LAUFSTEG UND GEWICHT VERTRAGEN SICH NICHT

Posted: Februar 18th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , | No Comments »

Gemma Ward

Gemma Ward

Über die Kariere von Supermodel Gemma Ward wird derzeit viel spekuliert. Gilt die heute 22-jährige Australierin mit Wohnsitz in New York überhaupt noch als Supermodel oder ist ihre Zeit endgültig abgelaufen?

Grund für die Diskussion ist das Gewicht der Schönheit. Es gibt keine genauen Zahlen, nur Schätzungen und die beziffern Wards Gewicht aktuell auf 65 Kilo bei einer Körpergröße von 1,78 Meter. Also definitiv zu viel für das Luxus-Segment.

Die Konsequenz, Ward erhält keine Aufträge mehr. Verdiente das Model im Jahr 2007 laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes noch rund 3 Millionen US-Dollar, hat sie einem Artikel der New York Post zufolge seit zwei Jahren keinen Job mehr gehabt. Eine Ewigkeit im Modelbusiness, das alle sechs Monate neue “Mädchen” auf den Markt spült.

Im Herbst 2007 avancierte das Gewicht Gemma Wards zum Dauerklatsch, als ein Redakteur das Model, im Anschluss an die Chanel Schau, als aufgebläht bezeichnete. Der Unmut bei Menschen außerhalb der Modebranche bezüglich dieses Themas basiert weniger auf der Tatsache, das Models wie Millionen anderer Frauen auch mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen haben als vielmehr auf dem Schönheitsideal etablierter Modehäuser, wo Größe 36 schon als Plus Size gehandelt wird. “We don’t want you to be anorexic, we just want you to look it” erinnert sich Top-Model Coco Rocha an die Aussage eines Klienten.

Doch solange es Mädchen gibt, die die physischen Anforderungen der Modermacher auf natürliche Weise erfüllen, und die gibt es, haben Mädels mit mehr als 55 Kilo auf den Rippen auf dem Laufsteg offenbar nichts verloren. Ob die Aufregung über diesen Zustand berechtigt ist oder nicht, liegt hier wohl ausschließlich im Auge des Betrachters.


V MAGAZINE ÜBERRASCHT MIT PLUS SIZE MODELS

Posted: Januar 6th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

photocredit: V Magazine No.36

photocredit: V Magazine No.36

Nachdem die Modezeitschrift Brigitte vergangenes Jahr erklärte ab 2010 künftig auf Models verzichten zu wollen um “echten” Frauen in ihren Modestrecken Platz zu machen, und nun in der ersten Ausgabe des neuen Jahres Frauen zeigte, die sich nur geringfügig von den zuvor gebuchten Models unterscheiden, präsentiert das New Yorker V Magazine in seiner Januar/Februar Ausgabe eine “Plus Size” Strecke,  mit wahrhaft griffigen  Frauen, die in ihrer Ästhetik den Modestrecken mit den üblichen Size Zero Mädels in nichts nachsteht.

Go for that issue!
Go for that issue!

Angesichts der hohen Stellung, die das großformatige Modeheft im high-fashion Bereich innehält, ein mutiger Schritt. Die wunderbaren Fotos von Solve Sundsbo sind ein Beleg dafür, dass  Schönheit  und Weiblichkeit nicht an eine Grenze von 50 Kilogramm gebunden sind! Das Styling stammt übrigens von Nicola Formichetti, dem Stylisten von Lady Gaga, und darüber hinaus Creative Director von DAZED & CONFUSED, Fashion Director von VOGUE HOMMES JAPAN, Senior Fashion Editor von ANOTHER MAN, sowie Contributing Fashion Editor bei V, V MAN, ANOTHER. (der Mann versteht offenbar sein Handwerk).

V Magazine No. 36 ist in Deutschland ab Ende Januar erhältlich.


HOMOSEXUELLE MODEDESIGNER VERANTWORTLICH FÜR MAGERSUCHT?

Posted: November 10th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | 1 Comment »

photocredit: FLICKR / beyrouth

photocredit: FLICKR / beyrouth

In einem Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” gibt die in Mainz ansässige aber international durchaus erfolgreiche Modedesignerin Anja Gockel lesenswerte Einsichten in die Modebranche und beantwortet die Frage nach der hohen Zahl der immer noch existenten Magermodels, mit der Homosexualität einflussreicher Designer wie Karl Lagerfeld, Marc Jacobs oder Jean Paul Gaultier.

Laut Gockel sei das Idealbild eines homosexuellen Mannes, eine knabenhafte Figur, während das körperliche Idealbild lesbischer Frauen, wie bspw. Modedesignerin Jil Sander, eine androgyne Figur darstelle. Dieses subjektive Schönheitsideal, übertragen die Designer schließlich auf ihre Models, an denen sich wiederum 14-jährige Mädchen orientieren, so Gockel weiter. Hierin liege eine große Gefahr, die Magersucht fördere.

In der Tat gilt für Frauen Kleidergröße 34-36 als unabdingbare Voraussetzung um auf internationalem Parkett modeln zu können. Mädchen, die bei einer Mindestgröße von 1,75 Meter mehr als 55 Kilo wiegen haben keine Chance für Dolce&Gabbana, Chanel und Co. über den Laufsteg zu stöckeln. Übersetzt heißt das, so wenig Hüfte wie möglich und Brüste so groß wie zwei geballte Mäusefäustchen!

Ebenfalls richtig ist, dass fast alle maßgeblichen Designer schwul sind und großen Einfluss auf das jeweils aktuelle Schönheitsideal innerhalb einer Gesellschaft ausüben. Nicht richtig ist jedoch, dass klapperdürre Frauen den optischen Idealvorstellungen homosexueller Männer per se entsprechen. Schließlich ist nicht jeder schwule Mann Modedesigner von Beruf!

Die Aussage, dass lesbische Frauen bevorzugt auf die androgyne Variante ihrer Geschlechtsgenossinnen abfahren sollen, würde mit Sicherheit keiner empirischen Untersuchung standhalten. Ganz ohne wissenschaftliche Studie ist davon auszugehen, dass nicht jede Lesbe auf Jodie Foster steht. Insofern ist das ideale Körperbild homosexueller Männer und Frauen außerhalb der Modebranche wohl wesentlich vielseitiger als die Verallgemeinerung Gockels uns da glauben machen will. Oder etwa nicht?


“F.C. GUNDLACH - DAS FOTOGRAFISCHE WERK” zu sehen in Berlin

Posted: Oktober 27th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS | Tags: , , , , , , , , | No Comments »

photo: Berliner Festspiele copyright: F.C. Gundlach

photo: Berliner Festspiele copyright: F.C. Gundlach

Eine große Retrospektive des deutschen Modefotografen F.C. Gundlach ist ab dem 20. November im Berliner Martin Gropius Bau zu sehen. Angekündigt sind 350 Fotografien aus einer vierzigjährigen Schaffensperiode.

Der 1926 im hessischen Heinebach geborene Fotograf spezialisierte sich Mitte der 1950er Jahre auf die Modefotografie und arbeitete für die Magazine Film und Frau, Stern und Quick. 1963 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit der Frauenzeitschrift Brigitte, für die er bis 1983 die jeweils aktuelle Mode ablichtete und mehr als 160 Titelbilder schoss.

Gundlachs Aufnahmen sind kunstvoll aber niemals verkünselt,  und so reflektieren sie auf besonders authentische Weise den Look ihrer Zeit. Interessant ist vor allem die Tatsache, dass die Modepresse bereits in den Nachkriegsjahren keine Kosten und Mühe scheute, um Modeproduktionen in fernen Ländern durchzuführen. In den 1960er Jahren, als Flugreisen noch ein Privileg für Wenige darstellten, gewiss eine Besonderheit. Somit brachte F.C. Gundlach mit seinen Fotografien nicht nur die Mode in deutsche Wohnzimmer, sondern auch Glamour und Exotik.  Dabei bediente er  auch die Sehnsüchte von Millionen Bundesbürgerinnen. Dass das Modebusiness, lange bevor das Metier hip wurde und Modeleute mit Anglizismen um sich warfen, schon immer international orientiert war, belegt untenstehendes Foto mit dem nüchternen Titel: “Die neue Mode.”

Das Bild zeigt das Model Grace Coddington in einem Outfit von  Missoni. Grace, die heutige Modechefin der US-Vogue mit dem flammend roten Haar, die durch die Filmdokumentation “The September Isssue” aus dem Schatten ihrer Chefin Anna Wintour allmählich heraustritt und mittlerweile auf eine eigene Fangemeinde zählen kann. Hättet Ihr sie erkannt?

Ausstellung: “F.C. Gundlach - Das fotografische Werk” ab dem 20. November im
Martin Gropus Bau Berlin

copyright: F.C. Gundlach

Model: Grace Coddington / copyright: F.C. Gundlach


JC DE CASTELBAJAC SUCHT MODELS FÜR LONDON FASHION WEEK

Posted: August 24th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Monsieur Castelbajac mag es bunt! photo: Adeline Mai von Wig Wag Bam

Monsieur Castelbajac mag es bunt! photo: Adeline Mai

Lust auf London Fashion Week? Nach Angaben der britischen Lifestyle Gazette Dazed and Confused sucht Modedesigner Jean Charles de Castelbajac noch Model für die Modenschau seiner neuen Zweitlinie JC/DC, die er im Rahmen der London Fashion Week am Freitag, den 18.09 erstmals der Öffentlichkeit präsentieren wird.

Gesucht werden coole Jungs und Mädels zwischen 16 und 25 Jahren. Es gelten natürlich die klassischen Modelmaße. Wer mitmachen möchte, sollte bis spätestens 7. September ein Portrait- so wie ein Ganzkörperfoto von sich per E-mail an unten stehende Adresse senden, und ab diesem Zeitpunkt vor Ort in London sein, um ggf. zum Live Casting beim Modearistokraten aufwarten zu können. In selbiger Woche findet auch das Fitting mit den Außerwählten statt.

rsvpcasting@jc-de-castelbajac.com

Viel Erfolg!

Website von Jean Charles de Castelbajac


HERO MAGAZINE KENNT DIE MODELS VON MORGEN

Posted: August 22nd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA, FASHION NEWS | Tags: , , | No Comments »

credit: Hero magazine

credit: Hero magazine

Zugegeben, Models sind zumeist überbewertet und privat nicht halb so interessant oder gar hübsch wie auf den Bildern in den Modemagazinen, und dennoch: ein gutes Model ist eine Bereicherung für jedes Photo und eine Erleichterung für Fotografen und Stylisten.

Nachdem Jeder zu wissen scheint, was ein gutes Model ausmacht, stellt sich immerhin noch die Frage nach der Person: wer ist eigentlich ein gutes Model? Das neue Modemagazin HERO gibt darauf eine Antwort, beschränkt sich dabei aber auf die männliche Kaste der Branche. Die in London beheimaten Macher des Heftes, James West und Fabien Kruszelnicki, stellen auf 100 Seiten, in eigens für die Erstausgabe inszenierten Photostrecken mit dem gewissem “urban feel”, die 25 vielversprechendsten Newcomer im Modelbusiness vor. Nette Idee!