Posted: Dezember 15th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Big Richard, Doms of Hollywood, Logo, Polo, Ralph Lauren | No Comments »

Das "Big Richard" Logo
Das gestickte Logo des amerikanischen Label Dom´s of Hollywood erinnert auf den ersten Blick stark an das Markenzeichen des Modekonzerns Ralph Lauren, lässt jedoch auf den zweiten Blick ein kopulierendes Pärchen erkennen. Porno statt Polo also!
Doch gibt es wirklich Jemanden, der glaubt, er könne mit den “Fuck Me” Lappen aus Baumwoll-Piquee Eindruck bei Frauen schinden? Tatsächlich kokettiert der Hersteller auf seiner Homepage damit, dass sich Frauen von Trägern seiner Proleten-Shirts leichter abschleppen lassen. Irgendwie braucht man halt einen Grund um modemuffeligen Männern die $ 24.95 aus den Taschen zu ziehen. Was zieht da besser, als die Aussicht auf Sex? Einen Nachweis über die Eroberungserfolge seiner Kunden bleibt das in Florida ansässige Unternehmen gegenüber neuen Interessenten jedoch schuldig. Stattdessen übt sich der Hersteller in Phrasendrescherei und schreibt seinen männlichen Trägern folgende Aussagen zu:
“I’m passionate about what I’m doing ”
“I’m the man, and I know it.”
“Keep your mind out of the gutter, hater, she’s probably just hiking him the ball.”
Dom´s of Hollywood hat bereits angekündigt, demnächst auch Oberteile für Frauen zu produzieren, dabei hatte ich eigentlich gehofft, das uns aggressive Schlampen-Bekenntnisse à la: “I like it strong and long” erspart blieben und war froh, als Ende der 1990er Jahre die peinlichen Motto Shirts mit der Aufschrift “Zicke” in der Versenkung verschwanden. Und nun das.
Website: domsofhollywood.com
Share on Facebook
Posted: Oktober 15th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION INSIDE, FASHION NEWS | Tags: Anorexie, Filippa Hamilton, Karl Lagerfeld, Magersucht, Model, Ralph Lauren | No Comments »

credit: photoshopdisasters.blogspot.com
“Achtung Models, bitte nicht füttern!” Nach den Regeln der Modebranche taugen Frauen mit Kleidergröße 38 nicht mehr als Model. Der favorisierte “Hungry Chic” der im high(est) end Segment tätigen Designer verlangt nach maximal 55 Kilogramm Körpergewicht bei einer Mindestgröße von 175 cm. Alles andere sieht auf dem Laufsteg nur plump aus, und entspricht nicht dem zeitgenössischen Schönheits- ideal. So zumindest die Meinung der maßgeblichen Modemacher.
So hat vor Kurzem Karl Lagerfeld mit seiner Äußerung, das nun wirklich Niemand dicke Frauen sehen wolle, und die Klagen über dürre Mädchen ausschließlich von dicken Muttis kommen, die es sich mit der Chipstüte auf dem Sofa bequem gemacht haben, erneut bestätigt, was alle Fashionistas längst verinnerlicht haben, nämlich das Mädchen mit mehr als 60kg, ganz egal wie hochgewachsen, in der Modelbranche nichts verloren haben. So wiegt Gisele Bündchen bei einer Größe von 180cm gerade mal 58 kg!
Während also Modeschaffende ganz genau wissen was zu “fett” ist und klare Grenzen nach oben definiert haben, scheinen Gewichtsgrenzen nach unten, nur offiziell zu existieren. Ab wann ist dünn eigentlich zu dünn? Das Modeunternehmen Ralph Lauren hat da offenbar seine ganz eigene Messlatte, wie ein Werbefoto, dass nur in Japan veröffentlicht wurde aber seit kurzem im Internet zirkuliert, belegt. Die Aufnahme zeigt das 23-jährige französische Model Filippa Hamilton, grotesk verschlankt mittels Photoshop. Der Kopf breiter als das Becken und dünn wie ein Stock! Übergewichtige Muttis in aller Welt ließen nach Bekanntwerden des Falles ihre Chipstüten links liegen und hievten sich vor ihren Rechner um mit fettigen Fingern ihre Entrüstung via Internet zu verlautbaren.
Was den Skandal noch verschlimmerte ist die Tatsache, das Filippa Hamilton, parallel zur Diskussion um das Horrorbild, von ihren Pflichten als Model für Ralph Lauren entbunden wurde. Nachdem das Model seit 2001 die Klamotten des Hauses beworben hatte und ihre Verträge viermal in Folge erneuert wurden, erhielt sie im April dieses Jahres ein Schreiben der Polo Ralph Lauren Company, indem man ihr mitteilte die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beenden zu wollen. Laut Unternehmensleitung habe die Aufhebung der Kooperation jedoch nichts mit dem imageschädigenden Werbemotiv zu tun, sondern ausschließlich mit der unakzeptablen Gewichtszunahme des Mannequins.
Die Begründung der Kündigung liest sich dementsprechend nüchtern: “the relationship ended as a result of her inability to meet the obligations under her contract with us.” Einfach ausgedrückt: Mrs. Hamilton ist zu dick für Mr. Lauren. Willkommen im Modelbusiness.
Auf wiederholte Nachfragen diverser US-Medien gab die Ralph Lauren Company schließlich auch eine Stellungnahme zu der anorektischen Werbeanzeige ab: “For over 42 years we have built a brand based on quality and integrity. After further investigation, we have learned that we are responsible for the poor imaging and retouching that resulted in a very distorted image of a woman’s body. We have addressed the problem and going forward will take every precaution to ensure that the caliber of our artwork represents our brand appropriately.”
Nach Reue klingt das nicht gerade, aber immerhin, eine Reaktion auf einen vermeintlichen Fehler ist für eine Branche an der Kritik üblicherweise abperlt wie Regenwasser an GoreTex Jacken schon ein großes Zugeständnis.
Wie konnte es überhaupt zur Veröffentlichung eines solchen, in jeder Hinsicht mageren Bildes kommen? Angeblich wurde das Bild versehentlich ohne vorherige Prüfung durch die Firmenzentrale in New York in einem japanischen Kaufhaus ausgestellt. Eine Verkettung unglücklicher Umstände also? Angesichts der Tatsache, dass Filippa Hamilton tatsächlich wegen Übergewichts gefeuert wurde möchte man aufgrund der im Nachhinein erfolgten Körperhalbierung, nicht so recht an einen unglücklichen Zufall glauben. Selbst wenn alles nur ein Irrtum gewesen sein sollte, bleibt immer noch die Frage welch verzehrte Wahrnehmung von Schönheit die Person gehabt haben muss, die das Foto digital bearbeitet hat?
Share on Facebook
Posted: Oktober 1st, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION EXHIBITIONS, FASHION NEWS | Tags: Alteration, Ben Stiller, Demi Moore, Exhibition, Greg Lauren, New York, Ralph Lauren, Renée Zellweger | No Comments »

photo credit: Greg Lauren
Es mag in den Genen der Familie liegen, oder auch nicht, dass Greg Lauren, Neffe des amerikanischen Modemachers Ralph Lauren, sich künstlerisch betätigt. Fakt ist, dass sich der 39-jährige Maler und Schauspieler, mit seinen unverwechselbaren Papierarbeiten zunehmend in der internationalen Kunstszene etabliert. Wer nun denkt, dies habe er ausschließlich seinem Familiennamen zu verdanken, der urteilt vorschnell.
Natürlich öffnet der Name Lauren Türen zwischen Manhattan und Long Island, natürlich helfen die Celebrity Kontakte der Laurenschen Sippe, dem eigenen Werk Aufmerksamkeit zu verschaffen, dennoch ist Greg Lauren kein Shootingstar auf seinem Gebiet. Ein Blick auf die Vita des Künstlers verrät das sich langsame Vorarbeiten, die konstante Auseinandersetzung über einen längeren Zeitraum hinweg, die den Arbeiten eines Künstlers erst die gewisse Tiefe verleihen, die das Prädikat Kunst rechtfertigen. Nach abgeschlossenem Studium der Kunstgeschichte an der Elite Uni Princeton bahnt sich Greg Lauren seinen Weg durch die Film- und Kunstwelt ganz ohne Hilfe seines berühmten und schwerreichen Onkels.
Seit 2000 steuert Greg Lauren regelmäßig Werke zur jährlich stattfindenden New Yoker Benefiz Auktion “TAKE HOME A NUDE” bei, beteiligt sich bei Gruppenausstellungen in kleineren Galerien und schmückt mit seinen Werken, den einen oder anderen VIP Event. 2008 ermöglichte ihm die deutsche aber in New York ansässige Galeristin Heidi Neuhoff zusammen mit dem weltweit renommierten Kunsthändler Asher Edelman eine Soloausstellung. Lauren´s Medium ist Papier! Öl auf Papier, Papier auf Leinwand. Sein Ouevre ist der bekleidete Mensch, die Mode, die Medien, die High-Society. Nicht banal sondern beeindruckend stimmungsvoll und handwerklich bestens umgesetzt, erweckt das zerknitterte, übermalte und beklebte Papier seine Figuren zum Leben. Bis zu 15.000 Dollar muss hinblättern, wer einen original Lauren sein Eigen nennen will. Renée Zelweger, Demi Moore und Ben Stiller zählen laut Medienberichten bereits zu seinen Fans .

all artworks and photos by Greg Lauren / bycourtesy of Greg Lauren
Seine neuesten Arbeiten zeigen Kleidungsstücke als Plastik aus Papier; zusammengenäht von Greg Lauren höchst persönlich. “Alteration” heißt das Projekt, ein Begriff der in der Schneiderei die Abänderung eines Modells bezeichnet. Hinter “Alteration” steckt die Analyse von Image und Identität bestimmter Kleidungsstücke, die Lauren während seiner Jugend geprägt haben. Die Objekte sind noch bis zum 1.November in den ehemaligen Räumlichkeiten der Galerie Guild & Greyshkul zu sehen.
28 Wooster Street, NY, New York 10013
greglauren.com
Share on Facebook
Posted: September 14th, 2009 | Author: Sven Barthel | Filed under: FASHION NEWS | Tags: Anna Sui, Calvin Klein, New York, New York Fashion Week, Oscar de la Renta, Ralph Lauren, Rodarte, Spring 2010, Tommy Hilfiger | No Comments »

credit: Mercedes Benz Fashion Week
Halbzeit für die New York Fashion Week. Viel zu bieten hatte die New Yorker Modewoche in den vergangen vier Tagen nicht. Kleinere Labels und Nachwuchsdesigner, langweilten primär mit Bedeutungslosigkeiten und teils richtig schlechten Entwürfen, Richtungsweisendes? Fehlanzeige!
Erin Wasson mag als Model eine fabelhafte Figur abgeben, als Modedesignerin ist sie jedoch völlig überflüssig, auch wenn es mit Sicherheit genügend Berliner Bloggerinnen geben mag, die diesen “nix-passt-zusammen-das-ist-aber-durchaus-gewollt Look” für ganz große Mode halten.
Es sind zu viele unbekannte Namen, die allesamt eine beige Soße präsentierten, die so prägnant war, dass davon nichts in Erinnerung bleibt. Es macht schlichtweg keinen Spaß das fünfzigste beigefarbene Volantkleidchen in Folge zu begutachten. Braucht es wirklich noch eine weitere Zweitline eines Designers, in diesem Falle von Richard Chai, der seine Diffusion-Line mit dem wahnsinnig innovativen Namen LOVE vorstellte, die sich aus Basics zusammensetzt, die bei Zara und H&M für einen Bruchteil des Preises zu haben sind.
Viele der gezeigten Kollektionen sind derart beliebig und austauschbar, dass jegliche geistige Auseinandersetzung und der Versuch das Gezeigte zu beschreiben eine nicht vertretbare Verschwendung von Lebenszeit darstellen. Bei den bisherigen Modenschauen dieser Modewoche mangelte es an Leidenschaft, an Sex-Appeal, an Dramatik und Mondänität, kurz an allem was Mode eigentlich ausmacht. Positive Ausnahmen bilden die junge und sehr urbane Handschrift Alexander Wangs sowie der “fuck-the-recession-Stil” von Jason Wu. Das die Amerikaner sich auf Casual und Sportswear verstehen und Ausflüge in die Couture häufige in Denver Clan Zitaten enden, die Models wie 80er Jahre Trash Püppis aussehen lassen, ist bekannt, dennoch sollte das Fashion Week Komitee höhere Standards bezüglich des Modegrads als Voraussetzung für eine Teilnahme an der Fashion Week manifestieren, um den Ruf New Yorks als Modemetropole nicht zu gefährden.
Nun beginnt heute der fünfte Tag der Modewoche und mit ihm der Auftakt der Großen der Branche, die der Modewoche ihr Prestige verleihen. Zac Posen, Donna Karan Carolina Herrera und Marc Jacobs stehen für heute auf dem Programm. Am Mittwoch und Donnerstag verdichten sich die Top-Namen dann auch im Schauenkalender. Anna Sui, Calvin Klein, Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Marchesa, Proenza Schouler, Oscar de la Renta, Halston, Betsey Johnson und Rodarte zeigen dann ihre Vorstellung, was Frau im Sommer 2010 zu tragen hat. Das Beste kommt eben immer zum Schluss!

Schauenkalender New York
Share on Facebook