An den Haaren herbei gezogen

Posted: Januar 16th, 2012 | Author: Lukas Blasberg | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Bob Recine zählt gegenwärtig zu den angesagtesten Hairstylisten der Modebranche und das hat seinen Grund: der Starfigaro zaubert die außergewöhnlichsten Hairstyles für internationale Zeitschriften wie Vogue, i-D oder das V Magazin. In seinem frisch erschienenen Bildband “Alchemy of Beauty” zeigen u.a. Aufnahmen von namhaften Fotografen wie Mario Sorrenti, Frisuren, die dem Betrachter vor Begeisterung buchstäblich die Haare zu Berge stehen lassen.

Alchemy of Beauty

Wer die Arbeit von Hairstylist Bob Recine kennt, weiß, dass sein Horizont nicht hinter Waschen, Schneiden, Föhnen endet. Seine Arbeit ist mehr Kunst am Kopf als alltagstauglich. Den Promis, allen voran Lady Gaga, gefällt’s. Sie und noch zahlreiche andere Celebrities schwören auf das Handwerk des Meistercoiffeurs und dessen Philosophie: die Frisur als ultimativer Ausdruck von Individualität!

Mit seinem Bildband gewährt Recine all denen, die bei ihm keinen Termin bekommen einen Einblick über sein Schaffen. Als Anhänger der “alles-was-nicht-niet-und-nagelfest-ist-Schule” türmt er die Zöpfe und Locken seiner Kunden zu der Schwerkraft trotzenden Höhen auf, meist ergänzt mit Unmengen an Kopfhörern, Sonnenbrillen und  Play-Doh Knete.

Eine optisch beeindruckende Ansammlung aus Zeichnungen und Collagen, die neben den bereits bekannten Magazinveröffentlichungen auch jede Menge an bislang unveröffentlichtem Material enthält.

Bob Recine, Alchemy of Beauty, erschienen bei Damiani, 164 Seiten, ca. 50 Euro

 

 


Lady Gaga zieht blank!

Posted: September 1st, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Nackt vor der Kamera posieren? Für Lady Gaga überhaupt kein Problem, wie die jüngst in der Blogosphäre aufgetauchten Polaroids mit dem Superstar unter Beweis stellen. Bei den Aufnahmen soll es sich um Testbilder handeln, die im Jahre 2009 während eines Photoshootings mit Nobuyoshi Araki für die japanische Ausgabe der Zeitschrift Vogue Hommes, entstanden sind. Faszinierend daran ist, wie es Mrs. Gaga aufgrund ihrer überlebensgroßen Persönlichkeit gelingt auch gefesselt und barbusig, noch souverän zu erscheinen. Nicht die Situation beherrscht sie, sondern sie beherrscht die Sitution. Wieviele Damen könnten das, in einer solchen Art und Weise abeglichtet, schon von sich behaupten?

Starke Bilder einer starken Frau !

 

 

 

 


Exzentrik trifft auf Exzentrik: Gaultier interviewt Lady Gaga

Posted: Juni 10th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Oh la la… Während sich “Germany” mit einem Auftritt von Lady Gaga im hölzernen Kontext der Klumschen Modelsuche zufrieden geben muss, durfte sich Frankreich gestern Abend zur gleichen Zeit über die Ausstrahlung eines Zusammentreffens der Pop-Ikone mit Modegott Jean Paul Gaultier freuen.

In der Dokumentation “Gaga by Gaultier” des Fernsehsenders TF6 empfing der juvenile Top-Designer die stets extravagant gekleidete Miss Gaga in einem mit XL-Schulterpolstern getunten Ringelshirt in seiner Pariser Firmenzentrale. Mit französischen Charme, Esprit und der Unbefangenheit eines Mannes der nicht der Leistung Anderer Bedarf, um selbst zu glänzen, stellte Gaultier der 25-jährigen New Yorkerin Fragen, die diese offen und konzentriert beantwortete, und dabei vor allem bislang Unbekanntes aus ihrem Leben preisgab. So sprach die Künstlerin souverän über ihren Umgang mit Drogen, ihr Elternhaus und natürlich ihre Leidenschaft für ausgefallene Klamotten.

Mit gegenseitigem Respekt für das Schaffen des jeweils anderen begegneten sich hier zwei Superstars ihres Metiers auf Augenhöhe. Fabelhaft! Verglichen mit dem, was hiesige Privatsender dem Publikum als TV-Highlight verkaufen, drängt sich in Bezug auf das deutsche Medienschaffen vor allem eine Frage auf: “Können die nicht, oder wollen die nicht?”


Alles Gaga bei Mugler: Show ist alles – Kleidung wenig!

Posted: März 17th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , | No Comments »

Mugler Menswear Fall 2011/12

“Modeschöpfer wie Christian Dior brauchten früher weder Handschuhe noch Pferdeschwanz. Ihnen genügte ihr Talent.”

Mit diesem Seitenhieb auf Karl Lagerfeld, dem ewigen Rivalen seines verstorbenen Lebenspartners, Yves Saint Laurent, kritisierte Pierre Bergé, anlässlich des Rauswurfs von John Galliano bei Dior, den Druck der Modedesigner sich heutzutage auch als Person fast schon exzessiv-originell vermarkten zu müssen um der eigenen Arbeit Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Mag angesichts des vielfach bewiesenen gestalterischen Talents Lagerfelds Bergés Kommentar der Geschmack eines persönlichen Ressentiments anhaften, so steckt darin, Lagerfeld mal außen vor gelassen, mehr als nur ein Funken Wahrheit.

Einen Beleg für das Prinzip “show over quality” liefern die kürzlich im Internet verbreiteten Bilder der Menswear-Kampagne für die Wintersaison 2011/12 der Marke Mugler. Doch nicht nur die Werbemotive mit der Totenkopffratze von “Model” Rick Genest, sondern auch all die anderen, seit Jahresbeginn vollzogenen Marketingmaßnahmen zur Wiederbelebung der Modesparte des einstigen Glamour-Labels bestätigen die Notwendigkeit visueller Schockeffekte um in der Bilderschwemme des Internets überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

So sprach das fashion-pack im Anschluss an die im Januar vorgestellte Männerkollektion weniger von den gezeigten Metzgerschürzen als vielmehr von Tatoo-Schreck Genest, der die Klamotten über den Laufsteg führte und sich in einem ästhetisch ansprechendem Werbeclip von Mario Vivanco vor dessen Kamera räkelte. Das gleiche Phänomen -viel Aufmerksamkeit um das Drumherum, wenig Beachtung für das beworbene Produkt selbst- lässt sich nun seit einigen Tagen auch an der Damenline des Hauses beispielhaft nachvollziehen. Des Labels neuer Kreativdirektor, Nicola Formichetti, der seit 2009 auch als schwule Kammerzofe Lady Gagas fungiert, bastelte gemeinsam mit ihr am musikalischen Konzept für seine erste Modenschau. Ein Video, das den Superstar als Model über den Catwalk torkeln zeigt, wurde nun bedeutungsschwanger als “Official Directors Cut” veröffentlicht. Dieser PR- Aktionismus, der primär darauf zielte, Pressevertreter anzuheizen, funktionierte jedoch nur bedingt. So finden sich zwar die “Mugler-Gaga-Genest-Videos”, die zum Pre-Release freigegebenen Photo-Stills, und diverse Remix-Versionen der nervtötenden Mugler-Mucke created by Lady Gaga zwar tausendfach in den Tiefen des World Wide Web wieder, doch wer eine kompetente Kritik zur Kollektion lesen möchte, muss danach zunächst einmal etwas länger googlen.

Und nun eben Philipp Genest als Werbeträger für die vergeigte Herrenkollektion. Ob eine zutätowierte Birne modekundige Männer drüber hinwegtäuschen kann, dass dem Sakko aus dem sie herausragt, letztlich das Revers fehlt. Geschmackssache?! Die amerikanische GQ jedenfalls, nutzt den gegenwärtigen Hype um Genest und schmückt sich mit ihm in einer Modestrecke seines aktuellen, zweimal im Jahr erscheinenden Style-Specials. Wann das Ende der Fahnenstange in puncto glaubwürdiger Exzentrik erreicht ist und Kreative sich wieder ausschließlich auf ihr Talent verlassen können um zu glänzen, steht in den Sternen. Gewiss ist nur, die große Show als Tarnmantel für schwache Leistungen ist peinlich, als i-Tüpfelchen genialem Schöpfertums bietet sie hingegen Unterhaltung auf höchstem Niveau.


GIORGIO ARMANI LOVES LADY GAGA

Posted: Februar 26th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Sketches by Giorgio Armani

Sketches by Giorgio Armani

Ist es die Anbiederung an eine junge Zielgruppe oder tief empfundene Begeisterung für das beste Stück Popkultur seit Madonna, die Signore Armani zu stilistischer Untreue verführt?

Schon bei den diesjährigen Grammy Awards Ende Januar in Los Angeles war ich ein wenig verwundert, als ich erfuhr, das Giorgio Armani für das Hula-Hupp Dress aus glitzernden Kunststoffreifen verantwortlich war, in dem die Pop Amazone über den roten Teppich schritt. Ausgerechnet Giorgio Armani, King of Beige und Meister des Understatements, macht in Plastik und Theatralik.

Nun überrascht der mittlerweile 75 Jahre alte Modemacher erneut. Diesmal mit Entwürfen zu Lady Gaga’s Monster Ball Tour. Beim Blick auf die vor kurzem von seiner Firma zur Veröffentlichung freigegeben Zeichnungen dachte ich zunächst, es handle sich hierbei um Skizzen aus der Hand von Thierry Mugler. Ein hautenger Bodysuit mit Hummer Effekt am linken Ärmel sowie ein roayalblauer Bodysuit mit tiefem Ausschnitt und XL Pagoden Schultern, beide Modelle über und über mit Swarovski Steinen besetzt.

Das Ganze ist zwar absolut untypisch für Armani, doch der kreative Höhenflug des Italieners gefällt.


LADY GAGA BEHIND THE SCENES OF ELLE

Posted: Dezember 14th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: , | No Comments »