Posted: Mai 25th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS, FASHION SHOPPING | Tags: Albert Watson, Christies, Kate Moss, Mario Testino, Model, Photography | 1 Comment »

Photo: TASCHEN Verlag
Wer bislang glaubte, das Prinzip „sex sells” würde selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten fortbestehen, der sei eines Besseren belehrt. Das namhafte Auktionshaus Christies, das stets Hochwertiges unter den Hammer bringt, machte jetzt eine schmerzliche Erfahrung. Noch vergangene Woche wurden in Londons vornehmen Stadtteil South Kensington Nacktfotos der 19-jährigen Kate Moss als Auktions-Highlight und sichere Geldanlage angepriesen.
Anfangsgebot: schlappe 35.000 Euro. Gutsituierte Fans des Topmodels hätten sich Kontaktabzüge des Starfotografen Albert Watson sichern können. Doch die insgesamt 14 Nacktbildchen der sich in Marokkos Wüstensand räkelnden Moss wollte am Ende Niemand haben. Und das obwohl ein einziger Abzug eben dieser Fotoserie im Jahre 1997 noch für eine stattliche Summe von 70 000 Euro wegging.
Sind die Zeiten des skandalumwitterten Topmodels vorbei oder warum können sich kaufkräftige Kunstliebhaber plötzlich nicht mehr für eine nackte Moss erwärmen? Noch ist das Supermodel was den Bereich High Fashion angeht, gut im Geschäft. Neben Kampagnen für Luxuslabels wie Longchamp oder Yves Saint Laurent ziert die 36-jährige diesen Monat wieder etliche Hochglanz Cover, so dass man als Leser schon vermutet, es gebe keine ehrwürdige Nachfolgerin von Kate Moss.
Auch der TASCHEN Verlag setzt auf das Prinzip „Moss sells” und widmet der Britin mit dem Schmollmund jetzt einen ganzen Bildband. Inhalt: „die intimsten Aufnahmen der bis heute größten internationalen Fashion-Ikone,” aufgenommen von Starfotograf Mario Testino.
Wohl um die Begierde der Käufer noch zu steigern erscheint der Fotoband in limitierter Auflage. Nur 1500 Exemplare bietet Taschen zum Verkauf, dafür wurde jedes Buch von Großmeister Mario Testino persönlich signiert. Ob sich das Verlagshaus mit dieser Marketingstrategie wirklich einen Gefallen tut, ist fraglich. Auch wenn das Werk bislang unveröffentlichte Bilder von Testinos Muse Moss enthält, ist der Preis von 350 Euro ganz schön happig. Christies nackte Kate in Marrakesch hätte man sich ja noch an die Wand hängen können, aber auch einen noch so hochwertigen Bildband ereilt leider doch immer das gleiche Schicksal: über kurz oder lang wandert er ins Bücherregal und gesellt sich zu den anderen Staubfängern.
Kate Moss by Mario Testino, TASCHEN Verlag, erhältlich ab Juli 2010.
www.taschen.com
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Posted: März 8th, 2010 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION MEDIA | Tags: Baptiste Giabiconi, Book, Karl Lagerfeld, Photography, Steid | No Comments »

Karl Lagerfeld "The Beauty of Violence"
Über das Verhältnis von Model Baptiste Giabiconi und seinem Entdecker Karl Lagerfeld wird viel spekuliert. Handelt es sich hier um eine Liebesbeziehung, eine Freundschaft, oder doch bloß um eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Model und Designer?
Der Meister schwärmt in Interviews zwar in höchsten Tönen von dem zwanzigjährigen Beau aus Marseilles und pusht dessen Kariere wie zuvor nur seine eigene, doch zur Frage welcher Natur die Verbindung zwischen den Beiden tatsächlich ist, bezog der Modemacher bislang keine Stellung. Eine wesentlich eindeutigere Sprache sprechen da schon die zahlreichen Fotos, die Lagerfeld in den vergangenen zwei Jahren quasi in Akkordarbeit von seinem Zögling geschossen hat. Sie zeigen Baptiste häufig nackt, mal in Stilettos, mal mit Faust im Mund – erotische Posen dirigiert von Kaiser Karl.
Eine Auswahl der besten Motive bietet der im Mai bei Steidl erscheinende Bildband “The Beauty of Violence”.
Karl Lagerfeld “The Beauty of Violence”, Steidl Verlag, 96 Seiten, 34 Euro
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Posted: September 7th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION MEDIA | Tags: Baptiste Giabiconi, Karl Lagerfeld, Model, nude, Olivier Zahm, Photography, Purple Magazine | 1 Comment »
Endlich, die Herbst/Winter Ausgabe des Purple Magazins ist draußen und mit ihm die Bilder, die Karl Lagerfeld von seinem derzeitigen Lieblingsmodel Baptiste Giabiconi, in St.Tropez, Venedig und Paris geschossen hat. In der Strecke ist Lagerfelds 19-jähriger Zögling, primär nackt, in Damenklamotten und in High Heels zu sehen. Eine Darstellung, die im Bereich des High Fashion Editorial nichts Neues darstellt und renommierten Stylisten maximal noch ein müdes Lächeln entlockt. Doch wer glaubt, die Aufnahmen ließen die Welt kalt, der irrt.

- Purple Magazine No. 12 Fall 2009 / photo: Karl Lagerfeld
Seitdem die Ablichtungen im Internet kursieren werden sie innerhalb der Blogosphäre höchst ambivalent besprochen. Diskussionsgegenstand ist nicht etwa die Freizügigkeit per se mit der Baptiste seine körperlichen Vorzüge offenbart, sondern vielmehr die eindeutig sexuell aufgeladene Bildsprache, die kaum eine anderweitige Interpretation zulässt, als das Lagerfeld sich an seinem Model offenbar auch sexuell berauscht und somit den Zuschauer ungefragt zum Voyeur seiner kaiserlichen Fantasien degradiert. Den einen stört das, den andern macht es geil. Es lebe die freie Meinungsäußerung!
Für zahlreiche Fashionistas liegt die Enttäuschung nicht in der Qualität der Bilder begründet, als vielmehr darin, was diese Bilder eigentlich über die Persönlichkeit ihres Fotografen aussagen. Lagerfeld, die unnahbare Kunstfigur, der in einem Bunte- Interview von sich mal behauptete völlig asexuell zu leben, erliegt der Schönheit eines unverbrauchten Jünglings, dem er sich durch den Sucher seiner Fotokamera nähert. Lagerfeld wird mit über 70 Jahren wissen, was man einem Knaben bieten muss um ihn zu halten. Status und Weltläufigkeit funktionieren zu Beginn eigentlich immer. Der aus einfachen Verhältnissen stammenden Baptiste mag noch zu jung sein um über das Geschehen um ihn herum kritisch reflektieren zu können und sonnt sich somit verständlicherweise in der für ihn ungewohnten und durchaus vorteilhaften Aufmerksamkeit. Es ist ein Geben und Nehmen, bei dem es vermutlich nie zum Vollzug kommen wird. Was bleibt ist die unerfüllte Sehnsucht des größten und populärsten Modeschöpfers des 21. Jahrhunderts, belegt durch Fotos, die den unerreichbaren Baptiste nackt, von hinten zeigen, wir er sich mit gekreuzten Beinen nach vorne gebeugt, auf einer Brüstung abstützt. Auf Stöckelschuhen!
Eine Hommage an Helmut Newton, wie Purple Herausgeber Olivier Zahm in seiner Einleitung zur Photostory betont. Doch auf aufmerksame Gemüter wirken die Bilder als wären sie weder für das Purple Magazine, noch für den Leser und schon gar nicht für die Modehersteller, deren Kleidung hier zu sehen ist, geschossen worden, sondern ausschließlich aus der persönlichen Motivation Lagerfelds heraus, sich am Körper seines Boy Toys und an dessen totaler Nacktheit, zu ergötzen. Nutzt da etwa jemand Fotoshootings und das Versprechen auf Ruhm als Mittel zum Zweck? Es ist dieses schmierige Klischee vom Fotografen und dem Model, das den Aufnahmen latent anhaftet und für negative Stimmung bei all denjenigen sorgt, die eine andere Professionalität des Modemachers gewohnt sind. Das Begehren, die unkontrollierte Lust auf den Anderen, jeder kennt dieses Gefühl, doch bei Karl Lagerfeld wollen das nur die Wenigsten sehen. Die Leute erwarten den perfekten Lagerfeld, die Kunstfigur, die er selbst von sich geschaffen hat und keinen Durschnittssenioren, der sich seiner menschlichen Schwäche und irdischen Gelüste hingibt. Das entspricht einfach nicht dem Image des stets hoch disziplinierten und kultivierten Modeschöpfers.
Die schwarz-weiss Strecke ist im Gespräch, somit wird diese Purple Ausgabe schneller vergriffen sein als alle vorherigen. Herzlichen Glückwunsch. Doch beim durchblättern der Seiten fühlt es sich an, als hätte man die größte Modeinstanz des Planeten, Karl Lagerfeld, bei der Selbstbefriedigung erwischt!

Purple Magazine FW 09/10
Purple Magazine, € 21,50
In München bei SODA,
Rumfordstraße 3, 80469 München
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