Ominöse CARINE ROITFELD Biographie – Buch-Verlag bittet Blogger um Mithilfe

Posted: Juli 13th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , | No Comments »

Carine Roitfeld, photo: The Travelista, FLICKR creative commons

Carine Roitfeld, photo: The Travelista, FLICKR creative commons

Sie zählt zu den meistfotografierten und zugleich  mächtigsten Fashion-Personalities der Welt: Carine Roitfeld, Chef-Redakteurin der französischen Vogue. Ob die Mode-Frontfrau genauso gefürchtet ist, wie ihr amerikanisches Pendant, die angeblich so teuflische, Prada-tragende Anna Wintour, weiß niemand so genau.

Auch das Gerücht, dass sich Carine und Anna nicht ausstehen können hält sich hartnäckig. Beide Vogue-Oberhäupter haben zwar ähnliche Frisuren und verfügen über ein dominantes Äußeres, doch in Fachkreisen gilt Madame Roitfeld als die Mildere und vor allem Unkonventionellere von beiden.  Sie selbst bezeichnete sich einmal in einem Interview mit der “Welt am Sonntag” als Punk der Vogue-Familie und  outete sich als Handtaschenhasserin. Eine der wenigen Selbstauskünfte, denen wir somit Glauben schenken dürfen. Ansonsten wird, wie bei allen Berühmtheiten, jedoch viel spekuliert über la Roitfeld. Zu viel, dachte sich wohl Purple-Magazine-Herausgeber Olivier Zahm.

Bei Modenschauen sitzt er häufig neben Carine in der ersten Reihe – sie um vornehmlich Kreationen der großen Couturieres zu begutachten, er wohl mehr, um blutjunge Models für seine beliebten One-Night-Stands zu casten, welche er dann anschließend, sich auf weißen Bettlaken räkelnd auf seinem Blog-Tagebuch Purple diary unter der Rubrik “Sex” veröffentlicht. Genau dieser Mann – den man wegen seiner verlodderten Optik nicht unbedingt der Modebranche zuordnen würde, – soll im Herbst 2011 die erste Biografie über Carine Roitfeld herausbringen. Intime Schnappschüsse der seit 2001 amtierenden Vogue-Chefin und deren hübscher Tochter kann man ja schon seit Längerem auf Purple diary bewundern, was in der Tat auf eine enge Freundschaft zwischen Roitfeld und Zahm hindeutet.

Insofern scheint das geplante Werk neue Einblicke in das Leben und Schaffen einer der bedeutendsten Frauen im High-Fashion-Bereich zu gewähren. Auch wird die erste Roitfeld-Biographie mit Sicherheit bildstark sein, da Olivier Zahm sein Umfeld stets originell, glamourös und zugleich verrucht inszeniert, wohingegen er sich mit Texten eher zurück hält. Ungewöhlich ist allerdings, dass der Rizzoli Verlag vor dem Erscheinen des Wälzers die Blogger-Szene um Mithilfe bittet.

So ging vergangene Woche bei einer Reihe von namhaften Modebloggern eine e-mail ein, in der unter anderem zu lesen war: We would love to include questions from the blogosphere in this book. We invite you bloggers to send a personal question to Carine which she will selectively answer in her forthcoming book.” Auch wenn diese Rundmail für die betreffenden Blogs sicher ein Kompliment sein mag, lässt es den Biografen Zahm weniger gut aussehen. Hat Frauenheld Olivier über La Roitfeld  etwa doch nicht soviel zu erzählen? Gibt deren Leben gar zu wenig her, um ein dünnes Paperback zu füllen?

Vielleicht wird sich das Buch aber auch mit dem Phänomen auseinandersetzen, warum ausgerechnet die französische Vogue-Chefin so häufig in einschlägigen Modebloggs auftaucht und offenbar deren Sympathie genießt, wer weiß? Klarheit wird es wohl erst geben, wenn wir das Buch im Herbst nächsten Jahres in den Händen halten. Aber selbst das ist neuerdings ungewiss. So war gerade auf dem Fashion Blog hint zu lesen, dass das Zahmsche Buch Projekt etwas vorschnell verkündet wurde, und keine Priorität habe. Tja, ein Buch mit sieben Siegeln eben…

(Text: Martina Klose)


„Purple” Herausgeber Olivier Zahm steht auf schlüpfrige Sex-Messages

Posted: Mai 11th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , | No Comments »

Olivier Zahm im Kreise seiner Liebsten, Photo: HYPE magazine

Olivier Zahm im Kreise seiner Liebsten, Photo: HYPE magazine

Er sieht aus wie ein Nerd. Frauen, die ihn nicht kennen, würden ihm wahrscheinlich sofort einen Korb geben, weil er so schmierig daherkommt wie ein Pornoproduzent. Dabei handelt es sich bei dem Brillenträger mit stacheligem Vollbart und Schlafzimmerblick um den Herausgeber des Fashion Magazins Purple. Zahm kultiviert dieses Schmuddelimage bewusst. Und so überrascht es nicht, dass er auf die Frage, wie er sich denn in langweiligen Meetings die Zeit vertreibe, kurz und knapp antwortet: „Ich tue das, was Derek Blasberg” Sexting” nennt. Ich schicke Frauen schmutzige Sexbotschaften.”

Tja, Zahm, im früheren Leben übrigens Kunstkritiker, gibt sich gerne weniger zahm. Auf seinem neuen Blog „Purple diary” macht er keinen Hehl daraus, dass er auf klare Ansagen in Sachen Sex steht. Und ob man will oder nicht – der Besucher seines Blogs gerät automatisch auf den splitternackten Olivier – eine zahmsche Selbstinszenierung, wie sie appetitlicher nicht sein könnte, eingebettet in eine Fotostrecke jungfräulicher Models, meist in erniedrigenden Posen. Fotos, mit leicht pornografischer Anmutung im Stile eines Terry Richardson.

Auf die Frage, was Zahm denn so über den umstrittenen Modefotografen denke, der unter Verdacht steht, reihenweise junge Models sexuell missbraucht zu haben, kontert der Purple-Macher: It´s totally ridiculous and embarrassing for them. The women who attacked Richardson, it´s really sad. Terry loves so much people, he´s such a sweetheart.” Komisch nur, dass „sweetheart” Terry neulich auf dem roten Teppich in Paris von dem dänischen Supermodel Rie Rasmussen öffentlich angeraunzt wurde, weil er junge Frauen ausbeute und erniedrige: „He takes girls, who are young, manipulates them to take their clothes off and takes pictures of them, they will be ashamed of. They are too afraid to say no because their agency booked them on the job and are too young to stand up for themselves.” Viele Nachwuchsmodels haben Rasmussens Vorwürfe inzwischen bestätigt.

Mag sein, dass Richardson mit seinen sexistisch angehauchten Motiven eine unverkennbare Handschrift hat, die ihm ständig neue Aufträge in Hochglanzmagazinen wie VOGUE und Harpers Bazar beschert. Dennoch: Aufnahmen, die den Fotografen mit entblößtem, tätowiertem Oberkörper und erigiertem Penis zeigen, während er ein nacktes Model ablichtet, sprechen eine klare Sprache. So faszinierend und provozierend solche Bilder auch sind, irgendwie haben sie einen faden Beigeschmack. Denn um solche Fotos zu schießen, braucht es schon etwas mehr als nur Haare und Make-up.

Für Olivier Zahm, der inzwischen ähnliche Motive in schwarz-weiß schießt und diese auf seinem Blog unter der Rubrik „Sex” einstellt, fällt ein onanierender Fotograf unter den Begriff Kunst: „ Terry sometimes plays with the idea of sex, but he`s never pornographic .Nothing ist porn about his photography.” Na, wenn das so ist, dann hoffen wir mal, dass Terry Richardson seinen strammen Terry erst im Nachhinein per Fotoshop aufs Bild gezaubert hat.

Quelle: The Cut / New York Magazine

Website: Purple Diary


KARL LAGERFELD UND DAS DORIAN GRAY SYNDROM

Posted: September 7th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION MEDIA | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

Endlich, die Herbst/Winter Ausgabe des Purple Magazins ist draußen und mit ihm die Bilder, die Karl Lagerfeld von seinem derzeitigen Lieblingsmodel Baptiste Giabiconi, in St.Tropez, Venedig und Paris geschossen hat. In der Strecke ist Lagerfelds 19-jähriger Zögling, primär nackt, in Damenklamotten und in High Heels zu sehen. Eine Darstellung, die im Bereich des High Fashion Editorial nichts Neues darstellt und renommierten Stylisten maximal noch ein müdes Lächeln entlockt. Doch wer glaubt, die Aufnahmen ließen die Welt kalt, der irrt.

Purple Magazine No. 12 Fall 2009 photo: Karl Lagerfeld
Purple Magazine No. 12 Fall 2009 / photo: Karl Lagerfeld

Seitdem die Ablichtungen im Internet kursieren werden sie innerhalb der Blogosphäre höchst ambivalent besprochen. Diskussionsgegenstand ist nicht etwa die Freizügigkeit per se mit der Baptiste seine körperlichen Vorzüge offenbart, sondern vielmehr die eindeutig sexuell aufgeladene Bildsprache, die kaum eine anderweitige Interpretation zulässt, als das Lagerfeld sich an seinem Model offenbar auch sexuell berauscht und somit den Zuschauer ungefragt zum Voyeur seiner kaiserlichen Fantasien degradiert. Den einen stört das, den andern macht es geil. Es lebe die freie Meinungsäußerung!

Für zahlreiche Fashionistas liegt die Enttäuschung nicht in der Qualität der Bilder begründet, als vielmehr darin, was diese Bilder eigentlich über die Persönlichkeit ihres Fotografen aussagen. Lagerfeld, die unnahbare Kunstfigur, der in einem Bunte- Interview von sich mal behauptete völlig asexuell zu leben, erliegt der Schönheit eines unverbrauchten Jünglings, dem er sich durch den Sucher seiner Fotokamera nähert. Lagerfeld wird mit über 70 Jahren wissen, was man einem Knaben bieten muss um ihn zu halten. Status und Weltläufigkeit  funktionieren zu Beginn eigentlich immer. Der aus einfachen Verhältnissen stammenden Baptiste mag noch zu jung sein um über das Geschehen um ihn herum kritisch reflektieren zu können und sonnt sich somit verständlicherweise in der für ihn ungewohnten und durchaus vorteilhaften Aufmerksamkeit. Es ist ein Geben und Nehmen, bei dem es vermutlich nie zum Vollzug kommen wird. Was bleibt ist die unerfüllte Sehnsucht des größten und populärsten Modeschöpfers des 21. Jahrhunderts, belegt durch Fotos, die den unerreichbaren Baptiste nackt, von hinten zeigen, wir er sich mit gekreuzten Beinen nach vorne gebeugt, auf einer Brüstung abstützt. Auf Stöckelschuhen!

Eine Hommage an Helmut Newton, wie Purple Herausgeber Olivier Zahm in seiner Einleitung zur Photostory betont. Doch auf aufmerksame Gemüter wirken die Bilder als wären sie weder für das Purple Magazine, noch für den Leser und schon gar nicht für die Modehersteller, deren Kleidung hier zu sehen ist, geschossen worden, sondern ausschließlich aus der persönlichen Motivation Lagerfelds heraus, sich am Körper seines Boy Toys und an dessen totaler Nacktheit, zu ergötzen. Nutzt da etwa jemand Fotoshootings und das Versprechen auf Ruhm als Mittel zum Zweck? Es ist dieses schmierige Klischee vom Fotografen und dem Model, das den Aufnahmen latent anhaftet und für negative Stimmung bei all denjenigen sorgt, die eine andere Professionalität des Modemachers gewohnt sind. Das Begehren, die unkontrollierte Lust auf den Anderen, jeder kennt dieses Gefühl, doch bei Karl Lagerfeld wollen das nur die Wenigsten sehen. Die Leute erwarten den perfekten Lagerfeld, die Kunstfigur, die er selbst von sich geschaffen hat und keinen Durschnittssenioren, der sich seiner menschlichen Schwäche und irdischen Gelüste hingibt. Das entspricht einfach nicht dem Image des stets hoch disziplinierten und kultivierten Modeschöpfers.

Die schwarz-weiss Strecke ist im Gespräch, somit wird diese Purple Ausgabe schneller vergriffen sein als alle vorherigen. Herzlichen Glückwunsch. Doch beim durchblättern der Seiten fühlt es sich an, als hätte man die größte Modeinstanz des Planeten, Karl Lagerfeld, bei der Selbstbefriedigung erwischt!

Purple Magazine FW 09/10

Purple Magazine FW 09/10

Purple Magazine, € 21,50

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