That´s styling: Katie Grand inszeniert Mannequins für Louis Vuitton in London

Posted: Juni 18th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

© Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

© Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

Schaufensterpuppen, deren Köpfe in umgedrehten Louis Vuitton Taschen stecken und gesichtslose Stoffgestalten, deren Körper über und über mit dicken LV-Initialien in Graffiti-Optik bepinselt sind: In ihrer gewohnt unkonventionellen Art würdigt die Londoner Stylistin und frühere Chefredakteurin der  Modegazette “POP” Katie Grand das 12jährige Schaffen von Marc Jacobs als künstlerischer Leiter für das französische Luxuslabel Louis Vuitton.

Originell und witzig setzte die 37-jährige Modeexpertin Kreationen von 1998 bis heute im neu eröffneten Louis Vuitton Flagshipstore in der Londoner Bond Street in Szene. Grand, die auch die Modehäuser Prada und Miu Miu berät, hat Designerstücke zusammengetragen, die allesamt unter der Führung von Marc Jacobs für das Pariser Modelabel entworfen wurden. Darunter viele Klassiker, aber auch wahre Kunststücke, wie die bunten Graffiti-Taschen, auf denen der 2004 verstorbene Künstler  und Jacobs’ Freund Steven Sprouse sich austoben und die Initialien der Luxusmarke neu interpretieren durfte.

Als Marc Jacobs im Jahre 2000 Steven Sprouse erstmalig beauftragte dem klassischen LV-Monogram für die Sommer Kollektion 2001 ein junges Make-over zu verpassen, war das eine kleine Revolution im Luxussegment.  Der erfrischend respektlose Umgang  mit dem weltberühmten Logo-Muster  stieß weltweit auf großen Anklang, sowohl bei der Presse als auch beim Endverbraucher, und somit waren  “Sprouse” Modelle unmittelbar nach ihrer Marketeinführung auch im Nu vergriffen.  Auch die  Neuauflage der Sprouse Designs im vergangenen Jahr, diesmal in grellen Neonfarben, war populär und machte fluoreszierendes Gelb, Grün und  Pink, kurzum Neon,  erstamls seit Ender der 1980er wieder salonfähig.  Um die Entwicklung des berühmten Modelabels zu dokumentieren, hat Katie Grand Stücke aus den unterschiedlichsten Kollektionen ausgegraben und liebevoll zu einem coolen  Gesamtkunstwerk arrangiert.  Überhaupt kann sich die neue Boutique in Londons feiner New Bond Street sehen lassen.  Rund 25 Millionen Euro wurden in den 1520 Quadratmeter großen Fashion-Tempel investiert, der neben einem Sortiment aus edelsten Vintagekoffern, eine Kunstsammlung mit Exponaten von Damien Hirst, Gilbert & George und Jeff Koons beherbergt.

copyright: Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

copyright: Louis Vuitton / Stephane Muratet, photo: by courtesy of Louis Vuitton

„Ich wollte einen Laden machen, in dem man am liebsten einen halben Tag verbringen möchte, statt einfach hineinzugehen, um gleich wieder mit einer Tasche herauszukommen,” betont der New Yorker Architekt Peter Marino im Interview. „Wenn die Leute so nett sind, ein Geschäft zu betreten, dann schuldet man Ihnen eine gute Zeit. Warum sollte man Shoppen, ohne dass man dabei Spaß hat und das Ganze einen gewissen Glamour hat?”

In der Tat sind die drei Etagen des „Maison” Louis Vuitton gespickt mit Überraschungen und verspielten Elementen, so dass nicht nur gut betuchte Kunden geneigt sein werden, die Schwelle des Luxusgeschäfts zu übertreten. Ein Buchladen mit Paperback-Klassikern, eine Ecke mit erschwinglichen Louis Vuitton Schlüsselanhängern und der Galeriecharakter des Shops an sich richten sich offenbar an ein breiteres Publikum. Und so kann es durchaus sein, dass die Londoner Dependance von Louis Vuitton künftig nicht nur Fashion Victims anzieht, sondern auch bei Städtereisenden irgendwann zum Pflichtprogramm gehört, wie etwa das British Museum, die Tate Modern oder der Touri-Klassiker Madame Tussauds’.

www.louisvuitton.com

(Text: Martina Klose)