Paris sagt Adieu! Loulou de la Falaise, Topmodel der späten Sixties und Seventies, Muse des Modemachers Yves Saint Laurent und Designerin, ist vergangenen Samstag an den Folgen einer schweren Krankheit im Alter von nur 63 Jahren in ihrem Landhaus in Boury-en-Vexin, circa 65 km von der französischen Hauptstadt entfernt, verstorben. Ihr Tod wurde durch die Pierre Bergé / Yves Saint Laurent Foundation bekannt gegeben, jedoch ohne Nennung der Todesursache. Gerüchten zufolge soll Loulou de la Falaise an Krebs erkrankt sein.
Es gibt nur wenige Frauen über deren exzeptionelle Schönheit und Ausstrahlung sich fast eine ganze Berufsbranche stets einig schien; über vier Jahrzehnte lang hielt Loulou de Falaise den Ruf einer Stilikone inne. Wer sie persönlich erlebte, glaubte sich in Gegenwart der idealtypischen Parisern: mondän, kultiviert, charmant und extrovertiert, feuerrote Lippen und schwarz kajalierte Augen. Dabei war Madame de la Falaise Engländerin! Lediglich ihr Akzent gab darüber Auskunft.
Geboren in Großbritannien unter dem Namen Louise Vava Lucia Henriette de la Falaise als Tochter des irischen Models Maxime Birley und des französischen Grafen Alain de la Falaise führte Loulou schon früh ein Tingel-Tangel Leben in den etwas besseren Kreisen. Schule war offenbar nicht ihr Ding. Der Legende nach flog Loulou als Jugendliche wegen “Aufmüpfigkeit” von insgesamt drei Privatschulen. Ihrer Kariere tat dies jedoch keinen Abbruch. Sowohl ihr Name als auch ihr Äußeres öffneten ihr Tür und Tor und so geschah es, dass sie, eines Tages auf Diana Vreeland traf. Die ehemalige Chefredakteurin der amerikanischen Vogue engagierte sie als Model und sicherte Loulou somit einen Platz in der Fashionszene. Daraufhin folgten eine Blitzehe mit dem britischen Aristokraten Desmond Fitzgerald sowie berufliche Zwischenstationen bei Modedesigner Roy Halston und dem in London ansässigen Modemagazin Queen.
Mit 19 Jahren lernte die drahtige Loulou de Falaise Modemacher Yves Saint Laurent in einer New Yorker Diskothek kennen. Beide wurden Freunde fürs Leben und sie, ab 1972, des Meisters Muse und Aushängeschild seines Unternehmens. Später betätigte sie sich als Designerin, gestaltete Hüte und Schmuck für Yves Saint Laurent, bevor sie sich 2003, mit ihrer eigenen Mode-und Accessoire Linie selbständig machte.
Loulou de la Falaise hinterlässt Mann und Tochter und die Erkenntnis, dass Stil nach einem überraschenden Element verlangt: “To have style, you have to strike a note of surprise: bring together unlikely elements, such as a country sweater with a diamond necklace or a tennis-striped pantsuit with a delicate pale-pink brooch.” Machen wir!
Anekdoten zum Leben der Loulou de Falaise enthält das Buch:
The Beautiful Fall: Lagerfeld, Saint Laurent and excess in 1970s Paris.
Rick Genet und Andrej Pejic für Ausländer Fashion, Brazil
Wie es ausschaut wenn zwei Models “of the moment” auf einem Bild zusammen agieren, zeigt die aktuelle Werbekampagne des brasilianischen Modelabels Ausländer, inszeniert von dem New Yorker Fotografen Marcelo Krasilcic. Frau-Mann-Mann-Frau-Beauty Andrej Pejic und Tattoo-Extremist Rick Genest präsentieren gemeinsam die aktuelle Sommerkollektion 2011 der in Rio de Janeiro ansässigen Firma die gerne in Europa expandieren würde. Hier unterhält das Unternehmen bislang zwei Stores, einen in Paris und einen weiteren in Madrid. Die Aufmerksamkeit ist der Modemarke dieser Tage aufgrund ihres eingekauften Model-Doppels sicher, sind die Bilder doch definitiv ein Blickfang. Ob das jedoch genügt, um den Konsumenten zum Kauf ihrer Klamotten zu bewegen?
Jetzt singt er auch noch, mag manch einer denken und dabei die Augen verdrehen. Dabei geht Top-Model Baptiste Giabiconi bloß seinen eigenen Weg, und der führt ihn von der Modebranche ins Musikbusiness.
“Showtime” so der Name seiner Debut-Single wurde vor zwei Wochen in der französischen TV-Sendung “Le Bureau des Plaintes” in einem kurzen Einspieler dem Publikum vorgestellt. Den Studiogästen schien der Track, gemessen am Applaus und Jubel, zu gefallen. Hörbare Parallelen beim Refrain zu Ke$has “Tik Tok” mögen zufälliger Natur sein oder auch nicht, in jedem Falle hat der von Rapper 50 Cent abgemischte Song Hit-Potential. Karl Lagerfeld selbst habe laut eigener Aussage mit der Musikkariere des Beaus nichts zu tun, dies sei ganz allein Giabiconis Projekt, so Lagerfeld in einem Interview mit der Zeitschrift Gala.
“Remember my name – Faaaame” trällerte Sängerin Irene Cara in ihrem Oscar prämierten Hit von 1980, und inspirierte damit Millionen Jugendliche rund um den Globus, sich im Bereich der darstellenden Künste zu verwirklichen, denn nur hier winkt, wofür es sich zu leben lohnt: “Faaaame“.
Aufmerksamkeit ist heutzutage eines unserer wertvollsten Güter. So scheint sich der Wert eines Menschen im Jahr 2010 primär an dessen Medienpräsenz zu messen. Es mag zunächst dem Ego schmeicheln, begehrtes Fotomotiv wildfremder Menschen zu sein; all die Aufmerksamkeit, die einem dabei entgegengebracht wird stärkt natürlich das Selbstwertgefühl. Das Blitzlichtgewitter, welches dem Einzelnen in diesem Moment über all die Anderen erhebt und den Abgelichteten zu etwas Besonderem macht, weil er offenbar hat was viele nicht haben aber gerne hätten: Geld, einen schönen Körper, den richtigen Style, einen attraktiven Partner, manchmal sogar künstlerisches Talent und eine medienkompatible Personality. Klingt gut? Gewiss!
Doch alles hat seinen Preis, erst recht der Ruhm, wie das hier zu sehende Video von Kate Moss’ Ankunft am Flughafen von L.A. beweist. Umzingelt von Teleobjektiven, geblendet von den grell aufblitzenden Lichtern der Kameras, eingekeilt zwischen nervlich angespannten und teils rüpelhaften Paparazzi, bahnt sich das Top-Model mit Tochter Lila Grace auf dem Gepäckwagen ihren Weg – und kommt doch nicht so recht vorwärts. Ein Spießrutenlauf auf den kurzerhand die Resignation folgt. Ohne Polizeischutz hat die 36-jährige Britin keine Möglichkeit das Flughafengebäude gefahrenlos zu verlassen. Das stimmt nachdenklich und erinnert ein wenig an Freiwild. Dabei läuft Kate doch gar nicht auf allen Vieren umher.
Wie lautete der Werbesspruch eines People-Magazins gleich nochmal: “In ist, wer drin ist!” Im Falle von Kate Moss müsste der Claim wohl eher lauten: “Hin ist, wer drin ist!”
Ein Auge für knackige Jungs hatte er schon immer: Jahrzehntelang ließ Calvin Klein, seine Parfums und Unterhosen ausschließlich von Männern mit ausgeprägtem Sixpack, markanten Gesichtszügen und vollen Lippen bewerben, deren Botschaft vor allem eines verkündete: Sex!
“Nichts kommt zwischen mich und meine Calvins” lautet daher auch des Unternehmens berühmtester Werbeslogan aus den 1970er Jahren. Die von Starfotograf Bruce Weber etablierte Homoerotik in Calvin Kleins Anzeigenkampagnen war vor allem für Schwule unübersehbar. Weibliche Models erfüllten hier oftmals nur eine Alibi-Funktion um die prüden Gemüter konservativer Amis möglichst ruhig zu halten.
Auch Calvin Kleins Ex-Frau, Kelly Rector, mit der er von 1986 bis 2006 verheiratet war verbrachte während ihrer Ehe auffallend mehr Zeit mit ihrer Pferdezucht auf Long Island als an der Seite ihres Mannes.
Doch vorbei die Zeiten in denen sich Calvin Klein den Konventionen fügen musste um das Image seines Milliarden-Dollar Imperiums sauber zu halten. Calvin Klein hat nichts mehr mit der von ihm im Jahre 1968 gegründeten Firma zu tun. Der Modemacher hat seine Firmenanteile 2002 für 430 Millionen US-Dollar an die Unternehmensgruppe Phillips-van-Heusen verkauft und ist seitdem raus.
Raus aus der Mode aber nicht aus den Schlagzeilen. Denn aktuell sorgt die Vergangenheit seiner Dauer-Begleitung, Nick Gruber, sowohl in der New Yorker Klatschpresse als auch in den vornehmen Dünen von Southampton für Aufregung. So hat der 20-jährige, auch bekannt unter den Künstlernamen Nick London und Aaron Skyway eine Zeit lang als professioneller Porno-Darsteller gearbeitet und es bereits in zahlreichen Video-Produktionen sowohl mit Frauen als auch mit Männern ordentlich krachen lassen.
Laut Grubers Facebook-Profil stammt der Sunnyboy aus Florida, studiert gegenwärtig in San Franciso und verdiene sich sein Geld mit Modeljobs. Doch diese Angaben werden von einigen amerikanischen Medien bezweifelt. An vielen Stellen liest man, Grubers Biographie sei fake, wie auch sein Äußeres. Erst nachdem er sich seine Nase verkleinern und neue Zähne habe einsetzen lassen, modele er ein wenig nebenher. Der Kommentar einer Leserin der Online-Ausgabe des amerikanischen Schwulenmagazins Advocate, die aus Grubers Umfeld zu stammen scheint, wirft ein nur wenig schmeichelhaftes Licht auf dessen sozialen wie auch geistigen Background.
Die Tatsache, dass Calvin Klein sich vergangenen Sommer mehrmals öffentlich mit seinem Beau zeigte, nährt das Gerücht die beiden seien ein Paar. Das Online-Journal “The Huffington Post”, der Internet-Dienst “Gawker” und die Tageszeitung New York Post vermeldeten bereits eine feste Beziehung. Leser einer amerikanischen Gay-Site, kommentierten das Sommermärchen mit dem Verdacht Nick Gruber, diene Klein lediglich als Callboy.
Ein offizielles Statement seitens Calvin Klein zur Verbindung der Beiden gab es allerdings noch nicht.
Im Internet fragt man sich aktuell nach den Beweggründen junger Typen, mit Männern die ihre Großväter sein könnten, ins Bett zu steigen und diskutiert dabei auch über die Frage nach der Würde der einstigen New Yorker Modeikone Calvin Klein.
Viele sehen in der Tatsache, dass Modeschaffende, die ihr Leben lang auf kultiviert machen, und in unzähligen Talkshows und Interviews ihren Anspruch an Intellekt und Schöngeistigkeit betonen, am Ende ihrer Kariere – wo sie Niemandes Erwartungshaltung mehr entsprechen müssen – Strichjungen, Callboys oder eben Porno-Darsteller in ihre Villen einziehen lassen, eine gewisse Fom der Heuchelei.
Nick Gruber als Aaron Skyline, vor seiner Beauty-OP
Während also einige Medien Nick Gruber bereits jetzt schon zu einem der reichsten Rentner der amerikanischen Ostküste beglückwünschen, schütteln Long Islands biedere Kaschmir-Elsen in ihren Strandhütten ihren sorgsam frisierten Kopf und wundern sich, was sich der 67-jährige Mr. Klein und das Jüngelchen aus Idaho eigentlich zu sagen haben? Doch darum geht es eben nicht. Worum dann? Die Antwort scheint mit einem Blick auf Grubers Body und “Filmographie” zwar naheliegend, doch die wohl originellste Einschatzung zu Calvin Kleins neuester Obsession lieferte ein Kommentarschreiber des Online-Magazins, “Gay.com”. Nach dessen Meinung habe “Calvin Klein das Rauchen aufgegeben und nun eine appetitliche Alternative zum Glimmstengel gefunden“.
Wer bislang glaubte, das Prinzip „sex sells” würde selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten fortbestehen, der sei eines Besseren belehrt. Das namhafte Auktionshaus Christies, das stets Hochwertiges unter den Hammer bringt, machte jetzt eine schmerzliche Erfahrung. Noch vergangene Woche wurden in Londons vornehmen Stadtteil South Kensington Nacktfotos der 19-jährigen Kate Moss als Auktions-Highlight und sichere Geldanlage angepriesen.
Anfangsgebot: schlappe 35.000 Euro. Gutsituierte Fans des Topmodels hätten sich Kontaktabzüge des Starfotografen Albert Watson sichern können. Doch die insgesamt 14 Nacktbildchen der sich in Marokkos Wüstensand räkelnden Moss wollte am Ende Niemand haben. Und das obwohl ein einziger Abzug eben dieser Fotoserie im Jahre 1997 noch für eine stattliche Summe von 70 000 Euro wegging.
Sind die Zeiten des skandalumwitterten Topmodels vorbei oder warum können sich kaufkräftige Kunstliebhaber plötzlich nicht mehr für eine nackte Moss erwärmen? Noch ist das Supermodel was den Bereich High Fashion angeht, gut im Geschäft. Neben Kampagnen für Luxuslabels wie Longchamp oder Yves Saint Laurent ziert die 36-jährige diesen Monat wieder etliche Hochglanz Cover, so dass man als Leser schon vermutet, es gebe keine ehrwürdige Nachfolgerin von Kate Moss.
Auch der TASCHEN Verlag setzt auf das Prinzip „Moss sells” und widmet der Britin mit dem Schmollmund jetzt einen ganzen Bildband. Inhalt: „die intimsten Aufnahmen der bis heute größten internationalen Fashion-Ikone,” aufgenommen von Starfotograf Mario Testino.
Wohl um die Begierde der Käufer noch zu steigern erscheint der Fotoband in limitierter Auflage. Nur 1500 Exemplare bietet Taschen zum Verkauf, dafür wurde jedes Buch von Großmeister Mario Testino persönlich signiert. Ob sich das Verlagshaus mit dieser Marketingstrategie wirklich einen Gefallen tut, ist fraglich. Auch wenn das Werk bislang unveröffentlichte Bilder von Testinos Muse Moss enthält, ist der Preis von 350 Euro ganz schön happig. Christies nackte Kate in Marrakesch hätte man sich ja noch an die Wand hängen können, aber auch einen noch so hochwertigen Bildband ereilt leider doch immer das gleiche Schicksal: über kurz oder lang wandert er ins Bücherregal und gesellt sich zu den anderen Staubfängern.
Kate Moss by Mario Testino, TASCHEN Verlag, erhältlich ab Juli 2010.
“If I wasn’t discovered in that night, I would have never become a model”. Es ist nur schwer vorstellbar wie das Leben von Claudia Schiffer heute aussehen würde, wäre sie 1987 nicht von einem französischen Modelagenten in der Düsseldorfer Discothek Checkers entdeckt worden.
Eigentlich wollte sie nach dem Abitur ja Jura studieren, doch dann kam Paris, dann ELLE, dann VOGUE und schließlich auch Karl Lagerfeld. Der Rest ist Geschichte und avancierte dank Bunte, Gala, Stern und Co. zum Allgemeinwissen der Deutschen, die mächtig stolz sind auf ihren erfolgreichsten Beauty-Export. Eine Modewelt ohne Claudia Schiffer? Undenkbar!
Wer bei dem Begriff Model ausschließlich an die Nasen von Germanys Next Top Model denkt, dem zeigt die Dokumentation “Claudia Schiffer – La Dolce Vita” des Modeportals Fashionair, was ein Supermodel von gewöhnlichen Models unterscheidet: Personality!
In dem elf-minütigen Film resümiert die aus Nordrhein-Westfalen stammende Schöne in perfektem Oxford-Englisch über ihrer Kariere. Schiffer schwelgt in Erinnerungen an die großen Momente ihrer Model-Laufbahn und verrät wie Monsiuer Lagerfeld auf Sie aufmerksam wurde. Charmant sind auch die Szenen ihres Laufstegdebüts bei Chanel. Während ihre anonymen Kolleginnen blasiert in Reih und Glied paradieren, schwingt sie die Hüften und lächelt ihre Nervosität einfach Weg. Grace Coddington, sitzt währendessen im Publikum und lächelt ebenfalls. Die Modechefin der amerikanischen Vogue mit der roten Walle-Walle Mähne scheint Gefallen am Auftritt der auf Brigitte Bardot gestylten Rheinländerin zu finden. Schiffers Unbefangenheit kommt an. Bei Fotografen, Designern, Kunden, Jungen und Mädchen sowie deren Müttern und Vätern.
Model ein Traumberuf? Am Beispiel von Claudia Schiffer lässt sich diese Frage eindeutig mit “JA” beantworten. Zwar ist die Supermodel Ära, die ihren Höhenpunkt Mitte der 1990er Jahre feierte längst vorbei, jedoch sind ihre Aushängeschilder Naomi, Linda, Cindy, Christy immer noch präsent, allen voran Claudia Schiffer, die es 2009 mit 39 Jahren, noch auf satte 11 Magazincover geschafft hat. “You better work” kreischte Glamour Transe Ru Paul in seinem Welthit “Supermodel” von 1993 der Modebranche entgegen, und sollte Recht damit behalten. Mit Fleiß, Disziplin und Treue gegenüber den eigenen Prinzipien konnte sich Claudia Schiffer bis heute in einem Geschäft behaupten dass seine Mädchen mittlerweile im Saisontakt verheizt. “I knew if you want do something good, you have to give it all!” Kluge Entscheidung!
Wer mit derartigen Beauty-Genen gesegnet, ist wie Supermodel Naomi Campbell der schafft es auch nach 20 Jahren im Business noch auf das Cover hipper Lifestyle-Magazine.
Auf der Dezember Ausgabe des amerikanischen Magazins Flaunt zeigt die mittlerweile 39-jährige Engländerin mit Hang zu unkontrollierten Wutausbrüchen, in einer kunstvoll inszenierten Aufnahme des Starfotografen David LaChapelle dem Modelnachwuchs, das Persönlichkeit mehr zählt als das zweite Lebensjahrzent.
Das Foto ist Bestandteil einer Ausstellung LaChapelles mit dem Titel “The Rape of Africa” und nimmt Bezug auf Boticellis Gemälde Venus & Mars von 1483, darin geht es um Zähmung der kriegerisch-männlichen Aggression durch den besänftigenden Einfluss der liebenden Frau. Die fotografische Umsetzung dieser Thematik durch David LaChapelle besticht durch eine moderne, kritische Sichtweise. Zu sehen ist eine in Schönheit erstarrte Naomi Campbell als schwarze Venus, die Göttin der Liebe, die machtlos ihrer Rolle als männliches Eigentum ausgeliefert zu sein scheint und daher handlungsunfähig der Zerstörung ihres Landes zusieht, während Männermodel Caleb Lane in der Rolle des Mars, Gott des Krieges, sich auf seinen Plünderungen ausruht.
(c) David LaChapelle “The Rape of Africa”
FLAUNT “The Eden Issue – Nothing lasts forever” erhältlich bei SODA in München
Zur Ausstellung THE RAPE OF AFRICA ist ein gleichnamiges Buch erschienen:
36 pages, 30,5 x 24,5 cm, published by the Alex Daniels-Reflex Gallery.
Preis: € 47,00 über Colette Paris
Ab heute offiziell im Zeitschriftenhandel erhältlich; die neue Ausgabe des quartalsweise erscheinenden amerikanischen Modemagazins “VMAN”, mit schweißtreibenden Bildern von “Porno” Chic Fotograf Terry Richardson. Der ausgeprägte Sex-Drive des 44-jährigen New Yorkers ist wesentlicher Bestandteil seiner Arbeiten, wie ein Blick zwischen die Beine von Männermodel Corey Bond (Major Models) belegt. Sex am Set? Für Richardson mit Sicherheit nichts Ungewöhnliches.
Der Tag an dem Richardsons keinen mehr hoch kriegt, ist der Tag an dem er seine Kamera getrost an den Nagel hängen kann! Doch bis dahin erfreuen wir uns einfach an den knackigen Aufnahmen des Provokateurs.
“Achtung Models, bitte nicht füttern!” Nach den Regeln der Modebranche taugen Frauen mit Kleidergröße 38 nicht mehr als Model. Der favorisierte “Hungry Chic” der im high(est) end Segment tätigen Designer verlangt nach maximal 55 Kilogramm Körpergewicht bei einer Mindestgröße von 175 cm. Alles andere sieht auf dem Laufsteg nur plump aus, und entspricht nicht dem zeitgenössischen Schönheits- ideal. So zumindest die Meinung der maßgeblichen Modemacher.
So hat vor Kurzem Karl Lagerfeld mit seiner Äußerung, das nun wirklich Niemand dicke Frauen sehen wolle, und die Klagen über dürre Mädchen ausschließlich von dicken Muttis kommen, die es sich mit der Chipstüte auf dem Sofa bequem gemacht haben, erneut bestätigt, was alle Fashionistas längst verinnerlicht haben, nämlich das Mädchen mit mehr als 60kg, ganz egal wie hochgewachsen, in der Modelbranche nichts verloren haben. So wiegt Gisele Bündchen bei einer Größe von 180cm gerade mal 58 kg!
Während also Modeschaffende ganz genau wissen was zu “fett” ist und klare Grenzen nach oben definiert haben, scheinen Gewichtsgrenzen nach unten, nur offiziell zu existieren. Ab wann ist dünn eigentlich zu dünn? Das Modeunternehmen Ralph Lauren hat da offenbar seine ganz eigene Messlatte, wie ein Werbefoto, dass nur in Japan veröffentlicht wurde aber seit kurzem im Internet zirkuliert, belegt. Die Aufnahme zeigt das 23-jährige französische Model Filippa Hamilton, grotesk verschlankt mittels Photoshop. Der Kopf breiter als das Becken und dünn wie ein Stock! Übergewichtige Muttis in aller Welt ließen nach Bekanntwerden des Falles ihre Chipstüten links liegen und hievten sich vor ihren Rechner um mit fettigen Fingern ihre Entrüstung via Internet zu verlautbaren.
Was den Skandal noch verschlimmerte ist die Tatsache, das Filippa Hamilton, parallel zur Diskussion um das Horrorbild, von ihren Pflichten als Model für Ralph Lauren entbunden wurde. Nachdem das Model seit 2001 die Klamotten des Hauses beworben hatte und ihre Verträge viermal in Folge erneuert wurden, erhielt sie im April dieses Jahres ein Schreiben der Polo Ralph Lauren Company, indem man ihr mitteilte die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beenden zu wollen. Laut Unternehmensleitung habe die Aufhebung der Kooperation jedoch nichts mit dem imageschädigenden Werbemotiv zu tun, sondern ausschließlich mit der unakzeptablen Gewichtszunahme des Mannequins.
Die Begründung der Kündigung liest sich dementsprechend nüchtern: “the relationship ended as a result of her inability to meet the obligations under her contract with us.” Einfach ausgedrückt: Mrs. Hamilton ist zu dick für Mr. Lauren. Willkommen im Modelbusiness.
Auf wiederholte Nachfragen diverser US-Medien gab die Ralph Lauren Company schließlich auch eine Stellungnahme zu der anorektischen Werbeanzeige ab:“For over 42 years we have built a brand based on quality and integrity. After further investigation, we have learned that we are responsible for the poor imaging and retouching that resulted in a very distorted image of a woman’s body. We have addressed the problem and going forward will take every precaution to ensure that the caliber of our artwork represents our brand appropriately.”
Nach Reue klingt das nicht gerade, aber immerhin, eine Reaktion auf einen vermeintlichen Fehler ist für eine Branche an der Kritik üblicherweise abperlt wie Regenwasser an GoreTex Jacken schon ein großes Zugeständnis.
Wie konnte es überhaupt zur Veröffentlichung eines solchen, in jeder Hinsicht mageren Bildes kommen? Angeblich wurde das Bild versehentlich ohne vorherige Prüfung durch die Firmenzentrale in New York in einem japanischen Kaufhaus ausgestellt. Eine Verkettung unglücklicher Umstände also? Angesichts der Tatsache, dass Filippa Hamilton tatsächlich wegen Übergewichts gefeuert wurde möchte man aufgrund der im Nachhinein erfolgten Körperhalbierung, nicht so recht an einen unglücklichen Zufall glauben. Selbst wenn alles nur ein Irrtum gewesen sein sollte, bleibt immer noch die Frage welch verzehrte Wahrnehmung von Schönheit die Person gehabt haben muss, die das Foto digital bearbeitet hat?
Endlich, die Herbst/Winter Ausgabe des Purple Magazins ist draußen und mit ihm die Bilder, die Karl Lagerfeld von seinem derzeitigen Lieblingsmodel Baptiste Giabiconi, in St.Tropez, Venedig und Paris geschossen hat. In der Strecke ist Lagerfelds 19-jähriger Zögling, primär nackt, in Damenklamotten und in High Heels zu sehen. Eine Darstellung, die im Bereich des High Fashion Editorial nichts Neues darstellt und renommierten Stylisten maximal noch ein müdes Lächeln entlockt. Doch wer glaubt, die Aufnahmen ließen die Welt kalt, der irrt.
Purple Magazine No. 12 Fall 2009 / photo: Karl Lagerfeld
Seitdem die Ablichtungen im Internet kursieren werden sie innerhalb der Blogosphäre höchst ambivalent besprochen. Diskussionsgegenstand ist nicht etwa die Freizügigkeit per se mit der Baptiste seine körperlichen Vorzüge offenbart, sondern vielmehr die eindeutig sexuell aufgeladene Bildsprache, die kaum eine anderweitige Interpretation zulässt, als das Lagerfeld sich an seinem Model offenbar auch sexuell berauscht und somit den Zuschauer ungefragt zum Voyeur seiner kaiserlichen Fantasien degradiert. Den einen stört das, den andern macht es geil. Es lebe die freie Meinungsäußerung!
Für zahlreiche Fashionistas liegt die Enttäuschung nicht in der Qualität der Bilder begründet, als vielmehr darin, was diese Bilder eigentlich über die Persönlichkeit ihres Fotografen aussagen. Lagerfeld, die unnahbare Kunstfigur, der in einem Bunte- Interview von sich mal behauptete völlig asexuell zu leben, erliegt der Schönheit eines unverbrauchten Jünglings, dem er sich durch den Sucher seiner Fotokamera nähert. Lagerfeld wird mit über 70 Jahren wissen, was man einem Knaben bieten muss um ihn zu halten. Status und Weltläufigkeit funktionieren zu Beginn eigentlich immer. Der aus einfachen Verhältnissen stammenden Baptiste mag noch zu jung sein um über das Geschehen um ihn herum kritisch reflektieren zu können und sonnt sich somit verständlicherweise in der für ihn ungewohnten und durchaus vorteilhaften Aufmerksamkeit. Es ist ein Geben und Nehmen, bei dem es vermutlich nie zum Vollzug kommen wird. Was bleibt ist die unerfüllte Sehnsucht des größten und populärsten Modeschöpfers des 21. Jahrhunderts, belegt durch Fotos, die den unerreichbaren Baptiste nackt, von hinten zeigen, wir er sich mit gekreuzten Beinen nach vorne gebeugt, auf einer Brüstung abstützt. Auf Stöckelschuhen!
Eine Hommage an Helmut Newton, wie Purple Herausgeber Olivier Zahm in seiner Einleitung zur Photostory betont. Doch auf aufmerksame Gemüter wirken die Bilder als wären sie weder für das Purple Magazine, noch für den Leser und schon gar nicht für die Modehersteller, deren Kleidung hier zu sehen ist, geschossen worden, sondern ausschließlich aus der persönlichen Motivation Lagerfelds heraus, sich am Körper seines Boy Toys und an dessen totaler Nacktheit, zu ergötzen. Nutzt da etwa jemand Fotoshootings und das Versprechen auf Ruhm als Mittel zum Zweck? Es ist dieses schmierige Klischee vom Fotografen und dem Model, das den Aufnahmen latent anhaftet und für negative Stimmung bei all denjenigen sorgt, die eine andere Professionalität des Modemachers gewohnt sind. Das Begehren, die unkontrollierte Lust auf den Anderen, jeder kennt dieses Gefühl, doch bei Karl Lagerfeld wollen das nur die Wenigsten sehen. Die Leute erwarten den perfekten Lagerfeld, die Kunstfigur, die er selbst von sich geschaffen hat und keinen Durschnittssenioren, der sich seiner menschlichen Schwäche und irdischen Gelüste hingibt. Das entspricht einfach nicht dem Image des stets hoch disziplinierten und kultivierten Modeschöpfers.
Die schwarz-weiss Strecke ist im Gespräch, somit wird diese Purple Ausgabe schneller vergriffen sein als alle vorherigen. Herzlichen Glückwunsch. Doch beim durchblättern der Seiten fühlt es sich an, als hätte man die größte Modeinstanz des Planeten, Karl Lagerfeld, bei der Selbstbefriedigung erwischt!
Männer aufgepasst: Calvin Klein sucht Germany´s Next Hot Body! Das Modelabel CK und sein Lizenznehmer für Unterwäsche ,Warnaco (UK), suchen ab dem 14. August in 9 europäischen Ländern, nach dem jeweils heißesten Typen. Die Gewinner dürfen anschließend mit ihrem Body in einer weltweiten Marketingkampagne für die “Stainless Steel” Unterwäsche Linie werben.
Kein schlechter Deal, wenn man(n) bedenkt, dass die männlichen Calvin Klein Models zu den begehrtesten, attraktivsten und bestbezahltesten ihrer Zunft gehören.
Der Wettbewerb mit dem Titel “9 Countries, 9 Men, 1 Winner” findet in Deutschland, Holland, Italien, Spanien, England, Schweden, Russland, Griechenland und Frankreich statt. Eine Jury bestehend aus Männermodel Jamie Dornan (siehe Foto), Medienleuten und Vertretern des Modehauses Calvin Klein werden in zwei Runden das jeweils schönste Gesicht des Landes küren. Die insgesamt 9 Landesfinalisten müssen sich anschließend einem breiten Publikum zur Begutachtung stellen, dass in einem Online Voting den ultimativen Gewinner bestimmt. Diesem winkt ein Jahresvertrag mit der renommierten und in London ansässigen Modelagentur SELECT MODEL MANAGEMNET. Die Teilnehmer dürfen noch nicht bei einer anderen Agentur unter Vetrag sein! Also Jungs, rein in den Calvin Klein Schlüpfer, Foto schiessen und online einsenden oder einfach bei einem “In-Store Casting” der teilnehmenden CK Stores vorbeischauen.
Unter dem folgenden Link könnt Ihr euch für den Wettbewerb registrieren und euch über die Teilnahmebedingungen informieren. Unbedingt lesen!
Sean O`Pry, Topmodel mit Sitz in New York (wo sonst?), stammt eigentlich aus Georgia und würde vemutlich mit seinem bestem Kumpel heute Rohrarbeiten verrichten, wäre sein My Space Profil nicht von Nolé Marin, einen ehemaligen Jury-Mitglied von Americas Next Topmodel entdeckt worden. Der 2o-jährige, der aktuell zu den zehn gefragtesten Männermodels weltweit zählt und für alle namhaften Designer bereits gelaufen ist, gab dem Black Book Magazine vor kurzem ein Interview. Darin gibt sich Sean O´Pry als der boy-next-door.
Der durchschnittliche Nachbar dürfte anders aussehen.
Ein fashion-shooting in München mit dem renommierten Modefotografen Dirk Bader. Es ist Freitag, 8 Uhr morgens. Model und Make-up Artist treffen pünktlich ein. Jeder von uns bezieht sofort Position und widmet sich seinen Aufgaben. Acht Looks müssen geschossen werden.
Es gilt keine Zeit zu verlieren. Make-up Künstler John Elliot breitet seine Utensilien auf einen von Neonröhren beleuchteten Kosmetiktisch aus. Alles dabei, einschließlich falscher Wimpern und Extensions, all das ganze Zeug, das hübsche Mädchen in begehrenswerte Frauen verwandelt. Ich hänge die Kollektionsteile , gemäß der am Vorabend zusammengestellten Outfits auf die Kleiderstange, reihe Schuhe und Taschen auf dem Boden nebeneinander auf und sortiere die Accessoires, Gürtel zu Gürtel, Handschuh zu Handschuh.
Kurze Besprechung mit John bezüglich des Make-ups. Er begutachtet die Kleider und die Entscheidung für orangefarbene Lippen und toupierte Haare ist schnell gefallen. Während Dirk sich für einen rostrotbraunen Fotohintergrund entscheidet, gehe ich noch einmal alle Kombinationen durch und ergänze hier und da ein Accessoire, tausche Schuhe und stelle das ein oder andere Teil schließlich doch noch zugunsten eines anderen Stücks zurück.
Während ich im Folgenden darauf warte das Eva aufgefrischt wird, führe ich bei einer Tasse mit dem Studioleiter ein nettes Gespräch über digitale Bildbearbeitung und welchen Anteil Photoshop an der Bildung eines neuen Schönheitsideals hat. Model Eva-Maria, ist soweit.
Ready to take off? Musik darf bei einem Shooting nicht fehlen, im Idealfall unterstützt sie die Atmosphäre am Set und hilft dem Model beim posing! Wir entscheiden uns aufgrund der aufwendig bestickten Klamotten und für den Sound der 1980er.
“She works hard for the money” von Donna Summer schallte es sogleich aus den Boxen. Einsatz Windmaschine: die Haare fliegen, verdecken immer wieder mal das Gesicht oder wichtige Stellen des glitzernden Oberteils. Der erste Look ist “im Kasten”,es folgen noch sieben weitere. Outfit Nr. 3 macht Probleme, es wirkt nicht, weder im sitzen noch stehend! Doch die Teile müssen abgelichtet werden, allen voran die reich mit Kristallen verzierte Leggins. Doch in Kombination mit der Lederjacke?
“Geht gar nicht”, befinden wir einstimmig! Ein Max Mara Mantel ist die Rettung. Leggings und Mantel bilden einen “stimmigen” Kontrast. Nach jeder einstellung schauen wir uns die Ergebnisse vorab gemeinsam auf dem Mac an. Dirk hat ein fantastisches Auge und fischt in Sekundenschnelle aus mehreren Dutzend, die zwei besten Schüsse heraus. Die bisherige Auswahl nebeneinander auf dem Desktop abgelegt, lässt bereits eine zusammenhängende Strecke erkennen. Das motiviert ungemein. Auf ins nächste Kleid! Nach zehn Stunden auf den Beinen, betrachten wir das Ergebnis unserer Arbeit: eine fertige Modestrecke. Wunderbar! Die Bildbearbeitung wird dem Resultat nun sein letztes finish geben.