PATRICK MOHR – Eiertanz zwischen Kommerz und Avantgarde

Posted: Januar 23rd, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

An Patrick Mohr scheiden sich bekanntermaßen die Geister. Die einen preisen ihn als das vielversprechendstes Talent der deutschen Modeszene, die anderen blicken fast schon mit Abscheu auf seine bislang nicht gerade massenkompatiblen, semi-konzeptionellen Entwürfe im “Sack und Asche Look”.

Foto: HYPE MAGAZINE

Doch nach der Präsentation seiner Kollektion für den kommenden Winter fiel der Applaus im Fashion-Zelt am Bebelplatz, durch die Stuhlreihen hinweg, deutlich verhalten aus. Mit Ausnahme einzelner “Wuo-Wow-Wah-Zwischenufe” seiner unerschütterlichen Fanbase. Ob es an der sonoren Musik lag sowie dem meditativen Schritttempo seiner Models beim Gang über den Laufsteg, oder schlicht und ergreifend an der Enttäuschung darüber, dass Mohr dieses Mal auf jegliche Provokation verzichtete, stattdessen, aufgrund neuer Firmenstrukturen, erstmals “kommerzielle” Kollektionsteile zeigte?

Nach wie vor reizvoll: die optische Aufweichung der Geschlechtergrenzen, ein kontinuierliches Prinzip in Mohrs Arbeit, wird durch das uniforme Make-up und die langen zurückgekämmten Haare seiner Models deutlich, insbesondere aber durch die zugklebten Münder und abgedeckten Augenbrauen. Typisch feminine und maskuline Elemente, die von der Form des Mundes und der Augenbrauen ausgehen werden so auf einen neutralen Nenner gebracht. Patrick Mohr benennt das Thema seiner Kollektion deshalb auch mit dem Begriff “eineiig”.

Die Erstellung einer Kollektion auf der Basis eines selbstgewählten Themas, dient Designern in der Regel dazu den roten Faden während der Kollektionserstellung nicht aus den Augen zu verlieren. Im Falle von Patrick Mohr war dieser am Mittwoch jedoch nicht erkennbar. Doch gerade Mohrs Verweigerung die Erwartungen seiner Anhängerschaft zu erfüllen, die scheinbare Unbekümmertheit über die Meinung Anderer sowie die Konsequenz mit der er seinen Idealen folgt sind genau jene Faktoren, die zumindest Berliner Bloggerinnen aufgeregt den Schauen Patrick Mohrs entgegenfiebern lassen.

Patrick Mohr ist nicht wirklich zu fassen. Er polarisiert, sowohl mit Fusselbärten und Alien-artigen Köpfen, wie bei seiner Show im Juni 2010 , als auch mit alltagstauglichen Kleidungsstücken, wie jetzt im Rahmen seiner aktuellen Show, unter dem salomonischen Titel “Monovular” vorgestellt.

Fazit: Es scheint als befinde sich der in München ansässige Modemacher augenblicklich in einer Art kreativem Schwebezustand. Wo geht’s lang, Herr Mohr? Die Antwort darauf bleibt Patrick Mohr dem Publikum bis zur nächsten Fashion Week schuldig.


Tortenavantgarde von PATRICK MOHR

Posted: Januar 5th, 2011 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | No Comments »

Designer Patrick Mohr und sein Tortenentwurf Photo: Gunter Bieringer

Aber bitte mit Sahne! Oder doch besser ohne, wäre schließlich Schade wenn der läppische Schlag des Zucker-Eiweiß-Schaums die strenge Form, der von Modedesigner Patrick Mohr entworfenen Torte beeinträchtigte. Nein, das “Fashion-Gebäck”  -Mascarpone-Johannisbeer-Salatgurke- muss optisch wie kulinarisch pur genossen werden!

Geometrische Formen bilden das Markenzeichen Mohrs und so ziert dessen Biskuit-Kreation auch ein kleines rotes Dreieck aus einer marzipanähnlichen Masse. Serviert wird das gute Stück ausschließlich im Münchner Szenecafé “Das Neue Kubitscheck” in München.

“Das Neue Kubitscheck”, Gollierstraße 14, 80339 München, cafe-kubitscheck.de


FREITAG, 13.08: PATRICK MOHR x DJ HELL T-Shirt Presentation

Posted: August 12th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , | 1 Comment »

_fni9azk4om2a-waaaabqqfyagbbAn Patrick Mohr scheiden sich die Geister -Blogger, Laien und Fachpresse gleichermaßen. Die einen halten ihn als Designer für überbewertet, die anderen Bewundern ihn als großen Avantgardisten, der sich dem Mainstream verweigert.

Man bedenke, dass selbst Comme des Garçons Gründerin Rei Kawakubo bei ihrer ersten Fashion Show , 1981 in Paris, für ihren abgerissenen Hiroshima-Chic ausgebuht wurde und heute als DIE Innovatorin der Mode gilt, mit der so ziemlich jedes Unternehmen gerne mal eine Kooperation begehen würde, um das eigene Image aufzupolieren.

Nach außen scheinbar unbeirrt von alldem, geht Patrick Mohr seinen Weg. Dieser führt ihn morgen Abend erst einmal in den Münchner Stadtteil Giesing. Dort wird der Modemacher seine neue T-Shirt Kollektion im ehemaligen Karstadt/Hertie Haus vorstellen. Unterstützt wird er dabei von DJ HELL, der den Anwesenden nach erfolgter Präsentation musikalisch ordentlich einheizen wird.

Ort: ehemaliges HERTIE Warenhaus, Tegernseer Landstraße 64, 81541 München, Start: 22 Uhr
patrickmohr.net


BERLIN FASHION WEEK 2010 – WO WILLST DU HIN?

Posted: Juli 10th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: , , , , , | 2 Comments »

Fashion Week Berlin 2010

Fashion Week Berlin 2010

Was in den Medien stets kräftig gehypt wird und sich in TV-Beiträgen und Zeitungsberichten den Zuschauern und Lesern als „larger-than-life-happening” -sprich wahnsinnig wichtig- präsentiert entpuppt sich bei der Live-Visite vor Ort als eher ernüchternde Angelegenheit. Die Rede ist von der Berlin Fashion Week 2010, die sich mit dem heutigen Tag ihrem Ende neigt.

Fragt man Laien und auch Sachverständige worum es bei der Fashion Week eigentlich geht, antworten alle einvernehmlich mit dem Begriff Mode. Aber ist dies auch wirklich zutreffend?

Beim uneingeschränkten Blick auf das Geschehen, frei von jeglicher medialer Einflussnahme, ließ sich der noch vor zwei Saisons von Modekritikerin Suzy Menkes gepriesene Zauber der Berlin Fashion Week dieses Mal nur schwer erspüren. Die Hitze in den vergangenen Tagen schien einfach alles und jeden zu dominieren. Bei gefühlten 370 Grad Celsius, wirkte der völlig unbegrünte Bebelplatz zeitweise wie leergefegt. Einzig die üblichen mal mehr, mal weniger originellen Selbstdarsteller und die ihnen hinterher jagenden stets präsenten Bloggerinnen im typischen Berliner “nix-passt-wirklich-zusammen-Look” sorgten vor dem Zelt für ein wenig Unterhaltung. Aufgeregtes Gewusel und Aufmärsche glamouröser Fashionistas, die schnellen Schrittes zur Location stöckeln, wie man es bei den Schauen in Paris und in Mailand beobachten kann, bleiben in Berlin jedoch vorerst Wunschdenken.

Das Geschehen Bebelplatz
Das Geschehen am Bebelplatz

Die von uns besuchten Schauen waren zwar allesamt bis auf den letzten Platz besetzt, doch fiel uns dabei auf, dass die gezeigten Kollektionen zumindest für die am Ende des Laufstegs positionierte Pressemeute eher zweitrangig schien. Ihnen ein Blitzlichtgewitter zu entlocken schafften nicht etwa Blazer, Hose, Rock und Co. als vielmehr die Promis in der ersten Reihe. Nun wissen wir zwar, dass Ochsenknecht Junior, Wilson Gonzales, eine Freundin hat, doch wie hieß gleich noch mal das Label dessen Show die die beiden Turteltauben da besuchten?

Berlin Fashion Week das ist vor allem eines; Sehen und Gesehen werden. Doch wer präsentiert sich hier wem und wie? Als konzentrierte Beobachter auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten eruieren wir ein Publikum, das bei genauerem Hinsehen oftmals so gar nicht den Zielgruppen der einladenden Modeunternehmen entspricht.

Eine mit offenem Mund, Kaugummi kauende berufsjugendliche Boutique-Inhaberin aus Altötting, die auf eine akustisch nicht verstanden Frage ihres Ed Hardy tragenden Teenie-Sohnes mit einem lauten „Häh” zur Wiederholung seiner Fragestellung auffordert, passt einfach nicht zur schöngeistigen Designphilosophie ihres Gastgebers. Eine Klientel, die sich mitunter auch in den ersten Reihen an beiden Seiten des Laufstegs wieder findet. Da ist es nur schwer vorstellbar das eines Tages Anna Wintour, Franca Sozzani oder Anna Dello Russo hier ihre Plätze einnehmen werden.

Der viel gewichtigere Grund für die Abstinenz der internationalen Modeelite dürfte jedoch sein, dass auf der Fashion Week noch immer zu viele Labels zu wenig Relevantes zeigen. Positive Ausnahmen bilden hier natürlich Marcel Ostertag, Patrick Mohr, Lena Hoschek und das Luxuslabel Rena Lange. Doch vier high-potentials reichen nicht aus um weltweit für Aufsehen zu sorgen  und sind für Verlage mit “tight-budget” noch kein Grund ihre Star-Editrixen in die deutsche Hauptstadt zu entsenden. Bei einigen an der Berlin Fashion Week teilnehmenden Firmen wundert man sich ohnehin, warum sie ihre Sachen über den Laufsteg schicken?  Die Antwort ist schnell gefunden: Weil sie es sich einfach leisten können!

Nachdem die „Redaktösen” wieder abgereist sind bleibt die Frage nach der Integrität der Berlin Fashion Week. Geht es um Mode,  Status, Nachwuchsförderung oder schlicht um ein paar Tage Spaß und Party bei der die Modebranche vor allem eines feiert – sich selbst.

Custo Fashion Show und Fotografen bei der Arbeit
Custo Fashion Show und Fotografen bei der Arbeit

Quo vadis Berlin Fashion Week? Um als Ort für Modekompetenz an Bedeutung zu gewinnen bedarf es mehr als Berliner Anti-Chic,  kurzlebiger medialer Zusammenschnitte visueller Highlights vom Catwalk und der bildhaften Dokumentation “berühmter” Zaungäste.

Wo sind nur die Christopher Kanes, die Gareth Pughs dieses Landes geblieben? Steht „Design made in Germany” wirklich nur für „Layering” in grau, schwarz und weiß, für Tragbarkeit? Was ist eigentlich aus den vielen Westwood Diplomanden der Berliner HDK geworden? Wo sind die Kreativen aus Hamburg, Frankfurt & Düsseldorf? Liebe Exzentriker wo haltet ihr euch versteckt, zeigt endlich her eure Kleider!


Wochenendtipp: “BUY OR CRY”

Posted: Mai 14th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: , , , , | 1 Comment »
Photo: HYPE magazine

Photo: HYPE magazine

Seit heute läuft die zweite Auflage des Shopping Events “BUY OR CRY”, bei dem Münchens hippste Fashion Stores Klamotten aus vergangen Saisons und anderweitig gute Stücke mit großzügigen Preisnachlässen zum Kauf anbieten. Mit von der Partie sind u.a. die Designer Marcel Ostertag, Patrick Mohr und das Label Herr von Eden. Die Veranstaltung findet in einer überdachten Location in der zentral gelegenen Baaderstraße statt, und endet am Sonntag um 18 Uhr.

Wann:
Samstag von 12-20 Uhr
Sonntag von 12- 18 Uhr

Wo: Baaderstraße 7, 80469 München

Eine Übersicht der Teilnehmer findet Ihr unter: www.buyorcry.de


BACK ON TRACK, LET THE SEASON BEGIN!

Posted: Januar 5th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: , , , , , , , | No Comments »

Nachdem die Modebranche allmählich aus ihren Winterschlaf erwacht, habe auch ich meinen Kopf wieder von offline auf online umgestellt. whats-up-web

Mit Neugierde, was sich in den vergangen 7 Tagen meiner Internetabstinenz an Relevantem im Modezirkus ereignet haben könnte, warf ich einen Blick in mein E-Mail Postfach. Dabei musste ich enttäuscht feststellen, das “tout le monde” oder besser gesagt “tout la mode” sich offenbar noch bis Ende der Woche im Feiertagsmodus befindet. Außer ein paar Weihnachtsgrüßen von PR-Agenturen, NICHTS drin!

Ungeachtet der Tatsache das Hermès gegenwärtig  ein außergewöhnlich schönes Halstuch in seinem Sortiment führt, gab es in den vergangenen Tagen nichts “hypiges ” zu berichten. Marc Jacobs und Lorenzo Martone boten als turtelendes Pärchen auf der Karibikinsel St.Barth den größten Unterhaltungswert dieser Tage und stellten unter Beweis, dass die Birkin Bag auch bestens als Strandtasche taugt.

Ansonsten sind die Ereignisse zwischen den Jahren traditionell dünn, ebenso wie die Januar- Ausgaben der Modemagazine. Hat irgendjemand eine plausible Erklärung für den stets mageren Umfang der Modegazetten im ersten Kalendermonat? Doch bevor ich mich aus Unmut über die Informationsdürre in Zara´s Umkleidekabinen selbst fotgrafiere um blogtaugliches Material zu generieren blicke ich lieber mit Freude Richtung Mailand, wo am 16. Januar die Moda Uomo beginnt. Der Mailänder Schauenkalender belegt eindrucksvoll, dass hier Alles vertreten ist, was im Bereich Menswear Rang und Namen hat. Ich bin gespannt, welche Looks vor allen die kleineren Labels wie Frankie Morello oder Byblos für Winter 2010 propagieren werden.

Ab dem 20. Januar geht´s weiter nach Berlin. Zum sechsten Mal ruft Deutschlands Hauptstadt nun schon zur Fashion Week. Neben Hipstern wie Sascha Gaugel (Hausach Couture), Marcel Ostertag und Patrick Mohr zeigen auch etablierte Firmen wie Strenesse, Joop und Boss was der kommende Winter stilistisch bringt. Zum ersten Mal mit von der Partie, und nach vielen Jahren überhaupt erstmals wieder auf einem Laufsteg präsent, ist das Prê- à-Couture Label RENA LANGE aus München, für das Julian Neale als Kreativdirektor seit Sommer 2008 verantwortlich zeichnet.

Berlin Fashion Week