HIRE & FIRE bei EMANUEL UNGARO: folgt auf LINDSAY NUN ESTRELLA?

Posted: April 19th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

ungaro-sketch-web1Das Personalkarussell in den Designstudios großer Luxuslabels dreht sich schneller, als Naomi über den Laufsteg stöckeln kann. Offenbar zwingt die gegenwärtige wirtschaftliche Lage, (ist die “Krise” eigentlich schon vorbei?) die Unternehmen zu größtmöglicher Effizienz, was wiederum (vor-)schnelle Entscheidungen nach sich zieht.

“Hire and Fire” ist gegenwärtig im Hause Emanuel Ungaro angesagt. Nachdem Firmeninhaber Asim Abdullah einsehen musste, dass Lindsay Lohan als Designerin der Reputation des ohnehin unrentablen Unternehmens nicht gerade förderlich ist und aufgrund sinkender Abverkäufe, aber wohl entgegen seiner privaten Überzeugung, die Zusammenarbeit mit der Hollywood Aktrice notgedrungen auflöste, scheint es aktuell so, als würde er auch Chefdesignerin Estrella Archs nicht mehr lange beschäftigen wollen.

Aus Paris hört man, dass Abdullah nach einem neuen Designer mit fundiertem Background im high-fashion Bereich sucht. Mit anderen Worten: eine Persönlichkeit mit internationalem Profil. Vergangenen Freitag wurde der Unagro-Eigner beim Lunch mit dem britischen Designer Giles Deacon in Paris gesichtet. Seit dem brodelt die Gerüchteküche, dies berichtet zumindest das Branchenblatt WWD in seiner Ausgabe vom 19.04.2010.

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten hätte Estrella Archs, die die kreative Leitung der Firma selbst erst im September 2009 übernommen hat, keine Chane mehr ihre Vision für das 1965 gegründete Haus Ungaro zu verwirklichen. Das momentane Gerede um ihrer Nachfolge dürfte ihr die Arbeit an der aktuellen Kollektion erschweren. Wie bitteschön soll man sich motivieren und auf die Arbeit konzentrieren, wenn die halbe Welt bereits über den Zeitpunkt des eigenen Abgangs philosophiert? Dass Estrella Archs mehr kann als glitzernde Nippelabdeckungen auf nackte Brüste zu kleben (die Idee stammte von Lohan) gilt als gesichert, trotzdem schwächelte ihre letzte und im Alleingang erstellte Kollektion für Emanuel Ungaro.

Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt; die Entwicklung einer Linie, die einerseits innovativ und zugleich kommerziell sein soll und dabei auch noch das kreative Firmenerbe berücksichtigen muss, braucht mehr Zeit als nur eine Saison. Nur Schlampen werden über Nacht berühmt!

weitere Artikel zum Thema:

Lindsay Lohan berät Ungaro


LOHAN`s DESIGN DESASTER BEI UNGARO

Posted: Oktober 5th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Ein Eigentor hat am Sonntag Abend Mounir Moufarrige, CEO des Modehause Emanuel Ungaro, geschossen. Nach dem Rausschmiss des jungen Esteban Cortazar, der bis vor kurzem noch als Headdesigner für das Label fungierte, engagierte er die noch unbekannte Estrella Archs als Chefdesignern und berief Gelegenheitsschauspielerin Lindsay Lohan zum “Artistic Advisor” des Unternehmens. Moufarrige versprach sich durch die Celebrity-Rekrutierung offenbar jede Menge PR für das etwas angestaubte Label und vor allem mehr Präsenz in den jüngeren Modezeitschriften.

Die Modebranche nahm die Verlautbarung des Deals mit Skepsis und dem ihr eigenen Hohn auf. Zu Recht, wie sich jetzt bei der Präsentation der Frühjahr/Sommer Kollektion 2010 herausstellte. Denn das, was Moufarrige´s neues Gespann im Rahmen der Pariser Modewoche gestern über den Laufsteg schickte, dürfte die ohnehin schon strauchelnde Firma nun mit Orderrückgängen büßen. Weder jung noch richtungsweisend war das Gezeigte; es fehlte ein einheitliches Designkonzept. Stattdessen gab es pinkfarbene Pluderhosen, Kragen- und formlose Paillettenjäckchen, simple Bandeautops, weiße Nerzstolen zu luftigen Sommerkleidern, nach dem Motto: “Fur on the beach ist the ultimate glamour!”, und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, gab es obendrein noch herzförmige Nippelabdeckungen und auf die Stirn geklebte Paillettenherzen, die die Models aussehen ließen als hätten sie einen IQ unter Schuhabsatzhöhe.

Es braucht nicht einmal den analytischen Verstand  etablierter Modekritiker um zu sehen, das dass Dargebotene schlichtweg gestrig und uninspiriert war. Jedem der geladenen Gäste war auf dem ersten Blick klar, dass  ein gelungenes Fashion-Debut anders auszusehen hat.

Konzeptlosigkeit deluxe- Ungaro SS 2010

Konzeptlosigkeit deluxe- Ungaro SS 2010

Es ist schwer vorstellbar, das Estrella Archs nicht in der Lage sei soll, eine bessere Leistung abzuliefern. Ist der Einfluss des Party-Girls hinter den Mauern an der Avenue Montaigne tatsächlich größer als der einer gestandenen Designerin mit besten Referenzen? Mag sein, dass Celebrity Kollektionen in Amerika von der Masse gut angenommen werden und kommerziell erfolgreich sind, doch ein 23-jähriges Holleeewuud Girl ohne formale Designausbildung an der Spitze eines etablierten, französischen Modehauses ist eine Fehlbesetzung. Auch der in Miami aufgewachsene Esteban Cortazar, der in den USA schon mit 13 Jahren als Wunderkind der Mode gefeiert wurde, konnte mit seinen Klischeemix aus Denver Clan und kubanischer Folklore keine kommerziellen Erfolge erzielen, ließ aber im Gegensatz zum Duo Archs/Lohan einen roten Faden innerhalb seiner Kollektionen erkennen. Qualität braucht Zeit und Erfahrung. Zur Ehrenrettung der Spanierin Archs sei gesagt, dass die Kollektion innerhalb von vier Wochen erstellt werden musste. Doch warum hat das Haus Emanuel Ungaro unter diesen Umständen nicht auf eine Show verzichtet? Lindsay Lohan´s Besetzung beweist vor allem eines: Ruhm allein ist kein Kompetenzmerkmal!

Im folgenden könnt Ihr einen Videomittschnitt der mäßigen Show des Online-Dienstes Mod TV sehen.


LINDSAY LOHAN BERÄT UNGARO – AUSGERECHNET UNGARO…

Posted: September 10th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Celebrity Kollektionen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Fast täglich positionieren die Hersteller von Massentextilien neue VIP-Linien am Markt. Die Nachfrage nach erschwinglicher Kleidung mit dem gewissen Star-Appeal ist enorm.

ungaro-emanuelDas psychologische Binsenprinzip “näher bei deinem Star” oder alternativ “mehr Glamour für dein “mittelmäßiges” Leben scheint zu funktionieren. Dass ein Victoria Beckham-Logo allein, aus einem fetten Hintern keinen Apfelpo zaubert, wird dabei von den Kundinnen verdrängt. Dass Bekleidungsunternehmen darauf reagieren, und die pubertäre Fanliebe oder das schwache Selbstwertgefühl zahlreicher Teenies und komplexbeladener Frauen mit noch mehr Promiklamotten kommerziell ausnutzen ist legitim und aus wirtschaftlicher Sicht natürlich nachvollziehbar.

Viel schlimmer jedoch ist es, wenn ein einst renommiertes Couture Haus, das für Mondänität, Eleganz und Weltläufigkeit steht, einen B-Promi ohne formalen Designhintergrund ernsthaft als Kreativberater engagiert und glaubt, dadurch das angestaubte Image aufpolieren zu können. So geschehen bei Ungaro, deren Chef Mounir Moufarrige den gerade mal 25-Jahre jungen Chefdesigner Esteban Cortazar, nach nur drei Saisons durch zwei neue Köpfe ersetzt hat. Der offizielle Trennungsgrund bezog sich auf eine unterschiedliche Auffassung bei der kreativen Ausrichtung des Unternehmens, einschließlich der Art und Weise von PR- und Marketingmaßnahmen. Fakt ist, das Cortazar die  ursprüngliche Absicht seines Chefs Moufarriges, Schauspielerin Lindsay Lohna zum Gesicht der Marke zu machen, ganz und gar ablehnte, was zu unüberwindbaren Missstimmungen zwischen dem Designer und dem CEO geführt hat.

Andere Stimmen besagen, dass Cortazar noch zu unerfahren sei um ein derart anspruchsvolle Modelabel führen zu können. Obwohl seine letzte Kollektion für Winter 2009, von der Presse im Allgemeinen gut aufgenommen wurde, blieb der große Medienhype um Ungaro und somit auch nennenswerte Orderzahlen aus. Insbesondere die Sommerkollektion 2009 war ein Riesenflop. Mit paradisisch bunten Drucken und Walle-Walle Kleidern, vorn kurz hinten lang, verfehlte Cortazar ganz offenbar den Nerv der Zeit. Anfängerfehler, ganz klar. Es braucht Zeit bis ein Designer sich in die DNA eines Hauses eingefunden hat um darauf aufbauend etwas Eigenes zu entwickeln. Doch Zeit ist Geld, und das ist bei Ungaro knapp!

Richten soll es daher nun die noch unbekannte aber durchaus erfahrene Modemacherin Estrella Archs. Mit besten Referenzen u.a. von Christian Lacroix, Nina Ricci und Prada ausgestattet, zeichnet sie seit Juni dieses Jahres als Head Designerin für die Damen Prét à Porter Ungaros verantwortlich. Bei der Kollektionserstellung wird ihr Schauspielerin Lindsay Lohan behilflich sein, die einen Beratervertrag unterzeichnet hat und für kreativen Input sorgen soll. Die Beiden arbeiten bereits seit mehreren Wochen zusammen und werden das Ergebnis ihrer Arbeit am 04. Oktober währender der Pariser Modewoche der Öffentlichkeit vorstellen.

Hoffen wir, dass sich die Einbindung Lohans, wie bei den meisten Promi-Kooperationen, mehr auf repräsentative als auf gestalterische Funktionen beschränkt, denn die faden Leggings, welche die Schauspielerin unter ihrem eigenen Namen vertreibt, sind von dem was Ungaro verkörpert, meilenweit entfernt und werden dem kreativen Erbe des Firmengründers Emanuel Ungaro einfach nicht gerecht.