MADE BY MEDIA: Lennart Wronkowitz will hoch hinaus - die Blitzkariere eines 17-jährigen

Posted: Juni 23rd, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , | 1 Comment »

strategische Selbstvermarktung: Lennart Wronkowitz, photo by Esteban,

strategische Selbstvermarktung: Lennart Wronkowitz, photo by Esteban,

Sein Blick wirkt streng und zielorientiert. Wie eine Mischung aus Yves Saint Laurent und Tokio Hotel Sänger Bill Kaulitz gibt sich Lennart Wronkowitz vor der Kamera. Was zum einen sicherlich an seiner überdimensional großen Hornbrille liegen mag, zum anderen an seinem zarten Alter von 17 Jahren und der femininen Außenwirkung. Während die meisten Gleichaltrigen noch orientierungslos auf Parkbänken rumhängen und jede Menge Blödsinn im Kopf haben, hat Lennart Wronkowitz aus dem beschaulichen Soest in Nordrhein-Westfalen bereits einen festen Lebensplan, eine eigene PR-Managerin und auch eine eigene Modekollektion.

Er will die Laufstege dieser Welt erobern und von Fashionweek zu Fashionweek tingeln. Ein Ausspruch, der nach der naiven Selbstüberschätzung eines Jugendlichen klingt, aber mittlerweile dazu geführt hat, dass sich gegenwärtig vor allem die Boulevardmagazine der Privatsender um ihn reißen. Auch eine Einladung zum Sofaplausch mit Günther Jauch flatterte dem smarten Jungdesigner jetzt ins Haus. In der Programmankündigung ist gar die Rede von Deutschlands großer Modehoffnung.

Auch bei Google findet man unter dem Stichwort “Lennart Wronkowitz” inzwischen zahllose Einträge. Immer wieder tauchen dort Bezeichnungen wie „Karl Lagerfelds Nachfolger” oder „Deutschlands große Fashionhoffnung” im Zusammenhang mit seinem Namen auf. Schlagzeilen wie sie Schreiberinnen des heimischen Tageblatt gerne verwenden; die zwar weniger den Tatsachen entsprechen, dafür umso mehr einen provinziellen Lokalpatriotismus bedienen.

Doch wer ist dieser Lennart Wronkowitz überhaupt, um dessen Aufmerksamkeit momentan alle Sender buhlen? Schon als 11-jähriger entwickelt der Junge aus Soest ein Faible für Mode. An Mamas heimischer Nähmaschine verschönert er zunächst seine T-Shirts, mit 14 darf er sich in der Arztpraxis seines Vaters ein Zimmer als Atelier einrichten. Bis heute verwirklicht er dort nach Schulschluss seine kreativen Träume, indem er Shirts aus dem Discounter mit Stoffresten aufmotzt. Inzwischen veräußert der 17jährige seine Entwürfe in einem eigenen Onlineshop. Verkaufszahlen gibt es jedoch keine.

Was früher als belangloses Hobby eines Heranwachsenden abgetan wurde, ist für die ständig nach neuen Sensationen Ausschau haltenden Medien heutzutage eine Story - vorausgesetzt man verkauft sie plakativ genug. “13jährige Bloggerin zeigt Anna Wintour, wo’s langgeht” oder “8jährige Stilikone macht Topmodels Konkurrenz” sind medienwirksame Schlagzeilen, die die sonst eher übersättigten Leser und Zuschauer aufhorchen lassen. Was die ambitionierten Modekinder wirklich zu sagen haben und welcher PR-Agent dahintersteckt, sind dabei eher sekundäre Randnotizen.

Hauptsache, eine neue Figur ist geschaffen, mit der sich Geld verdienen lässt. Weil auch Lennart Wronkowitz seine Jugend nicht mit Parties verplempert, sondern das fleißige Schneiderlein mimt, das in die große weite Welt hinaus will, kommt seine Geschichte bei den Medien bestens an und lässt sich prima vermarkten. Ob es sich tatsächlich um eine Erfolgsstory handelt, ist fraglich.

Ist der Fall Wronkowitz nicht vielmehr das Ergebnis einer sich zunehmend vernetzenden Welt. Ein Phänomen made by Web 2.0?

Ausnahmetalente gab es immer schon, nur eben keine öffentlichen und für jedermann zugänglichen Kanäle zur Selbstvermarktung. Fakt ist: Qualität braucht Zeit. Mussten die großen Designer nicht jahrelang an Modeschulen lernen und entwerfen und wieder verwerfen, Wettbewerbe absolvieren, ja zum Teil unentgeltlich bei großen Couturiers anheuern, um zu werden wer sie heute sind? Wronkowitz will das alles auch. Der Hunger nach Ruhm und Anerkennung, der die Casting-Generation beherrscht, wie der Drang nach freier Liebe einst die 68er, ist nicht die schlechteste Voraussetzung um Großes zu schaffen, doch für eine souveräne Laufbahn bedarf es mehr als sich im Dunstkreis von C-Promis zu tummeln und ein paar bedruckter Jersey-Teile. Medienpräsenz allein ist kein solides Fundament für eine Kariere - nichts ist unbeständiger als die Gunst des Publikums.

Ob der quirrlige Teenager Karl Lagerfeld später einmal vom Sockel stoßen wird, bleibt somit vorerst abzuwarten. Vielmehr muss sich der Junge mit der übergroßen Brille Sorgen machen, dass er nicht schon bald vom nächsten Medienphänomen verdrängt wird: das ist nämlich schon im Anmarsch und kommt aus Amerika. Cecilia Cassati heißt die neue Mini-Coco Chanel - und die ist erst 10!

Hinweis: Lennart Wronkowitz ist heute zu Gast bei STERN TV, 23.06.2010, 22:10 Uhr, RTL

Website: Lennart Wronkowitz

(Text: Martina Klose & Sven Barthel)


SUSANNE BOMMER: SECRET SALE in MÜNCHEN vom 4.05. bis 9.05.

Posted: April 30th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , | No Comments »

Susanne Bommer Store in München, Photo: HYPE magazine

Susanne Bommer Store in München, Photo: HYPE magazine

Seit über 15 Jahren behauptet sich die Münchner Modemacherin Susanne Bommer nun schon mit ihrer eigenen Kollektion im Fashionbusiness ,und dass, erstaunlicherweise ganz ohne lautes Marketinggeschrei und teure Werbekampagnen.
Ein Mix aus Purismus und Verspieltheit, sowie pudrige Farbtöne kennzeichnen ihren Stil. Am 4. Mai veranstaltet Susanne Bommer nun ihren “Secret Sale”, mit Top Sellern und Must-Haves vergangener Saisons zum Schnäppchenpreis. Vorbeischauen lohnt sich!  Bommers Entwürfe sind alles andere als Mode von der Stange. Die Kollektionsteile werden in eher kleinen Auflagen hergestellt und bieten den Kundinnen somit ein gewisses Maß an Exklusivität. Tipp: Die feenhaften Tüllröcke mit Gummizug in apricot, pink und türkis sind das ultimative Styling -Tool um gewöhnliche Outfits aufzupeppen.

Location: Baaderstraße 7, 80469 München (Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-18 Uhr)

Kollektion Susanne Bommer, photo by courtesy of "PR deluxe"

Kollektion Susanne Bommer, photo by courtesy of "PR deluxe"


AMD München FASHION SHOW NEXT.10

Posted: Februar 3rd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , | 1 Comment »

Talent braucht Öffentlichkeit, dass weiß auch die Akademie Mode & Design München und veranstaltet am kommenden Samstag den “Fashion Day NEXT.10″. An diesem Tag stellen die Absolventen aller Fachbereiche ihre Abschlussarbeiten einem breiten Publikum vor.

photo: AMD München
photo: AMD München

Neue Denkanstöße in Bezug auf Medien und Wirtschaft bietet ein Blick auf die Arbeiten der Ausbildungsgänge Modejournalismus und Designmanagement, die in Form von Installationen im Eingangsbereich und in der ersten Etage der Alten Kongresshalle präsentiert werden.

Das Highlight der Veranstaltung ist natürlich die Modenschau, deren Auftakt experimentelle Kleider bilden werden, die eigens für eine neue Walt Disney Filmproduktion von den Studierenden des zweiten Semesters selbständig entworfen und realisiert wurden.

Im Anschluss daran, werden die Absolventen der Fachrichtung Modedesign ihre Abschlusskollektionen über den Laufsteg schicken. Dies geschieht im Rahmen einer multimedialen Fashionshow. Unter der Einbindung von Musik, Videoclips, animierten Fotoshootings und Illustrationen, wird so das Konzept hinter der jeweils gezeigten Kollektion veranschaulicht.

Am Ende der zweiten Show, etwa gegen 22.30, wird es besonders spannend, dann nämlich findet die Vergabe der Awards für die besten Abschlussarbeiten der einzelnen Fachbereiche statt. Die Auszeichnung gilt als optimaler Startschuss für eine Kariere im Fashionbusiness. So räumte z.B. im vergangenen Jahr Alice Knackfuß nicht nur den AMD Award für die beste Menswear Kollektion ab, sondern gewann kurz darauf auch noch den mit 50.000 Euro dotierten Diesel Award, der Design-Plattform ITS. So watch out for promising talents at NEXT.10!

FASHION DAY NEXT.10
Alte Kongresshalle, Theresienhöhe 15, 80339 München
Samstag, 06.02.2010,
Ausstellung von 14 bis 23 Uhr,
Shows: 17 Uhr und 21 Uhr
Preis: 28 Euro

Show um 21 Uhr bereits ausverkauft!

Kartenvorverkauf: AMD Akademie Mode & Design, Infanteriestraße 11a, 80797 München
und Stierblut München, Sendlinger Straße 35, 80331 München

weitere Artikel: Alice Knackfuß


Veronique Branquinho - Jetzt ist Schluss!

Posted: Mai 28th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

Die belgische Vorzeigedesignerin Veronique Branquinho gibt ihr vor elf Jahren gegründetes Label auf.

Veronique Branquinho - by courtesy of Totem Fashion

Veronique Branquinho - by courtesy of Totem Fashion

Infolge der Wirtschaftskrise hatte die Kreative zuletzt mit drastischen Orderrückgängen, zahlreichen Stornierungen und sogar ausbleibenden Zahlungen zu kämpfen. Branquinho unterhält eine eigenständige Boutique unter eigenem Namen in Antwerpen, wo vermutlich in Kürze der Ausverkauf noch vorrätiger Kollektionsteile stattfinden wird. Etwa 50 Einzelhändler zählte sie bisher zu ihren Kunden.

Die unter anderem mit dem VH-1 Fashion Award und Moet Fashion Award ausgezeichnete Modemacherin gründete 1997 mit nur 24 Jahren ihr eigenes Label und avancierte im Fahrwasser des Hypes um belgisches Design Mitte der 1990er Jahre zum Shooting Star der Branche. Mit gerade mal 36 Jahren geht Branquinho jedoch nicht in Rente, sondern arbeitet künftig für die belgische Lederwaren Marke Delvaux, zu deren Art Director sie vor kurzem benannt wurde.

In ihrem Kollektionsbericht für Style.com äußerte sich die bekannte Modekritikerin Nicole Phelps zu Branquinhos Sommer Kollektion 2008 noch lobhudelnd: “In the midst of all this were several jackets-the best being a lanky black blazer-that demonstrate why she’ll still be around in 2017.” Nun, auch renommierte front-row Schreiberinnen können irren. Der blümerante und joviale Wortschwall vieler Modejournalisten anlässlich einer einzelnen Klamotte verwundert dann doch ein wenig und man fragt sich, warum gerade diese vermeintlich so weltgewandten und vielreisenden Personen, beim Anblick eines einzelnen grauen Bleistiftrocks geradezu in Verzückung geraten. Wer bitteschön geht schon vor einer Klamotte in die Knie? Peinlich!

Ja, ja die Krise, die habe ja Niemand voraus sehen können werden jetzt Einige in Bezug auf Branquinhos Pleite sagen. Die Krise nicht, wohl aber das die Zeiten von Helmut Langscher Reduktion längst vorbei sind. Die Kleiderschränke sind voll. Lustkäufe statt Bedarfskäufe sind die Regel. Niemand braucht mehr einen weiteren marinefarbenen Blazer. Graue Shorts, weiße Blusen und beigefarbige Jerseytops vermögen zudem angesichts der parallel nebeneinander existieren Vielfalt an gegensätzlichen Modetrends und hochbegabten Newcomern wie Christopher Kane und Gareth Pugh einfach keine Begeisterungstürme mehr auszulösen. Eine Entwicklung die nicht von heute auf morgen gekommen ist. Es ist die Aufgabe des Designers Tendenzen aufzuspüren und in zeitgenössische Looks umzusetzen. In Anbetracht all dessen, scheint da die persönliche Krise Branquinhos irgendwie hausgemacht!


Ausstellung: HUSSEIN CHALAYAN – “from fashion and back”

Posted: April 7th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , | No Comments »

Photo by Chris Moore

Photo by Chris Moore

Ein Tisch der zum Rock wird, ein Kleid aus LED Leuchten, so wie eine, per Knopfdruck wandelbare Körperhülle aus Materialien des Flugzeugbaus.

Für den auf Zypern geborenen Designer Hussein Chalayan ist Mode mehr als nur ein Stück Stoff zum anziehen. Seine Annäherung an die Thematik ist künstlerischer, intellektueller Natur. Auch ein Grund, warum einzelne Entwürfe bei den Kuratoren von Modeausstellungen immer wieder Berücksichtigung finden. Der Designer fertigte seine erste Kollektion 1994 und debütierte ein Jahr später zum ersten Mal bei der London Fashion Week. Der 39jährige Chalayan wird in der Öffentlichkeit häufig als Konzept - Designer wahrgenommen, dessen Kleidung eher untragbar ist. Doch hier fühlt sich der Kreative missverstanden und verweist darauf, dass dies eine verzerrte Sicht der Dinge sei , die ihren Ursprung in der weltweiten Konzentration auf seine Showpieces hat. Diese haben zwar den geringsten Anteil innerhalb seiner Kollektionen, erregen aber die größte mediale Aufmerksamkeit. Chalyans Designphilosphie basiert auf der Erkundung bestimmter Themenaspekte, die er auf eigene Weise modisch interpretiert. Bei der Realisation seiner Ideen hilft ihm ein zwölfköpfiges Team. Das Ergebnis sind traumhafte textile Gebilde, innovative aber dennoch tragbare Kleidung, die die Idee hinter der Kollektion erkennen lässt. Für derlei Leistungen wude Chalayan bereits zweimal mit dem British Fashion Award als “Designer oft he Year” ausgezeichnet. Das renommierte Designmuseum in London zeigt nun eine umfassende Auswahl an Arbeiten Chalayans der letzten 15 Jahre. Die Retrospektive, die von der deutschen Firma Puma gesponsert wurde und bei der Chalayan als Creative Director für Sport Fashion seit 2008 unter Vertrag steht, ist noch bis zum 17. Mai 2009 zu sehen.?

Design Museum
28 Shad Thames
London SE1 2YD
United Kingdom
Office 020 7403 6933

info@designmuseum.org

Öffnungszeiten
täglich, von 10.00 -17.45


createeurope - internationaler Modewettbewerb

Posted: März 31st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , | No Comments »

Das Goethe-Institut hat den internationalen Mode- und Designerwettbewerb «createurope» ausgerufen.

Bis zum 15. Juni 2009 können sich junge Designer und Modedesign-Studenten aus ganz Europa mit ihren Kollektionsideen beim Goethe-Institut bewerben.

Eine Jury mit Fachleuten der Kultur- und Modeszene trifft bis Ende Juni eine Auswahl von 30 Finalisten aus ganz Europa, die im Oktober zur Endausscheidung nach Berlin eingeladen werden, um ihre Kollektionen bei einer Modenschau-Gala zu präsentieren.
Der Preis richtet sich an Nachwuchsdesigner und -designerinnen sowie an internationale Modeschulen. Bisher unterstützen laut Goethe-Institut Modeschulen aus 26 Ländern den Wettbewerb. 2008 hatten sich mehr als 1000 Teilnehmer aus 39 europäischen Ländern für «createurope» beworben.

Infos, Anmeldeformulare zum Wettbewerb:
www.createurope.com