Verrückt nach New York Glamour? Wir auch! Drum präsentiert Euch HYPE in seiner neuesten Ausgabe vier herausragende Persönlichkeiten aus dem Big Apple, die ihr Leben mit einer beeindruckenden unkonventionellen Haltung der Mode widmen.
Allen voran unsere beiden Coverboys, Phillipe und David Blond, in Szene gesetzt von Starfotograf David Byun. In einem ausführlichen Interview mit HYPE MAGAZINE spricht Manhattans gefeiertes Designerduo über seine Anfänge, Erfolg und die Herausforderung Beruf und Beziehung miteinander zu vereinen. Zu Wort kommen auch Dandy und Stilikone Patrick McDonald sowie Robert W. Richards, Modezeichner und Intimus der New Yorker Avantgarde.
Nicht in New York, sondern in einem Dorf bei München, lebt Mara Cromer, die Witwe des verstorbenen Gründers der erfolgreichen Lederwarenmarke MCM und einstigen Kofferkönigs Michael Cromer. Im Interview mit HYPE spricht sie erstmals mit einem Modemagazin Klartext über den Verlust des von ihr mitaufgebauten Unternehmens und den Tod ihres Mannes.
Ausreichend Lesestoff für die Feiertage ist somit garantiert!
Das neue HYPE MAGAZINE ist ab heute bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel sowie im ausgewählten Pressehandel erhältlich. Don’t misst it!
Wir wünschen Euch einen guten Start ins neue Jahr!
Nicht neu aber einmalig und daher immer wieder einen Besuch wert ist “House of Field”, das poppig-plüschige Ladenlokal von Sex and the City-Stylistin Patricia Field.
Nachtschwärmer mit einem Faible für schrille Partyoutfits werden hier schnell fündig. Mädels, denen der Mut zu neonpinken Latexkorsagen, Nippelhütchen und goldenen Spitzenleggings fehlt, empfiehlt sich ein Blick in die Schuhecke: glitzernde Plateaupumps in allen erdenklichen Farben, die nirgendwo sonst in der Stadt zu haben sind. Ausgefallen präsentiert sich auch das Angebot an Accessoires. Von der Gummiperücke, über billige Plastikarmbändchen und futuristische Jeremy Scott Sonnenbrillen, bis hin zum edlen 1.500 Dollar Kopfschmuck von Erickson Beamon bietet das Sortiment eine breite Auswahl an Gagesque anmutenden Artikeln für den extravaganten Auftritt.
Die Männerabteilung befindet sich im Untergeschoss, wenngleich die Mehrheit der hier einkaufenden männlichen Klientel auf die geschlechtsspezifische Unterteilung des Warensortiments pfeift und sich auch außerhalb der Umkleidekabinen, ganz ungeniert im Paillettenrock vor dem Spiegel begutachtet. Wer will, kann sich passend zur neuen Klamotte, im hauseigenen Friseursalon auch gleich noch die Haare färben lassen – zur Auswahl stehen Colorierungen in Blau, Gelb und Grün. Was sonst!?
Carine Roitfeld Video-Installation im Schaufenster von Barneys
Carine Roitfeld in einem Film von Mario Sorrenti
Es gibt Menschen, deren ganzes Selbstbewusstsein allein auf ihrer beruflichen Position und dem Unternehmen, für das sie arbeiten basiert. Menschen, die ohne ihren Job nichts darstellen, die gänzlich uninteressant werden, sobald ihre Visitenkarte an Gültigkeit verliert. Unsexy und langweilig! Und dann gibt es diejenigen, deren Glanz auch ein Jobverlust nichts anhaben kann, weil sie schon immer sie selbst waren. Zu ihnen zählt Carine Roitfeld.
Nach dem Madame “Smoky Eyes” im Dezember vergangenen Jahres ihren prestigeträchtigen Job als Chefredakteurin der französischen Vogue aufgab, oder aufgeben musste, hat sie nun endlich Zeit zumindest einem Teil, der an sie gerichteten Anfragen für diverse Projekte nachzukommen. Zwei davon hat sie bereits erfolgreich absolviert. Die Veröffentlichung ihres Buches “Irreverent”, -eine Ansammlung von Familien- und Celebrityfotos, Grußkarten befreundeter Designer und Abbildungen ihrer besten Stylings der letzten 30 Jahre- sowie die Zusammenarbeit mit dem New Yorker Nobelkaufhaus Barneys, das gerade die Carine Roitfeld -Wochen feiert. Der Modeparadies auf der Madison Avenue engagierte die juvenile 57-jährige als Style-Consultant für all seine, die aktuelle Herbst/Winter Saison betreffenden Aktionen. Dazu zählen so illustre Aufgaben wie die Gestaltung der Barneys Werbekampagne, in der Roitfeld selbst als Model agiert, des Hauskatalogs und der Schaufenster. Letztere zieren aktuell sogar ihren Namen und zeigen eine labortechnisch anmutende Installation aus verchromten Flatscreens, auf denen la Roitfeld in einem Film von Mario Sorrenti aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen ist und dem vorbeilaufenden Publikum von ihrem Leben erzählt.
Die Chose ist nicht wirklich weltbewegend, jedoch optisch sensationell umgesetzt und nicht zuletzt ein Riesenkompliment an Carine Roitfeld, deren Strahlkraft auch ohne Vogue, ungebrochen ist.
Carine Roitfeld, “Irreverent”, 368 Seiten, Verlag Rizzoli, $ 100,00 erhältlich ab 18. Oktober oder jetzt schon bei Barneys.
Es gibt Geschäfte in denen gibt es nichts, was es nicht woanders auch gäbe, und dennoch stehen Menschen Schlange vor deren Eingangstüren um auf Einlass zu warten – bei Regen wohlgemerkt!
Schlangen bis um die Ecke bei Abercrombie & Fitch an der 5th Avenue
So geschehen am Samstag auf der Fifth Avenue in New York. Vor dem Gebäude mit der Hausnummer 720 warten etwa 150 Kauflustige in Reih und Glied auf das Zeichen des Security-Mannes, endlich den Klamottentempel von Abercrombie & Fitch betreten zu dürfen.
“Silly”, “Stupid”, “Insane” murmeln vorbei drängende Passanten, die keinen plausiblen Grund sehen für den Kauf von Kleidung irgendwo anzustehen. Abercrombie+Fitch ist jene Marke deren College T-Shirts aufgrund homoerotischer Werbekampagnen zunächst bei Schwulen weltweit populär wurden und sich hierzulande, durch TV-Moderator Stefan Raab -der die Dinger fast täglich in seiner Sendung trug- ins Bewusstsein der Bevölkerung drängten. In fast jedem Land dieser Erde kann das Bekleidungsunternehmen aus Ohio einen freiwilligen prominenten Werbeträger vorweisen; in Spanien zum Beispiel Fußballstar Gerard Piqué, in England David Beckham und Robbie Williams. Paparazziaufnahmen, auf denen die Berühmten in A&F gekleidet zu sehen sind, schüren die Bekanntheit und Begehrlichkeit der Marke. Interessant scheint immer nur das, was man nicht sofort haben kann. Das wissen auch die Marketingleute von Abercrombie+Fitch und bemühen sich ihre Massenware möglichst exklusiv wirken zu lassen.
Angesichts eines Verkaufskonzepts bei dem weder Tageslicht noch sonstige äußere Umwelteinflüsse in die Läden dringen können, deren Sortiment bei diffuser Beleuchtung kaum zu erkennen und das Anprobieren bei lärmender Musikbeschallung nicht wirklich zu genießen ist, darf man getrost davon ausgehen, dass auch die Warteschlangen eher künstlich erzeugt statt wirklich notwendig sind.
Bier-Erbin Daphne Guinness hat Stil. Einen ganz außergewöhnlichen sogar. So außergewöhnlich, dass das “Museum at FIT in New York” den herausragendsten Stücken ihrer Kleider- und Schuhsammlung gegenwärtig eine eigene Ausstellung widmet.
Unterteilt in sechs Themenbereiche, die die wesentlichen Stilrichtungen der britischen Modeikone umfassen; Dandyism, Armor, Chic, Evening Chic, Exoticism und Sparkle. Besucher begeben sich somit auf eine Reise durch Mrs. Guinness beeindruckende Privatgarderobe. Zu sehen gibt es u.a. strenge weiße Blusen in Kombination mit enganliegenden schwarzen Blazern, Ganzkörperanzüge aus Leder oder aufwendig bestickter Spitze sowie allerlei glitzernde Extravaganzen.
Die Mehrzahl der Stücke stammt von Alexander McQueen, gefolgt von Entwürfen der Modehäuser Chanel, Dolce & Gabbana, Valentino, Alaia, Dior, Givenchy und Lacroix. Auffällig: Mrs. Guinness Vorliebe für absatzlose Plattformschuhe, die ebenfalls in verschiedenen Ausführungen gezeigt werden. Keinesfalls unerwähnt bleiben darf hier der Schmuck, welcher jeden ihrer Looks erst perfekt macht, zu dem es aber leider keine Informationstafeln gibt, dabei wären auch die pompösen Ringe, Ketten, Broschen und Armbänder definitiv eine Solo-Show wert.
Schuhe von Noritaka Tatehana
Erfreulicherweise verzichteten die Ausstellungsmacher auf langatmige und gezwungene kunsthistorische Kontextualisierungen und bieten stattdessen kurze und auf den Punkt gebrachte Erörterungen zu den Exponaten. Die 43-jährige Guinness begreift Mode natürlich nicht als Statussymbol, vielmehr ist Mode für sie Kunst. Angesichts der ausgestellten Couture-Teile eine absolut nachvollziehbare Sichtweise, denn mit dem Plunder der auf gewöhnlichen Einkaufsstraßen feilgeboten wird, haben Guinness’ textile Schätze nichts gemein. Was die Frage aufwirft, ob guter Stil, nicht doch etwas mit Geld zu tun hat!?
“Daphne Guinness” – Museum at FIT, New York
noch bis zum 07. Januar 2012
Alexander McQueen, photo Sølve Sundsbø for the Costume Institute @the Met
Designer Alexander McQueen hat mit seinem Freitod nicht nur eine große Lücke im Herzen aller Modeliebhaber und viele offene Fragen hinterlassen sondern auch ein einzigartiges kreatives Erbe.
Damit dieses nicht in Vergessenheit gerät, aber auch um McQueens Leistungen und die Inspiration, welche er über Jahre hinweg der Modebranche lieferte posthum gebührend zu würdigen, zeigt das Costume-Institute des Metropolitan Museum of Art in New York in einer neuen Ausstellung das Beste aus den Archiven McQueens. Besucher dürfen sich auf Videos seiner spektakulärsten Schauen, Bilder der schönsten Werbekampagnen, Modeskizzen, Interviews und natürlich die Präsentation der dramatischsten Roben seiner Laufbahn freuen. Angefangen bei Stücken seiner Abschlusskollektion am Central Saint Martins College aus dem Jahre 1992 bis hin zu seinen letzten Entwürfen für die Herbst/Winter Saison 2010/2011.
Am Konzept der Ausstellung mit dem Titel “Alexander McQueen: Savage Beauty” sind Sarah Burton, McQueens langjährige rechte Hand und jetzige Kreativdirektorin des Labels sowie Modedesignerin und McQueen-Freundin Stella McCartney beteiligt. Andrew Bolton und Harold Koda, beide Kuratoren am Costume Institute, betonten auf einer Pressekonferenz den besonderen Einsatz von Anna Wintour für die Ausstellung. Ohne das Engagement der US-Vogue Chefin wäre das Projekt nicht Zustande gekommen. Bereits zwei Tage vor dem offiziellen Ausstellungsbeginn am 04. Mai, wird sich die internationale Fashionszene auf Einladung Wintours in NewYork einfinden um McQueen und sein Lebenswerk zu feiern.
Ein Buch zur Ausstellung erscheint Ende Mai.
Alexander McQueen: Savage Beauty
04. Mai – 31.07.2011
METROPOLITAN MUSEUM OF ART
Iris and B. Gerald Cantor Exhibition Hall, 2nd floor
Totgesagte leben länger, das gilt diese Tage besonders für Modemacher Isaac Mizrahi. Mit der Präsentation seiner Kollektion unter dem Titel “Poodles & Cakes” bei der New York Fashion Week vor etwa anderthalb Wochen erlebt der 49jährige aktuell einen kleinen Hype.
So richtig weg vom Fenster war er eigentlich nie, zumindest nicht in den USA. Als Host der Reality-Show “The Fashion Show”, aber auch als Gast in diversen Talkshows wurde Mizrahi auch bei non-fashion-people zu einer Art “household-name”. Zwar betätigte sich der aus Brooklyn stammende Modedesigner mit jüdischen Wurzeln seit Beginn seiner Karriere auch modisch fast ununterbrochen und entwarf sowohl Kleidung für die Einzelhandelskette Target als auch für den Shoppingsender QVC, doch datiert die Modepresse die Hochphase seines kreatives Schaffens auf den Zeitraum von 1987 bis 1998. In diesen Jahren schickte sich Mizrahi alle sechs Monate an, die Monotonie des vorherrschenden Purismus auf den internationalen Laufstegen mittels Farbe und humorvollen Entwürfen zu durchbrechen, was zu Beginn seiner Karriere auch fabelhaft gelang.
Zweifellos zählte Mizrahi in dieser Zeit zu den Top 10 der New Yorker Modeszene, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung der Firma Chanel. Als Chanel aufgrund einer inkonsistenten Stilistik und daraus resultierenden unbeständigen Abverkäufen jedoch die Finanzspritzen für Mizrahis Unternehmen 1998 einstellte, entschwand der Designer allmählich aus dem Bewusstsein der Hochglanz-Tippsen. Etwa 5 Jahre lang war es ihm untersagt Mode unter eigenem Namen zu vermarkten. Nach Ablauf dieser Frist unterzeichnete er 2003 schließlich einen Vertrag mit dem Kaufhausriesen Target und begründete damit sein Comeback. Im Jahr 2008 beauftragte ihn das Bekleidungsunternehmen Liz Clairbone als Chefdesigner frischen Wind in seine altbackene Damenkollektion zu bringen. 2010 kam eine Modelinie für den Shoppingkanal QVC hinzu. Der Umsatz mit Massengütern finanziert letztlich auch seine 2009 neu eingeführte namenseigene Luxuslinie “Isaac Mizrahi New York Collection.”
New York, Februar 2011: Beim Gang über die Madison Avenue entdecke ich auf Höhe der 67. Straße an einem schmalen Backsteinbau ein Werbeschild des von mir schon für “out-of-business” geglaubten Isaac Mirzahi.
Schön schaut er aus, sein Name in Serifenschrift mit dem New York-Zusatz in roten Großbuchstaben. Schön auch die grün-blaue Kombi im Schaufenster, bei der der Schnitt bewusst schlicht gehalten wurde, damit Farbe, Haptik und Qualität wirken können. Ein bisschen Jil Sander aber eben “Made in New York”. Die Tatsache das Mizrahis Luxus-Kollektion fast ausschließlich in den USA erhältlich ist, schürt zudem die Begehrlichkeit. Wo sich anderorts, weder bei Barneys noch bei Saks, kaum noch etwas findet, was sich nicht überall sonst auf der Welt auch kaufen ließe, bekommt Frau in Mizrahis kleinem aber feinen Laden dieses typische Großstadt-Feeling zum Anziehen. New York als eine Art zweite Haut. Also genau das, was auch Diane von Fürstenberg mit ihrem aktuellen Werbeslogan “Dressing home” zu vermitteln versucht! Kosmopolitischer lässt es sich kaum shoppen!
ISAAC MIZRAHI STORE
23 East 67th Street
New York, NY 10065
USA
Tel: 001.212.288-8111 www.isaacmizrahiny.com
Was bitteschön ist im Hause Halston los? Das einstige Jetset Label der amerikanischen Upperclass kriegt die Kurve nicht. Die Inhaber des 1968 in New York von Roy Halston Frowick gegründeten Labels, Filmproduzent Harvey Weinstein und Jimmy Choo-Inhaberin Tamara Mellon, haben seit ihrer Übernahme der Markenrechte im März 2007 mit roten Zahlen und einem geringfügigen Medieninteresse zu kämpfen.
Nun wurde über das Branchenblatt “Womens Wear Daily” jüngt bekannt das CEO Bonnie Takhar entlassen wurde, wegen unerreichter Umsatzziele, aber auch weil ihr Kurs keine Verbesserung der Lage erkennen lies. Hire & Fire; im Top-Segment der Modebranche keine Seltenheit und bei einem sich im Dämmerschlaf befindenden Betrieb an für sich auch keine große Meldung wert. Doch aufgrund der Tatsache das die Halston-Inhaber über ein beachtliches Privatvermögen verfügen und Tamara Mellon ihre unternehmerischen Qualitäten bereits bewiesen hat indem sie aus der unbeachteten Schuhmanufaktur “Jimmy Choo” ein globales Multimillionen-Dollar Brand schuf, stellt sich die Frage nach dem Grund für den konstanten Misserfolg Halstons.
Die zweimalige Neubesetzung des Chefdesigner-Postens binnen zwei Jahren, die Verpflichtung einer Schauspielerin als Head-Designern für die Zweitlinie “Halston Heritage”, und nun auch noch der Rausschmiss einer Führungskraft, deuten darauf hin, das nicht die Marke per se ein Problem darstellt -die hätte bei strategisch kluger Führung durchaus Potential-, sondern vielmehr die Protagonisten, die unter ihrem Dach arbeiten.
Natürlich ist es ungleich schwerer mal eben eine Modekollektion erfolgreich an die Frau zu bringen als an Selbige Accessoires zu verscherbeln, die sich ohnhehin von selbst verkaufen, schon allein weil der Bedarf an ihnen wesentlich größer ist. Mit einem einzigen Paar Killer-Heels lässt es sich eben schlecht durch den Winter stöckeln und eine “XL-Tote” taugt einfach nicht für den Abend in der Oper. Doch wer einmal einen schwarzen Hosenanzug, einen Trenchcoat oder einen crèmefarbigen Cashmere Pullover sein Eigen nennt, der braucht davon so schnell keinen zweiten mehr.
Doch ob nun Mode oder Accessoires, Halston mangelt es in beiden Kategorien an Mut zum Risiko. Viel zu starr hangelt man sich bei der Gestaltung der Kollektionen am stilistischen Erbe Herrn Halstons entlang. Das Resultat, ein Konfektionsprodukt ohne Relevanz. Wollen die nicht, können die nicht oder dürfen die nicht? Die Frage richtet sich an die Designer des Hauses. Von kreativen Köpfen wie dem Italiener Marco Zanini, der vor seiner Zeit bei Halston, 10 Jahre lang bei Versace erfolgreich die Couture Sparte verantwortete, darf man erwarten, dass er weiß, was ein Eyecatcher ist. Warum bloß zeigte er ihn dann nicht? Die gleiche Frage könnte man getrost auch seinem Nachfolger Marios Schwab stellen, dessen Entwürfe für die Sommerkollektion 2011 denen seines erfolgslosen Vorgängers zum verwechseln ähnlich sehen.
Gut möglich auch, dass die Riesen-Egos der Obersten im Hause Halston, ihr Gespür für den Zeitgeist trüben und auch deren Rationalität behindern. Wie sonst lässt sich erklären, dass ausgerechnet Sarah Jessica Parker bei einem der (ehemals) prestigeträchtigen Labels der USA Chef-Designerin der Zweitlinie “Halston Heritage” spielen darf? Wer versucht dies mit Frau Parkers persönlichen Stil zu rechtfertigen, dem sei gesagt, dass Stylistin Patricia Field die kompetentere Person für den Job gewesen wäre. So war schließlich sie es, die der Aktrice den Glamour-Look aus “High&Low” verpasste, für den “Missus Parker” seit Jahren von Presse und Fans rund um den Erdball gefeiert wird. Dann wäre da noch die völlig überbewertete Celebrity-Stylistin Rachel Zoe, die Halston zwar intensiv supportet (und auch einen kleinen Anteil an dem Unternehmnen besitzen soll), deren Ruf als größte Zicke unter der Sonne Kaliforniens jedoch nicht gerade zur Popularitätssteigerung der Marke beiträgt. Niemanden der bisher mit der Aufgabe betraut wurde die Firma Halston zu entstauben, gelang es an deren glorreiche Zeiten in den Seventies anzuknüpfen.
Halston hat das gleiche Problem welches auch schon Firmen wie Jil Sander und Joop, unmittelbar nach dem Ausscheiden ihrer Namensgeber ereilte, Profillosigkeit!
Marken wie Halston, aber eben auch Jil Sander und Joop waren personifizierte Marken, deren Erfolg maßgeblich von der Persönlichkeit ihrer Gründer geprägt waren. Roy Halston Frowick, der 1990 im Alter von 57 Jahren an den Folgen seiner Aids-Erkrankung starb, war die konsequente Verkörperung des Jetsets und Gesicht des unlängst inflationär rezitierten Studio 54 Mythos. Mit seinem Tod starb auch die Authentizität seines Labels. Seine fließenden Silhouetten reflektieren den Lebenstil einer elitären Szene innerhalb einer bestimmten Zeit. So ein Coup ist mitunter auch ein Glückstreffer: zu richtigen Zeit, mit den richtigen Klamotten an den richtigen Leuten, am richtigen Ort zu sein. Bei Halston passte einfach alles zusammen.
Unvergessen: Bianca Jaggers legendärer Ritt auf dem Rücken eines weißen Pferdes in die Hallen des Studio 54, und zwar in einem Kleid mit Carmen-Ausschnitt von Halston. Das war 1977! Gewiss ein Fashion-Momet und etwas das nicht per Knopfdruck reprodzuierbar ist. Alles hat seine Zeit, doch anstatt neue Wege zu beschreiten halten die Verantwortlichen des Unternehmens fast schon zwanghaft am 70er Jahre Spirit fest, als wolle man das Lebensgefühl dieser längst vergangenen Dekade mit aller Gewalt in die Gegenwart transferieren. Genauso gut könnte man versuchen Mr. Halstons Asche aus dem Pazifik wieder zusammenzutragen um aus etwaigen DNA-Spuren einen Klon zu generieren. Doch das ist Fiktion. Die Realität hingegen lautet: Halston, das war einmal!
Ein Auge für knackige Jungs hatte er schon immer: Jahrzehntelang ließ Calvin Klein, seine Parfums und Unterhosen ausschließlich von Männern mit ausgeprägtem Sixpack, markanten Gesichtszügen und vollen Lippen bewerben, deren Botschaft vor allem eines verkündete: Sex!
“Nichts kommt zwischen mich und meine Calvins” lautet daher auch des Unternehmens berühmtester Werbeslogan aus den 1970er Jahren. Die von Starfotograf Bruce Weber etablierte Homoerotik in Calvin Kleins Anzeigenkampagnen war vor allem für Schwule unübersehbar. Weibliche Models erfüllten hier oftmals nur eine Alibi-Funktion um die prüden Gemüter konservativer Amis möglichst ruhig zu halten.
Auch Calvin Kleins Ex-Frau, Kelly Rector, mit der er von 1986 bis 2006 verheiratet war verbrachte während ihrer Ehe auffallend mehr Zeit mit ihrer Pferdezucht auf Long Island als an der Seite ihres Mannes.
Doch vorbei die Zeiten in denen sich Calvin Klein den Konventionen fügen musste um das Image seines Milliarden-Dollar Imperiums sauber zu halten. Calvin Klein hat nichts mehr mit der von ihm im Jahre 1968 gegründeten Firma zu tun. Der Modemacher hat seine Firmenanteile 2002 für 430 Millionen US-Dollar an die Unternehmensgruppe Phillips-van-Heusen verkauft und ist seitdem raus.
Raus aus der Mode aber nicht aus den Schlagzeilen. Denn aktuell sorgt die Vergangenheit seiner Dauer-Begleitung, Nick Gruber, sowohl in der New Yorker Klatschpresse als auch in den vornehmen Dünen von Southampton für Aufregung. So hat der 20-jährige, auch bekannt unter den Künstlernamen Nick London und Aaron Skyway eine Zeit lang als professioneller Porno-Darsteller gearbeitet und es bereits in zahlreichen Video-Produktionen sowohl mit Frauen als auch mit Männern ordentlich krachen lassen.
Laut Grubers Facebook-Profil stammt der Sunnyboy aus Florida, studiert gegenwärtig in San Franciso und verdiene sich sein Geld mit Modeljobs. Doch diese Angaben werden von einigen amerikanischen Medien bezweifelt. An vielen Stellen liest man, Grubers Biographie sei fake, wie auch sein Äußeres. Erst nachdem er sich seine Nase verkleinern und neue Zähne habe einsetzen lassen, modele er ein wenig nebenher. Der Kommentar einer Leserin der Online-Ausgabe des amerikanischen Schwulenmagazins Advocate, die aus Grubers Umfeld zu stammen scheint, wirft ein nur wenig schmeichelhaftes Licht auf dessen sozialen wie auch geistigen Background.
Die Tatsache, dass Calvin Klein sich vergangenen Sommer mehrmals öffentlich mit seinem Beau zeigte, nährt das Gerücht die beiden seien ein Paar. Das Online-Journal “The Huffington Post”, der Internet-Dienst “Gawker” und die Tageszeitung New York Post vermeldeten bereits eine feste Beziehung. Leser einer amerikanischen Gay-Site, kommentierten das Sommermärchen mit dem Verdacht Nick Gruber, diene Klein lediglich als Callboy.
Ein offizielles Statement seitens Calvin Klein zur Verbindung der Beiden gab es allerdings noch nicht.
Im Internet fragt man sich aktuell nach den Beweggründen junger Typen, mit Männern die ihre Großväter sein könnten, ins Bett zu steigen und diskutiert dabei auch über die Frage nach der Würde der einstigen New Yorker Modeikone Calvin Klein.
Viele sehen in der Tatsache, dass Modeschaffende, die ihr Leben lang auf kultiviert machen, und in unzähligen Talkshows und Interviews ihren Anspruch an Intellekt und Schöngeistigkeit betonen, am Ende ihrer Kariere – wo sie Niemandes Erwartungshaltung mehr entsprechen müssen – Strichjungen, Callboys oder eben Porno-Darsteller in ihre Villen einziehen lassen, eine gewisse Fom der Heuchelei.
Nick Gruber als Aaron Skyline, vor seiner Beauty-OP
Während also einige Medien Nick Gruber bereits jetzt schon zu einem der reichsten Rentner der amerikanischen Ostküste beglückwünschen, schütteln Long Islands biedere Kaschmir-Elsen in ihren Strandhütten ihren sorgsam frisierten Kopf und wundern sich, was sich der 67-jährige Mr. Klein und das Jüngelchen aus Idaho eigentlich zu sagen haben? Doch darum geht es eben nicht. Worum dann? Die Antwort scheint mit einem Blick auf Grubers Body und “Filmographie” zwar naheliegend, doch die wohl originellste Einschatzung zu Calvin Kleins neuester Obsession lieferte ein Kommentarschreiber des Online-Magazins, “Gay.com”. Nach dessen Meinung habe “Calvin Klein das Rauchen aufgegeben und nun eine appetitliche Alternative zum Glimmstengel gefunden“.
Alles wird heutzutage gebrandet, so auch die Pflaster von Amerikas führendem Pflasterhersteller Band-Aid, denen die in New York ansässige und hierzulande weitgehend unbekannte Mode-Designern Cynthia Rowley ein neues Outfit verpasst hat.
Ob Pailletten-, Spitzen-, Edelstein oder Logo-Print, Rowleys Dessins verwandeln den üblichen, fleischfarbenen Klebeverband in einen echten Hingucker. Perfekt für stilbewusste Modedesign-Studenten, die sich mit ihren Stecknadeln häufiger mal in den Finger pieksen. Weil Gimmicks dieser Art an für sich völlig überflüssig sind, verschafft man ihnen Relevanz in dem man die Kooperation einfach an einen guten Zweck koppelt.
Im Falle der limitierten “Fashion-Pflaster”, die in einer schicken Metallbox stecken, welche für 10 US-Dollar zu haben ist, geht jeweils ein Dollar pro verkaufter Dose an “Design Ingites Chicago”, eine Art spendenfinanziertes Design-Labor, das Schülern und Studenten die Möglichkeit bietet, sich bei gemeinnützigen Design- und Architekturprojekten einzubringen.
Band-Aid Pflaster von Cynthia Rowley, $ 10.00
- erhältlich im New Yorker Cooper-Hewitt Museum sowie in allen Cynthia Rowley Stores
Es gibt Marken, die schaffen es immer wieder zu begeistern, durch Qualität, Kreativität und Innovation sowie mit einer unverkennbar eigenen Handschrift und nicht zuletzt auch mit einer Marketingstrategie, der es gelingt den Hunger des Endverbrauchers auf die hauseigenen Produkte stets aufrecht zu erhalten. CHANEL ist genauso eine Marke.
Ultraglamouröses Image, exklusive Vertriebspolitik, ein weltberühmtes und durchaus dekoratives Firmenlogo, ein an Coolness kaum zu übertreffendes Aushängeschild namens Karl Lagerfeld, und eine Kosmetiklinie deren regelmäßige Sondereditionen den Hype um Selbige gehörig anstacheln und weltweit für ellenlange Wartelisten an diversen Beauty-Countern sorgen.
Nun lanciert Chanel anlässlich der bevorstehenden Wiedereröffnung seines von Peter Marino neu gestalten New Yorker SoHo-Stores mit “The Soho Story Collection” eine limitierte Kosmetik-Serie bestehend aus 7 Produkten, die erstmals am 10. September in besagter Chanel Filiale -und nur dort- erhältlich sein wird. Darunter ein Gesichtspuder, welcher in der typisch schwarzen Lackbox daherkommt und dessen Pressung in Pop-Art Manier konkret Bezug auf die Metropole am Hudson River nimmt, sowie zwei Nagellacke, jeweils in glitzrigem Grau und funkelndem Violett, die bereits jetzt schon als das Beauty Must-have der kommenden Wintersaison gehandelt werden.
Übrigens: Parallel zum Chanel Store-Re-Opening in der Spring Street startet auch der von Condé Nast USA initiierte globale Shopping-Event “Fashion’s Night Out”. Hier kann sich jedermann bis in die späten Abendstunden glücklich kaufen und über spezielle Aktionen und Angebote der teilnehmenden Einzelhändler freuen.
(all images related to this article by courtesy of CHANEL)
CHANEL.com
CHANEL SOHO BOUTIQUE, 139 Spring Street, 10012 New York, NY, USA
Marc by Marc Jacobs Store Berlin, photo: HYPE MAGAZINE
Nun hat Marc Jacobs auch hierzulande Fuß gefasst und vor einigen Wochen in Berlin einen Store für seine Zweitlinie “Marc by Marc Jacobs” eröffnet.
Während einem beim Besuch einer der New Yorker Marc Jacobs Stores in Greenwich Village oder SoHo dieses hippe Downtown Feeling überkommt und kein Tourist den Laden in der Bleecker Street ohne ein billiges Plastik-Mitbringsel aus der “Special Items” Serie mit gut sichtbaren Firmen-Logo verlässt, entpuppt sich der Einkaufsbummel im deutschen Ableger als völlig emotionslose Angelegenheit. Weder die Inneneinrichtung des Shops, noch die Lage im Untergeschoss des Quartier 206 sind besonders originell – und auch besagte Mitbringsel sind hier leider nicht erhältlich. Mit der Berliner Präsenz wird das Unternehmen seinem coolen Image nicht gerecht. So wirkt die Berlinder Dependance leider, als wollte man der beachtlichen Standpunkt-Liste einfach eine weitere Stadt hinzufügen.
Marc by Marc Jacobs im Quartier 206
Friedrichstrasse 71
10117 Berlin
Während der Name ELOISE hierzulande primär für kollektives Schulterzucken sorgt, lässt er unter Amerikanern in der Regel nur einen Gedanken zu, und zwar an dieses sechsjährige, überaus selbstbewusste Mädchen, welches zusammen mit ihrer Nanny, ihrer Schildkröte Skipperdee und dem Mops Weenie im luxuriösen Plaza Hotel in New Yorks vornehmer Upper East Side lebt und dort Personal und Gäste mit ihrem “unkonventionellen” Verhalten auf Trab hält.
Die 1955 erstmals veröffentlichten Geschichten um die verzogene aber durchaus liebenswerte Göre, geschaffen von Autorin Kay Thompson, zählen in den USA zu den Klassikern der Kinderliteratur. Nun hat die New Yorker Nobelherberge seinem fiktiven, wohl aber berühmtesten Dauergast eine ganz reale Suite gewidmet. Mit der Inneneinrichtung der Räumlichkeiten wurde Modeschöpferin Betsey Johnson beauftragt, die mit Eloise vor allem eine Geisteshaltung zu teilen scheint; und diese lautet, Think Pink!
Es war ihr erster Inneneinrichtungs-Job, wie die Designerin auf der Pressekonferenz zur Einweihung der Suite verriet. Verbiegen musste sie sich bei diesem Projekt allerdings nicht. Im Gegenteil, Johnsons verspielte Handschrift passt perfekt zur Pralinenschachtel-Ästhetik der Eloise Cartoons. Das Ergebnis präsentiert sich als Mix aus Neo-Pop Statement und Kleinmädchen-Paradies in allen erdenklichen Nuancen von Rosa. Die Lieblingsfarbe von Eloise wie auch von Betsey Johnson selbst, die das unter Denkmalschutz stehende Plaza Hotel schon mehrmals als Location für ihre Modenschauen beanspruchte. Das einzige was hier nicht rosa ist, scheint die Teppich-Auslageware im Zebrastreifen Look zu sein.
Eine Nacht in der Eloise-Suite im 18. Stock des 1907 eröffneten Hotels -direkt an der Fifth Avenue und gegenüber vom Central Park gelegen- verspricht ein ganz besonders nachhaltiges Erlebnis zu werden. Leider auch im Portemonnaie. Denn eine Übernachtung schlägt hier mit happigen 995 US-Dollar zu Buche. Darin enthalten ist jedoch ein Gutschein über 100 $ für den Eloise Gift Shop im Untergeschoss des Hotels. Na dann!
Marc Jacobs (47) und Lorenzo Martone (31) haben sich getrennt! Zugegeben es gibt weltbewegendere Nachrichten und dennoch wirft die Kunde von der Auflösung der Beziehung so manche Frage nach der Vereinbarkeit von anspruchsvollen Fashion-Jobs mit einer festen Beziehung auf.
Schon im Film: “Der Teufel trägt Prada” rät Fashion-Director Nigel der unbedarften Assistentin Andy, Bescheid zu geben wenn ihre Beziehung den Bach runter geht, dann nämlich sei es Zeit für eine Beförderung. Sagt’ s und zupft dabei ungerührt die Klamotte an einem Model zurecht. Auch wenn diese Szene überspitzt sein mag, so deutet sie auf ein wesentliches Problem hin, das vermutlich alle Branchen, die Modebranche jedoch im Besonderen, zu betreffen scheint, nämlich die Schwierigkeit Kariere und Partner unter einen Hut zu bringen.
Die Trennung des einstigen Glamour-Paares Jacobs und Martone, das die amerikanische Modepresse liebevoll “MarLo” nannte, stimmt daher ein klein wenig nachdenklich. Zumal die Beiden unter vielen Modeschaffenden rund um den Globus als eine Art Role-Models galten: Schön, reich, berühmt und trotzdem glücklich! Nachdem der Werbemanager Lorenzo Martone nun am vergangenen Freitag, den 23.07., via Twitter die Öffentlichkeit darüber informierte, dass Marc und er bereits seit zwei Monaten nicht mehr zusammen sind und auch Marc Jacobs am vergangenen Donnerstag auf der Launch-Party zu seinem neuen Männerduft im Londoner Nobelkaufhaus Harvey Nichols, auf die die Frage nach einer etwaigen Hochzeit mit den Worten antwortete: “No I am not getting married,” und damit die Trennung quasi indirekt bestätigte, findet nun das große Spekulieren um mögliche Gründe für das Beziehungsaus statt. Beide Seiten wollten sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter zum Sachverhalt äußern.
Studienabsolventen, die sich auf der Suche nach einer Festanstellung von Praktikum zu Praktikum hangeln und Studenten im Praxissemester kennen die Situation: zahlreiche Unternehmen verlangen viel und bieten wenig.
Gerade in der Medien- und Modebranche wo die Zahl der verfügbaren Praktikantenplätze klein, die Nachfrage nach Selbigen aber groß ist, tendiert die Bezahlung nicht selten gegen Null. “Bald müssen wir auch noch Geld mitbringen um hier arbeiten zu dürfen”. Dieser unter ernüchterten Praktikanten stark zirkulierende Spruch wird nun anhand eines prominenten Namens Realität.
Das Modehaus Versace versteigert gegenwärtig über das Online-Auktionshaus Charitybuzz.com ein Praktikum in seiner New Yorker Firmenzentrale. Der Gebotsbetrag steht aktuell bei 3250 Dollar, weitere Gebote können in 250 Dollar Schritten abgegeben werden. Tja, liebe Modestudenten, endlich habt ihr die Gelegenheit zu beweisen was euch ein Praktikum in einem der prestigeträchtigsten Modehäuser der Welt tatsächlich wert ist.
Geht es dem Haus Versace wirklich so schlecht, dass es auf das Taschengeld pubertierender Millionenerbinnen angewiesen ist? Offiziellen Angaben zufolge kommt der Erlös einem wohltätigen Zweck zugute, genauer gesagt einer Organistion zur Bekämpfung von Brustkrebs mit Sitz in Südflorida.
Das hippe Nachwuchsdesigner mit einem Atelier im Hinterhof eines Szenebezirks generell kein großes Budget für Personal und Hilfskräfte zur Verfügung haben ist bekannt und aufgrund der Umstände unter denen sie ihre Kollektionen erstellen, nachvollziehbar. Das sich Multimillionendollar Unternehmen mit eigenem Firmenjet, die Vergabe ihrer Praktika, (guter Zweck hin, Charity her) von finanziell sorgenfreien Gören teuer bezahlen lassen, ist..-ehrlich gesagt finde ich keinen passenden Begriff dafür-…dekadent, inakzeptabel oder schlicht und einfach ausgedrückt: scheiße! Gewiss ist eine Referenz, die den Namen Versace und den Absender New York trägt, eine glanzvolle Angelegenheit. Ein Dokument, das den eigenen Lebenslauf aus der Masse herausstechen lässt! Doch was sagt eine letztlich “gekaufte” Beurteilung tatsächlich über die Qualitäten des Praktikanten aus?
Selektion via Bankkonto versus Begabung? Hoffen wir, dass Versace mit dieser Aktion ausnahmsweise mal keinen neuen Trend initiiert. Wer dennoch ein paar Tausend Dollar in seine Zukunft investieren möchte, hat bis zum Auktionsende am Donnerstag, den 14. Januar 2010 Zeit ein Gebot abzugeben. charitybuzz.com
Das Praktikum wird übrigens nicht vergütet. Schon klar!
Dank exzellenter Filmdokumentationen wie, Signé Chanel, Marc Jacobs & Louis Vuitton und der The Day Before genießt Regisseur Loic Prigent innerhalb der Modeszene mittlerweile all access Status. Ob Mailand, Paris, London oder New York, ob Backstage oder vor dem Catwalk, der studentisch wirkende Filmemacher ist mit seiner Kamera gern gesehen bei der Fashion Elite. Bereitwillig gewähren ihm die Top-Designer Zutritt zu ihren Ateliers und lassen ihn einfach gewähren. Besser gesagt, sie vertrauen ihm. Beschönigende PR-Statements und nachgestellte Szenen haben in Prigents Werk keinen Platz. Genau das macht seine Filme authentisch und daher so sehenswert. Ohne Prigent bliebe uns das wahre Gesicht der Mode und ihrer Protagonisten wohl nach wie vor verborgen.
Anna Wintour hautnah? Kein Problem für Prigent! Ungezwungen stellt sich die berühmte Vogue Editrix in Prigents aktuellem Filmprojekt HABILLÉES POUR L’ÉTÉ 2010, (DRESSED UP FOR SUMMER 2010) den Fragen von Mademoiselle Agnès.
Die TV-Journalistin Agnès Boulard ist in Frankreich keine Unbekannte, sondern, im Gegenteil, seit über 20 Jahren fester Bestandteil der Branche und ganz nebenbei auch Produzentin der Filmdokumentation. Mit unnachahmlicher Nonchalance begibt sie sich in sechs Episoden mehr oder weniger auf die Suche, nach dem nächsten Yves Saint Laurent und moniert dabei im Gespräch mit Pierre Bergé und dem französischen Kulturminister, ganz ohne erhobenen Zeigefinger dafür in herrlich selbstbewusster Manier, das Frankreich als Wiege der Haute Couture seinen kreativen Nachwuchs in keinster Weise fördere.
So heißt das letzte Wunderkind aus Paris noch immer Nicolas Ghèsquiere. Dabei ist der Chefdesigner von Balenciaga den Kinderschuhen doch schon längt entwachsen. Unentdeckte Talente, deren Begabung nur auf die Begegnung mit den entscheidenden Leuten wartet, gibt es überall, und in Paris sowieso. Mademoiselle Agnès hat einige von ihnen in ihren Studios abseits der großen Schauen besucht.
Agnès Boulard bewegt sich mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit auf dem Parkett der Eitelkeiten als wandle sie durch ihr privates Wohnzimmer. Im Gegensatz zu ihren extrem statusbewussten Kolleginnen, nimmt sich Boulard, die übrigens selbst 4 Jahre lang als Redakteurin bei der französischen Vogue tätig war, dabei selbst nie allzu ernst und führt beschwingt und ungeachtet aller Konventionen durch die Schauen zur Saison Spring 2010. Diese Natürlichkeit kommt an und so bittet gar der sonst so selbstbeherrschte Karl Lagerfeld Agnès nach der Präsentation seiner Kollektion um ein persönliches Tänzchen im Backstagebereich.
Die lebendige Französin liebt die Mode, nicht aber den ihr anhaftenden Dünkel und denkt gar nicht daran sich einem snobistischen Habitus zu unterwerfen. Das hat Stil und zeugt von wahrer Größe, und so verdankt sich der Zauber dieser Dokumentation im Wesentlichen auch der Persönlichkeit seiner Moderatorin. Lovely!
Zusammengenommen ergeben die sechs Teile eine Stunde “fashion uncensored”. Informativ, unterhaltsam und äußerst kurzweilig. Beeindruckend ist der Massenauflauf vor Jean Paul Gaultiers Headquarter in der Rue Saint Martin kurz vor der Show des Designers. Für einen Moment hatte ich den Eindruck es handle sich bei dieser Szenerie um ein Rockkonzert. Eine Portion Extravaganz in Reinform liefert wieder einmal Anna Wintour. Als der Weg zu ihrem Sitzplatz in der ersten Reihe einer Show, die Chefredakteurin über eine im Halbdunkel liegende Treppe führt, erhellt einer ihrer Bodyguards unaufgefordert die Stiege mittels einer Taschenlampe. Stufe für Stufe, und ohne dabei eine Miene zu verziehen trippelt Anna dem Lichtkegel vor ihren Füßen hinterher. Fantastisch! (siehe Video hier) Wie auch schon die Doku “The Day Before”, sind die sechs Episoden auf dem “Sundance Channel” im Internet kostenfrei abrufbar.
Zur Release Party ihres neuesten Albums “Rated R” im New Yorker Supper Club erschien Sängerin Rihanna vergangenen Dienstag in einem spektakulären, goldfarbigen Nietendress aus dem East Village Studio des Kreativduos Phillipe und David Blond.
Zahlreiche Arbeitsstunden und ein Gewicht von mehreren Kilogramm zeichnen dieses Kleid im Besonderen aus. Natürlich musste RiRi dabei auf passendes Schuhwerk nicht verzichten, welches nur wenige Tage zuvor eigens für sie angefertigt wurde. Noch am selben Abend folgte ein Outfitwechsel, denn beim Verlassen des Clubs präsentierte sich der Popstar den lauernden Paparazzi in einem neuen Gewand aus dem Hause Blond, diesmal in Rot und mit spitzer Schulter.
Wird der schnelle Kleidertausch zwischen Aufmarsch und Abgang einer Veranstaltung nun zur Pflicht der jungen Celebrity Generation? “Arriving in gold and leaving in red?”
Während die Entwürfe des Designerpärchens Phillipe und David per se ein absoluter eycatcher sind, verfehlte die Kombination mit der tiefschwarzen Versace Sonnenbrille (aus den 90ern ?) ihr Ziel, wie ein Weltstar auszusehen, leider völlig. Zwei Reize sind oftmals einer zu viel! Neben der markanten Logobrille, konkurrierte in dieser Nacht noch das typische frostige Make-up, einschließlich blutroter Lippen, mit einer platinblonden Helmfrisur um Aufmerksamkeit. Unfreiwillig ruinierte die 21-jährige somit den Look ihres coolen Körperpanzers. Wohingegen Rihanna Kleid Nr.2 mittels am Oberschenkel gestreifter Strumpfhosen seines Glamours beraubte. Wir gehen davon aus, dass ihr Stylist an diesem Abend einfach nicht mehr im Dienst war.
Doch die spannendere Frage bleibt nach dem allgemeinen Sinn und Zweck eines Kleiderwechsels innerhalb weniger Stunden? Handelt es sich dabei um eine Abmachung mit den Designern, oder um bloßen Narzissmus in ausgeprägter Form?
Es mag in den Genen der Familie liegen, oder auch nicht, dass Greg Lauren, Neffe des amerikanischen Modemachers Ralph Lauren, sich künstlerisch betätigt. Fakt ist, dass sich der 39-jährige Maler und Schauspieler, mit seinen unverwechselbaren Papierarbeiten zunehmend in der internationalen Kunstszene etabliert. Wer nun denkt, dies habe er ausschließlich seinem Familiennamen zu verdanken, der urteilt vorschnell.
Natürlich öffnet der Name Lauren Türen zwischen Manhattan und Long Island, natürlich helfen die Celebrity Kontakte der Laurenschen Sippe, dem eigenen Werk Aufmerksamkeit zu verschaffen, dennoch ist Greg Lauren kein Shootingstar auf seinem Gebiet. Ein Blick auf die Vita des Künstlers verrät das sich langsame Vorarbeiten, die konstante Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum hinweg, die den Arbeiten eines Künstlers erst die gewisse Tiefe verleihen, die das Prädikat Kunst rechtfertigen. Nach abgeschlossenem Studium der Kunstgeschichte an der Elite Uni Princeton bahnt sich Greg Lauren seinen Weg durch die Film- und Kunstwelt ganz ohne Hilfe seines berühmten und schwerreichen Onkels.
Seit 2000 steuert Greg Lauren regelmäßig Werke zur jährlich stattfindenden New Yoker Benefiz Auktion “TAKE HOME A NUDE” bei, beteiligt sich bei Gruppenausstellungen in kleineren Galerien und schmückt mit seinen Werken, den einen oder anderen VIP Event. 2008 ermöglichte ihm die deutsche aber in New York ansässige Galeristin Heidi Neuhoff zusammen mit dem weltweit renommierten Kunsthändler Asher Edelman eine Soloausstellung. Lauren´s Medium ist Papier! Öl auf Papier, Papier auf Leinwand. Sein Ouevre ist der bekleidete Mensch, die Mode, die Medien, die High-Society. Nicht banal sondern beeindruckend stimmungsvoll und handwerklich bestens umgesetzt, erweckt das zerknitterte, übermalte und beklebte Papier seine Figuren zum Leben. Bis zu 15.000 Dollar muss hinblättern, wer einen original Lauren sein Eigen nennen will. Renée Zelweger, Demi Moore und Ben Stiller zählen laut Medienberichten bereits zu seinen Fans .
all artworks and photos by Greg Lauren / bycourtesy of Greg Lauren
Seine neuesten Arbeiten zeigen Kleidungsstücke als Plastik aus Papier; zusammengenäht von Greg Lauren höchst persönlich. “Alteration” heißt das Projekt, ein Begriff der in der Schneiderei die Abänderung eines Modells bezeichnet. Hinter “Alteration” steckt die Analyse von Image und Identität bestimmter Kleidungsstücke, die Lauren während seiner Jugend geprägt haben. Die Objekte sind noch bis zum 1.November in den ehemaligen Räumlichkeiten der Galerie Guild & Greyshkul zu sehen.
Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur REUTERS sucht Modedesigner Tom Ford nach einem Finanzier, der bereit ist 50 Millionen US-Dollar in den Aufbau seiner Damenlinie zu investieren.
photocredit: by coutesy of TOM FORD, New York
Nach 10 Jahren als kreativer Kopf des Gucci Imperiums, verließ Ford 2004 das Modehaus und ging im Herbst 2006 mit einer namenseigenen Herrenkollektion im obersten Luxussegment an den Markt. Sein in New York ansässiges Unternehmen unterhält weltweit mehrere eigene Stores und konzentriert sich bislang ausschlich auf die Ausstattung des männlichen Geschlechts, ausgenommen hiervon sind Sonnenbrillen und Parfums. Männern bietet Ford klassisches Design aus hochwertigsten Materialien, in handwerklich perfekter Umsetzung mit der Option auf Maßanfertigungen. Nachdem ihm lange Zeit nichts mehr einfallen wollte um den weiblichen Körper zu verhüllen, dürfen sich aller Voraussicht nach, Frauen nun doch auf die Entwürfe von Tom Ford freuen.
Die New York fashion week ist vorbei, und während die Modewoche in den ersten Hälfte mit Bedeutungslosigkeiten glänzte, so verteidigten in der zweiten Hälfte die großen Namen der Branche erwartungsgemäß den Ruf der Stadt als Modemetropole.
Allen voran Marc Jacobs, der mit einem eklektischen Stilmix und vielen Rüschen und Volants, für Sommer 2010 die Hinwendung zu einer neuen Romantik propagierte.
Ein weiteres Highlight bildete die avantgardistische und farb- sowie musterintensive Kollektion des gebürtigen Brasilianers Alexandre Hercovitch. Inspiriert von der Schutzkleidung amerikanischer Football-Spieler präsentierte der in Sao Paul ansässige Designer schmale, aus zahlreichen Schnittteilen zusammengesetzte Satinhosen, Jacken mit, auf die Spitze getriebenen Powerschultern, Tanktops aus Vinyl, und zu Minikleidern umfunktionierte Spielertrikots mit Puffärmeln und Spitzeneinsätzen.
Für eine positive Überraschung auf dem Laufsteg sorgte Altmeister Oscar de la Renta. Der 77-jährige dessen old-school Glamour vor allem Industriellengattinen, Präsidentenwitwen und Park Avenue Ladies gefällt, präsentierte der Upper Class dieses Mal eine stark verjüngte Version seines opulenten Stils: kostbare, reich bestickte Stoffe in bester handwerklicher Umsetzung. Eleganz in ihrer reinsten Form.
Spring Summer 2010 - The Looks
Anna Sui ist eine Meisterin des Stilzitats. Mit ihrer von Dr. Doolittle beeinflussten Kollektion stellte sie unter Beweis, dass Zirkuselemente nicht zwangsläufig clownesque aussehen müssen. Wie immer beeindruckte sie mit Detailversessenheit, den ausgefeiltesten Drucken und coolem Downtown Styling.
Bei Donna Karan war alles im Fluss oder besser gesagt im Wind. Donna Karan lebt einen von Yoga und den vier Elementen Wasser, Wind, Feuer und Erde geprägten Lifestyle und segnet daher nur ab, was sie auch selbst tragen würde. Sie macht sich viele Gedanken zu den modischen Bedürfnissen der berufstätigen Frau und ist stets bemüht Bürotauglichkeit mit weiblichen Elementen in Einklang zu bringen. Für Sommer 2010 favorisiert sie eine Silhouette in Bewegung. Wickeloptiken, weich fließende Drapierungen nach dem Vorbild griechischer Büsten in silbergrau und weiss, soft und dennoch strukturiert. Zeitgemäß und very Uptown.
Naturverbunden gibt sich auch das andere, große amerikanische Label Calvin Klein. Das rauhe Äußere der Süßwassermuschel bestimmte Farbe, Textur und Silhouette in der Kollektion von Francisco Costa. Der Designer experimentierte mit Volumen und Knitteroptiken. Ultraleicht, aber nicht wirklich spannend. Es fehlte an Raffinesse. Accessoires scheinen bei Calvin Klein ein Fremdwort zu sein, diese fehlten leider völlig.
Ein völliges Desaster aus nichtssagenden Einzelteilen, die stilistisch in den 1990er Jahren stecken geblieben schienen, lieferten Michael und Nicole Colovos für Helmut Lang. Ihre beinahe komplett in schwarz und grau gehaltene Kollektion machte wenig Lust auf Sommer, kommt der Betrachter doch schon allein beim Anblick der engen Leggings und affigen Walla-Walla Hosen mit einem bis zu den Knien tief-hängenden Schritt ins Schwitzen. Die Miniröcke mit einem asymmetrisch verlaufenden und sich überlappenden Saum bildeten auf der Rockvorderseite ein unsinniges Dreieck, das den Blick unnötig auf den Schritt lenkt, peinlich! Tops mit Farbverlauf à la Prada Herbst /Winter 2008 und Batik- Shirts zu hautengen Hosen, wirkten gestrig und haben mit der DNA des Firmengründers Helmut Lang nichts mehr gemein.