THIERRY MUGLER lanciert den neuen Frauenduft „Womanity” und spricht Klartext
Posted: Mai 7th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Clarins, New York Times, Thierry Mugler, Womanity | No Comments »

Monsieur Mugler, photo: James Alcock, by courtesy of CLARINS
Eigentlich ist ihm das alles zuwider. Dieser ganze Modezirkus und das Aufheben, das um seine Person gemacht wird. Doch zwiespältig wie er nun mal ist, steht Designer Thierry Mugler plötzlich wieder mitten im Blitzlichtgewitter bei der Präsentation seines neuen Dufts „Womanity” in Paris – 18 Jahre nachdem sein Verkaufsschlager „Angel” und 5 Jahre nachdem der spacige „Alien”- Flakon die Parfümerieregale eroberten.
Kaum ein Interview hat der als notorisch schwierig geltende Modemacher in den vergangenen 10 Jahren gegeben. 2000 entschließt sich der für seine futuristischen Kreationen bekannte Mugler, der Fashion- Industrie für immer den Rücken zu kehren:
„ I used fashion to express myself as much as I could. But at some point, it was enough.” erklärt der Designer rückblickend in einem Interview mit der New York Times. Er greift zu radikalen Maßnahmen, stählt seinen Körper ins Extrem – die einst schlanke Statur des Ballettänzers mutiert zum 120- Kilo-Anabolika-Paket. Er hofft, durch die Metamorphose zum Muskelprotz für die Modebranche uninteressant zu werden, lässt sich bewusst von Freunden Manfred Mugler nennen und kokettiert mit dem Image des Enfant terrible – doch das macht den Mode-Abtrünnigen noch interessanter für die Regenbogenpresse. “You don´t want to be reminded that you did this or you did that,” sagt der heute 61jährige. „It is disturbing.”
Tatsächlich haben Muglers Kreationen bis heute einen großen Wiedererkennungswert, während die Kollektionen vieler seiner Kollegen vergänglich sind. Seine schwarzen Ledermasken, Wespentaillen und roboterartigen Catsuits der 90er haben eine derart futuristische Anmutung, dass sie immer wieder von anderen Top-Designern kopiert werden. Muglers Mode hat eine gewisse Nachhaltigkeit, andernfalls hätte ihn Sängerin Beyonce 2008 vermutlich nicht verpflichtet, ihre Bühnenoutfits für die Tour „Superheroes” zu kreieren. Und während andere Duftwässerchen nach ein paar Jahren wieder aus den Regalen verschwinden, macht die Kosmetikfirma Clarins allein mit Muglers Parfumklassikern “Angel” und “Alien” einen Jahresumsatz von 280 Millionen Dollar. Die Marke Mugler lebt, auch ohne ihren Schöpfer und ohne Modelinie. Trotz dieses Erfolges empfindet Mugler für die Fashionbranche eine Art Hassliebe. Sein engster Berater Christophe de Lataillade, findet hierfür treffende Worte: „He had felt sort of dispossessed from his name” sagt Lataillade. “There were points when he was like a rock star. I think maybe some of the physical transformation and the name were ways to repossess his life.” Mugler ist wie sein erfolgreiches Parfum, ein Alien – der die Mode um Einiges bereichert hat.
„I would say Thierry is someone who has no taboos. A lot of things that shock other people don`t particularly bother him. I find this very respectable, as a way of freedom of thinking.”
(Text: Martina Klose)
Mehr über Thierry Mugler: The New York Times
Thierry Mugler auf HYPE-magazine.com:
Thierry Mugler: Galaxy Glamour
Thierry Mugler mit Beyoncé auf Tour

