„Purple” Herausgeber Olivier Zahm steht auf schlüpfrige Sex-Messages
Posted: Mai 11th, 2010 | Author: Martina Klose | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Olivier Zahm, Purple, Rie Rasmussen, Sex, Terry Richardson | No Comments »

Olivier Zahm im Kreise seiner Liebsten, Photo: HYPE magazine
Er sieht aus wie ein Nerd. Frauen, die ihn nicht kennen, würden ihm wahrscheinlich sofort einen Korb geben, weil er so schmierig daherkommt wie ein Pornoproduzent. Dabei handelt es sich bei dem Brillenträger mit stacheligem Vollbart und Schlafzimmerblick um den Herausgeber des Fashion Magazins Purple. Zahm kultiviert dieses Schmuddelimage bewusst. Und so überrascht es nicht, dass er auf die Frage, wie er sich denn in langweiligen Meetings die Zeit vertreibe, kurz und knapp antwortet: „Ich tue das, was Derek Blasberg” Sexting” nennt. Ich schicke Frauen schmutzige Sexbotschaften.”
Tja, Zahm, im früheren Leben übrigens Kunstkritiker, gibt sich gerne weniger zahm. Auf seinem neuen Blog „Purple diary” macht er keinen Hehl daraus, dass er auf klare Ansagen in Sachen Sex steht. Und ob man will oder nicht – der Besucher seines Blogs gerät automatisch auf den splitternackten Olivier – eine zahmsche Selbstinszenierung, wie sie appetitlicher nicht sein könnte, eingebettet in eine Fotostrecke jungfräulicher Models, meist in erniedrigenden Posen. Fotos, mit leicht pornografischer Anmutung im Stile eines Terry Richardson.
Auf die Frage, was Zahm denn so über den umstrittenen Modefotografen denke, der unter Verdacht steht, reihenweise junge Models sexuell missbraucht zu haben, kontert der Purple-Macher: It´s totally ridiculous and embarrassing for them. The women who attacked Richardson, it´s really sad. Terry loves so much people, he´s such a sweetheart.” Komisch nur, dass „sweetheart” Terry neulich auf dem roten Teppich in Paris von dem dänischen Supermodel Rie Rasmussen öffentlich angeraunzt wurde, weil er junge Frauen ausbeute und erniedrige: „He takes girls, who are young, manipulates them to take their clothes off and takes pictures of them, they will be ashamed of. They are too afraid to say no because their agency booked them on the job and are too young to stand up for themselves.” Viele Nachwuchsmodels haben Rasmussens Vorwürfe inzwischen bestätigt.
Mag sein, dass Richardson mit seinen sexistisch angehauchten Motiven eine unverkennbare Handschrift hat, die ihm ständig neue Aufträge in Hochglanzmagazinen wie VOGUE und Harpers Bazar beschert. Dennoch: Aufnahmen, die den Fotografen mit entblößtem, tätowiertem Oberkörper und erigiertem Penis zeigen, während er ein nacktes Model ablichtet, sprechen eine klare Sprache. So faszinierend und provozierend solche Bilder auch sind, irgendwie haben sie einen faden Beigeschmack. Denn um solche Fotos zu schießen, braucht es schon etwas mehr als nur Haare und Make-up.
Für Olivier Zahm, der inzwischen ähnliche Motive in schwarz-weiß schießt und diese auf seinem Blog unter der Rubrik „Sex” einstellt, fällt ein onanierender Fotograf unter den Begriff Kunst: „ Terry sometimes plays with the idea of sex, but he`s never pornographic .Nothing ist porn about his photography.” Na, wenn das so ist, dann hoffen wir mal, dass Terry Richardson seinen strammen Terry erst im Nachhinein per Fotoshop aufs Bild gezaubert hat.
Quelle: The Cut / New York Magazine
Website: Purple Diary
