Auf ein Prosit im Regen in Gummistiefeln von Veuve Cliquot

Posted: September 14th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , , | 1 Comment »

In sieben Tagen, am 23. September, beginnt er, der kalendarische Herbst. In München zeigte er sich sich bereits in der ersten Hälfte des heutigen Tages mit heftigen Regenschauern. Da hätte man die Gummistiefel der französischen und zum LVMH Konzern gehörenden Champagnermarke Veuve Cliquot gerne zur Hand gehabt.

Da sich die Regentage innerhalb der nächsten Wochen naturgemäß jedoch häufen werden, bieten sich somit noch zahlreiche, weitere Gelegenheiten die “Wattpuschen” spazieren zu führen.

Die Clicquot Boots mit den dekorativ aufgedruckten Schnallen gibt es in den Veuve Clicquot Boutiquen im Oberpollinger in München und im Alsterhaus in Hamburg! Preis: 89 €

Bild: via Moet Hennessy Deutschland GmbH

 


Erotik à la française: Galliano lässt Unterwäsche tanzen!

Posted: September 13th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Unterwäsche ist nicht gleich Unterwäsche, und was die Werbekampagnen für das Untendrunter anbelangt so liegen bei deren Umsetzung in Bezug auf Niveau und Kreativität  oftmals Welten.

Warum gerade die Franzosen, dieses in Deutschland nahezu stiefkindlich behandelte Segment der Textilbranche, immer wieder geschmackvoll und mit Allure zu inszenieren wissen, bleibt mir ein Rätsel, doch die Bilder der neuen Unterwäschekollektion aus dem Hause John Galliano bestätigen mal wieder die Kompetenz der Franzosen in Sachen feinsinniger Erotik. Während deutsche Wäschehersteller dem Verbraucher Feinripp werbetechnisch gerne als biedere “Hausmannskost” servieren, lässt die zur LVMH-Gruppe gehörende Marke Galliano für kommenden Winter Schlüpfer und Büstenhalter tanzen und bietet seinen potentiellen Kunden damit ein optisch ansprechendes Pas de Deux.

johngalliano.com

 


John Galliano’s Modenschau: leise Töne statt Fashion-Drama

Posted: März 8th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , | 1 Comment »

John Galliano FW 2011/12

Das Faszinosum der Pariser Modewoche bot vergangen Samstag zweifellos die Schau von John Galliano. Den nun bis in alle Ewigkeiten in Erinnerung bleibenden hässlichen Worten des Designers steht eine der besten Kollektion seit dem Laufstegdebüt seiner namenseigenen Linie gegenüber. Diese befindet sich ebenso im Besitz des LVMH-Konzerns wie das Haus Dior, das Galliano vergangener Woche wegen antisemitischer Äußerungen als Chefdesigner von Diors Womenswear-Sparte kurzerhand Adieu sagte.

Vielleicht hätte der eine oder andere Pressevertreter sich ein narzisstisches Modespektakel in typischer Galliano-Manier gewünscht, um im Anschluss in narzisstisch feuilletonistischer Manier über des Designers Weltentfremdung orakeln zu können. Doch diese Angriffsfläche bot Galliano den versammelten Gästen seiner Show in der Avenue Foch nicht. Stattdessen versprühten die 20 gezeigten Modelle in ausgewogener Balance zwischen hohem Modegrad und Tragbarkeit “haute elégance” im Stil der 30er Jahre. Dass die vorgestellten Stücke von Gallianos Label dieses Mal genauso gut unter dem Etikett Dior hätten laufen können, beweist wie sehr Monsieur Galliano die DNA seines ehemaligen Arbeitgebers aufgesogen hat.

Der Galliano Vibe für den noch weit in der Ferne liegenden Winter 2011/12 kam dieses mal nicht wie sonst üblich mit sensationellem Getöse daher, sondern leise und aufgeräumt, was vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse beinahe demütig anmutetet, eine nonverbale Entschuldigung im schicken Gewand. Dabei konnte der Designer zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Kollektion unmöglich wissen, dass Drogen und Alkohol eines Abends seine Zunge diabolisch tanzen lassen würden.

HYPE fashion-director Oliver Rauh weilt aktuell in Paris und hat die Show von Galliano gesehen. Grund genug hier einmal nachzufassen:

Oliver, glaubt man der Berichterstattung einer großen deutschen Tageszeitung, blieben Pominente und auch die Top-Player der Modebranche Gallianos Modenschau fern…

Es war eine Show im Stile der alten Modezeiten, eine intime Präsentation.

Da diese in der in der ersten Etage eines Stadtpalais in der Avenue Foch stattfand, ließen sich nicht alle Gäste erblicken. Bei der ersten Show saß neben mir schon mal Vertreter der amerikanischen Vogue und auch Patti Wilson war mit von der Partie.

War der Saal voll besetzt?

Galliano zeigte an diesem Tag seine Kollektion mehrfach. Die Plätze der Show, der ich beiwohnte, waren jedenfalls voll besetzt.

Wie war die Stimmung im Publikum?

Klingt banal ist aber so: super!

Wie war der Applaus?

Gut! Die Kollektion war absolut überzeugend, ich würde sogar sagen, traumhaft. Aber der sonst übliche tosende Beifall blieb aus, weil John nach der Show nicht zu sehen war.


Novum: Journalist kritisiert CHANEL – darf der das?

Posted: August 16th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | 1 Comment »

Photo: HYPE MAGAZINE

Photo: HYPE MAGAZINE

Das Modehaus CHANEL gilt allgemein als unantastbar- kein Modejournalist, ob nun von der Fach- Publikums- oder Tagespresse, hat es gewagt, seit der Übernahme der künstlerischen Leitung durch Karl Lagerfeld 1983, Kritik an dem im Jahre 1909 von Mademoiselle Gabrielle “Coco” Chanel gegründeten Unternehmen zu üben, ebenso wenig wie an dessen kreativen Kopf selbst, der vom Chanel Hauptquartier in der Pariser Rue Cambon aus bestimmt, was gerade en vogue ist. Alle buhlen sie um die Gunst des Kaisers und um gute Platzierungen bei dessen fashion-shows.

Es geht das Gerücht um, das allzu unbequeme Schreiberlinge den Ausschluss aus Karls Hofstaat zu befürchten hätten. Mark Ritson, seines Zeichens Professor für Marketing an der Melbourne Business School, vielfach ausgezeichneter Kolumnist und einer der renommiertesten Marketingberater weltweit, dürfte demnach künftig keine Einladungen mehr erhalten. Schließlich überraschte der Brite die Reporter-Zunft und womöglich auch das Haus Chanel jüngst in einem von ihm verfassten Artikel in der Fachzeitschrift “Marketing Week” mit der Aussage, die Marke Chanel sei gerade dabei, eine gehörige Portion Staub anzusetzen.

Man könnte solch eine Aussage angesichts des unermüdlichen Schöpfertums Lagerfelds als Verunglimpfung abtun, wäre Ritsons Reputation nicht so tadellos, und hätte er nicht jahrelang im Luxuskonsortium LVMH als Image-Berater gedient, so aber schenken zumindest Werbetreibende, Marketingfachleute und PR-Berater seiner Einschätzung zur Lage der Marke Chanel erhöhte Aufmerksamkeit.

Nach Meinung Ritsons habe das sich in Privatbesitz der Brüder Alain und Gerard Wertheimer befindende Luxusunternehmen Schwierigkeiten, stilistische Innovation unter gleichzeitiger Wahrung der Firmentradition zu generieren. Für diesen Missstand hat der Marketing-Profi vier wesentliche Gründe eruieren können.

So sei zum einen die Schaufenstergestaltung der Chanel-Boutiquen wenig progressiv und auch die jeweils aktuelle Kollektion leider allzu oft eine Wiederholung der vorangegangen. “Its shop windows lack inspiration, the new collections are a little too derivative and the clientele looks older to me on each visit.

Chanel Schaufenster am Ku'Damm Berlin, Photo: HYPE MAGAZINE
Chanel Schaufenster am Ku’Damm Berlin, Photo: HYPE MAGAZINE

Desweiteren seien die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlichten Filmbiographien “Coco avant Chanel” sowie “Coco Chanel und Igor Stravinsky” nicht gerade die beste PR für das Label gewesen, beschäftigen sich beide Streifen doch ausschließlich mit der Vergangenheit der Firmengründerin, was sich im Falle der Firma Chanel nicht mit deren eigentlichem Innovationsanspruch verträgt.

Darüber hinaus habe das Unternehmen die frühzeitige Expansion in China, einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Luxusgüter überhaupt, verschlafen.

Zu guter letzt moniert Ritson die Zahlung einer Rekordmiete für einen neuen Store an Londons nobler New Bond Street, wodurch sich Chanel eher in die Position eines Nachahmers begeben habe, statt der Rolle des Pioniers zu entsprechen, da Konkurrent Louis Vuitton seinen von dem New Yorker Star-Architekten Peter Marino gestalteten und direkt gegenüber gelegenen Shop der Superlative bereits Wochen zuvor eröffnete.

Um seinen subjektiven Eindrücken mehr Substanz zu verleihen stützt Ritson seine These auf eine empirische Untersuchung des Marktforschungsinstituts “Millward Brown”, einem der weltweit größten Marktforschungsinstitute mit dutzenden Dependancen. Laut deren Studie hätten die drei führenden Luxusunternehmen Louis Vuitton, Hermès und Gucci bedeutend an Wert hinzugewonnen, während der Markenwert von Chanel, derzeit auf Platz 4 der Top-Luxusmarken, innerhalb der vergangenen 12 Monate um 11% gesunken sei. Dies ist wahrlich nur schwer zu überprüfen, da Chanel selbst keine Zahlen veröffentlicht.

Nun wird Chanel, dessen Strahlkraft so unvergleichlich stark ist und dessen Logo so begehrt wird wie kaum ein anderes, mit dieser Einschätzung zunächst einmal Leben müssen – eine Stellungnahme des Hauses zur Analyse Ritsons ist bisher nicht erfolgt.
Was nach der Veröffentlichung Ritsons mutigen Schriftsücks bleibt ist weniger die Frage, ob die Marke Chanel schon Patina angesetzt hat, als vielmehr ein Denkanstoß für alle Modejournalisten, wieder mehr Mut zur eigenen Meinung zu etablieren.

Denn wie FAZ Redakteur Dr. Alfons Kaiser bereits treffend in seinem Artikel: “Verzweifelt gesucht: Mut zur Meinung! Vom möglichen Ende der Käuflichkeit im Mode-System.” für das Magazin ACHTUNG Zeitgeist schrieb, …ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen von einem lange ungefragt akzeptierten Missstand, der am Ende das ganze Berufsbild des Modejournalisten in Frage gestellt hat.”
(Text: Sven Barthel)