Posted: Juli 2nd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Madeleine Vionnet, Sophia Kokosalaki | No Comments »

by Rizzoli
Seit Madeleine Vionnet ihr Modehaus 1940, in den Wirren des zweiten Weltkrieges schließen mußte, war es lange Zeit Still um die Königin des Diagonalschnitts. Auch die Wiedereröffnung des Hauses im Jahr 1996 durch eine neue Eigentümerfamilie änderte daran wenig.
Die angekündigte Einführung einer neuen ready-to-wear Linie unter dem Namen Vionnet ließ noch viele Jahre auf sich warten.
Auf Designer Maurizio Pecoraro, folgte 2006 die Central Saint Martins Absolventin Sophia Kokosalaki als Headdesignerin. Für die Saison Spring/Summer 2007 Saison stellte das Unternehmen erstmals nach 67 Jahren, seit der Schließung, wieder eine vollständige Kollektion vor! Kokosalaki wurde kurze Zeit später von Marc Audibet ersetzt, dieser wiederum nach nur wenigen Monaten seinen Hut nahm. Seitdem zeichnete ein anonymes Team von Designern für die Kleider & Accessoires verantwortlich.
Doch in den Editorials internationaler Modezeitschriften fand das französische Traditionshaus längst nicht mehr statt. Ein uneinheitlicher Firmenauftritt, eine austauschbare Handschrift; die Erfolge die Madeleine Vionnet mit ihren Drapierungen in den 1930er Jahren feierte, ließen sich in der Gegenwart nicht mehr wiederholen. Moderedakteure schienen Vionnet, trotz kontinuierlicher Aktivität, nahezu vergessen zu haben.
Im Februar 2009 kaufte Textilfabrikant Matteo Marzotto das Modehaus und verkündete jüngst eine komplette Neuausrichtung, mit dem Ziel Vionnet zu einer internationalen Marke zu machen. Unterstützung holte er sich dabei von Rodolfo Paglialunga, der zuvor 13 Jahre bei Prada als Womenwear Designer tätig war und nun als Creative Director frischen Wind in die Klamotten bringen soll.
Die Vorschau auf seine Summer Cruise Collection 2010 , die während der kommenden Pariser Modewoche vorgestellt werden soll, ist allerdings wenig vielversprechend. Innovationsdrang à la Prada trifft auf bemühte Extravaganz, inspiriert durch Christopher Kane, bei gleichzeitiger Rezitation des Vionnet Firmenarchivs. Ließ sich Firmengründerin und Namensgeberin Madeleine Vionnet in der Vergangenheit selbst noch von den Silhouetten griechischer Statuen inspirieren, so scheint die mythologische Opulenz heutzutage schlichtweg überholt. Alles hat seine Zeit im Leben! Wer sich für die Neuinterpretation des Vionnet Looks nicht begeistern kann, dem sei dafür der im September bei Rizzoli erscheinende Bildband “Madeleine Vionnet” empfohlen.

Preview VIONNET SS 2010
Madeleine Vionnet, Edited by Pamela Golbin, Photographed by Patrick Gries
Pub Date: September 2009 - Format: Hardcover - US Price: $75.00 by Rizzoli
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Posted: Juni 14th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: Antwerpen, Bill Gibb, Fashion Museum, FIT, Isabel Toledo, Jean Muir, Madeleine Vionnet, Mode Museum, New York, Paris, Shoes | No Comments »
Der Sommer ist da und mit ihm eine Reihe von interessanten Modeausstellungen, fernab vom Mainstream und mit Inhalten die auch beflissenen Modekennern neue Perspektiven auf ihr Lieblingsthema eröffnen dürften. Anbei eine Auswahl:
Bei britischen Modedesignern denken die meisten von uns zunächst an Vivienne Westwood, Paul Smith, Alexander McQueen oder Christopher Bailey - allesamt Stars der Gegenwart - doch wer prägte eigentlich die britische Modeszene vor der Jahrtausendwende, in Zeiten in denen Mode von Nachrichten-Moderatoren noch mit einem süffisanten Lächeln als triviales Beiwerk der wirklich wichtigen Themen im Leben abgehandelt wurde? In den exzentrischen Achtzigern waren es vor allem Zandra Rhodes und Jean Muir, die modisch gesehen auf dem Inselkontinent für Aufregung sorgten.

Jean Muir
Letzterer widmet nun das Modemuseum im schottischen Dumfries aktuell eine Einzelausstellung. “Jean Muir - a fashion icon”, zeigt Highlights aus dem Werk Jean Muirs und erinnert damit eine beinahe vergessene Designerin, deren Vintage Stücke heute von Sienna Miller und Kate Moss getragen werden.
bis 31. Oktober 2009
National Museum of Costume, Shambellie House, New Abbey, Dumfries, DG2 8HQ
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- Mode Museum Antwerpen
In der Modeschule, lernen angehende Designer auch mal um drei Ecken zu denken und sich dabei nicht gleich mit der offensichtlichsten Lösung zufrieden zu geben. Ich erinnere mich noch bestens an die Aufgabenstellung, eine Ärmelkonstruktion aus Wellpappe zu fertigen, deren Teile nicht “geknickt” werden durften. Die darauffolgende Tüftelei führte zu erstaunlichen Erkenntnissen über die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten papierähnlicher Materialen. Die Ausstellung PAPER FASHION im Antwerpener Modemuseum untersucht die Verwendung des Nischenmaterials im Kontext der jüngeren Modegeschichte und beginnt mit einer Reihe papierner Kleider aus den 1960er Jahren und zeigt zudem zahlreiche Entwürfe aus verwandten Materialien aktuellen Datums.
www.momu.be
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- Mode Museum Hasselt
Mit der Geschichte des Damenschuhs ab 1900 beschäfigt sich das Modemuseum im belgischen Hasselt. Entwicklung, Trends und Images sind in der Ausstellung “In her shoes” an beispielhaften Modelle von bekannten Schuhdesignern wie Roger Vivier, Bally, Ferragamo, und natürlich Jimmy Choo und Manolo Blahnik erfahrbar. Aber auch die Puschen lokaler Schuhkünstler lohnen einer genaueren Betrachtung.
www.modemuseumhasselt.be
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- Madeleine Vionnet at work
Ein Highlight unter den Ausstellungen dieses Sommers kommt direkt aus der Modehaupstadt Paris. Das Musée les Arts Dècoratifs widmet Modeschöpferin Madeleine Vionnet eine umfangreiche Solo-Ausstellung. Die Königin des Diagonalschnitts und der Drapierungen starb 1975 mit 99 Jahren an Altersschwäche in ihrem Bauernhaus im französischen Cély-en-Biere und hinterließ ein beeindruckens Werk-Archiv von dem sich Top Designer wie Azzedine Alaia, Yohji Yamamoto oder John Galliano noch heute zu neuen Schnitttechniken inspirieren lassen. An Stelle einer Skizze fertigte Vionnet ihre kunstvollen Falten-, Volant-, und Pliseekleider lieber direkt am Objekt, einer hölzernen Miniaturbüste.
24. Juni 2009 - 31. Januar 2010
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Bill Gibb
Das Fashion Museum im englischen Bath, ca 30 Autominuten von Bristol entfernt, beschäftigt sich mit dem Werk des Modemacher Bill Gibb? Wer zum Teufel ist Bill Gibb?
Trotz seines großen Einflusses auf die Entwicklung der Mode ist Gibbs Name heute weitgehend unbekannt. Dabei wurde er 1970 von der britischen Vogue zum Designer des Jahres gekührt und feierte im folgenden etwa ein Jahrzenht lang große Erfolge. Seine Debut- Kollektion von 1972 wurde von der Branche als Sensation der Saison betitelt. Sein Stil war ein wilder Muster und Materialmix, der im direkten Vergleich Cavallis Kollektion nahezu homogen erscheinen lässt. Einige sehen in Gibb gar den Erfinder des Hippie Looks. In jedem Falle repäsentiert sein Stil das Jahrzent auf ultimative Art und Weise. Harrods und Harvey Nichols verkauften seine Kleider und auch ein eigenes Ladenlokal in Londons nobler Bond Street ließ nicht lange auf sich warten. Zu seinen Kunden zählten Liz Taylor, Bianca Jagger und Topmodel Twiggy. Doch wie vielen Kreativen fehlte auch Gibb der Sinn für das Geschäftliche . Als sein Stil nicht mehr gefragt war ging sein Unternehmen schließlich pleite und Gibb geriet in Vergessenheit. Nach wie vor inspirieren seine Entwürfe noch heute Designer wie John Galliano oder Gilles Deacon. Grund genug sich mit den Arbeiten des vergessen Helden der britischen Modeindustrie vertraut zu machen und seinen inneren Hippie zu entdecken.
bis 15.November 2009
www.fashionmuseum.co.uk
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Isabel Toledo Dress
NEW YORK: Isabel Toldeo gehört zu den Designern die es vorziehen sich als Person gegenüber den Medien zurückzuhalten und stattdessen ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen. Nicht ganz freiwillig wurde ihr am 20. Januar 2009 dennoch weltweite Aufmerksamkeit zuteil als Michelle Obama bei der Amteisnführung ihres Mannes Barack als 44. Präsident der Vereinigten Staaten ein limonenfarbens Shiftdress aus dem Atelier der kubanisch stämmigen Modemacherin trug.
2008 wurde Toledo mit dem FIT Couture Council Award für besondere Kunstefertigkeit ausgezeichnet, nun widmet ihr das Museum des Fashion Institute of Technology eine eigene Ausstellung. Es ist nicht etwa eine flamboyante Optik für die Toldeo bekannt ist, als vielmehr ihre besondere Technik Kleider zu fertigen. So sei laut den Kuratoren des Ausstellung keines ihrer Teile konventionell konstruiert. Wer also das in den Medien eher sparsam repräsentierte Werk Toledo kennenlernen möchte, der sollte sich die von der renommierten Modehistorikerin Dr. Valerie Steele kuratierte Ausstellung nicht entgehen lassen.
17. Juni - 26. September 2009
THE MUSEUM AT FIT 7th Ave & W 27th St, New York
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