Überzeugend: KATE MOSS für Isabel Marant

Posted: August 26th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Kate Moss für Isabel Marant Fall/Winter 2010

Kate Moss für Isabel Marant Fall/Winter 2010

Man kommt einfach nicht an ihr vorbei: Kate Moss! Seit 22 Jahren als Model dick im Geschäft und seit ihrem Koksskandal 2005 gefragter denn je, posiert die 36-jähirge nun erstmals für das bis dato eher geringfügig beachtete Pariser Modelabel Isabel Marant.

Als Brigitte Bardot-Verschnitt in Bikerkluft animiert sie Frauen mit halboffenem Mund und einem Blick den ich nicht zu deuten weiß -distanziert, verführerisch, fragend, trotzig- zur Nachahmung ihres Looks und hoffentlich auch zum Kauf der Klamotten ihrer Auftraggeberin.

Zwar wirkt die Gute auf der schwarz-weiss Aufnahme des gegenwärtig ebenfalls überdurchschnittlich gefragten Fotografenduos ‘van Lamsweerde/ Matadin’ ein wenig gedrungen, was jedoch nicht an überflüssigen Pfunden liegt, sondern ausschließlich an der am hochgestellten Jackenkragen klammernden Hand, die ihren schlanken Hals verdeckt.

Ungeachtet dessen halte ich das Portrait für eine der besten Aufnahmen von “the fabulous Kate” seit langem. Lederjacke, Panzerarmband, Löwenmähne und smokey-eyes verkörpern einen Lebensstil, welcher der Realität des Supermodels weitaus stärker zu entsprechen scheint als Diva-Posen auf Rosenblüten vor barocker Schlosskulisse.

Kate Moss, das ist immer auch “the wild side”, das wilde Leben eben, und weil das so ist, wirkt das hier zu sehende Bildnis der Moss erfrischend authentisch. Aktuell hält die “ewige Londoner Göre” 9 Werbevertrage mit diversen Kosmetik- und Modefirmen, und wie das Kampagnenfoto für Isabel Marant beweist, völlig zu Recht!

Isabel Marant


COURTNEY LOVE: die Modebloggerin, die gar nicht bloggt

Posted: Juli 20th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

screenshot from whatcourtneyworetoday

screenshot from whatcourtneyworetoday.com

Wussten Sie es schon? Courtney Love ist jetzt Stilikone. Zumindest tut sie so und ist darin sogar ziemlich überzeugend. Tatsächlich führt die Hole-Frontfrau jetzt ein Stiltagebuch. Ein neues Blog mit dem verheißungsvollen Titel „whatcourtneyworetoday”.

Doch kaum ist das Style-diary von Madame “Ich-benehme-mich-gern-daneben” online, munkeln böse Zungen schon wieder: alles Blöff - Frau Love habe noch keinen einzigen Artikel ihres Blogs selbst formuliert. Vielmehr habe sie Jemanden damit beauftragt, ihre ganz persönliche, hippe Stilfibel zu verfassen.

Wohl um sich wieder zunehmende Medienpräsenz zu sichern, greift die stets  etwas fahrig wirkende Courtney zum Instrument Web 2.0 und katapultiert sich mit Hochglanzbildern und guten Animationen wieder zurück in die Öffentlichkeit. Mit einer optisch ansprechenden Selbstinszenierung heizt sie über die Datenautobahn und bringt sich wieder ins Gespräch. Kein neuer Film, keine neue Platte, nein, ein neuer Auftritt im Netz garantiert heutzutage mediale Aufmerksamkeit. In Courtneys Fall sind es coole Illustrationen im Stile französischer Erwachsenencomics und ein Bilderteppich, auf denen Sie unterschiedliche Designerkleider, aber auch mal Nichts trägt.

Mal steht die Comic-Courtney in schwarzer Abendrobe vor einem Turm von Designer-Koffern, mal wühlt sie nackt in ihrer Birkinbag. Unter jedem Datum finden sich gute Fotos, auf denen die 46jährige hipp gekleidet ist. Nachdem das Interesse in den vergangen Jahren weniger Loves künstlerischem Schaffen, sondern vielmehr ihren Essstörungen galt, scheint sich Curt Cobains Witwe wieder mal neu erfunden zu haben. Das tut sie immerhin mit einer gewissen Regelmäßigkeit. So sahen wir sie vor ein paar Jahren deutlich erschlankt, gebotoxt und aufgeräumt in Oscar-Robe über den roten Teppich ins Kodak Theatre stöckeln. Damals schien sie ihr verruchtes Rockrören-Image endgültig abstreifen zu wollen, wie eine Schlange, die sich häutet.

Tatsächlich kam darunter ein glattes, ebenmäßiges, geläutertes, ja nahezu zerbrechlich wirkendes Fräulein zum Vorschein und man war förmlich verblüfft von ihrer Verwandlung, auch wenn man ihr das nicht ganz abnehmen wollte. Manch einen ließ die geläuterte Courtney sogar innerlich aufatmen:„Endlich, sie hat’s geschafft, sie ist nach Alkohol- und Drogenexzessen über den Berg und wird ihrer Tochter eine gute Mutter sein.” Doch kurze Zeit später besann sich la Love wieder auf ihren altbewährten, exzessiven Lebensstil und wurde nicht müde, Skandale zu produzieren.

Streit mit Ihrer Tochter Frances Bean aus der Ehe mit Curt Cobain, für die ihr zweimal das Sorgerecht entzogen wurde, eine angebliche Affäre mit Kate Moss und, und, und, und… Nun twittert und bloggt die Hole-Leadsängerin plötzlich seichte Stylingtipps durch die Welt. Und gibt tiefschürfende Erkenntnisse zum Besten, à la “nach 20 Uhr sollte man nur noch mit einer Clutch ausgehen, da eine Handtasche eindeutig überproportioniert ist.” Auf Ihrem Blog erleben wir Courtney als labelfixierte Fashionista, jedoch nicht mehr als launenhaften, aber autenthischen Rockstar.

Möglicherweise haben ihre Berater dazu beigetragen, die leicht ramponierte Marke „Love” etwas aufzufrischen.Vielleicht ist es aber auch der Versuch, das Ruder noch einmal herumzureißen. Denn wer will schon sein Leben lang die Rolle des ewig bösen Mädchens mimen? Möglicherweise hat Courtney Love aber auch im Laufe der Zeit gelernt, dass man im Showbizz untergeht, wenn man sich nicht ständig verändert. Und so ist davon auszugehen, dass Frau Love irgendwann wieder in das alte Strickmuster verfällt und ihre Rolle als Modepüppchen hinschmeißt. Denn hohl ist die Hole-Sängerin bestimmt nicht.

whatcourtneyworetoday.com

(Text: Martina Klose)


Keiner will nackte Kate: Christie’s bleibt auf Aktfotos von Kate Moss sitzen

Posted: Mai 25th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , | 1 Comment »

Photo: TASCHEN Verlag

Photo: TASCHEN Verlag

Wer bislang glaubte, das Prinzip „sex sells” würde selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten fortbestehen, der sei eines Besseren belehrt. Das namhafte Auktionshaus Christies, das stets Hochwertiges unter den Hammer bringt, machte jetzt eine schmerzliche Erfahrung. Noch vergangene Woche wurden in Londons vornehmen Stadtteil South Kensington Nacktfotos der 19-jährigen Kate Moss als Auktions-Highlight und sichere Geldanlage angepriesen.

Anfangsgebot: schlappe 35.000 Euro. Gutsituierte Fans des Topmodels hätten sich Kontaktabzüge des Starfotografen Albert Watson sichern können. Doch die insgesamt 14 Nacktbildchen der sich in Marokkos Wüstensand räkelnden Moss wollte am Ende Niemand haben. Und das obwohl ein einziger Abzug eben dieser Fotoserie im Jahre 1997 noch für eine stattliche Summe von 70 000 Euro wegging.

Sind die Zeiten des skandalumwitterten Topmodels vorbei oder warum können sich kaufkräftige Kunstliebhaber plötzlich nicht mehr für eine nackte Moss erwärmen? Noch ist das Supermodel was den Bereich High Fashion angeht, gut im Geschäft. Neben Kampagnen für Luxuslabels wie Longchamp oder Yves Saint Laurent ziert die 36-jährige diesen Monat wieder etliche Hochglanz Cover, so dass man als Leser schon vermutet, es gebe keine ehrwürdige Nachfolgerin von Kate Moss.

Auch der TASCHEN Verlag setzt auf das Prinzip „Moss sells” und widmet der Britin mit dem Schmollmund jetzt einen ganzen Bildband. Inhalt: „die intimsten Aufnahmen der bis heute größten internationalen Fashion-Ikone,” aufgenommen von Starfotograf Mario Testino.

Wohl um die Begierde der Käufer noch zu steigern erscheint der Fotoband in limitierter Auflage. Nur 1500 Exemplare bietet Taschen zum Verkauf, dafür wurde jedes Buch von Großmeister Mario Testino persönlich signiert. Ob sich das Verlagshaus mit dieser Marketingstrategie wirklich einen Gefallen tut, ist fraglich. Auch wenn das Werk bislang unveröffentlichte Bilder von Testinos Muse Moss enthält, ist der Preis von 350 Euro ganz schön happig. Christies nackte Kate in Marrakesch hätte man sich ja noch an die Wand hängen können, aber auch einen noch so hochwertigen Bildband ereilt leider doch immer das gleiche Schicksal: über kurz oder lang wandert er ins Bücherregal und gesellt sich zu den anderen Staubfängern.

Kate Moss by Mario Testino, TASCHEN Verlag, erhältlich ab Juli 2010.

www.taschen.com


ZANDRA RHODES: Diese Mode ist jugendgefährdend!

Posted: Mai 6th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Zandra Rhodes, photo: by courtesy of Zandra Rhodes

Zandra Rhodes, photo: by courtesy of Zandra Rhodes

Die britische Designerin Zandra Rhodes geht mit Celebrities ins Gericht, die sich als mittelmäßige Designer hervortun.

Es gab Zeiten, da gehörte sie zu den jungen Wilden und wurde in einem Atemzug mit Vivienne Westwood und den Sex Pistols genannt: Designerin Zandra Rhodes - 1969 nicht zu übersehen mit ihrer damals knallgrünen Mähne. 40 Jahre später leuchtet ihr Haupt in noch grellerem Pink. Ebenso jung und frisch wirkt ihre aktuelle Kollektion - doch ausgerechnet die flippige Britin holt zum Rundumschlag aus und übt harsche Kritik an einer neuen Pseudo-Designerschaft - nämlich jenen, die Ihr kreatives Potential nicht in Ateliers oder an namhaften Modeschulen erworben haben.

Zandra Rhodes hat die Celebrity-Designer im Visier. Popstars und Starlets, die wahrscheinlich nicht einmal einen Knopf annähen könnten, geschweige denn einen Skizzenblock bekrizzeln. Dafür aber eine Kollektion nach der Anderen lancieren und weltweit Tantiemen einheimsen. Rhodes nimmt kein Blatt vor den Mund und machte ihrem Unmut jüngst in „The Telegraph” Luft: ” Sie wissen doch, dass diese Celebrities keines ihrer Stücke selbst entworfen haben. Sie haben die Sachen wahrscheinlich einfach aus Ihrem Kleiderschrank genommen - darunter Marken wie Balenciaga und andere - und haben daraus schnell etwas für eine Billigkette zusammengeschustert.”

Über die neuen Möchtegern-Designer, die neben einschlägigen Popstarqualitäten auch über eine mit Skandalen gespickte Vita verfügen, spottet die 69jährige weiter: „So jemand bekommt Entwürfe vorgelegt und wird lediglich gefragt, ob er das selber tragen würde. Möglicherweise wurde er aber gar nicht miteinbezogen. Und Unsereins muss es dann als Kompliment ansehen, wenn diese Leute einem sagen, eine bestimmte Designerin - mir ist das neulich auch passiert - habe sie bei Ihrem kreativen Schaffen inspiriert. Wirklich sehr nett, aber kaufen kann ich mir davon nichts.”

Offenbar hat Rhodes, die nach eigenen Angaben für ihre Verdienste gerne von der Queen zur Dame ernannt werden möchte, hier eine ganz bestimmte Berühmtheit vor Augen. Denn im gleichen Zuge warnt die Britin in pink vor falschen Vorbildern für die Jugend, indem sie gegen das wohl bekannteste englische Topmodel wettert: „Eltern sollten besser auf Ihre Kinder aufpassen und vor allem darauf achten, was sie tragen….mit falschen Vorbildern wie Kate Moss, die nicht nur ihre eigenen Skandale überlebt haben, sondern dadurch noch größer geworden sind, ist die Situation mehr als beängstigend.”

Eine strenge Attitüde für eine  Modeschöpferin, die einst die  Ära Punk modisch mitgeprägt hat. Oder will Zandra Rhodes einfach ihre eigenen Kreationen wieder mehr ins Gespräch bringen? In der Tat findet Kate Moss ‘ günstige TopShop-Linie bei der breiten Masse inzwischen mehr Beachtung als etwa die schrillen Entwürfe einer Vivienne Westwood. Ob nun aber Kate Moss oder Zandra Rhodes zuerst von der Queen für ihre Verdienste um die britische Modeindustrie zur Dame ernannt wird, bleibt abzuwarten.

(Text: Martina Klose)

zandrarhodes.com


AUSSTELLUNG: “JUERGEN TELLER - LOGISCH” in der KUNSTHALLE NÜRNBERG

Posted: Dezember 11th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | No Comments »

credit: Kunsthalle Nürnberg

credit: Kunsthalle Nürnberg

Rote Augen, kalkweisse Haut, unkonventionelle Handlungen bis hin zu obszönen Gesten  und ein Setting, dass zwischen 70er Jahre Plattenbau Interior und Louis XIV Pariser Grand Hotels rangiert;  willkommen in der Welt von Juergen Teller!

Der Fotovirtuose aus Bubenreuth bei Erlangen hat die Modefotografie revolutioniert. Nein, er ist nicht über Nacht zum Star geworden - das war harte Arbeit! Von der Münchner Fotoschule begibt er sich ohne Geld und  Kontakte und  mit mangelnden englischen Sprachkenntnissen nach London, um den großen Namen der Fotografie zu assistieren.  Eine Ablehnung folgt auf die nächste, bis Nick Knight auf den begabten Provinzler mit dem brachialen Englisch  aufmerksam wird und ihm eine Chance gibt.

Tellers stets mit Blitzlicht aufgenommenen Fotos, wirken auf den ersten Blick wie zufällige Schnappschüsse eines Laien, der sich über die bestehenden Lichtverhältnisse keine Gedanken macht, bevor er auf den Auslöser drückt. Doch Jürgen Teller, Jahrgang 1964, weiß genau was er will und betätigt den Auslöser erst dann, wenn  seine Protaginsten etwas von sich preisgeben. Etwas, das sich lohnt in Pixeln für die Nachwelt zu konservieren. Mit diesem Anspruch schenkt  Juergen Teller Models erstmals in der Geschichte der Modefotografie eine Seele. Ob der geschundene, nackte Körper von Kristen McMenamy oder eine rehäugige und verletzlich dreinblickende, ungeschminkte Kate Moss, die Stars präsentieren sich vor der Linse Tellers schutz- wie auch hüllenlos.

“Ein Foto ist gut, wenn es mich berührt” sagt Teller. Tatsächlich fotografiert niemand so wie er, so authentisch, so pur! Damit schuf Teller einen ganz eigenen Stil, der den Nerv der technoiden wie minimalistischen 1990er Jahre vortrefflich repräsentierte. Die Nürnberger Kunsthalle huldigt dem Fotografen nun mit ihrer aktuellen Ausstellung “Juergen Teller - Logisch”. Zu sehen sind neben älteren Werken auch neuere, bislang  noch unebkannte Arbeiten aus dem Jahr 2009. So z.B. die Serie “Schlüssel im Schloss,” fotografiert auf Schloß Sankt Emmeram in Regensburg, dem Wohnsitz der Familie Thurn und Taxis. Elisabeth von Thurn und Taxis trägt hier die extravaganten Roben ihrer Mutter Gloria aus den 1980er Jahren zur Schau und wirkt darin fast ein wenig der Realität entrückt.

Sehenswert!

JUERGEN TELLER -  LOGISCH
Kunsthalle Nürnberg
Lorenzer Straße 32
90402 Nürnberg