Es gibt Marken, die schaffen es immer wieder zu begeistern, durch Qualität, Kreativität und Innovation sowie mit einer unverkennbar eigenen Handschrift und nicht zuletzt auch mit einer Marketingstrategie, der es gelingt den Hunger des Endverbrauchers auf die hauseigenen Produkte stets aufrecht zu erhalten. CHANEL ist genauso eine Marke.
Ultraglamouröses Image, exklusive Vertriebspolitik, ein weltberühmtes und durchaus dekoratives Firmenlogo, ein an Coolness kaum zu übertreffendes Aushängeschild namens Karl Lagerfeld, und eine Kosmetiklinie deren regelmäßige Sondereditionen den Hype um Selbige gehörig anstacheln und weltweit für ellenlange Wartelisten an diversen Beauty-Countern sorgen.
Nun lanciert Chanel anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung seines von Peter Marino neu gestalten New Yorker SoHo-Stores mit “The Soho Story Collection” eine limitierte Kosmetik-Serie bestehend aus 7 Produkten, die erstmals am 10. September in besagter Chanel Filiale -und nur dort- erhältlich sein wird. Darunter ein Gesichtspuder, welcher in der typisch schwarzen Lackbox daherkommt und dessen Pressung in Pop-Art Manier konkret Bezug auf die Metropole am Hudson River nimmt, sowie zwei Nagellacke, jeweils in glitzrigem Grau und funkelndem Violett, die bereits jetzt schon als das Beauty Must-have der kommenden Wintersaison gehandelt werden.
Übrigens: Parallel zum Chanel Store-Re-Opening in der Spring Street startet auch der von Condé Nast USA initiierte globale Shopping-Event “Fashion’s Night Out”. Hier kann sich jedermann bis in die späten Abendstunden glücklich kaufen und über spezielle Aktionen und Angebote der teilnehmenden Einzelhändler freuen.
(all images related to this article by courtesy of CHANEL)
CHANEL.com
CHANEL SOHO BOUTIQUE, 139 Spring Street, 10012 New York, NY, USA
Das Modehaus CHANEL gilt allgemein als unantastbar- kein Modejournalist, ob nun von der Fach- Publikums- oder Tagespresse, hat es gewagt, seit der Übernahme der künstlerischen Leitung durch Karl Lagerfeld 1983, Kritik an dem im Jahre 1909 von Mademoiselle Gabrielle “Coco” Chanel gegründeten Unternehmen zu üben, ebenso wenig wie an dessen kreativen Kopf selbst, der vom Chanel Hauptquartier in der Pariser Rue Cambon aus bestimmt, was gerade en vogue ist. Alle buhlen sie um die Gunst des Kaisers und um gute Platzierungen bei dessen fashion-shows.
Es geht das Gerücht um, das allzu unbequeme Schreiberlinge den Ausschluss aus Karls Hofstaat zu befürchten hätten. Mark Ritson, seines Zeichens Professor für Marketing an der Melbourne Business School, vielfach ausgezeichneter Kolumnist und einer der renommiertesten Marketingberater weltweit, dürfte demnach künftig keine Einladungen mehr erhalten. Schließlich überraschte der Brite die Reporter-Zunft und womöglich auch das Haus Chanel jüngst in einem von ihm verfassten Artikel in der Fachzeitschrift “Marketing Week” mit der Aussage, die Marke Chanel sei gerade dabei, eine gehörige Portion Staub anzusetzen.
Man könnte solch eine Aussage angesichts des unermüdlichen Schöpfertums Lagerfelds als Verunglimpfung abtun, wäre Ritsons Reputation nicht so tadellos, und hätte er nicht jahrelang im Luxuskonsortium LVMH als Image-Berater gedient, so aber schenken zumindest Werbetreibende, Marketingfachleute und PR-Berater seiner Einschätzung zur Lage der Marke Chanel erhöhte Aufmerksamkeit.
Nach Meinung Ritsons habe das sich in Privatbesitz der Brüder Alain und Gerard Wertheimer befindende Luxusunternehmen Schwierigkeiten, stilistische Innovation unter gleichzeitiger Wahrung der Firmentradition zu generieren. Für diesen Missstand hat der Marketing-Profi vier wesentliche Gründe eruieren können.
So sei zum einen die Schaufenstergestaltung der Chanel-Boutiquen wenig progressiv und auch die jeweils aktuelle Kollektion leider allzu oft eine Wiederholung der vorangegangen. “Its shop windows lack inspiration, the new collections are a little too derivative and the clientele looks older to me on each visit.”
Chanel Schaufenster am Ku’Damm Berlin, Photo: HYPE MAGAZINE
Desweiteren seien die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlichten Filmbiographien “Coco avant Chanel” sowie “Coco Chanel und Igor Stravinsky” nicht gerade die beste PR für das Label gewesen, beschäftigen sich beide Streifen doch ausschließlich mit der Vergangenheit der Firmengründerin, was sich im Falle der Firma Chanel nicht mit deren eigentlichem Innovationsanspruch verträgt.
Darüber hinaus habe das Unternehmen die frühzeitige Expansion in China, einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Luxusgüter überhaupt, verschlafen.
Zu guter letzt moniert Ritson die Zahlung einer Rekordmiete für einen neuen Store an Londons nobler New Bond Street, wodurch sich Chanel eher in die Position eines Nachahmers begeben habe, statt der Rolle des Pioniers zu entsprechen, da Konkurrent Louis Vuitton seinen von dem New Yorker Star-Architekten Peter Marino gestalteten und direkt gegenüber gelegenen Shop der Superlative bereits Wochen zuvor eröffnete.
Um seinen subjektiven Eindrücken mehr Substanz zu verleihen stützt Ritson seine These auf eine empirische Untersuchung des Marktforschungsinstituts “Millward Brown”, einem der weltweit größten Marktforschungsinstitute mit dutzenden Dependancen. Laut deren Studie hätten die drei führenden Luxusunternehmen Louis Vuitton, Hermès und Gucci bedeutend an Wert hinzugewonnen, während der Markenwert von Chanel, derzeit auf Platz 4 der Top-Luxusmarken, innerhalb der vergangenen 12 Monate um 11% gesunken sei. Dies ist wahrlich nur schwer zu überprüfen, da Chanel selbst keine Zahlen veröffentlicht.
Nun wird Chanel, dessen Strahlkraft so unvergleichlich stark ist und dessen Logo so begehrt wird wie kaum ein anderes, mit dieser Einschätzung zunächst einmal Leben müssen - eine Stellungnahme des Hauses zur Analyse Ritsons ist bisher nicht erfolgt.
Was nach der Veröffentlichung Ritsons mutigen Schriftsücks bleibt ist weniger die Frage, ob die Marke Chanel schon Patina angesetzt hat, als vielmehr ein Denkanstoß für alle Modejournalisten, wieder mehr Mut zur eigenen Meinung zu etablieren.
Denn wie FAZ Redakteur Dr. Alfons Kaiser bereits treffend in seinem Artikel: “Verzweifelt gesucht: Mut zur Meinung! Vom möglichen Ende der Käuflichkeit im Mode-System.” für das Magazin ACHTUNG Zeitgeist schrieb, …ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen von einem lange ungefragt akzeptierten Missstand, der am Ende das ganze Berufsbild des Modejournalisten in Frage gestellt hat.”
(Text: Sven Barthel)
“We have class, working class!” verkündete Modegott Karl Lagerfeld einst gegenüber Lori Goldstein, ihres Zeichens Stylistin und in Modezirkeln als eine der besten ihres Fachs geltend. Vor kurzem hat die mittlerweile 67-jährige Stilexpertin in einem Interview mit dem New Yorker Modeblog “fashionista” zwischen den Zeilen einige spannende Aussagen platziert, deren Aktualitätsbezug sich gemessen am gestrigen Auftritt von Daniela Katzenberger in der Sendung von Markus Lanz, beispielhaft bestätigte.
Lori Goldstein
So macht Lori Goldstein auf einen Zustand aufmerksam, der mit Sicherheit kein ausschließliches Phänomen des 21. Jahrhunderts darstellt, aber durchaus als neue globale Volkskrankheut der letzten 5 Jahre gewertet werden kann. Die Rede ist von Ruhmessucht. Von jungen Menschen, die krampfhaft ans Licht der Öffentlichkeit drängen ohne, eine konkrete Leistung oder ein bestimmtes Talent anbieten zu können.
“So many people I meet say: what’s with this new generation?” weiß die erfolgreiche Stylistin zu berichten und erzählt, das sie sich selbst primär mit hart arbeitenden Leuten umgebe und gewiss niemanden kenne der auch nur im Ansatz den Wunsch verspürt prominent zu sein. “Nobody I know want’s to be a celebrity“. Ein Statement, das angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit in Goldsteins Bekanntenkreis einen prominenten Namen trägt, zunächst verwundert, sich im Gesamtkontext ihrer Antworten jedoch von selbst erklärt.
So scheint das Umfeld von Lori Goldstein mehrheitlich aus Menschen, die sich mit Leidenschaft ihren vornehmlich “kreativen” Aufgaben widmen, zusammenzusetzen. Künstlerseelen, die eher von Berufung als von Beruf sprechen würden und deren Tätigkeit nicht bloß Mittel zum Broterwerb ist als vielmehr der einzige Weg zur Selbstverwirklichung. Menschen, deren Leben die Kunst, die Mode, die Schauspielerei ist. Denen das Blitzlichtgewitter herzlich egal ist, das Bedürfnis, sich der Welt künstlerisch mitzuteilen jedoch umso wichtiger. Menschen, die der Ruhm nicht in Form von Schlagzeilen heimsucht sondern durch Anerkennung ihres Könnens. Lori Goldstein spricht aus eigener Erfahrung: “Those who keep putting in the hours will be the last ones standing.”
Was für eine überaus optimistische Haltung in Zeiten, in denen zahlreiche Medien mittlerweile Scheiße als Gold verkaufen, mag da manch einer denken.
Eine Untersuchung der Universität Bielefeld, welche Mädchen im Alter von 13 - 16 Jahren nach ihren Berufswünschen befragte, hat ergeben, dass die Mehrheit von ihnen eine Kariere als Schauspielerin, Sängerin, Model, oder eben auch Designerin anstrebt. Berufe die auf den ersten Blick allesamt Medienpräsenz und das schnelle Geld versprechen. Wobei das Motiv, möglichst viel Geld zu verdienen, schon längst nicht mehr im Vordergrund steht. Vielmehr geht es um Aufmerksamkeit, eine Währung, die wesentlich stärker ist als der Euro und von der auch German-Barbie Daniela Katzenberger gegenwärtig profitiert.
Auf die Frage von Markus Lanz wo sie sich in ein paar Jahren sieht, antwortete die populäre Blondine, sie sei heute Model, morgen Schauspielerin und übermorgen Sängerin. Der busenfixierte Jürgen Drews pflichtet ihr bei: “Die Zeiten haben sich eben geändert”. Da hat der König von Mallorca natürlich recht: Schrille Selbstdarsteller, It-Girls, höhere Töchter und Society Ladies sind die Stars im Hier und Jetzt.
Doch nicht jeder mag sich mit dieser Entwicklung abfinden und distanziert sich daher von den billigen Thrill-Suchern. “What we do is not the fluff-it’s not going out to parties, it’s not to be seen.” sagt Lori Goldstein.
Dem stimme ich zu: NOT TO BE SEEN IS THE NEW BLACK!
Es darf wieder geklotzt werden in der Haute Couture. Einer, der das mit am besten beherrscht ist John Galliano. Seine übergroßen, farbenfrohen Blütenkelchroben schwebten bei den Pariser Couture Schauen engelsgleich über den Laufsteg. Wie ein Feuerwerk der Botanik erlebten Modekritiker und Stars die Präsentation seiner Dior Herbst-Winterschau 2010/11 im Pariser Rodin Museum.
John Galliano hat sich mit dieser Kollektion, die als Hommage an die 1953 von Christian Dior erschaffene Tulpenlinie gedacht ist, wieder einmal selbst übertroffen. Romantisch, aber stets am Puls der Zeit, dank futuristischer Elemente, schickt der Designer seine Mannequins in die Mode Arena.
Um das Ganze nicht zu kitschig oder gar verkünstelt erscheinen zu lassen, greift Galliano zum gekonnten Stilbruch, indem er den Laufstegschönheiten Folie um die Köpfe wickelt und diese wie eingepackte Blumensträuße aussehen lässt. Doch das fulminante Blumenspektakel ist nicht nur das Werk eines begnadeten Modeschöpfers, diese Präsentation hat eine gewisse Symbolkraft für den momentanen Zustand einer schon mehrfach totgesagten Branche.
Es geht wieder bergauf im Luxussegment, so der einhellige Tenor bei den Pariser Schauen. Zwar wurden für die diesjährigen Défilées nur magere drei Tage anberaumt, doch sogar das einst angeschlagene Modehaus Givenchy, das in den vergangenen Jahren auf kostspielige Coutureschauen verzichten musste, war wieder unter den insgesamt 17 teilnehmenden Luxushäusern.
Die Verkäufe von Luxusroben scheinen wieder anzuziehen. Und genau darauf kommt es in diesem Segment an, welches auf Frauen zugeschnitten ist, die für handgefertigte, maßgeschneiderte Kleider fünf- oder gar sechsstelligen Summen hinblättern. «Von den Kundinnen der Edelschneider lassen sich allerdings nur zwischen 30 und 40 Prozent bei den Schauen sehen», gestand Designer Elie Saab kürzlich dem Fachblatt «Women’s Wear Daily». Vielen sei es unangenehm, wenn sie in einer Modenschau erkannt würden.
Auch Karl Lagerfeld bemerkt nach seiner spektakulären Löwenschau unter der Kuppel des Grand Palais: «Der Typ der Kundinist heute ganz anders», so der Grandseigneur de la Mode gegenüber der Presse. «Früher kauften sie vielleicht ein Kleid. Heute kommen junge Frauen und nehmen gleich 40 Entwürfe.» Beachtlich! Auf die Frage, wer denn diese kaufkräftige Klientel sei, übt sich die Haute Couture Branche in vornehmer Diskretion. Warum eigentlich? In einem Rosenbouquetkleid à la Galliano muss man sich doch wahrlich nicht verstecken, diese Robe schreit förmlich nach Öffentlichkeit!
Claudia & Karl / Stern Fotografie Portfolio Nr. 60
Die sechzigste Ausgabe des “Stern Fotografie” Magazins ist Karl Lagerfeld gewidmet und beinhaltet ausschließlich Aufnahmen von Claudia Schiffer der letzen 20 Jahre.
Wie so häufig bei Jubiläums- Ausgaben der Fall, wird das Heft in mehreren Cover-Varianten angeboten. So kommt die Lagerfeld Edition mit sechs verschieden Titelbilden daher. Von allen blickt Clooodia, mal als Marie Antoinette, mal als Biker-Braut, in die Linse Meisters. So weit so gut, wäre da nicht noch dieses Bild welches das deutsche Supermodel im Afro-Look mit dunkel geschminkter Haut zeigt.
Das Cover schlägt gerade international mittelhohe Wellen, zumindest wenn man der englischsprachigen Blogosphäre Glauben schenken darf. In den politisch korrekten USA kommt die Aufnahme nämlich gar nicht gut an: So schreibt Steff Yotka vom amerikanischen Modeblog Fashionista von latentem Rassismus und findet: “Blackface is never a good idea!” Auch Promi-Lästermaul Perez Hilton war das “Schwarzgesicht ” einen Beitrag auf seiner Homepage wert, in dem er sein Unverständnis äußert und fragt, warum sich gerade europäische Modemagazine immer wieder diesen “Fehltritt” leisten. Die Veröffentlichung des Fotos in der Online-Zeitung “Huffington Post” erzielte bislang gar 692(!) Leserkommentare. Berechtigte Kritik oder bloß Hysterie?
Und da ist sie wieder: Eine dieser schon oft gehörten Anspielungen auf das baldige Ende der Regentschaft Kaiser Karls im Hause Chanel. Diesmal in Form einer Zeichnung des modekritischen Illustrators aleXsandro Palombo.
Gerüchte über eine Ablöse Lagerfelds durch Lanvin Chefdesigner Alber Elbaz kursierten erstmals im Juni 2009 und zuletzt im März dieses Jahres und wurden in beiden Fällen von Chanel dementiert. Angesichts der Tatsache, dass Palombos Zeichnungen fast immer einen aktuellen Zeitbezug haben, darf man sich daher berechtigt fragen, warum der Künstler heute auf seinen Blog eine Arbeit veröffentlichte, die Alber Elbaz mit dem abgeschlagenen Kopf Lagerfelds in der Hand zeigt und somit die einst verstummten Spekulationen über die Nachfolge für den Chanel Chefposten wieder neu belebt!? Chanel ohne Lagerfeld? Das ist ja wie “Wetten Dass” ohne Thomas Gottschalk, undenkbar! Die Zeichnungen von Palombo lieben wir natürlich trotzdem.
Nur eine Idee: Wandfarbe von Chanel, photo by: Mandi / Colette Blog
Damit Ihr vor lauter Aufregung nicht unnötig zum nächstgelegenen Baumarkt hastet, sei gleich vorweg erwähnt, dass es sich bei dem hier zu sehenden Farbkanister mit dem berühmten Chanel Logo um ein nettes Fake-Produkt handelt.
Karl Lagerfeld, der vom Plüschtier bis zur Cola Flasche so ziemlich alles mit seinem Signature Look versieht, was ihm unter seine üppig beringten Finger kommt, hat ausnahmsweise mal nichts mit dem Blechbehälter zu tun. Schade eigentlich. Schließlich lässt die Übertragung des Corporate Designs bekannter Modehäuser auf profane Alltagsprodukte, diese deutlich attraktiver aussehen. Und erst durch die schicke Designerhülle wird vielen Menschen bewusst, was ihnen in ihrem Leben bislang noch gefehlt hat. Schwarze Wandfarbe von Chanel gehört definitiv dazu!
Wer sich nun aufregt, dass es Menschen gibt, die, ganz unabhängig davon, ob ein Produkt in seiner Funktion sinnstiftend ist oder nicht, bereit sind für Selbiges Unsummen zu zahlen, solange es nur eine prominente Logoplakette ziert, sei gesagt, dies ist kein alleiniges Phänomen der Modebranche. Auch Madonna braucht theoretisch nur noch auf eine Platte zu kotzen um einen Hit zu landen. Der (Marken-)Name als Selbstläufer ist somit hart erarbeitetes Privileg und Bestätigung für die eigene Leistung zugleich.
Eine Tasse Tee in Gesellschaft von Donatella Versace oder Jean Paul Gaultier? Kein Problem mit den Prêt-à-PorTea-Beuteln von Donkey Products aus Hamburg. 5 Modeikonen stehen mit bereitwillig ausgestreckten Armen für ein Bad im heißen Wasser zur Verfügung. Noch nie war die Gelegenheit, einen verregneten Sonntag Nachmittag mit Claudia, Naomi und Karl zu verbringen, so günstig. Für 7,95 Euro schickt Euch Donkey Products die Modeelite direkt ins Haus.
Karl liebt Diät Cola und wir lieben die Cola-Pulle designed by Karl.
Nachdem bereits im vergangenen Jahr, Italiens berühmteste Modemacher die kurvige Flache des Getränkeherstellers in eigens kreierte Dessins hüllten, durfte sich nun auch der Kaiser mit der Oberflächengestaltung der berühmten Hülle auseinandersetzen. Im für Lagerfeld typischen schwarz-weiß Kontrast mit gekonnt gesetztem pinken Farbakzent präsentiert sich das Kultgesöff nun in Aluminium als Pop Art Skulptur für den Esstisch. Erfreulich ist vor allem der Preis, denn mit 3,50 Euro kostet das Designobjekt gerade mal so viel wie das reguläre Glas Cola in der Kneipe um die Ecke. Es gibt auch noch die Luxusversion in einer dekorativen und limitierten Geschenkbox, deren integriertes Schubfach den mitgelieferten Flaschenöffner diskret versteckt.
Erhältlich ab dem 24. April bei Colette in Paris, wo sonst?!
Coca Cola Karl Lagerfeld Bottle, € 3,50
Coca Cola Karl Lagerfeld Box Set , € 60,00
Über das Verhältnis von Model Baptiste Giabiconi und seinem Entdecker Karl Lagerfeld wird viel spekuliert. Handelt es sich hier um eine Liebesbeziehung, eine Freundschaft, oder doch bloß um eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Model und Designer?
Der Meister schwärmt in Interviews zwar in höchsten Tönen von dem zwanzigjährigen Beau aus Marseilles und pusht dessen Kariere wie zuvor nur seine eigene, doch zur Frage welcher Natur die Verbindung zwischen den Beiden tatsächlich ist, bezog der Modemacher bislang keine Stellung. Eine wesentlich eindeutigere Sprache sprechen da schon die zahlreichen Fotos, die Lagerfeld in den vergangenen zwei Jahren quasi in Akkordarbeit von seinem Zögling geschossen hat. Sie zeigen Baptiste häufig nackt, mal in Stilettos, mal mit Faust im Mund - erotische Posen dirigiert von Kaiser Karl.
Eine Auswahl der besten Motive bietet der im Mai bei Steidl erscheinende Bildband “The Beauty of Violence”. Karl Lagerfeld “The Beauty of Violence”, Steidl Verlag, 96 Seiten, 34 Euro
Dass die Luxusgüterbranche das Wort Wirtschaftskrise nicht mehr hören mag ist verständlich. Das so manch Meinungsmacher bereits versucht hat mit der Deklaration “recession is so 2009″ das Ende der Krise zumindest in den Köpfen der Verbraucher herbeizu”manipulieren”, kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das Modehäuser die Folgen des Bankencrashs auch im noch jungen Jahr 2010 deutlich zu spüren bekommen.
So berichtete das Branchenblatt WWD (WomensWearDaily) am 11. Januar erstmals von der Schließung des amerikanischen Versace Pressebüros in New York. So what? könnte man leichtfertig fragen, wenn nicht wenige Tage zuvor Beth Shapiro, PR-Chefin und Marketingdirektorin im Hause Lagerfeld, ihren Abschied aus dem Kaiserreich in einer E-Mail an Geschäfts- und Medienpartner mit folgenden Worten begründete: “The current environment has forced us to downsize”. Desweiteren wurde heute bekannt, dass die Zweitlinie des Modeunternehmens “K Karl Lagerfeld” künftig eingestellt wird.
Sichtbar schlecht geht es auch dem Unternehmen Yohji Yamamoto. Dass der japanische Modemacher bereits im Oktober 2009 Insolvenz anmelden musste, war innerhalb der Branche kein Geheimnis. Doch nun zeigte der finanzielle Kollaps seines Unternehmens, auch gegenüber dem Endverbraucher sein Gesicht. So standen am Dienstag in New York unwissende Kunden vor verschlossenen Pforten seiner beiden Stores in SoHo und im Meatpacking District und wunderten sich über die mit Packpapier abgeklebten Schaufenster. Auch der Pariser Flagshipstore, und die Boutique in Antwerpen seien, laut der New Yorker Einzelhandels Webseite RACKED.COM bereits geschlossen. Ob die Geschäftsschließungen als Vorboten für das endgültige Aus der Marke zu werten sind? Als sicher gilt momentan nur das Yamamoto bei den Pariser Pret-a-Porter Schauen im Februar seine neue Kollektion vorstellen wird.
Fazit: The economy is a real bitch these days!
Einmal mit vollen Händen bei CHANEL so richtig zugreifen und mitnehmen was Aug´und Herz begehrt ist sicherlich der Traum unzähliger Fashionistas “around the globe”. Wie das auch ohne dickes Bankkonto funktioniert, zeigt Chefdesigner Karl Lagerfeld in seinem selbst gedrehten Kurzfilm: Vol de Jour. (Diebstahl des Tages).
Darin zu sehen, Lagerfeld´s Muse und Model Baptiste Giabiconi mit weiblicher Komplizin auf Diebestour durch die Pariser Chanel Boutiquen. Ob Juwelen aus der Filiale am Place Vendôme, oder Couture aus dem Stammhaus in der Rue Cambon, nichts was das prestigeträchtige CC Logo ziert ist vor den flinken Händen des Gaunerpärchens sicher.
Kurzfilme waren 2009 bei zahlreichen Modehäusern das ultimative Medium um das eigene Sortiment zu bewerben. Dabei glänzten jedoch einige Produktionen mit einer eher hölzernen Dramaturgie. Zum Ende des Jahres zeigt nun Kreativgenie Karl Lagerfeld der Konkurrenz noch einmal wie es richtig geht und stellt mit seinem unterhaltsamen Videoclip unter Beweis, das CHANEL Erzeugnisse das Heißeste sind was die Mode zu bieten hat.
Nachahmung wird allerdings nicht empfohlen.
“Jemand, dessen DVD Sammlung die Anzahl seiner Bücher übersteigt, sollte sich Gedanken machen” gab Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in ihrer zusammen mit Alessandra Borghese verfassten Benimmbibel “Unsere Umgangsformen ” aus dem Jahr 2000 einst zum Besten. Damit hatte die polarisierende Fürstin nicht ganz unrecht, würde aber mit Sicherheit bei der offen im Regal stehenden DVD Box “The Story of Fashion” aus dem anspruchsvollen Sortiment des ARTHAUS MUSIK Label ein Auge zudrücken.
Das DVD Set präsentiert mit Stardesigner Karl Lagerfeld in 180 Minuten rund 100 Jahre Modegeschichte. In Form von Modezeichnungen, Fotografien sowie einmaligen Filmaufnahmen reflektiert der Dreiteiler den Zeitgeist vergangener Epochen. Portraits und Interviews bedeutender Modemacher, Fotografen und Kritiker gewähren allen Interessierten fundierte Einblicke, in die sich stets wandelnde Welt der Mode.
Teil 1, THE REMEMBRANCE OF THINGS PASTerinnert mit Charles Frederick Worth, dem Erfinder der Haute Couture, an die Wurzeln der Mode, wie wir sie heute als solche verstehen und beleuchtet u.a. am Beispiel von Paul Poiret, die zunehmende Professionalisierung der Mode, einschließlich der sich neu bildenden Silhouetten.
Teil 2, THE ART AND SPORT OF FASHIONbeschäftigt sich mit der Mode der 1920er bis 1950er Jahre. Coco Chanel, Jean Patou, Elsa Schiaparelli und Christian Dior bleiben hier natürlich nicht unerwähnt.
Teil 3, THE AGE OF DISSENTverfolgt die Modetrends der 1950er bis zu den 1980er Jahren. Paris, Mailand, London und New York haben sich als Modezentren etabliert. Mode ist wesentlich vielseitiger und definitiv zu einem “Big Business” geworden.
Siehe da, DVD´s bilden doch!
photo: ARTHAUS MUSIK
THE STORY OF FASHION, ARTHAUS MUSIK, ca. 49,00 €
Erhältlich in München u.a. bei Max & Milian, Ickstattstraße 2, 80469 München sowie bei amazon.de
In einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” gibt die in Mainz ansässige aber international durchaus erfolgreiche Modedesignerin Anja Gockel lesenswerte Einsichten in die Modebranche und beantwortet die Frage nach der hohen Zahl der immer noch existenten Magermodels, mit der Homosexualität einflussreicher Designer wie Karl Lagerfeld, Marc Jacobs oder Jean Paul Gaultier.
Laut Gockel sei das Idealbild eines homosexuellen Mannes, eine knabenhafte Figur, während das körperliche Idealbild lesbischer Frauen, wie bspw. Modedesignerin Jil Sander, eine androgyne Figur darstelle. Dieses subjektive Schönheitsideal, übertragen die Designer schließlich auf ihre Models, an denen sich wiederum 14-jährige Mädchen orientieren, so Gockel weiter. Hierin liege eine große Gefahr, die Magersucht fördere.
In der Tat gilt für Frauen Kleidergröße 34-36 als unabdingbare Voraussetzung um auf internationalem Parkett modeln zu können. Mädchen, die bei einer Mindestgröße von 1,75 Meter mehr als 55 Kilo wiegen haben keine Chance für Dolce&Gabbana, Chanel und Co. über den Laufsteg zu stöckeln. Übersetzt heißt das, so wenig Hüfte wie möglich und Brüste so groß wie zwei geballte Mäusefäustchen!
Ebenfalls richtig ist, dass fast alle maßgeblichen Designer schwul sind und großen Einfluss auf das jeweils aktuelle Schönheitsideal innerhalb einer Gesellschaft ausüben. Nicht richtig ist jedoch, dass klapperdürre Frauen den optischen Idealvorstellungen homosexueller Männer per se entsprechen. Schließlich ist nicht jeder schwule Mann Modedesigner von Beruf!
Die Aussage, dass lesbische Frauen bevorzugt auf die androgyne Variante ihrer Geschlechtsgenossinnen abfahren sollen, würde mit Sicherheit keiner empirischen Untersuchung standhalten. Ganz ohne wissenschaftliche Studie ist davon auszugehen, dass nicht jede Lesbe auf Jodie Foster steht. Insofern ist das ideale Körperbild homosexueller Männer und Frauen außerhalb der Modebranche wohl wesentlich vielseitiger als die Verallgemeinerung Gockels uns da glauben machen will. Oder etwa nicht?
copyright: aleXsandro palombo - by courtesy of aleXsandro Palombo
Das einige Akteure der Modebranche, ein teilweise sehr eigensinniges Verhalten an den Tag legen und über ein Weltbild verfügen das auf einen IQ , kleiner als Kleidergröße 34, schließen lässt, ist spätestens seit dem Film “Der Teufel trägt Prada” allgemein bekannt.
Dem überlebensgroßen Ego von hysterischen Redakteurinnen, narzisstischen Modeschöpfern und kaltschnäuzigen PR-Ladies begegnet der Künstler aleXsandro Palombo auf seinem intelligent-bissigen humorchic.blogspot mit gezeichneter Satire. Er kommentiert mit mal leiserer mal mit lauterer Ironie die Eitelkeiten des fashion-business und hält dabei ihren Hauptdarstellern einen Spiegel vor.
So ergeben die einzelnen Zeichnungen zusammengenommen ein gesellschaftliches Portrait aus der Sicht eines reflektierenden Künstlers. Palombo, der in Mailand beheimatete Italiener , studierte Design und arbeitete als Illustrator, Designer und Berater für die wichtigsten Modehäuser von Mailand und Paris. Er selbst ist somit Teil des Systems, was seine Zeichnungen besonders glaubwürdig macht. 2010 erscheint ein Buch mit den Werken des 36-jährigen Kreativen. Endlich!
Jeder der schon einmal einen Blockbuster mit einem (Ex-)Supermodel in der Nebenrolle gesehen hat, weiß, die darstellerischen Fähigkeiten der meisten Models sind stark begrenzt. Sobald von den Mädchen etwas anderes gefordert wird als ihre Schönheit mit blasiertem Gesichtsausdruck zur Schau zu tragen und der Job eine Abweichung des gewöhnlichen Posings verlangt, wirken viele Models plötzlich auffällig ungelenk. So zuletzt auch die Top-Models, die sich bei der letzten Chanel Modenschau (ab Minute 2:09) mit Lagerfeld´s “Boy Toy” Baptiste Giabiconi “spontan” in einen Heuballen fielen ließen. Das Ganze wirkte so konstruiert und hölzern, und bewies abermals wie gefangen Models in ihrer Rolle als Repräsentantin der “Coolness” sind.
Ein wesentlich besseres Darstellungsvermögen zeigten hingegen die Beauties in Dolce&Gabbana´s Werbefilm “JALOU”. Auf ästhetisch ansprechende Weise wird in dem 90 Sekunden Clip, das von dem italienischen Designerduo gestylte Handymodell JALOU der Firma Sony Erickson beworben, welches nach einer Vorankündigung Ende August seit wenigen Tagen im Handel erhältlich ist. Warum die Damen, allesamt gekleidet in Dolce&Gabbana´s Fall/Winter Kolletion 2009, zum Schluß jedoch verhaftet werden, bleibt ein Geheimnis. Doch immerhin geben die Models auch bei den “Mug Shots” noch eine gute Figur ab.
“Achtung Models, bitte nicht füttern!” Nach den Regeln der Modebranche taugen Frauen mit Kleidergröße 38 nicht mehr als Model. Der favorisierte “Hungry Chic” der im high(est) end Segment tätigen Designer verlangt nach maximal 55 Kilogramm Körpergewicht bei einer Mindestgröße von 175 cm. Alles andere sieht auf dem Laufsteg nur plump aus, und entspricht nicht dem zeitgenössischen Schönheits- ideal. So zumindest die Meinung der maßgeblichen Modemacher.
So hat vor Kurzem Karl Lagerfeld mit seiner Äußerung, das nun wirklich Niemand dicke Frauen sehen wolle, und die Klagen über dürre Mädchen ausschließlich von dicken Muttis kommen, die es sich mit der Chipstüte auf dem Sofa bequem gemacht haben, erneut bestätigt, was alle Fashionistas längst verinnerlicht haben, nämlich das Mädchen mit mehr als 60kg, ganz egal wie hochgewachsen, in der Modelbranche nichts verloren haben. So wiegt Gisele Bündchen bei einer Größe von 180cm gerade mal 58 kg!
Während also Modeschaffende ganz genau wissen was zu “fett” ist und klare Grenzen nach oben definiert haben, scheinen Gewichtsgrenzen nach unten, nur offiziell zu existieren. Ab wann ist dünn eigentlich zu dünn? Das Modeunternehmen Ralph Lauren hat da offenbar seine ganz eigene Messlatte, wie ein Werbefoto, dass nur in Japan veröffentlicht wurde aber seit kurzem im Internet zirkuliert, belegt. Die Aufnahme zeigt das 23-jährige französische Model Filippa Hamilton, grotesk verschlankt mittels Photoshop. Der Kopf breiter als das Becken und dünn wie ein Stock! Übergewichtige Muttis in aller Welt ließen nach Bekanntwerden des Falles ihre Chipstüten links liegen und hievten sich vor ihren Rechner um mit fettigen Fingern ihre Entrüstung via Internet zu verlautbaren.
Was den Skandal noch verschlimmerte ist die Tatsache, das Filippa Hamilton, parallel zur Diskussion um das Horrorbild, von ihren Pflichten als Model für Ralph Lauren entbunden wurde. Nachdem das Model seit 2001 die Klamotten des Hauses beworben hatte und ihre Verträge viermal in Folge erneuert wurden, erhielt sie im April dieses Jahres ein Schreiben der Polo Ralph Lauren Company, indem man ihr mitteilte die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beenden zu wollen. Laut Unternehmensleitung habe die Aufhebung der Kooperation jedoch nichts mit dem imageschädigenden Werbemotiv zu tun, sondern ausschließlich mit der unakzeptablen Gewichtszunahme des Mannequins.
Die Begründung der Kündigung liest sich dementsprechend nüchtern: “the relationship ended as a result of her inability to meet the obligations under her contract with us.” Einfach ausgedrückt: Mrs. Hamilton ist zu dick für Mr. Lauren. Willkommen im Modelbusiness.
Auf wiederholte Nachfragen diverser US-Medien gab die Ralph Lauren Company schließlich auch eine Stellungnahme zu der anorektischen Werbeanzeige ab:“For over 42 years we have built a brand based on quality and integrity. After further investigation, we have learned that we are responsible for the poor imaging and retouching that resulted in a very distorted image of a woman’s body. We have addressed the problem and going forward will take every precaution to ensure that the caliber of our artwork represents our brand appropriately.”
Nach Reue klingt das nicht gerade, aber immerhin, eine Reaktion auf einen vermeintlichen Fehler ist für eine Branche an der Kritik üblicherweise abperlt wie Regenwasser an GoreTex Jacken schon ein großes Zugeständnis.
Wie konnte es überhaupt zur Veröffentlichung eines solchen, in jeder Hinsicht mageren Bildes kommen? Angeblich wurde das Bild versehentlich ohne vorherige Prüfung durch die Firmenzentrale in New York in einem japanischen Kaufhaus ausgestellt. Eine Verkettung unglücklicher Umstände also? Angesichts der Tatsache, dass Filippa Hamilton tatsächlich wegen Übergewichts gefeuert wurde möchte man aufgrund der im Nachhinein erfolgten Körperhalbierung, nicht so recht an einen unglücklichen Zufall glauben. Selbst wenn alles nur ein Irrtum gewesen sein sollte, bleibt immer noch die Frage welch verzehrte Wahrnehmung von Schönheit die Person gehabt haben muss, die das Foto digital bearbeitet hat?
Als Interviewpartner ist Karl Lagerfeld eigentlich ein Traum für jeden Moderator. Geistreich, eloquent und schlagfertig hat der Designer selbst auf banalste Fragen stets eine amüsante Antwort. Nach der Präsentation seiner namenseigenen Kollektion in Paris, durfte Sängerin Katy Perry, das Kreativgenie für ELLE.com interviewen und wirkte dabei sichtbar nervös. Im Gegensatz zu Karl Lagerfeld, der völlig unbeeindruckt von seinem Gegenüber, die Fragen des Popstars routiniert und mit der ihm eigenen Offenheit beantwortete. Leicht verwirrt von der klassischen Frage mit welchem Designer Lagerfeld gerne einmal die Rollen tauschen würde, teilte er Perry mit, mit sich selbst absolut zufrieden zu sein. In welche Fußstapfen eines Anderen, sollte ein Mann wie Lagerfeld auch treten wollen, wenn er selbst derjenige ist, der die größten hinterlässt?
Und wieder mal Baptiste Giabiconi. Das Model, dass Lagerfeld seit geraumer Zeit auf Schritt und Tritt folgt, ziert das Cover der Oktober Ausgabe des Wallpaper Magazins. Originell ist dabei das zweilagige peel-off Titelblatt. Die oberste Lage präsentiert Baptiste, in einem Anzug von Dior Homme. Zieht man an einer Ecke des Blattes, so erscheint darunter eine zweite Seite, die nackte Tatsachen offenbart und Baptiste Giabiconi zeigt, wie Lagerfeld ihn schuf.
Baptiste Giabiconi für Wallpaper / photo by: Lagerfeld
Wenn am kommenden Donnerstag die New York Fashion Week beginnt, ist dies gleichzeitig auch der Auftakt zur Saison Spring/Summer 2010, dem ein internationaler Schauenreigen folgt. Auf den illustren Modenschauen von New York, Paris, Mailand und London präsentieren namhafte Modehäuser jedoch vielmehr als nur die Trends von Übermorgen.
The Day before...by Loic Prigent
Die meist nur zehn Minuten andauernden Shows sind eine Zusammenfassung all dessen, an dem ein Team von dutzenden bis mehreren hundert Mitarbeitern eines Unternehmens sechs Monate lang ununterbrochen gearbeitet hat. Von der Ideenfindung bis hin zum finalen Musterteil, wird in den Designstudios bis zum Tag der großen Selbstdarstellung diskutiert, optimiert, verworfen, ergänzt und abgeändert. Dass Alles, um einflussreichen Modekritikern und wichtigen Einkäufern zu gefallen, die auf minmalistisch weißen Bänken oder wahlweise goldenen Operetten-Stühlchen Platz nehmen, um ganz nüchtern zu beurteilen, ob die Vision, die da gerade als textiles Gebilde über den Laufsteg wandelt auch marktfähig ist. Vom Stress hinter den Kulissen bekommen die geladenen Kunden und VIP´s nichts mit. Sollen sie auch gar nicht. Mode im Luxussegment verkauft schließlich Träume und nichts Anderes.
Ein Einblick in das Geschehen der letzten 48 Stunden vor der Modenschau ist nur wenigen Eingeweihten gegönnt, wäre aber mit Sicherheit für jeden Modeliebahber eine interessante Erfahrung. Die Neugierde oder den Wissensdurst besonders modeaffiner Mitmenschen befriedigt nun die Filmreihe “THE DAY BEFORE…” von Loic Pirigent. Der Regisseur hat vier Modedesigner bei den letzten Vorbereitungen zu ihrer Modenschau mit der Kamera begeleitet. Enstanden ist eine absolut sehenswerte Dokumentation von jeweils vier Filmen a 50 Minuten, die ab morgen online auf dem Sundance Channel nacheinander ausgestrahlt werden. Den Anfang am 09.September um 16:00 Uhr deutscher Zeit macht Sonia Rykiel.
09.September: SONIA RYKIEL
10.September: PROENZA SCHOULER
11.September: FENDI
12.September: JEAN PAUL GAULTIER
Um euch vorab einen Geschmack auf die exzellent aufbereitete und fundierte Dokureihe zu geben, zeigen wir euch vorab einen Ausschnitt aus der Folge mit Jean Paul Gaultier.