Posted: März 3rd, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: Audi, fashionshow, Modemesse, Muenchen, Munich Fashion Woman, Natascha Ochsenknecht, Susanne Wiebe | No Comments »

Susanne Wiebe und Models, photo: by courtesy of ROCCHI PR
Glamour à la bayerische Landeshauptstadt bot vergangenen Freitag Susanne Wiebe’s Fashion Show zum Auftakt der Modemesse “munichfashion.women”. Im großzügigen Glasbau des Audi Zentrums München versammelten sich circa 500 Gäste um bei Häppchen und Schampus die Herbst Winter Kollektion 2010, der in Schwabing ansässigen aber international präsenten Modemacherin zu begutachten und nebenbei einen Blick auf den neuen Audi R8 Spyder zu werfen.
Design auf 4 Rädern folgte später Mode auf zwei Beinen. Doch zuvor zauberte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude mit seiner Lobeshymne auf die Stadt als Modestandort, allen Anwesenden ein Lächeln auf die Lippen. Die wenigen Berliner unter ihnen lächelten einfach mit.
Weitere Unterstützung erhielt Wiebe an diesem Abend durch prominente Freunde, die als Pressefutter in der ersten Reihe saßen oder aber als Models fungierten, wie Natascha Ochsenknecht, die den Idealtyp der Wiebe Kundin zu repräsentieren scheint. Selbstbewusst, energisch, lebensfroh! Wiebes Entwürfe für die kommende Wintersaison strotzen geradezu vor weiblicher Kraft! Auf Business Amazonen in Lederleggings folgten gezähmte Rockerbräute in salontauglichen Nietenoutfits. Schwarze Kostüme mit Leder- und Lackapplikationen und kleinen Pagoden Schultern erinnerten ein wenig an Claude Montana, was eine neben mir stehende Dame zu spötteln veranlasste dass das Gezeigte sie doch sehr an die 1980er Jahre erinnere. Macht doch nix, denke ich, war schließlich ne geile Zeit, die 80er.

- We love Pink!
Natürlich kann man es nie Allen recht machen. Dafür brachte ein silbernes Plisseedress Moderatorin Gundis Zambo zum Staunen, die in einem royalblauen Etuikleid und farblich passenden Schuhen, den Hingucker in der ersten Reihe bildete. Die Presse interessierte sich jedoch weniger für Zambos Oufit, als vielmehr für ihren jungen, gut gebauten aber noch nie zuvor gesehenen Begleiter. Angeblich ihr Fitnesstrainer; nicht mehr nicht weniger! Dieser hielt seine Hosen gleich mit zwei Gürteln auf den Hüften, wovon einer durch seine mit Glitzersteinen besetzte blinkende LED Schnalle besonders auffiel.
Mir gegenüber sitzt Bunte Society-Expertin Marie Waldburg, in einem mit reichlich Strass verzierten Strickjäckchen und blickt nachdenklich Natascha Ochsenknecht hinterher, als diese ihren Lauf schon fast beendet hatte und das nächste Model bereits am vorderen Ende des Catwalks angekommen war und für die Fotografen posierte. Was das wachsamste Auge der Münchner Schickeria wohl in diesem Moment gedacht haben mag?

- Naomi & Otto Kern, photo: by courtesy of ROCCHI PR
Der Gesichtsausdruck von Hemdenkönig Otto Kern ließ sich da schon leichter interpretieren. Offensichtlich fand er Gefallen daran, als seine schöne Gattin Naomi in einem Bustierkleid aus schwarzen Seidensatinfransen vors Publikum stakste und bei jedem einzelnen ihrer Schritte über den Laufsteg die Beine trotz ultrahoher Plateau-Hacken tapfer durchstreckte. Nur Laien knicken bei hohen Absätzen in den Kniekehlen ein!
Als schließlich Cocktaikleider aus Spitze und Pailetten mit Schleife in der Taille ihren Auftritt hatten, zückte auch die Nörglerin neben mir ihr Handy, um festzuhalten was ihren Geschmack getroffen hat. Letztlich kriegt Susanne Wiebe sie alle, die Großstadt-Sirenen, die Diven, die Ladys, die Geschäftsfrauen, die Mütter und auch die Nörglerinnen. “I am every woman” Eine Frau hat eben viele Facetten. In der Erkenntnis diese zu bedienen liegt die Stärke ihres Labels.
Posted: Dezember 3rd, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Marcel Ostertag, Muenchen, Sale, Tom Rebl | No Comments »

by courtesy of ABSOLUTION PR
Wer noch kein “modisches” Weihnachtsgeschenk hat, und ein Präsent abseits vom Mainstream der einschlägigen Einkaufsstraßen sucht, der wird eventuell beim “Super Sample Sale” von Marcel Ostertag (Frauen) und Tom Rebl (Männer) fündig. Die beiden Top-Designer bieten am Freitag, den 11.12 und am Samstag, den 12.12, Kollektions- und Einzelteile mit Preisnachlässen bis zu 70% zum Kauf an. Das Ganze findet im neu eröffneten Store von Marcel Ostertag im Münchner Glockenbachviertel statt.
Alle Infos findet Ihr auf dem nebenstehenden Flyer.
Marcel Ostertag
Tom Rebl
siehe auch Artikel: Marcel Ostertag Store Opening
Posted: November 17th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: fashion, Muenchen, Party, Pool, Swap-Market, verypoolish.com | No Comments »

www.verypoolish.com
Heute schon geswapped? Wie bitte? Swap-Partys sind in den USA und Großbritannien schon lange ein Hit. Dahinter verbirgt sich jedoch kein Zauberwerk. Swap-Markets sind nichts weiter als Tauschbörsen, auf denen Leute ihr Hab und Gut gegen die Besitztümer anderer Teilnehmer tauschen können.
Am kommenden Freitag, den 20.11.2009 veranstaltet der Fashionstore POOL, eine von Münchens ersten Adressen für Designermode, in Kooperation mit dem Spirituosenhersteller SKY Vodka seine erste Swap-Party. Dass die Chose im Falle von POOL wesentlich glamouröser ausfällt als das Klischee einer biederen Hausfrauenversammlung, versteht sich von selbst!
Wer teilnehmen möchte bringt bis zum morgigen Mittwoch seine abgelegten Designerschätzchen, bei Pool in der Maximilianstraße oder im Pop Store in der Sendlinger Straße zur Begutachtung vorbei. Die Annahme erfolgt bis Ladenschluß. Nach erfolgter Bewertung der abgelieferten Kleidungsstücke wird dem Besitzer eine bestimmte Anzahl von Jetons gutgeschrieben, die am Freitag Abend, gegen die Klamotten Anderer wieder eingetauscht werden können.
Wer in seinen Kleiderschrank nichts findet, was er entbehren kann aber trotzdem mitmachen möchte, der zahlt zehn Euro Eintritt zur Party und kann die Jetons für einen Euro pro Stück vor Ort nachkaufen.
Da sich die Promis bei Pool nahezu die Klinke in die Hand geben und für die Veranstaltung bereits fleißig Kleidung gespendet haben, schließlich kommt der Erlös der Münchner Aidshilfe zugute, haben Fashionistas an diesem Abend beste Chancen, das eine oder andere Catwalk-Highlight mit nach Hause zu nehmen. Weitere begehrte Must-haves sind u.a. ein von Lagerfeld handsignierter Bildband, eine cognacfarbene Lederjacke von D´Squared, ein von F.C Bayern Star Mark van Bommel unterschriebenes Trikot so wie diverse Teile von Escada.
Location: Postgarage,
Adresse: Deroystraße 5-7, 80335 München (nähe Hackerbrücke)
Date: Freitag, 28.11.2009
Start: 21 Uhr
So you better get poolish, sell, buy and benefit!
verypoolish.com

Posted: September 10th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: Bent Angelo Jensen, Hamburg, Herr von Eden, Muenchen | No Comments »

photocredit: Herr von Eden
Wer sich wie Peaches (siehe Bild) mit voll bepackten Tüten aus dem Hause Herr von Eden, das Wochende versüßen will, hat dazu am kommenden Samstag, dem 12.09. allen Grund. Zumindest in München, denn hier veranstaltet das Lieblingslabel der Großstadtdandys seinen SUPER SALE, und dass heißt in Zahlen: Preisnachlässe bis zu 70%!
Bei Anzügen ab 490 € dürfte nach Abzug der Prozente, das ein oder andere Schnäppchen für den Mode-Connaisseur dabei sein
Wenn ein Anzug überhaupt so etwas wie eine Aura haben kann, dann gehören die Modelle von Herr von Eden auf jedem Fall mit dazu. Hier gibt es Individualität in kleinen Stückzahlen, die die Persönlichkeit ihres Trägers unterstreichen statt ihn optisch zu uniformieren. Classics with a twist und einen Schuß Nostalgie. Die Kollektionsteile bestechen durch unkonventionelle Stoffe, und kreative Schnittdetails. Lästige Überlegeungen zum Stylingen entfallen, denn die Modelle sprechen für sich selbst und bedürfen keines weiteren Aufputzes (um es auf altmodische Weise zu sagen).
Mit den Sakkos von Eden ist Mann wie Frau einfach immer und überall korrekt angezogen. Viele der Teile haben das Potential zum persönlichen Lieblingsstück im eigenen Kleiderschrank zu avancieren. Übrigens, wer gefallen an der Klamotte von Jan Delay findet, der ist bei Herr von Eden genau richtig, denn auch der Hamburger Sänger lässt sich hier einkleiden. Der SUPER SALE ist definitiv der beste Shopping-Deal, den die bayrische Landeshauptstadt am Samstag zu bieten hat!
Herr von Eden SUPER SALE Munich am Samstag, den 12.07.09 von 10-20 Uhr
Herr von Eden Boutique, Herzogspitalstraße 7, 80331 München, Tel: 089.216.668.43
www.herrvoneden.com
Posted: August 31st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: Celebrity, Davorka, Davorka Tovilo, It-Girl, John Cusack, Kroatien, Muenchen, Party, Promis, Schickeria | 1 Comment »

Davorka, photo: courtesy of Peter von Schall
Berühmt dafür berühmt zu sein, Starlet Davorka polarisiert. Als vor etwa sechs Jahren eine bis dato unbekannte Studentin, der Politik und Kommunikationswissenschaften, der Einladung einer Filmpremiere folgte, schritt sie an jenem Abend in einem ziemlich enganliegenden, fleischfarbenen Gewand über den roten Teppich. Ihr Glück: der Stoff war zu dünn, um die grellen Blitzlichter der Paparazzi abzuwehren.
Das Licht bahnte sich seinen Weg durch das Textil, und legte frei, was eigentlich verhüllt gehört. Die Bildzeitung druckte das Foto und fragte in lüsterner Manier; “Sind wir auf der, `Herr der Dinger` Premiere? “. Dank einer Auflage von 12 Millionen Druckexemplaren wurde Davorka quasi über Nacht zur Busenfantasie einer ganz bestimmten Leserklientel zwischen Flensburg und Rosenheim. Weitere Einladungen zu Filmpremieren, Galas und Events folgten umgehend. Davorka ließ sich nicht lange bitten, sie erkannte ihre Chance und das Versprechen auf Ruhm und bediente fortan die Erwartungshaltung diverser Veranstalter. Diese lautete: wenn möglich, bitte transparent!
Davorka ist zu clever um in der Rolle der “Red Carpet Walkerin” zu verharren. An einer Münchner Privatakademie nimmt sie Gesangs- und Schauspielunterricht und übt sich auch in der Sparte Moderation. Auf Europas größtem Charity Event, dem Wiener Lifeball brillierte sie in einem traumhaften Strasskorsett á la Thierry Mugler, welches zu Recht zum besten Outfit des Abends gewählt wurde. In der SWR Talkshow saß sie als Gast neben dem blitzgescheiten Roger Willemsen, den sie bewundert, interviewte Penelope Cruz in Berlin und spielte zusammen mit John Cusack im Hollywoodfilm War Inc. Von Pro 7 und SAT 1 wird sie regelmäßig für diverse TV-Formate gebucht. Beim perfekten Promi Dinner des Fernsehsenders VOX, saß sie neben Pierre Brice und behauptete sich bestens gegenüber einer dünkelhaften Margot Werner.
Es gibt kaum einen deutschen Promi den sie noch nicht getroffen hat und nur wenige Promis, denen der Name Davorka nicht geläufig ist. Irgendwas muss sie, trotz aller Kritik, richtig gemacht haben. Ihr vorzuwerfen, sie könne nichts, weder singen, schauspielern noch moderieren, ist verfrüht. Auch Jenny Elvers, die von sich einmal sagte, sie sei die Queen Mom der Luder, wurde in einem Artikel des Stern zunächst als “eine Frau, die nichts zu sagen hat” verrissen. Später brachte sie ihre Kritiker mit einer Rolle als überforderte und nymphomanische Mutter ihres auf die schiefe Bahn geraten Sohnes, im Film Knallhart zum schweigen. Man braucht Chancen im Leben, ob durch eine vorteilhafte Heirat oder ein gescheites Drehbuch. Für Davorka ist also noch alles drin.
Es gibt Leute, die werten Davorkas Auftreten als billig, stillos und peinlich. Darunter auch viele bekannte Namen aus der Medienlandschaft. Selbige konnte man beobachten wie sie sich hinter verschlossenen Türen, weißes Pulver durch ihrer Nasen jagten, sich mit Veuve Cliquot zuschütteten, zotige Witze rissen und sich verbalen Entgleisungen hingaben, weiß Davorka zu berichten. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, herrscht in den VIP Areas und Festsälen nobler Hotels eine große Doppelmoral. Davorka selbst trinkt nicht. Sie braucht einen klaren Kopf um sich auf ihre Arbeit konzentrieren zu können.
Neben ihren zahlreichen TV-Auftritten und PR-Terminen engagiert sich die Wahlmünchnerin für Amnesty International, nutzt ihre Prominenz für die Tierschutzorganisation PETA, ernährt sich konsequent vegetarisch und verzichtet auf das Tragen von Pelz. Sie nimmt sich selbst nicht allzu ernst und ist vor allem eines: unabhängig von einem Mann. Davorka hat es auch ohne Promimacker und Besenkammer-Quickie geschafft in die Schlagzeilen zu kommen. Damit hat sie vielen, snobistischen Society-Schnepfen schon mal etwas voraus. Sie auf ihre Oberweite zu reduzieren wird ihr nicht gerecht.
Davorka gibt nicht vor Jemand zu sein, sie ist ganz einfach sie selbst. Ihre offenherzige und unprätentiöse Art, kommt an. Beim Interview mit HYPE überrascht sie mit Reflektionsvermögen, spart nicht mit Selbstkritik und spricht auch offen über die Kehrseite der Promiwelt.
HYPE: Davorka, was antwortest Du auf die Frage: “Was machen Sie eigentlich beruflich?”
DAVORKA: Ich sage dann immer, das ich Schauspielerin bin. Da machen die Leute immer gleich große Augen.
HYPE: Kann man von Galaveranstaltungen und Filmpremieren eigentlich leben? Womit verdienst Du dein Geld?
DAVORKA: Leben vom roten Teppich allein kann man nicht, drum arbeite ich zwei- bis dreimal in der Woche noch in einer Medienagentur. Ich werde häufig als Stargast für Partys gebucht, mache bei verschiedenen TV-Projekten mit, das bringt Geld, welches ich aber gleich wieder in Gesangs- und Schauspielunterricht investiere oder aber berufsbedingt für Haare, Make-up und Styling ausgebe.
HYPE: An Medienpräsenz mangelt es dir ja nicht gerade, worin unterscheidest du dich von anderen Frauen?
DAVORKA: Im Grunde bin ich eher ein schüchterner Mensch. Die Öffentlichkeit ist meine Therapie, sie zwingt mich nach außen zu öffnen. Was mich unterscheidet? Ich denke ich bin bodenständiger und weniger arrogant als manch eine meiner Kolleginnen.
HYPE: Öffentlich sieht man Dich oft in freizügiger Kleidung, was trägst du auf dem Weg zum Supermarkt?
DAVORKA: Bestimmt nichts Transparentes. Aber ich verstecke mich auch nicht und lasse mich nie gehen. Wenn doch, dann habe ich bestimmt Liebeskummer (lacht)
HYPE: Wie reagieren eigentlich die Darsteller eines Films, zu dessen Premiere Du auf dem roten Teppich erscheinst, auf dein Auftreten im “transparent Look”?
DAVORKA: Da gibt es einen Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Schauspielern.
Die Deutschen konzentrieren sich unglaublich auf das, was sie tun, weil sie ganz genau wissen, dass sie nur akzeptiert werden wenn sie wirklich etwas geleistet haben. Der Showeffekt ist ihnen fremd. Sprich für einen Modegag oder a bissl Entertainment auf dem roten Teppich, sind sie sich zu schade, weil sie Angst haben, das dass bei ihren Kollegen nicht ankommt. Sie machen sich zu viele Gedanken was Andere über sie sagen könnten und ziehen sich daher zurück. Sich sexy zu zeigen, und dadurch aufzufallen wird hierzulande wie ein Verbrechen gesehen. Nach außen hin setzt man auf Rückzug und Understatement. Das geht mir tierisch auf die Nerven, denn wenn man diese Leute auf Privatparties trifft lassen sie im wahrsten Sinne des Wortes, die Sau raus. Die totale Doppelmoral. Die Amerikaner sind da wesentlich lockerer, Show gehört da einfach zum Geschäft.
HYPE: Wie begegnest Du Leuten, die abfällig über Dich reden?
DAVORKA: Ich muß nicht jeden Menschen berichtigen. Ich ignoriere diese Leute einfach, so wie sie mich ignorieren. Das ist die beste Methode darauf zu reagieren. Ich bin ein moralischer Mensch mit einer weißen Weste, und daher nicht weniger wert als die Schauspielerinnen, die meinen sie hätten ein besseres Image.
HYPE: Nervt es, von Männern wie Frauen stets auf die Oberweite reduziert zu werden?
DAVORKA: Wer mich näher kennt. der respektiert mich auch als Person. Ich finde es schön Oberweite zu haben, Ich bin gerne weiblich, fühle mich wohl in meiner Haut. Das steht für mich nicht in Wiederspruch ein Studium zu absolvieren, sich weiterzubilden, smart zu sein! Man muss sich doch nicht verhüllen um zu zeigen, dass man etwas drauf hat.
HYPE: Du hast mittlerweile unzählige Promis kennenglernt, gibt es darunter jemanden der dich besonders beeindruckt hat, eine Begegnung die Dir im Gedächtnis geblieben ist?
DAVORKA: Vor zweieinhalb Jahren habe ich in der Politsatire War Inc. mit Hollywood Star John Cusack mitgespielt. Ein bemerkenswerter Mann, der wahnsinnig hilfsbereit war und mir beim Dreh viel Mut zugesprochen hat. Wir haben uns nach Drehschluss noch in der Hotelbar getroffen und über Gott und die Welt, insbesondere deutsche Literatur, unterhalten . Das ich Schauspielanfängerin bin, war ihm egal. John ist mir vorbehaltlos gegenüber getreten, hat mir Tipps gegeben, das hat mich alles sehr beeindruckt.
HYPE: Und was war so ziemlich das fieseste was Du dir anhören musstest?
DAVORKA: Nein, anhören musste ich mir nichts. Dazu ist man im Showbusiness viel zu verlogen. Es gibt da so einen Kodex der besagt: Ich kann über dich denken was ich will, aber ich sage es dir nicht! Da lacht man sich trotzdem ins Gesicht obwohl man einander nicht ausstehen kann.
HYPE: Was machst Du in deiner Freizeit, wenn Du mal nicht in der hiesigen Medienlandschaft unterwegs bist?
DAVORKA: Dann gehe ich gerne shoppen und streife durch die Kosmetikabteilung von Ludwig Beck oder lese einfach mal ein gutes Buch, ich weiß dass glaubt mir jetzt wieder keiner. (lacht)
HYPE: Hast Du ein Lebensmotto?
DAVORKA: Ich versuche zielgerichtet zu Leben. Disziplin ist wichtig. Ansonsten leben und leben lassen!
(Interview: Sven Barthel)
Posted: August 19th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE | Tags: Givenchy, Konzert, Madonna, Muenchen, Munich, Sticky & Sweet | No Comments »
“Give it to me” - sang Madonna zum Ende ihres gestrigen Konzerts im, für ihre Verhältnisse, eher dünn besetzten Münchner Olympiastadion. Give it to me - das dachten sich auch zahlreiche der etwa 35.000 Fans, denen bei Kartenpreisen bis zu € 193,00 eine perfekt inszenierte Show geboten wurde, deren Ablaufplan kein Platz für Abweichungen duldete. Unflexibel, wie ihre durch Botox lahmgelegten Gesichtsmuskeln, präsentierte sich die Popgöttin ihrem Publikum. Ein Dialog mit ihren Anhängern, Zwischenrufe, spontane Handlungen oder öffentlichkeitswirksame Provokation? Fehlanzeige! Zugabe? Also bitte, was für eine Frage, non! Irgendwie schien die bayrische Landeshauptstadt nur eine weitere Station im Rahmen ihrer seit anderthalb Jahren andauernden Sticky & Sweet Tour zu sein, die eben bespielt werden muss.

- Madonna Sticky & Sweet Tour
Wer würde bei solch einem Konzert-Marathon nicht von Ermüdungserscheinungen heimgesucht?
Zwar ist Madonna mit 51 Jahren fitter als so manche Zwanzigjährige, doch das betont exzessive Kriechen über den Bühnenboden, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Madonna im Fahrwasser ihrer jungen, durchtrainierten Tänzer mittlerweile den kürzeren Atem hat. Während sie auf de Re-Invention Tour 2004, noch mit “kamasutrösen” Kopf-über Verrenkungen in einer Glitzerkorsage von Christian Lacroix aufführte, bei der Confessions Tour immerhin noch eine lasziven Bullenritt in Gaultier darbot, beschränkte sich die Popgöttin in ihrer Akrobatik dieses mal auf Seilspringen im Schulmädchenlook. Auch in modischer Hinsicht blieb Madonna weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Während die von Jean Paul Gaultier entworfenen Bühnenkostüme ihrer Blond Ambition Tour 1990 genauso intensiv besprochen wurden wie die Konzertreihe selbst und das goldenen Metallic Bustier mit den konischen Tittenschalen beinahe ähnlichen Ruhm erlangte wie seine Trägerin, verlor sich die Stilikone bei ihrem aktuellem Bühnenprogramm in stilistischer Konzeptlosigkeit. Zu viele Designer verderben den Look: Givenchy, Miu Miu, Stella Mc Cartney, Yves Saint Laurent, Roberto Cavalli, Jeremy Scott und mass-market Label American Apparel lieferten allesamt wunderschöne Einzelteile, zusammengenommen ergaben sie jedoch kein stimmiges Ganzes.
Da Kleidung bekanntermaßen immer auch ein bestimmtes Image transportiert, wäre eine eigens für sie kreierte Bühnengarderobe aus der Hand eines Designers, welches das Motto der Tour reflektiert oder Bezug auf die Inhalte einzelner Songs nimmt, dem gesamten Showkonzept zuträglicher gewesen.
Zu allem Überdruss gab es immer wieder Gerüchte die besagten, der Superstar singe gar nicht live sondern nur Playback, was auf Nachfrage nicht einmal von den Hardcore Fans im Front-of-Stage Bereich dementiert wurde. Die Songauswahl war natürlich Geschmackssache, doch viele der älteren Besucher vermissten die Hits aus fühen Tagen und störten sich an der der elektronischen Verfremdung der Klassiker Vogue und Holiday, die auch nur fragmentarisch eingespielt wurden. Atmosphäre ist etwas Anderes! Grußlos verschwand Madonna gegen 23:30 hinter der Videoleinwand, die mit einem illuminierten” Game Over” das Ende der Show verkündete. Während sich Band und Crew in ihren Zimmern des Sofitel Bayerpost erholten, jettete die Diva direkt weiter nach London. Für den launigen Superstar war der Termin in München wohl eher Pflichtprogramm als Kür.
Madonnas Performance erinnerte an das Popcorn, welches vor dem Olympia Stadion verkauft wurde, nett für den Moment aber ohne jeglichen Mehrwert.
Posted: Juli 20th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Beate Rapp, Brian Rennie, Buno Sälzer, Escada, Escada Sport, Jean Marc Loubier, Krise, Magaretha Ley, Muenchen, Wolfgang Ley | No Comments »

Escada Boutique München / photo: HYPE magazine
Die vor einigen Wochen versandte Pressemitteilung des Mode Event -Veranstalters IMG über die Teilnahme Escadas bei der Berlin Fashion Week, ließ Fashionistas zunächst gespannt aufhorchen. Doch wer eine Show des Modehauses erwartete, wurde kurz darauf enttäuscht. Das Unternehmen aus Aschheim bei München inszenierte lediglich eine Ausstellung im Berliner Bode Museum und lud zu diesem Anlass Promis und Medienvertreter ein, die sich dann noch einmal auf Kosten der ohnehin finanziell gebeutelten Firma, bei Champagner und finger food verwöhnen lassen durften. Statt neuer Looks gab es eine schreiend pinke Einladung.
Von Krise keine Spur. Während die Designer bei Tag ihre neuesten Kreationen vor den Augen der berühmten Modekritikerin Suzy Menkes über den Laufsteg schickten, zeigte Escada am Abend eine Retrospektive, Highlights aus den Kollektionen der letzten 30 Jahre!
Angesichts der Tatsache das Firmenchef Bruno Sälzer seit seinem Interview mit einer großen Sonntagszeitung vom 12.07., eine mögliche Insolvenz des Unternehmens nicht mehr auszuschließen vermag, wirkt die Escada Party-Sause, im Rückblick wie der letzte große Akt einer Diva auf Abschiedstour!
Seit Monaten hagelt es in der Presse Negativschlagzeilen für das Münchner Modehaus Escada. Dem von Wolfgang und Margaretha Ley 1976 gegründeten Unternehmen brechen die Umsätze weg. Fehlbeträge von zuletzt mehr als 70 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2008 bereiten der Konzernführung massive Probleme.
Die Lage ist bedrohlich, eine drastische Änderung der Situation ungewiss. Schon auf der letzten Hauptversammlung der Escada AG im April dieses Jahres, warnte Escada Vorstandschef Bruno Sälzer die Aktionäre gar vor einer möglichen Insolvenz. Die Nachwehen des Missmanagements durch seinen Vorgänger Jean-Marc Loubier sind schmerzhaft. Um weiter bestehen zu können müssen bis Ende Juli 80 % der Aktionäre der Umschuldung einer Anleihe von 200 Millionen Euro zustimmen und dabei auf einen bedeutenden Anteil ihres Einsatzes verzichten. Andernfalls gibt es für Escada von den Banken keine Kredite mehr und dies bedeutet die tatsächliche Insolvenz für das Unternehmen.
Wie konnte Deutschlands einstiges Aushängeschild für Luxusmode und größter Hersteller von Damenkonfektion derart ins Abseits geraten?
Gleich vorweg: Escada ist kein Opfer der aktuell weltweiten Wirtschaftskrise. Sei Jahren schreibt der Konzern rote Zahlen. Die Gründe für die Schieflage sind weitaus komplexer und weitgehend hausgemacht!
Da ist zum einen die hohe Fluktuation in der Führungsebene, die das Unternehmen nicht zur Ruhe kommen ließ. Nachdem Unternehmensgründer Wolfgang Ley (72) zum. 01. Januar 2006 seinen Platz als Vorstandvorsitzender der Gesellschaft für Frank Rheinboldt räumen musste, wurde dieser bereits nach 14 Monaten vom russischen Großaktionär Rustam Aksenenko geschasst, der mit der Übernahme von 25 % der Aktien durch seine Firma Finartis zum Mehrheitseigner wurde und somit zwar das Sagen aber nicht zwangsläufig Modekompetenz erworben hatte.
Auf den “geerdeten” Rheinboldt, der die Sanierung Escadas nach dem Geschmack Aksenenkos nicht schnell genug vorantrieb, folgte, der in der Branche als überdurchschnittlich eitel geltende Franzose, Jean-Marc-Loubier. Der ehemalige LVMH Manager sprach zwar kein Wort Deutsch, hatte aber Großes vor. Ziel war es, Escada binnen 5 Jahren zu einem der weltweit führenden Luxuskonzerne aufzubauen. Dann kauften 2008 die Brüder Herz, Tchibo Eigner und als solche mitunter die reichsten Männer des Landes, ein Viertel des Aktienpaketes und stiegen in das Geschäft mit der Luxusklamotte ein. Somit wurde wiederum Loubier nach gerade mal einem Jahr im Amt, vom ehemaligen Boss bei Boss, Bruno Sälzer, im Juli 2008 als Vorstandschef abgelöst. Die Hintergründe sind hinreichend in Handelsblatt, Textilwirtschaft, Financial Times dokumentiert und beschrieben.
Parallel hierzu wirkte sich auch die anonyme Anzeige bezüglich des Aktienverkaufs durch das ehemalige Vorstandsmitglied Beate Rapp, der man Insiderhandel unterstellte, negativ auf das Image des Unternehmens aus.
Während die Besetzung der Führungsetage von Wirtschaftsredakteuren heiß diskutiert wurde blieb die Frage hinsichtlich der Designqualität, dem Modegrad und des Firmenimage zumeist unkommentiert, oder wurde nur oberflächlich angerissen. Die Finanzblätter wussten zwar die betriebswirtschaftliche Situation Escadas einzuschätzen und zu beschreiben, jedoch nicht das Produkt! Bei den Modemagazinen verhielt es sich umgekehrt. Diese verzichteten so dann auch weitgehend auf die redaktionelle Veröffentlichung von Kollektionsteilen innerhalb ihrer Modestrecken. Ausnahmen bildeten, die in München ansässigen Publikationen, Vogue, Elle und Madame, bei denen Escada nach wie vor ganze Werbeseiten schaltete.
Ohne es selbst zu realisieren hatte Escada den Anschluss an den Zeitgeist verloren.
Modeblogs berichten über Streetstyle, hypen Mode aus Skandinavien und bevorzugen einen Mix aus high und low. Magazine wie Deutsch, Sleek, Zoo promoten entweder Avantgarde oder den eigenwilligen Berlin Look. Münchner Tüddelü? No way! Der “madamige” Charakter Escadas war nicht mehr angesagt und fand höchstens noch bei Leserinnen der Marie Waldburg Kolumne Bewunderung.
Überhaupt das Image: Zu Glanzzeiten stand die Marke für Lebensfreude, Weiblichkeit mit Rundungen, satte Farben, das pralle Leben eben. Doch mit der Jahrtausendwende kam der Euro und mit ihm ein Wandel des gesellschaftlichen Klimas. Der Escada Glamour wirkte fortan schlichtweg altbacken und überholt. Zu sehr Provinz zu wenig global. Das Modebewusstsein hat sich mit dem Siegeszug des Internets stark gewandelt. Seit der Begriff Style ganz inflationär jeden dritten Jogurt Becher ziert und Trends per Mausklick in Sekundenschnelle aus dem Netz abrufbar sind, ist Mode demokratischer geworden, zugänglicher und im Hinblick auf eine medienkompetente Zielgruppe auch jünger! Hinter vorgehaltener Hand stand Escada ohnehin nie für einen besonders eigenständigen Stil, sondern war immer nur die Kopie von etwas Anderem. Ein bisschen Chanel, ein bisschen Valentino, die Farben Yves Saint Laurents, die weißen Blusen von Ferré . In Zeiten des restriktiven Informationsflusses vor dem Internet-Boom und dem Siegeszug der Billig-Fluggesellschaften fiel dies jedoch Niemanden auf. Dass sich im vergangenen Jahr auch noch die amerikanische Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner und vehemente Abtreibungsgegnerin Sarah Palin als Escada Fan outete, war für den Ruf des Modehauses auch nicht gerade förderlich.
Brian Rennie, von 1986 bis 2006 als Designer bei Escada tätig, ab 1994 in der Position des Creative Directors, war nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit stilistisch offenbar festgefahren. Seine Design-Ästhetik war nicht mehr gefragt und er selbst möglicherweise zu unflexibel um sich umzustellen. Im Oktober 2006 holte man Damiano Biella, der zuvor als Chefdesigner im Hause Valentino arbeitete als Kreativchef ins Haus. Er gilt als latent schwierig, doch die Kollektion wurde unter seiner Federführung moderner, internationaler und von der Presse gut aufgenommen. Doch der erhoffte kommerzielle Erfolg blieb trotzdem aus. Aufgrund ständiger Umstrukturierungsmaßnahmen verwässerte in kurzer Zeit die Identität der Marke. Die Kollektion wurde zwar jünger aber dem Firmenprofil mangelte es weiterhin an Prägnanz um im internationalen Vergleich mit so hippen Labels wie Marc Jacobs oder Chloé Beachtung zu finden. Bis heute fehlt es Escada schlichtweg an “coolness”.
Desweiteren hat sich Luxus per se neu definiert und besteht nicht mehr in der Zurschaustellung eines perfekt sitzenden Kostüms, eines teuren Schmuckstücks oder von Pelz, an dem Escada trotz massiver Proteste von Tierschützern beinahe borniert festhält. Vielmehr manifestiert sich Luxus heutzutage in einem kultivierten Lebensstil. Leider hat Escada auch auf Marketing Ebene versäumt neue Werte zu kommunizieren.
Ein weiteres Problemkind ist das Design der Linie Escada Sport. Zu bieder! Frauen, die sich Escada leisten können und wollen sind in der Regel modisch informiert und lassen sich keine weiße Denimröhre auf ihre Oberschenkel schwatzen, die aussehen als wäre man damit direkt von der Rehling des Traumschiffs an Land gehüpft und zwar im Jahr 1985! Weite T-Shirts mit mickrigen Strass Applikationen auf Brusthöhe, dass ist bestenfalls Appelrath-Cüpper aber keinesfalls high fashion. Warum schwächt Escada das exklusive Image seiner Hauptlinie mit einer derart schwachen Kollektionsaussage seiner Zweitlinie?
Allein die Namensgebung ist völlig wiedersinnig, Escada und Sport, das ist in etwa so glaubwürdig als würde, sich Woolworth ein “Deluxe”, hinten dran hängen.
Neben den vielen augenfälligen Gründen was Escada alles hätte anders machen können, gibt es auch Aussagen von Mitarbeitern, die die Diskrepanz zwischen denen da oben und denen da unten monieren.
Ein Teil der herzlichen und verdienten Schnittmacherinnen mit ihren Helm-Frisuren und der gedrehten Brillenkette vor der üppigen Brust, sind über 50 und seit vielen Jahren für Escada tätig. Sie kennen die Firma noch unter der Führung von Wolfgang Ley und der kreativen Regie von Brian Rennie. Nicht Wenige von ihnen wünschen sich die Beiden zurück, und das hat Gründe:
Wo im Bemühen um mehr Internationalität, Designer mit gebrochener Handgelenksgeste und hochgezogenen Augenbrauen auf Englisch Anweisungen geben, “Do it like…!, Why don’t you…?, This should be…!”, und statt zu loben immer bloß fragen “Why haven`t you…?” entsteht schnell Unmut und eine innere Protesthaltung bei der Basis. Derlei Attitüden sind auf Dauer Gift für das Betriebsklima, scheinen bei Escada aber an der Tagesordnung zu sein.
Über Machtkämpfe und Eitelkeiten verlieren die gockelhaften Akteure der Modewelt leider allzu oft das Wesentliche aus den Augen: die Kollektion! Hier sind Designer mit Weitblick und sozialer Kompetenz gefragt. Nur selten sind das die großbürgerlichen Berufssöhne aus den Mailänder Salons. Designer und Manager, die das Unternehmen bloß als Sprungbrett für ihre weitere Kariere nutzen und in Escada nicht mehr als eine dicke Kuh im Abendkleid sehen, die ordentlich abgemolken werden muss, bevor man sie zur Schlachtbank führt, passen nicht in ein Unternehmen dessen Wurzeln in einem Bundesland liegen, in dem Traditionen stärker gewahrt werden als im Rest der Republik.
Was bei Escada nach wie vor stimmt, ist die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Bevor ein Stoff zugeschnitten wird, wird er gedehnt, gedämpft, gebügelt. Offene Kanten werden mit Paspeln eingefasst. Die Stoffe sind wertig und griffig, die Knöpfe aus Naturmaterialen, Kragenrundungen sind perfekt ausgeformt und Zierstiche überzeugen durch akribische Gleichmäßigkeit. Die Schnitte sind akkurat und die Passformen makellos. Diese Qualität ist ein fester Wert in der Firmengeschichte. Die Escada Kundin weiß was sie bekommt, und das Ganze zu einem weitaus geringeren Preis als sie bei Lanvin oder Balenciaga zahlen müsste.
Es tut weh mit ansehen zu müssen wie das Lebenswerk von Wolfgang und Magaretha Ley, die 1992 mit gerade mal 56 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung starb, durch Missmanagement und unzeitgemäße strategische Designberatung ruiniert wurde. Schließlich ist Escada ein Stück deutscher Modegeschichte, und in puncto Bekanntheit wesentlich höher einzuordnen als Rena Lange, Bogner oder Strenesse. Solch ein Erbe sollte eigentlich von den Verantwortlichen besonders beschützt werden. Natürlich weiß man hinterher immer alles besser, doch mit ein bisschen mehr Besinnung auf die Firmengeschichte, und weniger ökonomischer Gier, stünde Escada heute vielleicht auf stabileren Beinen.
Neben dem smarten Bruno Sälzer und einer Menge frischem Kapital bräuchte Escada für sein künftiges Fortbestehen schnellstens einen fähigen Creative Consultant. Jemanden mit einer ausgereiften Beobachtungsgabe, Analyse- und Interpretationsfähigkeit und dem richtigen Händchen für die zeitgenössische Inszenierung des Produkts. Eine Person mit Verständnis für die stilistische DNA des Unternehmens. Eine Persönlichkeit, die etwas von Psychologie und bildhafter Kommunikation versteht und bereit ist, sich über Konventionen hinweg zu setzten und in der Lage ist, konservative Geldgeber von ihren Ideen überzeugen zu können. Vor allem braucht es Jemanden der mit der Basis gut kann, den Schnittmacherinnen. Escada ist zu bodenständig um mondän zu sein!
(Sven Barthel)
ESCADA.com