Schlusswort: InStyle-Chefin Annette Weber zur Berlin Fashion Week
Posted: Januar 26th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Annette Weber, Berlin, Bread and Butter, Chefredakteurin, Hubert Burda Media, InStyle, Mercedes Benz Fashion Week, Messe, Mode, Modemagazin, Pemium | 2 Comments »
Frau Weber, wie relevant ist die Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin?
Also gleich vorweg, die Fashion Week besteht ja nicht nur aus den Schauen hier am Bebelplatz, sondern beinhaltet ja auch noch die Bread and Butter und die Premium. Diese beiden Messen tragen maßgeblich zum Erfolg des Konglomerats Fashion Week bei. Wären es nur die Schauen, dann wäre ich skeptisch ob das funktionieren würde. Doch auch die Schauen machen sich. Es sollten noch mehr deutsche Labels mitmachen, wie beispielsweise Strenesse und Aigner. Viele namhafte Brands fehlen, dabei wäre gerade ihre Präsenz hilfreich.
Warum ist das so? Ist das eine Imagefrage?
Ja natürlich! Diese Marken sehen sich nicht hier, weil sie denken, dass sie in Mailand, Paris oder New York besser aufgehoben sind.
Ist diese Sichtweise richtig?
Das kommt darauf an. Eine Modenschau ist immer sehr teuer. Hier am Bebelplatz hat man zudem relativ viele Vorschriften und bekommt nicht immer die Models, die man gerne hätte. Wenn man international zeigt erhält man eine größere Aufmerksamkeit und trifft eben auch auf die internationalen Einkäufer. Die sind zwar zum Teil auch auf der Bread and Butter zugegen, aber nicht hier im Fashion-Zelt.
Als Chefredakteurin der InStyle sind sie selbst schon eine VIP und werden am Catwalk von der Presse umlagert. Wie erklären Sie sich den Hype um die Moderedakteurinnen? Hat etwa auch der Film “DerTeufel trägt Prada” zu dieser Entwicklung beigetragen?
Ja klar! “Der Teufel trägt Prada” war hierbei sicherlich die Initialzündung und hat die Popularität dieses Berufs begünstigt. Doch ehrlich gesagt glaube ich, dass es in Deutschland einfach an Stars mangelt, die glamourös aussehen. Deshalb stürzt man sich alternativ gerne auf die Moderedakteurinnen. Hierzulande ist es tendenziell leider immer noch so, dass viele Prominente sich selbst gerne gefallen wollen aber nicht unbedingt dem Publikum. Deswegen tragen sie hässliche, sackartige Sachen mit unstimmigen Accessoires und kümmern sich nicht sonderlich um ihr Haarstyling und Make-up. Das Ergebnis schaut dann eben schnell provinziell aus. In Hollywood hingegen weiß jeder Star, dass er nur Erfolg hat, wenn er Aufmerksamkeit erregt, eine öffentliche Figur ist. Um dies zu erreichen bedient er sich der Mode aber auch den Modemedien.
Warum brauchen Designer überhaupt Promis in der ersten Reihe?
Das ist doch ein altes Spiel! Wenn Stars kommen garantiert dass dem Designer automatisch mehr Presse, mehr Presse bedeutet mehr Aufmerksamkeit. Ich spüre aber, dass der Trend zu den Celebrities als Stargast wieder ein wenig abnimmt. Immer mehr Firmen sind es Leid einen Haufen Geld für die Anwesenheit von Stars zu zahlen, die einen zunächst lange warten lassen um dann womöglich wiederwillig und mit schlechter Laune zu erscheinen und damit den bereits auf den Showbeginn wartenden Journalisten die Zeit stehlen.
Was könnte die “Berlin Fashion Week” besser machen?
Die brauchen hier dringend bessere Models, was natürlich schwierig ist, weil parallel zur Berlin Fashion Week die Haute Couture Schauen in Paris stattfinden. Noch mehr Shows und vor allem bekanntere Namen wären natürlich auch von Vorteil.
Frau Weber, vielen Dank für das Gespräch!


