnen, während der Markenwert von Chanel, derzeit auf Platz 4 der Top-Luxusmarken, innerhalb der vergangenen 12 Monate um 11% gesunken sei. Dies ist wahrlich nur schwer zu überprüfen, da Chanel selbst keine Zahlen veröffentlicht.
Nun wird Chanel, dessen Strahlkraft so unvergleichlich stark ist und dessen Logo so begehrt wird wie kaum ein anderes, mit dieser Einschätzung zunächst einmal Leben müssen – eine Stellungnahme des Hauses zur Analyse Ritsons ist bisher nicht erfolgt.
Was nach der Veröffentlichung Ritsons mutigen Schriftsücks bleibt ist weniger die Frage, ob die Marke Chanel schon Patina angesetzt hat, als vielmehr ein Denkanstoß für alle Modejournalisten, wieder mehr Mut zur eigenen Meinung zu etablieren.
Denn wie FAZ Redakteur Dr. Alfons Kaiser bereits treffend in seinem Artikel: “Verzweifelt gesucht: Mut zur Meinung! Vom möglichen Ende der Käuflichkeit im Mode-System.” für das Magazin ACHTUNG Zeitgeist schrieb, …ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen von einem lange ungefragt akzeptierten Missstand, der am Ende das ganze Berufsbild des Modejournalisten in Frage gestellt hat.”
(Text: Sven Barthel)
“We have class, working class!” verkündete Modegott Karl Lagerfeld einst gegenüber Lori Goldstein, ihres Zeichens Stylistin und in Modezirkeln als eine der besten ihres Fachs geltend. Vor kurzem hat die mittlerweile 67-jährige Stilexpertin in einem Interview mit dem New Yorker Modeblog “fashionista” zwischen den Zeilen einige spannende Aussagen platziert, deren Aktualitätsbezug sich gemessen am gestrigen Auftritt von Daniela Katzenberger in der Sendung von Markus Lanz, beispielhaft bestätigte.
Lori Goldstein
So macht Lori Goldstein auf einen Zustand aufmerksam, der mit Sicherheit kein ausschließliches Phänomen des 21. Jahrhunderts darstellt, aber durchaus als neue globale Volkskrankheut der letzten 5 Jahre gewertet werden kann. Die Rede ist von Ruhmessucht. Von jungen Menschen, die krampfhaft ans Licht der Öffentlichkeit drängen ohne, eine konkrete Leistung oder ein bestimmtes Talent anbieten zu können.
“So many people I meet say: what’s with this new generation?” weiß die erfolgreiche Stylistin zu berichten und erzählt, das sie sich selbst primär mit hart arbeitenden Leuten umgebe und gewiss niemanden kenne der auch nur im Ansatz den Wunsch verspürt prominent zu sein. “Nobody I know want’s to be a celebrity“. Ein Statement, das angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit in Goldsteins Bekanntenkreis einen prominenten Namen trägt, zunächst verwundert, sich im Gesamtkontext ihrer Antworten jedoch von selbst erklärt.
So scheint das Umfeld von Lori Goldstein mehrheitlich aus Menschen, die sich mit Leidenschaft ihren vornehmlich “kreativen” Aufgaben widmen, zusammenzusetzen. Künstlerseelen, die eher von Berufung als von Beruf sprechen würden und deren Tätigkeit nicht bloß Mittel zum Broterwerb ist als vielmehr der einzige Weg zur Selbstverwirklichung. Menschen, deren Leben die Kunst, die Mode, die Schauspielerei ist. Denen das Blitzlichtgewitter herzlich egal ist, das Bedürfnis, sich der Welt künstlerisch mitzuteilen jedoch umso wichtiger. Menschen, die der Ruhm nicht in Form von Schlagzeilen heimsucht sondern durch Anerkennung ihres Könnens. Lori Goldstein spricht aus eigener Erfahrung: “Those who keep putting in the hours will be the last ones standing.”
Was für eine überaus optimistische Haltung in Zeiten, in denen zahlreiche Medien mittlerweile Scheiße als Gold verkaufen, mag da manch einer denken.
Eine Untersuchung der Universität Bielefeld, welche Mädchen im Alter von 13 – 16 Jahren nach ihren Berufswünschen befragte, hat ergeben, dass die Mehrheit von ihnen eine Kariere als Schauspielerin, Sängerin, Model, oder eben auch Designerin anstrebt. Berufe die auf den ersten Blick allesamt Medienpräsenz und das schnelle Geld versprechen. Wobei das Motiv, möglichst viel Geld zu verdienen, schon längst nicht mehr im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um Aufmerksamkeit, eine Währung, die wesentlich stärker ist als der Euro und von der auch German-Barbie Daniela Katzenberger gegenwärtig profitiert.
Auf die Frage von Markus Lanz wo sie sich in ein paar Jahren sieht, antwortete die populäre Blondine, sie sei heute Model, morgen Schauspielerin und übermorgen Sängerin. Der busenfixierte Jürgen Drews pflichtet ihr bei: “Die Zeiten haben sich eben geändert”. Da hat der König von Mallorca natürlich recht: Schrille Selbstdarsteller, It-Girls, höhere Töchter und Society Ladies sind die Stars im Hier und Jetzt.
Doch nicht jeder mag sich mit dieser Entwicklung abfinden und distanziert sich daher von den billigen Thrill-Suchern. “What we do is not the fluff-it’s not going out to parties, it’s not to be seen.” sagt Lori Goldstein.
Dem stimme ich zu: NOT TO BE SEEN IS THE NEW BLACK!
Es darf wieder geklotzt werden in der Haute Couture. Einer, der das mit am besten beherrscht ist John Galliano. Seine übergroßen, farbenfrohen Blütenkelchroben schwebten bei den Pariser Couture Schauen engelsgleich über den Laufsteg. Wie ein Feuerwerk der Botanik erlebten Modekritiker und Stars die Präsentation seiner Dior Herbst-Winterschau 2010/11 im Pariser Rodin Museum.
John Galliano hat sich mit dieser Kollektion, die als Hommage an die 1953 von Christian Dior erschaffene Tulpenlinie gedacht ist, wieder einmal selbst übertroffen. Romantisch, aber stets am Puls der Zeit, dank futuristischer Elemente, schickt der Designer seine Mannequins in die Mode Arena.
Um das Ganze nicht zu kitschig oder gar verkünstelt erscheinen zu lassen, greift Galliano zum gekonnten Stilbruch, indem er den Laufstegschönheiten Folie um die Köpfe wickelt und diese wie eingepackte Blumensträuße aussehen lässt. Doch das fulminante Blumenspektakel ist nicht nur das Werk eines begnadeten Modeschöpfers, diese Präsentation hat eine gewisse Symbolkraft für den momentanen Zustand einer schon mehrfach totgesagten Branche.
Es geht wieder bergauf im Luxussegment, so der einhellige Tenor bei den Pariser Schauen. Zwar wurden für die diesjährigen Défilées nur magere drei Tage anberaumt, doch sogar das einst angeschlagene Modehaus Givenchy, das in den vergangenen Jahren auf kostspielige Coutureschauen verzichten musste, war wieder unter den insgesamt 17 teilnehmenden Luxushäusern.
Die Verkäufe von Luxusroben scheinen wieder anzuziehen. Und genau darauf kommt es in diesem Segment an, welches auf Frauen zugeschnitten ist, die für handgefertigte, maßgeschneiderte Kleider fünf- oder gar sechsstelligen Summen hinblättern. «Von den Kundinnen der Edelschneider lassen sich allerdings nur zwischen 30 und 40 Prozent bei den Schauen sehen», gestand Designer Elie Saab kürzlich dem Fachblatt «Women’s Wear Daily». Vielen sei es unangenehm, wenn sie in einer Modenschau erkannt würden.
Auch Karl Lagerfeld bemerkt nach seiner spektakulären Löwenschau unter der Kuppel des Grand Palais: «Der Typ der Kundinist heute ganz anders», so der Grandseigneur de la Mode gegenüber der Presse. «Früher kauften sie vielleicht ein Kleid. Heute kommen junge Frauen und nehmen gleich 40 Entwürfe.» Beachtlich! Auf die Frage, wer denn diese kaufkräftige Klientel sei, übt sich die Haute Couture Branche in vornehmer Diskretion. Warum eigentlich? In einem Rosenbouquetkleid à la Galliano muss man sich doch wahrlich nicht verstecken, diese Robe schreit förmlich nach Öffentlichkeit!
Claudia & Karl / Stern Fotografie Portfolio Nr. 60
Die sechzigste Ausgabe des “Stern Fotografie” Magazins ist Karl Lagerfeld gewidmet und beinhaltet ausschließlich Aufnahmen von Claudia Schiffer der letzen 20 Jahre.
Wie so häufig bei Jubiläums- Ausgaben der Fall, wird das Heft in mehreren Cover-Varianten angeboten. So kommt die Lagerfeld Edition mit sechs verschieden Titelbilden daher. Von allen blickt Clooodia, mal als Marie Antoinette, mal als Biker-Braut, in die Linse Meisters. So weit so gut, wäre da nicht noch dieses Bild welches das deutsche Supermodel im Afro-Look mit dunkel geschminkter Haut zeigt.
Das Cover schlägt gerade international mittelhohe Wellen, zumindest wenn man der englischsprachigen Blogosphäre Glauben schenken darf. In den politisch korrekten USA kommt die Aufnahme nämlich gar nicht gut an: So schreibt Steff Yotka vom amerikanischen Modeblog Fashionista von latentem Rassismus und findet: “Blackface is never a good idea!” Auch Promi-Lästermaul Perez Hilton war das “Schwarzgesicht ” einen Beitrag auf seiner Homepage wert, in dem er sein Unverständnis äußert und fragt, warum sich gerade europäische Modemagazine immer wieder diesen “Fehltritt” leisten. Die Veröffentlichung des Fotos in der Online-Zeitung “Huffington Post” erzielte bislang gar 692(!) Leserkommentare. Berechtigte Kritik oder bloß Hysterie?
Und da ist sie wieder: Eine dieser schon oft gehörten Anspielungen auf das baldige Ende der Regentschaft Kaiser Karls im Hause Chanel. Diesmal in Form einer Zeichnung des modekritischen Illustrators aleXsandro Palombo.
Gerüchte über eine Ablöse Lagerfelds durch Lanvin Chefdesigner Alber Elbaz kursierten erstmals im Juni 2009 und zuletzt im März dieses Jahres und wurden in beiden Fällen von Chanel dementiert. Angesichts der Tatsache, dass Palombos Zeichnungen fast immer einen aktuellen Zeitbezug haben, darf man sich daher berechtigt fragen, warum der Künstler heute auf seinen Blog eine Arbeit veröffentlichte, die Alber Elbaz mit dem abgeschlagenen Kopf Lagerfelds in der Hand zeigt und somit die einst verstummten Spekulationen über die Nachfolge für den Chanel Chefposten wieder neu belebt!? Chanel ohne Lagerfeld? Das ist ja wie “Wetten Dass” ohne Thomas Gottschalk, undenkbar! Die Zeichnungen von Palombo lieben wir natürlich trotzdem.
Nur eine Idee: Wandfarbe von Chanel, photo by: Mandi / Colette Blog
Damit Ihr vor lauter Aufregung nicht unnötig zum nächstgelegenen Baumarkt hastet, sei gleich vorweg erwähnt, dass es sich bei dem hier zu sehenden Farbkanister mit dem berühmten Chanel Logo um ein nettes Fake-Produkt handelt.
Karl Lagerfeld, der vom Plüschtier bis zur Cola Flasche so ziemlich alles mit seinem Signature Look versieht, was ihm unter seine üppig beringten Finger kommt, hat ausnahmsweise mal nichts mit dem Blechbehälter zu tun. Schade eigentlich. Schließlich lässt die Übertragung des Corporate Designs bekannter Modehäuser auf profane Alltagsprodukte, diese deutlich attraktiver aussehen. Und erst durch die schicke Designerhülle wird vielen Menschen bewusst, was ihnen in ihrem Leben bislang noch gefehlt hat. Schwarze Wandfarbe von Chanel gehört definitiv dazu!
Wer sich nun aufregt, dass es Menschen gibt, die, ganz unabhängig davon, ob ein Produkt in seiner Funktion sinnstiftend ist oder nicht, bereit sind für Selbiges Unsummen zu zahlen, solange es nur eine prominente Logoplakette ziert, sei gesagt, dies ist kein alleiniges Phänomen der Modebranche. Auch Madonna braucht theoretisch nur noch auf eine Platte zu kotzen um einen Hit zu landen. Der (Marken-)Name als Selbstläufer ist somit hart erarbeitetes Privileg und Bestätigung für die eigene Leistung zugleich.
Eine Tasse Tee in Gesellschaft von Donatella Versace oder Jean Paul Gaultier? Kein Problem mit den Prêt-à-PorTea-Beuteln von Donkey Products aus Hamburg. 5 Modeikonen stehen mit bereitwillig ausgestreckten Armen für ein Bad im heißen Wasser zur Verfügung. Noch nie war die Gelegenheit, einen verregneten Sonntag Nachmittag mit Claudia, Naomi und Karl zu verbringen, so günstig. Für 7,95 Euro schickt Euch Donkey Products die Modeelite direkt ins Haus.
Karl liebt Diät Cola und wir lieben die Cola-Pulle designed by Karl.
Nachdem bereits im vergangenen Jahr, Italiens berühmteste Modemacher die kurvige Flache des Getränkeherstellers in eigens kreierte Dessins hüllten, durfte sich nun auch der Kaiser mit der Oberflächengestaltung der berühmten Hülle auseinandersetzen. Im für Lagerfeld typischen schwarz-weiß Kontrast mit gekonnt gesetztem pinken Farbakzent präsentiert sich das Kultgesöff nun in Aluminium als Pop Art Skulptur für den Esstisch. Erfreulich ist vor allem der Preis, denn mit 3,50 Euro kostet das Designobjekt gerade mal so viel wie das reguläre Glas Cola in der Kneipe um die Ecke. Es gibt auch noch die Luxusversion in einer dekorativen und limitierten Geschenkbox, deren integriertes Schubfach den mitgelieferten Flaschenöffner diskret versteckt.
Erhältlich ab dem 24. April bei Colette in Paris, wo sonst?!
Coca Cola Karl Lagerfeld Bottle, € 3,50
Coca Cola Karl Lagerfeld Box Set , € 60,00
Über das Verhältnis von Model Baptiste Giabiconi und seinem Entdecker Karl Lagerfeld wird viel spekuliert. Handelt es sich hier um eine Liebesbeziehung, eine Freundschaft, oder doch bloß um eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Model und Designer?
Der Meister schwärmt in Interviews zwar in höchsten Tönen von dem zwanzigjährigen Beau aus Marseilles und pusht dessen Kariere wie zuvor nur seine eigene, doch zur Frage welcher Natur die Verbindung zwischen den Beiden tatsächlich ist, bezog der Modemacher bislang keine Stellung. Eine wesentlich eindeutigere Sprache sprechen da schon die zahlreichen Fotos, die Lagerfeld in den vergangenen zwei Jahren quasi in Akkordarbeit von seinem Zögling geschossen hat. Sie zeigen Baptiste häufig nackt, mal in Stilettos, mal mit Faust im Mund – erotische Posen dirigiert von Kaiser Karl.
Eine Auswahl der besten Motive bietet der im Mai bei Steidl erscheinende Bildband “The Beauty of Violence”. Karl Lagerfeld “The Beauty of Violence”, Steidl Verlag, 96 Seiten, 34 Euro
Dass die Luxusgüterbranche das Wort Wirtschaftskrise nicht mehr hören mag ist verständlich. Das so manch Meinungsmacher bereits versucht hat mit der Deklaration “recession is so 2009″ das Ende der Krise zumindest in den Köpfen der Verbraucher herbeizu”manipulieren”, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Modehäuser die Folgen des Bankencrashs auch im noch jungen Jahr 2010 deutlich zu spüren bekommen.
So berichtete das Branchenblatt WWD (WomensWearDaily) am 11. Januar erstmals von der Schließung des amerikanischen Versace Pressebüros in New York. So what? könnte man leichtfertig fragen, wenn nicht wenige Tage zuvor Beth Shapiro, PR-Chefin und Marketingdirektorin im Hause Lagerfeld, ihren Abschied aus dem Kaiserreich in einer E-Mail an Geschäfts- und Medienpartner mit folgenden Worten begründete: “The current environment has forced us to downsize”. Desweiteren wurde heute bekannt, dass die Zweitlinie des Modeunternehmens “K Karl Lagerfeld” künftig eingestellt wird.
Sichtbar schlecht geht es auch dem Unternehmen Yohji Yamamoto. Dass der japanische Modemacher bereits im Oktober 2009 Insolvenz anmelden musste, war innerhalb der Branche kein Geheimnis. Doch nun zeigte der finanzielle Kollaps seines Unternehmens, auch gegenüber dem Endverbraucher sein Gesicht. So standen am Dienstag in New York unwissende Kunden vor verschlossenen Pforten seiner beiden Stores in SoHo und im Meatpacking District und wunderten sich über die mit Packpapier abgeklebten Schaufenster. Auch der Pariser Flagshipstore, und die Boutique in Antwerpen seien, laut der New Yorker Einzelhandels Webseite RACKED.COM bereits geschlossen. Ob die Geschäftsschließungen als Vorboten für das endgültige Aus der Marke zu werten sind? Als sicher gilt momentan nur das Yamamoto bei den Pariser Pret-a-Porter Schauen im Februar seine neue Kollektion vorstellen wird.
Fazit: The economy is a real bitch these days!
Einmal mit vollen Händen bei CHANEL so richtig zugreifen und mitnehmen was Aug´und Herz begehrt ist sicherlich der Traum unzähliger Fashionistas “around the globe”. Wie das auch ohne dickes Bankkonto funktioniert, zeigt Chefdesigner Karl Lagerfeld in seinem selbst gedrehten Kurzfilm: Vol de Jour. (Diebstahl des Tages).
Darin zu sehen, Lagerfeld´s Muse und Model Baptiste Giabiconi mit weiblicher Komplizin auf Diebestour durch die Pariser Chanel Boutiquen. Ob Juwelen aus der Filiale am Place Vendôme, oder Couture aus dem Stammhaus in der Rue Cambon, nichts was das prestigeträchtige CC Logo ziert ist vor den flinken Händen des Gaunerpärchens sicher.
Kurzfilme waren 2009 bei zahlreichen Modehäusern das ultimative Medium um das eigene Sortiment zu bewerben. Dabei glänzten jedoch einige Produktionen mit einer eher hölzernen Dramaturgie. Zum Ende des Jahres zeigt nun Kreativgenie Karl Lagerfeld der Konkurrenz noch einmal wie es richtig geht und stellt mit seinem unterhaltsamen Videoclip unter Beweis, das CHANEL Erzeugnisse das Heißeste sind was die Mode zu bieten hat.
Nachahmung wird allerdings nicht empfohlen.