WOLFGANG JOOP IST HYPE!

Posted: Juni 27th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Video: Wolfgang Joop im Gespräch mit HYPE MAGAZINE

 


XXL-Schau: The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk

Posted: Juni 22nd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

Photo: Jerry Piegeon (Studio JPG)

35 Jahre im Geschäft und kein bisschen leiser. Eine durchaus zutreffende, wenngleich auch nur ungenügsame Beschreibung des kreativen Schaffens von Modedesigner Jean Paul Gaultier, der in diesem Jahr sein 35-jähriges Firmenjubiläum feiert. Grund genug für das Museum der schönen Künste im kanadischen Montreal, der Arbeit des 59-jährigen Hypervisionärs, eine umfangreiche Ausstellung zu widmen. “The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk” beleuchtet anhand von Gaultiers spektakulärsten Roben, Fotografien und Videos, die Stationen seiner Kariere, und zwar von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Was 1976 mit einem kleinen Atelier in Paris begann entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem Modeimperium mit zahlreichen A-Klasse Celebrities wie Madonna und Kylie Minogue als Werbeträger und einem Besteller-Parfum in der langen Referenzliste seiner genialen Erzeugnisse. Hierzu zählt auch, dass 1990, für Madonnas “Blond Ambition” Tour entworfene, goldene Korsett mit den konischen Tittenschalen, das Gaultiers Namen quasi über Nacht auch in das Bewusstsein von Modemuffeln drängte. In etwa zur gleichen Zeit säuselte sich der Designer mit dem House-Track “Aow Tou Dou Zat” (How to do that), in die französischen Hitparaden, entwarf Möbel auf Gummirädern und moderierte die britische TV-Sendung Eurotrash. Nicht zu vergessen, der ständige Bruch mit den geschlechtsspezifischen Kleiderkonventionen: Gaultier schickte schon Männer in Röcken und High-Heels über den Laufsteg als Jorge Gonzales in Kuba noch Makramé-Taschen klöppelte.

Die Ausstellung ist in sechs Themenfelder unterteilt, die eine stete Inspirationsquelle für Gaultiers Arbeit bilden, und gilt als die bisher größte Solo-Schau, die dem Designer je zuteil wurde.

Neben den gezeigten, aufwendigen Haute Couture-Modellen, deren Begutachtung üblicherweise nur den geladenen Gästen seiner Schauen vorbehalten ist, sind insbesondere die Kleider aus der Zeit vor Gaultiers Selbständigkeit, die er als junger Designassistent für Pierre Cardin entwarf, ein definitives Must-see!

Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen. Dieser unterscheidet sich von den üblichen Museumspublikationen dadurch, dass er nicht nur Bezug auf die präsentierten Stücke nimmt, sondern auch reichlich “Bonusmaterial” beinhaltet. So gibt es darin bspw. bislang unveröffentlichte Fotos aus Jean Paul Gaultiers Firmenarchiv zu sehen. Darauf unter anderem abgebildet; eine pummelige Madonna bei der Anprobe. Ein Text von Modekritikerin Suzy Menkes und Interviews mit prominenten Weggefährten wie Tom Ford, Martin Margiela und Carine Roitfeld machen den Wälzer zur Modebibel des Jahres. Das gute Stück ist für 85 Dollar zunächst exklusiv im Museumsshop erhältlich und ab September auch weltweit in ausgewählten Buchhandlungen. Ein kleiner Trost für alle, die nicht mal eben nach Kanada jetten können: die Ausstellung geht auf Tour und wird in Europa, auch in Madrid und Rotterdam zu sehen sein.

The Fashion World of Jean Paul Gaultier: From the Sidewalk to the Catwalk

The Montreal Museum of Fine Arts
noch bis zum 02. Oktober 2011

Fundación Mapfre – Instituto de Cultura, Madrid
26 .September – 18. November 2012

Kunsthalle Rotterdam, the Netherlands
9. Februar – 12 Mai 2013

 


INSPIRATION DIOR – Ausstellung in Moskau

Posted: April 30th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

Diese Ausstellung hat es in sich: Das “Puschkin Museum of Fine Arts” in Moskau verdeutlicht anhand exquisiter Roben Diors und ihrer Gegenüberstellung mit Artefakten und kunsthistorisch bedeutsamen Gemälden von Renoir bis Picasso, den Einfluss von Kunst, Architektur, Fotografie und Bildhauerei auf die Entwürfe der Moderevoluzzers.

Der Betrachter erlangt somit Geisteszellen stimulierende Erkenntnis von den Inspirationsquellen Christian Diors und seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marco Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano.

Mit der Wahl der ausgestellten Kleider und deren dramatischen Inszenierung vor neoklassizistischer Kulisse im Inneren  des Puschkin Museum avanciert “Inspiration Dior” zu einem visuellen Knallbonbon; so opulent und prunkvoll wie einst der Habitus russischen Zarentums.

Die Ausstellung “Inspiration Dior” in Moskau ist noch bis zum 24. Juli 2011 zu sehen.



“Get a Life” von Juergen Teller

Posted: April 24th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , | No Comments »

photo by: Juergen Teller / by courtesy of Steidl

Wenn ein Unternehmen sein Produkt fotografisch in Szene setzen lässt und die Bilder anschließend öffentlich verbreitet, bezeichnet man das allgemein als Werbung. Diese drängt sich einem meist völlig ungewollt, dafür aber garantiert kostenlos auf; mal als fies gelayouteter, dünnblättriger Prospekt im Briefkasten, mal als Pop-up Banner beim Surfen durchs Internet oder eben als Werbeanzeige in diversen Printpublikationen.

Modedesignerin Vivienne Westwood hingegen setzt noch auf ein anderes Konzept um auf die Kleider ihres Hauses aufmerksam zu machen. Die Grand-Dame der britischen Modeszene schlüpft in ihre eigenen Klamotten, stülpt diese gleichsam auch ihrem Lebensgefährten Andreas Kronthaler, Model Tati Cotilar und Maleeeboo-Ikone Pamela Anderson über und lässt sich als Trash-Quartett vor Graffiti-Kulisse ablichten; von Jürgen Teller! Somit wird Werbung in den Stand der Kunst erhoben und verdient es, fein gebunden und nicht etwa billig geheftet, an den Endverbraucher gebracht zu werden. Als Erfüllungsgehilfe dient in diesem Falle Steidl, der Kunstbuchverlag aus Göttingen, bei dem auch Lagerfeld all seine Foto-Bücher herausbringt. Wer also die Spring/Summer Kollektion aus dem Jahr 2010 von la Viv’ rückblickend begutachten will, dem bietet der Band mit dem Titel “Get-a-Life” ab sofort die Möglichkeit dazu.

Spannend: das Buch beinhaltet bislang unveröffentlichte Bilder und diese sind gemäß Tellers Einstellung zur digitalen Bildbearbeitung : “Wer will schon eine Puppe ficken?”, nicht retuschiert. Absolut sehenswert.

Juergen Teller: Get A Life. Steidl, Göttingen 2011. Englisch, 32 S., 34 farbige Abb., Softcover, 14 €.
ISBN: 3-86930-117-4


CHANEL: neue Biographie mit Zeichnungen von Lagerfeld

Posted: März 21st, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , , , , , , | No Comments »

photo: Steidl

Und noch ein Buch, das unsere Aufmerksamkeit erregt, wie eben alles, was aus dem Verlagshaus Steidl kommt und den Namen Lagerfeld trägt.

Die Biographie “Coco Chanel – Legende und Leben” der Autorin Justine Picardie hat es sich zur Aufgabe gemacht Wahrheit und Dichtung in der Lebensgeschichte von Gabrielle Chanel auseinander zu klamüsern und sich in ihrem Werk auf die Darstellung der Wahrheit zu beschränken. Zu diesem Zwecke erhielt die Journalistin, die u.a. für die britische Vogue und Harpers Bazaar schrieb, angeblich als erste Journalistin überhaupt unbegrenzten Zutritt zum Chanel-Archiv. Warum das Hause Chanel das Vorhaben der Entmythisierung seiner Firmengründerin unterstützen sollte bleibt fraglich, verkaufen sich doch Parfums und Stepptaschen mit den berühmten ineinander verschlungenen Initialen der Modeschöpferin nicht zuletzt auch durch all die extravaganten kleinen, teils widersprüchlichen Anekdoten rund um ihr Leben, bestens.

Karl Lagerfeld, seines Zeichens die lebendige Personifizierung der Marke CHANEL, scheint jedoch Gefallen an der inhaltlichen Aufbereitung gefunden zu haben, steuerte er zur Bebilderung des Buches, trotz vollster Vollbeschäftigung, Illustrationen aus eigener Hand bei.

Über einen Mangel an erhältlichen Biographien über ihr Leben und ihre Arbeit, ob nun cineastischer oder textlicher Natur, könnte sich Mademoiselle Chanel , würde sie noch leben, nicht beklagen. Wir tun es auch nicht und freuen uns über das 400 Seiten starke Buch mit den wunderschönen Zeichnungen des Kaisers.

“Coco Chanel – Legende und Leben” von Justine Picardie, erschienen bei LSD (Steidl), ca. 58 €

Und das sagt die Autorin über die Intention ihres Buches



Schöner Schenken: Fotografien von JEANLOUP SIEFF in der Galerie Bernheimer

Posted: November 29th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Jeanloup Sieff - Four Decades

Morgen wäre er 77 Jahre alt geworden, Jeanloup Sieff. Geboren am 30. November 1933 in Paris als Sohn polnischer Immigranten, zählt  Sieff zweifellos zu den Meistern der Modefotografie des 20. Jahrhunderts. Ab den späten 1950er Jahren zierten seine Arbeiten namhafte Magazine wie ELLE, Jardin des Modes, Look, Glamour, Esquire, Harpers Bazaar und ab 1966 auch Vogue. Vermutlich kennt jeder mindestens eine Fotografie aus der Hand Monsieur Sieffs, auch wenn der Betrachter womöglich gar nicht weiß, dass die Aufnahme von ihm stammt.

So war es z.B. Sieff, der eines der skandalträchtigsten gleichsam mutigsten Werbefotos der 70er Jahre schoss. Das Bild des splitternackten Modeschöpfers Yves Saint Laurent zwecks Bewerbung seines neu eingeführten Herrenduftes “YSL Homme” ging um die Welt und erzielte bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie’s im Juni dieses Jahres einen Kaufpreis von 39.400 Euro

Jeanloup Sieff war jedoch nicht ausschließlich Inszeneur eleganter Stilwelten sondern auch politisch Dokumentierender, wie seine Tätigkeit als Fotojournalist für die renommierte Bildagentur Magnum beweist.

Die Münchner Galerie “Bernheimer” zeigt nun in einer Ausstellung unter dem Titel “JEANLOUP SIEFF – FOUR DECADES” rund vierzig Photographien des im Jahr 2000 verstorbenen Lichtbildkünstlers. Die hier präsentierten Werke umfassen eine Auswahl an Sieffs Mode- Portrait und Aktphotographien von den 60er bis hin zu den späten 90er Jahren. Darunter auch ein Portrait von Karl Lagerfeld. Die Bilder können selbstverständlich käuflich erworben werden. Das ideale Weihnachtgeschenk für alle denen der neueste Duft von Anna dello Russo zu “mass market” ist. Das nötige Kleingeld ist hierbei ebenso geboten wie  Eile  denn laut Bernheimerscher Website stehe von manchen Abzügen der ausgewählten Motive nur noch ein Exemplar zum Verkauf.

“JEANLOUP SIEFF – FOUR DECADES” noch bis zum 29. Januar 2011 zu sehen in der

Galerie Bernheimer, Brienner Straße 7, 80333 München

siehe auch Artikel: Die nackte Ikone: Christie’s versteigert Yves Saint Laurent’s Aktfoto


Chicks on Speed “Don’t Art, Fashion, Music”

Posted: Oktober 14th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »
Photo: über Müller & Zenone PR, Berlin

Photo: über Müller & Zenone PR, Berlin

Die gekonnte Verbindung von Mode, Kunst und Musik ist das Markenzeichen von Melissa Logan, und Alex Murray-Leslie, besser bekannt unter dem Namen “Chicks on Speed”.

Das Frauenduo war ursprünglich mal ein Trio, welches sich 1997 in München zu einer Band zusammenschloss und Ende der 90er mit ausgefallenen Performances zu elektronischer Musik und in eigens kreierten Bühnenkostümen sowohl der Kunst- und Modewelt, wie auch der Musikbranche neue Impulse lieferte.

Kennengelernt haben sich die Gründungsmitglieder übrigens während eines Austauschstudiums an der Münchner Kunstakademie. Ihr künstlerisches Schaffen wird nicht nur von Anhängern ihrer Musik bejubelt sondern auch von Experten des internationalen Kunstbetriebs kompromisslos anerkannt. So sind und waren ihre Arbeiten regelmäßig in renommierten Museen, wie bspw. dem Bilbao Fine Arts Museum, zu sehen. Logan und Murray-Leslie betrachten sich nicht ausschließlich als Musikerinnen sondern vielmehr als Kollaborationskollektiv, dem sich je nach Projekt wechselnde Künstler anschließen.

Nach der Veröffentlichung ihres ersten Bildbandes “Chicks on Speed: It’s A Project” im Jahr 2004, erscheint am 2.November 2010, eine zweite Publikation über die multidisziplinären Arbeiten der Künstlerinnen. “Chicks on Speed: Don’t Art, Fashion, Music” konzentriert sich auf selbst entworfene Objekte der letzten 5 Jahre, wie dem hier zu sehenden “E-Shoe”, einer Kreuzung aus E-Gitarre und Stiletto, der beim Tragen tatsächlich Gitarrenklänge von sich gibt . Fantastisch!

Chicks on Speed: Don’t Art, Fashion, Music, Verlag: Booth-Clibborn Editions , London 2010, 240 S., mit 200 farbigen Abbildungen, Paperback, Preis ca. 25 Euro

chicksonspeed.com


Buchtipp Nummer 3: die “satanistischen” Zeichnungen des YVES SAINT LAURENT

Posted: Juli 21st, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

la-villaine-lulu-2-buecherweb„Oft, meist nach sechs Uhr Abends, verkleidete sich ein Mitarbeiter von Christian Dior. Eines Abends hatte er seine Hosen bis zum Knie hinaufgezogen. Ich erinnere mich, dass er lange, schwarze Strümpfe trug. In der Umkleide der Mannequins hatte er einen roten Tüllrock gefunden und einen Hut, wie ihn die italienischen Gondolierie tragen. Seine durchtriebene und dickköpfige Art hatte mich beeindruckt und ich sagte ihm: „du bist die garstige Lulu,” schrieb Modeschöpfer Yves Saint Laurent einst über eine seltsame Begegnung im Hause Dior.

Diese Anekdote nahm er zum Anlass und schuf 1967 einen Comic, der ihm bis heute den Vorwurf einbringt, er würde satanistisches Gedankengut verbreiten. Laurents Buch handelt von einem bösen Mädchen, mit dicken, kurzen Beinen, das seiner Umwelt mit Ironie und Sarkasmus begegnet. Die Illustrationen bringen uns den verstorbenen Couturier noch einmal von einer ganz anderen Seite Nahe. Nämlich als sozialkritischen Geist, der die Mißstände der modernen Gesellschaft anprangert. Denn indem Lulu in ihrer tolpatschigen Art stets Böses tut, führt sie dem Leser die menschlichen Abgründe vor Augen: doppelte Moral, sexuellen Missbrauch und Unterdrückung.

Der naive, unverfrorene und kindliche Stil des Buches ließ seinerzeit viele im Glauben, es handele sich um eine Kinderbuch. Doch Zeichnungen, die die dickliche Lulu beim Guillotinieren kleiner Kinder zeigt oder wie sie Neugeborenen tödliche Injektionen setzt, weisen vielmehr darauf hin, dass Yves Saint Laurent mit Karrikaturen die perversen Auswüchse unserer Gesellschaft anprangern und nicht, wie vielfach behauptet, gutheißen wollte. Ein polarisierendes Werk, das anlässlich der Yves Saint Laurent Retrospektive neu aufgelegt wurde. Die Originalskizzen sind noch bis 19. November im Grand Palais in Paris zu besichtigen, das Buch ist über Amazon erhältich.


Must See: THREE! in der FLO PETERS GALLERY HAMBURG

Posted: Februar 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

photo: Christopher Makos Marylin Monroe 1970s, copyright: Christopher Makos

photo: Christopher Makos Marylin Monroe 1970s, copyright: Christopher Makos

Im Rahmen der Ausstellung “Three!” der Flo Peters Gallery in Hamburg sind vom 10.Februar bis 20. März 2010 Werke von Christopher Makos zu sehen. Gezeigt werden in erster Linie Polaroids und Photographien des Man Ray – Schülers und langjährigen Warhol-Begleiters. Daneben sind auch Photoarbeiten von Paul Solberg sowie photographische Stillleben-Arragements Vera Mercers ausgestellt.

Makos wurde Ende der 1940er in Massachusetts (USA) geboren und wuchs in Kalifornien auf. Während er seine Lehrzeit in Paris bei der Photo-Legende Man Ray verbrachte, wirkte er an der Seite Andy Warhols vor allem als dessen visueller Biograph. Makos hielt zahlreiche Momente ihrer gemeinsamen Zeit photographisch fest und beeinflusste so besonders wegweisend die zeitgenössische Kunstszene New Yorks. Wie schon das Medium des Polaroids selbst ist auch die Kunst Christopher Makos’ oftmals direkt und erreicht den Betrachter auf eine wenig verbindliche Art ohne große Einleitungen oder Umschweife. Ob Marilyn Monroes Portrait, abfotografiert von einem Fernsehbildschirm, oder das Bildnis Warhols bei der Lektüre eines Magazins heranzieht – die Bescheidenheit des Künstlers ist allgegenwärtig.

Makos’ Werke wurden bereits in vielen Magazinen wie etwa Interview, Rolling Stone, People, New York Magazine oder Esquire gedruckt; unzähligen Museen der USA als auch Europas und Japans zeigten seine Werke. Dieses Mal präsentiert die Ausstellung der Flo Peters Gallery Makos’ Werk in Ausschnitten. Definitely a Must see!
(Lena Briccio)

Ausstellungseröffnung: 9. Februar 2010, 18-21 Uhr
Ausstellung: 10. Februar – 20.März 2010

FLO PETERS GALLERY
Chilehaus C, Pumpen 8, 20095 Hamburg,

www.flopetersgallery.com

 CHRISTOPHER MAKOS “Andy with Interview“, 1976, copyright: Christopher Makos

CHRISTOPHER MAKOS “Andy with Interview“, 1976, copyright: Christopher Makos


PIERRE & GILLES RETROSPEKTIVE im C/O BERLIN

Posted: Juli 17th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Pierre et Gilles

Pierre et Gilles

Die Bilder des Künstlerpaares Pierre et Gilles kennt eigentlich Jeder. Ihre farbig übermalten Fotos, zeigen Prominente wie Madonna, Nina Hagen oder Paloma Picasso vor opulent-verspielten Hintergründen, oder auch deftige pornografische Szenen, bei denen der Austausch von Körperflüssigkeiten nicht unsichtbar bleibt.

Homosexualität ist ein immer wiederkehrendes, zentrales Thema in den Arbeiten der beiden Kreativen. Doch Fotograf Pierre Commoy und Werbegrafiker Gilles Blanchard sind zu intelligent um sich auf die bloße Erstellung von Wichsvorlagen für Schwule zu beschränken. Die Provokation ihrer Arbeiten liegt im Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen. Religion und Sex sind für das Duo kein Widerspruch, im Gegenteil, die Akteure ihrer nachgestellten biblischen Szenen, sind nicht selten Pornodarsteller oder sichtbar schwule Jungs.

Mit ihrer Dauerreflektion über Popkultur, ihrer permanenten Gesellschaftskritik und der gleichzeitig selbstbewusst zur Schau getragenen Homosexualität, trafen Pierre und Gilles den damaligen Nerv der Zeit, was ihnen unzählige Aufträge zur Gestaltung diverser Magazin und Plattencover und somit auch Geld und Ruhm einbrachte. Pierre & Gilles gelang, was nur wenigen Künstlern gelingt: die Entwicklung einer eigenen Bildsprache mit hohem Wiedererkennungswert. Ihre Arbeiten sind unverwechselbar! Ab Mitte der 1990er Jahre wurde es ruhiger um die Zwei.

In dieser Dekade des Minimalismus, der political-correctness, des Unisex, des Synthetischen , war kein Platz für den Hedonismus der 80er Jahre. Heute, in Zeiten, in denen peinliche Selbstdarsteller Intimitäten und Abgründe freizügigst im Fernseh-Mittagsprogramm ausplaudern oder ihre Geschlechtsteile und sexuellen Präferenzen im Internet preisgeben, wirken die Bilder von Pierre & Gilles längst nicht mehr schockierend. Schön anzusehen sind sie immer noch, und darüber hinaus ein wertvolles Dokument einer längst vergangenen Ära, in dem Sexualität noch etwas lustvoll Verwegenes an sich hatte.

Im Berliner C/O ist vom 25. Juli bis zum 20. September 2009 eine große Retrospektive mit 80 großformatigen Arbeiten zu sehen. Dies ist die erste große Ausstellung außerhalb Frankreichs nach 15 Jahren Abstinenz in Deutschland. Die Ausstellung wird hierzulande nur in Berlin zu sehen sein.

PIERRE et GILLES RETROSPEKTIVE
C/O Berlin im Postfuhramt
Oranienburger Straße / Ecke Tucholskystraße
10117 Berlin


Vernissage: Freitag, 24. Juli, ab 19 Uhr


WOLFGANG JOOP – Reif für das Museum!

Posted: April 8th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , | No Comments »

Wolfgang Joop

Wolfgang Joop

Dem blitzgescheiten Designer mit der flinken Zunge und dem Mut gesellschaftliche Mißstände einprägsam auf den Punkt zu bringen, widmet die Kunsthalle Rostock ab dem 09.05. eine umfassende Ausstellung. Diese versteht sich, nach Angaben des Museums, nicht als Retrospektive sondern als Momentaufnahme, die anhand unterschiedlicher Objekte die kreative Energie des Modeschöpfers verdeutlicht.

Wolfgang Joop ist Modemacher, Illustrator, Kolumnist, Autor, PR-Genie und würde vermutlich in zahlreichen weiteren Disziplinen ebenfalls erfolgreich bestehen, hätte er die Zeit, sich noch in anderen Gefilden zu bewegen. Mit Joop! hat Wolfgang Joop längst nichts mehr gemein. Sein Fokus liegt auf Wunderkind. Dieses behutsam und bedächtig aufgebaute Modehaus, dem der eingedeutschte Begriff Label nicht gerecht wird, haftet ihm doch der Charakter von Massenware und lautem Marketinggeschrei an. Qualität und Exklusivität sind die Konstanten auf denen seine Mode heute basiert. Besinnung auf das Wesentliche und das Bekenntnis zur deutschen Herkunft ist die Haltung, die Wolfgang Joops Schaffen seit dem Launch von Wunderkind prägt. In diesem Kontext fertigte der Allround-Kreative eine textile Installation, die im Rahmen der Ausstellung erstmals öffentlich zu sehen sein wird. Weitere Details bezüglich der Ausstellung folgen in Kürze. ?

http://www.wunderkind.de